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Photographischer Objektivverschluß mit hin- und herschwingenden Verschlußblättern
Die Erfindung betrifft einen photographischen Objektivverschluß mit hin- und herschwingenden
Verschlußblättern, deren Betätigungsorgan mit dem Verschlußantriebsteil mittels
einer Treibklinke verbunden ist, wobei die Treibklinke in ihrem Bewegungsablauf
durch einen mittels des Belichtungszeiteinstellers wahlweise in ihre Bewegungsbahn
schaltbaren Hebel beeinflußbar, das freie Ende der Treibklinke radial abgesehrägt
und ferner an dem schaltbaren Hebel ein im Bewegungsbereich des abgeschrägten Teils
der Treibklinke befindlicher Abweisstift angeordnet ist, derart, daß die Treibklinke
in der Endphase der öffnungsbewegung auf den Stift aufläuft und durch Ablenkung
mit dem Betätigungsorgan der Verschlußblätter außer Eingriff kommt.
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Es ist bereits ein photographischer Objektivverschluß mit hin- und
herschwingenden Verschlußblättern sowie einer die Verbindung zwischen Verschlußblätterbetätigungsorgan
und Verschlußantriebsteil herstellenden Treibklinke bekanntgeworden, bei dem ein
mittels des Belichtungszeiteinstellers wahlweise in die Bewegungsbahn der Treibklinke
schaltbarer Hebel dazu dient, die Treibklinke vom Anfang ihrer Bewegung bis zum
Umkehrpunkt so zu führen, daß sie nicht mit dem Treibstift des Verschlußblätterbetätigungsorgans
in Eingriff kommen kann. An Stelle der Treibklinke liegt in der öffnungsphase des
Verschlusses an dem genannten Treibstift ein Zwischenhebel an, der seinerseits wieder
vom Verschlußantriebsteil angestoßen wird. Vom Umkehrpunkt an erfaßt die Treibklinke
den Treibstift und schließt die Verschlußblätter in üblicher Weise. Bei kurzen Belichtungszeiten
macht sich jedoch die Reibung zwischen der Treibklinke und dem in ihre Bewegungsbahn
schaltbaren Hebel störend bemerkbar. Auch ergeben sich bei der bekannten Verschlußanordnung
kritische und unübersichtliche Verhältnisse dadurch, daß die in Bewegung befindliche
Treibklinke während des Verschlußablaufs in der Phase der Bewegungsumkehr mit dem
Treibstift in Eingriff gebracht werden muß.
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Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, unter gleichzeitiger
Vermeidung der dem bekannten Verschlußantrieb anhaftenden Mängel einen Objektivverschluß
vorstehender Gattung bei geringstmöglichern zusätzlichem baulichem Aufwand sowie
unter Gewährleistune, einer übersichtlichen und funktionssicheren Arbeitsweise so
auszubilden, daß ohne Erhöhung des maximalen Spannmoments eine Belichtungszeit von
extrem kurzer Dauer erzielbar ist.
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Gemäß der Erfindung wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß dem Betätigungsorgan
ein mit dem Verschlußantriebsteil in Treibverbindung bringbarer übertragungsteil
zugeordnet ist, welcher bei in Wirkstellung befindlichem Abweiser in Abhängigkeit
von der Einstellung des Belichtungszeiteinstellers eine solche Lage einnimmt, daß
der Verschlußantriebsteil im Verlauf seiner Ablaufbewegung, und zwar nach Erreichen
der maximalen öffnungsweite der Verschlußblätter, auf den übertragungsteil einwirkend
das Betätigungsorgan in die Ausgangslage zurückschlägt. Auf diese Weise sind mit
einfachsten Mitteln und unter Gewährleistung eines Höchstmaßes an Funktionssicherheit
bei einem Verschluß der konventionellen Bauweise die Voraussetzungen dafür geschaffen
worden, die es ermöglichen, bei gleichbleibendem Spannmoment, d. h. unter Vermeidung
einer Verstärkung der Verschlußantriebsfeder, zusätzlich zu den mit dem Treibklinkenantrieb
erzielbaren Belichtungszeiten eine extrem kurze Belichtungszeit zu erzielen, die
sich im wesentlichen nur aus der öffnuna,s- und Schließzeit zusammensetzt. Ein C
Höchstmaß an Funktionssicherheit der erfindungsgemäß ausgebildeten Verschlußanordnung
ist hierbei dadurch gewährleistet, daß das Betätigungsorgan der Verschlußblätter
sowohl in der einen Drehrichtung als auch nach dem Auswerfen der Treibklinke in
der anderen Drehrichtung zwangläufig bewegt wird.
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Eine vorteilhafte, sowohl in baulicher als auch in funktioneller Hinsicht
einfache Lagerung und Ausbildung des zusätzlichen übertragungsteils. ist dadurch
erreichbar, daß dieser als Hebel ausgebildet und am freien Ende eines in seiner
Einstellage durch den Belichtungszeiteinsteller beeinflußbaren Stellhebels gelenkig
angeordnet ist und daß das freie
Ende des übertragungsfeils einerseits
mit dem Verschlußantriebsteil, andererseits mit dem Betätigungsorgan der Verschlußblätter
zusammenarbeitet.
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Um eine freiziigige sowie eine einen möglichsl geringen Kraftaufwand
erfordernde Einstellung dei Belichtungszeit auch bei abgelaufenem Verschluß erzielen
zu können, wird ferner vorgeschlagen, daß der Stellhebel mit einer Steuerkurve des
Belichtungszeiteinstellers in kraftschlüssiger Verbindung steht. Hierdurch ist erreicht,
daß der Belichtungszeiteinsteller ohne Einflußnahnie auf den übertragungsteil in
eine neue Einstellage übergeführt werden kann, auch dann, wenn am Ende der Verschlußablaufbewegung
der übertragungsteil zwischen die beiden an ihm zur Anlage kommenden Mitnehmerstifte
des Verschlußantriebsteils und des Betätigungsorgans unter der Einwirkung der Hauptantriebsfeder
eingeklemmt is.t.
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In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung der Verschlußanordnung sieht
die Erfindung ferner vor, daß der übertragungshebel einen Anschlaglappen aufweist,
der in Abhängigkeit von der Bewegung des Stellhebels wahlweise in die Bewegungsbahn
eines am Verschlußantriebsteil befindlichen Mitnehmers hinein-oder aus dieser herausbewegbar
ist. Durch diese Anordnung läßt sich der Stellweg, der dazu erforderlich ist, den
Übertragungsteil in bzw. außer Wirkstellung zu bringen, auf ein Minimum begrenzen.
Ein weiterer, sich aus dem geringen Bewegungsweg des übertragungsteils ergebender
Vorteil besteht darin, daß die übrigen Bauteile des Verschlusses keiner Beschränkung
hinsichtlich ihrer Anordnung bzw. ihrer Bewegungsfreiheit unterworfen zu werden
brauchen.
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- Schließlich kann nach einem weiteren Vorschlag der Erfindung
dem Betätigungsorgan der Verschlußblätter ein als Reflektor dienender, bei Erreichen
der größten Ausschwingweite der Verschlußblätter wirksam werdender ortsfester Anschlag
zugeordnet sein, wodurch die Antriebsteile des Verschlusses eine wirksame Entlastung
erfahren insofern, als durch den Reflektor das Betätigungsorgan mit der in ihm aufgespeicherten
kinetischen Energie zurückgeworfen wird.
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In der nachstehenden Beschreibung und der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel
des Gegenstandes der Erfindung-veranschaulicht. Es zeigt Fig. 1 eine teilweise
Darstellung des sich in Spannstellung befindlichen Objektivverschlusses in Draufsieht,
wobei der Verschluß auf kürzeste Belichtungszeit eingestellt ist und alle zum Verständnis
der Erfindung unwesentlichen Teile des Verschlusses der Einfachheit und der übersicht
wegen weggelassen worden sind, Fig. 2 den Objektivverschluß nach seiner Auslösung
während des Bewegungsablaufes, und zwar in dem Augenblick, in dem das Betätigungsorgan
der Verschlußblätter seinen Umkehrpunkt erreicht hat, . Fig. 3 den
Verschluß in abgelaufenem Zustand, wobei der Verschlußantriebsteil wieder in der
Ausgangslage angelangt ist, in der auch die Verschlußblätter wieder ihre Schließstellung
einnehmen, Fig. 4 den Verschluß in Gespanntlage, jedoch auf eine Belichtungszeit
von längerer Dauer eingestellt, bei der sich sowohl der Abweiser als auch der ihm
zugeordnete, mit dem Verschlußantriebsteil zusammenwirkende übertragungsteil in
der unwirksamen Stellung befinden, Fig. 5 den Verschluß bei gleicher Belichtungszeiteinstellung
in abgelaufenem Zustand, wobei sich die Verschlußblätter wieder in Schließstellung
befinden, Fig. 6 ein öffnungsflächen-Zeit-Diagramm der Verschlußblätterbewegung,
Fig. 7 ein weiteres Schaubild über die Zusammensetzung der Gesamtoffenzeit
des Verschlusses bei dem konventionellen Treibklinkenantrieb, Fig. 8 ein
Schaubild, das die Zusammensetzung der bei Wirksamwerden des übertragungsteils erzielbaren
Gesamtoffenzeit des Verschlusses erkennen läßt.
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In der Zeichnung ist mit 1 das Verschlußgehäuse und mit 2 die
in diesem befestigte Grundplatte bezeichnet. Das Verschlußgehäuse 1 ist mit
einem zylindrischen Rohrstutzen 4 versehen. Auf diesem ist ein als Antriebsring
ausgebildetes Betätigungsorgan 5
drehbar gelagert, welches zur Hin- und Herbewegung
der Verschlußblätter 6 dient. Von diesen ist in der Zeichnung der Einfachheit
halber nur eines angedeutet. Die Verschlußblätter 6 sind in an sich bekannter
Weise, einenends mittels eines Stiftes 6a am Betätigungsorgan 5 gelenkig
angeschlossen und zugleich durch eine Stift-Schlitz-Verbindung 2 a,
6 b an der Grundplatte 2 relativ zu dieser beweglich geführt. Im Verschlußgehäuse
1 ist eine Welle 7 drehbar gelagert, auf der einenends ein in der
üblichen Weise als Scheibe ausgebildeter Antriebsteil 8 drehfest angeordnet
ist. Zum Spannen des Verschlusses ist das andere Ende der Welle 7 aus dem
Verschlußgehäuse 1 herausgeführt und, wie ebenfalls an sich bekannt, mit
einer in der Zeichnung nicht dargestellten Betätigungseinrichtung, beispielsweise
mit der Filmtransporteinrichtung der Kamera, in Verbindung gebracht. Der Verschlußantriebsteil
8 steht unter der Wirkung einer um die Welle 7 herumgeführten Windungsfeder
9. Diese dem Verschlußantrieb dienende Feder ist einenends an der zylindrischen
Innenwand des Verschlußgehäuses 1, anderenends an einen Stift 8a des Verschlußantriebsteils
8 abgestützt, auf den sie stets ein im Uhrzeigersinn gerichtetes Drehmoment
ausübt. Um den Verschlußantriebsteil 8 in der in Fig. 1
und 4 veranschaulichten
Gespanntlage zu halten, ist diesem ein auf einer Achse 10 drehbar gelagerter
Sperrhebel 11 zugeordnet. Dieser wiederum ist an seinem dem Verschlußantriebsteil
8 zugekehrten Ende mit einem abgebogenen Lappen lla versehen, welcher in
die Bewegungsbahn eines Vorsprungs 8b
des Antriebsteils hineinragt. Anderenends
arbeitet der Sperrhebel 11 mit einem auf einer Achse 12 schwenkbar gelagerten
Auslösehebel 13 zusammen. Zu diesem Zweck weist dieser an seinem dem Sperrhebel
11 zugekehrten Hebelarm 13 a einen Mitnehmerstift 13 b
auf. Der Auslösehebel 13 seinerseits ist mit einer Abbiegung 13 c
versehen, auf die der in der Zeichnung nicht dargestellte Kameraauslöser einwirkt.
Außerdem steht der Auslösehebel 13 unter dem Einfluß einer Windungsfeder
14, die ihn im Uhrzeigersinn um seine Achse 12 zu drehen sucht. Auch am Sperrhebel
11 greift eine Windungsfeder 15 an, die sich mit ihrem anderen Ende
an einem Stift 15a abstützt und daher auf den Hebel stets ein entgegen dem
Uhrzeigersinn gerichtetes Drehmoment ausübt.
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Wie aus der Zeichnung ersichtlich, ist auf einem Zapfen
8 c des Verschlußantriebsteils 8 eine Treibklinke
16 gelenkig gelagert. Diese wiederum ist an ihrem freien Ende in der üblichen
Weise mit einem
Kupplungsmaul 16 a versehen, das einen am
Betätigungsorgan 5 der Verschlußblätter 6 angeordneten Stift
5 b mit halbkreisförmigem Querschnitt umgreift. Hierzu ist der Stift5b
durch eine Aussparung2b der Grundplatte2 hindurchgeführt. Um die Treibklinke16 mit
dem Stift5b in formschlüssiger Verbindung zu halten, ist der Gelenkzapfen
8 c mit einer Windungsfeder17 versehen. Diese greift einenends an einem Stift8d
des Verschlußantriebsteils8, anderenends an einem Stift16b der Treibklinke
16 an.
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Zur Erzielung einer extrem kurzen Belichtungszeit, und zwar einer
solchen, die, wie aus Fig. 8 ersichtlich, effektiv nur aus der durch den
Bewegungsvorgang der Verschlußblätter 6 bedingten Öffnungszeit a und der
Schließzeit -y gebildet wird, ist der Objektivverschluß mit einem Abweiser
20 versehen. Dieser kann beispielsweise rechtwinklige Form haben und einenends auf
einem ortsfesten Zapfen 19 der Grundplatte 2 schwenkbar gelagert sein. Zur
Zusammenarbeit mit der Treibklinke 16 ist der als Hebel ausgebildete Abweiser
20 anderenends zweckmäßig mit einem Abweisstift 20 a versehen. Außerdem trägt der
Abweiser 20 noch einen Steuerstift 20 b. Dieser liegt unter dem Einfluß einer
auf den Abweiser 20 einwirkenden Feder 21 an der Steuerkante22a eines in der Zeichnung
mit gestrichelten Linien angedeuteten Belichtungszeiteinstellers 22 an. Dabei ist
die Ausbildung der Steuerkante 22a so getroffen, daß sich der Abweisstift 20
a in einer der Erzielung einer extrem kurzen Belichtungszeit dienenden Einstellage
innerhalb der Bewegungsbahn der Treibklinke 16, in den übrigen, zu längeren
Belichtungszeiten führenden Einstellagen dagegen außerhalb der Bewegungsbahn der
Klinke befindet. Die Treibklinke 16 wiederum ist an ihrem freien Ende mit
einer schrägen Abweiskante 16c versehen. Diese hat einen solchen Verlauf, daß sie
beim Auflaufen auf den Abweisstift 20a die Treibklinke 16 aus ihrer eigentlichen
Bewegungsbahn derart ablenkt, daß diese bei Erreichen ihres Umkehr- bzw. Totpunktes
am Mitnehmerstift 5d des Verschlußblätterbetätigungsorgans 5, wie
in Fig. 2 gezeigt, mit Sicherheit außer Eingriff ist.
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Dem Betätigungsorgan 5 ist ein mit dem Verschlußantriebsteil
8 in Treibverbindung bringbarer übertragungsteil 24 zugeordnet, welcher bei
in Wirkstellung befindlichern, Abweiser in Abhängigkeit von der Einstellage des
Belichtungszeiteinstellers 22 eine solche Lage zum Verschlußantriebsteil einnehmen
kann, daß der Verschlußantriebsteil im Verlaufe seiner Ablaufbewegung, und zwar
nach Erreichen der maximalen öffnungsweite der Verschlußblätter 6,
auf den
übertragungsteil einwirkend das Betätigungsorgan 5 in die Ausgangslage, zurückschlägt.
Zur beweglichen Lagerung des vorzugsweise als Hebel ausgebildeten übeeragungsteils
24 dient ein Stellhebel 25, der aus Gründen baulicher Einfachheit auf der
Achse 10 des Sperrhebels 11 schwenkbar gelagert ist. Der Stellhebel
25 wiederum trägt an seinem freien Ende einen Gelenkzapfen 25 a, auf
dem der Übertragungsteil 24 drehbeweglich lagert. Auf der Schwenkachse
10 des Stellhebels 25 sitzt außer der Windungsfeder 15 eine
weitere Windungsfeder 26,
die sich einenends an einen ortsfesten Stift 26a
der Grundplatte 2, anderenends an einen Stift 25 b des Stellhebels
abstützt und somit auf diesen Hebel ein dem Uhrzeigersinn entgegengerichtetes Drehmornent
ausübt. Aufgenommen wird dieses Moment von einer Steuerkante 22b des Belichtungszeiteinstellers
22, gegen die sich der Stellhebel 25 mittels des Gelenkzapfens
25 a kraftschlüssig anlegt.
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Um dem übertragungsteil 24 eine kraftschlüssige Anlage am Stellhebel
25 zu vermitteln, ist auf dem Gelenkzapfen 25 a eine Windungsfeder
27 angeordnet, die einenends an einem Stift 25 c des Stellhebels,
anderenends an einem Stift 24a des übertragungsteils angreift. Zu dem gleichen Zweck
ist der Übertragungsteil24 außerdem mit einer Nase 24b versehen, mit deren Hilfe
er sich unter dem Einfluß der auf ihn einwirkenden Windungsfeder 27 am Stift
25 c
des Stellhebels 25 abstützt. An der Außenkante des Verschlußantriebsteils8
ist ein Mitnehmer8e angeordnet der mit einem am Übutragungsteil 24 seitlich vorgesehenen
Anschlag24c zusammenwirkt. Dabei ist die Anordnung des Anschlags24c am übertragungsteil
24 so getroffen, daß dieser nur bei Einstelllage des Belichtungszeiteinstellers
22 auf die extrem kurze Belichtungszeit indie Bewegungsbahn des Mitnehmers
8 e zu liegen kommt, wie dies in den Fig. 1
bis 3 veranschaulicht
ist. Durch eine entsprechende Formgebung der Steuerkurve 22b des Belichtungszeitstellers
22 kann der Stellhebel 25 eine weitere Einstellage einnehmen, in der sich
der Anschlag 24 c
des übertragungstells 24 außerhalb der Bewegungsbahn des
Mitnehmers 8 e befindet.
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Wie aus der Zeichnung ferner ersichtlich, ist im Schwenkbereich des
übertragungsteils 24 die Grundplatte 2 mit einer kreisbogenförTnigen Aussparung
2 c
versehen, durch die ein Stift 5 c des Betätigungsorgans
5 so weit hindurchgeführt ist, daß er in die Bewegungsebene des Übertragungsteils
24 hineinragt. Die Grundplatte 2 weist außerdem eine weitere Ausnehmung
2d auf, die einen auf dem Betätigungsorgan 5 angeordneten Stift
5 d in sich aufnimmt. Diesem Stift 5d wiederum ist ein die
Bewegungsumkehr des Betätigungsorgans 5 herbeiführender und zugleich als
Reflektor wirksam werdender ortsfester Anschlag 28 zugeordnet, welcher beispielsweise
mittels einer Schraube 28a auf der Grundplatte 2 lösbar und einstellbar befestigt
sein kann.
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Die Wirkungs- und Bedienungsweise der vorbeschriebenen Verschlußordnung
ist folgende: Will man mit dem erfindungsgemäßen Objektivverschluß eine extrem kurze
Belichtungszeit erzielen, die sich, wie aus dem Schaubild in Fig. 8 ersichtlich,
im wesentlichen nur aus der öffnungszeit a und der Schließzeit,( zusammensetzt,
so muß der Belichtungszeiteinsteller 22 hierzu in die Einstellage bewegt werden,
bei der sowohl der Abweiser 20 als auch der übertragungsteil 24 die in den Fig.
1 bis 3 veranschaulichte Einstellage einnimmt. Wird hierbei durch
Betätigen des Verschlußauslösers 13 über den Sperrhebel 11 der Verschlußantriebsteil
8 zum Ablauf freigegeben, so bewegt dieser zunächst über die Treibklinke
16 und den Mitnehmer 5 b das Betätigungsorgan 5 der
Verschlußblätter 6 in der üblichen Weise im Uhrzeigersinn um die Objektivachse.
Kurz vor Beendigung dieser Bewegungsphase der Treibklinke 16 trifft deren
schräge Auflaufkante 16 c auf den Stift 20 a des Abweisers 20 auf,
der die Klinke ablenkt und infolgedessen die formschlüssige Verbindung zwischen
dem Stift 5 d und der Treibklinke bis zum Erreichen des Umkehrpunktes
des Betätigungsorgans 5 aufhebt. Am Ende dieses Bewegungsvorganges haben
die Verschlußblätter 6 ihre volle öffnungsweite erreicht, verharren jedoch
nicht in
dieser Einstellage, sondern werden unverzüglich wieder
in Schließstellung übergeführt. Dies ist dadurch erreicht, daß das Betätigungsorgan
5 am Ende der ersten Bewegungsphase mit seinem Stift 5 d auf
den Reflektor 28 auftrifft, der seinerseits an diesem abprallt und infolgedessen
das Betätigungsorgan mit der ihm innewohnenden Bewegungsenergie in der entgegengesetzten
Bewegungsrichtung wieder beschleunigt.
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Im Verlaufe der vorstehend geschilderten Bewegungsvorgänge hat sich
der Verschlußantriebsteil 8
so weit gedreht, daß der an ihm vorgesehene Nfitnehmer
8 e, wie in Fig. 2 dargestellt, am Anschlag 24 c des Treibhebels 24 zur Anlage
gekommen ist. Dieser Mitnehmer wirkt nun seinerseits auf den Treibhebel 24 ein und
schlägt das Betätigungsorgan 5
mit der der Hauptantriebsfeder 9 noch
innewohnenden potentiellen Energie, unterstützt durch die kinetische Energie des
Verschlußantriebsteils 8, in die Ausgangslage zurück. Diese ist dann erreicht,
wenn der Stift 5c, wie in Fig. 3 dargestellt, wieder an der linken
Begrenzungskante der Aussparung 2c anliegt, wobei auch die Verschlußblätter
6 wieder die Schließstellung einnehmen. Die Darstellung in Fig.
3 gibt ferner zu erkennen, daß der Verschlußantriebsteil 8 bei diesem
soeben beschriebenen Bewegungsablauf des Objektivverschlusses keine volle Drehbewegung
ausführt, sondern zum Stillstand gekommen ist, nachdem die Treibklinke
16 gerade die Totpunktlage überwunden hat. Wie sowohl aus dem öffnungsflächen-Zeitdiagramm
der Fig. 6 als auch aus dem Schaubild der Fig. 8 ersichtlich, ist
die extrem kurze Belichtungszeit ohne Erhöhung des Spannmomentes des Verschlusses
auf unverwickelte und funktionssichere Weise dadurch erreichbar, daß die Verschlußblätter
6 gemäß Fig. 6 im Anschluß an die öffnungsbewegung A-B unter Vermeidung
einer die übliche Offenzeit bedingende Verzögerung unverzüglich wieder in die Schließbewegung
B-C übergeführt werden, so daß also im Endeffekt die Gesamtoffenzeit des Verschlusses,
wie aus dem Schaubild der Fig. 8 ersichtlich, sich ausschließlich aus der
öffnungszeit a und der Schließzeit y zusammensetzt.
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Will man nun mit dem Objektivverschluß Belichtungszeiten von längerer
Dauer erzielen, so ist hierzu zunächst der Belichtungszeiteinsteller 22 auf die
erwünschte Belichtungszeit einzustellen, wozu dieser in bezug auf die in den Fig.
1 bis 3 veranschaulichte, Einstellage eine Drehung im Uhrzeigersinn
um die Objektivachse erfahren muß. Hierdurch gelangt sowohl der Stift 20
b des Abweisers 20 als auch der Gelenkzapfen 25 a des
Stellhebels 25 in einen Bereich der Steuerkanten 22 a und 22 b des
Belichtungszeiteinstellers 22, der sowohl dem Abweiser als auch dem übertragungsteil
24 ein Zurückweichen in radialer Richtung nach außen ermöglicht. Dies wiederum bedeutet,
daß sowohl der Abweisstift 20 als auch der Anschlag 24 c des übertragungsteils 24
außerhalb der Bewegungsbahn der mit diesen Organen in der vorbeschriebenen Weise
zusammenwirkenden beweglichen Teile 16 und 24 des Objektivverschlusses zu
liegen kommen, wie dies in den Fig. 4 und 5 dargestellt ist.
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Wird nun in einer solchen Einstellage des Belichtungszeiteinstellers
22 der Verschlußantriebsteil 8
durch Betätigen des Auslösehebels
13 zum Ablauf freigegeben, so führt die Treibklinke 16 die übliche
Antriebsbewegung aus, wobei ihr Kupplungsmaul 16a in jeder Bewegungsphase,
d. h. sowohl bei der hin- als auch bei der hergehenden Drehbewegung des Betätigungsorgans5
am Stift5b im Eingriff bleibt. Dabei ergibt sich ein öffnungsflächen-Zeitdiagramm,
wie es in Fig. 6 durch die Buchstaben A,
B,D,E umrissen ist, wobei
die durch die Buchstaben B und D begrenzte absolute Offenzeit jeweils von
der Beeinflussung des Verschlußantriebsteils8 durch das in den Verschluß eingebaute,
jedoch nicht näher dargestellte Hemmwerk bestimmt wird. Die Gesamtoffenzeit wird
bei einer derartigen Einstellung des Objektivverschlusses der Darstellung gemäß
Fig. 7 zufolge aus der öffnungszeit a', der Offenzeit ß und der Schließzeit
-y' gebildet. Bemerkenswert ist dabei noch, daß der Verschlußantriebsteil
8 in diesem Falle, wie aus Fig. 4 ersichtlich, eine volle Drehung ausführt,
da sich der Anschlaglappen 24c des Übertragungsteils 24 außerhalb der Bewegungsbahn
des NEtnehmers Se befindet.