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Getriebe für Schrittbewegungen Die Erfindung betrifft ein Getriebe
zur Umformung einer ständigen Drehbewegung in Schrittbewegungen mittels eines Klinkenschaltwerkes,
bei dem eine zu ihrer tangentialen Bewegung nockenbetätigte Antriebsklinke mit einem
abtriebsseitigen Schaltrad zusammenwirkt.
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Schrittweise Bewegungen erzeugende Anordnungen finden in zahlreichen
Bereichen der Technik Verwendung. Solche Vorrichtungen mit hohen Taktfrequenzen
benutzt man beispielsweise bei datenverarbeitenden Maschinen für den Transport von
Aufzeichnungsträgern durch eine Schreib- bzw. Lochstation oder eine Lese- bzw. Abfühlstation,
für den Vorschub von Schreibwagen u. a., wobei in Verbindung mit den hohen Schrittfrequenzen
auch sehr hohe Vorschubgeschwindigkeiten auftreten.
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Die zur Erzeugung von Schrittbewegungen gebräuchlichen Getriebe und
Anordnungen arbeiten meist mit einem Nockenantrieb, mit hydraulischen Getrieben
oder, in den häufigsten Fällen, mit Maltesergetrieben. Reine Nockenantriebe sind
jedoch teuer und bei sehr hohen Beschleunigungs- und Verzögerungswerten starker
Abnutzung ausgesetzt. Auch entwickeln sie durch die entstehenden Reibungskräfte
beträchtliche Wärme, was ebenfalls nachteilig ist. Im hydraulischen Getriebe sind
zwar diese Nachteile mechanischer Anordnungen vermieden, sie sind aber, auch im
Hinblick auf die erforderlichen Antriebsaggregate, teuer und nur bei größeren Anlagen
wirtschaftlich. Maltesergetriebe hingegen haben den Nachteil, daß die Kennlinie
festliegt und nicht angepaßt oder verändert werden kann; außerdem treten hier unerwünschte
Wärme- und Abnutzungserscheinungen auf, wenn sie für die bei der Datenverarbeitung
geforderten hohen Arbeitsgeschwindib keiten eingesetzt werden.
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Es sind demgegenüber zahlreiche Vorrichtungen bekanntgeworden, in
denen zur Erzeugung schrittweiser Vorschubbewegungen Klinkenschaltwerke Anwendung
finden, die im allgemeinen nur verhältnismäßig geringe bewegte Massen aufweisen,
billig hergestellt werden können und nur geringem Verschleiß ausgesetzt sind. Insbesondere
ist solchen Getrieben auch der Vorteil der besonders leichten Steuerbarkeit zu eigen,
indem die die tangentiale Antriebsbewegung übertragende Klinke durch nur äußerst
geringe Kräfte ausgehoben und somit unwirksam gemacht werden kann.
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In einer bekannten Vorrichtung zur Regelung der Arbeitstaktzahl eines
absatzweise arbeitenden Gerätes wird ein Schaltrad von einer Nullstellung mittels
einer nockengetriebenen Klinke schrittweise in einer festgelegten Drehrichtung um
eine vorbestimmbare Anzahl von Schritten weitergeschaltet; die starr ausgebildete,
drehbeweglich gelagerte Antriebsklinke und die Halteklinke liegen während des Betriebes
der Vorrichtung ständig unter Federkraft am Umfang des Schaltrades an und werden
erst nach Erreichen der Endstellung des Schaltrades über ein vielgliedriges Gestänge
durch Ausheben unwirksam gemacht, damit das Schaltrad zurückgestellt werden kann.
Diese Vorrichtung ist als selbststeuerndes Zählwerk wirksam und für einen Dauerbetrieb
bei hohen Schrittfrequenzen ungeeignet.
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In der Patentanmeldung J 19233 XII/47h (deutsche Auslegeschrift
1 171226) ist ein Getriebe offenbart.
das frei von den aufgezählten
Nachteilen ist und für hohe Schriftfrequenzen vorteilhaft eingesetzt werden kann,
ohne daß sich die bei der Verzögerung und Beschleunigung der bewegten Teile auftretenden
Kräfte schädlich auswirken. Nach der Patentanmeldung J 19233 X11/ 47h wird dies
dadurch erreicht, daß die Klinke jeweils für ihre Tangentialbewegung in einem bestimmten
Drehsinn mittels eines synchron nockenbetätigten Klinkensteuerhebels aus dem Eingriff
mit dem Schaltrad aushebbar und in an sich bekannter Weise radial zum Schaltrad
werkstoffelastisch beweglich ausgebildet ist. Dadurch werden schnelle, sehr leicht
steuerbare Schrittbewegungen ohne nennenswerte Beanspruchung der Getriebeteile ermöglicht.
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Die Erfindung betrifft eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung des
Gegenstandes der Patentanmeldung J19233 XIi/47h und besteht darin, daß für zwei
wahlweise einschaltbare Geschwindigkeiten bei der schrittweisen Abtriebsbewegung
zwei Klinken gleichsinnig wirkend angeordnet sind, die wahlweise entweder beide
abwechselnd wirksam sind oder von denen jeweils die eine oder andere elektromagnetisch
verriegelbar und somit unwirksam ist.
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Eine Anordnung, bei der ein Schaltrad über zwei gleichsinnig wirkende
Schaltklinken angetrieben wird, ist bereits bekannt. Bei diesem Antrieb sind aber
die beiden Klinken stets wechselweise wirksam und können nicht durch Steuersignale
wahlweise ausgehoben und somit unwirksam gemacht werden; nach der Fortschaltbewegung
schleifen sie vielmehr zum Eingriff hinter den nächsten Zahn über die Zahnköpfe
des Schaltrades hinweg. Somit ist mit dieser bekannten Anordnung nur eine entsprechend
dem Takt der Klinkenbetätigung gleichmäßige Drehgeschwindigkeit des Schaltrades
erzielbar.
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Demgegenüber ist bei der vorliegenden Erfindung die schrittweise Abtriebsbewegung
des Schaltrades durch Steuersignale auf einfache Weise veränderbar. Durch die Erfindung
wird die in der Patentanmeldung J 19233 XII / 47h beschriebene Lösung in vorteilhafter
Weise weitergebildet, indem mit Hilfe der Erfindung eine Einrichtung mit Schrittantrieb
mit einer ersten, langsameren Geschwindigkeit betrieben werden kann, wozu in jedem
Takt jeweils nur ein Schritt ausgeführt wird, und zwar in der ersten Hälfte des
Taktes, während in der zweiten Hälfte des Taktes der angetriebene Teil in Ruhe bleibt.
Soll die Schriftfrequenz auf das Doppelte erhöht werden, so wird der vorher unwirksame
Klinkenbetätigungsarm freigegeben und ist nun wechselweise mit dem anderen Arm so
wirksam, daß der erste Betätigungsarm in der ersten Hälfte jedes Taktes und der
zweite Betätigungsarm in der zweiten Takthälfte den Schrittantrieb übernimmt. Dabei
ist es nicht erforderlich, irgendwelche mechanische Teile der Einrichtung für die
zweite, höhere Geschwindigkeit schneller anzutreiben; lediglich die geringe Masse
der zusätzlich wirksam gemachten Federklinke nimmt bei der höheren Schrittgeschwindigkeit
zusätzlich am Bewegungsablauf teil. Dadurch sind gemäß der Erfindung viele Probleme
ausgeschaltet, die bei derartigen Einrichtungen durch die wechselnden Geschwindigkeiten,
die entsprechenden Beschleunigungen und Verzögerungen bestehen.
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Um die Abnutzung der bewegten Teile des erfindungsgemäßen Betriebes
gleichmäßig zu halten, kann man beim Betrieb mit der geringeren Schrittgeschwindigkeit
entweder die eine oder die andere der Klinken arbeiten lassen.
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Zur Erläuterung der Erfindung werden anschließend an Hand der Zeichnungen
zwei Ausführungsbeispiele beschrieben. Es zeigt F i g. 1 die schaubildliche Darstellung
eines ersten Ausführungsbeispiels, das den Schrittantrieb einer Lochkarte betrifft,
F i g. 2 ein zweites Ausführungsbeispiel, bei dem das Abtriebselement als linear
bewegliche Zahnstange ausgebildet ist, und F i g. 3 a bis 3 e und F i g. 4 a bis
4 c Teilansichten des Klinkenantriebes in verschiedenen Betriebsstellungen.
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In F i g. 1 ist eine Vorrichtung gezeigt, in der eine Lochkarte in
einer gegebenen Transportrichtung schrittweise mit einer von zwei Geschwindigkeiten
bewegt werden kann, wobei die Schrittlänge der Breite einer Kartenspalte entspricht.
Dabei dient die erste Geschwindigkeit dazu, die Karte an einer Lochstation auf verschiedene,
unmittelbar aufeinanderfolgende Lochpositionen einzustellen, während die zweite,
höhere Geschwindigkeit dazu verwendet wird, die Karte nach Beendigung des Lochvorganges
auszuwerfen oder ein Überspringen ausführen zu lassen, wenn mehrere Spalten nicht
gelocht werden sollen. In einer kombinierten Einrichtung zum Lochen und Abtasten
kann die zweite, höhere Geschwindigkeit zum Transport der Karte durch die Abtaststation
verwendet werden, die eine höhere Kartengeschwindigkeit erlaubt.
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Der Antrieb für den Transport der Lochkarte 11 erfolgt von einem ständig
laufenden Motor (nicht gezeigt) über eine Antriebswelle 12, die in einer Lagerplatte
10 geführt ist. Das Ende der Antriebswelle trägt zwei Nocken 13a und 13 b. Der innere
Nocken 13 6 arbeitet mit zwei Klinkenbetätigungsarmen 14 a und 14 b über
Rollen 15 a und 15 b zusammen, die mit diesen Armen verbunden sind und auf
der Oberfläche des Nockens 13 b abrollen. Die Betätigungsarme 14a und 14b sind drehbar
auf Zapfen 16a bzw. 16b gelagert; jeder Arm wird durch eine zugehörige
Schraubenfeder 18a bzw. 18 b an den Nocken 13 b gedrückt. Die Federn 18
a
und 18b sind einstellbar gegen Winke119a bzw. 19b abgestützt und durch Schrauben
21a und 21b
mit diesen verbunden.
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Die den drehbar gelagerten entgegengesetzten oberen Enden der Klinkenarme
14 a, 14 b sind mit Federklinken 26a und 26b verbunden, die vorzugsweise die Form
von langen U-förmigen Federn haben und an einem Ende fest mit den zugeordneten Klinkenbetätigungsarmen
verbunden sind. Das andere Ende jeder Federklinke 26a und 26b greift, und zwar an
entgegengesetzten Seiten des Schaltradumfanges, in die Nuten eines Gesperres ein,
das in dem Ausführungsbeispiel von F i g. 1 aus zwei Schalträdern 28a und 28b mit
am Umfang axial verlaufenden Nuten 30 besteht. Die entsprechenden Nuten der Schalträder
fluchten miteinander, sind aber durch einen bestimmten Abstand voneinander getrennt,
so daß zum Abheben der Federklinken dienende Teile zwischen den Rädern frei beweglich
sind. Die Schalträder 28 treiben eine in der Lagerplatte drehbar gelagerte Welle
29, mit der sie verdrehfest verbunden sind. Auf dieser Welle ist außerdem eine Kartentransportrolle
31 befestigt. Der Antrieb der Karte 11 erfolgt durch das Andrücken
einer
unter Federspannung stehenden Druckrolle 32 gegen die intermittierend umlaufende
Transportrolle 31.
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Der äußere Nocken 13a bewegt einen Klinkensteuerhebel 34, der abwechselnd
die Federklinken 26a; 26b aus der jeweiligen Nut 30 der Schalträder
28 abhebt. Der Klinkensteuerhebel34 ist auf einem Lagerzapfen 35 drehbar
gelagert und mit Fingern 36a und 36b versehen, die so zwischen die Schalträder
28 a und 28 b eingreifen, daß sie wahlweise die Enden der zugeordneten
Federklinken 26a, 26b erfassen. Das nockengetriebene Ende des Klinkensteuerhebels
34 wird durch eine an einem stationären Stift 34d befestigte Zugfeder
34c in Kontakt mit der Oberfläche des Nockens 13a gehalten. .
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An der Lagerplatte 10 sind weiterhin zwei Steuermagnete
41 und 42 angeordnet, durch die wahlweise eine Verriegelung der Klinkenbetätigungsarme
14a, 14 b bewirkt wird. Die Magnete sind beispielsweise mit magnetischen
Polflächen 42c (wie für den Magnet 41' gezeigt) ausgestattet, die an dem zugehörigen
Klinkenbetätigungsarm anliegen oder dicht an ihn heranreichen, wenn er in der in
F i g. 1 gezeigten Stellung ist. Die Steuermagnete 41 und 42 haben
vorzugsweise jeder zwei Wicklungen 41a, 41 b bzw. 42a, 42b. Die Haltewicklungen
41a und 42a sind ständig erregt und leiten einen magnetischen Fluß durch einen Magnetkreis,
der aus den zugeordneten Polstücken und dem Klinkenbetätigungsarm besteht. Ist nur
die Haltewicklung eines Magnets erregt, so wird der zugeordnete Klinkenbetätigungsarm,
wenn er mit der Polfläche der Magnete in Berührung kommt, an diesen festgehalten,
so daß er dem Rad 28 keinerlei Antriebsbewegung erteilen kann. Wird jedoch die zugehörige
zweite Wicklung 41b bzw. 42b erregt, solange die Arme an den Polflächen
anliegen, so wirkt die dadurch entstehende magnetische Kraft der von den Haltewicklungen
erzeugten Kraft entgegen und hebt den wirksamen Kraftlinienfluß im Magnetkreis auf,
so daß der Klinkenbetätigungsarm von der Polfläche gelöst wird. Demnach wird, wenn
sowohl die Haltewicklung als auch die Kompensationswicklung erregt ist, die periodische
Bewegung des Klinkenbetätigungsarmes durch den Steuermagnet nicht beeinflußt.
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Die Verwendung der Halte- und Kompensationswicklungen hat den Vorteil,
daß die Steuerung mit sehr hoher Geschwindigkeit arbeiten kann, ohne daß wesentliche
Energiemengen für die Wicklungen des Steuermagnets benötigt werden. Die Steuermagnete
leisten keine Arbeit im Sinne des Anziehens oder Bewegens der Klinkenbetätigungsarme.
Diese mechanische Arbeit des Bewegens der Klinkenbetätigungsarme zum Steuermagnet
hin wird von dem Nocken 13b über die Rollen 15a, 15b geleistet, während
das Abrücken der Arme von den Magneten die Federn 18a, 18b bewirken. Die
durch die Wicklungen erzeugten, magnetischen Felder brauchen also nur schwach zu
sein.
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Zur Beseitigung des Restmagnetismus in den durch die Haltewicklungen
gebildeten Spulen kann auch jeweils bei der Freigabe eines Klinkenbetätigungsarmes,
während der Arm sich der Polfläche nähert, die Haltewicklung abgeschaltet werden,
während die Kompensationswicklung erregt wird. Dadurch ist ein etwaiges unerwünschtes
Haftenbleiben an der Polfläche vermieden. Die Wirkungsweise des Klinkenschaltwerks
ist in den F i g. 3 a bis 3 e veranschaulicht, in denen die Arbeitsweise des Antriebs
durch nur eine Klinke gezeigt ist. Bei dieser Antriebsart entspricht die Antriebsgeschwindigkeit
der halben Durchschnittsgeschwindigkeit beim Antrieb durch beide Klinken. Die Klinke
26b ist als Antriebselement wirksam, während die Klinke 26 a im Sinne des
Antriebs unwirksam ist. Der zur Klinke 26a gehörige Klinkenbetätigungsarm 14a ist
durch seinen Steuermagnet 41 verriegelt. In F i g. 3 a befindet sich die
Federklinke 26b noch in einer Nut 30a des Schaltrades und wird unmittelbar darauf
von dem zugehörigen Finger36b ausgehoben werden, während die unwirksame Klinke 26a
gerade in die Nut 30c eintritt. In F i g. 3 b hat die Klinke 26b aus der Nut 30
a unter Einwirkung des Fingers 36b gehoben und wird nach rechts in Richtung zur
Nut 30b angetrieben. Zu dieseln Zeitpunkt befindet sich die nichttreibende
Klinke 26a in der Nut 30c, um das Rad 28 zu sperren, solange die treibende
Klinke 26 b zwischen zwei benachbarten Nuten bewegt wird. In F i g. 3 c nähert sich
die Klinke 26 b der Nut 30 b, während die nichttreibende Klinke 26 a durch den Finger
36 a aus der Nut 30 c gehoben wird. In F i g. 3 d ist dann die Klinke 26 b in die
Nut 30 b eingerastet, während die Klinke 26a durch den Finger 36a aus der Nut 30
c herausgehoben ist. In F i g. 3 e treibt sodann die Klinke 26b das Schaltrad 28
im Uhrzeigersinn, indem die Nut306 um einen Schritt weiterbewegt wird, so daß diese
Schrittbewegung über die Welle 29 übertragen wird. Während die Klinke 26b auf diese
Weise das Rad 28 antreibt, übt die Klinke 26a keine Wirkung auf die Nuten
aus, sondern gleitet am Umfang des Rades zwischen den nebeneinanderliegenden Nuten
ab. Nach Beendigung dieses Schaltschrittes wird die Klinke 26 b aus der Nut 30 b
ausgehoben, und die Nut 30 b befindet sich in der in den F i g. 3 a, 3 b
und 3 c mit 30 a bezeichneten Stellung. Gleichzeitig rastet wieder die nichttreibende
Klinke 26a in die Nut 30 d ein und sperrt das Rad 28, und der
nächste Schaltschritt schließt sich in der beschriebenen Weise an.
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Bei der ersten geringen Geschwindigkeit ist demnach nur eine, nicht
verriegelte Klinke antreibend wirksam, und zwar für die Dauer eines halben Taktes,
wobei ein Takt einer Umdrehung der Welle 12 und der Nocken 13 a, 13 b entspricht.
In der zweiten Hälfte jedes Taktes steht diese Klinke still, während die andere
Klinke, deren Betätigungsarm verriegelt ist, nur in eine der Nuten 30 einrastet
und ausgehoben wird, ohne eine Tangentialbewegung auszuführen. Im ersten Halbtakt
wird demnach die Lochkarte um einen Bewegungsschritt fortbewegt, während im zweiten
Halbtakt die Karte zum Lochen stillsteht.
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Zur Erzeugung der zweiten, höheren Transportgeschwindigkeit bleiben
beide Klinkenbetätigungsarme urverriegelt, so daß abwechselnd eine Klinke während
eines Halbtaktes einen Schaltschritt auf die Schalträder überträgt, nach Ablauf
eines Taktes also zwei Schritte ausgeführt worden sind, wodurch für den Vorschub
der Lochkarte genau die doppelte Durchschnittsgeschwindigkeit erzielt wird. In diesem
Fall arbeitet die Klinke 26a in entsprechender Weise wie die Klinke 26 b, wobei,
wie erwähnt, beide Klinken wechselweise wirksam sind.
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Von wesentlicher Bedeutung für eine möglichst
geringe
Reibungswärme bei hoher Arbeitsgeschwindigkeit ist die Form der Nuten in den Schalträdern
28. Die F i g. 4 a bis 4 c veranschaulichen die Wirkungsweise dieser Nuten, die
die Federklinken für eine maximale Zeit aufnehmen, so daß ein Maximum an Bewegungsenergie
aufgenommen wird. In F i g. 4 a bis 4 c soll das Schaltrad 28 um einen Bewegungsschritt
nach rechts bewegt, also entgegen dem Uhrzeigersinn gedreht werden. F i g. 4 a zeigt
das Rad 28 in Ruhe, die Klinke 26 a befindet sich in der Nut 30 d. Während
die Nocken 13 b zur Beschleunigung des Rades entgegen dem Uhrzeigersinn wirksam
und die Klinke 26a von ihrem Betätigungsarm nach rechts getrieben wird, übt die
Klinke eine Druckkraft auf die rechte Flanke der Nut aus (Pfeil in F i g. 4 b),
so daß das Schaltrad entgegen dem Uhrzeigersinn beschleunigt wird; die Feder 18a
steht dabei nur unter geringem Druck, so daß sie keine nennenswerte Gegenwirkung
ausübt. In F i g. 4 c tritt wieder eine Verzögerung ein, die Klinke 26a drückt gegen
die linke Flanke der Nut 30 d und übt so eine nach links gerichtete Kraft aus (durch
Pfeil angedeutet). Zu diesem Zeitpunkt befindet sich die Feder 18a unter erhöhter
Spannung und nimmt die kinetische Energie der verzögerten Masse auf. Auf diese Weise
wird über den Betätigungsarm 14 a und den Nocken 13 b eine gesteuerte Massenverzögerung
mit nur äußerst geringer Entwicklung von Reibungswärme erreicht. Die im wesentlichen
parallelen Flanken der Nuten fördern dabei das möglichst lange Verbleiben der Klinke
in der Nut, so daß die Feder ein Maximum an kinetischer Energie aufnehmen kann.
Diese Energie wird von der Feder gespeichert und wieder abgegeben, um den Klinkenbetätigungsarm
14 a und die Klinke 26a beim nächsten Takt zu beschleunigen.
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In dem Ausführungsbeispiel nach F i g. 2 hat das Gesperre die Form
einer Zahnstange 51 mit Nuten 50. Die Zahnstange 51 ist mit den in einer von zwei
Geschwindigkeiten schrittweise zu bewegenden Teilen der Einrichtung verbunden und
kann z. B. einen Schreibwagen antreiben, der lineare Schrittbewegungen ausführen
muß, die den Abständen zwischen benachbarten Druckpositionen entsprechen. Der Wagen
muß zum Abdruck in jeder Position für kurze Zeit angehalten werden. Hierfür bewegt
die Vorrichtung den Wagen während der einen Hälfte des Taktes mit der ersten Geschwindigkeit
zwischen den Druckpositionen fort, wobei nur eine Klinke treibend mit der Zahnstange
zusammenwirkt und der Wagen während des zweiten Taktteiles an der Druckposition
angehalten wird. Die zweite, doppelte Geschwindigkeit wird eingeschaltet, wenn eine
Druckzeile beendet ist oder wenn angezeigt wird, daß ein Feld des Aufzeichnungsträgers
übersprungen werden soll.
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Gemäß F i g. 2 treibt die Antriebswelle 29 Nocken 53 a und
53 b, an denen bei 55 a und 55 b gelagerte Klinkenbetätigungsarme
54 a und 54 b anliegen. Die Kraftübertragung zwischen den Nocken und den
Armen erfolgt über Rollen 56a und 56b. Durch Schraubenfedern 57a und 57b
werden die Klinkenbetätigungsarme 54a, 54b gegen die Nocken 53a,
53b
gezogen. Die Form der Nocken 53a und 53b
ist im wesentlichen gleich,
doch sind sie auf der Welle 12 um 180° gegeneinander versetzt befestigt, so daß
die Bewegungen, die sie den Klinkenbetätigungsarmen übermitteln, ebenfalls um 180°
phasenverschoben sind. Die Klinkenbetätigungsarme 54 a
und 54 b tragen Federklinken
58 a und 58 b, die mit den Nuten 50 in der Zahnstange 51 zusammenwirken.
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Die Nocken 53a und 53b betätigen zusätzlich Klinkenlösehebe159a
und 59b, die am entgegengesetzten Teil des Umfanges der Nocken
53a, 53b
mittels Zugfedern 64a, 64b anliegen und bei 63a und 63
b drehbar gelagert sind. Die Rollen 61 a und 61b (letztere nicht sichtbar)
sind an den Klinkensteuerhebeln befestigt und übertragen die Bewegung der Nocken
auf die Hebel. Am anderen Ende der Klinkensteuerhebel befinden sich Finger
62a und 62b, die zum Ausheben der Federklinken dienen und zwischen den parallelen
Teilen der Zahnstange 51 angeordnet sind. Die Finger 62a und 62b haben die
gleiche Funktion und Wirkungsweise wie die Finger 36a und 36b im ersten
Ausführungsbeispiel, in dem sie zum Ausheben der Klinken 58 a und
58 b
aus den Nuten 50 betätigt werden.
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Auch die Steuermagnete 41 und 42 sind von gleicher Anordnung und Funktion
wie die Steuermagnete im ersten Ausführungsbeispiel und verriegeln wahlweise die
Klinkenbetätigungsarme 54a und 54 b aus ihrem Zusammenwirken mit den Nuten
der Zahnstange 51.
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Die Arbeitsweise der Ausführung nach F i g. 2 entspricht im wesentlichen
derjenigen des vorher beschriebenen Beispiels und wird deshalb nur kurz erläutert.
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Zum Antrieb der Zahnstange 51 mit der ersten, geringeren Geschwindigkeit,
d. h. Schrittfrequenz, wird einer der beiden Magnete 41 und 42 erregt und dadurch
der zugehörige Klinkenbetätigungsarm 54a
und 54 b verriegelt. Der andere Klinkenbetätigungsarm
treibt dann die Zahnstange 51 an, während die verriegelte Klinke unter Einwirkung
des Klinkensteuerhebels lediglich aus den Nuten 50 heraus und in diese hineinbewegt
wird. Im ersten Teiltakt wird also die Zahnstange um einen Schritt fortbewegt, während
sie im zweiten Teil des Taktes unbewegt bleibt, wobei die treibende Klinke in ihre
Ausgangslage zurückkehrt.
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Um die Zahnstange mit der zweiten, doppelten Schrittfrequenz zu bewegen,
bleiben beide Steuermagnete abgeschaltet, so daß beide Klinkenarme 54a und 54b und
die mit ihnen verbundenen Klinken 58 a und 58 b treibend auf die Zahnstange
51 einwirken. Jede der Klinken 58 a und 58 b schiebt die Zahnstange 51 während
des jeweiligen Teiltaktes in die gleiche Richtung um einen festen Betrag vor.