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Vorrichtung zum Herstellen von Zigarrenwickeln Zusatz zur Anmeldung:
H 38055 11I/79 b -Auslegeschrift 1185 965 Die Patentanmeldung (deutsche Auslegeschrift
1185 965) betrifft ein Verfahren zum Herstellen von Zigarrenwickeln aus einem
fortlaufenden Zigarrenwickelstrang, von dem Strangteile abgeschnitten werden, wonach
aus den Enden der Strangteile in beim Entstauben von formgepreßten Wickeln bekannter
Weise Tabak entfernt wird und dann die Enden der Strangteile zu Zigarrenwickeln
mit eingezogenen Enden formgepreßt werden.
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Die Erfindung hat zur Aufgabe, eine Vorrichtung zum Ausüben dieses
Verfahrens zu schaffen. Bekannt ist eine Vorrichtung, mit der Tabak aus dem Mundende
von Zigaretten entfernt wird. Dabei wird aber der zu entfernende Tabak in seinem
ganzen Querschnitt herausgenommen, um in den dadurch entstehenden Hohlraum Filterpfropfen
einführen zu können. Auch sind Maschinen zum Ausbohren der Enden von Zigarren bekannt.
Dabei handelt es sich aber um einzelne fertige Zigarren, und das Ausbohren dient
lediglich zum besseren Lüften der Zigarren. Außerdem hinterläßt das Ausbohren einen
vergleichsweisen nur kleinen Hohlraum, der zum Formpressen von Zigarrenwickeln zwecks
Herstellens von Formatzigarren nicht geeignet ist.
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Dabei muß nämlich einerseits soviel Tabak entnommen werden, um ein
genügendes Verformen der Wickelenden durchführen zu können, zum anderen muß eine
genügend starke Ringzone verbleiben, um ein Verletzen des Umblattes zu verhindern.
Die Vorrichtung nach der Erfindung ist gekennzeichnet durch für das Ausbohren fertiger
Zigarren bekannte, mit den Aufnahmen für die Wickel fluchtende, koaxial zum Wickel
arbeitende Bohreinheiten, wobei die Aufnahmen in bei Filterzigaretten bekannter
Weise am Umfang von umlaufenden Förderern, etwa Muldentrommeln, angeordnet sind,
die zusammen mit den Wickeln triebstockartig zusammenarbeiten und einer dieser Muldentrommeln
eine oder mehrere Preßeinheiten für das Formpressen der Enden der Wickel zugeordnet
sind.
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Eine solche Vorrichtung hat den Vorzug, daß ihr die Zigarrenwickel
unmittelbar von einer Strangmaschine oder über ein Zwischenmagazin, gegebenenfalls
unter Zwischenschaltung einer Aufgabevorrichtung, zugeführt werden können.
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In weiterer Ausgestaltung der Vorrichtung ist vorgesehen, daß die
Bohr- und Preßeinheiten beidenends der ihnen zugehörigen Muldentrommeln (Bohr-bzw.
Preßtrommeln) angeordnet sind.
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Hierdurch wird erreicht, im Strangverfahren in großer Stückzahl hergestellte
Doppelwickel unmittelbar anschließend in einer Vorrichtung zu bearbeiten, um sogenannte
Rohlinge, die ihrer Form nach auf Zigarrenwickelmaschinen üblicher Bauart in Einzelherstellung
erzeugten Wickeln entsprechen, zu erhalten.
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Nach der Erfindung ist weiterhin vorgesehen, daß die Bohr- bzw. Preßeinheiten
in der den Mulden für die Wickel entsprechenden Zahl vorhanden sind und mit den
Trommeln umlaufen. Bei den Vorrichtungen der eingangs erwähnten Art ist es zwar
bekannt, Bohreinheiten in der den Mulden für die Wickel entsprechenden Anzahl vorzusehen,
nach der Erfindung sind aber außerdem noch Preßeinheiten von derselben Anzahl vorhanden,
und eine so ausgerüstete Vorrichtung hat den Vorteil, daß sie auch an Hochleistungs-Strangmaschinen
anschließbar ist. Die an ihrem Umfang mit Mulden ausgestattete rotierende Bohrtrommel
der Vorrichtung nimmt in ihren Mulden die von der Strangmaschine kommenden Doppelwickel
auf, deren beide Enden während des Transportes der Wickel nach einer Preßtrommel,
gegebenenfalls unter Zwischenschaltung einer übertragungstrommel, durch das Bohrwerkzeug
bearbeitet werden. Durch das kurzzeitige Aufeinanderfolgen des Bohr- und Preßvorgangs
wie überhaupt des schnellen Durchlaufs der Wickel durch die Vorrichtung ist es möglich
geworden, eine den Wickeln vorgegebene Kondition auszunutzen. Falls sich dabei herausstellt,
daß der Feuchtigkeitsgehalt der Wickel, insbesondere für das Kopfformpressen der
Enden,
nicht in der erforderlichen Höhe vorgegeben ist, kann durch
Feuchtvorrichtungen der gewünschte Zustand während des Wickeltransportes hergestellt
werden.
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Einer gedrungenen und übersichtlichen Bauweise wegen ist bei einer
bevorzugten Ausbildung der Erfindung vorgesehen, daß die Bohr- bzw. Preßtrommeln
zugleich Träger der Bohr- bzw. Preßeinheiten sind.
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An Bohreinheiten haben sich solche als besonders geeignet erwiesen,
bei denen in an sich bekannter Weise das Werkzeug der Bohreinheiten sowohl rotierend
antreibbar als auch zugleich in das Ende der Wickel gesteuert hinein- und herausbewegbar
ist, um auf diese Weise den für das Formpressen der Wickelenden notwendigen Hohlraum
möglichst schnell fertigzustellen.
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Damit die Wickel während des Bohrens ihrer Enden festgehalten werden,
ist in weiterer Ausgestaltung der Vorrichtung vorgesehen, daß jeder Bohreinheit
gesteuert bewegte Preßmuldenteile paarweise zugeordnet sind. In ähnlicher Weise
sind auch die Preßeinheiten ausgebildet. Die Werkzeuge einer Preßeinheit bestehen
aus einem Paar quer zur Wickelachse gesteuert gegeneinander bewegbaren Preßbacken
und einem radial zur Preßtrommel gesteuert bewegbaren und mit dem Preßbackenpaar
zusammenarbeitenden Kopfformpreßstempel. Durch das Zusammenwirken dieser Teile wird
das Formpressen der Wickelenden wesentlich erleichtert und ein Aufplatzen der Wickelenden
vermieden. Von Bedeutung ist dabei, daß, was nach der Erfindung ebenfalls vorgesehen
ist, die zur Erzielung einer formbeständigen Pressung der Wickelenden bestimmte
Umfangsstrecke der Preßtrommel ein Mehrfaches der zur Durchführung des Bohrvorgangs
mit der Bohrtrommel benötigten Umfangsstrecke ist. Durch dieses Merkmal und dadurch,
daß das Pressen sofort nach der Aufnahme des Wickels durch die Preßtrommel eingeleitet
werden kann, wird erreicht, daß eine relativ lange Strecke zur Verfügung steht,
während welcher das Fertigpressen der Wickelenden durchgeführt werden kann.
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Eine einfache und bezüglich der Bohr- und Preßeinheiten leicht zugängliche
Ausgestaltung der Erfindung, die allen Anforderungen gerecht wird, besteht darin,
daß die Bohr- und Preßtrommel mit gleichen Umfangsgeschwindigkeiten, bezogen auf
den Teilkreis ihrer Mulden, umlaufen und eine entsprechend schnell umlaufende Übergabetrommel
zwischen beide Trommeln geschaltet ist.
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In weiterer Ausgestaltung der Preßeinheiten ist nach der Erfindung
vorgesehen, daß jedem Kopfformpreßstempel eine im gleichen Bewegungsrhythmus und
-ausmaß gesteuert bewegbare Stützleiste zum Unterstützen des Wickels zugeordnet
ist. Dadurch wird erreicht, daß der Wickel auf einem Teil seiner Strecke zwischen
den beidseitigen Kopfformpreßstempeln beim Ausheben mit dem Kopfformpreßstempel
aus der und beim Wiedereinlegen in die Mulde der Preßtrommel unterstützt wird. Um
zu gewährleisten, daß für das Formpressen, insbesondere das Pressen der Kopfform,
die notwendige Kondition des Tabaks mit Sicherheit vorhanden ist, ist in weiterer
Ausgestaltung der Preßeinheiten vorgesehen, daß die Preßbacken und der Kopfformstempel
heizbar sind. Durch die Möglichkeit des Beheizens wird weiter der Vorteil erzielt,
daß mit Sicherheit eine bleibende, d. h. auf die Dauer haltbare Verformung der Wickelenden
geschaffen wird.
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Für den Ablauf des Formpressens ist es weiterhin von Bedeutung, daß
nach einem weiteren Merkmal der Erfindung die Preßbacken eines Paares mit einem
Teil ihrer Wirklänge ein Vorpreßgesenk und mit einem anschließenden Teil ein Fertigpreßgesenk
bilden und daß der zugehörige Kopfformpreßstempel nach seinem Verschieben zwischen
den beiden Preßbacken das Schließteil zur Komplettierung des Fertigpreßgesenkes
bildet.
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Hierdurch wird stufenweise, jedoch in rascher Folge ein Vorpressen
und Fertigpressen der Wickelenden erreicht, ohne daß wesentliche Materialverluste
auftreten. Dabei ist von Vorteil, das gemäß einer weiteren Ausbildung der Erfindung
an den Seiten der Preßtrommel an sich bekannte, die Wickelenden vor der Pressung
feuchtende Mittel vorgesehen sind. Weiterhin sind zweckmäßig an den Seiten der Preßtrommel
Sehneidmittel, etwa übliche rotierende Kreismesser, derart angeordnet, daß sie,
während die Wickelenden noch zwischen den Preßwerkzeugen gepreßt gehalten sind,
Materialauswüchse unmittelbar am geformten Kopfende abtrennen.
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Um im Bereich der Bohr- und Preßtrommel anfallende Tabakabfälle aufnehmen
und abführen zu können, sind vorteilhaft die den Bereich der Bohr-und Preßtrommel
umschließenden Gehäuseteile an eine pneumatische Leitung angeschlossen.
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In weiterer Ausgestaltung der Vorrichtung ist schließlich vorgesehen,
daß die Bohr- und Preßtrommel aus an ihrem Umfang mit Mulden versehenen scheibenförmigen
Drehkörpern bestehen, deren Abstand unter Beibehalten der Abstände der Bohr-bzw.
Preßeinheiten von ihren zugehörigen Drehkörpern voneinander veränderbar ist. Dadurch
wird erreicht, daß je nach Abstand der beiden Drehkörper Wickel verschiedener Länge
in ein und derselben Vorrichtung gefahren werden können.
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Um auch Wickel abweichenden Formats mit derselben Vorrichtung bearbeiten
zu können, sind alle formatbedingten Teile der Vorrichtung auswechselbar angeordnet.
Bei einer abgewandelten Ausführung der beschriebenen Vorrichtung, die für kleinere
Leistungen verwendbar ist, rotieren die Bohr- und Preßtrommeln intermittierend,
wobei die Bohrtrommel während ihrer Stillstandzeit mit je Seite nur einer, und zwar
ortsfesten Bohreinheit zusammenarbeitet, die im wesentlichen den gleichen Aufbau
aufweist wie die Bohrvorrichtungen bei der beschriebenen Vorrichtung. Die nachgeschaltete
Preßtrommel kann weniger Mulden mit ihnen zugeordneten Preßeinheiten aufweisen als
die stetig rotierende Preßtrommel bei der beschriebenen Maschine. Die erforderliche
Preßzeit kann durch den intermittierenden Lauf der Preßtrommel geregelt werden.
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Die Zeichnung zeigt als Beispiel eine Vorrichtung nach der Erfindung
zum kontinuierlichen Bearbeiten einer Folge von Zigarrenwickeln, die als Doppelwickel
durch die Vorrichtung gefördert werden. Es zeigt F i g. 1 eine schematische Darstellung
des Aufbaues der Vorrichtung mit ihren wesentlichen Baugruppen, unter anderem Bohr-
und Preßtrommel, als Träger für die Wickel und zugleich für Bohr-bzw. Preßeinheiten,
F i g. 2 eine ' schematische Darstellung des Aufbaues der Bohr- und Preßtrommel
und der Antriebsteile
für die Betätigung der Bohr- und Preßwerkzeuge
sowie von Spann- und Stützwerkzeugen für die Wickel, F i g. 3 einen Querschnitt
durch eine einem Wickelende zugeordnete Bohreinheit nach der Linie 1-I in F i g.
1 in vergrößertem Maßstab, F i g. 4 einen Querschnitt durch eine einem Wickelende
zugeordnete Preßeinheit nach der Linie II-II in F i g. 1, ebenfalls in vergrößertem
Maßstab, F i g. 5 eine Ansicht der Werkzeuge der Preßeinheit in Richtung des Pfeiles
A in F i g. 4.
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Die F i g. 6 bis 9 zeigen schematische Darstellungen der Arbeitsstufen
bzw. -stellungen der je Preßeinheit aus zwei Preßbacken und einem Kopfformpreßstempel
bestehenden Preßwerkzeuge, und zwar zeigt im einzelnen F i g. 6 die Preßwerkzeuge
in ihrer geöffneten Ruhestellung und das Ende eines in seiner Mulde bereitliegenden
Wickels, F i g. 7 die Preßbacken geschlossen in ihrer Arbeitsstellung, den Kopfformpreßstempel
in seiner Ruhestellung und das vorgeformte Wickelende, F i g. 8 die Preßbacken in
ihrer Arbeitsstellung gemäß F i g. 7, den Kopfformpreßstempel in seiner Arbeitsstellung
und das von den Preßwerkzeugen umfaßte, fertiggeformte Wickelende und F i g. 9 die
Preßbacken wieder geöffnet in ihrer Ruhestellung und den Kopfformpreßstempeln in
seiner Arbeitsstellung gemäß F i g. 8 mit dem noch auf ihm ruhenden Wickel.
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Die F i g. 6 a bis 9 a zeigen Querschnitte aus den Darstellungen der
F i g. 6 bis 9, wobei in F i g. 8 a ein Teil eines Kreismessers zum Abtrennen von
Materialauswüchsen angedeutet ist.
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Die Vorrichtung nach der Erfindung besteht im wesentlichen aus einem
Zwischenmagazin 3, einer darunter angeordneten, an ihrem Umfang mit Mulden 1 versehenen
Trommel 2, der beidenends mit den Mulden 1 fluchtende Bohreinheiten zugeordnet sind,
von denen in F i g. 2 einenends die Bohreinheiten 5 erkennbar sind. Die Muldentrommel
2 wird nachfolgend mit Bohrtrommel bezeichnet. Sie arbeitet mit einer an ihrem Umfang
mit Mulden 8 versehenen übergabetrommel 9 zusammen, die ihrerseits mit einer mit
Mulden 10 versehenen Trommel 11 zusammenarbeitet. Der Trommel 11 sind gemäß F i
g. 2 beidenends Preßeinheiten 12 zugeordnet, die mit den Mulden 10 fluchten. Die
Trommel 11 wird im nachfolgenden mit Preßtrommel bezeichnet. Eine Zwischentrommel
16 dient zum übergeben der fertigen Wickel an einen Förderer 17, auf dem die Wickel
ihrem Bestimmungsort zugeführt werden. Sowohl die Bohrtrommel 2 als auch die Preßtrommel
11 sind von Gehäusen 18 bzw. 19 umgeben, die über Leitungen 20, 21 an eine nicht
dargestellte Saugluftquelle angeschlossen sind.
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Da die allen Mulden 1 der Bohrtrommel 2 zugehörigen Bohreinheiten
5 und die allen Mulden 10 der Preßtrommel 11 zugehörigen Preßeinheiten 12 jeweils
gleichartig ausgebildet sind, behandelt die nachfolgende Beschreibung lediglich
eine Einheit von jeder Sorte.
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Eine der Bohreinheiten 5 für die Bohrtrommel 2 ist in F i g. 3 gezeigt.
Die Bohrtrommel 2 ist auf einer in Flanschlagerbuchsen 23 gelagerten Triebwelle
22 gelagert und besteht aus zwei Nabenkörpern 24, von denen der eine in F i g. 3
rechts liegende Nabenkörper gezeigt ist. Jeder Nabenkörper 24 hat, den Enden der
Bohrtrommel 2 zugekehrt, die Form eines topfartigen Gehäuses 25, das an seinem äußeren
Umfang zwei Flansche 26, 27 aufweist. Den Trommelenden abgekehrt weist jeder Nabenkörper
24 eine an ihrem Umfang mit den Mulden 1 versehene Scheibe 28 auf.
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Auf jeder Flanschlagerbuchse 23 ist eine Topfscheibe 29 befestigt,
auf deren äußerem Umfang eine geschlossene, endlose- Führungskurve 31 eingearbeitet
ist, die über eine Rolle 32 eine Hin- und Herbewegung einer Bohrspindel 6 bewirkt.
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Am Boden 33 der Topfscheibe 29 ist ein Flansch 34 befestigt, in dessen
Stirnfläche ebenfalls eine geschlossene, endlose Führungskurve 35 eingearbeitet
ist, die über eine Rolle 36 eine öffnungs- und Schließbewegung zweier Preßmuldenteile
7 bewirkt, die mit den Mulden 1 der Scheibe 28 fluchten und der Aufnahme der Enden
der Wickel 4 dienen.
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Auf der Bohrspindel 6 ist ein Ritzel 37 befestigt, das mit einem Zahnrad
38 im Eingriff steht, dessen Nabe 39 um die Flanschlagerbuchse 23 drehbar ist. Diese
Nabe 39 weist einen Flansch auf, der als Zahnrad 40 ausgebildet ist und mit einem
Zahnrad 41 kämmt. Die Drehbewegung der Bohrspindel 6 wird durch den Umlauf des Ritzels
37 um das Zahnrad 38 erzeugt, wobei diesem über das Zahnrad 40 eine durch
das vom nicht dargestellten Maschinengetriebe gegebenenfalls veränderbar angetriebene
Zahnrad 41 vermittelte Eigendrehung vorgegeben ist.
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Die Bohrspindel 6 ist drehbar in einer in den Flanschen 26, 27 des
topfartigen Gehäuses 25 axial gleitbaren Lagerhülse 42 gelagert, an der ein Mitnehmer
43 befestigt ist, auf dessen zapfenartigem Fortsatz 44 die bereits erwähnte Rolle
32 gelagert ist. Eine gleichfalls auf dem Fortsatz 44 angeordnete Rolle 45
läuft in einem in den Mantel des Nabenkörpers 24 eingearbeiteten, parallel zur Triebwelle
22 liegenden Langloch 46 und verhindert somit ein Verdrehen der Lagerhülse 42 um
ihre Achse. Am dem Wickel zugekehrten Ende weist die Bohrspindel 6 eine Aufnahme
47 für einen Bohrer 48 auf, der mittels Schraube 49 festspannbar ist.
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Die Paßmuldenteile 7 sind auf einem im Boden 50 des Nabenkörpers 24
befestigten Bolzen 51 drehbar gelagert. Abgewinkelte Arme 52 der Paßmuldenteile
7 sind über verstellbare Gestänge 53 mit auf einem Gelenkzapfen 54 drehbar gelagerten
Naben 55 verbunden. Am einen Ende des Gelenkzapfens 54 ist die bereits erwähnte
Rolle 36 gelagert. Eine gleichfalls auf diesem Gelenkzapfen 54 angeordnete Rolle
56 läuft in einem in den Boden 50 des Nabenkörpers 24 eingearbeiteten, radial zur
Triebwelle 22 verlaufenden Langloch 57 und verhindert somit ein Verkanten des Gelenkzapfens
54.
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Alle Hin- und Herbewegungen der Bohrspindel 6 sowie das Schließen
und öffnen der Paßmuldenteile 7 sind durch die vorgegebene Form der zugehörigen
Führungskurven 31 bzw. 35 aufeinander abgestimmt. Die Drehzahl des Bohrers 48 ist
dabei konstant. Sie läßt sich jedoch bei verändertem Durchmesser des Bohrers 48
diesem anpassen.
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Um die Arbeitsbreite der Bohrtrommel 2 bei veränderter Wickellänge
auch verändern zu können, sind der Nabenkörper 24 und die Flanschlagerbuchse 23
axial verstellbar ausgebildet.
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F i g. 4 zeigt den Aufbau einer der Preßeinheiten 12 für die Preßtrommel
11. Diese besteht aus zwei
Trägerscheiben, von denen die in F i
g. 4 sichtbare Scheibe mit 60 bezeichnet ist. Die Mulden 10 (F i g. 1) sind am Umfang
eines Ringes 61 angeordnet, der seinerseits am Umfang der Trägerscheibe
60
befestigt ist. Jede Trägerscheibe ist auf einer mittels verstellbarer Flanschlager
L (F i g. 2) im Maschinengestell M drehbar gelagerten Welle 58 mittels Naben 59
befestigt. In F i g. 4 ist nur ein Teil einer solchen Trägerscheibe 60 dargestellt,
der jedoch sämtliche Einzelheiten einer Preßeinheit 12 im wesentlichen erkennen
läßt-Ein in der Trägerscheibe 60 befestigter Lagerbolzen 62 (s. auch F i g. 5) dient
zur drehbaren Lagerung von Doppelhebeln 63, 64, an deren einen Enden Preßbacken
13 montiert sind und an deren anderen Enden verstellbare Stangen 65, 66 angelenkt
sind, die auf einer gemeinsämen Achse 67 drehbar gelagert sind. Diese Achse 67 wird
mit einer in einer geschlossenen, endlosen Führungskurve 68 laufenden Rolle 69 auf
einer die Wickelachse schneidenden Trommelradiuslinie hin- und herbewegt, wobei
eine zweite, in einer radial in der Trägerscheite '60 vorgesehenen Nut 70 laufende
Rolle 71 die Achse 67 führt.
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Ein an der Trägerscheibe 60 befestigter U-förmiger Lagerbock
72 liegt mit seinen Schenkeln 73, 74 zwischen den Doppelhebeln 63, 64. In diesen
Schenkeln 73, 74 sind zwei an einem gemeinsamen Querhaupt 75 befestigte Stangen
76, 77 gleitbar gelagert. An ihren äußeren Enden sind beide Stangen 76, 77 nzit
einer Leiste 78 verbunden, an der ein Kopfformpreßstempel 14' befestigt ist,
der sich zusammen mit dea. Preßbacken@ 13 in der in F i g. 5 dargestellten
Lage in einer Stellung befindet, bei der die Pressung des Wickels erfolgt ist und
ein in F i g. 4 zum Teil gezeigtes Kreismesser 79 Materialauswüchse 80 abtrennt.
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Das Querhaupt 75 wird mit einer in einer geschlossenen, endlosen
Führungskurve 81 laufenden Rolle 82 auf der gleichen, beim Antrieb der Doppelhebel
63, 64 für die Preßbacken 13 erwähnten Trommelradiuslinie hin- und herbewegt. Außerdem
ist an dem Querhaupt 75 eine Lasche 83 befestigt, deren Ansätze 84, 85 (s.
auch F i g. 5) die Preßbacken 13,
wenn sie ihre geschlossene Stellung erreicht
haben,. teilweise umfassen. Sie können aber auch deren endgültige Schließung unterstützen.
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Auf der der Preßeinheit 12 abgekehrten Seite der Trägerscheibe
:60 sind winkelartige Lagerböcke 86, 87 an dieser befestigt, in deren Schenkeln
88, 89 zwei an einem gemeinsamen Querhaupt 90 befestigte Stangen 91,92 gleitbar
gelagert sind. Ihre Achsen sind Radiuslinien, die zu den vorerwähnten gleichgerichtet
sind: An ihrem äußeren Ende sind beide Stangen 91, 92 mit einer Leiste
93 verbunden, an der eine Stützleiste 15 zum Abstützen des Wickels
4
befestigt ist. Ein Teil 95 erstreckt sich bis in die Mulde
10 des Ringes 61.
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Das Querhaupt 90 wird mit einer in einer geschlossenen endlosen
Führungskurve 96 laufenden Rolle 97 auf der zugehörigen Radiuslinie hin- und herbewegt.
Alle Bewegungen der Preßbacken 13, des Kopfformpreßstempels 14 und der Stützleiste
15 sind durch die vorgegebene Form der zugehörigen Führungskurven 68, 81 und 96
aufeinander abge- i stimmt. Die Führungskurve 68 ist in eine Stirnfläche
98 eines an einer mittels der verstellbaren Flanschlager L (F i g. 2) im
Maschinengestell M gelagerten Scheibe 99 befestigten Ringes 100 eingearbeitet. Die
Führungskurve 96 ist in einen ebenfalls an dieser Scheibe 99 befestigten Ring 101
und die Führungskurve 81 direkt in eine Stirnfläche der Scheibe 99 eingearbeitet.
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Um die Arbeitsbreite der Preßtrommel 11 einer veränderten Wickellänge
anpassen zu können, sind die Naben 59 und die Flanschlager L entsprechend axial
verstellbar ausgebildet.
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Aus F i g. 5 ist im wesentlichen ersichtlich, daß sämtliche Preßwerkzeuge
einer Preßeinheit 12, nämlich die Preßbacken 13 und der Kopfformpreßstempel 14,
symmetrisch zu einer die Wickelachse scheidenden Preßtrommelradiuslinie angeordnet
sind.
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Die F i g. 6 bis 9 bzw. 6 a bis 9 a zeigen sowohl die Stellungen der
Preßbacken 13, des Kopfformpreßstempels 14 als auch der Stützleiste 15 während der
einzelnen Arbeitsstufen als auch die Verformung eines Wickelendes und schließlich
einen Teil eines Kreismessers 79 kurz vor dem Abtrennen der Materialauswüchse
80 (F i g. 8 a). F i g. 7 und 7 a lassen erkennen, daß Teile 102 der Wirklänge
der Preßbacken 13 das Ende des noch in seiner Mulde ruhenden Wickels 4 vorpressen.
Arbeitsweise Der Einfachheit wegen wird der Durchlauf nur eines Wickels durch die
Vorrichtung beschrieben und aus dem gleichen Grunde auch gelegentlich nur die Bearbeitung
eines Wickelendes behandelt. In dem Zwischenmagazin 3 befinden sich etwa Zweifachwickel
4, mit denen die Mulden 1 der ständig rotierenden Bohrtrommel 2 beschickt und die
an ihren Enden von den Paßmuldenteilen 7 (F i g. 2 und 3) umfaßt werden. Auf einer
Strecke ihres Weges zur Übergabetrommel 9 (F i g. 1) werden die Wickelenden durch
die Bohrer 48 (F i g. 3) ausgebohrt und dann von den Paßmuldenteilen 7 wieder freigegeben.
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Die Übergabetrommel 9 (F i g. 1) legt sodann den Wickel in eine der
Mulden 10 der ebenfalls ständig rotierenden Preßtrommel 11, und die Preßbacken 13
(F i g. 6, 6 a, 7 und 7 a) pressen mit den ein Vorpreßgesenk bildenden Teilen 102
die Enden des noch in seiner Mulde 10 ruhenden Wickels 4 vor. Kurz danach werden
der Kopfformpreßstempel 14 (F i g. 8 und 8 a) und gleichzeitig die Stützleiste 1.5
radial zur Preßtrommel 11 derart verlagert, daß der Kopfformpreßstempel 14 das zwischen
den Teilen 102 eingespannte Wickelende angreift und in das von beiden Preßbacken
13 gemeinsam gebildete Fertigpreßgesenk preßt, wobei er selbst das Schließteil zur
Komplettierung des Fertigpreßgesenkes bildet, und zusammen mit der Stützleiste 15
den seine Mulde 10 verlassenden Wickel unterstützt.
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Während des größten Teiles der Wegstrecke von der Übergabetrommel
9 bis zur Zwischentrommel 16 bleiben die Enden des Wickels von den Preßwerkzeugen
13, 14 umfaßt. Kurz vor dem öffnen der Preßbacken 13 werden Kreismesser 79 (F i
g. 8 a) wirksam, die Materialauswüchse 80 unmittelbar am geformten Kopfende abtrennen.
Sind die Preßbacken 13 geöffnet (F i g. 9), so befinden sich die Enden des Wickels
noch auf dem Kopfformpreßstempel 14, der anschließend gleichzeitig mit der Stützleiste
15 in die Ausgangsstellung zurückgeführt wird und dabei den Wickel wieder in seine
Mulde 10 zurücklegt, was kurz vor Erreichen der Zwischentrommel
16
(F i g. 1), die den Wickel an einen Weiterförderer 17 abliefert, beendet ist.