[go: up one dir, main page]

DE1155051B - Verfahren zum Verzieren von Keramikware mittels Unterglasur-Abziehbilder - Google Patents

Verfahren zum Verzieren von Keramikware mittels Unterglasur-Abziehbilder

Info

Publication number
DE1155051B
DE1155051B DEB44175A DEB0044175A DE1155051B DE 1155051 B DE1155051 B DE 1155051B DE B44175 A DEB44175 A DE B44175A DE B0044175 A DEB0044175 A DE B0044175A DE 1155051 B DE1155051 B DE 1155051B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
ceramic
film
polyvinyl
underglaze
decals
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DEB44175A
Other languages
English (en)
Inventor
Dipl-Chem Dr Johannes Goebel
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Buntpapierfabrik A G
Original Assignee
Buntpapierfabrik A G
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Buntpapierfabrik A G filed Critical Buntpapierfabrik A G
Priority to DEB44175A priority Critical patent/DE1155051B/de
Publication of DE1155051B publication Critical patent/DE1155051B/de
Pending legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C04CEMENTS; CONCRETE; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES
    • C04BLIME, MAGNESIA; SLAG; CEMENTS; COMPOSITIONS THEREOF, e.g. MORTARS, CONCRETE OR LIKE BUILDING MATERIALS; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES; TREATMENT OF NATURAL STONE
    • C04B41/00After-treatment of mortars, concrete, artificial stone or ceramics; Treatment of natural stone
    • C04B41/009After-treatment of mortars, concrete, artificial stone or ceramics; Treatment of natural stone characterised by the material treated
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C04CEMENTS; CONCRETE; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES
    • C04BLIME, MAGNESIA; SLAG; CEMENTS; COMPOSITIONS THEREOF, e.g. MORTARS, CONCRETE OR LIKE BUILDING MATERIALS; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES; TREATMENT OF NATURAL STONE
    • C04B41/00After-treatment of mortars, concrete, artificial stone or ceramics; Treatment of natural stone
    • C04B41/45Coating or impregnating, e.g. injection in masonry, partial coating of green or fired ceramics, organic coating compositions for adhering together two concrete elements
    • C04B41/4505Coating or impregnating, e.g. injection in masonry, partial coating of green or fired ceramics, organic coating compositions for adhering together two concrete elements characterised by the method of application
    • C04B41/4511Coating or impregnating, e.g. injection in masonry, partial coating of green or fired ceramics, organic coating compositions for adhering together two concrete elements characterised by the method of application using temporarily supports, e.g. decalcomania transfers or mould surfaces
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C04CEMENTS; CONCRETE; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES
    • C04BLIME, MAGNESIA; SLAG; CEMENTS; COMPOSITIONS THEREOF, e.g. MORTARS, CONCRETE OR LIKE BUILDING MATERIALS; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES; TREATMENT OF NATURAL STONE
    • C04B41/00After-treatment of mortars, concrete, artificial stone or ceramics; Treatment of natural stone
    • C04B41/45Coating or impregnating, e.g. injection in masonry, partial coating of green or fired ceramics, organic coating compositions for adhering together two concrete elements
    • C04B41/52Multiple coating or impregnating multiple coating or impregnating with the same composition or with compositions only differing in the concentration of the constituents, is classified as single coating or impregnation
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C04CEMENTS; CONCRETE; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES
    • C04BLIME, MAGNESIA; SLAG; CEMENTS; COMPOSITIONS THEREOF, e.g. MORTARS, CONCRETE OR LIKE BUILDING MATERIALS; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES; TREATMENT OF NATURAL STONE
    • C04B41/00After-treatment of mortars, concrete, artificial stone or ceramics; Treatment of natural stone
    • C04B41/80After-treatment of mortars, concrete, artificial stone or ceramics; Treatment of natural stone of only ceramics
    • C04B41/81Coating or impregnation

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Ceramic Engineering (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
  • Structural Engineering (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Decoration By Transfer Pictures (AREA)

Description

  • Verfahren zum Verzieren von Keramikware mittels Unterglasur-Abziehbilder In der keramischen Industrie werden zur Massendekorierung auf Porzellan, Steingut und Steinzeug Abziehbilder verwendet, die mit keramischen Farben unter Verwendung geeigneter Bindemittel auf Papiere mit Spezialpräparationen gedruckt werden.
  • Man kann die Abziehbilder direkt auf ein mit Gummiarabikum präpariertes sogenanntes Metapapier drucken, wobei zum übertragen auf den keramischen Scherben ein Abziehlack erforderlich ist. Man kann jedoch auch auf Hautpapier drucken. Hautpapier ist ein übertragungspapier, das mit einem Collodiumfilm ausgerüstet ist, der sich beim Befeuchten des Trägerpapiers von diesem abziehen läßt. Oder man kann schließlich die Bilder, wie im ersten Fall, auf ein mit Gummiarabikum gestrichenes Papier drucken und diese Drucke mit einem Speziallack überziehen, der dann als Träger für das aufgedruckte Muster dient und sich nach Durchfeuchtung des Trägerpapiers auch von diesem abziehen läßt.
  • Derartige Abziehbilder können sowohl als Unterglasur- als auch als Aufglasur-Abziehbilder gebraucht werden. Für Aufglasurzwecke wird der Lackfilm mit Bild nach dem Abziehen oder Abschieben von dem Trägerpapier auf den fertig glasierten Scherben aufgelegt und dann bei geeigneten Temperaturen eingebrannt. Für Unterglasur muß der auf den porösen Scherben aufgelegte Film mit Druckbild zunächst einem Verglühprozeß unterworfen werden, d. h., die organischen Substanzen des Bindemittels und des Lackfilmes müssen verbrannt werden, bevor man die Glasursuspension auftragen kann. Dies ist erforderlich, da Bindemittel und Lackfilm infolge ihrer hydrophoben Eigenschaften auf die wässerige Glasursuspension abstoßend wirken, so daß an den Stellen, welche mit Bildern dekoriert sind, keine Glasurmasse haftenbleibt. Sie bröckelt nach dem Trocknen wieder ab.
  • Bei einem anderen bekannten Verfahren, bei dem ebenfalls übliche Abziehbilder verwendet werden, müssen Scherben vor Aufbringung des Abziehbildes mit einer bestimmten Lösung bestrichen oder darin eingetaucht werden. Ferner ist auf dem aufgebrachten Abziehbild eine Haftschicht aus Dextrin notwendig, worin eine weitere Erschwernis dieses bekannten Verfahrens liegt. Darüber hinaus können Dextrinschichten auf einem Collodiumfilm nicht in zufriedenstellender Form zum Haften gebracht werden, sondern es liegt die Gefahr eines Abperlens der Dextrinschicht sehr nahe. Auch an eine automatische übertragung der Bilder auf die keramischen Scherben ist bei den bekannten Verfahren nicht zu denken. Ziel der Erfindung ist es nun, ein Verfahren zum Verzieren von Keramikware mittels Unterglasur-Abziehbildern zu schaffen, bei dem nur ein Brennprozeß notwendig ist und bei dem das sonst notwendige Verglühen des Lackfilmes des Bildes eingespart wird. Die erfindungsgemäß verwendeten Unterglasur-Abziehbilder sollen einen carboxylgruppenhaltigen Polyvinylfilm enthalten, der in Wasser löslich oder anquellbar ist.
  • Die erfindungsgemäßen Unterglasur-Abziehbilder verhalten sich nun entgegengesetzt wie die bekannten, da sie hydrophile Eigenschaften besitzen, d. h:, die feuchte Glasurmasse wird beim Auftragen auf die Abziehbilder nicht abgestoßen, so daß die Glasur auf diese Bilder direkt ohne einen vorherigen Verglühprozeß aufgetragen werden kann. Der Vorteil des neuen Verfahrens liegt in der Einsparung eines Arbeitsganges, da der Verglühprozeß entfällt, denn die organische Substanz des neuen Lackfilmes wird erst beim Einbrennen der Glasurmasse zerstört. Das neue Verfahren erfordert also zum Aufbringen von Dekor und Glasur nur einen Brennprozeß. Die Glasurmasse wird von den Stellen, welche mit den neuen Abziehbildern dekoriert sind, genauso gut aufgenommen wie auf den übrigen Teilen des nicht dekorierten Scherbens. Die Bilder zeigen nach dem Einbrennen am Rand keinen Absatz, sondern verfließen einwandfrei mit der darüber befindlichen Glasur.
  • Das erfindungsgemäße Verfahren zum Verzieren von Keramikwaren mittels Unterglasur-Abziehbildem ist nun dadurch gekennzeichnet, daß man auf einen mit einem wasserlöslichen Strich versehenen Träger in beliebiger Reihenfolge a) das Bild in keramischen Farben in an sich bekannter Weise mit Hilfe von Bindemitteln auf der Basis von Firnissen, trocknenden Ölen oder Lacken und b) einen Film aus carboxylgruppenhaltigen Polyvinylverbindungen aufbringt und, im Fall das keramische Bild die oberste Schicht darstellt, auf diese noch einen weiteren Film aus carboxylgruppenhaltigen Polyvinylverbindungen als Lackmaske aufbringt, das so erhaltene Unterglasur-Abziehbild auf den nicht glasierten keramischen Scherben aufbringt, den Scherben glasiert und diesen einem einzigen Brennprozeß unterwirft.
  • Es sind daher folgende Reihenfolgen der Schichten möglich: 1. Träger, Polyvinylfilm, keramisches Bild, Polyvinylfihn (Lackmaske).
  • Il. Träger, Polyvinylfilm, keramisches Bild. 111. Träger, keramisches Bild, Polyvinylfilm. Als Träger können die bekannten Papiere, die z. B. mit einem - Aufstrich von Gummiarabikum versehen sind (»Metapapiere«), sowie Textilien verwendet werden, soweit diese mit einem wasserlöslichen Strich versehen sind. Es können auch Kunststoffolien aus Vinylpolymerisaten, etwa aus Polyvinylchlorid, oder aus Cellulosederivaten, etwa aus Cellophan, sowie Folien aus Polyestern oder Epoxyharzen verwendet werden. Ein wasserlöslicher Trennstrich ist in diesem Falle nicht geeignet. Man verwendet zweckmäßiger einen in der Wärme schmelzenden Trennstrich auf der Basis von hydrophilen Wachsen, z. B. Polyäthylenglykol. Als wasserlöslicher Strich können solche aus Dextrin, Gummiarabikum oder auch aus Polyvinylalkohol verwendet werden.
  • Als Vinylpolymerisate für den Polyvinylfilm kommen Homopolymerisate, Mischpolymerisate oder Polymerisatgemische von carboxylgruppenhaltigen Vinylverbindungen in Frage. Solche carboxylgruppenhaltigen Vinylverbindungen sind z. B. Acrylsäure, Methacrylsäure, Maleinsäure usw. In den Mischpolymerisaten bzw. Polymerisatgemischen können noch andere mit den carboxylgruppenhaltigen Vinylverbindungen mischpolymerisierbare bzw. verträgliche Verbindungen enthalten sein, z. B. Polyacrylsäureester, Polymethacrylsäureester, Polyvinylchlorid, Polyvinylidenchlorid, Polyvinylacetat, Polyvinylalkyläther, Polyvinylacetale, Styrol usw. Bedingung ist nur, daß das Mischpolymerisat bzw. Polymerisatgeinisch in Wasser löslich oder quellbar bzw. wenigstens in verdünnten alkalischen Lösungen anquellbar ist. Für den als Lackmaske dienenden obersten Film kann ein Homopolymerisat, Mischpolymerisat oder Polymerisatgemisch der gleichen Zusammensetzung verwendet werden. Die Filme können als Lösungen oder Dispersionen durch Siebdruck oder Aufrakeln usw. aufgebracht werden. Als Lösungs- und Dispersionsmittel können z. B. Alkohole, Glykole, Kohlenwasserstoff, Ketone, Äther, Ester und Wasser verwendet werden.
  • Das Aufbringen des keramischen Bildes erfolgt im Siebdruck, Steindruck oder einer sonstigen Druckart in an sich bekannter Weise, wobei als Bindemittel Druckfirnis, Drucköle oder sonstige Bindemittel auf Lackbasis verwendet werden können. Als keramische Farben und Bindemittel können alle üblicherweise für derartige Abziehbilder verwendeten Produkte Anwendung finden, als Farbstoffe z. B. Oxyde und Silikate, und als Bindemittel z. B. solche auf Basis von ungesättigten (Ölen, Celluloseäthern, Celluloseestern, höheren Kohlenwasserstoffen usw.; als Bindemittel sind auch carboxylgruppenhaltige Polyvinylverbindungen geeignet.
  • Das fertige Bild kann nach Befeuchten des Trägerpapiers von diesem abgezogen und auf den porösen, nicht glasierten keramischen Scherben übertragen werden.
  • Um nun ein einwandfreies Haften auf dem porösen, nicht glasierten Scherben zu ermöglichen, wird der Polyvinylfilm vor dem Aufbringen auf den Scherben zweckmäßigerweise »aktiviert«, indem er in einer leicht alkalischen Lösung, z. B. in einer l"/oigen Sodalösung angequollen wird, wobei der Film unter Bildung des Natriumsalzes der Säuren klebrig wird, so daß er gut auf dem Scherben klebt und auch beim Trocknen nicht wieder abfällt. Diese Aktivierung des Films kann ganz allgemein mit wässerigen Lösungen von Alkalihydroxyden, Alkalicarbonaten, Ammoniak, organischen Aminen, wie z. B. Triäthanolamin, und anderen alkalisch wirkenden Verbindungen durchgeführt werden.
  • Man kann ein Anquellen des Filmes auch durch Eintauchen in geeignete Lösungsmittel, z. B. Alkoholen, wie Methanol, Äthanol usw., Ketonen, wie z. B. Aceton, Äthern, wie Diäthyläther, Dibutyläther usw., erreichen. Es kann jedoch auch ohne eine Aktivierung ein gutes Haften erzielt werden.
  • Man läßt den vom Träger abgezogenen Film mit Druckbild auf dem Scherben antrocknen und kann jetzt in der üblichen Art durch Tauchen oder Spritzen eine Glasursuspension auftragen. Nach dem Verdunsten des Wassers wird der Scherben in der üblichen Art in einem Muffelofen bei Temperaturen von 1000 bis 1200°C gebrannt. Die organische Substanz des Polyvinylfilmes depolymerisiert beim Erhitzen auf etwa 400° C und verdampft bei weiterem Erhitzen auf 500° C, d. h. bei Temperaturen unterhalb des Sinterungspunktes der Glasurmasse, so daß der Dampf durch die Poren der Glasurmasse noch entweichen kann, ohne sie zu beschädigen, d. h. ohne daß sie sich vom Scherben abhebt oder rissig wird.
  • Die folgenden Beispiele dienen zur Veranschaulichung der Erfindung, ohne sie zu beschränken. Beispiel 1 5 kg Polymethacrylsäure (niedrigviskose Qualität) werden in 951 Wasser suspendiert und dann 31 25o/oiges Ammoniak zugegeben. Die erhaltene Lösung wird mittels einer Rakel auf ein mit Gummiarabikum präpariertes Papier aufgebracht. Nach dem Trocknen wird der Film zur Härtung leicht mit einer 5o/oigen Lösung von Aluminiumsulfat übersprüht und wieder getrocknet. Der vorbereitete Film des polymethacrylsauren Ammoniums wird nun in bekannter Weise mit keramischen Farben bedruckt. Zur übertragung des Filmes auf den keramischen Gegenstand werden Papier und Film mit Wasser angefeuchtet und das Papier mit der Filmseite auf den keramischen Gegenstand gelegt. Nachdem der Film sich an den porösen Scherben angesaugt hat, wird das Träger-Papier abgezogen. Eine Aktivierung in einem besonderen Arbeitsgang ist in diesem Fall nicht erforder- ]ich. Nach einem üblichen Brennvorgang wird ein ausgezeichnetes Unterglasurbild erhalten.
  • Statt der Polymethacrylsäure kann für den Polyvinylfilm auch ein Mischpolymerisat aus 901/o Methacrylsäure mit 10'% Vinylacetat verwendet werden, ebenso ein Homopolymerisat aus Acrylsäure. Beispiel 2 Es wird eine Lackmischung nach folgender Rezeptur hergestellt: 18 kg Mischpolymerisat aus 35 % Methaerylsäure + 65 % Methacrylsäuremethylester, 61,5 kg Äthylglykol, 20,5 kg Tetrafin, 35,7 kg Polyvinylmethyläther (K = 40), 70%ig in Toluol gelöst. Diese Lacklösung wird auf ein mit Dextrin bestrichenes Trägerpapier im Siebdruck aufgebracht, wobei eine feine Seidengaze mit 100 Maschen je Quadratzentimeter verwendet wird. Auf diesen Film wird ein Bild aus keramischen, einbrennbaren Farben in der üblichen Weise entweder im Siebdruck oder im Flachdruck aufgebracht.
  • Nach dem Trocknen kann das Bild nunmehr auf einen nicht glasierten keramischen Scherben übertragen werden. Dazu wird das Bild mit dem Trägerpapier zwecks Aktivierung 10 bis 15 Sekunden in eine 0,2%ige wässerige Triäthanolaminlösung eingetaucht. Das nunmehr angequollene Bild wird auf einen Scherben aufgelegt, wobei der poröse Scherben das Bild ansaugt, so daß es nach kurzfristigem Andrücken festhaftet. Anschließend wird das Trägerpapier abgezogen. Nun wird das Bild getrocknet und der Scherben dann in üblicher Weise in die Glasurmasse eingetaucht oder diese durch Äufspritzen auf den Scherben aufgebracht. Man läßt nun die Glasurmasse trocknen und gibt anschließend den glasierten Scherben in den Brennofen. Das Einbrennen geschieht bei einer Temperatur von 1100° C. Beispiel 3 Es wird eine Lackmischung gemäß Beispiel 2 hergestellt, wie dort beschrieben auf einen Träger, der hier aus einem feinen dichten Baumwollgewebe bestand, das mit Gummiarabikum bestrichen war, aufgebracht und ebenfalls, wie im Beispiel 2 beschrieben, das keramische Bild aufgebracht.
  • Auf dieses Bild wird ein weiterer Film im Siebdruck als Lackmaske aufgebracht. Für diesen Film wird die gleiche Lackmischung verwendet wie für den unter dem keramischen Bild liegenden Film. Die weitere Verarbeitung erfolgt, wie im Beispiel 2 beschrieben, wobei ebenfalls ein ausgezeichnetes Ergebnis erzielt wird.
  • Das obige Verfahren kann auch so modifiziert werden, daß eine Aktivierung mit einer Äthanol-Wasser-Mischung angewendet wird. Dabei werden gleich gute Ergebnisse erzielt. Ebenso kann als Träger ein mit einem Gummiarabikumanstrich versehenes Papier verwendet werden. Beispiel 4 Es wird eine Lackmischung gemäß Beispiel 2 verwendet und diese, wie dort beschrieben, auf einen Träger, der aus einer mit ?olyäthylenglykol (Schmelzpunkt 65° C) bestrichenen Polyvinylchloridfolie bestand und auf dem das keramische Bild z. B. mittels Siebdruck aufgebracht worden war, aufgebracht. Die Aufbringung auf den nicht glasierten keramischen Scherben sowie die weitere Verarbeitung erfolgt, wie im Beispiel 2 beschrieben, wobei ebenfalls ein ausgezeichnetes Ergebnis erzielt wird. Beispiel 5 Auf ein mit Gummiarabikum bestrichenes Papier, ein sogenanntes Metapapier, wird ein keramisches Bild aufgedruckt und auf dieses Bild aus einer Lösung von 20 kg Polyacrylsäure in einer Mischung aus 40 kg Äthanol und 40 kg Propanol im Siebdruck ein Film aufgebracht. Das fertige Bild mit Film wird nun vom Papier abgezogen, durch Eintauchen in eine 1a/oige Sodalösung aktiviert und dann auf den zu dekorierenden Scherben aufgebracht, worauf die Glassuspension aufgespritzt wird. Durch ein einmaliges übliches Brennen wird ein ausgezeichnetes Unterglasurbild erhalten.
  • Statt des genannten Homopolymerisats der Polyacrylsäure können für den Polyvinylfilm auch Mischpolymerisate der Acrylsäure mit 10, 25 oder 35 0/0 Vinylchlorid verwendet werden, wobei gleich gute Ergebnisse erzielt werden. Beispiel 6 Es wird eine Lösung eines Mischpolymerisates aus Maleinsäureanhydrid, Vinylacetat und Vinylchlorid (Säurezahl = 12) in einem Estergemisch mittels einer Rakel auf ein mit Gummiarabikum gestrichenes Trägerpapier aufgebracht und dann im Siebdruck ein keramisches Bild aufgebracht. Das Papier wird dann entfernt und das Bild in einer 1o/oigen wässerigen Alkalicarbonatlösung unter Zusatz von 20 %- Aceton aktiviert und dann auf den nicht glasierten Scherben aufgebracht. Nach dem Brennen in üblicher Weise wird ein ausgezeichnetes Unterglasurbild erhalten. Beispiel 7 Ein Duplexpapier, das aus einem dickeren Trägerpapier und aus einem dünneren Seidenpapier besteht und das auf dem Seidenpapier mit einer dünnen Gummiarabikumpräparation ausgerüstet ist, wird im Siebdruck zuerst mit einer Maske aus Lack A versehen. Nach dem Trocknen des Lackes wird in mehreren Farben ebenfalls im Siebdruck ein Bild aufgebracht, wobei die keramischen Pigmente mit der Kunststofflösung B im Verhältnis von 3 Teilen Farbe auf 1 Teil Kunststofflösung angeteigt werden. Nach dem Trocknen des Bildes wird eine weitere Lackmaske im Siebdruck aufgebracht unter Verwendung der Kunststofflösung C. Nachdem die verschiedenen Lackschichten einwandfrei durchgetrocknet sind, kann das Bild nunmehr auf den keramischen Scherben übertragen werden, wobei man zunächst das Seidenpapier vom Trägerpapier abtrennt. Das Bild wird dann durch Eintauchen in eine Aktivatorlösung, die aus 1 Teil Alkohol und 1 Teil Wasser besteht, klebrig gemacht und kann so auf den porösen keramischen Scherben aufgelegt werden. Nach dem Antrocknen des Bildes auf dem keramischen Scherben wird das Seidenpapier leicht mit Wasser angefeuchtet und dann abgetrennt, wobei das Bild auf dem Scherben haftenbleibt. Es kann nunmehr, ohne daß man vorher die Lacksubstanz verbrennt, direkt mit einer Glasurmasse überzogen werden. Nach dem Antrocknen der Glasurmasse wird der keramische Scherben bei einer Temperatur von 1000° C gebrannt.
  • Die Zusammensetzung der verwendeten Lack- bzw. Kunststofflösungen lautet wie folgt: Kunststofflösung A (Lack A) 18 g Rohagit S 3, ein carboxylgruppenhaltiges Polymethacrylat, 61,5 g Athylglykol, 20,5 g Tetralin, 35,7 g Lutanol M 40, gelöst 70o/oig in Toluol, ein mittelviskoser Polyvinyhnethyläther. Die beiden Kunststoffe werden in Äthylglykol und Tetrahn zum Auflösen gebracht. Kunststofflösung B (Lack B) 15 g Plexigum 7613, ein carboxylgruppenhaltiges Polymethacrylat, 35 g Glykolsäurebutylester; 7 g Tetralin. Der Kunststoff wird in den beiden Lösungsmitteln aufgelöst.
  • Kunststofflösung C (Lack C) 26 g Mowilith Ct 5, ein carboxylgruppenhaltiger Polyester auf Crotonsäurebasis, 12 g Butylacetat, 12 g Butylglykolacetat, 36 g Glykolsäurebutylester. Beispiel 8 Als Träger für diese Ausführung wird ein mit einer Polygykolpräparation ausgerüstetes Papier verwendet. Auf dieses Papier wird zuerst eine Lackmaske mit Kunststofflösung C aufgebracht. Nach dem Trocknen derselben erfolgt im Siebdruck das Aufbringen eines mehrfarbigen Bildes, wobei die keramischen Pigmente jeweils mit der Lösung des Lackes B im Verhältnis von 3 Teilen Pigment auf 1 Teil Lack angeteigt werden. Nachdem das Bild gut durchgetrocknet ist, wird es noch mit einer Maske aus der Kunststofflösung C überzogen. Das Übertragen des Bildes auf den porösen keramischen Scherben erfolgt hier in der Wärme, und zwar bei einer Temperatur von 140 bis 150° C. Der Scherben wird zunächst auf diese Temperatur vorgewärmt, dann preßt man das Bild auf und zieht anschließend das Trägerpapier ab, während das Bild infolge seiner thermoplastischen Eigenschaften auf dem Scherben haftenbleibt. Die Polyglykolschicht des Papiers, die bereits bei 80° C schmilzt, fungiert bei diesem Bild als Trennschicht. Das auf den Scherben übertragene Bild kann nun direkt mit einer wässerigen Glasurmasse überzogen werden. Nach dem Glasieren und dem Antrocknen der Glasurmasse werden die Scherben bei der Temperatur von 1100° C gebrannt. Die Zusammensetzung der verwendeten Kunststoff- bzw. Lacklösungen ist dieselbe wie unter Beispiel 7.

Claims (6)

  1. PATENTANSPRÜCHE: 1. Verfahren zum Verzieren von Keramikwaren mittels Unterglasur-Abziehbildern, dadurch gekennzeichnet, daß man auf einen mit einem wasserlöslichen Strich versehenen Träger in beliebiger Reihenfolge a) das Bild in keramischen Farben in an sich bekannter Weise mit Hilfe von Bindemitteln auf der Basis von Firnissen, trocknenden Ölen oder Lacken und b) einen Film aus carboxylgruppenhaltigen Polyvinylverbindungen aufbringt und im Fall, daß das keramische Bild die oberste Schicht darstellt, auf diese noch einen weiteren Film aus carboxylgruppenhaltigen Polyvinylverbindungen als Lackmaske aufbringt, das so erhaltene Unterglasur-Abziehbild auf den nicht glasierten keramischen Scherben aufbringt, den Scherben glasiert und diesen einem einzigen Brennprozeß unterwirft.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Träger ein mit einem Gummiarabikumstrich versehenes Papier ist.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß als Polyvinylfilm ein Film verwendet wird, der ein Polymerisat, Mischpolymerisat oder Polymerisatgemisch aus Acrylsäure, Methacrylsäure oder Maleinsäureanhydrid enthält.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Polyvinylfilm als Lösung oder Dispersion durch Siebdruck oder Aufrakeln aufgebracht wird.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Bindemittel für die keramischen Farben hydrophil ist.
  6. 6. Verfahren nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Abziehbild vor dem Übertragen auf den keramischen Scherben durch Eintauchen in eine alkalische Lösung oder in ein organisches Lösungsmittel aktiviert wird. In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Patentschrift Nr. 107 221; USA.-Patentschriften Nr. 2 970 076, 2 700 008.
DEB44175A 1957-04-04 1957-04-04 Verfahren zum Verzieren von Keramikware mittels Unterglasur-Abziehbilder Pending DE1155051B (de)

Priority Applications (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DEB44175A DE1155051B (de) 1957-04-04 1957-04-04 Verfahren zum Verzieren von Keramikware mittels Unterglasur-Abziehbilder

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DEB44175A DE1155051B (de) 1957-04-04 1957-04-04 Verfahren zum Verzieren von Keramikware mittels Unterglasur-Abziehbilder

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE1155051B true DE1155051B (de) 1963-09-26

Family

ID=6967258

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DEB44175A Pending DE1155051B (de) 1957-04-04 1957-04-04 Verfahren zum Verzieren von Keramikware mittels Unterglasur-Abziehbilder

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE1155051B (de)

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1218925B (de) * 1961-12-04 1966-06-08 Albrecht J Fa Verfahren zur Herstellung der Dekoration von Porzellan, Glas, Steingut u. dgl.

Citations (3)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE107221C (de) *
US2700008A (en) * 1952-03-17 1955-01-18 Gladdmg Mcbean & Co Manufacture of decorated china
US2970076A (en) * 1957-01-14 1961-01-31 Meyercord Co Vitreous decalcomania and method of decorating ceramic articles

Patent Citations (3)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE107221C (de) *
US2700008A (en) * 1952-03-17 1955-01-18 Gladdmg Mcbean & Co Manufacture of decorated china
US2970076A (en) * 1957-01-14 1961-01-31 Meyercord Co Vitreous decalcomania and method of decorating ceramic articles

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1218925B (de) * 1961-12-04 1966-06-08 Albrecht J Fa Verfahren zur Herstellung der Dekoration von Porzellan, Glas, Steingut u. dgl.

Similar Documents

Publication Publication Date Title
EP0121179B1 (de) Träger für Abzieh- oder Abschiebebilder
DE1193856B (de) Glasfarben-Abziehbilder
DE1219843B (de) Verfahren zum Dekorieren von nichtglasierten Rohscherben unter Verwendung keramischer Schiebebilder
DE1571387B1 (de) Abziehbild zur Aufbringung von Dekors
DE1155051B (de) Verfahren zum Verzieren von Keramikware mittels Unterglasur-Abziehbilder
AT225206B (de) Glasartiges Abziehbild und Verfahren zu seiner Herstellung
DE1947906A1 (de) Verfahren zur Herstellung von dekorierter keramischer Ware
EP0166184B1 (de) Verfahren zum Dekorieren von Tonwaren mit Dekorbildern
DE19533189C2 (de) Wässrige Acrylat-Copolymerisat-Dispersion enthaltender Siebdrucklack und dessen Verwendung
DE19851206C2 (de) Verfahren zur Herstellung farbiger keramischer Dekore mit Reliefstruktur
DE2710900A1 (de) Verfahren zum aufbringen von farbmittelschichten auf einen traeger
DE1571432C (de) Verfahren zum Dekorieren von Keramik ware und Abziehbilder zur Durchfuhrung des Verfahres
DE1646007C (de) Verfahren zum Aufbringen von BiI dem auf heiße Werkstucke aus Glas oder Keramik
DE2614404A1 (de) Verfahren zum uebertragen eines musters
DE2141336A1 (de) Verfahren zum herstellen von unterglasur-dekorationen auf porzellan, keramik, steingut, email u. ae
DE1571387C2 (de) Abziehbild zur Aufbringung von Dekors
DE4219743C1 (en) Solvent-free screen printing lacquer for ceramic transfers - contains aq. butyl methacrylate] homo- or co-polymer dispersion with specified solids content and has low film forming temp.
DE1236995C2 (de) Heiss auftragbares keramisches abziehbild
DE3330831C2 (de)
DE1080444B (de) Abziehbilder fuer Keramik-Ware
DE2435558C3 (de) Organische Anpastmasse für keramische Siebdruckfarben
DE2545622A1 (de) Mehrschichtiges abziehbilderpapier zum auftrag von druckbildern auf einbrennfaehige werkstuecke oder auf kunststoffgegenstaende
DE161838C (de)
DE2029673A1 (en) Decorating china and ceramics - applying methylcellulose -contg fixative to glazed article before applying picture
JPH0741755B2 (ja) ガラス質またはセラミツク質表面を有する基材への絵付け方法