-
Verfahren zur Rückgewinnung von Aluminium aus Aluminiumschlacken Die
Erfindung betrifft die Rückgewinnung von freiem Aluminium, das in den Schlacken
oder Schaum, die aus Schmelzen von Aluminium und Aluminiumlegierungen erhalten werden,
eingeschlossen ist.
-
Beim Schmelzen von Aluminium, wie Umschmelzen oder Raffinieren von
Aluminium-Masseln, sammeln sich auf der Oberfläche des geschmolzenen Metalls Oxyde,
Nitride und andere nichtmetallische Verunreinigungen an. Vor dem Abstechen des geschmolzenen
Metalls werden diese nichtmetallischen Substanzen von der Oberfläche des Schmelzes
entfernt oder abgetraßt. Es ist unvermeidlich, daß dabei wesentliche Mengen Aluminium
von den nichtmetallischen Bestandteilen eingeschlossen und mit diesen entfernt werden.
Diese Mischung von nichtmetallischen Bestandteilen und freiem Aluminium wird als
Aluminiumschlacke oder -schaum bezeichnet. Zur Vereinfachung wird diese Mischung
aus nichtmetallischen Bestandteilen und freiem Aluminium im folgenden, d. h. in
der Beschreibung und den angefügten Ansprüchen, als »Schlacke« bezeichnet.
-
Die aus Aluminiumschmelzen stammende Schlacke enthält unvermeidlich
eine wesentliche Menge freien Aluminiums, und zwar als Ergebnis des üblichen Rührens
der Schmelze und des Abziehens des schwimmenden Materials. Während des Abziehens,
Abschäumens und Entfernens der Schlacke von der Oberseite der Metallschmelze wird
die Schlacke in eine pastenförmige, schlammige Masse zusammengepreßt. Wenn diese
Schlackenmassen vom Ofen entfernt werden, haben sie die Form von kleinen Klumpen
in der Größe von Walnüssen bis zu großen Klumpen in der Größe einer Wassermelone.
Die Menge des freien Aluminiums in der Schlacke kann zwischen 30 und 90 °/o des
Gesamtgewichtes der Schlacke schwanken und ist abhängig von einer Anzahl von Faktoren,
wie Zusammensetzung des zu schmelzenden Aluminiums, des folgenden Schmelzverfahrens
und der Sorgfalt, mit der die Schlacke abgeschäumt oder von der Schmelze abgezogen
wird. Wenn ein Ansatz von heißer Schlacke, der von einer Schmelze entfernt wurde,
stehengelassen wird, sammelt sich etwas freies Aluminium am Boden der Masse, aber
der größere Teil des freien Aluminiums bleibt gut mit den nichtmetallischen Bestandteilen
in Form von Kügelchen oder kleinen Teilchen gemischt und trennt sich von den nichtmetallischen
Bestandteilen nicht leicht ab. Wenn die heiße Schlacke der Atmosphäre ausgesetzt
wird, kann sie auch beginnen, mit der Luft zu reagieren, wenn diese Reaktion nicht
schon im Ofen eingesetzt hat; und wenn diese Reaktion nicht unterbrochen wird, geht
ein großer Teil des verfügbaren Aluminiums verloren. Die Abtrennung des freien Aluminiums
von dem nichtmetallischen Teil der Schlacke ist ein schwieriges Problem.
-
Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren wird die Aluminiumschlacke in
einen Drehofen gebracht. Dann wird eine vorbestimmte Menge eines Flußmittelsalzes
in fester Form, vorzugsweise gekörnt, das eine Mischung aus Natriumchlorid, Kaliumchlorid
und einer Fluorid enthaltenden Verbindung ist, oben auf die Schlacke in den Drehofen
gebracht. Der Ofen wird dann mit einer geeigneten Geschwindigkeit so gedreht, daß
ein heftiges Umwälzen oder eine Kaskadenwirkung der Mischung aus Schlacke und festem
Flußmittelsalz erreicht wird, um die großen Klumpen der Schlacke zu zerbrechen.
Dann wird die Mischung aus Schlacke und Flußmittelsalz erwärmt, z. B. mit einem
geeigneten Brenner, um das Flußmittel zu verflüssigen. Mit der Wärmezufuhr von außen
kann zu jeder Zeit während der Drehung, um die Wälz- oder Kaskadenwirkung zu ergeben,
begonnen werden; es ist jedoch vorzuziehen, mit der Erwärmung zu Beginn der Wälzwirkung
anzufangen, d. h., der Brenner wird in den Drehofen gebracht, nachdem dieser mit
dem Flußmittel gefüllt wurde. Nachdem das Flußmittel flüssig ist, wird die Mischung
nur einer leichten Rollwirkung ausgesetzt, um eine möglichst große Gelegenheit für
die Abtrennung von Metalltröpfchen von der Schlacke zu schaffen und zu ermöglichen,
daß die Metalltröpfchen sich
zu einem Tümpel flüssigen Metalls sammeln.
Das flüssige Flußmittel, welches sehr innig mit den Schlackenteilchen gemischt ist,
benetzt die Oxyde, Nitride und die nichtmetallischen Verunreinigungen selektiv und
verbessert dadurch die Abtrennung des Metalls von der Schlacke. Nachdem der Ofen
gedreht und das Material eine geeignete Zeit erhitzt wurde, wird das geschmolzene
Metall aus dem Ofen abgelassen, und dann werden die Schlacke und der Flußmittelrückstand
ausgekippt. Es wurde gefunden, daß die erforderliche Menge des Flußmittelsalzes
in einem Verhältnis von Flußmittelsalz zu nichtmetallischen Bestandteilen in der
Aluminiumschlacke im Bereich von 1:1 bis 3:1, bezogen auf das Gewicht, ist. Das
Gewichtsverhältnis von Schlacke zum Gewicht des Flußmittelsalzes kann von 1:1 bis
3:1 variieren, wobei ungefähr 2:1 zu bevorzugen ist.
-
Bei der Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist ein wesentlicher
Betrag von innigem Umwälzen des Flußmittelsalzes und der Aluminiumschlacke notwendig.
Während das Flußmittelsalz fest ist, ist ein heftiges Umwälzen oder Kaskadieren
der Mischung notwendig, um große Schlackenklumpen aufzubrechen. Wenn nach dem Schmelzen
des Flußmittelsalzes kein heftiges Umwälzen stattfindet, so wird keine richtige
Berührung zwischen dem Flußmittelsalz und der Aluminiumschlacke erhalten, und dadurch
wird ungenügendes Ansammeln der Teilchen des geschmolzenen Metalls, das von der
Aluminiumschlacke eingeschlossen ist, erhalten. Dementsprechend werden durch die
Behandlung des Materials in einem Drehofen und durch das Drehen des Ofens mit einer
geeigneten Geschwindigkeit, d. h. mit einer Geschwindigkeit, bei welcher eine Kaskadenwirkung
der Mischung aus Schlacke und festem Flußmittel erhalten wird, große Klumpen der
Schlacke zu Anfang zerbrochen, und dann werden die Schlacke und das Flußmittelsalz
beim Schmelzen sehr innig vermischt. Die Geschwindigkeit des Drehofens soll unter
der Geschwindigkeit liegen, bei der das Material im Ofen zentrifugiert, d. h. das
Material in einem vollkommenen Kreis geführt wird. Zur Erläuterung sei ausgeführt,
daß ein Ofen mit einem Innendurchmesser von 1,20 m, der reit einer Geschwindigkeit
von 20 U/min gedreht wird, die heftige Wälz- und Kaskadenwirkung ergibt, die notwendig
ist, um große Schlackenklumpen zu zerbrechen. Die Verwendung eines Drehofens hat
gegenüber einem stationären Ofen den weiteren Vorteil, daß übermäßiges Erhitzen
der feuerfesten Auskleidung des Ofens durch das geschmolzene Metall, Salz usw.,
wodurch die Wände des Ofens ausgewaschen werden, im wesentlichen verringert oder
verhindert wird.
-
Die Temperatur der Mischung aus Aluminiumschlacke und Flußsalzmischung
soll nicht über 816°C steigen, und niedrigere Temperaturen werden bevorzugt. Bei
höheren Temperaturen ist es außerordentlich schwierig, das geschmolzene Metall von
der Aluminiumschlacke und dem Flußmittel abzutrennen. Außerdem werden unerwünschte
Dämpfe erzeugt und das Ofenfutter angegriffen. Wie jedoch schon oben festgestellt,
muß die Ofentemperatur wesentlich über dem Schmelzpunkt des Flußmittels und des
Aluminiums liegen, um genügende Fließfähigkeit zu erhalten. Ein hoher Grad von Fließfähigkeit
des Flußmittels ist notwendig, um eine gute Berührung zwischen dem Flußmittel und
der Aluminiumschlacke zu erhalten. Zusätzlich bedeckt das flüssige Flußmittel die
Aluminiumschlacke und verhindert Verluste an Aluminium durch Oxydation und Verbrennen.
-
Damit es möglich ist, in dem Ofen Temperaturen zu verwenden, die unter
816°C liegen, ist ein verhältnismäßig niedrigschmelzendes Flußmittelsalz wichtig.
Durch die Anwendung einer Mischung aus Natriumchlorid und Kaliumchlorid wird ein
niedrigerer Schmelzpunkt als der des Natriumchlorids allein erhalten. Eine eutektische
Mischung, die 44 Gewichtsprozent Natriumchlorid und 56 Gewichtsprozent Kaliumchlorid
enthält, hat einen Schmelzpunkt von ungefähr 660°C. Wenn eine Flußsalzmischung,
die diese eutektische Mischung enthält, in einem Ofen angewendet wird, so ist es
möglich, eine Temperatur von nur 732°C zu verwenden. So kann in diesem Fall die
Temperatur der Mischung aus Aluminiumschlacke und Flußmittelsalz im Bereich von
732 bis 816°C liegen. Der bevorzugte Temperaturbereich ist jedoch 760 bis 788°C.
-
Mischungen aus Natriumchlorid und Kaliumchlorid haben den gewünschten
niedrigen Schmelzpunkt für die Behandlung von Aluminiumschlacke; Mischungen dagegen,
die diese Bestandteile allein enthalten, greifen jedoch die schützenden Oxydüberzüge
auf den kleinen Metalltröpfchen, die im allgemeinen in der Aluminiumschlacke enthalten
sind, nicht an. Dadurch, daß eine kleine, aber wirksame Menge eines Fluoridbestandteils
in dem erfindungsgemäßen Flußmittelsalz angewendet wird, wird ein Flußmittel erhalten,
welches den Oxydüberzug von den kleinen Tröpfchen entfernt, wobei das diese bildende
geschmolzene Metall gewonnen wird. Einer der besten Fluoridbestandteile, welcher
für diesen Zweck angewendet werden kann, ist Kryolith, und es wurde gefunden, daß
eine sehr kleine Menge von Kryolith, z. B. 2,5 bis 5°/0, bezogen auf das Gesamtgewicht
des Flußmittels, wirksam ist. Dementsprechend enthält das für die erfindungsgemäße
Verwendung bevorzugte Flußmittel im wesentlichen Natriumchlorid, Kaliumchlorid und
eine kleine, aber wirksame Menge eines Fluoridbestandteiles. Obwohl Kryolith besonders
bevorzugt wird, können auch andere Fluoridbestandteile, wie Aluminiumfluorid und
Natriumfluorid, angewendet werden. Obwohl eine große Menge des Fluoridbestandteiles
verwendet werden kann, wird die geringste Menge des Fluorides, welche den Zweck
erfüllt, die Oxydüberzüge auf den kleinen Metalltröpfchen anzugreifen, bevorzugt,
da diese Fluoridbestandteile im allgemeinen recht teuer sind.
-
Der Ausdruck »besteht im wesentlichen«, wie er in der vorliegenden
Beschreibung verwendet wird, soll bezeichnen, daß die Flußmittelmischung, auf die
oben Bezug genommen wird, keine anderen Substanzen in Mengen enthält, die wesentlichen
Einfluß auf die erwünschten Eigenschaften des Flußmittels haben, obwohl andere Substanzen
in kleineren Mengen vorhanden sein können, welche die erwünschten Eigenschaften
im wesentlichen nicht beeinflussen.
-
Obwohl die günstigste Flußmittelzusammensetzung zusätzlich zu den
Fluoridbestandteilen die eutektische Mischung aus Natriumchlorid und Kaliumchlorid,
die bei 660°C schmilzt, enthält, können auch befriedigende Ergebnisse mit einer
Mischung erhalten werden, die einen Schmelzpunkt bis 704°C hat. Schmelzpunkte von
704°C oder weniger können erhalten werden mit einer Natriumchlorid-Kaliumchlorid-Mischung,
die 15 bis 65 Gewichtsprozent Natriumchlorid und 35
bis 85 Gewichtsprozent
Kaliumchlorid enthält, wobei die Summe der Prozente des Natriumchlorides in allen
Fällen gleich 100 ist. Obwohl es vorzuziehen ist, den Schmelzpunkt unterhalb 704°C
zu halten, kann eine Mischung, die nicht höher als bei 749°C schmilzt, befriedigend
sein, um grundlegende Verbesserungen in dem erhaltenen Aluminium zu erhalten. Diese
höherschmelzenden Substanzen sind nur dann brauchbar, wenn die höheren Schmelzpunkte
sich aus der Verwendung von mehr als 65 % Natriumchlorid ergeben. Dies ergibt
sich aus der Tatsache, daß in vielen Fällen die schlechtere Qualität des Aluminiums
und der schlechtere Grad der Rückgewinnung, der mit diesem höherschmelzenden Material
erhalten wird, durch die Tatsache wieder wettgemacht wird, daß Natriumchlorid wesentlich
billiger ist als Kaliumchlorid. Mischungen von Natriumchlorid und Kaliumchlorid,
die 15 bis 75 % Natriumchlorid und 25 bis 85 % Kaliumchlorid enthalten,
können daher verwendet werden.
-
Um die Temperatur in einem Ofen innerhalb der oben angegebenen Grenzen
zu kontrollieren, wurde es am geeignetsten gefunden, das Material mittels eines
geeigneten Brenners, wie eines Öl- oder Gasbrenners, zu erhitzen, welcher die Flamme
direkt in den Ofen richtet. Dadurch wird die Wärme direkt auf die Mischung aus Salz
und Aluminiumschlacke gebracht und so eine genaue Kontrolle der Temperatur ermöglicht.
Außerdem wird kein Aluminium verbraucht, um die für das Verfahren notwendige Wärme
zu schaffen.
-
In dem erfindungsgemäßen Verfahren wird erstmalig Aluminiumschlacke
in Form großer Klumpen mit festem Flußmittel umgewälzt, während in den bisher bekannten
Verfahren von dem Einschmelzen unter einer Salzdecke oder vom Einbringen in eine
Salzschmelze die Rede ist.
-
In der schweizerischen Patentschrift 237 042 ist ein Verfahren beschrieben,
bei dem man das Schmelzgut unter eine Salzdecke einträgt bzw. in ein aus geschmolzenem
Salz bestehendes Bad einrührt (S. 1, Zeilen 5 und 6).
-
Nach der deutschen Patentschrift 887 270 wird der metallreichere Anteil
einer durch Mahlen zerkleinerten, erkalteten Krätze unter einer Salzdecke eingeschmolzen
(S.1, Zeilen 9 und 10). Im Anspruch 1 wird angegeben, daß die Krätze in noch heißem
Zustand in eine flüssige Salzschmelze eingetragen wird.
-
Im Anspruch 1 der deutschen Patentschrift 1115466 heißt es, daß die
Wiedergewinnung von Aluminium aus Aluminiumabfällen unter einer mindestens 700°C
heißen Salzschmelze erschmolzen wird.
-
Auch aus der Literaturstelle K. S c h n e i d e r, »Die Verhüttung
von Aluminumschrott«, 2. Auflage, 1957, S. 108 bis 109, wird der Schrott in einem
Trommelofen in ein flüssiges Salzbad eingerührt. In der genannten Veröffentlichung
ist bei der Beschreibung des Arbeitens in dem Trommelofen ausgeführt, daß der Ofen
in Kammern mit undurchbrochenen Trennwänden unterteilt ist, welche längs des Ofens
verlaufen. Damit soll erreicht werden, daß bei der Drehung des Ofens erst die gesamte
Salzschmelze über die Trennwände fließt und anschließend die Metallschmelze in einem
dünnen Strahl durch das Salz gegossen wird. Daraus ergibt sich, daß, ganz im Gegensatz
zu dem im Anspruch 1 der vorliegenden Erfindung gekennzeichneten Verfahren, die
Metallschmelze im Trommelofen mit der Luft der Umgebung in Berührung kommt und während
der Drehung des Ofens nicht mit einer zusammenhängenden Schutzschicht geschmolzenen
Salzes bedeckt wird.
-
Die Absätze 1 und 2 auf S. 151 des genannten Buches befassen sich
lediglich mit der Zusammensetzung von Salzgemischen.
-
Die Verwendung von Flußmittel in fester Form zusammen mit großklumpiger
Aluminiumschlacke zum Zerbrechen der Klumpen mit nachträglicher Wärmezufuhr zum
Schmelzen des Flußmittelsalzes ist demnach neu.
-
Bei der schweizerischen Patentschrift 237 042 wird das Verfahren zur
Rückgewinnung des Aluminiums aus Aluminiumschlacke durch Behandlung der Aluminiumschlacke
mit einem Flußmittel aus Natriumchlorid, Kaliumehlorid und Fluorid angeführt, jedoch
wird dieses Verfahren als äußerst kostspielig dargestellt. Als weiterer Nachteil
von so zusammengesetzten Flußmitteln wird in der schweizerischen Patentschrift angeführt,
daß beim Einschmelzen magnesiumhaltiger Legierungen das metallische Magnesium bis
auf Spuren entfernt wird.
-
In der vorliegenden Erfindung wurde das Verfahren zum Einschmelzen
von Leichtmetallen unter Verwendung solcher Flußmittel und der Erzielung einer vorteilhaften
Wirkung weiterentwickelt und somit ein herrschendes Vorurteil überwunden.
-
Aus der deutschen Patentschrift 887 270 ist bekannt, daß erkaltete
Krätze durch Mahlen in Kugelmühlen und/oder durch Sieben oder Windsichten in einen
metallreicheren und einen metallärmeren Anteil getrennt wird. Diese Patentschrift
kann das neue erfindungsgemäße Verfahren, bei dem Krätze oder Schlacke zum Zwecke
des Zerkleinerns umgewälzt wird, und zwar ohne Rücksicht auf den Metallgehalt, nicht
nahelegen. Bei dem soeben genannten bekannten Verfahren sind zusätzliche Einrichtungen,
wie Kugelmühlen, Siebe oder Windsichter, erforderlich. Im erfindungsgemäßen Verfahren
dagegen wird das Umwälzen des Gemisches aus Schlacke und Flußmittel in fester Form
im gleichen Drehofen durchgeführt, in dem auch das Schmelzen der Schlacke erfolgt.
-
Aus dem oben angeführten Stand der Technik ist klar ersichtlich, daß
das erfindungsgemäße Verfahren neu und technisch fortschrittlich ist. Beispiel 1
Als Beispiel wurden annähernd 193 884 kg Schlacke aus Aluminiumschmelzöfen in einem
mit Öl geheizten Drehrohrofen verarbeitet, der um seine horizontale Achse drehbar
ist. Der Ofen hat einen Innendurchmesser von 1,20 m und eine Länge von 2,54 m, und
in ihm können 0,255 m3 Schlacke pro Ansatz verarbeitet werden. Um diese Schlackenmengen
zu behandeln, wurden 96 036 kg gekörntes Flußmittelsalz angewendet. Dieses Flußmittel
bestand aus ungefähr 45 °/a Natriumchlorid, 50 % Kaliumchlorid und 5
% Kryolith. Für jeden Ansatz wurde zuerst heiße Schlacke aus einem Umschmelzofen
in den erhitzten Drehofen geworfen, während der Ofen mit einer niedrigen Umdrehungsgeschwindigkeit
gedreht wurde. Die Schlacke hatte verschiedene Größen von kleinen Klumpen von Walnußgröße
bis zu großen Klumpen von der Größe von Wassermelonen, Nachdem die Schlacke in den
Ofen eingefüllt war, wurde
die Umdrehungsgeschwindigkeit auf 20
U/min erhöht, und das feste Flußmittel wurde hinzugefügt. Zu Anfang mischt eine
sehr heftige Umwälz- oder Kaskadenwirkung die Schlacke und das Flußmittel, um die
großen Klumpen von Schlacke zu zerbrechen. Sofort nach dem Einfüllen wird der Brenner
in die Ofenöffnung gebracht, und die Charge wird 5 bis 15 Minuten erhitzt. Während
der Erhitzung des Inhalts wurde das Drehen mit 20 U/min fortgesetzt. In dem Maß,
in dem das Flußmittel nach und nach schmilzt, wird die Kaskadenwirkung nach und
nach herabgesetzt bis zu einer glatten sanften Rollwirkung. Diese Änderung der Wirkung
wird erhalten, ohne daß die Umdrehungsgeschwindigkeit geändert wird. Nach Beendigung
der Behandlung wird das Drehen unterbrochen und der Brenner abgedreht. Man läßt
dann das geschmolzene Aluminium in Masselformen ablaufen, und zwar durch eine geeignete
Abstichöffnung am Boden des Ofens. Nach vielen durchgeführten Versuchen wurde gefunden,
daß es möglich war, das Aluminium unterhalb des schwimmenden Rückstandes zu entfernen,
und daß der Unterschied in der Viskosität zwischen Aluminium und Rückstand aus Flußmittel
und Schlacke es ermöglicht, das Metall aus dem Ofen abzuziehen, ohne daß eine beträchtliche
Menge dieses Rückstandes aus dem offenen Abstiehloch abläuft. Man läßt das Aluminium
ablaufen, bis' die letzten wenigen Tropfen herauskommen. Es wurde gefunden, daß
sich das Abstichloch normalerweise mit Schlacke selbst verstopft, wenn der Metallstrom
aufhört, und daß es nicht notwendig ist, den Ofen vor dem Auskippen zu verstopfen.
Der Rückstand, der im Ofen ist, wird dann aus dem Drehofen als halbflüssige Masse
ausgekippt, indem er um seine Querachse gedreht wird. Das Auskippen wird so schnell
wie möglich durchgeführt, so daß der flüssige Anteil des Rückstandes alle harten
Klumpen der Schlacke oder Schamottstücke, -die im Ofen enthalten sein können, mitnimmt.
Nach richtigem Verarbeiten und richtigem Auskippen ist ein weiteres Reinigen des
Drehofens nicht notwendig. Der Ofen wird dann in seine ursprüngliche Stellung zur
Verarbeitung eines neuen Ansatzes zurückgebracht. Es wurden annähernd 124 575 kg
Aluminiummasseln erhalten. Die gesamte in der Schlacke enthaltene Aluminiummenge
war ungefähr 132 276 kg, was eine Rückgewinnung von ungefähr 94°/o bedeutet. Dies
ist bedeutend besser als die Ausbeuten, die nach den bekannten Verfahren erhalten
wurden. Eines der besten bekannten Verfahren ist dasjenige, bei welchem ein Teil
des feinzerkleinerten Aluminiums in der Schlacke verbrannt wird, um die notwendige
Wärme zu schaffen. Wie schon erwähnt, sind die besten Ausbeuten, die b--i diesem
letzteren Verfahren erhalten werden, im Bereich von 75 bis 70°/o mit einem Durchschnitt
von weniger als 60"/,.
-
Beispiel 2 In diesem Falle wurden 505 174 kg Schlacke aus Aluminiumschmelzöfen
in dem Drehofen des vorigen Beispiels behandelt. Die Zusammensetzung des Flußmittelsalzes
und die Betriebsbedingungen und Vorgänge waren die gleichen wie im Beispiel 1. Die
Menge des körnigen Flußmittelsalzes, die in diesem Beispiel verwendet wurde, war
255 238 kg. Das Gesamtmetall in den 505 174 kg der Schlacke betrug 309 Oll kg. Die
Bearbeitung der Schlacke ergab 289 435 kg, was eine Ausbeute von ungefähr 93,5°/o
darstellt.
-
Eine geeignete Vorrichtung zur Durchführung des obigen Verfahrens
besteht aus einem Drehofen, Mitteln zum Drehen des Ofens um seine Achse während
der Behandlung, Mitteln zum Kippen des Ofens um seine Querachse, um den Rückstand
aus dem Ofen auszukippen, und möglicherweise, um das geschmolzene Aluminium aus
dem Ofen abzustechen. Zusätzlich zu einem geeigneten Brenner können Mittel vorgesehen
sein, welche während der Bearbeitung über der Öffnung in einem Ende des Ofens in
Stellung gebracht werden können und welche aus dieser Stellung bewegt werden können,
wenn es gewünscht ist, den Ofen zu füllen. Außerdem können geeignete Mittel zum
Einfüllen und zur Entfernung von Dämpfen, wie Leitungen, vorgesehen sein.