-
Abzugsscheibe für Kabel und Seile Die Erfindung bezieht sich auf eine
Abzugsscheibe für Kabel und Seile und betrifft die Anordnung und Ausbildung von
Klemmvorrichtungen an Abzugsscheiben zur Erhöhung des Reibungsschlusses zwischen
Abzugsstrang und Abzugsscheibe. Mit diesen Klemmvorrichtungen ist es möglich, auch
bei einem Umschlingungswinkel des Kabels bzw. Seiles von weniger als 90° die für
den Abzug notwendige Zugkraft zu erhalten. Darüber hinaus kann mit diesen Klemmvorrichtungen
der Auflaufpunkt bzw. die gelegte Windung des Kabels oder Seiles auf der Abzugsscheibe
verlagert werden.
-
Zum kontinuierlichen Abziehen von Strängen, wie Kabel und Seile, mittels
Abzugsscheiben ist es bekannt, den abzuziehenden Strang in mehreren Windungen um
die Scheibe zu legen. Dabei wird es erforderlich, den Auflaufpunkt des Stranges
auf der Abzugsscheibe zu verlegen oder den Strang innerhalb einer Umschlingung um
den Betrag seiner Dicke parallel zur Scheibenachse abzulenken, damit der Auflaufpunkt
für den auf die Abzugsscheibe auflaufenden Strang frei bleibt.
-
Diese Ablenkung bzw. Abweisung kann entweder mit Hilfe einer auslenkbaren
Abstreifvorrichtung, eines feststehenden Abweismessers oder eines mitumlaufenden
und verstellbaren Abweisringes bewirkt oder durch seitliches Verschieben der Abzugsscheibe
herbeigeführt werden.
-
Die genannten Vorrichtungen und Einrichtungen erfüllen jedoch sehr
unbefriedigend ihre Aufgabe. Insbesondere läßt es sich bei diesen Vorrichtungen
nicht ganz vermeiden, daß die erste Windung axial gleitet und der Strang bei seiner
seitlichen Abweisung stark mechanisch beansprucht wird. Bei unbewehrten Kabeln besteht
außerdem durch die erforderliche mehrfache Umschlingung der Abzugsscheibe die Gefahr,
daß die äußere Hülle den von der Abzugsscheibe ausgeübten Radialkräften nicht widerstehen
kann und beschädigt wird. Den Strang in weniger Windungen um die Abzugsscheibe zu
führen und das Gleiten durch scherenartig ausgebildete, auf den Strang wirkende
Mitnehmer zu verhindern, führt wiederum zu starken Deformierungen des Stranges.
Bei Koaxialkabeln besteht die zusätzliche Gefahr, daß die von der Abzugsscheibe
bzw. Trommel ausgeübte Kraft die konzentrischen Leiter deformiert.
-
Zur Vermeidung dieser Nachteile ist es beispielsweise bekannt, den
Abzugsstrang mit weniger als einer halben Umschlingung auf eine mit Führungsrillen
versehene Abzugsscheibe zu spannen und dann um eine achsparallel zur Abzugsscheibe
angeordnete Hilfsscheibe mit gegen die Rillen der Abzugsscheibe versetzten Rillen
zu führen. Nach einer halben Umschlingung dieser Rillenscheibe läuft der Strang
wieder zur eigentlichen Abzugsscheibe zurück und wird nach mehreren nebeneinanderlaufenden
Windungen abgenommen. Diese Vorrichtung weist jedoch den Nachteil auf, daß der Strang
bei jeder Windung zweimal gekrümmt und geradegebogen wird und auch zum Rutschen
neigt, weil die Scheiben nur auf ihrem halben Umfang umschlungen werden. Schon gar
nicht eignet sich diese Vorrichtung zum Abziehen von Strängen mit Verdickungen,
weil der Abstand der Windungen voneinander durch die Rillen der Scheiben bestimmt
wird.
-
Ferner ist es bekannt, den Strang möglichst in einer geraden Linie
abzuziehen. Zum Beispiel wird der Strang auf einen um die Abzugsscheibe bewegten
endlosen Träger gleitlos aufgelegt oder zwischen Raupenketten, Rollenpaare oder
durch in einer Ebene gegeneinander versetzte Rollen geführt. Hierbei ist es jedoch
notwendig, den für den Reibungsschluß zum Durchziehen des Stranges erforderlichen
Abstand zwischen den Raupenketten bzw. Rollen mit ihren Andruckeinheiten dem jeweiligen
Strangdurchmesser anzupassen und dafür Sorge zu tragen, jederzeit diesen Abstand
vergrößern zu können, wenn eine in dem Strang liegende Verdickung ohne Beschädigung
diese Transporteinheiten durchlaufen soll. Besonders bei Kabeln mit zwischengebauten
Instrumentengehäusen ist es erforderlich, daß die Raupenketten oder Rollen das Gehäuse
freigeben, das Kabel dabei jedoch erfaßt bleibt und ohne Unterbrechung weitertransportiert
wird. Dazu werden bei Rollenabzügen die Instrumentengehäuse in einen Schlitten oder
Wagen gelegt und über oder neben die relativ lange Abzugsstrecke geführt. Eine Unterbrechung
des Abziehens läßt sich hierbei jedoch nicht ganz vermeiden. Bei Raupenabzügen werden
ohne Arbeitsunterbrechung, dafür aber mit großem Aufwand, die einzelnen Andruckeinheiten
unabhängig voneinander um etwa den
Radius des Gehäuses aus ihrer
Lage mittels einer durch die Raupeneinheit geführten Wandermaske einer Programmvorrichtung
geschwenkt.
-
Es ist auch noch ein über Rollen laufendes Förderband bekanntgeworden,
welches derart geformt ist, daß ein bandförmiges Gut auf ihm festgehalten werden
kann. An den Stellen, an welchen das bandförmige Gut auf das Förderband auf- oder
abläuft, wird das Förderband bedingt durch eine konstruktive Ausbildung der das
Förderband führenden Rollen in seiner Querrichtung gespreizt. Dadurch werden im
Förderband enthaltene elastische Nasen hochgestellt und der Weg für das bandförmige
Gut freigegeben. Eine solche Vorrichtung ist für das Abziehen von Kabeln und Seilen
nicht geeignet, da sie nicht in der Lage ist, eine größere Abzugskraft auszuüben.
-
Es sind weiter Trommeln bekannt, auf welchen lange Papierbahnen zu
weiterbearbeitenden Einrichtungen, beispielsweise Druckwalzen oder Schneidemaschinen,
befördert werden. Um diese Papierbahnen dabei schonend und rationell zu handhaben,
sind am Umfang der Trommel Greifer angebracht, mit denen die großflächigen Papierbahnen
auf der Trommeloberfläche plan aufliegend festgehalten werden: Die Greifer werden
nun so gesteuert, daß sie die Papierbahnen an bestimmten Stellen des Trommelumfanges
freigeben. Die Steuerung erfolgt mit Hilfe einer seitlich der Trommel fest angeordneten
Kurvenscheibe, welche mit einer Führungsnut versehen ist, in der über Hebel mit
dem Greifer verbundene Rollen laufen. Die Führungsnut ist in der bekannten Vorrichtung
so ausgebildet, daß während des größten Teiles des Trommelumlaufes eine schließende
Kraft auf den Greifer ausgeübt wird.
-
Bei der bekannten Vorrichtung ist nicht vorgesehen, mit den Greifern
eine Kraft zu kompensieren, die auf das Transportgut, in diesem Falle auf die Papierbahnen,
wirkt. Vielmehr ist sogar ausdrücklich empfohlen, die den Greifern aufgedrückte
Kraft so zu bemessen, daß die Papierbahnen in gewissen Grenzen in Förderrichtung
unter den Greifern schlüpfen können. Die Greifer sind darüber hinaus auch nicht
seitlich verschiebbar angeordnet, wodurch ein seitliches Verschieben des Abzugsgutes
ermöglicht würde.
-
Die bekannten Abzugsvorrichtungen weisen außer den bereits aufgezeigten
Nachteilen gemeinsam den Mangel auf, daß sie nicht ohne weiteres an Verseilmaschinen
und zum Verlegen und Einholen von Seekabeln gleichermaßen verwendet werden können.
-
Demgegenüber kann die erfindungsgemäße Abzugsscheibe für Kabel und
Seile mit Vorrichtung zum seitlichen Verschieben derselben auf der Scheibe und zum
Andrücken des Abzugsgutes an Verseilmaschinen, an Drahtseilbahnen, als Spill und
auch zum Verlegen und Einholen von Seekabeln mit eingebauten Instrumentengehäusen
verwendet werden. Bei der erfindungsgemäßen Abzugsscheibe ist es nämlich nicht unbedingt
notwendig, den abzuziehenden Strang in mehreren Windungen um die Scheibe zu legen.
-
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Abzugsscheibe zu schaffen,
mit der auch bei einem Umschlingungswinkel des abzuziehenden Stranges zwischen 70
und l80° kontinuierlich abgezogen werden kann.
-
Um die aus der Zweckbestimmung der Erfindung sich ergebende Aufgabe
zu erfüllen, wird zur Erhöhung des Reibungsschlusses und gleichzeitig auch zur Verlegung
des Auflaufpunktes oder der gelegten Windung des Abzugsstranges auf dem Scheibenumfang
vorgeschlagen, am Scheibenumfang auf das Abzugsgut gerichtete, von außen unabhängig
voneinander parallel zur Abzugsscheibenachse verschiebbare und auf das Abzugsgut
preßbare Klemmvorrichtungen anzuordnen.
-
Ferner wirken erfindungsgemäß während eines Scheibenumlaufs auf die
längs des Scheibenumfangs in gleichen Abständen voneinander vorgesehenen, über den
Umfang radial vorstehenden Klemmvorrichtungen Kurvenabschnitte axial verstellend
ein, die neben der Scheibe an beiden Scheibenseiten angeordnet sind.
-
Im einzelnen besteht jede erfindungsgemäße Klemmvorrichtung aus zwei
einander gegenüberliegenden Klemmbacken, deren Füße in zwischen einer Schiene und
dem Scheibenumfang gleitenden, mittels einer Schraubenfeder voneinander gepreßten
Druckstücken angeordnet sind.
-
Gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung besitzt jede Klemmbacke
eine Nase zur Aufnahme des Abzugsgutes und eine darüberliegende sattelartige Ausbuchtung
zur Aufnahme von Verdickungen im Abzugsgut.
-
Diese Abzugsscheibenausbildung und Anordnung der Klemmvorrichtungen
hat den besonderen Vorteil, daß das Instrumentengehäuse nicht besonders verschoben
und die Kurvenabschnitte nicht von Fall zu Fall neu eingestellt werden müssen, wenn
die Scheibe entsprechend bemessen, dem Kabel eine große Auf-Lagefläche liefert und
dementsprechend der Umschlingungswinkel des Kabels nicht größer als 180°' zu sein
braucht.
-
Weitere Einzelheiten ergeben sich aus der Beschreibung der ein Ausführungsbeispiel
der Erfindung darstellenden Zeichnungen.
-
Es zeigt die F i g. 1 ein Ausführungsbeispiel einer der im gleichen
Abstand voneinander am Seheibenumfang angeordneten Klemmvorrichtungen und die F
i g. 1 bis 6 die einzelnen Bewegungsphasen einer Klemmvorrichtung beim Durchlaufen
zwischen den Kurvenabschnitten.
-
Zum Abziehen von Abzugsgut 18 wie Kabel und Seile bzw. zum
Abbremsen derselben bei Verlegearbeiten wird eine Abzugsscheibe-1 verwendet; deren
Durchmesser dem Umschlingungswinkel und der jeweils aufzubringenden Zugkraft- angepaßt
ist: Die Abzugsscheibe wird in der Regel zum Abziehen von gleichen Strängen bei
einem Umschlingungswinkel von beispielsweise 360° kleiner sein können als bei einem
Winkel von 90°. Um eine größere als dem Umschlängungswinkel entsprechende Zugkraft
auszuüben, sind auf dem einen T-förmigen Querschnitt aufweisenden Umfang 2 der Scheibe
1 im gleichen Abstand voneinander Klemmvorrichtungen vorgesehen. Jede Klemmvorrichtung
besteht aus zwei gegeneinander wirkenden Klemmbacken 3 und 4 gleicher
Ausbildung und Anordnung. Jede Klemmbacke 3 und 4 weist eine gegen das Abzugsgut
18 druckbare und schräggestellte, mit einem auswechselbaren Gummidruckstück 20 gepolsterte
Nase 5 und eine darüberliegende sattelartige Ausbuchtung 6 zur Aufnahme von Verdickungen
im Abzugsgut 18, wie beispielsweise Verstärker 19 in Seekabeln; auf.
-
Die Klemmbacken 3 und 4 werden zwischen zwei parallel
zur Scheibenachse liegenden, auf dem Scheibenumfang 2 befestigten Schienen 7 geführt
und sind
dazu mit dem ihren Fuß 8 durchdringenden Bolzen 9 in einem
zwischen den als Strangauflage ausgebildeten Schienen 7 und dem Scheibenumfang 2
parallel zur Scheibenachse gleitenden Druckstück 10 eingesetzt. Der nach außen weisende
Teil des Bolzens 9 trägt eine Schraubenfeder 11 und sitzt gleitend in einer Bohrung
12 des außenliegenden Teils des Druckstückes 10, welches an diesem Ende eine über
den Scheibenrand hervorstehende Rolle 13 trägt. Die Schraubenfeder 11 hat die Aufgabe,
Ungleichmäßigkeiten im Strangdurchmesser aufzufangen, damit diese Stellen nicht
glattgedrückt werden. Der zur Scheibenmitte zeigende Teil des Bolzens 9 sitzt mit
einer aufgesetzten Buchse 14 in dem mit einem Längsschlitz 15 für den Fuß 8 versehenen
Teil des Druckstückes 10, gegen dessen Ende eine gegen das gegenüberliegende Ende
des anderen Druckstückes sich abstützende Schraubenfeder 16 drückt. Diese zwischen
den beiden Druckstücken 10 liegende Schraubenfeder 16 drückt die Druckstücke 10
mit den Rollen 13 gegen Kurvenabschnitte 17, die ihrerseits, entsprechend ihrer
Formgebung, über die Rollen 13 die einzelnen Klemmbacken 3 und 4 mehr oder weniger
zur Scheibenmitte verschieben bzw. diesen die Möglichkeit gibt, ihren Abstand von
der Scheibenmitte zu vergrößern.
-
In den F i g. 1 bis 6 werden die einzelnen Bewegungsphasen einer Klemmvorrichtung
während des Umlaufs der Abzugsscheibe zwischen den Kurvenabschnitten dargestellt.
Der Umschlingungswinkel beträgt in diesem Beispiel 360°.
-
In F i g. 1 sind beide Klemmbacken 3 und 4 von der dazwischenliegenden
Schraubenfeder 16 auseinandergedrückt. Das seitliche Ausrücken der Rollen 13 der
Druckstücke 10 wird von den Kurvenabschnitten 17 begrenzt. Das Kabel 18 läuft links
auf.
-
F i g. 2 zeigt noch die auseinandergefahrenen Klemmbacken 3 und 4.
Diese Stellung behalten die Klemmbacken bei, bis sie einen Winkel von etwa 100°
durchlaufen haben. Der Verstärker 19 läuft links auf und stützt sich gegen die linke
Klemmbacke 3. Das Kabel 18 ist von den Klemmbacken der anderen Klemmvorrichtungen
durch eine entsprechende Gestaltung der Kurvenabschnitte 17 nach rechts verschoben
worden.
-
In der F i g. 3 wird die Stellung der Klemmbacken 3 und 4 wiedergegeben,
nachdem sie den 100°-Winkel durchlaufen haben. Die rechte Klemmbacke 4 bewegt sich
nach links und drückt den Verstärker 19 auf die sattelartigen Ausbuchtungen 6 der
Klemmbacken. Das vor und hinter dem Verstärker 19 liegende Kabel 18 ist von den
Klemmbacken der anderen Vorrichtungen festgehalten.
-
Die F i g. 4 und 5 geben die Stellungen der Klemmbacken wieder, die
diese beim Durchlaufen eines Winkels von etwa 240° einnehmen. Die Klemmbacken wurden
von den Kurvenabschnitten 17 gleichmäßig von links nach rechts so bewegt, daß der
Verstärker 19 auf die Ausbuchtungen 6 der Backen zu liegen kam bzw. als dieser auflief,
waren die Klemmbacken so weit zueinander verschoben, daß das Kabel 18 zwischen die
Nasen 5 auf die Schienen 7 fallen konnte, der Verstärker 19 jedoch von den sattelartigen
Ausbuchtungen 6 der Klemmbacken 3 und 4 aufgefangen wurde. Aus der F i g. 6 ist
zu entnehmen, daß von den beiden Klemmbacken 3 und 4, nachdem diese in die äußerste
rechte Stellung durch die Kurvenabschnitte 17 verschoben worden sind, die linke
Klemmbacke 3, entsprechend dem größer werdenden Abstand des linken Kurvenabschnittes
17 von der Abzugsscheibe, durch die zwischen den Klemmbacken liegenden Schraubenfeder
16 nach links gedrückt worden ist. Der auf den Klemmbacken liegende Verstärker 19
gleitet dabei auf die Schienen 7 und bleibt an der rechten Klemmbacke 4 liegen.
Das auflaufende Kabel hat dadurch genügend Platz.