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Schaltungsanordnung für Umsteuer- oder Richtungswähler in Fernmelde-,
insbesondere Fernsprechanlagen Zusatz zum Patent: 1013 701 Die Erfindung
bezieht sich auf eine Schaltungsanordnung für mit einer Bewegungsrichtung ausgestattete
und für Fernmelde-, insbesondere Fernsprechanlagen vorgesehene Wähler, welche nach
ihrer Einstellung auf einen Gruppenkontakt einer Hilfsbankkontaktreihe eine freie
Leitung der gekennzeichneten Gruppe suchen und in welchen ein von einem schnellschaltenden
Prüfrelais eingeschaltetes Steuerrelais verzögert anspricht, das Prüfrelais folgezeitig
von einem der Hilfsbankkontaktreihe zugeordneten Gruppenprüfarm ab- und an einen
einer Leitungsprüfbankkontaktreihe zugeordneten Einzelleitungsprüfarm anschaltet,
und in welchen während dieser Umschaltung das Prüfrelais abfällt und deren Kontaktbänke
auf allen erreichbaren Schritten entsprechend Leitungsbündeln gruppenweise mit abgehenden
Leitungen beschaltbar sind, nach Patent 1013 701.
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In bekannten derartigen Richtungswählern sind Leitungsgruppen unterschiedlicher
Anzahl und Größe angeordnet. Diese Richtungswähler erreichen die anzufordernde Leitungsgruppe
nach Überlaufen anderer Leitungsgruppen durch freien Lauf zu einem durch einen Markierwähler
gekennzeichneten Gruppenkontakt, über welchen der Prüfweg durchgeschaltet wird.
Anschließend prüfen die Wähler die Leitungen dieser Leitungsgruppe. Um im Besetztfall
das Prüfen des Wählers auf die Leitungen nur derselben Leitungsgruppe zu beschränken,
wird ein Durchdrehmarkierschritt vorgesehen, auf welchem der Prüfweg aufgetrennt
wird. Ferner sind Vorkehrungen getroffen, die Besetztfälle in einer für alle Wähler
gemeinsam pro Leitungsgruppe vorhandenen Durchdrehzähleinrichtung zu registrieren.
Um den Verlust an Wählerschritten, welche zwar für Zwecke der Leitungsgruppenmarkierung,
der Durchdrehmarkierung und Durchdrehregistrierung, nicht aber mit Sprech-, Prüf-und
Signalleitungen beschaltet werden können, zu reduzieren, wurden in bekannten Schaltungen
(deutsche Patentschrift 1009 247, deutsche Auslegeschrift 1. 017 663) Wählerschritte
so beschaltet, daß sie gleichzeitig für drei der vier genannten Funktionen ausgenutzt
werden konnten. Jedoch sind in allen diesen Schaltungen Wählerschritte enthalten,
die nur internen Steuerzwecken dienen, also nicht mit abgehenden Sprech-, Prüf-
und Signalleitungen beschaltet werden können.
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Gegenstand der Erfindung ist eine Schaltungsanordnung, die eine größtmögliche
Anzahl der an ein Wählervielfach anschaltbaren Sprech-, Prüf- und Signalleitungen
gestattet und den Aufwand eines oder mehrerer Schritte pro Leitungsgruppe nur für
interne Steuerzwecke vermeidet und dabei gestattet, alle Schritte der Kontaktbänke
in den hierfür vorgesehenen Bankkontaktreihen mit Sprech-, Prüf- und Signalleitungen
zu beschalten, wobei einige Schritte einer einzigen weiteren Bankkontaktreihe für
interne Steuerzwecke beschaltet sind. Erreicht wird dies dadurch, daß in der Hilfsbankkontaktreihe
des Wählers, bankkontaktreihe eines als vorletzten erreichten Schrittes derselben
Gruppe zur Markierung des Endes dieser Gruppe von Wählerschritten an Markierprüfstromkreise
angeschaltet ist und daß an einen Kontakt der Hilfsbankkontaktreihe eines als letzten
erreichten Wählerschrittes derselben Gruppe die mehreren Wählern gemeinsame, den
Besetztzustand des Leitungsbündels aufnehmende Durchdrehregistriereinrichtung angeschaltet
ist und daß die Stillsetzung des Wählers auf dem letzten Schritt derselben Gruppe
durch ein auf dem vorletzten Wählerschritt ansprechendes Markierschaltmittel vorbereitet
wird.
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Im folgenden werden die »Leitungsgruppen« auch als »Leitungsbündel«,
ferner auch schlechthin als »Bündel« bezeichnet. Das gleiche gilt auch für die zusammengesetzten
Wörter.
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Die Figur zeigt als Ausführungsbeispiel der Erfindung einen Ferngruppenwähler
mit einhundertelf Leitungen, die in maximal zehn Bündeln beliebiger Größe zusammengefaßt
werden können. Der Ferngruppenwähler ist als bekannter Motordrehwähler mit individuellem
Antrieb der vier Wählerarme a, b,
c, d durch einen Elektromotor, der
aus zwei abwechselnd eingeschalteten Feldspulen Ma, Alb besteht, aufgebaut. Die
jeweils ersten Schritte eines Bündels, die gleichzeitig Markierschritte sind, sind
mit ml,
m 2 usw. bezeichnet, die jeweils letzten Schritte, gleichzeitig
Durchdrehschritte, d. h. Schritte, auf die der Wähler bei Besetztsein aller Leitungen
eines Bündels aufläuft, mit dd 1, dd 2 usw. Die für das Verständnis
der Erfindung nicht notwcndigen Stromkreis" insbesondere die Sprech- und Zeichenadern
a, b, sind nur angedeutet.
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Bei der Belegung des Wählers spricht in bekannter Weise das nicht
gezeigte Relais C an. Dieses bereitet durch Schließen seines Kontaktes c 1 den Prüfkreis,
durch Schließen seines Kontaktes c2 die Ansprech-und Haltekreise der anderen Relais
vor. Durch eintreffende Wahlimpulse wird über nicht gezeigte Stromkreise ein Markierwähler
WR erregt und sein Arm wr2 eingestellt. Beim ersten Impuls spricht Relais V über
folgenden Stromkreis an: 1. +, c2, wr (Ankerkontakt des Wählermagneten WR),
V II, V I, -.
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Relais V bleibt infolge seiner Kupferdämpfung (Wicklung VII) während
der ganzen Impulsserie erregt. Durch Relais V wird Relais D über folgenden
Stromkreis erregt: 2. +, c2, v t, n l, f 1, k3, D I, -.
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Durch Relais D wird die Einschaltung der Feldspulen Ma, Mb
des Wählermotors über die von der Motorwelle periodisch abwechselnd betätigten Nokkenkontakte
ma, mb vorbereitet: 3. +, . . ., d6, ma, Ma, - bzw.
4. +, .. ., d6, mb, Mb, -.
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Der Wähler läuft, gesteuert durch die Nockenkontakte ma und
mb, in Freiwahl bis zu dem jeweils vom Markierwähler gekennzeichneten Schritt.
So möge z. B. der Markierwähler WR durch eine Wahlserie von zwei Impulsen eingestellt
werden und währenddessen über die Verdrahtung x und y nacheinander die Markierschritte
m 1 und m 2 kennzeichnen. Sowie der erste Markierschritt m 1 erreicht
ist, wird das Relais P über folgenden Stromkreis erregt: 5. +,
c 1, u 1, P I, P 1I, u 3, d-Arm, m 1, Markierverdrahtungy,
wr2(1), Wil, -.
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Das Prüfrelais P spricht an und setzt in der üblichen Weise durch
Kontakt p 2, beide Feldspulen überbrückend, den Wähler still. Durch Fortschaltung
des Markierwählers WR wird der Ansprechkreis des Prüfrelais P aufgetrennt, der Wähler
läuft wieder an und wird auf dem nächsten Markierschritt (m 2) in gleicher Weise
wieder stillgesetzt. Dieser Vorgang wiederholt sich periodisch, solange der Markierwähler
durch Wahlimpulse fortgeschaltet wird (in diesem Beispiel zweimal), sofern nicht
infolge entsprechender Größe der Bündel die Laufzeit des Wählers größer als ein
Wahlimpuls ist. Das Relais F spricht als Folgerelais des Prüfrelais über folgenden
Stromkreis an: 6. +, d3, p3, F1, Nach dem letzten - hier dem zweiten - Wahlimpuls
fällt das die Wahlimpulse überbrückende Relais V verzögert ab. Dadurch wird Relais
U über folgenden Stromkreis erregt: 7. +, c2, f2,
v2, UI,
Relais U spricht an und trennt mit c3 den letzten, hier über Schritt
m 2 verlaufenden Markierprüfkreis des Wählers auf. Durch Schließen des Kontaktes
u4 wird der Leitungsprüfweg des Wählers vorbereitet: B. +, cl, dl, P
l, P II, u4, c-Arm, Leitung, In der Zeit zwischen (Offnen des Kontaktes u
3 und Schließen des Kontaktes u4 fällt das Prüfrelais P ab. Ist die erste Leitung
des Bündels frei, so spricht es über den durch Kontakt u 4 vorbereiteten Prüfweg
wieder an, ohne daß der Wähler weiterläuft; da Relais F in der Umschlagzeit der
Kontakte u3, u4 nicht abfällt und mit Kontakt f 3 den Motorbremskreis aufrechterhält.
Nach dem Prüfrelais P spricht auch das durch den Kontakt p 1 parallel zum Prüfrelais
Ph an und schaltet über nicht gezeigte Stromkreise die Andruckmagnete ein, welche
die Schaltarmsätze des Wählerlaufwerkes an die Kontaktbänke des Wählervielfachs
andrücken und damit die Sprechadern durchschalten.
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Ist die erste Leitung des Bündels nicht frei, so fällt nach dem Prüfrelais
P Relais F ab. Der Wähler läuft wieder an und prüft mit seinem Relais P die Leitungen
des Bündels. Hat der Wähler die erste freie Leitung des Bündels erreicht, so spricht
über den bereits beschriebenen Prüfweg Relais P an und setzt in bekannter Weise
durch Kontakt p 2 den Motor still; die Durchschaltung erfolgt so wie bereits beschrieben.
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Die Motornockenkontakte ma und mb werden bekanntlich von Schritt
zu Schritt abwechselnd geöffnet und geschlossen. Ihre Stellung ist auf dem Nullschritt
und allen geradzahligen Schritten gleich: ma ist geschlossen, mb ist geöffnet.
Ebenso ist auf allen ungeradzahligen Schritten die Stellung der Motornockenkontakte
gleich: ma ist geöffnet, mb ist geschlossen. Dabei sind die Wählerschritte,
ungeachtet der Anordnung und Größe der Bündel vom Nullschritt anfangend in Laufwerkdrehrichtung
durchzuzählen, da nur die Anzahl der Wählerschritte maßgeblich für die Stellung
der Nockenkontakte auf einem Schritt ist. Je nach der Stellung der Kontakte ma,
mb auf dem vorletzten Schritt eines Bündels wird in der Kontaktbank d derselbe Wählerschritt
zwecks vorbereitender Markierung des nächstfolgenden, letzten Schrittes des Bündels
als Durchdrehschritt mit einem der Punkte a oder b verdrahtet: Auf
einem vorletzten, geradzahligen (ungeradzahligen) Schritt eines Bündels, auf dem
also der Motornockenkontakt ma (mb) geschlossen ist, muß der diesem Schritt
zugehörige Kontakt der d-Bank mit dem Punkt a (b) verbunden werden.
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Läuft der Wähler, ohne zu prüfen, bis zum vorletzten Schritt des Bündels
und ist auf diesem Schritt der Motornockenkontakt ma geschlossen, also der Kontakt
dieses Schrittes an der Kontaktbank d mit dem Punkt a verbunden, so spricht vorbereitend
für den Durchdrehfall nur das Markierrelais K über folgenden Stromkreis an:
9. +, c2, u8, d2, f3, d-Arm, a, u5, KI,
Da auf diesem vorletzten
Schritt des Bündels der Kontakt ma geschlossen ist, läuft der Wähler, ohne anzuhalten,
bis auf den letzten Schritt des Bündels weiter, auf dem wieder Nockenkontakt
mb geschlossen, ma geöffnet ist. Die Motorfeldspule Ma bleibt aber
über folgenden Stromkreis erregt: 10. +, . . ., d6, k l, v5, Ma, -.
Die
Motorfeldspule Mb wird über folgenden Stromkreis erregt: 11. -i-,
. . ., d6, mb, Mb, - .
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Der Wähler wird gebremst und stillgesetzt. Ist die letzte Leitung
des Bündels frei, so sprechen das Prüfrelais P, das Folgerelais F, das Prüfhilfsrelais
Ph und die Andruckmagnete, wie bereits beschrieben, an. Während der Ansprechzeit
der Relais P und F gelangt ein Fehlimpuls über folgenden Stromkreis auf die Durchdrehregistriereinrichtung,
der zu deren Betätigung nicht ausreicht: 12. +, c 2, u 8, d
2, f 3, d-Arm, dd 2, DD 2, - .
Durch Kontakt f 3 wird dieser Stromkreis aufgetrennt.
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Ist auch die letzte Leitung des Bündels nicht frei, so sprechen auch
die Relais P, Ph und F nicht an. Bereits durch Ansprechen des Relais K wurde Relais
D abgeschaltet, welches verzögert abfällt. Der zuvor beschriebene Stromkreis 12
wird nicht durch Kontakt f 3, sondern durch Kontakt d2 aufgetrennt. Der im wesentlichen
durch die Abfallzeit des gedämpften Relais D in seiner Länge bestimmte Durchdrehzählimpuls
reicht im Gegensatz zu dem obengenannten Fehlimpuls zur Betätigung der Durchdrehregistriereinrichtung
mit Sicherheit aus. über nicht gezeigte Stromkreise wird das Besetztzeichen an die
Sprechadern gelegt.
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Ist beim Erreichen des vorletzten Bündelschrittes der Motornockenkontakt
mb geschlossen, also der Punkt b mit diesem Schritt an der Kontaktbank verbunden,
so werden die Relais K und V über folgende Stromkreise erregt: 1.3. -f-,
c 2, u 8, d2, f 3, d-Arm, b, Gr, u 5, K 1, - ;
14. -f-,
c 2, u 8, d 2, f 3, d-Arm, b, u 6, V II, V 1, -.
Die Relais
K und V sprechen an. Durch Kontakt k1 wird in bereits beschriebener Weise der Motor
auf demselben Schritt stillgesetzt. Durch den Kontakt des langsamer ansprechenden
Relais V wird der Markierrelaiskontakt k 1, der zunächst den Motornockenkontakt
ma überbrückte, von diesem abgetrennt und parallel zum Motornockenkontakt
mb gelegt. Der Motor läuft wieder an und wird auf dem nächstfolgenden, dem
letzten Schritt des Leitungsbündels durch Schließen des Motornockenkontaktes a wieder
stillgesetzt. Die Durchdrehregistrierung und Besetztzeichengabe erfolgt in bereits
beschriebener Weise.