DE1175086B - Anordnung von Fluessigkeitsschwingungs-daempfern in Fahrzeugen - Google Patents
Anordnung von Fluessigkeitsschwingungs-daempfern in FahrzeugenInfo
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
Internat. Kl.: B 62 d
Deutsche Kl.: 63 c-42
Nummer: 1175 086'
Aktenzeichen: D 26993II/ 63 c
Anmeldetag: 10. Dezember 1957
Auslegetag: 30. Juli 1964
Die Erfindung bezieht sich auf eine Anordnung von Flüssigkeitsschwingungdämpfern in Fahrzeugen,
bei denen die drosselnden Überströmöffnungen für den Austausch der Dämpfungsflüssigkeit zwischen
den beiden Arbeitskammern jeder Dämpfereinheit jeweils in dieser selbst vorgesehen sind, mit einer oder
mehreren Ausgleichsleitungen zwischen den Schwingungsdämpfern.
Die Schwingungsbewegungen von Fahrzeugen, beispielsweise von Kraftfahrzeugen, müssen gedämpft
werden, um ein Aufschaukeln der Schwingungen in allen Fahrzuständen mit Sicherheit zu vermeiden. Es
hat sich gezeigt, daß die einzelnen bei Fahrzeugen möglichen Schwingungsbewegungen einer unterschiedlich
starken Dämpfung bedürfen; die vertikalen Bewegungen des Fahrzeuges und die Drehschwingungen
um die Wagenquerachse müssen stark gedämpft werden, während die Drehbewegungen und
die gleichphasige Bewegung diagonal gegenüberliegender Räder eine wesentlich geringere Dämpfung
erfordern.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Anordnung der üblichen Schwingungsdämpfer eines
Kraftfahrzeuges derart vorzunehmen, daß die normale Dämpfung der Schwingungsdämpfer bei Drehbewegungen
um die Längsachse des Kraftfahrzeuges oder bei gleichphasiger Bewegung der diagonal
gegenüberliegenden Räder vermindert wird, während die normale Dämpfung der Schwingungsdämpfer für
die Schwingungen um die Querachse des Fahrzeuges erhalten bleibt. Durch diese Maßnahmen soll
eine wesentliche Verringerung der Karosseriebeanspruchungen, vorwiegend der Torsionsbeanspruchungen
erreicht werden.
Es sind verschiedene Anordnungen bekannt, bei denen die den einzelnen Fahrzeugrädern zugeordneten
Schwingungsdämpfer mit Ausgleichsleitungen verbunden sind. So ist eine Anordnung bekannt, bei der
die Schwingungsdämpferkolben Trennkolben sind und die Drosseln für die Dämpfungsflüssigkeit zusammen
mit mehreren Ventilen und Schiebern innerhalb eines stark verzweigten, die Dämpfer verbindenden
Leitungssystems angeordnet sind. Das dort vorgesehene Ausgleichssystem zwischen den
Schwingungsdämpfern soll zur Stabilisierung besonders weich gefederter Kraftfahrzeuge dienen und
insbesondere einem Rollen, Schlingern oder einem Sichneigen des Kraftfahrzeuges in Kurven entgegenwirken.
Diese wie auch eine weitere bekannte Anordnung, bei der alle Schwingungsdämpfer über
Ausgleichsleitungen mit einem einen federnden Kolben enthaltenden Dämpfungsausgleichszylinder
Anordnung von Flüssigkeitsschwingungsdämpfern in Fahrzeugen
Anmelder:
Daimler-Benz Aktiengesellschaft,
Stuttgart-Untertürkheim, Mercedesstr. 136
Als Erfinder benannt:
Dr.-Ing. Ernst Fiala, Sindelfingen (Württ.)
verbunden sind, haben die Aufgabe, alle auftretenden Schwingungen, z. B. Schwingungen um die Längs- als
auch die Querachse des Kraftfahrzeuges, durch ein Ansprechen aller Schwingungsdämpfer möglichst
gleichmäßig zu vermindern. Zum Stabilisieren dient auch ein weiteres bekanntes hydraulisches Verbindungssystem
von Schwingungsdämpfern, die elastische Volumenausgleichskörper enthalten. Durch
einen zentralen, vom Fahrer betätigbaren Drehschieber im Leitungssystem sind entweder alle
Dämpfereinheiten hydraulisch zu gleichsinnigen Hubbewegungen oder einzelne Dämpfergruppen verbindbar,
oder es sind auch alle Einheiten durch in sich geschlossenen Ausgleich ausschaltbar.
Der gleichen Aufgabe dient auch eine bekannte hydraulische und mechanische. Ausgleichsfederung
für Fahrzeuge, bei der die auf ein Rad wirkenden Last- und Stoßkräfte einerseits auf die anderen
Räder und andererseits auf einen die Federungsarbeit aufnehmenden Federkörper übertragen werden.
Es sind auch weiterhin Anordnungen bekannt, bei denen bei wechselseitigem Ein- und Ausfedern der
Fahrzeugräder die Dämpfung der Schwingungsdämpfer dadurch verringert wird, daß die Räume
oberhalb der Schwingungsdämpferkolben durch sich kreuzende Leitungen unter Zwischenschaltung von
Drosselventilen mit den Räumen unterhalb der Schwingungsdämpferkolben verbunden sind. Wenn
auch durch diese Maßnahmen in gewissem Umfang unerwünschte Beanspruchungen an Fahrzeugen verhindert
werden, so sind diese bekannten Anordnungen wegen ihrer verhältnismäßig aufwendigen Konstruktion
und der damit verbundenen Kosten und Störanfälligkeit unbefriedigend.
Der Erfindung zufolge wird eine Verringerung der Dämpfungswirkung eines Teiles der oder aller
Schwingungsdämpfer entsprechend den bei einzelnen
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oder gegebenenfalls bei allen Schwingungsdämpfern zulässigen Schwingungen dadurch erreicht, daß die
Schwingungsdämpfer durch eine Ausgleichsleitung oberhalb der Schwingungsdämpfer verbunden sind
und daß zum Ausgleich der beim wechselseitigen Ein- und Ausfedern durch die Ausgleichsleitung
strömenden Ölmenge die Schwingungsdämpfer entweder durch eine weitere Ausgleichsleitung unterhalb
der Schwingungsdämpferkolben verbunden oder daß unterhalb der Schwingungsdämpferkolben an sich be- ίο
kannte von Federn gestützte Ausgleichskolben vorgesehen sind oder daß die weitere Ausgleichsleitung
und die an sich bekannten Ausgleichskolben gemeinsam verwendet sind.
Bei einer derartigen Verbindung der Schwingungsdämpfer je einer Achse wird beim wechselseitigen
Aus- und Einfedern der Räder die Dämpfung der zu einer Achse des Fahrzeuges gehörenden Schwingungsdämpfer
verringert und somit die Dämpfung der Schwingungsbewegung um die Wagenlängsachse
weitgehend aufgehoben. Hierdurch werden Verwindungsbeanspruchungen unterdrückt und trotzdem
Schwingungen um ein Fahrzeugquerachse, die durch die Räder einer Achse verursacht werden, gedämpft.
In Weiterbildung der Erfindung werden die beispielsweise vorhandenen vier Schwingungsdämpfer
des Fahrzeuges durch ein an sich bekanntes Ringleitungssystem miteinander verbunden. Dadurch wird
errreicht, daß Vertikalbewegungen des Fahrzeuges schwach gedämpft werden. Der auf diese Ausführungsform
gerichtete Anspruch 2 soll nur im Zusammenhang mit Anspruch 1 Schutz genießen.
Gleichphasige Bewegungen diagonal gegenüberliegender Räder können, um Verwindungsbeanspruchungen
herabzusetzen oder auszuschließen, ungedämpft bleiben. Aus diesem Grunde kann auch ein
Ausgleichsleitungssystem vorgesehen sein, durch das die Dämpfung der Schwingungsdämpfer der diagonal
gegenüberliegenden Räder bei gleichphasiger Bewegung verringert wird.
Zu diesem Zweck kann vorgesehen werden, daß die Schwingungsdämpfer jeder Fahrzeugseite durch das
Ausgleichsleitungssystem miteinander verbunden sind und in jede dieser Verbindungsleitungen ein Zahnradgetriebe
eingebaut ist, die mechanisch derart miteinander verbunden sind, daß jedes Zahnradgetriebe
entweder als hydraulischer Zahnradmotor oder Zahnradpumpe arbeitet und das mittels der Zahnradpumpe
durch die Verbindungsleitung geförderte öl die entgegengesetzte Strömungsrichtung aufweist wie
das in der anderen Verbmdungsleitung strömende öl.
In den Zeichnungen sind drei Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt.
F i g. 1 stellt zwei Schwingungsdämpfer zweier Räder einer Achse dar;
F i g. 2 veranschaulicht die Anordnung von vier Schwingungsdämpfern, die über eine Ringleitung miteinander
verbunden sind;
F i g. 3 zeigt eine Anordnung von vier Schwingungsdämpfern, die durch ein diagonal ausgleichendes
Leitungssystem miteinander verbunden sind.
Entsprechend Fig. 1 befinden sich in den Schwingungsdämpferzylindern 1 einer Fahrzeugachse
die Schwingungsdämpferkolben 2 mit den Drosselkanälen 3. Bei Bewegungen um die Wagenlängsachse
strömt öl durch die beiden Ausgleichsleitungen 4 und 5 von dem einen Zylinder zu dem anderen. Hierdurch
wird die Dämpfung der beiden Schwingungsdämpfer verringert. Die Leitung 5 kann durch die mit
Federn 6 belasteten Ausgleichskolben 7 ersetzt werden. Das durch die Ausgleichsleitung 4 übersrömende
öl wird in diesem Falle durch Absenken der Ausgleichskolben 7 ausgeglichen. Diese abgefederten
Ausgleichskolben 7 wirken zugleich als federnde Hubbegrenzung für die Kolben 3 bei stoßartiger
Überbeanspruchung der Schwingungsdämpfer.
In F i g. 2 sind vier Schwingungsdämpfer 1 dargestellt, von denen jeder einem Rad zugeordnet ist.
Diese vier Schwingungsdämpfer sind über eine Ringleitung 8 miteinander verbunden. Der eingezeichnete
Pfeil deutet die Fahrtrichtung an. Bei dieser Anordnung werden die Vertikalbewegungen des Fahrzeuges
parallel zur Fahrbahn stark, die Drehbewegungen des Fahrzeuges dagegen schwach gedämpft.
In F i g. 3 sind ebenfalls vier Schwingungsdämpfer 1 dargestellt, die je einem Rad des Fahrzeuges zugeordnet
sind. Der eingezeichnete Pfeil gibt auch hier die Fahrtrichtung wieder. Dabei sind die beiden
Schwingungsdämpfer der rechten Seite und die beiden Schwingungsdämpfer der linken Seite durch
die Leitungen 9 bzw. 9' miteinander verbunden. In den Verbindungsleitungen 9 bzw. 9' ist jeweils ein
Zahnradgetriebe 10 bzw. 10' eingebaut, von denen jedes als hydraulischer Zahnradmotor oder als Zahnradpumpe
arbeiten kann. Die beiden Zahnradgetriebe 10,10' sind durch eine Welle 11 miteinander verbunden.
Wird beispielsweise durch eine Schwingungsbewegung das öl auf der linken Seite vom vorderen
Schwingungsdämpfer durch die Leitung 9' nach hinten zum hinteren Schwingungsdämpfer gefördert, so wirkt
das Zahnradgetriebe 10' als Motor mit der eingezeichneten Drehrichtung. Das Getriebe 10' treibt dann das
in diesem Fall als Pumpe wirkende Zahnradgetriebe 10 über die Welle 11 in der eingezeichneten Drehrichtung
an, und das öl in der rechten Verbindungsleitung 9 wird von dem hinteren Schwingungsdämpfer
nach dem vorderen gefördert. Auf diese Weise wird die Dämpfung diagonal gegenüberliegender
Räder verringert.
Die in F i g. 3 dargestellte Ausführungsform wird vorteilhaft dann angewendet, wenn die Schwingungen
von der Frequenz der unabgefederten Massen durch Schwingungstilger (Massentilger) gedämpft werden.
Es werden dann von den Schwingungsdämpfern keine oder fast keine Verwindungsbeanspruchungen hervorgerufen.
Claims (4)
1. Anordnung von Flüssigkeitsschwingungsdämpfern in Fahrzeugen, bei denen die drosselnden
Überströmöffnungen für den Austausch der Dämpfungsflüssigkeit zwischen den beiden Arbeitskammern
jeder Dämpfereinheit jeweils in dieser selbst vorgesehen sind, mit einer oder mehreren
Ausgleichsleitungen zwischen den Schwingungsdämpfern, dadurch gekennzeichnet,
daß die Schwingungsdämpfer (1) durch eine Ausgleichsleitung (4) oberhalb der Schwingungsdämpferkolben
(3) verbunden sind und daß zum Ausgleich der beim wechselseitigen Ein- und Ausfedern
durch die Ausgleichsleitung (4) strömenden Ölmenge die Schwingungsdämpfer (1) entweder
durch eine weitere Ausgleichsleitung (5) unterhalb der Schwingungsdämpferkolben (3) verbunden
oder daß unterhalb der Schwingungs-
dämpferkolben (3) an sich bekannte, von Federn (6) gestützte Ausgleichskolben (7) vorgesehen
sind oder daß die weitere Ausgleichsleitung (5) und die an sich bekannten Ausgleichskolben (7)
gemeinsam verwendet sind.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die vier Schwingungsdämpfer
(1) des Fahrzeuges über ein Ringleitungssystem (8) miteinander verbunden sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch ge- ίο
kennzeichnet, daß ein Ausgleichsleitungssystem (9, 9') vorgesehen ist, durch das die Dämpfung
der Schwingungen diagonal gegenüberliegender Räder verringert wird.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Schwingungsdämpfer jeder
Fahrzeugseite durch das Ausgleichsleitungssystem (9, 9') miteinander verbunden sind und in jede
dieser Verbindungsleitungen (9, 9') ein Zahnradgetriebe (10,10') eingebaut ist, die mechanisch
derart miteinander verbunden sind, daß jedes Zahnradgetriebe (10 bzw. 10') entweder als hydraulischer
Zahnradmotor oder Zahnradpumpe arbeitet und das mittels der Zahnradpumpe durch die Verbindungsleitung geförderte Öl die entgegengesetzte
Strömungsrichtung aufweist wie das in der anderen Verbindungsleitung strömende Öl.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschriften Nr. 905 096, 931 816;
schweizerische Patentschrift Nr. 316 595;
französische Patentschriften Nr. 827 922,
875;
USA.-Patentschriften Nr. 2 184 202, 2 452 105.
Deutsche Patentschriften Nr. 905 096, 931 816;
schweizerische Patentschrift Nr. 316 595;
französische Patentschriften Nr. 827 922,
875;
USA.-Patentschriften Nr. 2 184 202, 2 452 105.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
409 638/214 7.64 © Bundesdruckerei Berlin
Priority Applications (4)
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|---|---|---|---|
| DED26993A DE1175086B (de) | 1957-12-10 | 1957-12-10 | Anordnung von Fluessigkeitsschwingungs-daempfern in Fahrzeugen |
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| GB39819/58A GB873762A (en) | 1957-12-10 | 1958-12-10 | Improvements relating to vehicle vibration damping arrangements |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DED26993A DE1175086B (de) | 1957-12-10 | 1957-12-10 | Anordnung von Fluessigkeitsschwingungs-daempfern in Fahrzeugen |
Publications (1)
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Family
ID=7039085
Family Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DED26993A Pending DE1175086B (de) | 1957-12-10 | 1957-12-10 | Anordnung von Fluessigkeitsschwingungs-daempfern in Fahrzeugen |
Country Status (4)
| Country | Link |
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| US (1) | US3008728A (de) |
| DE (1) | DE1175086B (de) |
| FR (1) | FR1208954A (de) |
| GB (1) | GB873762A (de) |
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