-
Ablaufsteuerung Es gibt eine Reihe von industriellen Prozessen, die
sich als eine Folge nacheinander ablaufender Arbeitsvorgänge darstellen, d. h. sich
in einzelne Schritte zerlegen lassen. Die Erfindung bezieht sich auf die selbsttätige
Steuerung eines derartigen Prozesses.
-
Es sind Einrichtungen zur programmgemäßen Steuerung einer Folge von
Arbeitsvorgängen bekannt, die eine die Folge bestimmende und die Vorgänge auslösende
Taktkette aufweisen. Diese Taktkette wird fortschreitend im Arbeitstakt durch aus
den Vorgängen abgeleitete Steuersignale unter Berücksichtigung von Verriegelungsbedingungen
weitergeschaltet. Ein Vorgang kann daher nur dann eingeleitet werden, wenn der vorhergehende
Vorgang läuft bzw. gelaufen ist (Arbeitsverriegelung), ein »Quittungsschalter« die
Ausführung des vorhergehenden Vorganges gemeldet hat und im allgemeinen noch andere
Bedingungen (Sicherheitsverriegelungen und Prüfbedingungen) gleichzeitig erfüllt
sind.
-
Ist die Zahl der zu steuernden Vorgänge sehr groß, so ist der Aufwand
im Steuerteil sehr hoch, weil für jeden Arbeitsvorgang eine Stufe in der Taktkette
benötigt wird.
-
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, diesen Aufwand im Steuerteil
der vorstehend genannten Steuerung zu verringern. Dies gelingt gemäß der Erfindung
dadurch, daß die Signale zur Auslösung der Arbeitsvorgänge (Befehle) einer der Taktkette
(Mikroschrittaktkette) nachgeschalteten, aus UND-Verknüpfungen aufgebauten Matrix
(Befehlsmatrix) entnommen werden, deren Spalten jeweils einem Schritt der Taktkette
zugeordnet sind, in dem jeweils ein Eingang der diesbezüglichen UND-Verknüpfungen
nur bei einer bestimmten Stellung der Taktkette ausgeschaltet wird und deren Zeilen
nacheinander programmabhängig wirksam sind, indem die zweiten Eingänge der UND-Verknüpfungen
zeilenweise durch eine Steuereinrichtung programmabhängig angeschaltet werden.
-
Bei der erfindungsgemäßen Einrichtung kann daher die Mikroschrittaktkette
in einer Schrittstellung verschiedene Arbeitsvorgänge auslösen, je nachdem welche
Zeile der Befehlsmatrix an Spannung liegt. Die Taktkette wird daher mit Vorteil
mehrfach ausgenutzt.
-
Als Steuereinrichtung zur schrittweisen Anschaltung der Zeilen der
Befehlsmatrix ist eine weitere Taktkette, die Operationstaktkette, vorgesehen. Es
können auch andere Einrichtungen, z. B. Wahlschalter, verwendet werden.
-
Vorzugsweise sind beide Taktketten als Binärzähler (Mikroschrittzähler
und Operationszähler) ausgebildet. Grundsätzlich können auch andere Einrichtungen,
z. B. ein Schieberegister od. dgl., verwendet werden.
-
An Hand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispieles
soll die Erfindung näher beschrieben werden. Es ergeben sich dabei weitere Merkmale
und Vorteile der Erfindung. Es zeigt F i g. 1 ein Blockschaltbild der erfindungsgemäßen
Steuerung, F i g. 2 und 3 nähere Einzelheiten bezüglich des Steuerteiles der Steuerung.
-
Dem dargestellten Ausführungsbeispiel liegt als Beispiel ein Prozeß
zugrunde, bei dem je nach Programm mehrere Folgen von Arbeitsvorgängen miteinander
kombiniert werden. Jeweils eine Folge von Arbeitsvorgängen - Mikroschritte genannt
- sei als »OPERATION« bezeichnet. Ein Programm setzt sich daher aus verschiedenen
Operationen zusammen, die wiederum in einzelne Mikroschritte zerfallen, wobei sich
von Operation zu Operation die Folge der Mikroschritte ändert.
-
Diese Darstellungsart hat den Vorteil, daß man in definierter und
übersichtlicher Weise mit Hilfe von zwei Zählern kleiner Zählkapazität eine mannigfache
Folge von Arbeitsvorgängen darstellen kann.
-
Die Folge der Mikroschritte wird gemäß F i g.1 durch einen Mikroschrittzähler
1 festgelegt. Der Mikroschrittzähler löst je nach seiner Zählstellung über die noch
zu erläuternden Stufen 3 bis 5 und die Relais 9_ (Rel bis Re¢) in der Anlage 8 einen
Arbeitsvorgang aus.
-
Durch Signalgeber 10 (El bis E4) z. B. Endschalter, Lichtschranken
usw. wird angezeigt, wann vom Arbeitsprozeß
hergesehen die Einleitung
eines neuen Vorganges erfolgen kann. Die entsprechenden Signale gehen auf die Eingänge
a bis d der Stufe 7, die in erster Linie zur Fortschaltung des Mikroschrittzählers
1 dient und die nur dann ein fortschaltendes Ausgangssignal abgibt, wenn sämtliche
Eingangssignale a bis h, die Fortschaltbedingungen, vorhanden sind.
-
ist für einen bestimmten Arbeitsvorgang kein »Quittungssignal« aus
der Anlage zu erhalten, so wird vom vorhergehenden Vorgang ein Zeitglied 6 erregt,
das dann nach einer Zeitspanne, die dem normalen Ablauf des zugeordneten Arbeitsvorganges
entspricht, ein Signal an den Eingang h der Stufe 7 abgibt. Eine weitere Fortschaltbedingung
ist die Bedingung, daß ein Vorgang nur eingeleitet werden darf, wenn der vorhergehende
an der Reihe war. Das diesen Zustand anzeigende Signal wird an der Stufe 3 bzw.
4 abgenommen und steht an den Eingängen f und g der Stufe 7 an.
-
Eine letzte Fortschaltbedingung ist am Eingang e der Stufe 7 wirksam.
An diesen Eingang wird die Stellung der Relais Rel bis Re4 gemeldet. Dieses Signal
ist in der Stufe 7 so verknüpft, daß die Einleitung eines Vorganges in der Anlage
nur dann erfolgen kann, wenn die Relais in der richtigen Kombination betätigt sind.
Dieses Signal am Eingang e dient unter anderem auch dazu, um die Eindeutigkeit eines
Signals aus der Anlage festzulegen, wenn diese Eindeutigkeit sich nicht aus den
Signalen der Signalgeber El bis E4 ergibt. Das Signal am Eingang e zeigt somit an,
daß ein Befehl richtig in die Anlage hineingegangen ist. Diese Tatsache wird als
Freigabe zur Erzeugung des nächsten Befehls benutzt. Die Rückmeldung aus der Anlage
mittels der Geber El bis E2 »Der Befehl ist ausgeführt« leitet dann die Abgabe eines
neuen Befehls ein.
-
Durch die Stufe 7 wird somit bewirkt, daß der Mikroschrittzähler 1
fortschreitend im Arbeitstakt durch aus den Vorgängen abgeleitete Steuersignale
unter Berücksichtigung von Verriegelungsbedingungen weitergeschaltet wird.
-
Zum Aufrufen der einzelnen, jeweils aus Mikroschritten zusammengesetzten
Operationen eines Programms ist ein Operationszähler 2 vorgesehen. Dieser Zähler
wird vorzugsweise immer um einen Schritt nach Befehlsausführung des letzten Mikroschrittes
der vorhergehenden Operation weitergeschaltet. Über eine im Zusammenhang mit F i
g. 2 und 3 noch näher zu erläuternde Torschaltung wird dabei in Abhängigkeit vorn
Programm und den Zählschritten die Operationsfolge festgelegt. Diese Torschaltung
bewirkt somit, daß, je nachdem wie es das Programm erfordert, den Zählstellungen
des Operationszählers verschiedene Operationen zugeordnet werden können.
-
Die Signale zur Auslösung der Arbeitsvorgänge, Befehle genannt, werden
in einer Stufe 3, der Befehlsebene, zusammengestellt, die in den F i g. 2 und 3
noch näher erläutert wird. In dieser Stufe werden die Zählstellung des Mikroschrittzählers
1 mit den Zählstellungen des Operationszählers, wie noch näher erläutert wird, logisch
verknüpft, so daß von den Zählstellungen beider Zähler abhängige Signale (Befehle)
erhalten werden. Diese Befehle werden dann einer die Relais betätigenden Stufe 5
zugeleitet, die die Befehle verstärkt und hinsichtlich der zu betätigenden Relais
aufschlüsselt. Diese Aufschlüsse-Jung ist z. B. deshalb notwendig, weil ein Relais
während eines Arbeitsablaufes von verschiedenen Befehlen betätigt werden muß.
-
Neben der unmittelbaren Weiterleitung der Signale der Befehlsebene
3 an die Stufe 5 ist auch eine mittelbare Aufschaltung über eine Stufe
4, den Eckpunktspeicher, vorgesehen. Dieser Speicher hat folgende Bedeutung.
-
Innerhalb des Ablaufes einer Operation wird, wie erläutert, der Mikroschrittzähler
nach jedem Mikroschritt jeweils um einen Schritt weitergestellt. Das Weiterstellen
geht sehr schnell; im selben Augenblick, wo die eine Zählstellung verschwindet,
erscheint die zweite. In der Zwischenzeit können keine verfälschenden Signale entstehen.
Ist man jedoch am letzten Mikroschritt einer Operation - er sei im folgenden Eckpunkt
genannt - angelangt, dann müssen viele Dinge gleichzeitig passieren. Es muß der
Mikroschrittzähler in die Ausgangsstellung zurückgeschaltet werden, der Operationszähler
muß entweder einen Schritt weiter oder auch zurückgestellt werden, je nachdem wie
das Programm zusammengestellt ist. Es kann dann möglich sein, daß, wenn auch nur
innerhalb einer sehr kurzen Zeitspanne, aus der Befehlsebene unprogrammgemäße Befehle
herauskommen, weil sich bei dem Einstellen der Zähler mehrere Signale gleichzeitig
verändern. Da in der Stufe 5 auch Speicher enthalten sind, könnte der unprogrammgemäße
Befehl eingespeichert werden und zum falschen Prozeßablauf führen. Aus diesem Grunde
werden jeweils die letzten Schritte der Operationen, die Eckpunkte, eingespeichert
und die entsprechenden Befehle am Ausgang der Eckpunktspeicher abgenommen. Gleichzeitig
mit der Einspeicherung werden Torschaltungen betätigt, die gewährleisten, daß, solange
der Eckpunktspeicher eingespeichert ist, in der Befehlsebene kein Befehl mehr erzeugt
werden kann.
-
Die Eckpunktspeicher werden jeweils gelöscht, wenn der zugeordnete
Arbeitsvorgang beendet ist und damit der erste Vorgang der nächsten Operation eingeleitet
wird. Die Löschung der Eckpunktspeicher erfolgt daher zweckmäßig, wie in F i g.
1 dargestellt, von der Stufe 7 aus.
-
Während der Speicherzeit eines Eckpunktspeichers kann man nun die
Zähler beeinflussen, ohne daß in der Stufe 3 ein falscher Befehl entsteht. Dabei
werden die Zähler zweckmäßig so beeinflußt, daß für den nächsten Vorgang alles vorbereitet
ist. Wird dann der Speicher gelöscht und die Sperrung der Befehlsebene aufgehoben,
so kann der neue Vorgang sofort beginnen.
-
Im folgenden sollen nähere Einzelheiten der erfindungsgemäßen Anlage
beschrieben werden.
-
Wegen der besonderen Bedeutung werden zunächst die Stufen
1 bis 4 an Hand der F i g. 2 und 3 näher erläutert. Die Befehlsebene
ist zweckmäßig als Matrix ausgebildet, wobei, wie auch aus F i g. 3 ersichtlich,
in den Kreuzungspunkten UND-Glieder angeordnet sind.
-
Die Spalten der Matrix sind den verschiedenen Zählstellungen 1 bis
n des Mikroschrittzählers, d. h. den Mikroschritten, die Zeilen dagegen den verschiedenen
Operationen OPI bis OP" zugeordnet. In F i g. 2 sind beispielsweise sieben Spalten
und acht Zeilen dargestellt, wobei in F i g. 3 für die z. B. aus vier Mikroschritten
1 bis 4 bestehende Operation OPI und die z. B. aus drei Mikroschritten 1 bis 3
bestehende
Operation OP, die betreffenden UND-Glieder &7 bis &12 dargestellt sind.
Ein Eingang der jeweils in einer Spalte angeordneten UND-Glieder ist jeweils mit
dem Mikroschrittzähler verbunden, derart, daß dieser Eingang für die UND-Glieder
&7, &11 vorbereitet ist, wenn der Mikroschrittzähler in der Stellung 1 ist
(Mikroschritt 1), für die UND-Glieder &8, &12 in der Stellung 2 (Mikroschritt
2), für die UND-Glieder &9, &13 in der Stellung 3 (Mikroschritt 3) und für
das UND-Glied &1o in der Stellung 4 (Mikroschritt 4). Die zweiten Eingänge der
UND-Glieder sind zeilenweise miteinander verbunden und werden angeschaltet, wenn
die diesbezügliche Operation ablaufen soll. Die Ausgänge der UND-Glieder &7
bis &1o bzw. der UND-Glieder &11, &12 sind unmittelbar mit der Stufe
5 (vgl. F i g. 1) verbunden. Das UND-Glied &1o sowie das UND-Glied &13,
die ja beide dem letzten Mikroschritt einer Operation, d. h. einem Eckpunkt zugeordnet
sind, stehen dagegen über die Eckpunktspeicher 4' bzw. 4" mit der Stufe 5 in Verbindung.
Gelöscht werden die Eckpunktspeicher von der Stufe 7.
-
Zum Anschalten der Zeilen der Matrix, d. h. zum Aufrufen der Operationen,
dient der Operationszähler 2. Jedem Zählschritt dieses Zählers entspricht eine Operation.
Prinzipiell wäre es denkbar, die Matrixzeilen, die Operationen, dem Operationszähler
unmittelbar so zuzuordnen, daß die Operationen Opi beim Zählschritt 1, die Operation
OP, beim Zählschritt 2 usw. aufgerufen wird. Wenn nun bei einem bestimmten Programm
die Operation OP, vor der Operation OP., kommen soll, so müßte der Operationszähler,
gesteuert durch einen Programmträger, z. B. ein Lochband, nach der ersten Operation
von »1« auf »3« voreingestellt und nach der zweiten Operation von »3« auf »2« zurückgestellt
werden. Im Hinblick auf eine erhöhte Zählsicherheit ist es jedoch zweckmäßig, den
Operationszähler nach jeder Operation immer nur um einen Schritt in einer Richtung
zu verstellen. Um, bedingt durch das schrittweise Weiterstellen, jedem Zählschritt
programmabhängig verschiedene Operationen zuordnen zu können, d. h. in jeder Zählstellung
des Operationszählers die verschiedensten Zeilen der Befehlsmatrix je nach Programm
anschalten zu können, wodurch bei schrittweiser Weiterschaltung des Operationszählers
die verschiedensten Operationsfolgen - Programme - erhalten werden können, ist eine
Matrix, die Programmatrix (Programmebene) vorLyesehen. Wie die F i g. 2 zeigt, sind
die Zeilen dieser Matrix dem Operationszähler 2 und die Spalten den unter sich verschiedenen
Programmen A bis G zugeordnet. Die Programme werden zweckmäßig über einen Programmschalter
von einem Sollwertspeicher, der seinerseits z. B. durch Lochkarten programmiert
wird, vorgesehen. Nach Beendigung der letzten Operation eines Programms wird vom
Sollwertspeicher das nächste Programm angefordert. Unterscheidet sich dieses nicht
von dem vorhergehenden (Kriterium wird mit einem Vergleichsglied gewonnen), so wird
das abgelaufene Programm wiederholt, wobei unter Umständen eine Operation, z. B.
die erste, entfallen kann. Zweckmäßig bedeutet ein neues Programm Abfragen einer
neuen Lochkarte. In der Programmatrix werden die Ausgangssignale des Operationszählers
mit den die Programme vorgebenden Signale logisch verknüpft. Ein die näheren Einzelheiten
auszugsweise zeigendes Beispiel dafür ist im linken Teil der F i g. 3 dargestellt.
Es sind UND-Glieder &1 bis &,s gezeichnet, die an den in F i g. 2 (linker
Teil) angedeuteten Stellen der Programmmatrix angeordnet sind. Ein Eingang der UND-Glieder
ist dem Operationszähler zugeordnet und ist vorbereitet, wenn der Zähler die angegebene
Zählstellung hat. Der andere Eingang der UND-Glieder ist angeschaltet, wenn die
angegebenen Programme ablaufen sollen. Alle UND-Glieder, die ein und dieselbe Operation
betätiget sollen, sind über ODER-Glieder zusammengefaßt mit der entsprechenden Zeile
der Befehlsmatrix verbunden. Bei dem Beispiel nach F i g. 3 sind die UND-Glieder
&1 bis &s der Operation OP, zugeordnet und über ein ODER-Glied. V1 zusammengefaßt,
bzw. die UND-Glieder &4 bis &ß der Operation OP', zugeordnet und über ein
ODER-Glied V2 zusammengefaßt. In den Verbindungsleitungen sind zur Vermeidung von
Fehlsignalen noch Tore 11', 11" eingeschaltet, die unter anderem dann in den sperrenden
Zustand gesteuert werden, wenn, wie bereits erläutert, der letzte Mikroschritt einer
Operation (Eckpunkt) abläuft und die Zähler beeinflußt werden. Im gesperrten Zustand
der Tore sind nämlich die Zeilen der Befehlsmatrix nicht angeschaltet, so daß die
UND-Bedingung für die Glieder &7 bis &13 nicht erfüllt ist und kein Befehl
der Befehlsmatrix entnommen werden kann.
-
Wie die F i g. 3 zeigt, können nunmehr bei den verschiedensten Zählstellungen
des Operationszählers verschiedene Operationen aufgerufen werden. Durch die UND-Glieder
&1 und &5 wird bewirkt, daß bei Vorgabe des Programms A in der Zählstellung
1 die Operation OP, und in der Zählstellung 2 die Operation 0P2 aufgerufen wird
usw., d. h., daß Operation OP, auf die Operation 0P2 folgt. Im Falle der Vorgabe
des Programms B dagegen wird in der Zählstellung 1 über das UND-Glied & zunächst
die Operation 0P2 und danach über das 14JND-Glied &2 in der Zählstellung 2 die
Operation OP, aufgerufen, d. h., im Programm B folgt bei gleichem Weiterschatten
des Operationszählers die Operation OP, auf die Operation 0P2. Analog zu vorstehend
beschriebenem Beispiel lassen sich für die verschiedensten Operationsfolgen die
logischen Verknüpfungen vorsehen. Durch die Programmatrix läßt es sich somit vorteilhaft
verwirklichen, daß, obwohl innerhalb der Programme der Operationszähler nur um einen
Schritt pro Operation fortschreitend weitergestellt wird, dabei den Programmen entsprechende
verschiedene Operationsfolgen durchlaufen werden. Beispielsweise im Programm A beim
Durchlaufen der Schritte 1, 2 ... die Folgen OP., 0P2 .,. ., im Programm
B beim Durchlaufen der Schritte 1,: 2 ... die Folgen 0P2, OP-1 . . .
-
Nach der Erläuterung der Stufen 1 bis 4 der F i g. 1 sei auf die anderen
Blöcke näher ,eingegangen.
-
Die Stufe 7 besteht- aus logischen Schaltungen, die entsprechend den
vorgegebenen Bedingungen die Fortschaltsignale erzeugen. Diese Stufe 7 wird zweckmäßig
in einer Technik hergestellt, die einen variablen Aufbau gewährleistet, wodurch
die Steuerung von einem Prozeß an den anderen angeglichen werden kann.
-
Auf die Stufe 7 folgt zweckmäßig eine Entprellstufe. Die Endlagenmeldungen
der Geber 10 werden nämlich meistens von Kontakten vorgegeben, die prellen
können. Die Entprellstufe gewährleistet, daß
unsichere Kontaktgaben
während des Umschaltens nicht zu irgendwelchen falschen Befehlen führen.
-
Der Mikroschrittzähler und-der Operationszähler werden zweckmäßig
als statische Zähler ausgebildet und durch zwei gegeneinander versetzte Impulsreihen
becinflußt. Die Herstellung eines Impulspaares pro Schritt erfolgt in einer Impulsformerstufe,
die von einem Taktgenerator und der Stufe 7 bzw. der nachgeschalteten Entprellstufe
angesteuert wird.
-
Die Stufe 5 besteht im wesentlichen aus einem Verstärkerteil und vielen
ODER-Gliedern, und zwar für jedes der zu betätigenden Relais _9 ein ODER-Glied.
Man kann also in der Stufe 5 die ankommenden Befehle aufteilen auf die verschiedensten
Relais und damit die Kombination der Relais festlegen. Der Aufbau der Stufe 5 erfolgt
wegen der leichteren Programmierbarkeit zweckmäßig analog zum Aufbau der Stufe 7.
-
Die Rückmeldungen aus der Anlage, daß ein Befehl durchgeschaltet ist
(Freigabesignal am Eingang e der Stufe 7) und daß der Befehl ausgeführt ist (Signale
an den Eingängen a bis d) werden zweckmäßig über Relaiskontakte potential
in die Steuerung geschaltet.
-
Die Zeitglieder 6 sind vorzugsweise elektronische Zeitrelais auf digitaler
Basis. Sie werden dabei vorteilhaft so ausgebildet, daß sie entweder fest einstellbar
oder über den Sollwertspeicher programmierbar sind. Es sind zweckmäßig elektronische
Weichen vorgesehen, die eine Mehrfachausnutzung eines Zeitrelais gestatten, z. B.
wenn Signale zu verzögern sind, die innerhalb eines Prozesses sich nicht überschneiden.
Die Zeitglieder 6 können auch dazu verwendet werden, die Leitungen zu den Relais
_9 für eine bestimmte Zeit zu unterbrechen.
-
Die Wirkungsweise der Steuerung ist folgende: Nach dem Einschalten
der Steuerung stehen zunächst beide Zähler in der Ausgangsstellung (Stellung 1).
Beim Drücken eines Knopfes »Automatik« (nicht dargestellt), geht der erste Befehl,
Operation 1-Mikroschritt 1, in die Anlage hinaus. Die Tatsache, daß der Befehl hinausgegangen
ist, wird am Eingang e der Stufe 7 angezeigt und als Freigabe zur Erzeugung des
nächsten Befehls benutzt. Ist der dem ersten Befehl entsprechende Arbeitsvorgang
ausgeführt, so kommt aus der Anlage die Meldung »Befehl 1 ausgeführt« (Eingänge
a bis d der Stufe 7). Auf Grund dieser Rückmeldung in Verbindung mit
der erwähnten Freigabe erzeugt die Stufe 7 ein Signal, durch das der Mikroschrittzähler
um einen Schritt weitergestellt wird. Jetzt geht der zweite Befehl, Operation 1-Mikroschritt
2, in die Anlage. Entsprechend laufen die einzelnen Mikroschritte einer Operation
nacheinander ab.
-
Wenn der letzte Mikroschritt der Operation 1 (Eckpunktbefehl), der
Mikroschritt 4 in F i g. 3, angeschaltet ist, so wird der Eckpunktspeicher 4' gesetzt.
über den Eckpunktspeicher wird dadurch der dem Eckpunktbefehl entsprechende Arbeitsvorgang
eingeleitet. Durch das Ausgangssignal des Speichers werden die Tore Il', 11" gesperrt,
so daß der Befehlsmatrix kein weiterer Befehl entnommen werden kann. Außerdem wird
der Mikroschrittzähler in die Ausgangsstellung zurückgebracht und der Operationszähler
um einen Schritt weitergeschaltet, wodurch je nach dem Programm eine bestimmte Operation,
d. h. eine bestimmte Operationszeile der Befehlsmatrix, aufgerufen wird. Es wird
dadurch bereits während des Ablaufes des dem Eckpunktbefehl entsprechenden Vorganges
für die nächste Operation alles vorbereitet. Nachdem der Eckpunktbefehl ausgeführt
ist, wird der Eckpunktspeicher von der Stufe 7 gelöscht. Dadurch wird die Sperrung
der Tore 11 aufgehoben, und der erste Befehl der nächsten Operation, beim Beispiel
nach F i g. 3 im Fall des Programms A Operation 2-Mikroschritt 1, geht in die Anlage.
-
Ein wesentliches Merkmal der beschriebenen Steuerung ist darin zu
sehen, daß die Steuerung stehenbleibt, wenn ein Fehler auftritt. Zur Prüfung trägt
unter anderem der Umstand bei, daß der Mikroschrittzähler nur dann um einen Schritt
weitergeschaltet wird, wenn das Freigabesignal (Befehl ist in die Anlage gegangen)
und das Signal »Der Befehl ist ausgeführt« vorhanden sind. Fehlt ein Signal, dann
bleibt die Steuerung stehen. Ein weiteres Merkmal der Prüfung besteht darin, daß
man mit Hilfe von Zeitgliedern die Betätigung der Relais oder auch die Dauer der
Vorgänge überwacht. Ziehen also die Relais nicht innerhalb einer vorgegebenen Zeit
an oder ist ein Vorgang nicht innerhalb einer bestimmten Zeit beendet, so wird ein
Sperrsignal für die Tore 11 erzeugt bzw. es erfolgt eine Anzeige.
-
Zu Prüfzwecken ist weiterhin zweckmäßig ein Lampenfeld vorgesehen,
wobei die Lampen folgende Bedeutungen haben: Zunächst sind ein Teil der Lampen den
Relais 9_ zugeordnet, so daß man auf dem Feld ersehen kann, welche Relais
gekommen sind. Weiterhin sind Lampen vorhanden, die anzeigen, in welcher Zählstellung
der Mikroschrittzähler und der Operationszähler stehen. Man kann also, wenn die
Anlage stehenbleibt, erkennen, bei welchem Mikroschritt und bei welcher Operation
dies der Fall ist. Man weiß außerdem, welche Relais ansprechen müssen, und ersieht
aus dem Lampenfeld, welche Relais nicht gekommen sind, wodurch ebenfalls Rückschlüsse
auf Fehlermöglichkeiten gezogen werden können.
-
Ein besonderer Vorteil der Steuerung ist in dem Merkmal zu sehen,
daß sich die Steuerung, ohne an die Anlage angeschlossen werden zu müssen, selbsttätig
überprüft. Zu diesem Zweck liegen im Prüfbetrieb die Eingänge a bis
d der Stufe 7, die belegt werden, wenn angemeldet wird, daß der Befehl ausgeführt
worden ist, ständig an Spannung. Es werden somit nur noch die Stellungen der Relais
9 rückgemeldet. Werden auf Grund eines Befehls die Relais richtig betätigt, so wird
der Mikroschrittzähler sofort weitergeschaltet und ein neuer Befehl herausgegeben,
der bei ordnungsgemäßer Betätigung der Relais sofort die Auslösung eines weiteren
Befehls zur Folge hat. Das Programm wird daher bei intakter Steuerung sehr schnell
durchlaufen. Ist ein Fehler vorhanden, so bleibt die Steuerung stehen, und man kann
an Hand des Lampenfeldes den Fehler relativ gut lokalisieren.
-
Die Steuerung ist an sich nicht an einen bestimmten Prozeß gebunden,
sondern sie kann bei allen Prozessen, die sich in Einzelschritte zergliedern lassen,
Anwendung finden. Mit Vorteil wird sie bei Walzwerkprozessen verwendet.