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DE1192087B - Kontinuierliches Verfahren zur selektiven Alkaloidentfernung und -gewinnung aus Tabak - Google Patents

Kontinuierliches Verfahren zur selektiven Alkaloidentfernung und -gewinnung aus Tabak

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Publication number
DE1192087B
DE1192087B DEP33752A DEP0033752A DE1192087B DE 1192087 B DE1192087 B DE 1192087B DE P33752 A DEP33752 A DE P33752A DE P0033752 A DEP0033752 A DE P0033752A DE 1192087 B DE1192087 B DE 1192087B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
alkaloid
solvent
tobacco
extraction
saline solution
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DEP33752A
Other languages
English (en)
Inventor
John Staley
Allan Bellerby Clarke
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Philip Morris USA Inc
Original Assignee
Philip Morris USA Inc
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Philip Morris USA Inc filed Critical Philip Morris USA Inc
Publication of DE1192087B publication Critical patent/DE1192087B/de
Pending legal-status Critical Current

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    • AHUMAN NECESSITIES
    • A24TOBACCO; CIGARS; CIGARETTES; SIMULATED SMOKING DEVICES; SMOKERS' REQUISITES
    • A24BMANUFACTURE OR PREPARATION OF TOBACCO FOR SMOKING OR CHEWING; TOBACCO; SNUFF
    • A24B15/00Chemical features or treatment of tobacco; Tobacco substitutes, e.g. in liquid form
    • A24B15/18Treatment of tobacco products or tobacco substitutes
    • A24B15/24Treatment of tobacco products or tobacco substitutes by extraction; Tobacco extracts
    • A24B15/241Extraction of specific substances
    • A24B15/243Nicotine
    • AHUMAN NECESSITIES
    • A24TOBACCO; CIGARS; CIGARETTES; SIMULATED SMOKING DEVICES; SMOKERS' REQUISITES
    • A24BMANUFACTURE OR PREPARATION OF TOBACCO FOR SMOKING OR CHEWING; TOBACCO; SNUFF
    • A24B15/00Chemical features or treatment of tobacco; Tobacco substitutes, e.g. in liquid form
    • A24B15/18Treatment of tobacco products or tobacco substitutes
    • A24B15/24Treatment of tobacco products or tobacco substitutes by extraction; Tobacco extracts
    • A24B15/26Use of organic solvents for extraction

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • General Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Extraction Or Liquid Replacement (AREA)
  • Manufacture Of Tobacco Products (AREA)

Description

  • Kontinuierliches Verfahren zur selektiven Alkaloidentfernung und -gewinnung aus Tabak Die vorliegende Erfindung betrifft die Extraktion von Nikotin und anderen Alkaloidfraktionen aus Tabak. Insbesondere betrifft sie die Extraktion solcher Fraktionen ohne merkliche Beeinflussung der Nichtalkaloidbestandteile von Tabak und liefert so Tabak, der mit Ausnahme der Entfernung von Nikotin und anderen Alkaloiden in seiner Zusammense:zung praktisch unbeeinflußt ist. Die vorliegende Erfindung stellt auch praktisch reines Nikotin und andere Alkaloidfraktionen, dir im wes; ntlichen frei von Verunreinigungen durch Fette, Wachse, Zucker und anderen verwandten Tabakbestandteilen sind, zur Verfügung.
  • Nikotin und andere Alkaloide treten in Tabak sowohl in freiem als auch in gebundenem Zustand auf und lassen sich leicht in übliche organische Lösungsmittel extrahieren, ebenso wie eine Reihe anderer Tabakbestandteile. Es sei bemerkt, daß Hinweise auf Nikotin und Alkaloide hier Nikotin und Alkaloide in ihrer Salzform mit umfassen.
  • Lösungsmittelextraktion von Tabak zur Entfernung von Nikotin wird seit langem durchgeführt. Derartige Methoden sind jedoch durch eine Reihe von sie begleitenden Nachteilen gekennzeichnet, hauptsächlich demjenigen, daß andere lösungsmittellösliche Tabakbestandteile als Nikotin hierdurch entfernt werden, wodurch Nikotin, vermischt mit merklichen Mengen unerwünschter Verunreinigungen, und Tabak von erheblich minderem Charakter infolge der Entfernung von erwünschten Tabakbestandteilen erhalten werden.
  • In der USA.-Patentschrift 3 046 997 ist ein Verfahren zur selektiven Extraktion von Alkaloidfraktionen aus Tabak beschrieben, das viele der der früheren Verarbeitung zur Entfernung von Nikotin aus Tabak anhaftenden Nachteile ausschaltet. Dieses Verfahren umfaßt, kurz ausgedrückt, die Extraktion von Tabak mit organischem Lösungsmittel, das mit Niclatalkaloid-Tabakbestandteilen gesättigt- ist, das Inkontaktbringen des erhaltenen, reit Alkaloid beladenen Lösungsmittels mit wäßriger Salzlösung mit einem im sauen Bereich liegenden pH-Wert zur selektiven überführung des Alkaloids aus dein Lösungsmittel in die Salzlösung und die Zä:ück führung des von dem Alkaloid befreiten Lösungsmittels zu dem gleichen oder einem anderen Tabak. Das Alkaloid wird aus der Salzlösung durch Alkalischmachen der Salzlösung, Extraktion mit Lösungsmittel und Abdestillieren des Lösungsmittels aus dem Extrakt gewonnen. Die vorliegende Erfindung stellt eine Verbesserung gegenüber dem Verfahren nach dieser Patentschrift dar. Ein besonderer Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens in einer Hinsicht besteht in der Bereitstellung eines ausgesprochen einfacheren und wohlfeileren Mittels zur Entfernung von Nikotin aus der Salzlösung nach Inkontaktbringen mit dem mit Alkaloid beladenen Lösungsmittel. Nikotin wird aus der Salzlösung entfernt, was die Zurückführung der Salzlösung und ihre wiederholte Verwendung zur Entfernung von Nikotin aus mit Alkaloid beladenem Lösungsmittel ermöglicht. Das so gewonnene Nikotin ist außerdem selbst ein wertvolles Handelsprodukt.
  • Das erfindungsgemäße Verfahren zur Entfernung von Nikotin beruht darauf, daß gefunden wurde, daß sich eine Phasenbeziehung zwischen Nikotin und Salzlösung als Funktion der Temperatur entwickelt. Es wurde feiner gefunden, daß das Aufnahmevermögen der Salzlösung für Nikotin mit Absinken der Temperatur des Salzlösungs-Lösungsmittel-Systems ansteigt: Erfindungsgemäß ist eine Temperatur merklich unterhalb Zimmertemperatur, vorzu-sweise unterhalb etwa 10c C, zur Überführung des Nikotins aus dein Lösungsmittel in die Salzlösung bevorzugt. Die untere brauchbare Temperaturgrenze ist diejenige, bei welcher ein Gefrieren oder eine Abtrennung der enthaltenen festen Bestandteile auftritt. Die wirtschaftlichen Kosten der Kühlung können einen begrenzenden Faktor für die Temperatur, die angewendet wird, darstellen. Eine geeignete niedrige Temperatur kann leicht von einem Fachmann in Anbetracht der hier gemachten Ausführungen gewählt werden.
  • Die Wirksamkeit der Alkaloidüberführung von dem Lösungsmittel in die Salzlösung wird auch merklich verbessert, wenn der pH-Wert herabgesetzt wird. In der beigefügten F i g. 1 ist die Gleichgewichtsbeziehung zwischen der Nikotinkonzentration in einem System von Methyläthylketon und gesättigter wäßriger NaCI-Lösung bei 25° C gezeigt, und es ist ersichtlich, daß die Herabsetzung des pH-Wertes die Wirksamkeit der Überführung von Alkaloid aus dem Lösungsmittel in die Salzlösung erheblich erhöht. Bei pH 7 befinden sich angenähert gleiche Konzentrationen von Alkaloid in dem Lösungsmittel und in der Salzlösung beim Gleichgewicht. Ein Ansäuern auf pH 6,5 erhöht den Mengenanteil Alkaloid in der Salzlösung wesentlich. Unterhalb pH 5 und insbesondere unterhalb pH 4 wird praktisch das gesamte Alkaloid in die Salzlösung übergeführt. Da das Lösungsmittel nach dem Kontakt mit der Salzlösung zurückgeführt werden soll und zweckmäßigerweise einen nahezu neutralen pH-Wert während der Extraktion von Tabak haben sollte, ist es jedoch wirtschaftlich von Nachteil, den pH-Wert des Lösungsmittel-Salzlösung-Systems auf sehr niedrige Werte zu bringen, da der pH-Wert des Lösungsmittels vor der Extraktion von weiterem Tabak dann wieder erhöht werden muß. Ein pH-Wert von unter etwa 6,5 ist daher erfindungsgemäß bevorzugt, und ein pH-Wert unterhalb 4 ist ganz besonders bevorzugt.
  • Bei einer Ausführungsweise der Erfindung wird der pH-Wert des mit Alkaloid beladenen Lösungsmittels, das zweckmäßigerweise nach Extraktion des Tabaks nahezu neutral ist, herabgesetzt, und das Lösungsmittel wird auf eine Temperatur merklich unterhalb Zimmertemperatur abgekühlt, bevor das Lösungsmittel mit der Salzlösung in Kontakt gebracht wird. Da erfindungsgemäß vorzugsweise eine Gegenstromextraktionskolonne zum Inkontaktbringen des mit Alkaloid beladenen Lösungsmittels mit der Salzlösung verwendet wird und da das Volumen des durch die Kolonne gehenden Lösungsmittels aus Gründen der Betriebsleistungsfähigkeit vorzugsweise erheblich größer als das Volumen der durch die Kolonne gehenden Salzlösung ist, gelangt die mit Alkaloid beladene Salzlösung bei einer niedrigen Temperatur und einem im sauren Gebiet liegenden pH-Wert nach Kontakt mit dem Lösungsmittel aus der Extraktionskolonne. Ein pH-Wert der Abfiußsalzlösung von etwa 4,5 und eine Temperatur von etwa 10° C erläutert die Arbeitsbedingungen bei einer Ausführungsweise der vorliegenden Erfindung. Alternativ können Kühlmittel in dem Gefäß oder der Kolonne vorgesehen sein, in welchem bzw. in welcher das Lösungsmittel und die Salzlösung in Kontakt gebracht werden. Ein wichtiges Merkmal ist die niedrige Temperatur des Salzlösung-Lösungsmittel-System. Die Art der Erzielung einer solchen niedrigen Temperatur ist weitgehend eine Sache der Wahl.
  • Unter diesen Überführungsbedingungen von niedriger Temperatur und im sauren Bereich liegendem pH-Wert wird eine wirksame Überführung von Alkaloid aus dem Lösungsmittel in die Salzlösung erzielt, und das Alkaloid liegt zusammen mit irgendwelchen Spurenmengen von löslichen Bestandteilen des Tabaks in einer einzigen Phase mit der Salzlösung vor. Beim Erwärmen der erhaltenen, mit Alkaloid beladenen Salzlösung scheidet sich das Nikotin in einer gesonderten Phase oder einer auf der Salzlösung schwimmenden Schicht ab und kann leicht von dieser durch einfaches Dekantieren oder äquivalente physikalische Mittel abgetrennt werden.
  • Die vorliegende Erfindung liefert in diesem Aspekt demzufolge eine Verbesserung bei einem kontinuierlichen Verfahren zur Extraktion von Tabak und Alkaloidgewinnung und umfaßt die Stufen des Inkontaktbringens des mit Alkaloid beladenen Lösungsmittels mit Salzlösung bei einer Temperatur merklich unterhalb derjenigen, bei der das Alkaloid letztlich aus der Salzlösung gewonnen wird, und bei einem pH-Wert unterhalb etwa 6,5. Die erhaltene, mit Alkaloid angereicherte Salzlösung wird anschließend auf eine Temperatur erwärmt, bei der sich eine Alkaloidphase von der Salzlösung abscheidet, und die Alkaloidphase wird auf physikalischem Wege, beispielsweise durch Dekantieren, von der Salzlösung abgetrennt.
  • Die von Alkaloid befreite Salzlösung, d. h. die erwärmte Salzlösung, von der die Alkaloidphase entfernt wurde, enthält nur eine kleine Menge Alkaloid. Trotz Sättigung ist die Alkaloidkonzentration sehr niedrig, beispielsweise geringer als 1 mg je Milliliter Salzlösung. Wenn ihre Temperatur herabgesetzt wird, beispielsweise durch Kontakt mit abgekühltem, mit Alkaloid beladenem Lösungsmittel, steigt jedoch das Aufnahmevermögen der von Alkaloid befreiten Salzlösung für das Alkaloid. Bei dieser niedrigeren Temperatur (unterhalb derjenigen, bei welcher das Alakaloid letztlich aus der Salzlösung gewonnen wird) ermöglicht das erhöhte Aufnahmevermögen der Salzlösung für das Alkaloid die Überführung von Alkaloid von dem Lösungsmittel in die Salzlösung. Der im sauren Bereich liegende pH-Wert des Lösungsmittels (der vorzugsweise niedriger als der pH-Wert der eintretenden Salzlösung ist) bewirkt eine Herabsetzung des pH-Wertes in der Salzlösung, und die saure Umgebung erhöht die Überführung von Alkaloid aus dem Lösungsmittel in die Salzlösung. Eine saure Umgebung kann natürlich durch Ansäuern der Salzlösung statt des Lösungsmittels erzielt werden, oder das Ansäuern kann durch Zugabe von Säure oder saurem Material direkt zu dem Gefäß oder der Kolonne, in dem bzw. der das Lösungsmittel und die Salzlösungen in Kontakt gebracht werden, erfolgen. Die besonderen Mittel zur Erzielung einer sauren Umgebung sind nicht von besonderer Bedeutung.
  • Erfindungsgemäß wird der pH-Wert der mit Alkaloid angereicherten Salzlösung vorzugsweise auf einen nahezu neutralen Wert, geeigneterweise auf 5,5 bis 8, erhöht, bevor das Alkaloid dekantiert wird, doch ist die Stufe der Neutralisierung der Salzlösung fakultativ und kann zusätzlich entweder vor oder nach dem Erwärmen der kalten, mit Alkaloid angereicherten Salzlösung vorgenommen werden. Bei einem höheren pH-Wert werden etwas größere Mengen Alkaloid aus der Salzlösung gewonnen.
  • Es ist leicht ersichtlich, daß das erfindungsgemäße verbesserte Verfahren, das in dieser Hinsicht eine einfache physikalische Abtrennung von Nikotin von der Salzlösung ohne Erfordernis mühsamerer Verfahrensweisen, wie Lösungsmittelextraktion u. dgl., ermöglicht, einen ausgeprägten Vorteil gegenübcr bekannten Verfahren bietet.
  • Es wurde ferner gefunden, daß die Wirksamkeit des in der USA.-Patentschrift 3 046 997 beschriebenen Verfahrens dadurch verbessert wird, daß der pH-Wert des Extraktionslösungsmittels nahezu neutral und vorzugsweise schwach auf der sauren Seite gehalten wird. Ein geeigneter pH-Bereich ist etwa 5,5 bis etwa 8, wobei ein bevorzugter Bereich etwa 6,0 bis 7,0 betrügt. Die Extraktionswirksamkeit wird auch durch Verwendung von warmem oder heißem Lösungsmittel verbessert, doch ist Sorge zu tragen, Extraktionstemperaturen zu vermeiden, die eine Schädgiung der Tabakblätter bewirken können. Erfindungsgemäß wird eine Extraktionstemperatur von etwa 85' C oder weniger bevorzugt. Für Lösungsmittel, die unter dieser Temperatur sieden, wird erfindungsgemäß eine Extraktionstemperatur schwach unterhalb des Siedepunktes des Lösungsmittelextraktionsmediums bevorzugt (beispielsweise etwa 75= C für Methyläthylketon, das einen Siedepunkt von etwa 79,6° C besitzt). Die Verwendung eines Drucksystems ermöglicht selbstverständlich die Anwendung einer Temperatur oberhalb des Siedepunktes des Lösungsmittels.
  • Die Daten in der folgenden Tabelle zeigen, daß die Wirksamkeit bei einer konstanten Temperatur durch einen weniger sauren pH-Wert verbessert wird und daß die Wirksamkeit bei einem konstanten pH-Wert durch erhöhte Temperatur verbessert wird (Daten für Methyläthylketon und blonde Tabakblätter).
    Minimale Lösungsmittel-
    Temperatur menge zur Extraktion
    PI-1 von 90% des Nikotins
    aus 8,16 kg Tabak
    (° C) (1)
    25 5 480,7
    73 5 166,6
    73 6,5 62,8
    Es wurde weiterhin gefunden, daß die Wirksamkeit der Alkaloidextraktion mit dem Feuchtigkeitsgehalt des Extraktionslösungsmittels in Beziehung steht. Überraschenderweise wird praktisch kein Alkaloid aus Tabak bei Extraktion von trockenem Tabak mit wasserfreiem Lösungsmittel entfernt. Die durch Lösungsmittelextraktion entfernte Menge Alkaloid steigt mit ansteigendem Feuchtigkeitsgehalt bis zu einem gewissen Punkt und fällt dann überraschenderweise wieder ab.
  • Die F i g. 2 ist eine graphische Darstellung der Beziehung zwischen dem Feuchtigkeitsgehalt des Systems und der extrahierten Nikotinmenge. Die graphische Darstellung beruht auf Gleichgewichtsdaten, die durch Extraktion von 25g blondblättrigem Tabak erhalten wurden; durch Analyse wurde ein Gehalt von 1,48% Alkaloid mit 1250 ml Methyläthylketon gefunden. Wie in F i g. 2 gezeigt ist, steigt die Wirksamkeit der Nikotinextraktion mit ansteigendem Feuchtigkeitsgehalt in dem System bis zu einem Punkt und fällt dann rasch auf einen beträchtlich niedrigeren Wert ab.
  • Die Beziehung zwischen Feuchtigkeitsgehalt des Extraktionslösungsmittels und der Menge an extrahiertem Nikotin, wie sie beispielsweise in F i g. 2 gezeigt ist, existiert für alle üblichen organischen Lösungsmittel. Die F i g. 2 bezieht sich zwar auf eine Methyläthylketonextraktion, doch können auch andere Lösungsmittel verwendet werden, wie in der USA.-Patentschrift 3 046 997 dargelegt ist, und der optimale Feuchtigkeitsgehalt kann für ein gegebenes Lösungsmittel unter besonderen Extraktionsbedingungen durch einen Fachmann leicht ermittelt werden.
  • Der Feuchtigkeitsgehalt des Extraktionslösungsmittels wird durch den Feuchtigkeitsgehalt des zu extrahierenden Tabaks und auch durch die Konzentration und Zusammensetzung der Salzlösung beeinflußt-Die Einstellung des Feuchtigkeitsgehalts des Lösungsmittels läßt sich am zweckmäßigsten durch Zugabe von Wasser oder wasserfreiem Lösungsmittel zu dem Extraktionslösungsmittel erzielen. Wie in F i g. 2 gezeigt ist, kann der optimale Feuchtigkeitsgehalt zwar in Milligramm H.,0 je Milliliter Lösungsmittel ausgedrückt werden, doch kann der numerische Wert dieses Maßes für verschiedene Lösungsmittel völlig verschieden sein.
  • Es wurde jedoch gefunden, daß der Feuchtigkeitsgehalt des Tabaks, mit dem sich das Lösungsmittel im Gleichgewicht befindet, für optimale Feuchtigkeitsgehalte verschiedenster Lösungsmittel etwa der gleiche ist. So wird erfindungsgemäß ein Feuchtikeitsgehalt des Lösungsmittels bevorzugt, der zumindest etwa 10 % Feuchtigkeit in dem zu extrahierenden Tabak entspricht. Werte unterhalb etwa 1011/o werden vorzugsweise auf Grund der niedrigen Extraktionswirksamkeit vermieden, während Werte oberhalb etwa 25% vorzugsweise wegen der geringeren Wirksamkeit als der Maximalen und wegen des »Ausblutens<c (d. h. eines Verlustes an wasserlöslichen Tabakbestandteilen) oder anderen Schädigungen des Tabaks vermieden werden, die bei Feuchtigkeitswerten beträchtlich oberhalb 25° C nachteilig in Erscheinung treten.
  • In F i g. 3 ist die Gleichgewichtsbeziehung zwischen der Feuchtigkeit im Tabak und der Feuchtigkeit in dem Extraktionslösungsmittel bei 23° C gezeigt. (Die Daten sind mit 1250 ml Methyläthylketon und 25 g blondblättrigem Tabak erhalten.) Durch Vergleick der F i ;-m. 2 und 3 ist ersichtlich, daß ein Feuchtigkeitsgehalt des Tabaks zwischen etwa 10 und 2511/o einen Feuchtigkeitsgehalt des Lösungsmittels in dem optimalen Bereich zur Extraktion von Nikotin ergibt.
  • Eine beispielsweise Ausführungsform der Erfindung ist in der F i g. 4 gezeigt, die ein schematisches Fließdiagramm darstellt, das eine Vorrichtungsanordnung zeigt, die sich zur Durchführung der Erfindung eignet. Es ist selbstverständlich, daß verschiedene Änderungen in dem gezeigten System vorgenommen werden können, und daß das Fließschema nicht in einem beschränkenden Sinn auszulegen ist.
  • Es sind mehrere geeignete Gefäße 1, die Hogsheads sein können, zur Aufnahme von Tabak, aus dem das Alkaloid extrahiert werden soll, vorgesehen. Vorzugsweise sind diese Gefäße mit Heizvorrichtungen ausgestattet, wie beispielsweise mit dampferhitzten Schlangen innerhalb der Behälter. In F i g. 4 sind als Beispiel Dampfzuführungen 2 und Kondensatrückführungen 3 gezeigt, und es können auch Vorrichtungen, wie beispielsweise Temperaturfühler 4, die sich in der Lösungsmittelabflußleitung in Verbindung mit einem automatischen Ventil 5 befinden, das in der Dampfzufuhrleitung angebracht ist, vorgesehen sein, um eine Regulierung der Temperatur durch Steuerung der zugeführten Dampfmenge in Abhängigkeit von der Temperatur des abfließenden Lösungsmittels zu erzielen. Eine Tabakdichte bis zu etwa 0,24 bis 0,32 g je Kubikzentimeter ist geeignet und vorteilhaft, wobei die Größe und die Kosten der Anlage vermindert werden und eine Lösungsmittelzurückhaltung herabgesetzt sowie die Extraktionswirksamkeit erhöht und die Wärmeübertragung erleichtert wird. Werkstoffe, die Tabak nachteilig beeinflussen, beispielsweise Kupfer, sollten in dem System vermieden werden. Zweckmäßigerweise werden Glas, rostfreier Stahl, Porzellan und andere vorzugsweise inerte Materialien verwendet.
  • Von Alkaloid befreites Lösungsmittel, das mit anderen, in dem Lösungsmittel löslichen Nichtalkaloid-Tabakfraktionen aus vorhergehender Extraktion der gleichen oder eines anderen Tabaks gesättigt ist, wird von dem Lösungsmittellagergefäß 6 abgezogen und zu den Behältern 1 gepumpt. Alternativ kann frisches Lösungsmittel oder Auffülllösungsmittel verwendet werden, d. h. Lösungsmittel, das nicht zuvor zur Extraktion verwendet wurde, wobei dieses in diesem Falle mit in dem Lösungsmittel löslichen Tabakfraktionen gesättigt wird, wenn es durch die aufeinanderfolgenden Tabakbehälter 1 durchgeht. Gewünschtenfalls können Pumpvorrichtungen, wie als Beispiel bei 28 zwischen den Behältern D und E angezeigt ist, in das System einbezogen werden. Vorteilhafterweise kann das Lösungsmittel in Serie durch die Tabakbehälter geleitet werden, doch können auch Mittel vorgesehen sein, um Lösungsmittel aus dem Behälter 6 direkt in mehr als einen der Tabakbehälter einzuführen, und es können auch Vorrichtungen vorgesehen sein, das Lösungsmittel aus einem oder mehreren der Tabakbehälter direkt zu den anschließenden Verfahrensgängen zu führen, ohne daß das Lösungsmittel durch zusätzliche Tabakchargen geht. Die letztere Anordnung ist besonders brauchbar, wenn ein Lösungsmittel verwendet wird, das zuvor noch nicht zur Extraktion von Tabak verwendet wurde und demzufolge nicht mit Nichtalkaloid-Tabakfraktionen gesättigt ist.
  • Es ist auch zweckmäßig, das Lösungsmittel mit den verschiedenen Tabakchargen im Gegenstrom in Kontakt zu bringen. Bei einem kontinuierlichen Verfahren ersetzt vorzugsweise ein frischer Hogshead von Tabak das in F i g. 4 mit A bezeichnete Gefäß, wobei das Gefäß der längsten Verweilzeit in dem System (F in F i g. 4) ersetzt wird, das dann zur Gewinnung von zurückbleibendem Lösungsmittel (nicht gezeigt) verarbeitet werden kann.
  • Das von dem Lagerbehälter abgezogene Lösungsmittel kann einen fast neutralen pH-Wert, geeigneterweise einen pH-Wert von etwa 6,5, besitzen. Da viele Arten von Tabak organische Säuren und andere sauere Bestandteile enthalten, kann es zweckmäßig sein, Mittel zur Einstellung des pH-Wertes des Extraktionslösungsmittels vorzusehen, falls dieses während der Extraktion sauerer werden sollte, um einen im allgemeinen konstanten pH-Wert aufrechtzuerhalten. Zu diesem Zweck kann ein Behälter 7 für Alkali, wie beispielsweise KOH oder ein anderes Säure neutralisierendes Material, vorgesehen sein, das durch geeignete Ventile mit einer Leitung für Lösungsmittel in Verbindung steht, das für weitere Extraktion verwendet werden soll. Vorzugsweise kann eine solche Anordnung mit einer pH-Meßvorrichtung 8 kombiniert sein, die in einer Lösungsmittelabflußleitung stromabwärts von und in Betriebsverbindung mit einem automatischen Ventil 9 ist, um dem Lösungsmittelstrom zur Aufrechterhaltung des pH-Wertes bei einem gewünschten Wert oder innerhalb eines gewünschten Bereichs gesteuerte Mengen Alkali zuzuführen.
  • Der Feuchtigkeitsgehalt des Extraktionslösungsmittels kann, wie bereits erwähnt, durch Messungen des Feuchtigkeitsgehalts des zu extrahierenden Tabaks bestimmt werden. Die Einstellung der Lösungsmittelfeuchtigkeit kann durch Zugabe gesteuerter Mengen Wasser aus dem Behälter 26 oder von wasserfreiem Lösungsmittel aus dem Behälter 25, je nachdem, was geeignet ist, erfolgen. Weniger bequem kann die Einstellung auch durch Veränderung der Konzentration oder Zusammensetzung der Salzlösung vorgenommen werden.
  • Das mit Alkaloid beladene Lösungsmittel gelangt von der Extraktionszone zu einem Wärmeaustauscher 10, den es bei einer Temperatur verläßt, die niedriger als diejenige, mit der es eintritt, ist. Bei einer Ausführungsweise der Erfindung kann das warme Lösungsmittel in den Wärmeaustauscher bei etwa 70" C eintreten und bei etwa 45° C aus diesem austreten. Der p11-Wert des Lösungsmittelstroms wird dann durch Zugabe von Säure, wie beispielsweise HCI, aus dem Vorratsbehälter 11 herabgesetzt. Vorzugsweise kann ein pH-Meßgerät 13 stromabwärts von dem Punkt der Zugabe zur Steuerung der Zugabe der Säure durch Ventil 12 verwendet werden, mit dem ein solches Meßgerät betrieblich in Verbindung steht. Ein pH-Wert unterhalb etwa 6,5 ist bevorzugt, und ein pH-Wert von etwa 4 oder darunter ist ganz besonders bevorzugt.
  • Das Lösungsmittel wird dann durch eine Kühlanlage 14, die durch die Kühlvorrichtung 15 gekühlt ist, geführt. Das Ansäuern kann nach dem Kühlen erfolgen, doch sollte in einem solchen Falle eine Erhöhung der Temperatur nach Zugabe der Säure berücksichtigt werden. In jedem Falle sollte darauf geachtet werden, eine Abscheidung von irgendeinem Teil der Lösungsmittellösung auf Grund zu niedriger Temperatur zu vermeiden. Eine Abflußtemperatur von 5 bis 10° C ist geeignet.
  • Das abgekühlte und angesäuerte, mit Alkaloid beladene Lösungsmittel geht dann durch eine Flüssigflüssig-Extraktionskolonne 16 gegen die Salzlösung, vorzugsweise im Gegenstrom. Geeignete Salzlösungen sind in der USA.-Patentschrift 3 046 997 angegeben. Bei einem wirksamen System geht ein sehr viel größeres Volumen Lösungsmittel als Salzlösung durch die Kolonne, und die abfließende Salzlösung kann daher eine Temperatur und einen pH-Wert von nur etwas mehr haben, als das eintretende Lösungsmittel sie hat. Das aus der Extraktionskolonne abfließende Lösungsmittel wird zu dem Wärmeaustauscher zurückgeführt, von wo ab es eine Temperatur von etwa 35° C und einen pH-Wert von etwa 4,0 haben kann. Vor Erreichung des Lösungsmittellagerbehälters 6 kann der pH-Wert des Lösungsmittels auf den zur Extraktion gewünschten Wert, beispielsweise durch Zugabe von Alkali aus dem Behälter 7, eingestellt werden. Das pH-Meßgerät 23 und das automatische Ventil 24 können zur Einstellung so verwendet werden, wie es zuvor beschrieben wurde.
  • Die aus der Kolonne 16 abfließende, mit Alkali beladene Salzlösung, die Wasser, Salz, Alkaloid und vielleicht eine kleine Mnege von löslichen Nichtalkaloid-Tabakbestandteilen, alle in Form einer einzigen Phase, enthält, wird dann durch den Wärmeaustauscher 17 geführt und zumindest auf eine Temperatur erwärmt, bei der sich die Nikotinfraktion der Salzlösung in einer besonderen und getrennten Phase abtrennt. Im allgemeinen scheidet sich eine um so größere Menge Nikotin ab, je höher die Temperatur ist, doch wird kein besonderer Vorteil durch Erhöhung der Temperatur auf sehr viel über Zimmertemperatur, d. h. etwa 25° C, erzielt. Der pH-Wert der erwärmten Salzlösung wird dann auf nahezu den neutralen Wert, geeigneterweise etwa 6,5, erhöht, wofür ein Alkalibehälter 19 und ein pH-Meßgerät 18 in Verbindung mit einem automatischen Ventil 20 zweckmäßig sind. Das auf der Salzlösung schwimmende Nikotin wird dann im Dekantiergefäß 21 abgezogen und im Behälter 22 gesammelt. Die von Alkaloid befreite Salzlösung wird über den Lagerungsbehälter 30 für die Salzlösung zur Kolonne 16 zurückgeführt. Zwischen der Extraktionskolonne 16 und dem Wärmeaustauscher 10 befindet sich eine Pumpvorrichtung 29.
  • Es ist ersichtlich, daß Abänderungen von dem Beschriebenen vorgenommen werden können, ohne aus dem Bereich der Erfindung zu gelangen. Insbesondere können gegebenenfalls Maßnahmen und Kontrollen und Steuerungen weggelassen und andere Maßnahmen einbezogen werden.

Claims (7)

  1. Patentansprüche: 1. Kontinuierliches Verfahren zur selektiven Alkaloidentfernung und -gewinnung aus Tabak durch Extraktion von Tabak mit organischem Lösungsmittel, Inkontaktbringen des erhaltenen, mit Alkaloid beladenen Lösungsmittelextrakts mit Salzlösung zur selektiven Entfernung von Alkaloid aus dem Extrakt, Zurückführen des von Alkaloid befreiten Lösungsmittels zum Tabak, Gewinnung von Alkaloid aus der Salzlösung und Zurückführung der von Alkaloid befreiten Salzlösung zum Inkontaktbringen mit weiterem, mit Alkaloid beladenem Lösungsmittel, dadurch gekennzeichnet, daß das mit Alkaloid beladene Lösungsmittel mit der Salzlösung bei einer Temperatur, die merklich niedriger als diejenige, bei der letztlich Alkaloid aus der Salzlösung gewonnen wird, ist, und bei einem pH-Wert unterhalb etwa 6,5 in Kontakt gebracht wird, anschließend die erhaltene, mit Alkaloid angereicherte Salzlösung auf eine Temperatur erwärmt wird, bei der sich eine Alkaloidphase von der Salzlösung abscheidet, und die Alkaloidphase von der Salzlösung auf physikalischem Wege entfernt wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Temperatur, bei der das Lösungsmittel und die Salzlösung in Kontakt gebracht werden, unter etwa 10° C beträgt.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der pH-Wert, bei welchem das Lösungsmittel und die Salzlösung in Kontakt gebracht werden, unterhalb etwa 4,0 beträgt.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der pH-Wert der mit Alkaloid angereicherten Salzlösung auf etwa 5,5 bis etwa 8 vor der Alkaloidgewinnung erhöht wird.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Tabak mit organischem Lösungsmittel bei einem pH-Wert zwischen etwa 5,5 und etwa 8 extrahiert wird.
  6. 6. Verfahren nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das zur Extraktion des Tabaks verwendete Lösungsmittel Feuchtigkeit in einer Menge enthält, die zur Erhöhung der Extraktion von Alkaloid aus dem Tabak wirksam ist.
  7. 7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Feuchtigkeitsgehalt des Tabaks zumindest etwa 10,1/o beträgt. B. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Feuchtigkeitsgehalt des Tabaks zwischen etwa 10 und etwa 25% beträgt.
DEP33752A 1963-03-07 1964-03-04 Kontinuierliches Verfahren zur selektiven Alkaloidentfernung und -gewinnung aus Tabak Pending DE1192087B (de)

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