DE118134A - - Google Patents
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Gegenstand vorliegender Erfindung ist ein Apparat zum Bedrucken, Ausgeben und Registriren
von Fahrkarten, insbesondere Eisenbahnfahrkarten.
Bekannte Apparate dieser Art gestatten nur den Aufdruck einer beschränkten Anzahl von
Worten und Zahlen, deren Typen bereits entsprechend zusammengestellt am Druckstock
befestigt sind.
Der Zweck des neuen Apparates besteht nun darin, das Aufdrucken beliebiger Worte und
Zahlen zu ermöglichen.
Dieser Zweck wird durch die Anordnung eines Druckstockes erreicht, welcher aus drehbaren
Typenrädern besteht, die mit den Buchstaben des Alphabets und den Ziffern von ο
bis g versehen sind. Durch Drehen einer Kurbeltaste über einer Scheibe, welche mit
den Typen der Typenscheiben hinsichtlich der Reihenfolge entsprechenden Buchstaben und
Ziffern versehen ist, werden die Typenscheiben so eingestellt, dafs diejenige Buchstaben- oder
Zifferntype derselben, über welcher die Kurbeltaste auf der Scheibe angehalten wird, sich
vor der Fahrkarte bezw. vor einem Kontrolstreifen . an der zum Aufdruck geeigneten Stelle
befindet. Der Aufdruck selbst erfolgt durch Niederdrücken der Kurbeltaste, indem dabei
durch geeignete Mittel die Typenräder gegen die Druckflächen der Fahrkarte und des Kontrolstreifens
bewegt werden, während die Typenschaltung beim Loslassen der Kurbeltaste
selbstthätig durch ruckweises Verschieben der Typenräderachse parallel zu den Druckflächen
bewirkt wird.
Die Zeichnung veranschaulicht die Einrichtung des neuen Apparates durch sieben Figuren.
Fig. ι zeigt den Apparat im Aufrifs und theilweisem Schnitt.
Fig. 2 zeigt einen Theil der Fahrkartenbehälter und den Druckapparat in Draufsicht
nach Entfernung des Zifferblattes.
Fig. 3 zeigt im Aufrifs den hinteren Theil des Druckapparates.
Fig. 4 stellt das Zifferblatt, d. h. die mit den Buchstaben und Ziffern versehene Scheibe
mit der darüber befindlichen Kurbeltaste dar.
Fig. 5 und 6 zeigen eine einfache, bezw. eine Rückfahrkarte.
Fig. 7 zeigt einen Theil des Kontroistreifens.
Der neue Apparat besteht aus dem Fahrkartenbehälter, dem Druckapparat und dem
Sockel, welcher das Hauptkontrolblatt enthält.
Auf dem Sockel ist der kreisrunde Fahrkartenbehälter drehbar gelagert. Zwecks leichterer
Drehung desselben wird vorzugsweise Kugellagerung angewendet. Der Fahrkartenbehälter
ist in eine Anzahl Fächer getheilt, die wieder in je ein oberes und ein unteres Fach getheilt sind. Die oberen Fächer enthalten,
nach Klassen geordnet, die Fahrkarten, während die unteren Fächer. zur Aufnahme
der Kontroiblätter dienen.
Die in den oberen Fächern befindlichen Fahrkarten α werden durch eine Platte r, die
unter dem Druck einer Feder s steht, zusammengehalten und in radialer Richtung
gegen die Mittelachse des Apparates bei Entfernung der vorderen Fahrkarte vorgeschoben.
Die Feder s ist um eine Spindel gewickelt, die einen Handgriff t trägt. Eine auf dem
Sockel befestigte Feder jr, welche sich in Einschnitte
des Fahrkartenbehälters legt, dient dazu, letzteren in den verschiedenen Stellungen
festzustellen. In den unteren Fächern ist je eine Walze b gelagert, auf welcher ein Papierstreifen
von ungefähr 5 cm Breite aufgerollt ist, der als Kontrolblatt dient. Dieses Kontrolblatt
wird durch den abgerundeten Haken ν gespannt und nach dem Aufdruck des Kontrolvermerkes
auf eine zweite Walze d aufgewickelt. Zur Weiterschaltung des Kontrolblattes
dient ein halbkreisförmiger, als Rahmen ausgebildeter Hebel c, welcher um eine Achsey
pendelt. Wenn dieser Hebel am vorderen Ende niedergedrückt wird, bewirkt er gleichzeitig
ein theilweises Herausschieben der bedruckten Fahrkarte aus dem Behälter. Um den Vorschub des Kontroistreifens nach jedem
Aufdruck zu ermöglichen, ist die Rolle d auf einer Seite mit dem Sperrrad g versehen, in
welches eine auf dem Hebel c befestigte Schaltklinke h eingreift. Beim Niederdrücken
des Hebels c wird das Rad g um einen Zahn weiter geschaltet. Eine Gegenklinke m verhindert
die Rückdrehung. Das theilweise Herausschieben einer bedruckten Fahrkarte aus dem oberen Behälter wird durch ein Metallblatt
j bewirkt, welches unter der vordersten Fahrkarte durch zwei kleine Hebel k gehalten
wird, die mit dem Hebel c verbunden sind. Das Metallblatt gleitet bei der Bewegung des
Hebels c in zwei Rillen. Die Feder / führt den Hebel c in seine Anfangsstellung zurück.
Der Druckapparat besteht aus vier völlig gleichen Typenscheiben i i1 z'2 is, welche auf
eine Welle e aufgekeilt sind. Die Typen sind erhaben am Umfange der Scheiben angeordnet,
und zwar derart, dafs sich immer die gleichen Typen bei allen vier Scheiben genau senkrecht
unter einander befinden. Die beiden oberen Typenräder dienen zum Bedrucken der Fahrkarten, die beiden unteren zum Bedrucken
der Kontroistreifen. Die Welle e der Typenräder ist drehbar in einem Schlitten ο gelagert
und wird durch die Kurbeltaste ρ gedreht. Diese befindet sich oberhalb der Scheibe q,
auf welcher die den Typen der Typenscheiben entsprechenden Buchstaben, Zahlen und sonstigen
Zeichen vermerkt sind, und besteht aus einem Hebel, welcher auf einem ebenfalls drehbaren Support p1 gelagert ist. Der Support
ist auf dem oberen Ende einer Welle u befestigt, welche somit bei der Drehung der
Kürbeitaste ρ ebenfalls mitgedreht wird. Durch die Welle u ist ein Splint χ gesteckt, welcher
in dem Schlitz \ der Muffe |2 senkrecht gleiten
kann. Ein Universalgelenk α1 verbindet die Muffe ^2 mit einem Rohr b1, in welchem ein
anderes Rohr c1 gleitet. Dieses Rohr c1 ist
mit einem zweiten Universalgelenk dl verbunden , welches auf der die Typenscheiben tragenden
Achse e sitzt. Ein Splint el läfst das
Rohr c1 in dem Rohr b1 nur in der Längsrichtung
gleiten, verhindert jedoch eine Drehung, so dafs eineVeränderung derStellung derKurbeltaste
ρ eine gleiche Stellungsveränderung aller Typenscheiben verursacht. Wenn man andererseits
die Kurbeltaste ρ mit ihrer Nase in einen der ringsum an dem Zifferblatt angeordneten
Einschnitte eindrückt, so bewirkt die hochgehobene Welle u durch den Bund f1 einen
Ausschlag des Hebels g1. Diese Bewegung wird von der Stange hl auf den Hebel j1
übertragen, der mit einer Rolle I1 versehen ist, welche den auf Rollen ml gelagerten
Schlitten 0 vorstöfst. Bei der Vorwärtsbewegung des Schlittens ο berühren die Typen die
Druckflächen der Fahrkarte und der Kontrolstreifen. Ein Gegengewicht n1 führt den
Schlitten 0 beim Loslassen der Kurbeltaste* ρ wieder in die Normalstellung zurück.
Um zwischen jedem Buchstaben den erforderlichen Zwischenraum zu erhalten, verschiebt
sich die Achse der Typenscheiben leicht und fortschreitend von links nach rechts bei jedesmaligem
Loslassen der Kurbeltaste. Zu diesem Zweck ist ein zweiter Schlitten o1 vorgesehen,
welcher sich rechtwinklig zur Bewegungsrichtung des Schlittens 0. verschiebt. Der Schlitten
o1 gleitet auf Rollen q1, welche sich wiederum
auf Traversen r1 bewegen, die senkrecht zum Schlitten ο stehen. Der Schlitten o1
steht unter der Wirkung einer Feder sl und wird in ähnlicher Weise wie die Druckvorrichtung
einer Schreibmaschine durch Zahnstangen t1 und Hebel u1 nach jedesmaligem
Loslassen der Kurbeltaste Zahn um Zahn fortgeschaltet, wodurch die Achse der Typenräder
in gleicher Weise parallel zu den Druckflächen der Fahrkarte und der Kontrolstreifen verschoben
wird.
Neben den beiden oberen Typenscheiben i und z'1, welche zum Bedrucken der Fahrkarten
bestimmt sind, können noch zwei Datirer angebracht sein, deren jeder aus einer Ziffernscheibe
für die Tage, einer Typenscheibe für die Monate und einer Ziffernscheibe für die
Jahre besteht. Der Datirer kann vor der Benutzung des Apparates passend eingestellt
werden und so das Datum bei einem Druck auf die Kurbeltaste aufdrucken.
Das Auftragen der Druckschwärze auf die sämmtlichen Typenscheiben geschieht selbstthätig
mittelst zweier Auftragwalzen v1, welche
durch Federn (Fig. 2) gegen die Typenscheiben geprefst werden.
Aufser den bereits erwähnten, unter den Fahrkartenfächern befindlichen Kontroistreifen
ist noch ein besonderer Kontrolstreifen in dem Sockel des Apparates angeordnet. Zum Bedrucken
desselben dient das untere Typenrad z'3. Auf diesem Kontrolstreifen werden
hinter einander sämmtliche Bestimmungsorte, für welche die Fahrkarten gelöst worden sind,
sowie der Preis gedruckt (s. Fig. 7). Der Vorschub des unteren Kontrolstreifens wird beim
Niederdrücken der Hebel c durch eine an jedem derselben vorgesehene Nase η bewirkt.
Diese Nase greift in die Zähne des Sperrrades #>',
welches auf der Achse der Aufwickelrolle für den Kontrolstreifen festsitzt. Die Sperrfeder x1
verhindert die Rückdrehung. Von der Walze %l
wird der Kontrolstreifen abgewickelt. Der Aufdruck erfolgt über dem halbrunden Widerlager
y1.
Die in den Fig. 5 und 6 dargestellten Fahrkarten zeigen an den schraffirten Stellen den
mit dem Apparat bewirkten Aufdruck. Ebenso ist das Datum mit dem Apparat gedruckt.
Die übrigen Vermerke sind auf den Fahrkarten bereits vorgedruckt. Wenn mit dem Apparat einfache Fahrkarten gedruckt werden
sollen, dann functionirt die eine der beiden oberen Typenscheiben vor dem leeren Theil
des jeweilig vor den Typenrädern befindlichen Faches, da die einfachen Fahrkarten nur die
halbe Höhe des Faches einnehmen. Sind Rückfahrkarten in den Fächern enthalten, dann
befinden sich die beiden Typenräder i i1 vor den für die Ortsbestimmung vorgesehenen
Stellen. ■ |
Der Apparat wird in folgender Weise benutzt:
Angenommen, es wünscht Jemand eine Rückfahrkarte zweiter Klasse mit dem Bestim- j
mungsort »Aulnoye«. Der den Apparat Bedienende mufs zuerst den Behälter, welcher
die Fahrkarte der betreffenden Klasse für Hin- und Rückfahrt enthält, auf den zum Bedrucken
geeigneten Platz führen und läfst die Feder y in den unter dem Fache vorhandenen Einschnitt
einschnappen. Die Drehung der Fahrkarten trommel kann mittelst eines der Griffe t
bewirkt werden. Der Aufdruck erfolgt nun, indem der Bedienende das Wort »Aulnoye«
durch Herumführen der Kurbeltaste ρ und Niederdrücken der Nase in die vor den betreffenden
Buchstaben der Ziffernscheibe befindlichen Einschnitte zusammensetzt. Für den
Aufdruck des Datums dreht der Bedienende die Kurbeltaste an diejenige Stelle, an welcher
das Wort »Date« auf der Scheibe q vorgesehen ist. Für den Aufdruck des Vermerkes
»via Tergnier« sind an den Typenrädern z, z'1
und z2 bereits Typenzusammensteüungen angebracht. Die gleichen Vermerke befinden
sich auch auf der Scheibe q. Aus den Ziffern von ο bis 9, welche auf der Scheibe q angebracht
sind, kann durch entsprechende Drehung und Niederdrücken der Kurbeltaste ρ der Preis
der Fahrkarte zusammengesetzt werden. Nachdem der Aufdruck fertiggestellt ist, mufs der
den Apparat Bedienende, um die Fahrkarte herausziehen zu können, einen Druck auf den
Hebel c ausüben. Das dünne Metallplättchen^' befördert dabei die bedruckte Fahrkarte nach
oben, so dafs sie dann vollständig herausgezogen werden kann. Zu gleicher Zeit wird
die Sperrklinke /2, indem sie die Walze g um einen Zahn weiterdreht, den oberen Kontrolstreifen
für einen neuen Aufdruck einstellen. Dasselbe geschieht mit dem unteren Kontrolstreifen,
indem die Nase η des Hebels c das Sperrrad wy um einen Zahn oder auch um
mehrere Zähne weiterdreht.
Claims (2)
- Patent-Ansprüche:ι . Apparat zum Bedrucken, Ausgeben und Registriren von Fahrkarten, insbesondere von Eisenbahn fahrkarten, dadurch gekennzeichnet, dafs beim Drehen einer Kurbeltaste (p) über einer mit den Buchstaben des Alphabets, Ziffern und Wortmarken versehe-, nen Platte (q) eine Anzahl Typenscheiben (i i1 z'2 Z3J, die mit den entsprechenden Buchstaben, Ziffern, Worten und einem Datirer versehen sind, derart eingestellt werden, dafs sich die, dem Zeichen der von der Taste eingenommenen Stellung entsprechende Type jeder Typenscheibe vor einem Fahrkartenfache und zwei Kontrolstreifen befindet, während beim Niederdrücken der Taste die gemeinschaftliche Achse sämmtlicher Typenscheiben gegen die Fahrkarte verschoben und dadurch die betreffende Type auf die Fahrkarte gedruckt wird, bei der Freigabe der Taste aber ein seitliches Fortschalten der Achse der Typenscheiben parallel zu den Druckflächen der Fahrkarte und der Kontrolstreifen um eine Type erfolgt.
- 2. Ausführungsform des Apparates nach Anspruch i, gekennzeichnet durch die Anordnung einer in Fächer getheilten, drehbaren Trommel, in deren Fächern die Fahrkarten, nach Klassen oder sonstigen Unterschieden geordnet, hinter einander geschichtet sind, derart, dafs durch Drehen der Trommel jedes der Fächer an die zum Bedrucken der Fahrkarten vorgesehene Stelle des Apparates gebracht und daselbst durch eine Schnappfeder festgestellt werden kann, während die Typenscheiben mit ihrer Welle auf zwei rechtwinklig zu einander beweglichen Schlitten (0 o1) gelagert sind und diese Welle mit der Drehachse der Kurbel-taste durch Universalgelenke und ein ausziehbares Zwischenglied (b1 C1J verbunden ist, so dafs die Typenscheiben sich zusammen mit der Kurbeltaste drehen müssen, sich dagegen unter Vermittelung einer beim Niederdrücken und Hochgehen der Taste bewegten Hebel- und Zahnstangenverbindung unabhängig von der Welle der Kurbeltaste sowohl in Richtung gegen die Fahrkarte und die Kontroistreifen zum Zweck des Bedrückens, als auch seitwärts für die Typenschaltung bewegen können.
Ausführungsform des Apparates nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, dafs unter jedem Fahrkartenfach ein Segmenthebel (c) angeordnet ist, welcher zum Zweck der Ausgabe der bedruckten Fahrkarte gedreht werden mufs und dabei gleichzeitig die beiden Kontroistreifen weiterschaltet.Hierzu ι Blatt Zeichnungen
Family
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Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1140003B (de) | 1957-03-11 | 1962-11-22 | Aeg | Kleindrucker fuer Wertscheine, insbesondere Fahrscheine |
| DE1223755B (de) | 1961-08-15 | 1966-08-25 | Licentia Gmbh | Schwinganordnung zur Foerderung von Schuettgut oder Einzelteilen |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1140003B (de) | 1957-03-11 | 1962-11-22 | Aeg | Kleindrucker fuer Wertscheine, insbesondere Fahrscheine |
| DE1223755B (de) | 1961-08-15 | 1966-08-25 | Licentia Gmbh | Schwinganordnung zur Foerderung von Schuettgut oder Einzelteilen |
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