-
Anrufbeantworter Anrufbeantworter für personell vorübergehend nicht
besetzte Fernsprechanschlüsse haben in der Regel die Aufgabe, zunächst beim Eintreffen
eines Anrufes dem Anrufer einen Meldetext durchzugeben und dann mittels eines Sprachspeichergerätes,
beispielsweise Magnettongerätes, die Ansagen des Anrufers entgegenzunehmen und zu
speichern. Für dieses Entgegennehmen und Speichern sind verschiedene Betriebsverfahren
üblich. Bei einem Verfahren wird dem Anrufer eine feste Zeit, beispielsweise 30
Sekunden, zur Verfügung gestellt. Bei dem anderen Verfahren ist die Aufnahmezeit
nicht besonders begrenzt. Es können längere Durchsagen gemacht werden. Bei beiden
Verfahren ist es üblich und bekannt, in die Schalteinrichtung des Anrufbeantworters
ein Amplitudenkontroll- und Zeitkonstantenglied einzufügen, welches beim Ausbleiben
des Ansagetextes über eine vorgegebene Zeit hinaus den Anrufbeantworter von der
Leitung abschaltet, sie für einen neuen Anruf frei macht, und den Anrufbeantworter
zum Entgegennehmen eines neuen Anrufes in die Bereitschaftsstellung steuert. Auf
diese Weise kann ein sehr schnelles Freischalten erreicht werden. Bei Anrufbeantwortern
mit nicht fest zur Verfügung gestellten Ansagezeiten führt dieses Verfahren zu Schwierigkeiten,
wenn auf der Leitung starke Störspannungen liegen. Sie wird dann nicht frei geschaltet.
Um auch jetzt wieder ein Freischalten der Leitung zu erreichen, ist es bekannt,
das Freizeichen des Amtes als Kommandofrequenz dazu heranzuziehen, den Anrufbeantworter
von der Leitung abzuschalten. Dieses Freizeichen erhält der angewählte Teilnehmer
in der Regel, wenn der Anrufer zuerst auflegt. Die Siebglieder zum Aussieben dieser
Kommandofrequenz müssen dabei mit verhältnismäßig großer Bandbreite - etwa 200 Hz
oder mehr - ausgelegt werden. Diese Maßnahme ist notwendig, um Toleranzschwankungen
der Kommandofrequenz aufzufangen. Das führt dazu, daß bei einem Sprachspektrum,
bei dem stärkere Amplituden im Bereich der Kommandofrequenz auftreten durch diese
unerwünschte Weise der Anrufbeantworter zum Abschalten gebracht werden kann.
-
Um das zu vermeiden, sind sehr komplizierte und teure Schaltungen
entwickelt worden, welche jedoch technisch noch keine befriedigende Lösung brachten.
Durch die vorgeschlagene Erfindung werden diese Mängel beseitigt und wird es ermöglicht,
mit sehr einfachen und billigen Schaltungen sicher arbeitende Geräte zu bauen.
-
Die Erfindung geht von dem Gedanken aus, der Schalteinrichtung des
Anrufbeantworters die gesamte Niederfrequenz der Fernsprechleitung zur Kontrolle
und Bewertung zuzuführen. Die Erfindung bezieht sich auf Anrufbeantworter zum Anschluß
an Fernsprechleitungen, die mit einem Sprachspeichergerät gekoppelt sind. Als Speichergerät
kann beispielsweise ein Magnettongerät verwendet werden. Der Anrufbeantworter besitzt
eine Schalteinrichtung zum Steuern seiner eigenen und der Funktionen des Sprachspeichergerätes.
Entsprechend dem Erfindungsgedanken werden dieser Schalteinrichtung beim Betrieb
des Anrufbeantworters alle NF-Amplituden der Fernsprechleitung zugeführt. In der
Schalteinrichtung werden sie auf drei verschiedene Verstärker und/oder Gleichrichterkreise
aufgeteilt. Der erste dieser Kreise besitzt ein Amplituden- und Zeitkonstantenglied.
Er liefert in seinem Ausgang eine nahezu von den NF-Amplituden unabhängige Gleichspannung.
Mit dieser wird beispielsweise ein elektronischer Schalter direkt oder über eine
Verstärkeranordnung zum Betätigen eines weiteren elektronischen Schalters oder Relais
angesteuert. Dieser weitere elektronische Schalter oder das Relais halten den Anrufbeantworter
so lange an die Fernsprechleitung geschaltet, wie NF-Amplituden vorhanden sind.
Diese Leitungsbelegung wird erst aufgehoben und der Anrufbeantworter in bekannterWeise
in die Bereitschaftsstellung gesteuert, wenn die NF-Amplituden eine vorgegebene
Zeit, beispielsweise 5 Sekunden, ausbleiben.
-
Der zweite der genannten Verstärker und/oder Gleichrichterkreise liefert
eine Gleichspannung, deren Amplituden nahezu proportional der NF-Spannung sind.
Der dritte der genannten Verstärker und/oder Gleichrichterkreise ist mittels entsprechender
Siebelemente einer aus der Fernsprechleitung kommenden Kommandofrequenz zugeordnet.
Er liefert in seinem Ausgang eine Gleichspannung, die angenähert proportional der
Amplitude der Kommandofrequenz ist. Die Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, daß
die Gleichspannungen der Kreise 2 und 3 gegeneinander geschaltet sind und so in
den Steuereingang
des elektronischen Schalters mit eingekoppelt
werden, daß unter Benutzung des Kreises 1 und der von ihm gelieferten Gleichspannung
als Vergleichsspannung beim Eintreffen der Kommandofrequenz die Belegung der Leitung
durch den Anrufbeantworter aufgehoben und dieser in bekannter Weise in die Bereitschaftsstellung
zum Bearbeiten eines neuen Anrufes gesteuert wird.
-
Eine Ausgestaltung der.Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, daß als
Kommandofrequenz ein Tonfrequenzsignal des Amtes, beispielsweise das Amtszeichen,
benutzt wird.
-
Eine weitere Ausführung der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet,
daß die Gleichspannungen der Kreise 2 und 3, die an Ausgangskondensatoren stehen,
zum Zweck des Gegeneinanderschaltens der Spannungen einpolig direkt miteinander
verbunden sind. Dieser Verbindungspunkt soll dabei dem Massebezugspunkt der Schaltung
entsprechen. Es ist ferner vorgesehen, daß die beiden anderen Pole der Kondensatoren
über einen Kopplungswiderstand miteinander verbunden sind. Der Erfindungsgedanke
sieht ferner vor, daß der Ausgangskondensator des Kreises 3 mit einem Lastwiderstand
überbrückt ist und daß der nicht an Masse liegende Punkt des Ausgangskondensators
des Kreises 3 in den Steuereingang des obengenannten elektronischen Schalters gegebenenfalls
über einen Vorwiderstand eingekoppelt wird.
-
Eine weitere Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, daß die Quellwiderstände
der an den Ausgangskondensatoren der Verstärker und/oder Gleichrichterkreise 2 und
3 stehenden Gleichspannungen so bemessen sind, daß die Einschwingzeitkonstante der
Kondensatoraufladung des Kreises 2 bedeutend kleiner ist als die des Kreises 3.
-
Die A b b. 1 und 2 sollen die Erfindung erläutern. Mit 1 ist in ihnen
die ankommende Fernsprechleitung bezeichnet. Sie sei beispielsweise zweiadrig. Mit
2 ist das Anrufbeantwortergerät selbst und mit 3 das Sprachspeichergerät,
beispielsweise ein Magnetbandgerät, bezeichnet. Mit 4 ist die Steuereinrichtung
des Anrufbeantworters bezeichnet. Sie ist mit einer notwendigen Anzahl von Leitungen,
die beispielsweise durch die Zahlen 41 bis 44 symbolisiert seien,
mit dem Anrufbeantworter verbunden. Ebenso geht eine notwendige Anzahl von Steuerleitungen,
beispielsweise dargestellt durch die Leitungen 45 und 46, zum Sprachspeichergerät
3. Der Schalteinrichtung 4 werden ebenfalls sämtliche Tonfrequenzspannungen
der Leitung 1 zugeführt.
-
Die A b b. 2 zeigt schematisch einen Teilausschnitt aus der Schalteinrichtung
4. Die in die Schalteinrichtung eintretende Fernsprechleitung ist wieder
mit 1 bezeichnet. Bei den Punkten A und B werden die eintreffenden NF-Signale auf
die Verstärker 401 und 402 aufgeteilt. Beide besitzen eine einstellbare Verstärkungsregelung.
Der Verstärker 401 ist den Verstärker- und/oder Gleichrichterkreisen 1 und
2 zugeordnet. Der Verstärker 402 dem Verstärker- und/oder Gleichrichterkreis
3. Im Ausgang des Verstärkers 401 findet in dem dargestellten Beispiel an
den Punkten C und D eine erneute Aufteilung der NF-Signale statt. An diese Punkte
ist zunächst der Verstärker 403 geschaltet, der eine Amplitudenbegrenzung,
beispielsweise unter Benutzung einer bekannten Abkappschaltung enthält. An seinen
Ausgang ist der Gleichrichterkreis 400.1 geschaltet, an dessen Ausgangskondensator
400.11 die vom Verstärker- und/oder Gleichrichterkreis 1 gelieferte nahezu von den
NF-Amplituden unabhängige Gleichspannung steht. Sie wird in geeigneter Weise dem
elektronischen Schalter und/oder Verstärker ES, der mit 404 bezeichnet
ist, zugeführt. An seinen Ausgang ist- der mit 405 bezeichnete Schalter S geschaltet.
Erkann je nach den Erfordernissen ein elektronischer Schalter und/oder ein Relais
sein. Er wirkt beispielsweise über die Verbindungen 41 und 42 auf den Anrufbeantworter
3. Der Verstärker 403 und seine durch die Abkappschaltung wirkende Arnplitudenbegrenzung
liefert fast unabhängig von dem Pegel der auf der Leitung 1 stehenden Niederfrequenz
dem ES404 konstante Steuerspannung. Auf diese Weise hält der Schalter 404 über
S405 und die Leitung 41-42 die Fernsprechleitung 1 mit dem Anrufbeantworter
2 im Betriebszustand. Die ankommende Niederfrequenz wird vom Sprachspeicher 3 aufgezeichnet.
Der Ausgangskondensator von 400.11 ist mit einem Widerstand 400.12 überbrückt.
Die Zeitkonstante dieses Kreises ist so eingestellt, daß beim Ausbleiben der NF-Signale,
beispielsweise länger als 5 Sekunden, die Spannung an 400.12 so weit abgesunken
ist, daß der ES404 über S405, Leitung 41-42 den Betriebsabschluß der
Leitung 1 mit dem Anrufbeantworter aufhebt. Dadurch wird der Anrufbeantworter in
Bereitschaftsstellung gesteuert und die Anlage zur Entgegennahme und Bearbeitung
eines neuen Anrufes frei. Außerdem ist in dem dargestellten Beispiel an die Punkte
C-D noch der Gleichrichter 400.2 geschaltet. Er liefert an seinem Ausgangskondensator
400.21 eine Gleichspannung, die etwa den NF-Amplituden zwischen den Punkten
C und D proportional ist. Sie ist die Gleichspannung des Verstärker- und/ oder Gleichrichterkreises
2. Sie habe beispielsweise die in A b b. 2 angedeutete Polung. Ihr Minuspol liegt
auf der Masse. Der Pluspol ist über die Widerstände 400.22 und 400.32 ebenfalls
mit Masse verbunden. In diesem Kreis fließt ein von den NF-Amplituden herrührender
dauernder Gleichstrom. Der von ihm herrührende Spannungsabfall wird in geeigneter
Weise in den ES404 eingekoppelt und in ihm mit der von dem Gleichrichter
400.1 gelieferten Spannung verglichen. Die am Kondensator 400.21 stehende
Gleichspannung rührt von den Sprachamplituden der Leitung 1 und beim Eintreffen
der Kommandofrequenz auch von dieser her. Erfahrungsgemäß ist die Amplitude der
Kommandofrequenz auf der Leitung 1 immer etwa 6 db größer als die größte NF-Amplitude.
Beim Eintreffen der Kommandofrequenz bestimmt diese also im wesentlichen die Größe
der am Kondensator 400.21 stehenden Gleichspannung. A b b. 2 zeigt ferner, daß entsprechend
dem Erfindungsgedanken an den Punkten A-B die Niederfrequenz auch noch zu dem Verstärker
402 geführt ist. Seine Verstärkung ist einstellbar. Er bildet zusammen mit dem auf
die Kommandofrequenz abgestimmten Bandpaß 406 und dem Gleichrichterteil 400.3 den
Verstärker- und/oder Gleichrichterkreis 3. Seine Gleichspannung liegt am Ausgangskondensator
400.31. Sie ist etwa proportional der Amplitude der Kommandofrequenz. Ein Pol des
Kondensators 400.31 liegt in dem dargestellten Beispiel auf Masse. Der andere ist
an den Widerstand 400.32 angeschlossen. Die Spannung des Kondensators 400.31
habe die dargestellte Polung entsprechend dem Erfindungsgedanken. Sie ist der Polung
von 400.21 entgegengesetzt. Durch die einstellbare Verstärkung der Verstärker
401
und 402 können die Gleichspannungsamplituden an den Kondensatoren 400.21 und 400.31
so aufeinander abgestimmt werden, daß beim Eintreffen der Kommandofrequenz zusätzlich
zu den anderen NF-Spannungen aus der Leitung l die am Kondensator 400.31 stehende
Spannung ausschlaggebend ist. Unter ihrer Wirkung wird die Ansteuerung des
ES404 umgekehrt, so daß in bereits beschriebener Weise der Betriebsabschluß
der Leitung l mit dem Anrufbeantworter aufgehoben wird und dieser in die Bereitschaftsstellung
gesteuert wird und die Anlage zur Entgegennahme und Bearbeitung eines neuen eintreffenden
Anrufs frei ist. Es sei noch darauf hingewiesen, daß entsprechend dem Erfindungsgedanken
der Quellenwiderstand der Gleichspannungsquelle, die den Kondensator 400.31 auflädt,
so bemessen ist, daß die Einschwingzeitkonstante dieses Kreises größer ist als die
Einschwingzeitkonstante des Ladekreises für den Kondensator 400.21. Diese große
Zeitkonstante ist abgestimmt auf die zeitliche Dauer der Amplituden der Kommandofrequenz.
Durch diese Maßnahme und durch die verhältnismäßig große Amplitude der Kommandofrequenz
ist sichergestellt, daß ungünstige Frequenz- und Amplitudenlagen der Sprache nicht
zum Freischalten der Leitung über den Kommandofrequenzkreis führen können.