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Einrichtung zur selbsttätigen elektroakustischen Ansage von Meßwerten
Zur selbsttätigen elektroakustischen Ansage von Meßwerten in der Form gesprochener
Zahl- oder Ziffernwörter sind Einrichtungen bekannt, die aus einem Tonwiedergabegeilät
bestehen, in welchem sämtliche vorkommenden Zahl- oder Ziffernwörter auf einem oder
mehreren Tonträgern (Schallplatte, Magnetband od. dgl.) als Tonspuren bereitgehalten
sind, die je durch ein nur der betreffenden Zahl oder Ziffer zugeordnetes
Abtastorgan (Tonabnehmer) abtastbar sind; außerdem sind eine oder mehrere von einem
Meßwertgeber eingestellte drehbare Auswahlkontaktvorrichtungen (beispielsweise Nockenschaltwalzen)
angeordnet, die über Steuerkreise, in denen Relais liegen, jeweils den Tonabnehmer
für die dem augenblicklichen Meßwert entsprechenden Zahl oder Ziffer in den Tonabnehmerkreis
einschalten, beispielsweise an den Verstärker anschalten. Eine Mehrzahl von Auswahlkontaktvorrichtungen
wird benötigt, wenn mehrstellige Meßwertzahlen dekadisch angesagt, d. h.
deren einzelne Dekadenziffern nacheinander gesprochen werden sollen. In einem solchen
Fall ist unter Verwendung von Dekadengetrieben jeder Dekade, also den Einem, den
Zehnern, den Hunderten usw., eine Auswahlkontaktvorrichtung zugeordnet, die entsprechend
ihrer Einstellung einen Steuerkreis für denjenigen Tonabnehmer vorbereitet, dessen
Ziffer in der betreffenden Dekade anzusagen ist, während ein Zeitschaltwerk, beispielsweise
ein rotierender Kontaktverteiler, der Reihe nach die von den Auswahlkontaktvorrichtungen
vorbereiteten Steuerkreise schließt, d. h. an Spannung legt, so daß, nachdem
zuvor die Tonwiedergabeeinrichtung in Gang gesetzt wurde, die einzelnen vom Meßwertgeber
eingestellten Dekadenziffern nacheinander zur Ansage gelangen.
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Um nun außer dem Augenblickswert auch einen Meßwert ansagen lassen
zu können, der zu einem bestimmten früheren Zeitpunkt gemessen wurde, um also gewisse
konkrete Meßwerte zu speichern, ist es schon bekanntgeworden, jeden Tonabnehmer
von seinem durch die erwähnte Auswahlkontaktvorrichtung gesteuerten Tonabnahmekreis
umschaltbar zu machen auf einen diese Auswahlkontaktvorrichtung umgehenden zweiten
Tonabnahmekreis, in dem ein Schaltkontakt eines mit Selbsthaltekreis ausgerüsteten
Speicherrelais liegt, dessen Erregung von der Auswahlkontaktvorrichtung gesteuert
wird. Zur Speicherung eines Meßwertes wurden die Speicherrelais an Spannung gelegte
wodurch eine dem augenblicklichen Meßwert entsprechende Auswahl von Speicherrelais
zum Anzug kam und durch Selbsthaltung angezogen blieb. Zu einem beliebigen späteren
Zeitpunkt wurden die Tonabnehmer auf die zweiten Tonabnehmerkreise umgeschaltet
und damit der gespeicherte Meßwert angesagt. Zur Löschung der Speicherung wurden
die Selbsthaltekreise der Speicherrelais unterbrochen.
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Da auf diese Weise ein Speicherrelais immer nur einer Meßwertziffer
in einer bestimmten Dekade zugeordnet sein kann, so benötigt die bekannte Meßwertansageeinrichtung
für die Speicherung beliebiger Meßwerte bei der meist gebräuchlichen Ansage in drei
Dekaden 3 - 10= 30 Speicherrelais.
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Es ist auch eine Einrichtung vorgeschlagen worden, bei der mit jeder
Auswahlkontaktvorichtung die Einstellwelle einer zweiten zusätzlichen Auswahlkontaktvorrichtung
gekoppelt war. Merbei war jede dieser zweiten Auswahlkontaktvorrichtungen mit ihrer
Einstellwelle elastisch gekoppelt und zum Zweck der Speicherung in ihrer Drehwinkeleinstel-Jung
feststellbar ausgebildet. Zur Wiedergabe des gespeicherten Meßwertes wurden diese
zweiten Auswahlkontaktvorrichtungen mittels einer Umschalteinrichtung an Stelle
der entsprechenden ersten in die Steuerleitungen eingeschaltet.
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Diese Speichereinrichtung erfordert jedoch einen erheblichen konstruktiven
Mehraufwand und auch ein höheres Einstellmoment des Meßwertgebers.
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Die Erfindung schlägt nun eine gegenüber den beiden genannten Einrichtungen
zweckmäßigere Lösung vor. Erfmdungsgemäß dient als Speichereinrichtung ein impulsgesteuertes
elektromagnetisches Fortschaltwerk, das nach Art eines Leitungssuchers die Steuerleitungen
der Reihe nach abtastet, und sind Schaltmittel angeordnet, die das Fortschaltwerk
beim Vorfinden einer spannungsführenden Steuerleitung stillsetzen, und verbindet
das Fortschaltwerk diese Steuerleitung mit einer Leitung, die zum Zweck der
Wiedergabe
des gespeicherten Meßwertes an Spannung gelegt wird.
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Als Fortschaltwerk findet vorzugsweise ein Zählmagnet oder ein Drehwähler
Verwendung.
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Um zu verhüten, daß während der Wiedergabe des gespeicherten Meßwertes
gleichzeitig die Wiedergabe des Augenblickswertes erfolgt, wird in Weiterbildung
der Erfindung vorgeschlagen, die den Steuerleitungen über die Auswahlkontaktvorrichtung
zugeführte Spannung während der Wiedergabe des gespeicherten Meßwertes abzuschalten.
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Bei Meßwertansageeinrichtungen, bei denen jeder Meßwert in der Form
seiner Dekadenziffern wiedergegeben wird und bei denen daher für jede Dekade eine
besondere Auswahlkontaktvorrichtung und eine mit dieser zusammenarbeitende Speichereinrichtung
vorgesehen ist, wird man die Schaltmittel zur Stillsetzung des Fortschaltwerkes
einer Dekade mit Schaltmitteln koppeln, die das Fortschaltwerk der nächsten Dekade
in Gang setzen.
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Die Zeichnung zeigt ein schematisiertes Schaltungsbeispiel einer Meßwertanlageeinrichtung
mit der erfindungsgemäßen Meßwertspeicherung. Zur Vereinfachung der Darstellung
ist die Einrichtung auf zwei Dekadenwerte (Einer und Zehner) beschränkL In der Zeichnung
ist 1 eine Einstellwelle, die mit einem (nicht dargestellten) Meßwertgeber
verbunden ist. 2 und 3 sind zwei zur Einschaltung der dem Augenblickswert
zugeordneten Tonabnehmer dienenden Nockenwalzen, wobei die Nockenwelle2 den Einerwerten
und die Nockenwalze3 den Zehnerwerten zugeordnet ist. 4 ist ein Dekadengetriebe,
das die Verstellung der Nockenwalze 2 mit der Untersetzung 10: 1 an die Nockenwalze
3 weiterleitet. Jeder Nocken betätigt einen der Kontaktsätze 50
... 5, bzw. 6, ... 6., wie dies in der Zeichnung bei den Kontakten S.,
und 6, der Fall ist. Die (in der Zeichnung) oberen Kontaktfedern liegen an einer
ge-meinsamen Stromschiene 7 bzw. 8; an die unteren Kontaktfedern
sind die Steuerleitungen angeschlossen. Der übersichtlichkeit halber sind jedoch
nur die Steuerleitungen 9., 91) 9, und 10.. 1015 102 durchgezogen.
Die Steuerleitungen 9, und 100 führen an das Steuerrelais
11, die Steuerleitungen 9, und 10,
an das Steuerrelais 12, die
Steuerleitungen 92 und 10, an das Steuerrelais 13 usw. Bekommt eines
dieser Relais Strom, so wird sein Kontakt ll', 12' bzw. 13'
usw. geschlossen
und einer der Tonabnehmer 14., 14, oder 14, an einen Verstärker 15 angeschlossen,
worauf aus einem damit verbundenen Lautsprecher 16 das entsprechende Ziffernwort
ertönt. Die Wiedergabe der Augenblickswerte wird durch Schließen von Kontakten
30 und 31 ausgelöst.
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Jede der erwähnten Steuerleitungen ist außerdem jeweils mit einem
der Kontakte (170 ... 17.) eines Zählmagneten 17 und mit einem
der Kontakte 18....18, eines Zählmagneten 18 verbunden, so z. B. die
Steuerleitungen 9, und 10, mit den Kontakten 17, und 18.. Deren
Gegenkontakte liegen an einer gemeinsamen Stromschiene 19 bzw. 20.
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Ein Zählmagnet arbeitet bekanntlich so, daß bei jedem Stromimpuls,
den die Magnetspule bekommt-,
ein Kontakt durch Anziehen seines Haftankers
geschlossen wird, wobei dieser Anker gleichzeitig den nächsten, einen weiteren Kontakt
betätigenden Anker der Magnetspule so weit nähert, daß dieser Anker bei einem folgenden
Stromimpuls ebenfalls angezogen wird und seinen Kontakt schließt. Außerdem ist noch
dafür gesorgt, daß jeder Anker bei seinem Anzug den vorher geschlossenen Kontakt
wieder öffnet. Der Abfall aller angezogenen Haftanker wird durch ein magnetisches
Gegenfeld bewirkt, das im vorliegenden Beispiel durch eine Löschspule
17' bzw. 18' erzeugt wird.
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Nach der Wiedergabe der an den Nockenwalzen eingestellten Augenblickswerten
erfolgt deren Speicherung, und zwar auf folgende Weise: Nachdem durch Schließung
eines Kontaktes 21, der beispielsweise durch ein Zeitschaltwerk betätigt wird, die
Speicherung freigegeben ist, kann das die Speicherung auslösende Kommando durch
Drücken einer Taste 22 gegeben werden. Dadurch bekommen zunächst die Löschspulen
17' und 18' je einen Stromstoß über einen Kondensator C, damit
eine etwa noch vorhandene Speicherung gelöscht wird. Gleichzeitig zieht ein Relais
23 an, schließt seinen Kontakt 231, legt seinen anderen Kontakt
232 um und hält sich über einen Ruhekontakt 273 eines Relais
27.
Ein weiterer Kontakt 233 des Relais 23 schließt sich und
legt die Stromschiene 7 an Spannung, während sein vierter Kontakt 234 einen,
Selbstunterbrecher 24 über dessen zunächst geschlossenen Selbstunterbrecherkontakt
241 an Spannung legt, wobei ein Kondensator 25 den Schaltrhythmus bestimmt.
Ein zweiter Kontakt 242 des Selbstunterbrechers 24 gibt sodann Stromimpulse über
einen Umschaltkontakt 261 eines Relais 26 auf die Zählimpulse des
Zählmagneten 17. Dieser schließt nun im Takt der Impulse seine Kontakte
17., 17, 17, usw. nacheinander in der beschriebenen Weise. Sobald hierbei
ein Kontakt geschlossen wird, an welchem Steuerspannung liegt (im Beispiel ist es
der Kontakt 172, da die Nockenwalze 2 den Kontaktsatz 52 geschlossen
hat), bekommt das Relais 26 über seinen zweiten Kontakt 262 Strom
und legt diesen Kontakt zwecks Selbsthaltung auf Plusspannung um. Gleichzeitig legt
es seinen Kontakt 261 um, so daß der Zählmagnet 17
keine Impulse mehr
bekommt und daher in der gerade eingenommenen Kontaktstellung stehenbleibt. Die
Impulse werden nach dem Umlegen des Kontaktes 261 über den Kontakt
271 des Relais an den Zählmagneten 18 geleitet, worauf dieser zu arbeiten
beginnt. Ein dritter Kontakt 263 des Relais 26 hat währenddessen die
Stromschiene 7 abgeschaltet und statt ihrer die Stromschiene 8 an
Spannung gelegt.
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Da die Nockenwalze 3 den Kontaktsatz 62 geschlossen
hat, liegt der Kontakt 182 an Spannung. Somit bekommt bei seiner Schließung
das Relais 27
Strom und legt seinen Kontakt 272 auf Selbsthaltung um,
während sein Kontakt271 die Impulszufuhr zum Zählmagneten 18 wieder unterbricht;
außerdem öff-
net sein Ruhekontakt 273 den Selbsthaltekreis des Relais
23. Dieses macht bei seinem Abfallen durch öffnen seines Kontaktes
231 wiederum die Relais 26
und 27 stromlos, womit die gesamte
Relaisschaltung in ihren Ausgangszustand zurückgeführt ist. Die Speicherung, die
somit in der Kontaktstellung der stehengebliebenen Zählmagnete besteht, ist hierdurch
ausgeführt. Dasselbe läßt sich, selbstverständlich in entsprechender Schaltung,
auch mit einem Drehwähler durchführen.
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Die Wiedergabe der gespeicherten Ziffern wird durch Schließung von
Kontakten 28 und 29 ausgelöst, und zwar wird zunächst der Kontakt
29 geschlossen, wodurch an der Kontaktbank des Zählmagneten
18
Spannung liegt. Diese beaufschlagt über den jeweils geschlossenen Kontakt das in
der betreffenden Steuerleitung liegende Steuerrelais, welches dann die Ansage des
Zehnerwertes in der bereits beschriebenen Form einleitet; im Schaltbeispiel würde
also der Kontakt 18., Spannung an das Steuerrelais 13 legen. Sinngemää
dasselbe gilt für den Kontakt 17 2 des Zählmagneten 17, wenn zwecks
Wiedergabe des gespeicherten Einerwertes statt des Kontaktes 29 der Kontakt
28 geschlossen wird. Die Kontakte 30 und 31 sind währenddessen
geöffnet.