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Dekadischer Zähler mit Voreinstellung bzw. Vorwahl ' Bei einem aus
mehreren Dekaden aufgebauten elektronischen Zähler wird nach Durchlaufen einer Dekade
die betreffende Dekade auf »0a zurückgestellt und gleichzeitig der dabei entstehende
Impuls an den Eingang der nächsten Zählstufe gegeben. Ist ein Zählgerät »voll« gezählt,
d. h. stehen die Zähldekaden eines Vierdekadengerä tes auf 9999, so stellt der nächste
Zählimpuls sämtliche Zählstufen auf »0« zurück, und da die nächste Dekade fehlt,
kann man den Weiterstellimpuls ohne Störung des Zählvorganges für andere Zwecke
ausnutzen, indem man ihn beispielsweise bei einer automatischen Zählvorrichiung
anzeigen läßt, daß 10 000 Impulse gezählt wurden.
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Es sind auch elektronische Zähler bekannt, bei denen am Ende jeder
Zähldekade ein Impuls für Steuerzwecke entnommen werden kann.
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Wenn man bei einer beliebigen Zahl ein Steuersignal erhalten will,
so kann man den Zähler auf eine bestimmte Zahl voreinstellen (Voreinstellung) oder
die gewünschte Zald vorwählen (Vorwahl). Die Vorwahl erfordert eine zusätzliche
Einrichtung, die das Erreichen der gewünschten Zifferkombination feststellt. Bei
der Vorwahl zählt also der Zähler von »0« bzw. von einer Bezugszahl an bis zum Erscheinen
der vorgewählten Zahl, gibt beim Erscheinen derselben ein Signal ab und stellt die
Zähldekaden auf »0« bzw. auf die Bezugszahl zurück. Bei der in der industriellen
Anwendung bevorzugten Voreinstellung dagegen werden vor Beginn der eigentlichen
Zählung die Zähldekaden auf die bezüglich der Zählkapazität des Zählers bzw. bei
Zählern, bei denen nach jeder Dekade ein Steuersignal erhalten werden kann, auf
die bezüglich der nächsten Dekade komplementäre Zahl zu der zu zählenden Zahl voreingestellt.
Die Zahl, von der ab der Zähler bei der Voreinstellung die Zählung beginnt, ist
also die komplementäre Zahl zu der zu zählenden Zahl.
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Man kann die Zähler auch so ausbilden, daß sie nach Durchlaufen der
Zählkapazität Z bzw. der betreffenden Dekade nicht auf »0«, sondern beispielsweise
bei periodischen Zählungen wieder auf die voreingestellte Zahl eingestellt werden.
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Will man beispielsweise nach achtunddreißig Zählschritten bei einem
dreidekadischen Zähler (Z=1000), der nach Durchlaufen der Zählkapazität ein Ausgangssignal
gibt, ein Steuersignal erhalten, so muß man die Zähldekaden auf 962 voreinstellen.
Benutzt man einen Zähler, der nach jeder Dekade ein Steuersignal gibt, so stellt
man die Zähldekade auf 62 ein. Diese Voreinstellung auf die komplementäre Zahl erfolgt
dabei in bekannter Weise derart, daß die mit Ziffern versehenen Voreinstellmittel
jeweils derart mit der zugeordneten Zähldekade verbunden sind, daß bei Einstellung
einer Ziffer an den Voreinstellmitteln dieselbe Ziffer an der Dekade in Zählstellung
gebracht wird. Bei dieser bekannten Anordnung muß somit die komplementäre Zahl in
nachteiliger Weise zunächst errechnet werden. Danach wird sie an den Voreinstellmitteln
eingestellt, wodurch wegen der jeweiligen gleichziffrigen Verbindung zwischen Voreinstellmittel
und zugeordneter Dekade auch die Dekade auf die Komplementärzahl eingestellt wird.
Das Errechnen der Komplementärzahl ist insbesondere in den Fällen, wenn der in einer
automatischen Steuerung eingesetzte Zähler sehr schnell und fehlerfrei auf die komplementäre
Zahl voreingestellt werden soll, sehr umständlich und zeitraubend.
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Es ist die Aufgabe der Erfindung, unter Vermeidung einer komplizierten
übertragsbildung den Zähler so auszubilden, daß direkt an den Voreinstellmitteln
die zu zählende Zahl eingestellt werden kann, d. h. die schaltungstechnische Zuordnung
bzw. den prinzipiellen Aufbau des Zählers so zu treffen, daß, wenn an den Voreinstellmitteln
die zu zählende Zahl eingestellt ist, der .Zähler jedoch von der komplementären
Zahl zu dieser eingestellten Zahl seiner Zählung beginnt. Unmittelbar vor der Zählung
müssen somit die Zähldekaden bzw. die Zählstufen auf der komplementären Zahl zu
der zu zählenden Zahl stehen. Soll also beispielsweise bei einer Zählkapazität von
100 die Zahl 38 gezählt werden und nach Zählung von dieser ein Steuersignal gegeben
werden, so soll, wenn an den Voreinstellmitteln, d. h. beispielsweise an am Zähler
angebrachten Skalen, die Zahl 38 voreingestellt ist, der Zähler von der Zahl 62
ab zählen.
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Zur Lösung dieser Aufgabe ist ausgehend von einem dekadischen Zähler
mit Voreinstellung bzw.
Vorwahl, bei dem mit Ziffern versehene und
jeweils mit einer zugeordneten Zähldekade verbundene Voreinstellmittel vorgesehen
sind, dieses Zählers gemäß der Erfindung so ausgebildet, daß die Voreinstellmittel
derart mit der jeweils zugeordneten Dekade verbunden sind, daß bei Einstellung einer
Ziffer an den Voreinstellmitteln die »9«-komplementäre Ziffer an der jeweilig zugeordneten
Dekade angeschaltet ist und daß ein Impulsgeber (Korrekturimpulsgeber 7) vorgesehen
ist, der vor Beginn der Zählung einen ersten Zählimpuls auf die erste Zähldekade
gibt.
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Bei bisher bekannten Zählgeräten mit direkter Einstellung der Zahl
wurden an den Dekaden jeweils die 10-komplementären Ziffern zu den mittels den Voreinstellmitteln
eingestellten Ziffern voreingestellt. Sollte z. B. bei einem zweidekadischen Zähler
die Zahl 38 gezählt werden (Einstellung an den Voreinstellmitteln), so wurde durch
die Einstellung die Zehnerdekade auf 70 (zu zählende Zahl = 30), die Einerdekade
auf die Ziffer 2 (zu zählende Zahl = 8) eingestellt. Wenn die erste Dekade keinen
Weiterstellimpuls an die zweite Dekade geben würde, so würde ein derartig voreingestellter
Zähler richtig 38 zählen. Durch den Weiterstellimpuls zählt er jedoch nur 28. Ohne
zusätzliche übertragsbildung zählt ein derartiger Zähler nur die vollen Zehner bzw.
Hunderter richtig.
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Der erfindungsgemäße Zähler hat gegenüber den bekannten Zählern den
Vorteil, daß er wegen des Fortfalls der übertragsbildung bei geringem Aufwand wesentlich
störungsfreier arbeitet. Er eignet sich somit wesentlich besser zur industriellen
Anwendung, insbesondere bei digitalen Steuerungen, Regelungen und Messungen. Grundsätzlich
ist es auch denkbar, Kombinationen zwischen 9-komplementären und 10-komplementären
Einstellungen vorzunehmen. Hierbei sind jedoch ebenfalls zusätzliche Einrichtungen
notwendig, um ein einwandfreies Zählen zu gewährleisten.
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Als Zählgeräte kommen an sich alle dekadisch aufgebauten Zählgeräte
in Betracht. Mit besonderem Vorteil kann die Erfindung jedoch bei elektronischen,
insbesondere aus Zählröhren auf Glimmlampen- bzw. Elektrostrahlfluoreszenzbasis
sowie aus Halbleiterelementen bzw.Transistoren aufgebauten Zählgeräten Anwendung
finden.
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Weitere Merkmale, Vorteile sowie Anwendungsmöglichkeiten der Erfindung
ergeben sich an Hand der Beschreibung eines Ausführungsbeispiels der Erfindung im
Zusammenhang mit der Zeichnung. Es zeigt F i g. 1 ein Ausführungsbeispiel eines
Zählers gemäß der Erfindung, angewendet bei digitaler Positionierung, F i g. 2 eine
schematische Darstellung der Zuordnung zwischen Zählergebnis und Wegstrecke bei
Anwendung des Zählers für digitale Positionierung, F i g. 3 eine Zuordnung zwischen
Zählergebnis und anzuzeigenden Werten bei der Verwendung eines Zählers zur Korrektur
eines digital angezeigten Meßergebnisses.
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Die F i g. 1 zeigt einen aus fünf Dekaden 1 bis 5 aufgebauten Zähler.
Zum Aufbau der Zähldekaden sind in diesem Ausführungsbeispiel vorzugsweise Zählröhren
auf Glimmlampenbasis vorgesehen. Sie erlauben eine relativ hohe Zählfrequenz. Die
Be-Schaltung der Zähldekaden ist in der bekannten Weise ausgeführt. Zur Voreinstellung
einer bestimmten Zahl sind vorzugsweise Wahlschalter 9 bis 13 vorgesehen, die in
dem Ausführungsbeispiel nach F i g. I mit mechanischer Kontaktgabe arbeiten. Mit
Hilfe dieser Wahlschalter sowie mit Hilfe eines Voreinstellimpulses kann man die
an den Dekaden ein-5 gestellten Ziffern in Zählstellung bringen. In dem vorliegenden
Aufbau des Zählers aus Glimmiampenzählröhren erfolgt die Anschaltung galvanisch.
Inm allgemeinen Fall hängt diese Anschaltung, d. h. die Verbindung zwischen den
Wahlschaltern und den > Zähldekaden, von der Art des Zählers ab und kann ohne weiteres
je nach dem Aufbau des Zählers getroffen werden. Zur galvanischen Anschaltung ist
ein Impulsgeber 8 vorgesehen. Bei Abgabe eines Impulses wird über die Wahlschalter
die jeweils an der Dekade eingestellte Ziffer in Zählstellung gebracht. Durch diese
Voreinstellung bewirkt man somit, daß der Zähler quasi bereits bis zur voreingestellten
Zahl gezählt hat.
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Selbstverständlich kann man an Stelle der Wahl-Schalter mit mechanischer
Kontaktgabe auch Wahlschalter, die aus Halbleiterelementen, insbesondere Transistoren,
aufgebaut sind, verwenden. sofern sie nur die Aufgabe lösen, wahlweise die an den
Dekaden eingestellten Ziffern in Zählstellung zu bringen, sei es galvanisch, elektromechanisch,
induktiv usw. Dabei ist zu beachten, daß der Voreinstellimpulsgeber 8 je nach der
Zählerart speziell auszubilden ist. In dem vorliegenden Ausführungsbeispiel mit
Zählröhren ist er als vorzugsweise aus Transistoren aufgebauter elektronischer Impulsgeber
ausgebildet.
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Grundsätzlich kann der Voreinstellimpuls auch von Hand, beispielsweise
durch Betätigung einer Taste, aber auch mit einer Thyratronschaltung bzw. durch
Entladung eines Kondensators gegeben werden.
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Es ist denkbar, den Voreinstellimpuls nach Beendigung des Zählvorganges
zu geben, d. h. bei automatischen Zählungen die Zähler sofort auf die gewünschte
Zahl voreinzustellen. Die Voreinstellung selbst, d. h. die Einstellung der Wahlschalter,
kann von Hand oder auch automatisch erfolgen. Beispielsweise kann ein Rechengerät
vorgesehen sein, das einen Bewegungs- bzw. Arbeitsablauf kontrolliert und in Abhängigkeit
der durchgeführten Rechnungen die Voreinstellmittel verstellt. Die Voreinstellmittel
können auch von einem elektronischen, mechanischen oder magnetischen Programmgeber,
beispielsweise durch eine Kurvenscheibe, nach einem bestimmten Programm betätigt
werden. Diese Programmsteuerung ist beispielsweise bei der automatischen Stückzahlsortierung
von Objekten wichtig, wenn das Programm, d. h. die Stückzahl, verändert werden soll,
aber auch bei der Positionierung von Werkzeugmaschinen, wenn der Support nach einem
bestimmten Programm, das beispielsweise auf Magnetband oder Lochkarten gespeichert
ist, gefahren werden soll. Es ergeben sich somit die mannigfaltigsten Anwendungsmöglichkeiten,
wobei die erwähnten nur als vorteilhafte Ausführungsbeispiele zu werten sind. Es
kann auch eine Fernverstellung der Voreinstellmittel vorgesehen sein, beispielsweise
durch eine elektrische Welle, durch Potentiometcranordnungen sowie durch die bekannten
Impulsfernsteuerungen od. dgl. Bei letzterer Ausführung sind die Voreinstellmittel
vorzugsweise als Drehwähler ausgebildet. Es können auch magnetisch zu betätigende
Wahlschalter vorgesehen werden.
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Der Zähler ist nun so ausgebildet, daß mit Hilfe der Voreinstellmittel,
d. h. mit den Wahlschaltern
gemäß F i g. 1., die zu zählende Zahl
direkt mittels an dem Zähler angebrachten Skalen od. dgl. eingestellt werden kann.
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Wie die F i g. 1 zeigt, ist erfindungsgemäß die Zuordnung zwischen
den Ziffern an der Dekade und den Ziffern an den Wahlschaltern so getroffen, daß
die Summe der beiden Zahlen gleich 9 ist, d. h., die Ziffer an den Voreinstellmitteln
ist das 9-Komplement zu der zugeordneten Dekadenziffer. Angenommen, die Arme der
Wahlschalter 9 bis 11 stehen auf »0«, die Arme der Wahlschalter 12, 13 beide auf
»3«, so ist die Zahl 33 000 voreingestellt. Wird nun von dem Voreinstellimpulsgeber
8 ein Voreinstellimpuls gegeben, so werden an den zugeordneten Dekaden 4, 5 die
Ziffern 6, 6, an den Dekaden 1 bis 3 die Ziffern 9, 9, 9 in Zählstellung gebracht.
Vor Beginn der Zählung wird nach dem weiteren Merkmal der Erfindung mit Hilfe des
Korrekturimpulsgebers 7 ein Korrekturimpuls auf den Eingang 6 des Zählers, d. h.
auf die Zähldekade 1; gegeben. Da die Dekaden 1, 2, 3 auf »9« stehen, springt
somit die Anzeige an der Dekade 4 von »6« auf »7«. Bei der nun folgenden Zählung
wird also bis zum Ende der Zählkapazität richtig die voreingestellte Zahl 33 000
gezählt und bei Erreichen der Zählkapazität ein Steuersignal abgegeben.
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Als Korrekturimpulsgeber wird in diesem Ausführungsbeispiel vorteilhaft
ein elektronischer Impulsgeber verwendet. Grundsätzlich kann jeder Impulsgeber verwendet
werden, insbesondere auch eine von Hand zu betätigende Taste. Der Korrekturimpulsgeber
kann im Zähler eingebaut sein; der Korrekturimpuls kann auch einer »fremden« Impulsquelle
entnommen werden. Der Voreinstellimpuls und der Korrekturimpuls können auch von
einer Impulsquelle gegeben werden. Bei der Anwendung des Zählers in automatischen
Steuerungen wird die Auslösung des Korrekturimpulses zweckmäßig von der erfolgten
Voreinstellung, d. h. in diesem Ausführungsbeispiel von der Abgabe des Voreinstellimpulses
abhängig gemacht. Der Korrekturimpuls muß weiterhin vor Beginn der eigentlichen
Zählung gegeben werden.
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Zur Anzeige des Erreichens der Zählkapazität ist ein UND-verknüpfendes
Gatter 1.6 vorgesehen, auf dessen Eingang jeweils die Zuleitungen zu den »Nullen«
aller Zähldekaden 1 bis 5 geschaltet sind. Der Ausgang des UND-Gatters 16 gibt somit
ein Signal, wenn nach Erreichen der Zählkapazität alle Dekaden auf »0« zurückgestellt
werden. Es ist auch denkbar, eine analoge UND-Schaltung vorzusehen, die nach jeder
Zähldekade ein Steuersignal erzeugt. Zu diesem Zweck kann man die »Nullen« der diesbezüglichen
Dekaden auf ein UND-Glied schalten.
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Die UND-Gatter können in bekannter Weise durch Relaiskontakte, Dioden,
Transistoren, Röhren, Ma- ; gnetverstärker usw. realisiert werden.
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Der Ausgang des UND-Gatters 16 betätigt über einen vorzugsweise aus
Halbleiterelementen aufgebauten Monotrigger 17 ein Schaltelement 18, wie Relais.
Dieses Schaltelement gibt das Steuersignal. i Wird an Stelle des Relais z. B. ein
elektronischer Schalter verwendet, so kann man auf den Monotrigger verzichten.
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Zur Vorwahl einer Ziffernkombination kann man ebenfalls Wahlschalter
14,15 vorsehen. Zum Aufbau t bzw. zur Abschaltung dieser Wahlschalter sei auf die
unter der Voreinstellung dargelegten Äußerungen verwiesen. Die Arme der Wahlschalter
werden auf ein UND-Gatter geführt, das über ein Monotrigger ein Schaltelement, wie
Relais, betätigt. Wird an Stelle des Relais z. B. ein elektronischer Schalter verwendet,
so kann man auf den Monotrigger verzichten. Sind 5 alle eingestellten (vorgewählten)
Ziffern angeschaltet, so gibt das UND-Gatter ein Ausgangssignal.
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In F i g. 1 sind zwei zur Vorwahl dienende Vorwahl-Wahlschalter 14,
15 dargestellt. Diese Wahlschalter sind der dritten bzw: der vierten Dekade zugeordnet.
Grundsätzlich kann jeder Dekade ein Wahlschalter zugeordnet werden. In dem Ausführungsbeispiel
nach F i g. 1 mit Zähldekaden aus Glimmzählröhren sowie mit Wahlschaltern mit mechanischer
Kontaktgabe sind die Kontakte der Wahl-; Schalter mit den entsprechenden Zählstufen
der Dekade galvanisch verbunden. Läßt man in F i g. 1 die der Ziffer »9« der Dekade
5 zugeordnete Zuleitung zu dem UND-Glied 19 zunächst außer Betracht, so wird bei
der dargestellten Stellung der Wahlschalter 14, 15 bei der Zahl 8600 ein Vorwahlsignal
gegeben. Die spezifische Beschaltung des in F i g. 1. dargestellten Vorwahlteiles
ist für die spezielle Anwendung zur Positionierung von beweglichen Anlagenteilen
getroffen und wird im Zusammenhang mit einer Beschreibung derselben näher erläutert.
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Der erfindungsgemäß ausgebildete Zähler kann mit besonderem Vorteil
überall dort angewendet werden, wo digital gemessen, gesteuert bzw. geregelt wird,
beispielsweise bei der Erfassung von Drehzahlen, Positionierungen bei Werkzeugmaschinen,
Sortiereinrichtungen bzw. Förderproblemen od. dgl. Er kann insbesondere dann angewendet
werden, wenn sowohl Voreinstellung als auch Vorwahl erfolgt. Im folgenden werden
zwei vorteilhafte Anwendungen des Zählers beschrieben.
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Bei der digitalen Positionierung von beweglichen Anlagenteilen, beispielsweise
des Hobeltisches bei Hobelmaschinen bzw. des Supportes bei Werkzeugmaschinen sowie
eines Fahrkorbes bei Aufzugsanlagen, ist die Aufgabe zu lösen, das Anlagenteil dem
überwiegenden Teil der Gesamtstrecke im Schnell- bzw. in dem Arbeitsgang zu bewegen
und kurz vor dem Abschalten im Schleichgang zu fahren.
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Das in F i g. 1 dargestellte Ausführungsbeispiel des Zählers kann
mit Vorteil zur Lösung dieser Aufgabe herangezogen werden. Die Positionierung ist
beispielsweise so getroffen, daß alle 1/loo mm mit den bekannten fotoelektrischen
oder magnetischen Methoden ein Impuls erzeugt wird. Der aus fünf Dekaden aufgebaute
Zähler kann somit eine Strecke von 1 m auf 1/loo mm genau erfassen. In F i g. 1
ist die Zuordnung der durchfahrenen Strecke zu der Zähleranzeige dargestellt. Beispielsweise
bedeutet ein Weiterspringen der Anzeige von »2« auf »3« an der Dekade 3, daß das
Anlagenteil eine Strecke von 1 mm durchfahren hat, d. h. 100 Impulse gegeben
worden sind.
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Die F i g. 2 zeigt in schematischer Darstellung den Fahrplan einer
digitalen Positionierung. Mit Z ist die Zählkapazität des Zählers bezeichnet. Die
zugeordnete Wegstrecke beträgt im Zusammenhang mit dem Ausführungsbeispiel nach
F i g. 1 1 m. Durch Verringerung bzw. durch Vergrößerung der Anzahl der Dekaden
kann man die zu positionierende Wegstrecke entsprechend ändern. Bei Erreichen der
Zählkapazität wird mittels des Schaltelementes 18 das Haltesignal gegeben. In F
i g. 2 bezeichnet. x die Strecke, die von dem Anlagenteil insgesamt zurückzulegen
ist. Dabei legt das Anlagenteil die Strecke x-s im Schnell-bzw.
Arbeitsgang,
die Strecke s im Schleichgang zurück. Im Punkt 1 beginnt das Anlagenteil seine Bewegung.
Bis zu dem Punkt 2 läuft es im Schnellgang, erreicht es den Punkt 2, so wird ein
Signal erzeugt, so daß das Anlagenteil von 2 bis 3 im Schleichgang bewegt wird.
Ist der Punkt 3 erreicht, so wird der Antrieb für das Anlagenteil abgeschaltet.
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Gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung wird die von dem Anlagenteil
zu durchfahrende Gesamtstrecke x (Summe der Strecke im Schnellgang x-s und Strecke
im Schleichgang s) mittels der Voreinstellmittel 9 bis 13 voreingestellt und die
im Schleichgang zu durchfahrende Strecke s mit den Vorwahlwahlschaltern 14, 15 vorgewählt.
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Dadurch hat man den Vorteil, daß man die Schleichganglänge s als konstante
oder auch variable Einstellung, aber unabhängig von der Gesamtweglänge x einstellen
kann. Bei Veränderung des Gesamtweges x braucht der für eine Anlagengeschwindigkeit
eingestellte Schleichweg s nicht korrigiert zu werden.
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An Hand der F i g. 1 soll dieser Vorgang näher erläutert werden. Auf
den Eingang 6 des Zählers werden die als Abbild der durchfahrenen Strecke dienenden
Zählimpulse gegeben. Der von dem Anlagenteil ingesamt zurückzulegende Weg x wird
mit Hilfe der Wahlschalter 9 bis 13 voreingestellt. Jeder eingestellten Ziffer entspricht
eine direkt, beispielsweise in Millimeter, ablesbare Wegstrecke. Bei der in F i
g. 1 dargestellten Stellung der Wahlschalter ist der Gesamtweg von 333,33 mm voreingestellt.
Die Größe des Schleichweges s wird mit Hilfe der gekoppelten Wahlschalter 14,15
vorgewählt. Durch Umschaltung dieser Wahlschalter kann eine Veränderung der Länge
des Schleichweges, d. h. eine Anpassung an verschiedene Anlagengeschwindigkeiten,
erfolgen. Bei dem Ausführungsbeispiel nach F i g. 1 kann der Schleichweg zwischen
5 und 1.4 mm variiert werden. Der dort gezeigten Stellung entspricht ein Schleichweg
von 14 mm. Da im allgemeinen der Schleichweg nur ein sehr geringer Bruchteil der
Gesamtstrecke x ist (Größenordnung von x=Meter, von s=Millimeter) kann man auf den
Eingang des UND-Gatters 19 noch die »9« der Dekade 5 schalten. Ohne diese zusätzliche
Bedingung würde immer, wenn an den Dekaden 3, 4 die vorgewählte Zahlenkombination
»86« auftreten würde, von dem Schaltelement 21 das Signal »Einfahren in den Schleichgang«
gegeben, d. h. immer dann, wenn das Anlagenteil in einem Intervall von 100 mm 86
mm zurückgelegt hat. Durch die zusätzliche Verriegelung der »9« der Dekade 5 erreicht
man, daß nur im letzten 100-mm-Wegintervall, d. h. nach 986,00 mm, das Schleichgangsignal
ausgelöst wird. Bis zum Erreichen der Zählkapazität, d. h. des Erscheinens des Haltesignals
am Ausgang des UND-Gatters 16, legt das Anlagenteil den vorgewählten Weg von 1.4
mm im Schleichgang zurück. Je nach der erforderlichen Größe des Schleichweges kann
man beispielsweise auch zusätzlich die Ziffer »7« der Dekade 4 durch das UND-Gatter
verriegeln bzw. unabhängig voneinander einzustellende Vorwahlschalter vorsehen.
Es lassen sich somit auch ohne weiteres Schleichwege, die größer als 14 mm bzw.
kleiner als 5 mm sind, vorwählen. Die Stellung der Wahlschalter 9 bis 15 wird vorzugsweise
durch an den Geräten angebrachten, unmittelbar in Millimeter t geeichten Skalen
angezeigt. Die Vorwahlschalter können analog wie die Voreinstellwahlschalter auch
programmgesteuert werden. Ist die Voreinstellung bzw. die Vorwahl der Strecken an
den Zählgeräten entweder von Hand oder im Rahmen des Arbeitsprogramms, wie bereits
erläutert, automatisch im vorstehend erläuterten Sinne erfolgt, so wird mit Hilfe
des Voreinstellimpulsgebers 8 ein Voreinstellimpuls gegeben, der die voreingestellten
Dekadenstufen in Zählstellung bringt. Danach wird von dem Impulsgeber 7 ein Korrekturimpuls
auf die erste Dekade gegeben. Der Antrieb für das Anlagenteil wird freigegeben und
die im Schnellgang zurückgelegte Strecke mit Hilfe der gegebenenfalls über eine
lmpulsformerstufe bzw. eine Torschaltung auf den Eingang 6 des Zählers gegebenen
Wegimpulse erfaßt. Erreicht die zurückgelegte Strecke (x-s) den mit Hilfe der Wahlschalter
14, 15 vorgewählten Weg, so wird das Signal für den Schleichgang gegeben.
Der Zähler zählt den im Schleichgang zurückgelegten Weg weiter und gibt bei Erreichen
der Zählkapazität, d. h. nach Zurücklegen der voreingestellten Strecke x, ein Haltesignal.
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Eine derartige Positionierung ist nicht auf das Ausführungsbeispiel
des Zählers nach F i g. 1 beschränkt. Grundsätzlich können auch andere Methoden
zur Voreinstellung bzw. zur Vorwahl angewendet werden.
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Mit besonderem Vorteil kann der erfindungsgemäße Zähler auch zur Korrektur
eines Zählergebnisses, d. h. einer digital erfaßten Größe, angewendet werden.
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Die F i g. 3 zeigt in schematischer Darstellung den Zählablauf.
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Es ist oft vorteilhaft, nachträgliche Korrekturen an einem Zählergebnis
so vorzunehmen, daß nicht die Einstellung der absoluten Größe geändert wird und
daß bei einer nächsten Zählung die Korrektur doch in entsprechender Weise wieder
wirksam wird. So wird z. B. bei der Dichteeinstellung einer bestimmten Mischung,
z. B. einer Säure, entsprechend der Gesamtmenge eine Voreinstellung k mit Hilfe
der Wahlschalter 9 bis 13 vorgenommen, von der an der Zähler zu zählen beginnt.
Bezogen auf diese Voreinstellung wird eine Vorwahl v mittels anderer Wahlschalter
eingestellt, die direkt ein Maß für die Dichte ist. Der Zähler läuft also von der
Voreinstellung bis zur Vorwahl (Messung der Gesamtmenge). Der Zähler ist nun so
ausgebildet, daß er sich nach Erreichen der vorgewählten Zahl wieder auf die Voreinstellung
zurückstellt und von neuem beginnt. Ist nun die geforderte Dichte nicht erreicht,
so wird die Korrektur an der Voreinstellung vorgenommen und nicht an der in Dichte
geeichten Vorwahl. Damit wird einmal erreicht, daß bei einem nächsten Durchgang
die Korrektur für die gewählte Dichte wiederum wirksam wird, und zum anderen, daß
die Dichteeinstellung erhalten bleibt.