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DE1160446B - Verfahren zur Herstellung blutdruckwirksamer tertiaerer Amine - Google Patents

Verfahren zur Herstellung blutdruckwirksamer tertiaerer Amine

Info

Publication number
DE1160446B
DE1160446B DEF30461A DEF0030461A DE1160446B DE 1160446 B DE1160446 B DE 1160446B DE F30461 A DEF30461 A DE F30461A DE F0030461 A DEF0030461 A DE F0030461A DE 1160446 B DE1160446 B DE 1160446B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
dimethylbutyl
alkyl
amines
amine
acid
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DEF30461A
Other languages
English (en)
Inventor
Dr Hartmund Wollweber
Dr Rudolf Hiltmann
Dr Wolfgang Wirth
Dr Rudolf Goesswald
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Bayer AG
Original Assignee
Bayer AG
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Bayer AG filed Critical Bayer AG
Priority to DEF30461A priority Critical patent/DE1160446B/de
Priority to GB405261A priority patent/GB903809A/en
Priority to BE599866A priority patent/BE599866A/fr
Publication of DE1160446B publication Critical patent/DE1160446B/de
Pending legal-status Critical Current

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  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)

Description

BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
Internat. Kl.: C 07 c
Nummer:
Aktenzeichen:
Anmeldetag:
Auslegetag:
Deutsche Kl.: 12 q-5
F 30461 IVb/12 q
4. Februar 1960
2. Januar 1964
Es ist bekannt, daß N,N,2,3,3-Pentamethylbutyl-2-amin blutdrucksenkende und gleichzeitig ganglienblockierende Wirksamkeit besitzt.
Es wurde gefunden, daß tertiäre N,N-Dialkyl-2,3-dimethylbutyl-2-amine der allgemeinen Formel
(CHs)2CH — C(CHa)2 — N
R'
wobei R und R' gesättigte gerade oder verzweigte Alkylreste von 1 bis 4 C-Atomen bedeuten und wobei die Gesamtzahl der C-Atome in R und R' fünf nicht überschreitet, bei verhältnismäßig schwacher ganglienblockierender Wirkung den Blutdruck senken. Das ist in dieser Gruppe überraschend, da bei der obengenannten Verbindung die Blutdrucksenkung offenbar wesentlich durch die Ganglienblockade bedingt ist. Für die praktische Verwendung ist diese Tatsache von besonderer Bedeutung, da eine Ganglienblockade häufig unerwünschte Nebenerscheinungen hervorrufen kann und daher eine an sich notwendige Dauerbehandlung der Hochdruckkrankheit mittels Ganglienblocker schwer durchzuführen ist.
Für die Herstellung der erfindungsgemäß erhältlichen Amine kann man reaktionsfähige Ester, wie z. B. Halogenwasserstoffsäure-, Alkylsulfonsäure- oder Arylsulfonsäureester niederer aliphatischer Alkohole, mit 2,3-Dimethylbutyl-(2)-amin oder einem niederen N-Alkyl-2,3-dimethylbutyl-2-amin umsetzen oder niedere aliphatische Aldehyde oder Ketone in Gegenwart von 2,3-Dimethylbutyl-(2)amin, 2,3-Dimethyl-2-nitro-buten oder solcher niederer N-Alkyl-2,3-dimethylbutyl-2-amine in an sich bekannter Weise, z. B. mit Aluminiumamalgam, Zinkstaub— Salzsäure, katalytisch oder mit Ameisensäure bzw. Alkylformiaten nach L e u k a r t reduzieren. Hierbei können auch an Stelle der sekundären Amine die entsprechenden Ν,Ν-Dialkyl-formamide verwendet werden.
Die reduktive Alkylierung bzw. das Verfahren von L e u k a r t sind zur Herstellung der erfindungsgemäßen Stoffe besonders dann geeignet, wenn die Einführung von einer oder zwei Methylgruppen in N-Alkyl-2,3-dimethylbutyl-2-amin bzw. in das 2,3-Dimethylbutyl-2-amin gewünscht wird.
Weiter kann man N-Alkyl-2,3-dimethylbutyl-2-amide niederer aliphatischer Carbonsäuren oder Thiocarbonsäuren in an sich bekannter Weise, wie Verfahren zur Herstellung blutdruckwirksamer
tertiärer Amine
Anmelder:
Farbenfabriken Bayer Aktiengesellschaft,
Leverkusen
Als Erfinder benannt:
ίο Dr. Hartmund Wollweber,
Dr. Rudolf Hiltmann,
Dr. Wolfgang Wirth, Wuppertal-Elberfeld,
Dr. Rudolf GöeswaM, Wuppertai-Vohwinkd
z. B. katalytisch, elektrolytisch, mit Aluminiumamalgam oder mit komplexen Metallhydriden, in entsprechende N,N - Dialkyl - 2,3 - dimethylbutyl-2-amine überführen.
Schließlich kann man auch noch N,N-Dialkyldimethylbutyl-2-amine, die eine oder zwei ungesättigte Alkylgruppen enthalten, durch Reduktion oder katalytische Hydrierung in entsprechende gesättigte Verbindungen umwandeln.
Die so erhaltenen N,N-Dialkyl-2,3-dimethylbutyl-2-amine sind farblose Flüssigkeiten, die sich bei normalem Druck bzw. im Vakuum ohne Zersetzung destillieren lassen und die in organischen Lösungsmitteln löslich sind. Sie bilden mit anorganischen oder organischen Säuren gut kristallisierende, beständige Salze, die sich in Wasser leicht mit neutraler Reaktion lösen.
Beispiel 1
Zu 50,5 g 2,3-Dimethylbutyl-2-amin tropft man innerhalb 5 Stunden bei einer Innentemperatur von 50 bis 60°C 126 g Dimethylsulfat. Nach Stehen über Nacht gibt man eine Lösung von 44 g Natriumhydroxyd in 750 ml Wasser zu und kocht 2 Stunden am Rückflußkühler. Nach Erkalten extrahiert man mit Äther, trocknet mit festem Kaliumhydroxyd und fraktioniert nach Verjagen des Lösungsmittels den Rückstand an einer wirksamen Kolonne. Nach einem Vorlauf von 2,3-Dimethylbutyl-2-amin erhält man 12 g N,2,3-Trimethylbutyl-2-amin vom Kp. 94 bis 96°C und 20 g N,N,2,3-Tetramethylbutyl-2-amin vom Kp. 136 bis 138 0C. Das Hydrochlorid des N,N,2,3-Tetramethylbutyl-2-amins schmilzt bei 160 bis 1610C. Das Pikrat sublimiert oberhalb 1800C und schmilzt bei 2300C unter Zersetzung.
309 777/392
Zur Herstellung von 2,3-Dimethylbutyl-2-amin setzt man 2,3-Dimethylbutan-2-ol mit Natriumcyanid in Eisessig—Schwefelsäure bei 50 bis 600C um und verseift das als öl vom Kp.5 94 bis 95° C erhaltene N-Formyl-2,3-dimethylbutyl-2-amin alkalisch oder sauer. Kp. 920C.
Beispiel 2
20 g des im Beispiel 1 beschriebenen 2,3-Dimethylbutyl-2-amins werden mit 60 g Ameisensäure und 70 g 30%iger Formaldehydlösung 12 Stunden auf 1000C erhitzt. Danach macht man mit verdünnter Salzsäure schwach kongosauer, dampft im Vakuum ein und nimmt den Rückstand mit wenig Wasser auf. Durch Zugabe von Natronlauge scheidet man die Base ab, die in Äther aufgenommen wird. Nach Trocknen mit festem Kaliumhydroxyd wird der Äther verjagt und der Rückstand destilliert, wobei man 12 g des im Beispiel 1 beschriebenen N,N,2,3-Tetramethylbutyl-2-amins vom Kp. 136 bis 138°C ao erhält.
Beispiel 3
12 g des im Beispiel 1 beschriebenen 2,3-Dimethylbutyl-2-amins, 11 g 30%iges Formaldehyd und 1 ml Eisessig werden in 250 ml Methanol gelöst und nach Zugabe von 10 g Raney-Nickel bei 6O0C und 50 atü Wasserstoffdruck bis zur Beendigung der Wasserstoffaufnahme hydriert. Danach macht man mit verdünnter Salzsäure kongosauer, dampft im Vakuum ein und nimmt den Rückstand in wenig Wasser auf. Durch Zugabe von Natronlauge scheidet man die Base ab, die mit Äther ausgeschüttelt wird. Nach Trocknen mit festem Kaliumhydroxyd wird der Äther verdampft und der Rückstand fraktioniert. Man erhält 8,9 g des im Beispiel 1 beschriebenen N,N,2,3-Tetramethylbutyl-2-amins vom Kp. 136 bis 138°C.
Beispiel 4
9,5 g N-Isopropyl^^-dimethylbutyl^-amin, 40 g Ameisensäure und 40 g 30%ige Formaldehydlösung werden 12 Stunden auf 1000C erhitzt. Danach macht man mit verdünnter Salzsäure kongosauer und dampft im Vakuum ein. Der Rückstand wird in wenig Wasser gelöst und aus der Lösung die Base mit Natronlauge abgeschieden. Man nimmt in Äther auf, trocknet mit festem Kaliumhydroxyd und fällt aus der ätherischen Lösung durch Zugabe der berechneten Menge ätherischer Salzsäure das N-Isopropyl-N,2,3-trimethylbutyl-2-arnin vom Schmp. 138 bis 1400C. Ausbeute 7 g. Das Salz ist hygroskopisch. N-Isopropyl-2,3-dimethylbutyl-2-amin ist durch Erhitzen von 2,3-Dimethylbutyl-2-amin mit Isopropylbromid erhältlich. Kp. 150,50C. Hydrochlorid Schmp. 218 bis 22O0C.

Claims (1)

  1. Patentanspruch:
    Verfahren zur Herstellung blutdruckwirksamer tertiärer Amine der allgemeinen Formel
    (CHa)2CH — C(CHs)2 — N
    R'
    worin R und R' gesättigte gerade oder verzweigte Alkylreste von 1 bis 4 C-Atomen bedeuten und wobei die Gesamtzahl der C-Atome in R und R' fünf nicht überschreitet, dadurch gekennzeichnet, daß man entweder
    a) reaktionsfähige Ester, wie Halogenwasserstoffsäure-, Alkyl- oder Arylsulfonsäureester von niederen aliphatischen Alkoholen auf 2,3-Dimethylbutyl-2-amin oder auf niedere N-Alkyl-2,3-dimethylbutyl-2-amine, zweckmäßig in Gegenwart säurebindender Mittel, einwirken läßt oder daß man
    b) entsprechende aliphatische Aldehyde oder Ketone in Gegenwart von 2,3-DimethyIbutyl-2-amin bzw. 2,3-Dimethyl-2-nitrobutan oder von niederen N-Alkyl-2,3-dämethylbutyl-2-aminen in an sich bekannter Weise, z. B. katalytisch, mit Aluminiumamalgam, mit Zinkstaub-—Salzsäure, reduziert oder daß man
    c) 2,3-Dimethylbutyl-2-amin oder entsprechende N-Alkyl-2,3-dimethylbutyl-2-amine bzw. entsprechende N - Alkyl - 2,3 - dimethylbutyl-2-formamide mit entsprechenden aliphatischen Aldehyden oder Ketonen und Ameisensäure oder Alkylformiaten reagieren läßt oder daß man
    d) entsprechende N-Alkyl-2,3-dimethylbutyl-2-amide niederer aliphatischer Carbonsäuren oder Thiocarbonsäuren in an sich bekannter Weise katalytisch, elektrolytisch oder mit komplexen Metallhydriden reduziert oder daß man
    e) entsprechende ungesättigte N,N-Dialkyl-2,3-dimethylbutyl-2-amine in an sich bekannter Arbeitsweise, z. B. katalytisch, reduziert.
    Bei der Bekanntmachung der Anmeldung ist ein Blatt Vergleichsversuche ausgelegt worden.
    30*777392
    β Bundetdruckerei Berlin
DEF30461A 1960-02-04 1960-02-04 Verfahren zur Herstellung blutdruckwirksamer tertiaerer Amine Pending DE1160446B (de)

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GB405261A GB903809A (en) 1960-02-04 1961-02-02 Tertiary-2,3-dimethylbutyl-2-amines
BE599866A BE599866A (fr) 1960-02-04 1961-02-03 Fabrication d'un agent influant sur la tension sanguine.

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GB903809A (en) 1962-08-22

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