DE1188105B - Verfahren zum Giessstrahlentgasen von fuer die Herstellung von Strangguss bestimmtenStahlschmelzen - Google Patents
Verfahren zum Giessstrahlentgasen von fuer die Herstellung von Strangguss bestimmtenStahlschmelzenInfo
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Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C21—METALLURGY OF IRON
- C21C—PROCESSING OF PIG-IRON, e.g. REFINING, MANUFACTURE OF WROUGHT-IRON OR STEEL; TREATMENT IN MOLTEN STATE OF FERROUS ALLOYS
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Description
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
Int. CL:
C21c
Deutsche KL: 18 b-7/08
Nummer: 1188 105
Aktenzeichen: B 59673 VI a/18 b
Anmeldetag: 7. Oktober 1960
Auslegetag: 4. März 1965
Bei den bekannten Stranggießverfahren für Stahl wird in aller Regel beruhigter Stahl vergossen. Es ist
auch schon versucht worden, unberuhigten Stahl zu vergießen, jedoch hat dieses Verfahren sich bisher
noch nicht einführen können.
Nach der vorliegenden Erfindung sollen unberuhigte oder nahezu unberuhigte Stahlschmelzen für
die Herstellung von qualitativ verbessertem Strangguß geeignet gemacht werden. Auch soll eine Regelung
der Dicke der ungeseigerten Randzone im Strang ermöglicht werden.
Diese Aufgaben werden durch Anwendung einer besonderen Art der Gießstrahlentgasung gelöst. Erfindungsgemäß
wird das Vakuumgießstrahlentgasen auf unberuhigte oder nahezu unberuhigte Stahlschmelzen
für Stranggießzwecke während des Abstechens der Schmelze aus dem Schmelzofen in
einen als Abstich- und Gießpfanne dienenden vakuumdichten Behälter angewendet. Dabei wird die
Dicke der ungeseigerten Randzone des Stranges durch Bemessung des Unterdrucks gesteuert.
Es ist im Schrifttum vorgeschlagen worden, Eisenmetalle aus einem Behälter in eine Entgasungsvorrichtung
zu gießen, an deren unterem Ende das Metall in einem geheizten Kanal abwärts geführt wird,
bis es durch einen mit Gas gefüllten Raum in eine Kokille einfallen kann, wo sich ein Strang bildet.
Ein Gießen aus dem Ofen findet somit hier nicht statt.
Das Einfließenlassen der Schmelze unmittelbar aus dem Ofen in den Entgasungsraum ist aber ein
wesentliches Merkmal der vorliegenden Erfindung. Zur Durchführung des Verfahrens geeignete Vorrichtungen
bestehen aus einem Transportgefäß (Pfanne), das mit einem vakuumdicht schließenden
Deckel versehen ist, der seinerseits einen Anschlußstutzen zur Saugleitung und einen abnehmbaren Eingußtrichter
besitzt. Dieses Transportgefäß kann als Schnauzenpfanne oder als Stopfenpfanne ausgebildet
sein.
In den Zeichnungen sind zwei Ausführungsbeispiele der erfindungsgemäßen Vorrichtung dargestellt,
und zwar in Fig. 1 eine Schnauzenpfanne und in F i g. 2 eine Stopfenpfanne.
In F i g. 1 ist eine Transportpfanne dargestellt, welche eine Schnauze 2 aufweist. Sie ist mit einem
Deckel 3 verschließbar mit Hilfe der Dichtungen 4. Über dem Durchlaß 5 im Deckel ist eine Einfüllpfanne
6 mittels Dichtungen? vakuumdicht aufgesetzt. Die Einfüllpfanne 6 hat einen Stopfen 8 für
den Ausguß 9, der vor Beginn des Gusses durch eine Membrane 10 verschlossen ist. Diese Membrane
Verfahren zum Gießstrahlentgasen von für
die Herstellung von Strangguß bestimmten
Stahlschmelzen
die Herstellung von Strangguß bestimmten
Stahlschmelzen
Anmelder:
Bochumer Verein für Gußstahlfabrikation
Aktiengesellschaft, Bochum
Als Erfinder benannt:
Dipl.-Ing. Adolf Sickbert,
Wattenscheid-Eppendorf
Dipl.-Ing. Adolf Sickbert,
Wattenscheid-Eppendorf
schmilzt beim Öffnen des Stopfens auf. Der Stopfen kann jedoch auch fehlen, so daß der aus dem Ofen
oder Konverter einfließende Stahl sofort in den Ausguß eindringen kann. Die Nocken 11 der Transportpfanne
sind in der Zeichnung um 90° versetzt gezeichnet.
In F i g. 2 ist praktisch dieselbe Vorrichtung enthalten mit der Ausnahme, daß an Stelle der
Schnauze (2 in Fig. 1) ein Ausguß 12 mit Stopfenstange 13 und Membrane 14 vorgesehen sind. In der
Einfüllpfanne 6 kann die Stopfenstange 8 auch hier gegebenenfalls fehlen.
Das Vergießen zu Strängen erfolgt aus solchen Vorrichtungen in an sich bekannter Weise in Luft
oder Schutzgas und vorzugsweise unter Verwendung einer Gießwanne.
Wie bereits erwähnt, kann mit der Wahl des
Unterdrucks die gewünschte Dicke der ungeseigerten Randzonen gesteuert werden. In der Mehrzahl
der Fälle wird man die Steuerung des Unterdrucks so gestalten, daß noch eine beträchtlich geseigerte
Zone im Innern des Stranges auftritt. Das Verfahren kann jedoch auch so gelenkt werden, daß der
Strang praktisch über seinen gesamten Querschnitt ungeseigert erstarrt.
Das neue Verfahren hat außer der Möglichkeit, die Dicke der ungeseigerten Randzonen zu steuern,
noch eine große Anzahl weiterer Vorteile. So erübrigt sich hier jeder Transport der unberuhigten
oder nahezu unberuhigten Stähle, weil die Entgasung bereits am Ort der Erschmelzung erfolgt. Bei den
unberuhigten Stählen ist wiederum die Entgasung besonders wirksam. Bisher war es im Stahlwerk mit
besonderen Gefahren verbunden, völlig unberuhigte Stähle in der Abstichpfanne zu transportieren, und
zwar wegen der Möglichkeit, daß der Stahl in der
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Pfanne aufwallt. Weiterhin ergeben sich Vorteile aus den geänderten Temperaturverhältnissen. Wenn
man einen Stahl in eine Abstichpfanne bringt und sie dann zu einer Entgasunganlage fährt, um den Stahl
aus der Abstichpfanne in die Entgasungseinrichtung umzufüllen und ihn schließlich zur Gießgrube zu
bringen, so erleidet das Metall bekanntlich sehr erhebliche Verluste an Temperatur. Diese Verluste
müssen in den Wärmehaushalt einkalkuliert werden. Daher ist 6s notwendig, vor dem Abstich die
Schmelze im Ofen entsprechend hoch zu überhitzen. Diese Überhitzung bringt nicht nur einen größeren
Ofenverschleiß mit sich, sondern ist auch für den Gasgehalt des Stahles ungünstig, weil die Aufnahme
fähigkeit der Schmelze für Gas mit der Höhe der Temperatur ansteigt. Bei der Erfindung wird daher
nicht nur der Ofen geschont, sondern es brauchen auch nur geringere Mengen schädlicher Gase abge
pumpt zu werden. Es ergeben sich auch niedrigere Gasgehalte im fertigen Stahl. Auch werden größere
Mengen an Schwefelmetallverunreinigungen, wie Blei, Zink, Zinn oder Kadmium, beseitigt.
Es ist noch zu erwähnen, daß bei einem Verfahren, bei dem aus einem Ofen ausfließender Stahl besonders gut entschlackt werden soll, auch der
Wunsch zum Ausdruck gebracht worden ist, die Schmelze gleichzeitig zu entgasen (USA.-Patentschrift 1554 368). Darin ist vorgesehen, für die
Stahlherstellung eine Anlage zu benutzen, die aus einem mit dem Abstich des Ofens dicht verbundenen
Einlaufrohr und einer daran anschließenden schneckenhausförmigen Entschlackungsvorrichtung
besteht, die außerdem als Deckel für eine den aus der Entschlackung auslaufenden Stahl aufnehmende
Pfanne benutzt wird. Die Entschlackungsvorrichtung ist nut Schikanen und Schiebern ausgestattet, welche
eine Trennung von Stahl und Schlacke durch Abstreifen ermöglicht. Außerdem soll in der Ent-
schlackungsvorrichtung ein Unterdruck erzeugt werden, um im Stahl gelöste Gase zu entfernen. Die
Erzeugung eines für eine wirksame Stahlentgasung erforderlichen Unterdruckes ist aber nicht möglich,
weil an den für den Schlackenabfluß geöffneten Schiebern kein vakuumdichter Abschluß vorhanden
ist. Dazu wäre eine Abdichtung durch eine genügend hohe Säule der Schlacke notwendig, die mehr als
4 bis 5 m betragen müßte. In der Entschlackungsvorrichtung ist daher eine Entgasung des Stahles
ίο unmöglich. Selbst nach dem beendeten Abstich und
nach Schließung aller Schieber in der Entschlakkungsvorrichtung ist eine Stahlentgasung in der
Pfanne kaum durchführbar, weil eine für die Vakuumerzeugung erforderliche Dichtheit bei keramisehen
Schiebern, bei Pfannenstopfen und bei lediglich mit Ton verschmierten Dichtungsflächen nicht
gegeben ist.
Das Verfahren mit dieser Vorrichtung ist auch deswegen praktisch nicht durchführbar, weil keine
Möglichkeit ersichtlich ist, wie man bei an das Abstichloch dicht angeschlossenem Einflußrohr das Abstichloch
öffnen könnte.
Claims (1)
- Patentanspruch:Anwendung des Vakuumgießstrahlentgasens auf unberuhigte oder nahezu unberuhigte Stahlschmelzen für Stranggießzwecke während des Abstechens der Schmelze aus dem Schmelzofen in einen als Abstich- und Gießpfanne dienenden vakuumdichten Behälter.In Betracht gezogene Druckschriften:
USA.-Patentschriften Nr. 1554 368, 2 709 842,
2 837790;
Herrmann, »Handbuch des Stranggießens«,1958, S. 436 bis 438;Zeitschrift »Stahl und Eisen«, 1952, S. 872, und1959, S. 472 bis 477;Zeitschrift »Gießereitechnik«, 1959, S. 77.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Priority Applications (5)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEB59673A DE1188105B (de) | 1960-10-07 | 1960-10-07 | Verfahren zum Giessstrahlentgasen von fuer die Herstellung von Strangguss bestimmtenStahlschmelzen |
| CH1142361A CH394264A (de) | 1960-10-07 | 1961-10-02 | Verfahren zum Entgasen und Vergiessen von Schmelzen und Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens |
| LU40677D LU40677A1 (de) | 1960-10-07 | 1961-10-05 | |
| BE608855A BE608855A (fr) | 1960-10-07 | 1961-10-05 | Procédé et dispositif pour la dégazéification et la coulée d'acier, éventuellement de la fonte ou d'autres métaux. |
| GB3607961A GB1011056A (en) | 1960-10-07 | 1961-10-06 | Improvements in or relating to the degasification of metal |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEB59673A DE1188105B (de) | 1960-10-07 | 1960-10-07 | Verfahren zum Giessstrahlentgasen von fuer die Herstellung von Strangguss bestimmtenStahlschmelzen |
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| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1188105B true DE1188105B (de) | 1965-03-04 |
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ID=6972552
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Country Status (1)
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| DE (1) | DE1188105B (de) |
Citations (3)
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|---|---|---|---|---|
| US1554368A (en) * | 1923-03-01 | 1925-09-22 | Adolph A Rackoff | Process and apparatus for making steel |
| US2709842A (en) * | 1951-07-06 | 1955-06-07 | Gordon R Findlay | Apparatus for continuous casting of high-melting-point metals |
| US2837790A (en) * | 1953-12-28 | 1958-06-10 | Ford Motor Co | Process for degassing ferrous metals |
-
1960
- 1960-10-07 DE DEB59673A patent/DE1188105B/de active Pending
Patent Citations (3)
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| US1554368A (en) * | 1923-03-01 | 1925-09-22 | Adolph A Rackoff | Process and apparatus for making steel |
| US2709842A (en) * | 1951-07-06 | 1955-06-07 | Gordon R Findlay | Apparatus for continuous casting of high-melting-point metals |
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