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Schaltungsanordnung zum selbsttätigen Betrieb einer durch einen asynchronen
Drehstrommotor angetriebenen Ultrazentrifuge Die Erfindung betrifft eine Schaltungsanordnung
zum selbsttätigen Betrieb einer durch einen asynchronen Drehstrommotor angetriebenen
Ultrazentrifuge mit mindestens einem Röhrengenerator mit Phasenspaltungsnetzwerk
zur Erzeugung des Drehstroms sowie mit einer Programmsteuerung für das Anfahren,
die Einhaltung der gewünschten Drehzahlen und das Abbremsen der Zentrifuge und mit
einer Vakuumanlage und Temperaturregelung.
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Es ist bekannt, elektromotorische Direktantriebe bei maximalen Gebrauchsdrehzahlen
von 75000U/
min zu betreiben. Für solche Antriebe kommen in erster Linie zwei-
oder dreiphasig mit variabler Frequenz gespeiste Synschron- oder Asynchronmotoren
in Frage, die im Hinblick auf die hohen auftretenden Fliehkräfte besonders robust
gebaute Läufer aufweisen müssen.
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Die Betriebsanforderungen an einen derartigen Motor umfassen eine
möglichst kurze Anfahrzeit bis zum Erreichen der gewünschten Drehzahl, dann ein
mitunter viele Stunden langes, äußerst genaues Einhalten dieser Drehzahl und schließlich
ein rasches Abbremsen zum Stillstand. Es ist bekannt, diese Anforderungen dadurch
zu erfüllen, daß man asynchrone Drehstrommotoren verwendet, wobei prinzipiell auch
ein Röhrengenerator mit Phasenspaltungsnetzwerk zur Erzeugung des Drehstromes dienen
kann. Es ist ferner bekannt, die Bedienungsvorgänge zu automatisieren und zu diesem
Zweck eine Programmsteuerung für das Anfahren, die Einhaltung der gewünschten Drehzahlen
und das Abbremsen vorzusehen. Außerdem ist es im Falle eines Ultrazentrifugenantriebs
noch zweckmäßig, die Vakuumanlage und die Temperaturregelung und eine Vorrichtung
für photographische Reihenaufnahmen der Meßergebnisse an der Ultrazentrifuge in
die Programmsteuerung mit einzubeziehen.
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Ausgehend von diesen bekannten und zweckmäßigen Maßnahmen wird gemäß
der Erfindung eine derartige Schaltungsanordnung so ausgeführt, daß zwei parallel
geschaltete Röhrengeneratoren vorgesehen sind, von denen der eine eine feste und
der andere eine variable Frequenzeinstellung aufweist, von deren Ausgängen als Differenzfrequenz
ein Einphasenweehselstrom einstellbarer Frequenz abgenommen und über das Phasenspaltungsnetzwerk
in Drehstrom umgewandelt und verstärkt dem Drehstrommotor zugeführt wird, daß für
die Programmsteuerung eine Einstellvorrichtung mit einem Phasendiskriminator mit
dem variablen Röhrengenerator derart verbunden ist, daß je ein einstellbarer Kondensator
des Röhrengenerators und ein einstellbarer Kondensator eines Oszillators der Einstellvorrichtung
mittels eines Drehfeldmotors verstellbar sind, wobei der Diskriminationspunkt auf
Grund der Einstellung eines von Hand bedienbaren Kondensators des Oszillators gemäß
der Beziehung
der Kapazitäten C 1, C 2 des motorisch einstellbaren Kondensators des Oszillators
der Einstellvorrichtung und des von Hand bedienbaren Abstimmkondensators gegeben
ist, und wobei der mit dem ersten Kondensator mechanisch gekuppelte Kondensator
die Differenzfrequenz der beiden Röhrengeneratoren und dadurch die Drehzahl des
Drehstrommotors bestimmt, daß ferner ein von Hand betätigbarer Schalter vorgesehen
ist, dessen Betätigung nach vorgenommener Einstellung des Abstimmkondensators dem
Drehfeldmotor eine Spannung mit einer Phasenlage zuführt, die ihn in Richtung auf
den Diskriminationspunkt zu in Bewegung setzt, bis eine im Diskriminationspunkt
auftretende Gegenspannung ein Relais zum Abfallen bringt und den Drehfeldmotor stillsetzt,
der dann nur bei Auftreten einer Diskriminatorspannung anspricht und auf diese Weise
die durch die Einstellung des vom Drehfeldmotor verstellbaren Kondensators des Röhrengenerators
bestimmte Frequenz und damit die Drehzahl des Drehstrommotors
konstant
hält, daß ferner ein einstellbares Zeitlaufwerk vorgesehen ist, das nach Ablauf
der eingestellten Zeit seinerseits dem Phasendiskriminator zur Durchführung des
Bremsvorganges eine Zusatzspannung mit solcher Phase zuführt, daß der Drehfeldmotor
zurückläuft, bis er durch einen Endschalter bei Erreichen der Frequenz Null des
Röhrengenerators stillsteht, und daß der Phasendiskriminator bei Erreichen des Diskriminationspunktes
über den Drehfeldmotor und das Relais ein Sekundenzählwerk einschaltet, das nach
Ablauf des Zeitlaufwerkes ebenfalls mittels des Relais gestoppt und bei Stillstand
des Drehstrommotors mittels eines Endkontaktes abgeschaltet wird.
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Es ist zweckmäßig, daß der Phasendiskriminator in Abhängigkeit von
seiner Übersteuerung relativ zum Diskriminationspunkt über Verstärkerstufen die
Stärke des dem Drehstrommotor zugeführten Stromes derart steuert, daß er die Stromstärke
nach Erreichen des Diskriminationspunktes ein erstes Mal und nach Ablauf des Zeitlaufwerkes
beim Einleiten des Bremsvorganges ein weiteres Mal vermindert.
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Gemäß der Erfindung kann die Anordnung ferner dadurch verbessert werden,
daß ein. zweiter, von dem ersten Phasendiskriminator unabhängiger Phasendiskriminator,
der einen Drehfeldmotor enthält und von einer von der Rotortemperatur der Zentrifuge
beeinflußten Brückenschaltung gesteuert ist, die Rotortemperatur laufend zur Anzeige
bringt und zugleich einen Kühlwasserumlauf zur selbsttätigen Temperaturregelung
nach Maßgabe der Einstellung eines veränderbaren Brückenwiderstandes mittels des
Relais ein- und ausschaltet.
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Die Automatisierung der Vakuumanlage kann dadurch erfolgen, daß sie
über ein zusätzliches elektromagnetisches Relais selbsttätig eingeschaltet und,
von dem Zeitlaufwerk nach dessen Ablauf betätigt, abgeschaltet wird.
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Es ist ferner vorteilhaft, elektrische Verriegelungen vorzusehen,
die den Anlauf der Zentrifuge sperren, solange die Kühlwasserkreisläufe außer Funktion,
die Vorwahleinstellungen nicht getroffen und der Panzerschutzmantel der Zentrifuge
geöffnet sind.
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Zur unabhängigen Drehzahlmessung kann ein vom Zeitlaufwerk einschaltbares
elektronisches Zählgerät vorgesehen sein.
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Im allgemeinen läßt sich das Meßergebnis bei Benutzung einer Ultrazentrifuge
nur durch photographische Reihenaufnahmen praktisch auswerten. Dabei wird von konstantem
Schwerefeld die Lage der Gradienten in bezug auf das Rotationszentrum oder einen
anderen gegebenen Bezugswert photographiert und aus diesen Aufnahmen der interessierende
Meßwert errechnet. Zur Automatisierung der Reihenaufnahmen wird die Anordnung zweckmäßig
so getroffen, daß das Zeitlaufwerk während der Zeit des stationären Laufes des Rotors
der Ultrazentrifuge über Relais eine selbsttätige photographische Einrichtung für
Reihenaufnahmen der Anzeigegeräte steuert, wobei die Belichtungszeiten und -abstände
voreinstellbar sind.
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Mit Hilfe der Schaltungsanordnung nach der Erfindung gelingt es, den
zur Speisung des Drehstrommotors in einem Röhrengenerator erzeugten und elektronisch
verstärkten Drehstrom in bezug auf Frequenz, Spannung und Stromstärke in Abhängigkeit
von der Zeit so zu steuern, daß das gewünschte Programm selbsttätig eingehalten
wird. Mit Hilfe der Schaltanordnung können außerdem die erwähnten zusätzlichen Aufgaben
durchgeführt werden. Die nach diesen Angaben gebaute Einrichtung zeichnet sich durch
geringen Raumbedarf, Geräuschlosigkeit beim Betrieb, Erschütterungsfreiheit und
Sicherheit infolge der Verriegelung und der Selbstabschaltung bei Störungen oder
Unterbrechungen der Stromversorgung aus.
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In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt,
und zwar zeigt Fig. 1 ein Blockschaltbild der gesamten Schaltungsanordnung, Fig.
1 a ein Blockschaltbild mit weiteren Einzelheiten, Fig. 1 b ein Blockschaltbild
für eine Fernmessung der Temperatur, Fig. 2 a ein Schaltbild einer Röhrengeneratoranordnung
für Drehstrom, Fig. 2 b ein Schaltbild mehrerer Verstärkergruppen, Fig. 3 ein Schaltbild
eines Doppeldiskriminators, Fig. 4 ein Schaltbild eines Steuergerätes für die Anordnung
und Fig. 5 eine Ansicht der Schalttafel des Steuergerätes.
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Fig. 1 zeigt ein Blockschaltbild mit einem Röhrengeneratorteil 1,
der über Leiter X, Y, Z einen Drehstrom liefert, der in einer Treiberstufe
2 verstärkt und über eine Endstufe 3 einem Drehstrommotor 4 zugeführt wird, der
zum Antrieb des Rotors einer Ultrazentrifuge vorgesehen ist. Mit Hilfe eines Steuergerätes
5, dem eine Einrichtung 6 mit einem Diskriminator beigeordnet ist, wird eine Programmsteuerung
durchgeführt. Das Blockschaltbild zeigt ferner drei Netzgeräte I, 1I und 11I, die
in an sich bekannter Weise alle erforderlichen Spannungen und Ströme liefern.
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Fig. 1 a zeigt ein Blockschaltbild der wesentlichen Teile der Anordnung.
Der Röhrengeneratorteil 1, der in Fig. 2 a ausführlich dargestellt ist, enthält
zwei Röhrengeneratoren in Gestalt zweier Hochfrequenzoszillatoren 11 und 12, vorzugsweise
Hartley-Oszülatoren. Der Oszillator 11 ist fest auf eine Frequenz von z. B. 100
kHz abgestimmt, während die Frequenz des Oszillators 12 einstellbar ist, und zwar
mit Hilfe eines Kondensators 10, der von einem Drehfeldmotor M1 in einer weiter
unten beschriebenen Weise verstellt wird. An den Oszillator 11 ist über einen Transformator
11' ein Phasenspaltungsnetzwerk 13 angeschlossen, welches drei um je 120° phasenverschobene
Spannungen über Leitungen 13u, 13, und 13", den Steuergittern von drei Mischröhren
30, 31 und 32 zuführt. Die drei Mischröhren werden ferner am dritten Gitter
mit der von dem Oszillator 12 gelieferten variablen Frequenz über Leitungen
12u, 12" und 12", gespeist. Die mittels des Drehkondensators 16 von 0 bis 1500 Hz
einstellbare, in den Mischröhren erzeugte Differenzfrequenz wird nach Aussiebung
drei Trioden 33, 34 und 35 zugeführt. Die zugehörigen drei Phasenleitungen sind
mit U, V
und W bezeichnet. In diesen Leitungen liegt ein Dreifachpotentiometer
80 (s. auch Fig. 4) mit den Widerständen 80u, 80, und 80, zur Regelung
der drei Drohspannungen des Drehstromgenerators. Über die Anoden der Trioden 33,
34 und 35 wird eine von 0 bis 20 V einstellbare Drehspannung über die Leitungen
X, Y und Z abgenommen und drei Kathodenverstärkern 36, 37 und 38 (Fig.2b)
zugeführt. An diese sind drei Gegentaktschaltungen 39, 40 und 41
angeschlossen,
die über Endpenthoden 42, 43 und 44 den Drehstrom zur Speisung des Drehstrommotors
4 liefern.
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Das Steuergerät 5, dessen vollständige Schaltung in Fig. 3 dargestellt
ist, enthält eine Einstellvorrichtung mit einem Drehfeldmotor M1 für mehrere Teile
der Anordnung. Das Steuergerät enthält ferner einen in einem Zwischenfrequenzbereich
mit etwa 470 kHz schwingenden Oszillator 45, der zwei unabhängig voneinander einstellbare
Drehkondensatoren 14 und 15 enthält, deren halbe Kapazitätssumme
der gewünschten Zwischenfrequenz entspricht. Der eine Kondensator 15 ist von Hand
einstellbar, der andere Kondensator 14 wird vom Drahfeldmotor M 1 verstellt, der
auch den Kondensator 16 des Oszillators 12 einstellt. Die vom Oszillator 45 gelieferte
Zwischenfrequenz wird in zwei auf die Zwischenfrequenz abgestimmten Verstärkerstufen
46 und 47 verstärkt und einer Triode 49 zugeführt, wo sie mit einer 50-Hz-Wechselspannung
moduliert wird. An diese Triode 49 ist eine Diskriminatorschaltung 24 angeschlossen,
die eine 50-Hz-Wechselspannung liefert, deren Phasenlage von der Verstimmung abhängt.
Dieser 50-Hz-Wechselspannung wird über ein Röhrenrelais 50 eine zweite 50-Hz-Wechselspannung
überlagert. Die Phasenlage dieser zweiten Wechselspannung kann gleich oder entgegengesetzt
gewählt werden wie die der Wechselspannung am Ausgang des Diskriminators 24. Die
Summe oder Differenz dieser Wechselspannungen wird in einer Pentode 48 verstärkt
und der Wicklung des Drehfeldmotors M 1 zugeführt. Die zweite zugeführte Wechselspannung
wird durch das Röhrenrelais 50 dann. abgeschaltet, wenn die beiden Spannungen gegenphasig
sind, d. h. gemäß der Diskriminatorspannungskurve nahe am Diskriminationspunkt,
worauf die verbleibende Diskriminatorspannung die Scharfabstimmung auf den Diskriminationspunkt
bewirkt und automatisch aufrechterhält. Wählt man mit dem Abstimmkondensator 15
von Hand eine beliebige Stellung vor, und wählt man die Phasenlage der zweiten zugeführten
Wechselspannung so, daß bei ihrer Zuführung der Abstimmkondensator 14 durch den
Drehfeldmotor M 1 auf den Abstimmpunkt hin bewegt wird, so schaltet die dann auftretende
gegenphasige erste 50-Hz-Wechselspannung das Relais 50 und damit die zweite 50-Hz-Wechselspannung
ab. Die an der Wicklung des Drehfeldmotors M1 noch verbleibende, vom Diskriminator
24 herrührende Wechselspannung übernimmt die Scharfabstimmung auf den Nulldurchgangspunkt
des Diskriminators 24 und wirkt jeder Abweichung davon entgegen. Da der Kondensator
16 des Oszillators 12 ebenfalls von dem Drehfeldmotor M1 bewegt wird, kann jede
mögliche Frequenz der Röhrengenetoren 11, 12 und damit jede gewünschte Drehzahl
des Drehstrommotors 4 mit dem Drehkondensator 15 vorgewählt und selbsttätig konstant
gehalten werden.
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Ferner kann man dem Drehfeldmotor M 1 mit Hilfe eines Relais 19 eine
50-Hz-Wechselspannung solcher Phasenlage zuführen, daß sich der Motor M1 und mit
ihm der Drehkondensator 14 auf den Diskriminationspunkt zu bewegt. Wenn man weiter
dafür sorgt, daß die am Diskriminationspunkt auftretende Diskrirninatorspannung
zu dieser zugeführten Wechselspannung gegenphasig ist, so daß das Relais 19 abfällt,
so hat man damit die gewünschte Frequenz des Drehstromes erreicht, da der Kondensator
16 von dem Drehfeldmotor M1 eingestellt wird. Hierdurch wird die Drehzahl selbsttätig
auf einem festen Wert gehalten.
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Mit der beschriebenen Einrichtung sind im Steuergerät 5 weitere zusätzliche
Einrichtungen verbunden und gekuppelt, um die Steuerung für die Ultrazentrifuge
vollkommen selbsttätig automatisch zu machen. Das Relais 19 hat Kontaktsätze, welche
in den Endlagen des Drehfeldmotors M 1 und in den Endlagen eines Synchronmotors
M3 Hilfseinrichtungen betätigen, die ein Überschreiten der Grenzfrequenzen unmöglich
machen, eine Inbetriebnahme der Einrichtung ohne Zeitvorwahl verhindern sowie beim
Ablauf der vorgewählten Zeit die Frequenz und damit die Drehzahl des Motors 4 auf
Null zurückzuführen. Ferner wird ein beim Erreichen des Diskriminationspunktes vom
Relais 19 eingeschaltetes Sekundenzählwerk 21 bei jeder Drehzahländerung gestoppt
und nach dem Rücklauf auf die Frequenz Null gelöscht. Weitere Kontaktsätze dienen
zur selbsttätigen Betätigung einer nicht dargestellten Vakuumanlage, eines ebenfalls
nicht dargestellten Kühlwasserkreislaufes sowie zum Öffnen und Schließen eines Schutzgehäuses
in Gestalt eines Panzerschutzmantels für die schnell umlaufenden Maschinenteile,
ferner zur Drehzahlbegrenzung bei geöffnetem Schutzgehäuse, zur Auslösung photographischer
Aufnahmen in vorbestimmten Zeitintervallen sowie zur Abschaltung von Teilen oder
der ganzen Einrichtung bei Störungen oder Versorgungsunterbrechung.
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Das Steuergerät 5 enthält ferner eine Einrichtung zur laufenden Fernmessung
der Rotortemperatur auf 1/l00 C genau; diese Einrichtung enthält eine Wechselstrommeßbrücke
52 (Fig.1 b), die einen am Rotor angeordneten temperaturabhängigen Widerstand sowie
einen temperaturunabhängigen einstellbaren Widerstand enthält. Die Brückenschaltung
ist über drei Verstärkerstufen 53, 54 und 55 mit einem Drehfeldmotor M2 verbunden,
der ein die Brücke 52 abstimmendes Potentiometer im Sinne einer Nullpunkteinstellung
der Brücke verstellt.
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Das Steuergerät 5, dessen Schalttafel in Fig. 5 dargestellt ist, enthält
darauf je ein Anzeigeinstrument 56 bis 59 für die Temperatur, für die Zeitvorwahl,
für den Drehzahlistwert und für die Drehzahlvorwahl. Außerdem ist ein Bedienungsknopf
des Kondensators 15 für die Drehzahlvorwahl und ein Bedienungsknopf 60 für die Zeitvorwahl
vorgesehen. Auf der Schalttafel sind auch Anzeigeröhren 51 und 61 für die Diskriminatoren
angeordnet. Ferner sind vier Kontrolllampen 62 bis 65 für Bereitschaft, Anlauf,
Halten und Bremsen angeordnet. Das Sekundenzählwerk hat eine Ziffernanzeigevorrichtung
66. Ferner ist ein Schaltknopf 67 für die Entriegelung, ein Schaltknopf 68 für die
Anschlüsse P, Q (Fig. 4), ein Schaltknopf 69 für die Umschaltung der Anzeigeröhre
51 auf den ersten oder zweiten Diskriminator und ein Schaltknopf 70 für die Anzeigeröhre
61 auf je zwei Drehstromphasen vorgesehen. Ein Druckkontakt 71 betätigt einen von
Hand zu betätigenden Schalter 18 (Fig.1 a).
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Die Verstärkerstufen 2 und 3 sind in Fig. 2 b nur einphasig dargestellt,
in Wirklichkeit aber dreiphasig ausgeführt, wobei die drei Phasen sich völlig gleichen.
Sowohl die Treiberstufen 2 mit Röhren 72, 73 und 74 als auch die Endstufen 3 mit
Röhren 75, 76 sind in Gegentaktschaltung ausgeführt. Die vom Röhrengenerator 1 gelieferte
Spannung auf Leitung X bzw. Y
und Z wird über eine Kathodenverstärkerstufe
(rechte
Hälfte der Doppelröhre 72) der Gegentakttreiberstufe mit
den Röhren 73 und 74 zugeführt und von dieser transformatorisch auf die ebenfalls
in Gegentakt geschalteten Leistungstetroden 75, 76 übertragen. Die drei um 120°
in der Phase verschobenen Ströme der letzten Stufe werden über drei Abwärtstransformatoren
entnommen und über eine Stern- oder Dreieckschaltung dem Motor 4 der Fig. 1 zugeführt.
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Der Doppeldiskrirninator der Fig. 3 enthält die zwei Phasendiskriminatoren
24 und 22, von denen der erste eine Wicklung des Drehfeldmotors M 1 und der zweite
eine Wicklung des Drehfeldmotors M2 speist. In der Figur ist ein abstimmbarer Hartley-Oszillator
45 dargestellt, der mit einer Röhre EC 92 bestückt sein kann. Es folgen die beiden
Verstärkerstufen 46 und 47 mit je einer Röhre EF 89. Dem Diskriminatorfilter ist
eine Triode 49 (ECL 80) vorgeschaltet.
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Der zweite Diskriminator 22 dient zur fortlaufenden Messung und Anzeige
eines Temperaturbereiches, der durch die Veränderung eines temperaturabhängigen
Widerstandes 52 aufgenommen wird. Dieser Widerstand liegt in einer 6,3-V-Wechselstrom-Meßbrücke.
Die Verstärkerstufen 53, 54 und 55 sind vorzugsweise mit Röhren ECL 92, ECL 80 und
ECL 80 bestückt, wodurch eine 9000fache Verstärkung erzielt werden kann. Da im Brückennullpunkt
eine Phasenumkehr erfolgt, bewirken beliebige Temperaturänderungen entsprechende
Bewegungen des Motors M2 und des damit gekoppelten Potentiometers.
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Die Schaltung der Fig.4 zeigt im einzelnen die Schaltung der Motoren
M1 und M2 sowie die Schaltungen, die zur Sicherung des Betriebes vorgesehen sind.
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Das Arbeiten der Diskriminatoren wird durch die Anzeigeröhre 51 angezeigt,
deren Leuchtflächen bei Nulldurchgang am kleinsten sind. Eine weitere Anzeigeröhre
61 erlaubt es, die Aussteuerung jeweils zweier Drehstromphasen zu kontrollieren
und zu vergleichen. Die Aussteuerung der drei Drehstromphasen ist mittels eines
dreifachen Potentiometers 80 von Hand einstellbar, kann aber auch selbsttätig den
Betriebsbedingungen mit Hilfe von Kondensatorgruppen angepaßt werden.
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Eine zweite, in zwei entgegengesetzten Phasenlagen verfügbare Wechselspannung
von 50 Hz wird dem Ansehluß C in Fig. 3 und 4 über ein elektromagnetisches Relais
19 (Fig. 4, oben) zugeführt, und zwar derart, daß nach Vorwahl der Phasenlage durch
Betätigen des Schalters 18 die zugeordnete vertikale Spule den Relaisanker
anzieht und die horizontale Spule ihn hält. Seine Abschaltung erfolgt durch das
Auftreten der gegenphasigen, Spannung des Diskriminators 24, wodurch die horizontale
Spule stromlos wird und das Relais in seine gezeigte Mittellage zurückfällt.
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In Fig. 4 ist auch die Schaltung und Ausbildung des Endschalters 20
mit einer Nockenscheibe zu sehen. Der Endschalter verhindert durch eine entsprechende
Kontaktgebung, die ein Zurückfallen des Relais 19 in die Mittelstellung bewirkt,
das überschreiten der Grenzfrequenzen von 0 bzw. 1500 Hz. Die Nockenscheibe macht
das überschreiten einer einstellbaren niedrigen Frequenz bzw. Drehzahl für den Fall
unmöglich, daß das Schutzgehäuse des Motors 4 nicht geschlossen und die Vakuumanlage
nicht in Betrieb ist. Hierzu dienen die Schalter 81 und 82. Ein weiterer Sicherheitsschalter
83 sperrt den Betrieb bei Kühlwasserausfall. Der Motor 85 (M5 in Fig. 4) dient zur
Löschung des Sekundenzählwerkes 66 in Fig. 5.
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Die Bedienung der mit der beschriebenen Schaltung ausgerüsteten Anlage
beschränkt sich auf die Vorwahl der Drehzahl mittels des Knopfes des Kondensators
15 und der Versuchszeit mittels der Scheibe 60, die über eine Rutschkupplung mit
dem Synchronmotor M 3 verbunden ist, die die Scheibe dann in ihre Ausgangsstellung
zurückführt, wenn der Programmablauf durch eine Kontaktgebung am Schalter 71 eingeleitet
und die vorgewählte Drehzahl erreicht worden ist. Mit dem Drehzahlvorwahlknopf des
Kondensators 15 kann über eine weitere Rutschkupplung ein Drehsinnvorwahlschalter
verbunden sein. Fehlt dieser, so sind an Stelle des Druckkontaktes 71 zwei getrennte
Druckkontakte für »Hochfahren« und »Bremsen« erforderlich.
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Liegt die Anlage an Spannung, so zeigt das Aufleuchten der Kontrollampe
62 die Betriebsbereitschaft an. Nach Vorwählen der Drehzahl mittels des Kondensators
15 und der Versuchszeit mittels der Scheibe 60 wird durch eine Kontaktgebung das
Relais 19 sinngemäß betätigt, das dann durch den Strom in seiner mittleren Spule
so lange in der Anschlagstellung verbleibt, bis der Diskriminator 24 bei Erreichen
der gewünschten Drehzahl oder einer der Endschalter diesen Strom und damit auch
den Lauf des Drehfeldmotors M1 unterbricht. Während dieser Zeit bleibt der Synchronmotor
M3 stromlos, während der Drehsinn des Motors M1 durch das Aufleuchten der Kontrollampe
63 (»Hochfahren«) oder der Lampe 65 (»Bremsen«) angezeigt wird. Das bei Erreichen
der vorgewählten Drehzahl oder einer Endlage erfolgende Abfallen des Relais 19 in
seine Mittelstellung bewirkt: 1. Konstanthaltung der erreichten Drehzahl mit Hilfe
des Diskriminators 24, 2. Ingangsetzung des Synchronmotors M3 und Zeitablauf gemäß
Vorwahl, 3. Ingangsetzung des von einem Synohronmtor M4 angetriebenen Sekundenzählwerkes
mit der Ziffernanzeigevorrichtung 66 und 4. Löschen der Kontrollampen 63 und 65
und Aufleuchten der Kontrollampe 64, die das Erreichen und Halten der vorgewählten
Drehzahl anzeigt.
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Sind auf diese Weise Frequenz und Drehzahl Null erreicht, so bewirken
die mit dem Drehfeldmotor M 1 gekuppelten Kontakte: 1. das Abfallen des Relais 19
in seine Mittelstellung und damit das Anhalten des Drehfeldmotors M 1, 2. Abschalten
des Motors 85 (M5), 3. Löschen der Kontrollampe 65 und 4. das öffnen der Magnetrelais
I und II.
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Damit ist der Anfangszustand wieder hergestellt.