DE1172859B - Kathodenwanne fuer die Herstellung von Aluminium durch Schmelzflusselektrolyse - Google Patents
Kathodenwanne fuer die Herstellung von Aluminium durch SchmelzflusselektrolyseInfo
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- C25C3/06—Electrolytic production, recovery or refining of metals by electrolysis of melts of aluminium
- C25C3/08—Cell construction, e.g. bottoms, walls, cathodes
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
Internat. KL: C22d
Deutsche Kl.: 40 c-3/12
Nummer: 1 172 859
Aktenzeichen: A 39030 VI a / 40 c
Anmeldetag: 15. Dezember 1961
Auslegetag: 25. Juni 1964
Das Hauptpatent 1146 259 bezieht sich auf ein Verfahren zum Auskleiden der Wände der Kathodenwanne
einer Zelle für die Herstellung von Aluminium durch Schmelzflußelektrolyse und auf eine nach
diesem Verfahren hergestellte Kathodenwanne. Das Auskleiden erfolgt durch Stampfen einer Masse aus
40 bis 85% Siliciumcarbidpulver, 45 bis 7% Kokspulver und 15 bis 8% Pech.
Es hat sich nun ergeben, daß eine Kathodenwanne mit nach dem erwähnten Verfahren ausgekleideten
Seitenwänden sich sehr gut für Zellen eignet, bei denen der Strom durch Elemente aus Carbiden und/
oder Boriden derUbergangsmetalle Titan, Zirkonium,
Tantal und Niob dem kathodisch abgeschiedenen, geschmolzenen Aluminium zugeführt wird.
Im nachfolgenden soll an Stelle der Ausdrücke »Carbiden und/oder Boriden der Übergangsmetalle«
der Einfachheit halber der Ausdruck »Hartmetall« verwendet werden. Solche Stromzuführungselemente
sind z.B. in den schweizerischen Patentschriften 301030, 330 206 und 346 033 beschrieben.
Die Stromzuführungselemente aus solchem »Hartmetall« können lotrecht von oben durch das Elektrolytbad
hindurch bis zur flüssigen Kathodenmetallschicht eingeführt werden.
Die nach dem Verfahren des Hauptpatents ausgekleideten Seitenwände werden aber besonders zweckmäßig
in solchen Aluminiumelektrolysezellen verwendet, in denen stabförmige Stromzuführungselemente
aus »Hartmetall« waagerecht oder nahezu waagerecht in den Seitenwänden der Kathodenwanne
angeordnet sind und mit ihrem Ende bis zum flüssigen Kathodenmetall reichen. Die schlechte Wärmeleitfähigkeit
der siliciumcarbidhaltigen Masse erlaubt die Wandauskleidung dünner zu halten, als es mit
der üblichen Kunstkohlenstoffmasse möglich ist, so daß die »Hartmetalk-Strorrizuführungselemente, die
sehr teuer sind, kürzer gehalten werden können.
Man hat zwar schon vorgeschlagen, in einem solchen Fall die Seitenwände der Zellen aus mit
Hilfe von tongebundenem Siliciumcarbid oder aus nitridgebundenem Siliciumcarbid herzustellen. Abgesehen
davon, daß das für das Zusammenfügen von Platten oder Blöcken aus diesen Materialien verwendete
Bindemittel durch den Schmelzflußelektrolyten angegriffen wird und daß die Platten bzw. Blöcke
meistens nicht so dicht miteinander verbunden werden können, daß der Schmelzflußelektrolyt nicht mit
der Zeit durch die Fugen dringt, ist ein Schutz durch eine Kruste von erstarrtem Elektrolyten erforderlich,
da insbesondere das tongebundene Siliziumcarbid vom flüssigen Aluminium und vom Schmelzfluß-Kathodenwanne
für die Herstellung von
Aluminium durch Schmelzflußelektrolyse
Aluminium durch Schmelzflußelektrolyse
Zusatz zum Patent: 1 146 259
Anmelder:
Schweizerische Aluminium A. G.,
Chippis (Schweiz)
Vertreter:
Dr. K. Schwarzhans und
Dipl.-Chem. Dr. phil. E. Jung, Patentanwälte,
München 19, Romanplatz 10
Als Erfinder benannt:
Dipl.-Chem. Dr. Erhard Herrmann,
Neuhausen am Rheinfall (Schweiz)
Dipl.-Chem. Dr. Erhard Herrmann,
Neuhausen am Rheinfall (Schweiz)
Beanspruchte Priorität:
Schweiz vom 30. Januar 1961 (1051)
elektrolyten angegriffen wird. Die Dicke der Erstarrungskruste bedingt eine entsprechende größere
Länge der Stromzuführungselemente aus »Hartmetall«.
Seitenwände aus der im Hauptpatent beschriebenen siliciumcarbidhaltigen Auskleidungsmasse bedürfen
eines Schutzes durch erstarrten Elektrolyten nicht, so daß bei gleicher Dicke der Auskleidung die
Stromzuführungselemente aus »Hartmetall« kürzer gehalten werden können als im Falle einer Auskleidung
aus tongebundenem oder nitridgebundenem Siliciumcarbid.
Weitere Vorteile ergeben sich aus den folgenden Ausführungen:
Nach dem Verfahren des Hauptpatentes werden die Seitenwände der Kathodenwanne nicht mit bereits
vorgeformten, zusammengekitteten keramischen Platten, sondern mit einer in bekannter Art und
Weise fugenlos eingestampften, neuartigen Masse ausgekleidet, die sich, wie oben angegeben, aus 40
bis 85% Siliciumcarbidpulver, 45 bis 7% Kokspulver und 15 bis 8fl/o Pech zusammensetzt.
409 627/307
Vorzugsweise wird folgende, engere Zusammensetzung verwendet:
Siliciumcarbidpulver .. 70 bis 80 Gewichtsprozent
Kokspulver 15 bis 10 Gewichtsprozent
Mittelhartpech 15 bis 10 Gewichtsprozent
Als sehr gut geeignet hat sich eine Mischung aus 75% Siliciumcarbid, 14% Kokspulver und 11%
Mittelhartpech erwiesen. Es ist selbstverständlich möglich, der Stampfmasse geringe Mengen anderer
Stoffe zuzusetzen, sofern diese das Ergebnis nicht beeinträchtigen.
Das Siliciumcarbid soll in der beschriebenen Stampfmasse in Korngrößen von 0 bis 6 mm vorliegen.
Das Kokspulver kann aus allen beliebigen Kokssorten hergestellt sein und soll eine Korngröße
von 0 bis 22 mm haben. Die Mischung wird zweckmäßigerweise bei einer Temperatur zwischen 50 und
250° C hergestellt, wobei eine beliebige Pechart entweder in vorverflüssigter Form oder in Stücken zügesetzt
wird.
Die erreichte mechanische Festigkeit der neuen Masse nach dem Stampfen beruht auf der wechselseitigen
Wirkung des Peches und des Kokspulvers. Pech und Kokspulver bilden eine Art Wabenstruktur,
in deren Hohlräumen das Siliciumcarbid als Füllkörper eingelagert ist.
Die neue Stampfmasse ist in reduzierender Atmosphäre gegen den Schmelzfiußelektrolyten und gegen
flüssiges Aluminium beständig. Ihre elektrische Leitfähigkeit ist je nach Gehalt an Siliciumcarbid 5- bis
15mal kleiner als diejenige der bisher verwendeten Kunstkohlestampfmasse. Die Wärmeleitfähigkeit ist
um die gleiche Größenordnung kleiner.
Ein wesentlicher Vorteil der neuen Stampfmasse liegt darin, daß sie in gleicher Weise wie die bisher
übliche Kunstkohlestampfmasse verarbeitet und zur Herstellung von gestampften Wandauskleidungen verwendet
werden kann.
Die neue Stampfmasse läßt sich fest und fugenlos mit den bisher im Bau von Aluminiumelektrolysezellen
üblichen Kohlematerialien verbinden. Ein bedeutender Vorteil der Herstellung der Wandauskleidung
aus der ernndungsgemäßen Stampfmasse gegenüber dem Aufbau aus vorgeformten, Siliciumcarbid
enthaltenden Platten besteht darin, daß die ganze Kathodenwanne fugenlos hergestellt werden kann.
Auch die Sohle der Zelle mit »Hartmetalk-Stromzuführungselementen zum flüssigen Kathodenmetall
kann aus der neuen, siliciumcarbidhaltigen Stampfmasse hergestellt werden, wenn beispielsweise besonderer
Wert auf die Unterdrückung von Nebenströmen (Streuströmen) gelegt wird.
Es ist zu bemerken, daß nach dem Verfahren des Hauptpatentes hergestellte Seitenwände, im Gegensatz
zu Kohlewänden, vom Schmelzflußelektrolyten nicht imprägniert werden, was unter anderem zu
einem geringeren Elektrolytenverbrauch führt.
Beim Betrieb der Zellen mit Seitenwänden aus der siliciumcarbidhaltigen Stampfmasse hat es sich gezeigt,
daß der obere Rand der Wandauskleidung unter Einwirkung von Elektrolytspritzern und von
Luftsauerstoff unter ungünstigen Umständen ein wenig angegriffen wird, wodurch Siliciumoxyd, das
die Siliciumcarbidteilchen in dünnster Schicht umhüllt, infolge Wegbrennens des Kohlenstoffes freigelegt
wird und in den Ofenfluß gelangen und dadurch einen leichten Anstieg des Siliciumgehaltes des Kathodenmetalls
verursachen kann. Diese Gefahr wird durch Anordnen einer Schicht aus herkömmlicher
Kunstkohlestampfmasse auf dem oberen Rand der Wandauskleidung beseitigt. Diese Schicht aus herkömmlicher
Kunstkohlestampfmasse läßt sich ihrerseits durch ein Eisenblech schützen, das in geeigneter
Weise verankert ist.
Die Zeichnung veranschaulicht die Erfindung an einem Ausführungsbeispiel. Sie zeigt schematisch im
Längsschnitt eine Aluminiumelektrolysezelle 1 mit vorgebackener Kohleanode 2, feuerfester Auskleidung
8 aus Schamottesteinen, Kohleboden 3, Wandauskleidung 4 aus der neuen, aus Siliciumcarbidpulver,
Kokspulver und Pech hergestellten Stampfmasse mit einer Schicht 5 aus gewöhnlicher Kunstkohlestampfmasse
ohne Carbidzusatz und stabförmigen Stromzuführungselementen 6 aus »Hartmetall«. 7 ist ein Stahlblechdeckel, der die Kunstkohlemasse 5
schützt. Mit 9 ist die flüssige, kathodische Aluminiumschicht, mit 10 der geschmolzene Kryolithelektrolyt
und mit 11 die Tonerdedecke bezeichnet.
Claims (3)
1. Kathodenwanne einer Zelle für die Herstellung von Aluminium durch Schmelzflußelektrolyse
nach dem Hauptpatent 1146 259, deren Seitenwände mit einer gestampften Masse aus 40
bis 85% Siliciumcarbidpulver, 45 bis 7% Kokspulver und 15 bis 8% Pech ausgekleidet sind,
dadurch gekennzeichnet, daß sie für die Zuführung des Stromes zum flüssigen Kathodenmetall
mit an sich bekannten Stromführungselementen aus Carbiden und/oder Boriden der Übergangsmetalle ausgerüstet ist.
2. Kathodenwanne nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Stromzuführungselemente
waagerecht oder nahezu waagerecht in den Seitenwänden der Kathodenwanne angeordnet
sind.
3. Kathodenwanne nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Stromzuführungselemente
stabförmig sind.
In Betracht gezogene Druckschriften:
österreichische Patentschrift Nr. 208 606:
britische Patentschrift Nr. 814 031.
österreichische Patentschrift Nr. 208 606:
britische Patentschrift Nr. 814 031.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
409 627βΟ7 fi. 61 © Bundesdruckerei Berlin
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| CH1209160A CH396421A (de) | 1960-10-28 | 1960-10-28 | Verfahren zum Auskleiden der Wände der Kathodenwanne einer Zelle zur Herstellung von Aluminium durch Schmelzflusselektrolyse und nach diesem Verfahren ausgekleidete Kathodenwanne |
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