-
Scheuermittel für Reinigungszwecke Die Erfindung betrifft ein nicht
stäubendes Scheuermittel für Reinigungszwecke.
-
Alle im Handel befindlichen Scheuerpulver für Reinigungszwecke bestehen
im wesentlichen aus einer mechanisch wirksamen Komponente, wie Quarzmehl, Glasmehl,
Bimssteinpulver, Wiener Kalk od. dgl., die nachfolgend mit »Scheuergrundlage« bezeichnet
wird, und verhältnismäßig kleinen Mengen wasserlöslicher chemisch wirkender Stoffe,
wie Soda, waschaktiver Substanz, anhydrischer Phosphate usw.
-
Die Scheuergrundlagen der für allgemeine Reinigungsarbeiten im Haushalt
und in der Industrie, für Herdputzmittel, Fensterputzmittel u. dgl. benutzten Scheuerpulver
besitzen eine sehr geringe Korngröße von im Mittel etwa 0,05 mm, um ein Verkratzen
der zu reinigenden Flächen zu vermeiden. Die gröbsten Kornanteile überschreiten
selten einen Durchmesser von 0,15 mm, während der Hauptanteil der Scheuergrundlage
- meist über 80% - einen Korndurchmesser im Intervall von weniger als 0,06 mm besitzt.
-
Solche feinen Pulver haben den Nachteil, beim Gebrauch stark zu stäuben,
was um so nachteiliger ist, als die Scheuergrundlagen meist aus gesundheitsschädlichem,
kieselsäurehaltigem Material bestehen.
-
Das Scheuerpulver der vorliegenden Erfindung enthält eine feinkörnige
wasserunlösliche Scheuergrundlage, wasserlösliche, chemisch wirkende Reinigungsbestandteile,
anorganische oder organische Bindemittel sowie gegebenenfalls Farbstoffe und Parfüm
und besteht aus einem in Gegenwart von Wasser leicht zerfallenden Granulat mit einer
mittleren Korngröße von mindestens 0,6 mm, dessen Größtkorn eine Korngröße von höchstens
2 mm besitzt.
-
Das Scheuerpulver der vorliegenden Erfindung hat also die Beschaffenheit
eines Granulates, bei dem jedes der Granalien neben chemisch wirkenden Reinigungsbestandteilen
und gegebenenfalls Farbstoffen und/oder Parfüm und/oder anorganischen oder organischen
Bindemitteln eine Vielzahl von Körnchen der angewanten Scheuergrundlage enthält.
Die Größe der eckigen oder kugeligen Grießteilchen ist derart, daß diese Teilchen
nicht vom Scheuerlappen, der Bürste od. dgl. abrollen.
-
Die Scheuergrundlage besteht wie üblich aus Quarzmehl, Glasmehl, Bimssteinpulver,
Wiener Kalk od. dgl. Die chemisch wirkenden Reinigungsbestandteile bestehen z. B.
aus Soda und/oder anhydrischen Phosphaten und/oder Seife und/oder synthetischen
waschaktiven Substanzen.
-
Als Bindemittel werden Bentonit, Kaolin, Wasserglas, Zelluloseglykolat,
Alginat, Knochenleim oder Dextrin verwendet. Das Granulat oder der Grieß kann nach
jeder der zur Granulierung feiner Pulver bekannten Methoden hergestellt sein.
-
Beispielweise kann es durch Mischen der feinkörnigen Scheuergrundlage
mit einer wäßrigen Lösung oder Suspension eines anorganischen oder organischen Bindemittels
sowie chemisch wirkender Reinigungsbestandteile, Trocknen des Gemisches, Zerkleinern
der getrockneten Masse und Absieben auf die gewünschte Korngröße hergestellt sein
oder durch Zusetzen einer wäßrigen Lösung oder Suspension des - Bindemittels zu
einem Gemisch aus der Scheuergrundlage mit den chemisch wirkenden Reinigungsbestandteilen
und/oder Farbstoff und/oder Parfüm, Trocknen des so erhaltenen Gemisches, Zerkleinern
der getrockneten Masse und Absieben oder durch Aufstäuben einer Lösung oder Suspension
eines anorganischen oder organischen Bindemittels und chemisch wirkender Reinigungsbestandteile
auf die Scheuergrundlage, beispielsweise in einer Mischmaschine, Trocknen und Absieben
des Gemisches.
-
Bei diesen Herstellungsmethoden wird, sofern für die Herstellung des
Scheuerpulvers hydratbildende Salze verwendet werden, .vorzugsweise nur so viel
Wasser verwendet wie die anwesenden hydratbildenden Salze als Kristallwasser abzubinden
vermögen, wodurch die Trocknung erspart wird.
-
Das Granulat kann auch durch Aufheizen der Scheuergrundlage in einer
heizbaren Mischmaschine auf eine Temperatur über 100° C, Aufsprühen der das Bindemittel
und die chemisch wirksamen Reinigungsmittel enthaltenden wäßrigen Lösung und Absieben
erhalten werden, wobei das in den aufgesprühten Tröpfchen enthaltene Wasser fast
augenblicklich verdampft, so daß an der Stelle des Auftreffens des Tröpfchens eine
feste Granalie entsteht.
-
Ein weiteres Herstellungsverfahren besteht darin, daß man die feinkörnige
Scheuergrundlage mit den chemisch wirkenden Reinigungsbestandteilen und
den
Bindemitteln vermischt, das Gemisch mit einer ausreichenden Menge Wasser anrührt
und die Masse dann mit den üblichen Sprühvorrichtungen, und zwar bei Gegenwart von
hydratbildenden Salzen kalt, bei Abwesenheit solcher Salze heiß versprüht. Aus dem
so erhaltenen Granulat werden dann die zu groben bzw. zu feinen Kornanteile ausgesiebt.
-
Die zur Bildung des Granulates verwendeten Bindemittel werden nur
in geringen Mengen zugegeben, so daß der erhaltene Scheuermittelanteil bei Berührung
mit Wasser leicht zerfällt. Infolge der sich hieraus ergebenden Weichheit der Granalien
kann sich nachträglich durch erneute Bildung von Abrieb wieder eine gewisse Staubmenge
bilden. Um auch dies zu vermeiden, ist es zweckmäßig, die Granalien nach ihrer Herstellung
mit geringen Mengen von Lösungen hygroskopischer und dadurch staubbindender Substanzen
zu besprühen. Als solche Lösungen haben sich z. B. wäßrige Lösungen von Glyzerin,
Glykol, Diglykol und anderen mehrwertigen Alkoholen und Polyäthylenoxyd als geeignet
erwiesen. Ebenso eignen sich hierzu wäßrige Lösungen anorganischer hygroskopischer
Verbindungen, wie Kaliumcarbonat- oder Calciumchlorid-Lösungen. Diese staubbindenden
hygroskopischen Mittel können auch schon bei der Herstellung des Scheuerpulvers
entweder dem Wasser oder dem flüssigen Brei zugemischt werden, wodurch die gleiche
Wirkung erzielt wird wie durch die nachträgliche Behandlung der Granalien mit diesen
Mitteln.
-
Beispiel 1 Eine Mischung bestehend aus: 3 Teilen Soda 5 Teilen Bentonit
1 Teil Wasserglas 36 bis 38° B6 0,5 Teilen Celluloseglykolat 3 Teilen Fettalkoholsulfonat
87,5 Teilen Quarzmehl wird mit 20 bis 25 Teilen Wasser in einer Mischmaschine angeteigt.
Die Masse wird in dünner Schicht auf das eine Ende eines langsam, horizontal umlaufenden,
breiten Stahlbandes aufgetragen. Das Band wird mit diesem Auftrag durch einen auf
150'=' C aufgeheizten Ofen hindurchgeführt. Aus dem am anderen Ende des Bandes abfallenden
bzw. mit einem Messer abgehobenen trockenen Material wird mit zwei Vibratorsieben
eine mittlere Korngröße von 6,0 mm ausgesiebt. Die Trennsiebe haben eine Maschenweite
von 1 bzw. 0,2 mm.
-
Beispiel 2 In einer heizbaren Mischmaschine werden 5 Teile feingemahlenes
Natriumpyrophosphat, 5 Teile Kaolinpulver und 1 Teil Ultramarinblau mit 89 Teilen
Quarzmehl innig vermischt und auf 130° C erwärmt. Auf das in der Mischmaschine in
Bewegung befindliche trockene Pulver wird aus einer Druckdüse die folgende Lösung
aufgestäubt: 1 Teil Natriumalginat 10 Teile Alkyl-Arylsulfonat, 100o/oig 1 Teil
Wasserglas 36 bis 38° Be 88 Teile Wasser Wenn der Inhalt der Mischmaschine weitgehend
granuliert erscheint, wird das Produkt mit Hilfe von zwei Vibrationssichtern auf
eine mittlere Korngröße von 1 mm abgesiebt. Die lichte Weite der Trennsiebe beträgt
1,5 bzw. 0,5 mm.
-
Beispiel 3 Ein auf 80° C erwärmtes Gemisch aus-3 Teilen 60o/oiger
Kernseife 1 Teil Wasserglas 3 Teilen Bentonit 3 Teilen Natriumpyrophosphat 55 Teilen
Quarzmehl 35 Teilen Wasser wird in einem Sprühturm mit Hilfe einer rotierenden Scheibe
in einen Luftstrom von 180° C Temperatur versprüht. Das anfallende Granulat wird
mit zwei Vibrationssichtern von 1,2 bzw. 0,4 mm lichter Maschenweite auf eine mittlere
Korngröße von 0,8 mm gebracht. Die zu groben und zu feinen Kornanteile werden der
nächsten zu versprühenden Charge zugegeben.
-
Beispiel 4 Die gemäß Beispiel 1 bis 3 hergestellten Granulate werden
nach Fertigstellung mit 3 bis 5 % ihres Gewichtes einer 20°/oigen, wäßrigen Diglykol-Lösung
bestäubt.