DE1194886B - Verfahren zum Frischen von Roheisen, insbesondere solchem mit hohem Phosphorgehalt - Google Patents
Verfahren zum Frischen von Roheisen, insbesondere solchem mit hohem PhosphorgehaltInfo
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
Int. CL:
C21c
Deutsche KL: 18 b-5/32
Nummer: 1194 886
Aktenzeichen: B 58334 VI a/18 b
Anmeldetag: 24. Juni 1960
Auslegetag: 16. Juni 1965
Das bekannte Frischen von Roheisen durch Aufblasen von Sauerstoff hat den Nachteil, daß die Entphosphorung
Schwierigkeiten bereitet. Voraussetzung für eine wirksame Entphosphorung ist nämlich eine
reaktionsfähige flüssige Schlacke, die sich aber erst im Laufe des Frischens bildet. Die Entphosphorung setzt
daher zu spät ein und bleibt unvollständig.
Nun ist aber auch schon der Vorschlag bekanntgeworden, die Verschlackung des Phosphors im wesentlichen
vor der Entkohlung dadurch zu bewirken, daß Frischgase angewandt werden, die nicht aus technisch
reinem Sauerstoff bestehen, sondern infolge eines Gehaltes an N2, H2O oder CO2 nur eine geringe Temperaturerhöhung
bewirken. Die Möglichkeit der Regelung des CO2-Gehaltes des Frischgases lediglich durch
den Abstand der Düse vom Bad ist aber nicht erkannt worden.
Ein anderer Vorschlag sieht vor, beim Sauerstofffrischen von phosphorhaltigem Roheisen die Vorverlegung
der Entphosphorung durch Blasen mit reduzierter Sauerstoffmenge während der Entphosphorungsperiode
zu erzielen und hierbei einen Abstand zwischen der Sauerstoffdüse und der Badoberfläche einzuhalten,
der nach den angegebenen Zahlenwerten höchstens etwa das 22fache des Düsendurchmessers beträgt.
Ein ähnlicher Vorschlag besagt, daß die gewünschte Vorverlegung der Entphosphorung beim Sauerstofffrischen
von phosphorhaltigem Roheisen dadurch erreicht werden kann, daß man den Sauerstoffstrahl auf
das Bad mit einer Energie auftreffen läßt, die zu gering ist, um die Schlackendecke zu durchstoßen. Die hierbei
zwischen dem Sauerstoffstrahl und der Schlacke eintretende Reaktion fördert vorwiegend die Entphosphorung.
Diese Arbeitsweise hat aber den Nachteil, daß die Dauer des Frischens wesentlich größer ist als
bei unmittelbarer Einwirkung des Sauerstoffstrahles auf die Eisenschmelze.
Es ist auch bei Versuchen im Kleinkonverter schon die Festellung gemacht worden, daß bei gleichbleibender
Blasgeschwindigkeit eine stärker werdende Vorverlegung der Entphosphorung vor die Entkohlung
eintrat, wenn die Blaslanze von der Badoberfläche gehoben wurde. Jedoch führte diese Feststellung nicht
zu dem Verfahren nach der Erfindung, sondern zu dem Vorschlag, mit mehreren Blaslanzen zu arbeiten, von
denen ein Teil auf Entkohlung und der andere Teil auf Entphosphorung eingestellt werden soll.
Die Erfindung bezweckt, ein Verfahren zum Frischen von Roheisen, insbesondere solchem mit hohem Phosphorgehalt,
z. B. von der Zusammensetzung des Thomaseisens im Konverter zu schaffen, bei dem unter
Anwendung eines Sauerstoffstrahles, der mit einem Verfahren zum Frischen von Roheisen,
insbesondere solchem mit hohem Phosphorgehalt
insbesondere solchem mit hohem Phosphorgehalt
Anmelder:
Beteiligungs- und Patentverwaltungsgesellschaft
mit beschränkter Haftung,
Essen, Altendorfer Str. 103
Als Erfinder benannt:
Dr.-Ing. Jürgen Maatsch, Essen-Haarzopf;
Dr. Erwin Plöckinger, Kapfenberg (Österreich);
Dr. Manfred Wahlster, Essen-Margarethehöhe;
Dipl.-Ing. Kurt Borowski, Essen
Dr.-Ing. Jürgen Maatsch, Essen-Haarzopf;
Dr. Erwin Plöckinger, Kapfenberg (Österreich);
Dr. Manfred Wahlster, Essen-Margarethehöhe;
Dipl.-Ing. Kurt Borowski, Essen
Druck von 4 bis 12 atü an der Düse auf das Bad geblasen wird und unter Beiseiteschieben der Schlacke
unmittelbar mit dem Metallbad reagiert, erreicht wird, daß die Entphosphorung vor der Entkohlung oder
gleichzeitig mit dieser erfolgt. Dieser Zweck wird nach der Erfindung dadurch erreicht, daß die Entfernung
der Sauerstoffdüse vom Bad mehr als das 60fache des Düsendurchmessers beträgt, wobei infolge der Länge
des Sauerstoffstrahles dieser so viel CO aus dem Konverterraum aufnimmt und zu CO2 oxydiert, daß er
beim Auftreffen auf das Bad mindestens 40 Gewichtsprozend CO2 enthält und eine Temperatur von mindestens
150O0C, z. B. 2000 bis 3000°C, aufweist.
Eingehende Untersuchungen haben nämlich überraschenderweise gezeigt, daß die thermodynamischen
Bedingungen für die Bevorzugung der Entphosphorungsreaktion bei gleichzeitiger langsamer Entkohlung
durch die Anwesenheit von genügend CO2 im Frischgas neben nur geringen Sauer stoff konzentrationen erreicht
werden können. Das CO2 reagiert, wenn das Frischgas mit einer Temperatur von mindestens 15000C, z. B.
etwa 2000 bis 3000° C, auf ein Metallbad mit hohem Kohlenstoff- und Phosphorgehalt einwirkt, bevorzugt
mit dem Phosphor unter Bildung von P2O5, das von der
Schlacke aufgenommen und in bekannter Art zu Kalziumphosphat abgebunden werden kann.
Der Sauerstoffgehalt der auf das Bad einwirkenden Frischgase soll nicht mehr als etwa 40 Gewichtsprozent,
vorzugsweise etwa 20 Gewichtsprozent, betragen. Außer aus CO2 und Sauerstoff besteht das Frischgas
im wesentlichen aus CO.
Infolge der hohen Zersetzungswärme des CO2 bei
der Abgabe des für die Oxydation des Phosphors und
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Kohlenstoffs notwendigen Sauerstoffs würde der Frischprozeß insgesamt gesehen endotherm sein, wenn nicht
der Sauerstoffgehalt des Frischgases im Reaktionsbereich bevorzugt mit dem Kohlenstoffgehalt des Bades
unter Wärmeabgabe reagieren würde, wobei infolge der CO-Entwicklung die Durchmischung des Bades
und die Reaktion gefördert wird. Der Gehalt des Frischgases an freiem Sauerstoff darf aber nicht so
hoch sein, daß die Entkohlung rascher als die zu bevorzugende Entphosphorung abläuft. Da die durch
Verbrennen von Kohlenstoff mit Sauerstoff des Frischgases zu gewinnende Wärmemenge demnach begrenzt
ist, ist es vorteilhaft, daß man weitere Wärme zur Aufrechterhaltung der Frischreaktion des CO2 durch
Vorwärmen des Frischgases infolge Verbrennung von aus dem Konverterraum stammendem CO zuführt.
Das hierbei zur Verbrennung gelangende CO hat bereits eine Temperatur von etwa 1200 bis 16000C, so
daß zur Wärmeerzeugung für die Umsetzung des CO2 mit Phosphor und Kohlenstoff verhältnismäßig wenig so
CO benötigt wird. Es ist unter diesen Bedingungen erfahrungsgemäß nicht notwendig, das gesamte CO
aus der Frischreaktion zu CO2 zu verbrennen.
Der Sauerstoffdruck soll so hoch sein, daß das auf das Bad auf treffende Frischgas die entstehende Schlacke
beiseite schieben kann, um direkt mit dem Metallbad zu reagieren. Hierzu ist ein Sauerstoffdruck von 4 bis
12 atü vor der Düse ausreichend.
Ausführungsbeispiel
In einen Konverter wurden 501 Roheisen eingefüllt, das eine Temperatur von etwa 12000C hatte und
etwa 3,6%C, 0,4% Si, 1 °/? Mn, 2% P, 0,04% S enthielt.
Zugeschlagen wurden insgesamt etwa 61 CaO und 1,71 Erzpellets, von denen 20% v°r Beginn des Verblasens
zugegeben wurden. Der Durchmesser der Sauerstoffdüse betrug 50 mm, der Düsenabstand von
der theoretischen Badoberfläche das 8Of ache des Düsendurchmessers und der Sauerstoffdruck 6,7 atü. Der
Sauerstoff hatte einen Reinheitsgrad von 99,6 Gewichtsprozent.
Kurze Zeit nach dem Beginn des Frischens durch Zuführen des Sauerstoffs stellte sich an der Reaktionsfläche zwischen dem Gasstrahl und dem Metallbad
eine Gaszusammensetzung von etwa 50 Gewichtsprozent CO2,20 Gewichtsprozent O2 und 30 GewichtsprozentCO
ein.Die Gastemperatur betrug etwa 2800° C.
Während des Frischens wurden im Laufe von 15 Minuten weitere 40% des insgesamt benötigten
Stückkalkes und weitere 60 % der Erzpellets zugegeben. Nach Ablauf der 15 Minuten betrug der Kohlenstoffgehalt
im Bad etwa 1%> der Phosphorgehalt etwa 0,17% und die Temperatur 158O0C. Die Sauerstoffzufuhr
wurde jetzt eingestellt und die etwa 20% PiO5
und 8% Eisen enthaltende Schlacke entfernt. Dann wurden die restlichen Mengen des Kalks und der Erzpellets
aufgegeben und die Sauerstoffzufuhr unter den angegebenen Bedingungen wieder aufgenommen.
Nach dem 5 Minuten dauernden Fertigfrischen betrug der Kohlenstoffgehalt des Bades 0,10 %>
der Phosphorgehalt 0,018%, der Mangangehalt 0,08% und der Schwefelgehalt 0,015%· Nach Abstellen der
Sauerstoffzufuhr wurde die Schmelze in üblicher Weise fertiggemacht.
Claims (3)
1. Verfahren zum Frischen von Roheisen, insbesondere
solchem mit hohem Phosphorgehalt, z. B. von der Zusammensetzung des Thomaseisens, im
Konverter durch einen mit einem Druck von 4 bis 12 atü an der Düse auf das Bad geblasenen Sauerstoffstrahl,
der unter Beiseiteschieben der Schlacke unmittelbar mit dem Metallbad reagiert, dadurch gekennzeichnet, daß die Entfernung
der Sauerstoffdüse vom Bad mehr als das 60fache des Düsendurchmessers beträgt, wobei
infolge der Länge des Sauerstoffstrahles dieser so viel CO aus dem Konverterraum aufnimmt und
zu CO2 oxydiert, daß er beim Auftreffen auf das Bad mindestens 40 Gewichtsprozent CO2 enthält
und eine Temperatur von mindestens 15000C, z. B.
etwa 2000 bis 30000C, aufweist.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der auf das Bad auftreffende Strahl
höchstens 40%, vorzugsweise etwa 20% Sauerstoffenthält.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Entfernung der Sauerstoffdüse
vom Bad das 80- bis lOOfache des Düsendurchmessers beträgt.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschriften Nr. 13 031, 105281,
040, 800 015;
deutsche Auslegeschrift Nr. 1 003 242;
belgische Patentschrift Nr. 515 691;
französische Patentschriften Nr. 676 821, 933 098, 077, 1 221 074, 1 133 958, 1 168 089;
»Stahl und Eisen«, 1959, S. 205 bis 210;
»Technische Mitteilungen Krupp«, Bd. 17 (1959), H. 6, S. 295 bis 305;
»Bergakademie«, 1960, S. 16 bis 22;
»Dubbefs Taschenbuch für den Maschinenbau«, 11. Auflage, 1956, Bd. I, S. 296/297.
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