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Gerät zur Herstellung pseudoplastischer Laufbildaufnahmen Die Erfindung
betrifft ein Gerät zur Herstellung pseudoplastischer Laufbildaufnahmen, bei dem
die Aufnahmekamera im Inneren eines halbkugelförmigen Konvexspiegels angeordnet
ist, der im Bereich der Verlängerung der optischen Achse der Aufnahmekamera eine
Lichtdurchtrittsöffnung aufweist, gegenüber der ein die von dem Konvexspiegel reflektierten
Bildstrahlen nochmals gegen das Objektiv der Aufnahmekamera hin reflektierender
ebener Spiegel angeordnet ist.
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Nachdem sich das Fernsehen in einem immer größeren Maße durchsetzt,
ist man, um die Handlung des Spielfilms möglichst natürlich aufzunehmen und zu projizieren,
gezwungen, völlig neue Wege zu beschreiten.
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So ist es zu diesem Zweck bekannt, bei der Aufnahme von Spielfilmen
zwischen der Aufnahmekamera und der Handlung einen mindestens teilweise kugelförmigen
Konvexspiegel anzuordnen, der die Handlung über einen seitlichen Bereich von 360°
erfaßt und gegen das Objektiv der Aufnahmekamera hin reflektiert. Die von der Aufnahmekamera
aufgenommenen, durch den kugelförmigen Konvexspiegel verzerrten und sich jeweils
über einen seitlichen Bereich von 360° erstreckenden einzelnen Bilder werden dann
bei ihrer Projektion von dem Projektor aus wieder auf einen ebenfalls kugelförmig.
gewölbten Konvexspiegel geworfen, der im Krümmungsmittelpunkt einer kugelförmig
gewölbten Bildfläche angeordnet ist und das auf ihn auftreffende Strahlenbündel
gegen die Bildfläche hin reflektiert, wobei die kugelige Spiegelfläche des Konvexspiegels
dann wieder eine Entzerrung des projizierten Bildes bewirkt.
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Im Zusammenhang mit der beschriebenen Aufnahmetechnik ist es weiterhin
bekannt, den die Spielhandlung gegen das Aufnahmeobjektiv hin reflektierenden kugelförmigen
Konvexspiegel oberhalb des nach oben gerichteten Objektivs der Aufnahmekamera anzuordnen.
Diese besondere Anordnung des kugelförmigen Konvexspiegels bringt jedoch noch besondere
Schwierigkeiten mit sich. So sind für diesen Konvexspiegel besondere, beispielsweise
stativartige Halterungen: notwendig, die, wenn sie zwischen dem Konvexspiegel und
der Spielhandlung angeordnet sind, mit auf das Bild kommen und dieses stören. Bei
einer anderen bekannten Ausführungsform hat man diese Schwierigkeit dadurch vermieden,
daß der kugelförmige Konvexspiegel einen Durchmesser aufweist, der nur wenig größer
als der Durchmesser des Objektivs der Aufnahmekamera ist. Hierdurch besteht die
Möglichkeit, diesen relativ kleinen kugelförmigen Konvexspiegel mittels eines zylindrischen
Glases od. dgl. in einer nur geringen Entfernung direkt am Objektiv der Aufnahmekamera
zu befestigen. Obwohl sich durch diese Anordnung die Aufnahmekamera zusammen mit
dem Konvexspiegel verhältnismäßig einfach handhaben 1'äßt, so ist hier doch wiederum
der Nachteil gegeben, daß infolge des sehr kleinen Konvexspiegels das Bild recht
grobkörnig wird. Auch werden die Lichtstrahlen durch das den Konvexspiegel haltende
zylindrische Glas gebrochen, was weitere Schwierigkeiten mit sich bringt.
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Es ist auch schon der Vorschlag gemacht worden, die Aufnahmekamera
im Inneren eines halbkugelförmigen.Konvexspiegels anzuordnen, der im Bereich der
Verlängerung der optischen Achse der Aufnahmekamera eine Lichtdurchtrittsöffnung
aufweist. Gegenüber dieser Lichtdurchtrittsöffnung ist dabei ein ebener Spiegel
angeordnet, der die von dem Konvexspiegel reflektierten Bildstrahlen nochmals gegen
das Objektiv der Aufnahmekamera hin reflektiert.
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Der Erfindung liegt nunmehr die Aufgabe zugrunde, bei einem Gerät
der zuvor behandelten Art dem Kameramann die Möglichkeit zu geben, die jeweils aufzunehmende
Szene rahmensucherartig zu beobachten.
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Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß unterhalb des
Konvexspiegels ein Rundumbeobachtungsglas für den Kameramann zur unmittelbaren Beobachtung
der aufzunehmenden Szene angeordnet ist.
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Ist darüber hinaus der 'halbkugelförmige Konvexspiegel beispielsweise
zusammen mit einer Halterung für den ebenen Spiegel auf einer Drehvorrichtung angeordnet,
so werden hierdurch nicht nur etwa minimale Unebenheiten der Spiegelfläche ausgeglichen,
sondern es werden darüber hinaus auch sich im Verlauf der Aufnahme eventuell auf
der gewölbten Spiegeloberfläche absetzende Regentropfen, Staubteilchen,
Insekten
od. dgl. infolge der durch die Rotation bedingten Zentrifugalkräfte nach außen hin
abgeschleudert.
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Um weiterhin zu vermeiden, daß die den ebenen Spiegel abstützenden
Elemente mit auf den zu projizierenden, etwa ringförmigen Teil der Aufnahme kommen
und somit die Bildwirkung entscheidend beeinträchtigen, ist die in dem Konvexspiegel
befindliche Lichtdurchtrittsöffnung vorteilhaft durch eine aus einem lichtdurchlässigen
Material bestehende Scheibe abgedeckt, auf der unter Freilassung einer ringförmigen
lichtdurchlässigen Fläche die sich vorzugsweise gegen diese Scheibe hin konisch
verjüngende, den ebenen Spiegel tragende Halterung angeordnet ist. Die Halterung
wird dadurch bei der Aufnahme lediglich in dem für die Projektion uninteressanten
zentralen toten Teil der Aufnahme abgebildet.
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In der Zeichnung ist eine beispielsweise Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Gerätes schematisch dargestellt: Wie aus dieser Darstellung ersichtlich, so ist
der mit 1 bezeichnete Konvexspiegel als Halbkugel ausgebildet, deren kugelige Oberfläche
2 nach oben gerichtet ist. Im Krümmungsmittelpunkt dieses Könvexspiegels 1 ist eine
mit 3 bezeichnete Aufnahmekamera derart angeordnet, daß ihre optische Achse lotrecht
verläuft und ihr Objektiv 4 nach oben gerichtet ist. Im Bereich der Verlängerung
der optischen Achse dieser Aufnahmekamera 3 ist weiter in dem oberen Teil der kugeligen
Oberfläche 2 des Konvexspiegels 1 eine Lichtdurchtrittsöffnung 5 eingearbeitet;
die wieder durch eine aus einem lichtdurchlässigen Material bestehende Scheibe 6
abgedeckt ist. Auf dieser Scheibe 6 sitzt unter Freilassung einer ringförmigen lichtdurchlässigen
Fläche eine mit 7 bezeichnete Halterung, die sich konisch gegen diese Scheibe 6
hin verjüngt und einen mit 8 bezeichneten ebenen Spiegel trägt, dessen Durchmesser
so groß gehalten ist, daß er das gesamte Bild des Konvexspiegels 1 gegen die Aufnahmekamera
3 reflektiert. Außerdem schirmt dieser Spiegel 8 gleichzeitig den Konvexspiegel
1 gegen Regen und Staub ab. Auch können entweder auf diesem ebenen Spiegel
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oder unterhalb des Konvexspiegels 1 eine beliebige Anzahl Beleuchtungsscheinwerfer
angeordnet sein, die die Spielszene in ausreichender Weise ausleuchten.
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Der Strahlengang dieser Aufnahmevorrichtung ist beispielsweise der
folgende: Ein mit A bezeichneter, außerhalb der Aufnahmevorrichtung befindlicher
Gegenstand spiegelt sich zunächst an der kugeligen Oberfläche 2 des Konvexspiegels
1 und wird von dieser gegen die ringförmige Fläche 9 des ebenen Spiegels 8 reflektiert,
die das von ihr aufgenommene, bereits verzerrte Bild des Gegenstandes A wieder gegen
das Objektiv 4 der Aufnahmekamera 3 reflektiert. Ähnlich wie dieser Gegenstand A
werden auch alle anderen, sich in der kugeligen Oberfläche 2 des Konvexspiegels
1 spiegelnden Gegenstände gegen das Objektiv 4 der Aufnahmekamera 3 reflektiert.
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Beträgt der Aufnahmewinkel a der Aufnahmekamera 3 etwa 40°, so erstreckt
sich die in horizontaler Richtug kreisförmige kugelige Oberfläche 2 des Konvexspiegels
1 über einen Winkel ß von etwa 70°. Diese Winkelverhältnisse reichen im allgemeinen
aus, um alle auftretenden Situationen einer Spielhandlung vollkommen zu erfassen.
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-Unterhalb des kugelförmigen Konvexspiegels 1 befindet sich weiter
der nicht besonders dargestellte Sitz des Kameramannes, der wieder derart von einem
mit 10 bezeichneten zylindrischen Beobachtungsglas umgeben ist, daß der Kameramann
jeden beliebigen Ausschnitt der Spielhandlung verfolgen kann.
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Ist schließlich der halbkugelförmige Konvexspiegel 1 zusammen mit
der Halterung 7 und dem ebenen Spiegel 8 auf einer nur schematisch dargestellten
Drehvorrichtung 11 mit senkrechter Drehachse angeordnet, so lassen sich hierdurch
alle eventuelle Unebenheiten der spiegelnden Flächen 2 und 9 ausgleichen und eventuelle
auf diese Spiegelflächen 2 und 9 auftreffenden Regentropfen, Staubteilchen od. dgl.
nach außen abschleudern.