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DE1180141B - Anode zur Verwendung bei der direkten elektrolytischen Reduktion von Uranoxyden zu Uran sowie Verfahren zur Herstellung dieser Anode - Google Patents

Anode zur Verwendung bei der direkten elektrolytischen Reduktion von Uranoxyden zu Uran sowie Verfahren zur Herstellung dieser Anode

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DE1180141B
DE1180141B DEU9176A DEU0009176A DE1180141B DE 1180141 B DE1180141 B DE 1180141B DE U9176 A DEU9176 A DE U9176A DE U0009176 A DEU0009176 A DE U0009176A DE 1180141 B DE1180141 B DE 1180141B
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DE
Germany
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anode
carbon
uranium
mixture
uranium oxide
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DEU9176A
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Roger Dale Piper
Robert Francis Leifield
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US Atomic Energy Commission (AEC)
Original Assignee
US Atomic Energy Commission (AEC)
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Application filed by US Atomic Energy Commission (AEC) filed Critical US Atomic Energy Commission (AEC)
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    • C04CEMENTS; CONCRETE; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES
    • C04BLIME, MAGNESIA; SLAG; CEMENTS; COMPOSITIONS THEREOF, e.g. MORTARS, CONCRETE OR LIKE BUILDING MATERIALS; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES; TREATMENT OF NATURAL STONE
    • C04B35/00Shaped ceramic products characterised by their composition; Ceramics compositions; Processing powders of inorganic compounds preparatory to the manufacturing of ceramic products
    • C04B35/51Shaped ceramic products characterised by their composition; Ceramics compositions; Processing powders of inorganic compounds preparatory to the manufacturing of ceramic products based on compounds of actinides
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
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Description

  • Anode zur Verwendung bei der direkten elektrolytischen Reduktion von Uranoxyden zu Uran sowie Verfahren zur Herstellung dieser Anode Die Erfindung betrifft eine Anode zur Verwendung bei der direkten elektrolytischen Reduktion von Uranoxyden zu Uran sowie auch ein Verfahren zur Herstellung einer derartigen Anode.
  • Bisher wurde metallisches Uran hauptsächlich aus Uranoxyden im Wege eines zweistufigen Verfahrens hergestellt, bei welchem die Oxyde zunächst in ein Halogenid als Zwischenverbindung übergeführt werden, das sodann durch ein Metall, wie Magnesium, reduziert wird. Die direkte einstufige Reduktion der Oxyde zum Metall hat viele wesentliche Vorteile; bisher gab es jedoch kein vollkommen zufriedenstellendes Verfahren dieser Art.
  • In jüngster Zeit wurde ein Verfahren entwickelt, bei welchem die Reduktion von mit Kohlenstoff in stöchiometrischen Mengen gemischten Uranoxyden zum Metall auf elektrolytischem Wege erfolgt, und zwar in einer Zelle mit einem geschmolzenen Salz als Schmelzelektrolyten. Dieses Verfahren ist in einem »Topical Report« Nr. MCW-1447 mit dem Titel »Elektrolytische Reduktion von Uranoxyden zu massivem Uranmetall« von R. D. P i p e r und R. F. L e i f i e1 d beschrieben; der Bericht wurde am 3. Juni 1960 von den Mallinckrodt Chemical Works, Weldon Spring, Mo., V. St. A., veröffentlicht.
  • Es hat sich ergeben, daß dieses veröffentlichte Verfahren gewisse Nachteile ausweist. Das Uranoxyd-Kohlenstoff-Gemisch muß in Teilchen- oder Tabletten- bzw. Pillenform vorliegen, um dem Elektrolyten eine ausreichend große Oberfläche zur Leitung des die Reduktion bewirkenden Stroms darzubieten. Die Tabletten müssen in einem perforierten leitenden Behälter einer Korbanode untergebracht sein, die üblicherweise aus Graphit besteht; da der Graphit ein höheres anodisches Potentiäl als die Tabletten in dem Korb hat, reagiert er mit dem UF4 und anderen Fluoriden des geschmolzenen Elektrolyten, wie BaF2 und LiF unter Bildung von CF4. Dies führt zu verschiedenen Nachteilen; der Korb erodiert ziemlich schnell und muß häufig erneuert werden; noch schwerer wiegt der Umstand, daß die Verarmung des Elektrolyten an UF4 die Kosten des Verfahrens wesentlich erhöht.
  • Wegen dieser Mängel der Korbanoden hat man versucht, eine zusammenhängende Anode aus dem stöchiometrischen Uranoxyd-Kohlenstoff-Gemisch herzustellen. Da, wie bekannt war, eine feste zylindrische Anode nicht genügend Grenzfläche mit dem Elektrolyten besitzt, hat man versucht, diese Berührungsfläche dadurch zu vergrößern, daß man die Anode sternförmig oder anderweitig kompliziert geformt ausgebildet und in die Anode parallel zu ihrer Achse Löcher bohrt. Keine dieser Maßnahmen hat jedoch besonderen Erfolg gezeitigt; die kompliziert geformten Anoden waren schwierig herzustellen und wurden leicht rissig. Die Anoden mit eingebohrten Löchern zeigten gleichfalls Rißerscheinungen und waren teuer in der Herstellung, da der schmirgelartige Charakter des Uranoxyds die Bohrer schnell verschleißt.
  • Neben diesen physikalischen Nachteilen zeigten die zusammenhängenden Anoden einen ernsthaften Mangel chemischer Art; wird nämlich Kohlenstoff in der zur Reduktion des Uranoxyds erforderlichen stöchiometrischen Menge eingesetzt, so tritt kurz nach dem Beginn der Elektrolyse auf der mit dem Elektrolyten in Berührung stehenden Oberfläche eine rußige Kohlenstoffablagerung auf, welche die Erzeugung des Metalls verhindert. Man hat versucht, dem abzuhelfen, indem man den Kohlenstoffgehalt der Elektrode unter den stöchiometrischen Wert herabsetzt; sobald dies jedoch geschieht, entweichen Uranoxyde unreduziert in den Elektrolyten. Aus einem noch nicht ganz bekannten Grund beeinträchtigen selbst geringfügige Oxydverunreinigungen in dem Elektrolyten den Charakter des erzeugten Metalls in drastischer Weise; anstatt massives Metall erhält man ein schrotartiges Produkt, das außerdem unerwünschte metallurgische Eigenschaften aufweist.
  • Die Erfindung betrifft somit eine Anode zur Verwendung bei der direkten Reduktion von Uranoxyden zu Uran in einem fluoridhaltigen Schmelzelektrolyten, wobei die Anode aus einem gesinterten Gemisch von Uranoxyd und Kohlenstoff von im wesentlichen stöchiometrischer Zusammensetzung hinsichtlich der Reduktionsreaktion besteht. Durch die Erfindung soll eine Anode dieser Art geschaffen werden, die bei kompakter Bauart ausreichende mechanische Festigkeit besitzt und durch welche die vorstehend erläuterten Mängel der bekannten Verfahren der Uranherstellung im Wege der direkten elektrolytischen Reduktion von Uranoxyden vermieden werden; insbesondere soll durch die Anode gemäß der Erfindung gewährleistet werden, daß während der Elektrolyse weder eine Kohlenstoffabscheidung an der Oberfläche der Anode auftritt noch Oxyde in den Elektrolyten übertreten. Die Herstellung der Anode soll in einfacher Weise möglich sein, insbesondere soll die Notwendigkeit einer schwierigen Formgebung oder des Einbohrens von Löchern zur Vergrößerung der Berührungsgrenzfläche zwischen der Anode und dem Elektrolyten entfallen.
  • Zu diesem Zweck und zur Vermeidung der geschilderten Nachteile des Standes der Technik kennzeichnet sich eine Anode der genannten Art gemäß der Erfindung durch ein doppelt gebranntes Anodenmaterial, das Sinterteilchen aus Uranoxyd und einer unterstöchiometrischen Kohlenstoffmenge aufweist, die im Betrieb der Anode kanalbildend wirken und in eine als Bindemittel dienende Kohlenstoffgrundmasse eingebettet sind, durch die der Kohlenstoffgehalt des Anodenmaterials wenigstens auf den stöchiometrischen Wert ergänzt wird.
  • Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zur Herstellung einer derartigen Anode. Danach geht die Herstellung der Anode gemäß der Erfindung in der Weise vor sich, daß man ein Gemisch aus Uranoxyd und Kohlenstoff zu einem Sinterkörper brennt, den Sinterkörper in einzelne Teilchen zerkleinert und aus einem Gemisch dieser Sinterteilchen mit Kohlenstoff einen Formkörper bildet, der dann zu dem fertigen Anodenmaterial gebrannt wird. Nach einer bevorzugtenAusführungsform dieses Herstellungsverfahrens ist vorgesehen, daß man Uranoxyd mit einem vorwiegend Kohlenstoff enthaltenden, bindefähigen Material mischt, das bei Erhitzung seine flüchtigen Bestandteile abgibt und einen Rückstand aus im wesentlichen reinem Kohlenstoff zurückläßt, dessen Menge kleiner als die zur Reduktion des Uranoxyds zu Metall stöchiometrisch erforderliche Kohlenstoffmenge ist, daß man dieses Gemisch zur Bildung eines Sinterkörpers brennt und dann diesen Sinterkörper in einzelne Teilchen zerkleinert, die man nach Siebung mit einem vorwiegend Kohlenstoff enthaltenden, bindefähigen Material mischt, und daß man Formkörper aus diesem zweiten Gemisch zu dem fertigen Anodenmaterial brennt.
  • Die gemäß der Erfindung hergestellten Anoden können der Einfachheit halber als zweifach gebrannte, kanalbildende Anoden bezeichnet werden, da zu ihrer Herstellung zwei Brennvorgänge erforderlich sind und die beim ersten Brennen entstehenden gesinterten Tabletten, deren Kohlenstoffgehalt niedriger ist als dem zur elektrolytischen Reduktion der Oxyde er-. forderlichen stöchiometrischen Betrag entspricht, im zerkleinerten Zustand innerhalb der fertiggestellten Anode eine kanalbildende Wirkung zu besitzen scheinen. Die in dieser Weise gebildeten Kanäle dringen jedoch nicht tief in die Anode ein, da die Teilchen von begrenzter Größe und in einer Bindesubstanz oder Grundmasse aus Kohlenstoff eingebettet sind, welche die Kanalbildung an den Grenzen der eingebetteten Partikeln anhält und dadurch die Kanäle oberflächennah hält. Aus diesem Grunde verbraucht sich die Anode während der Elektrolyse gleichmäßig oder doch fast gleichmäßig, derart, daß sie kontinuierlich in den Elektrolyten zugeführt werden kann.
  • Nach einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, daß die im Betrieb der Anode kanalbildend wirkenden Sinterteilchen aus einer Mischung von Uranoxyd mit im wesentlichen reinem Kohlenstoff bestehen und daß die als Bindemittel dienende Kohlenstoffgrundmasse im wesentlichen aus reinem Kohlenstoff besteht.
  • Die im ersten Brennvorgang erzeugten Sinterteilchen, welche im Betrieb der Anode in der beschriebenen Weise kanalbildend wirken, sollen gemäß der Erfindung eine unterstöchiometrische Kohlenstoffmenge enthalten; gemäß bevorzugten Ausführungsformen der Erfindung ist vorgesehen, daß der Kohlenstoffgehalt der im Betrieb der Anode kanalbildend wirkenden Sinterteilchen des Anodenmaterials etwa 50 bis etwa 75%, vorzugsweise 65®/o, der zur Reduktion des Uranoxyds zu stöchiometrisch erforderlichen Kohlenstoffmenge beträgt; die Sinterteilchen können so im wesentlichen aus etwa 4,1 bis etwa 6,15, vorzugsweise etwa 5,33 Gewichtsprozent (bezogen auf das Gemisch) Kohlenstoff und dem Rest Urandioxyd bestehen und sollen vorzugsweise überwiegend nichtkugelige Form haben. Vorzugsweise können die erwähnten Sinterteilchen des Anodenmaterials Korngrößen von etwa 0,15 bis etwa 0,85 mm besitzen.
  • Die Menge des vor dem zweiten Brennvorgang zugegebenen, die Kohlenstoffgrundmasse, in welche die Sinterteilchen eingebettet sind, bildenden Kohlenstoffs soll so ausreichend gewählt sein, daß der sich ergebende Gesamtkohlenstoffgehalt der Anoden stöchiometrisch zur Reduktion der Uranoxyde in den metallischen Zustand ausreicht oder sogar etwas über diesem stöchiometrischen Wert liegt. Nach bevorzugten Ausführungsformen ist vorgesehen, daß diese als Bindemittel dienende Grundmasse aus im wesentlichen reinem Kohlenstoff etwa 25 bis etwa 53,66 % der für die Reduktionsreaktion erforderlichen Kohlenstoffmenge enthält und etwa 2,5 bis etwa 4,40 Gewichtsprozent der Gesamtanode ausmacht bzw. daß der Kohlenstoffgehalt des Anodenmaterials etwa 8,2 bis etwa 8,5 Gewichtsprozent ausmacht und etwa 100 bis etwa 103,6601o der zur Reduktion des Uranoxyds zum Metall stöchiometrisch erforderlichen Kohlenstoffmenge beträgt.
  • Neben der bereits erwähnten Kanalbildung, durch welche die für den Stromdurchgang erforderliche Berührungsgrenzfläche mit dem Elektrolyten erzeugt wird, verhindert das kanalbildende Keramikmaterial auch die Bildung des erwähnten, die gewünschte elektrolytische Reduktion beeinträchtigenden rußigen Kohlenstoffniederschlags, und zwar auch dann, wenn derKohlenstoffgehalt derAnodendie stöchiometrische Menge etwas übersteigt. Es darf vermutet werden, daß dies auf eine erhöhte chemische Aktivität infolge eines lokalen galvanischen Effekts an der gemeinsamen Grenzfläche zwischen dem kanalbildenden Keramikmaterial, der Kohlenstoffgrundmasse und dem Elektrolyten beruht; wie dem auch immer sei, jedenfalls bildet sich an der Anode gemäß der Erfindung keine schädliche Kohlenstoffablagerung. Die Anode gemäß der Erfindung, welche eine dem stöchiometrischen Wert entsprechende oder sogar eine überschüssige Kohlenstoffmenge enthält, gibt dennoch keine Uranoxyde in den Elektrolyten ab, wodurch dieser verunreinigt würde; möglicherweise beruht auch dies auf der gleichen, erhöhten chemischen Aktivität an der obenerwähnten Dreiergrenzfläche.
  • Es wurde ferner gefunden, daß das Anodenmaterial gemäß der Erfindung außer zur Herstellung kompakt geformter Anoden noch in anderer Weise verwendet werden kann, nämlich in Tablettenform, entweder indem man es vor dem zweiten Brennen in diese Form bringt oder indem man größere Stücke des zweifach gebrannten Materials zu Tablettengröße bricht. In beiden Fällen können diese Tabletten dann in eine herkömmliche Graphit-Korbanode der in dem eingangs erwähnten Bericht (»Topical Report«) beschriebenen Art gebracht werden. Die Verwendung derartiger Tabletten setzt die Geschwindigkeit der Korberosion stark herab, indem die Bildung von CF4 verhindert wird.
  • Das Anodenmaterial gemäß der Erfindung kann daher sowohl entweder als kompakte Einzelanode selbst oder als ein Anodenbestandteil verwendet werden.
  • Weitere Vorteile und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der folgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels an Hand der Zeichnung; in dieser zeigt F i g. 1 in vereinfachter Schnittdarstellung eine Elektrolysezelle, in der die Anode gemäß der Erfindung Anwendung findet, F i g. 2 den Aufbau der Anode gemäß der Erfindung in Querschnittdarstellung, aus der sich der überwiegend nichtkugelförmige Charakter der Partikeln des kanalbildenden Sintermaterials ergibt, F i g. 3 ein Verfahrensschema zur Veranschaulichung des Verfahrens für die Herstellung der Anode gemäß der Erfindung.
  • In F i g. 1 ist bei 10 ein Graphit-Schmelztiegel gezeigt, welcher den Behälter für die eigentliche Zelle darstellt; selbstverständlich ist die gesamte Vorrichtung von einer Schutzhülle umgeben, um den Austritt schädlicher Dämpfe in die Atmosphäre zu verhindern; da dies jedoch nicht zur vorliegenden Erfindung gehört, ist dieser Schutzmantel nicht dargestellt. Der Tiegel 10 dient gleichzeitig auch als Kathode. Mit 11 ist der Salz-Schmelzelektrolyt bezeichnet, der beispielsweise aus einem oder mehreren der Fluoride des Urans, Bariums, Lithiums und anderen bestehen kann. Mit 12 ist die Anode gemäß der Erfindung bezeichnet, welche mittels Klauenvorrichtungen 13, die in bekannter Weise von Hand oder elektromagnetisch betätigbar sein können, in den Elektrolyten 11 zugeführt wird. 14 bzw. 15 sind Gleichstromzuleitungsdrähte zur Anode 12 bzw. zur Kathode 10. Mit 16 ist das sich am Boden des Tiegels 10 sammelnde geschmolzene Uran bezeichnet.
  • F i g. 2 zeigt die Anode 12 im Querschnitt; sie besteht aus einem Kohlenstoffbindemateria118, das die vorwiegend nichtkugeligen Partikeln 19 der zerkleinerten Tabletten des kanalbildenden Sintermaterials zu einer zusammenhängenden Form zusammenhält.
  • Bestimmte Einzelheiten bei der Ausführung der Erfindung sind innerhalb gewisser Grenzen kritisch. Das Gewichtsverhältnis von Uranoxyd zu Kohlenstoff in dem kanalbildenden Sintermaterial hängt selbstverständlich von dem jeweiligen besonderen Uranoxyd ab; da U02 das am meisten verwendete Uranoxyd ist, werden die Gewichtsverhältnisse mit Bezug auf U0, erörtert, wobei selbstverständlich geeignete Berichtigungen vorzunehmen sind, falls andere Oxyde, wie U308, Verwendung finden.
  • Wenn die Anode aus einem Gemisch von U02 und Kohlenstoff besteht, wird an der Anode innerhalb eines wirksamen Betriebsspannungsbereichs von 5 bis 12 V Kohlenstoffmonoxyd erzeugt, woraus geschlossen werden darf, daß folgende Reaktion abläuft: U02 -f- 2C--> U -i- 2C0 Die für diese Reaktion erforderliche stöchiometrische Kohlenstoffmenge beträgt - oder etwa 8,2 Gewichtsprozent des Gemisches. Dabei ist angenommen, daß die Reaktion in dem Spannungsbereich von etwa 5 bis 12 V durchgeführt wird, oberhalb oder unterhalb dieses Bereichs ist die Reaktion weniger ergiebig, obwohl oberhalb die stöchiometrische Kohlenstoffmenge wegen der Bildung von C02 statt CO an der Anode etwas kleiner als 8,2 ist.
  • Bei der Vorbereitung für den ersten Brennvorgang soll der Kohlenstoffgehalt erheblich unterhalb dem stöchiometrischen Wert, etwa bei 50 bis 75 0% hiervon liegen, was einem Kohlenstoffgehalt von etwa 4,1 bis etwa 6,15 Gewichtsprozent entspricht; der Rest ist U02; die Prozentangaben beziehen sich auf das gesamte Gemisch. Vorzugsweise enthält das Gemisch 65% des stöchiometrischen Kohlenstoffgehalts oder mit anderen Worten, für die obengenannten Spannungsbedingungen, bei welchen der stöchiometrische Wert etwa 8,2,% beträgt, etwa 5,33 Gewichtsprozent Kohlenstoff und etwa 94,67 Gewichtsprozent UO2. Der Kohlenstoff kann aus Kohlenteerasphalt, Petrolasphalt oder irgendeinem anderen entsprechenden, vorwiegend kohlenstoffhaltigen haftfähigen Material herrühren, das beim Brennen seine flüchtigen Bestandteile abgibt und einen Rückstand von im wesentlichen reinem Kohlenstoff zurückläßt, der als Bindemittel wirkt. Vorzugsweise wird Kohlenteerasphalt verwendet. Selbstverständlich muß eine Zugabe entsprechend dem Verkohiungswert des jeweils verwendeten Asphalts oder sonstigen bindefähigen Materials eingerechnet werden; das Material muß mit einem solchen überschuß eingesetzt werden, daß sich nach der Verflüchtigung ein Kohlenstoffrückstand entsprechend den obigen Prozentangaben ergibt.
  • Die Uranoxydteilchen sollen gesiebt und nur solche Teilchen verwendet werden, welche durch ein Sieb mit Öffnungen von 0,15 mm hindurchtreten.
  • Der Kohlenstoff und die Urandioxydteilchen werden miteinander vermengt und sodann in einer reduzierenden Atmosphäre in einem Ofen bei Temperaturen von etwa 1100 bis etwa 1200° C während etwa 1 bis 6 Stunden gebrannt; während dieser Zeit gehen die flüchtigen Bestandteile des Asphaltpechs ab, wobei im wesentlichen reiner Kohlenstoff als Bindesubstanz oder Grundmasse zurückbleibt, und zwar in geringerer Menge. Vorzugsweise wird bei 1100° C 3 Stunden lang gebrannt.
  • Das dabei entstehende kanalbildende Sintermaterial wird sodann zerkleinert, vorzugsweise in einer Vorrichtung, die überwiegend nichtkugelförmige Teilchen ergibt, beispielsweise in einem Backenbrecher. Der nichtkugelige Charakter der Teilchen ist deshalb vorzuziehen, weil vorwiegend kugelig geformte Teilchen, wie sie sich etwa in einer Kugelmühle ergeben, das Bestreben haben, eine dichtere Masse zu bilden.
  • Die Partikeln sollen hinreichend fein sein, daß sie durch ein Sieb mit Öffnungen von 0,85 mm durchgehen. Korngrößen, welche durch ein Sieb mit Öffnungen von 0,15 mm durchtreten, sollten nicht verwendet werden. Die Teilchen des kanalbildenden Sintermaterials sind somit größer als die ursprünglichen Urandioxydpartikeln.
  • Die in dieser Weise gewonnenen, gesiebten Teilchen werden sodann mit zusätzlichem Kohlenstoff gemischt, wofür wiederum Kohlenteerasphalt, Petrolasphalt oder irgendeine entsprechende vorwiegend kohlenstoffhaltige Substanz in Frage kommen, die beim Brennen ihre flüchtigen Bestandteile abgeben und einen Rückstand aus im wesentlichen reinem Kohlenstoff zurücklassen, der als Bindemittel dient; dabei ist Kohlenteerasphalt vorzuziehen. Wie oben erläutert, enthält das kanalbildende Sintermatenal bereits etwa 50 bis etwa 75,1/o der zur Reduktion des Uranoxyds zum Metall erforderlichen stöchiometrischen Kohlenstoffmenge; der Kohlenstoff des Bindemittelrückstandes soll diesen Kohlenstoffgehalt auf einen Wert ergänzen, der wenigstens gleich dem für die Reduktion erforderlichen stöchiometrischen Kohlenstoffbetrag ist oder diesen sogar etwas übersteigt, oder mit anderen Worten: dieser hinzukommende Kohlenstoffanteil soll etwa 25 bis etwa 53,669/o der stöchiometrischen Menge betragen. Dies entspricht einer Bindemittelmenge, die etwa 2,05 bis etwa 4,40 Gewichtsprozent des Gewichts der ganzen Anode ausmacht. Vorzugsweise beträgt der Bindemittel-Kohlenstoff etwa 40 Gewichtsprozent des stöchiometrischen Werts oder etwa 3,28 Gewichtsprozent der Anode.
  • Der bevorzugte Bereich des Gesamtkohlenstoffgehalts der ganzen Anode beträgt von etwa 8,2 bis etwa 8,5 Gewichtsprozent, was entsprechend den obigen Erläuterungen etwa 100 bis etwa 103,669/o der zur Reduktion von U02 zu Metall erforderlichen stöchiometrischen Kohlenstoffmenge entspricht. ; Das in dieser Weise erhaltene Gemisch wird in einer Mischvorrichtung, beispielsweise in einem Knetwerk, bei einer Temperatur über dem Erweichungspunkt des Teerpechs sorgfältig vermengt, sodann zu kompakten einzelnen Anodengebilden, wie runden und rechteckigen Stäben, geformt, und schließlich bei Temperaturen von etwa 1100 bis 1200° C 1 bis 6 Stunden lang gebrannt. Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform wird eine zylindrische Stabelektrode nach Art der in den F i g. 1 und 2 gezeigten bei etwa 1100° C 3 Stunden lang gebrannt.
  • Das beschriebene Gemisch kann auch in Tablettenform gebracht, in gleicher Weise gebrannt und sodann in einer Korbanode verwendet werden.
  • Weitere Vorteile und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der folgenden Beschreibung besonderer Beispiele. Beispiel 1 2000 g U0.2 mit einer Korngröße von etwa 0,15 mm werden mit 180g Kohlenteerasphalt (Erweichungspunkt 100° C) gemischt, der einen Verkokungswert von etwa 65 Gewichtsprozent besitzt; das Gemisch wird mit einem Druck von 70 kg/cm2 bei l10° C zu annähernd runden Tabletten mit einem durchschnittlichen Durchmesser von 67,5 mm gepreßt, mit Graphitpulver eingepackt und sodann bei 1100° C 3 Stunden lang gebrannt. Die dabei entstehenden Sintertabletten werden in einem Backenbrecher zerkleinert. Die zerkleinerten Tabletten werden durch ein Sieb mit Öffnungen von 0,85 mm gesiebt, wobei die nicht hindurchtretenden größeren Stücke ausgeschieden werden; das Feinkorn wird durch ein Sieb mit Öffnungen von 0,15 mm gesiebt und das Feinkorn dieser letzten Siebung gleichfalls ausgeschieden.
  • 1400 g der in dieser Weise erhaltenen Teilchen mit Korngrößen zwischen etwa 0,15 und 0,85 mm werden mit 70 g des gleichen Kohlenteerasphalts vermengt, bei 140 kg/cm2 und 100° C zu zylindrischen Stäben von etwa 65 mm Durchmesser und etwa 65 mm Länge gepreßt. Diese Stäbe werden in Graphitpulver gepackt und bei 1100° C 3 Stunden lang gebrannt.
  • In einer Zelle der in F i g. 1 gezeigten Art wurden Versuche unter Verwendung der doppelt gebrannten Elektrode gemäß der Erfindung und andere Versuche unter Verwendung einer einfach gebrannten Anode, bei der sämtliche Bestandteile auf einmal gemischt und nur einmal gebrannt wurden, vorgenommen. Die Zelle hatte einen Durchmesser von etwa 100 mm, die Anoden waren in sämtlichen Fällen zylinderförmig mit etwa 65 mm Durchmesser. Als Kathode diente die Wandung des Graphit-Gefäßbehälters. Als Elektrolyt diente ein Schmelzgemisch aus 65 % BaF2, 10% LiF und 25% UF4. Bei allen Messungen wurde die Zelle mit einer Gleichstromspannung von 5,5 V betrieben.
  • Bei den einfach gebrannten Anoden betrug die Abscheidungsgeschwindigkeit des metallischen Urans 0,5 g/Minute bei einer Stromausbeute von 19%. Mit der doppelt gebrannten Anoden gemäß der Erfindung betrug die Abscheidungsgeschwindigkeit - bei der gleichen Spannung und gleichen übrigen Bedingungen - im Durchschnitt 0,7 g Uran/Minute und stieg bis auf 1,2 g Uran/Minute mit einer Stromausbeute von 22%.
  • Nach den Versuchen wurden die Anoden untersucht. Dabei ergab sich, daß die Anoden gemäß der Erfindung gleichmäßiger verbraucht waren als die nur einmal gebrannten Anoden, was eine automatische Nachführung in den Elektrolyten entsprechend dem Verbrauch gestattet. Die nur einmal gebrannten Anoden wiesen auf ihrer Oberfläche eine zusammenhängende Kohlenstoffschicht auf, während bei den Anoden gemäß der Erfindung diese Schicht in den Zwischenräumen der Kanäle zwischen den verhältnismäßig großen Körnern des Bindemittelkohlenstoffs verteilt war.
  • Beispiel 2 1400 g der Teilchen gemäß Beispiel 1 mit Korngrößen zwischen etwa 0,15 und 0,85 mm wurden mit 70 g des gleichen Kohlenteerasphalts wie im Beispiel 1 erwähnt gemischt, zu zylindrischen Tabletten gepreßt und einem »zweiten Brennvorgang« von 3 Stunden bei 1100° C unterworfen. Die doppelt gebrannten Tabletten wurden in eine Korbanode derart, wie sie in dem eingangs erwähnten Bericht beschrieben ist, getan; sodann wurde die Korbanode in eine Zelle der in dem Bericht beschriebenen Art eingesetzt. Als Elektrolyt für diese Zelle diente der gleiche Elektrolyt wie im Beispiel 1; die Spannung und alle sonstigen Bedingungen waren ebenfalls gleich.
  • Nach diesem Versuchsbetrieb der Zelle, wobei Uranmetall erzeugt wurde, wurde ein weiterer Versuch unter den gleichen Bedingungen vorgenommen, mit dem einzigen Unterschied, daß sich nur einfach gebrannte Tabletten in der Korbanode befanden.
  • Die Ergebnisse bei diesen beiden Versuchen sind in der folgenden Tabelle zusammengestellt:
    Strom- Korb- Korb-
    Versuch ausbeute erosion erosion
    °/o mm/h mm/kgU
    Mit doppelt gebrannten
    Tabletten ........... 48 0,04 0,2
    Mit einfach gebrannten
    Tabletten ............ 42 0,4 0,7

Claims (12)

  1. Patentansprüche: 1. Anode zur Verwendung bei der direkten Reduktion von Uranoxyden zu Uran in einem fluoridhaltigen Schmelzelektrolyten, wobei die Anode aus einem gesinterten Gemisch von Uranoxyd und Kohlenstoff von im wesentlichen stöchiometrischer Zusammensetzung hinsichtlich der Reduktionsreaktion besteht, g e k e n n -z e i c h n e t d u r c h ein doppelt gebranntes Anodenmaterial, das Sinterteilchen aus Uranoxyd und einer unterstöchiometrischen Kohlenstoffmenge aufweist, die im Betrieb der Anode kanalbildend wirken und in eine als Bindemittel dienende Kohlenstoffgrundmasse eingebettet sind, durch die der Kohlenstoffgehalt des Anodenmaterials wenigstens auf den stöchiometrischen Wert ergänzt wird.
  2. 2. Anode nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die im Betrieb der Anode kanalbildend wirkenden Sinterteilchen aus einer Mischung von Uranoxyd mit im wesentlichen reinem Kohlenstoff bestehen und daß die als Bindemittel dienende Kohlenstoffgrundmasse im wesentlichen aus reinem Kohlenstoff besteht.
  3. 3. Anode nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Kohlenstoffgehalt der im Betrieb der Anode kanalbildend wirkenden Sinterteilchen des Anodenmaterials etwa 50 bis etwa 75 "/o, vorzugsweise 65 %, der zur Reduktion des Uranoxyds zu Uran stöchiometrisch erforderlichen Kohlenstoffm.enge beträgt.
  4. 4. Anode nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die einzelnen im Betrieb der Anode kanalbildend wirkenden Sinterteilchen des Anodenmaterials im wesentlichen aus etwa 4,1 bis etwa 6,15, vorzugsweise etwa 5,33 Gewichtsprozent (bezogen auf das Gemisch) Kohlenstoff und dem Rest Urandioxyd bestehen und überwiegend nichtkugelige Form haben.
  5. 5. Anode nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die im Betrieb der Anode kanalbildend wirkenden Sinterteilchen des Anodenmaterials Korngrößen von etwa 0,15 bis etwa 0,85 mm besitzen.
  6. 6. Anode nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, insbesondere nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die als Bindemittel dienende Grundmasse aus im wesentlichen reinem Kohlenstoff etwa 25 bis etwa 53,66% der für die Reduktionsreaktion erforderlichen Kohlenstofhnenge enthält und etwa 2,05 bis etwa 4,40 Gewichtsprozent der Gesamtanode ausmacht.
  7. 7. Anode nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Kohlenstoffgehalt des Anodenmaterials etwa 8,2 bis etwa 8,5 Gewichtsprozent ausmacht und etwa 100 bis etwa 103,66% der zur Reduktion des Uranoxyds zum Metall stöchiometrisch erforderlichen Kohlenstoffmenge beträgt. B.
  8. Verfahren zur Herstellung der Anode nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß man ein Gemisch aus Uranoxyd und Kohlenstoff zu einem Sinterkörper brennt, den Sinterkörper in einzelne Teilchen zerkleinert und aus einem Gemisch dieser Sinterteilchen mit Kohlenstoff einen Formkörper bildet, der dann zu dem fertigen Anodenmaterial gebrannt wird.
  9. 9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß man Uranoxyd mit einem vorwiegend Kohlenstoff enthaltenden, bindefähigen Material mischt, das bei Erhitzung seine flüchtigen Bestandteile abgibt und einen Rückstand aus im wesentlichen reinem Kohlenstoff zurückläßt, dessen Menge kleiner als die zur Reduktion des Uranoxyds zu Metall stöchiometrisch erforderliche Kohlenstoffmenge ist, daß man dieses Gemisch zur Bildung eines Sinterkörpers brennt und dann diesen Sinterkörper in einzelne Teilchen zerkleinert, die man nach Siebung mit einem vorwiegend Kohlenstoff enthaltenden, bindefähigen Material mischt, und daß man Formkörper aus diesem zweiten Gemisch zu dem fertigen Anodenmaterial brennt.
  10. 10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß als vorwiegend Kohlenstoff enthaltendes, bindefähiges Material ein Asphalt, vorzugsweise Kohlenteerasphalt, verwendet wird.
  11. 11. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß das Uranoxyd und das bindefähige Material in einer reduzierenden Atmosphäre bei einer Temperatur von etwa 1100 bis etwa 1200° C etwa 1 bis 6 Stunden lang gebrannt werden.
  12. 12. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 8 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß zur Herstellung des zweiten Gemisches solche zerkleinerten Sinterteilchen des ersten Sinterkörpers verwendet werden, deren Korngrößen größer als die Korngröße des Uranoxyds sind und vorzugsweise im Bereich von etwa 0,15 bis etwa 0,85 mm liegen.
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