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Photographische Kamera mit wahlweise automatischer und manueller Belichtungseinstellung
Die Erfindung betrifft eine photographische Kamera mit eingebautem Belichtungsmesser
und einem von Hand betätigbaren Umsteller, mit dessen Hilfe die Kamera wahlweise
auf automatische oder manuelle Belichtungseinstellung umschaltbar ist.
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Aufgabe der Erfindung ist es, eine Kamera vorstehender Gattung zu
schaffen, welche eine restlose Ausnutzung des eingebauten Belichtungsmessers ermöglicht
und bei unverwickelter und teilesparender Bauweise ein Höchstmaß an Übersichtlichkeit
und Sicherheit sowie an Bedienungseinfachheit sowohl bei automatischer als auch
bei manueller Betriebsweise gewährleistet.
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Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung dadurch gelöst, daß am Belichtungsmesser
ein mit zwei Skalenfeldern versehenes Anzeigeorgan angeordnet und diesem eine durch
den Umsteller in ihrer Lage beeinflußbare, beispielsweise als Schieber oder Drehscheibe
ausgebildete Abdeckfahne zugeordnet sowie derart einstellbar ist, daß bei automatischer
Belichtungseinstellung der Kamera das eine Skalenfeld, bei manueller Belichtungseinstellung
dagegen das andere Skalenfeld zur Sicht freigegeben wird.
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Auf vorstehende Weise ist ein Optimum an Ausnutzung des eingebauten
Belichtungsmessers erreicht, da dieser außer seiner Regelfunktion bei Automatik-Einstellung
nunmehr sowohl bei automatischer als auch bei manueller Betriebsweise der Kamera
zur Anzeige der herrschenden Beleuchtungsverhältnisse herangezogen wird. Außerdem
ist mit relativ einfachen Mitteln erzielt, daß entsprechend der Einstellung der
Kamera auf die gewünschte Betriebsart jeweils das für letztere optimal geeignete
Skalenfeld sichtbar wird. Beispielsweise kann bei automatischer Belichtungseinstellung
der Kamera durch eine in Abhängigkeit von den Beleuchtungsverhältnissen stehende
Grün-Rot-Farbfeldanzeige eine Ja-Nein-Aussage bezüglich der Zulässigkeit einer Aufnahme
erfolgen, während bei manueller Belichtungseinstellung der Kamera eine geeignete
Zahlenskala die Beleuchtungsverhältnisse übersichtlich und genau zeigen kann. Von
besonderer Bedeutung ist hierbei, daß zwecks Vermeidung von Irrtümern immer nur
das der eingestellten Betriebsart zugeordnete Skalen-oder Anzeigefeld zur Sicht
freigegeben ist, woraus sich ein Höchstmaß an Bedienungsübersichtlichkeit und -sicherheit
ergibt.
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Zur Erzielung einer guten Übersichtlichkeit kann das der manuellen
Belichtungseinstellung zugeordnete Skalenfeld mit einer an sich bekannten Belichtungswertskala
versehen sein, und ferner kann am Einsteller für die Belichtungszeit eine identische
Belichtungswertskala und am Einsteller für die Blende eine Einstellmarke hierfür
angeordnet sein, oder umgekehrt. Hiermit sind günstige Voraussetzungen dafür geschaffen,
daß der Photographierende auch bei manueller Betriebsweise der Kamera eine Einstellung
derselben mit Hilfe des Belichtungsmessers ohne wesentliche Gedankenarbeit vornehmen
kann.
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Eine vorteilhafte und zweckmäßige Weiterbildung der Erfindung kann
darin bestehen, daß bei Umstellung der Kamera von automatischer auf manuelle Belichtungseinstellung
eine zwischen den zwei Einstellern für Belichtungszeit und Blende vorgesehene lösbare
Kupplung wirksam wird. Diese Einrichtung gestattet es dem Photographierenden, durch
Betätigen eines einzigen Einstellers ein bestimmtes, dem jeweiligen Belichtungswert
zugeordnetes Zeit-Blenden-Paar bequem auszuwählen.
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Eine besonders bedienungsgünstige sowie aufwandsparende Ausführungsform
der erfindungsgemäßen Kamera ergibt sich ferner dadurch, daß als Umsteller zur wahlweisen
Einstellung der Kamera auf die gewünschte Art der Belichtungseinstellung einer der
Einsteller für Belichtungszeit und Blende dient.
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Einzelheiten der Erfindung sind aus der nachstehenden Beschreibung
und der Zeichnung ersichtlich, die zwei Ausführungsbeispiele einer wahlweise auf
automatische und manuelle Belichtungseinstellung umschaltbaren photographischen
Kamera veranschaulicht, deren Objektivverschluß mit einer Einrichtung zur Steuerung
der Belichtungszeit und Blende nach einem vorbestimmten Programm ausgestattet ist.
Es zeigt
Fig.1 die photographische Kamera in schematischer Darstellung
und in Draufsicht, wobei die vom Belichtungsmesser registrierten und von einem Skalenfeld
angezeigten Beleuchtungsverhältnisse in das Sucherobjektiv eingespiegelt werden.
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Fig. 2 eine teilweise Ansicht der photographischen Kamera mit im Querschnitt
dargestelltem Gehäuse bei manueller Belichtungseinstellung der Kamera, Fig. 3 die
Kamera bei automatischer Belichtungseinstellung, Fig. 4 ein Sucherbild, wie es bei
manueller Belichtungseinstellung der Kamera gemäß Fig, 2 erscheint, Fig. 5 ein Sucherbild
bei -automatischer Belichtungseinstellung der Kamera nach Fig. 3 mit eingespiegeltem
Farbfeld, Fig. 6 und Z eine weitere Ausführungsart der Belichtungsanzeige im Sucher,
wobei je nach Stellung des Umschalters entweder ein Zeit-Blenden-Paar oder ein Belichtungswert
im Sucherbild sichtbar wird, Fig.8 einen Schnitt durch die Halterungs- und Verschiebeeinrichtung
der mit dem Anzeigeorgan des Belichtungsmessers zusammenwirkenden Abdeckfahne gemäß
der in Fig. 1 eingezeichneten Schnittlinie I-1, Fig. 9 eine Abwicklung der Einstellringe
für Belichtungszeit und Blende, Fig. 10 und 11 eine teilweise Draufsicht auf eine
photographische Kamera bei manueller und bei automatischer Belichtungseinstellung
in Verbindung mit einer anderen Ausführungsform des dem Belichtungsmesser zugeordneten
Anzeigeorgans, wobei die vom Belichtungsmesser registrierten Beleuchtungsverhältnisse
je nach Art der Stellung des Umschalters der Kamera in einem Fenster des Kameragehäuses
ablesbar sind, Fig. 12 eine schematische Darstellung einer mit dem Anzeigeorgan
ausgestatteten photographischen Kamera in Draufsicht, die zusätzlich mit einer auf
die Photozelle einwirkenden Abschattungseinrichtung zur Berücksichtigung -der Empfindlichkeit
des verwendeten Films ausgestattet ist, Fig.13 die bei manueller Belichtungseinstellung
wirksam werdende Kupplung zwischen den Einstellern:-für Belichtungszeit und Blende.
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In der Zeichnung ist mit 1 das Gehäuse einer photographischen Kamera
bezeichnet, das an seiner Vorderseite eine Frontplatte 1 a aufweist. Diese trägt
den mit -einem Objektiv sowie einer Belichtungszeit-und Blendeneinstellvorrichtung
versehenen Verschluß 2, an dem koaxial zur Objektivachse ein Entfernungseinsteller
3; ferner ein Einsteller 4 für Belichtungszeit und ein Einsteller 5 für die Blende
drehbar gelagert sind. Der mit einer Griffrändelung 3 a versehene Entfernungseinsteller
3 ist mit seiner Entfernungsskala 3 b gegenüber einer ortsfesten Marke 3 c einstellbar;
während die ebenfalls mit einer Griffrändelung 4 b bzw. mit zwei sich diametral
gegenüberliegenden'Griffstücken 5 b versehenen Einsteller 4 und 5 für Belichtungszeit
und Blende zum Zwecke der Einstellung -der Kamera von Hand mit einer an den 'Ringen-
angeordneten Belichtungszeitskala 4 c bzw. Blendenskala -5-c und einer an-- der
ortsfesten Frontplatte -1 a - angebrachten Marke 1 b versehen sind. Außer der' Belichtungszeitskala
4 c trägt der Einsteller 4ä -Wie insbesondere aus Fig. 9 ersichtlich, noch eine
Belichtungswertskala 4 d, der eine auf dem Blendeneinsteller 5 angebrachte Einstellmarke
.5 d zugeordnet ist. An Stelle des Belichtungszeiteinstellers 4 könnte auch der
Blendeneinsteller 5 die Belichtungswertskala 4 d und demgemäß der Belichtungszeiteinsteller
die Marke 5 d tragen. Zur wahlweisen Durchführung von Aufnahmen entweder
mit automatischer oder manueller Belichtungseinstellung der Kamera ist jeder der
beiden von Hand betätigbaren Einsteller 4 und 5 für Belichtungszeit und Blende mit
einer durch die Bezeichnung »Auto« näher gekennzeichneten Marke 8, 9 versehen. Diese
Marken sind, wenn die Kamera mit automatischer Belichtungseinstellung arbeiten soll,
mit der ortsfesten Marke 1 b der Frontplatte 1 a in Koinzidenz zu bringen,
während zum Zwecke der manuellen Belichtungseinstellung die Skalenwerte 4 c und
5 c der Einsteller 4 und 5 für Belichtungszeit und Blende auf der ortsfesten Marke
1 b einzustellen sind.
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Wie aus der Zeichnung ferner ersichtlich, ist mit 12 das Wabenfenster
eines im wesentlichen aus der Drehspule 13 und den beiden Magneten 14 und 15 sowie
einer nicht weiter dargestellten Photozelle gebildeten Belichtungsmessers bezeichnet,
der zweckmäßig so in das Kameragehäuse 1 eingebaut ist, daß seine die Drehspule
13 tragende Welle 16 senkrecht zur oberen Seitenwand des Kameragehäuses verläuft.
Dabei sind die beweglichen Teile des Belichtungsmessers 12 .bis
16 bei automatischer Belichtungseinstellung der Kamera mit den im Verschluß
angeordneten, der Einstellung von Belichtungszeit und Blende dienenden Organen in
an sich bekannter Weise -miteinander verbunden, derart,: daß sich die Kamera in
Abhängigkeit von der Beleuchtungsstärke bei Betätigen des Auslösers selbst einstellt.
Diese Verbindung des Belichtungsmessers mit den Einstellorganen für Belichtungszeit
und Blende ist jedoch nicht Gegenstand der Erfindung, ebensowenig wie die der Einstellung
von Belichtungszeit und Blende dienenden Organe, welche im Bereich der manuellen
Belichtungseinstellung der Kamera wirksam werden.
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Gemäß der Erfindung ist zwecks Erzielung einer bestmöglichen Ausnutzung
des Belichtungsmessers bei größtmöglichster Bedienungsübersichtlichkeit und -sicherheit
sowie Vereinfachung in der Handhabung der wahlweise auf automatische oder manuelle
Belichtungseinstellung umschaltbaren Kamera am Belichtungsmesser 12 bis 16 ein mit
zwei Skalenfeldern 18 und 19 versehenes Anzeigeorgan 20 angeordnet, dem eine beispielsweise
als Schieber oder Drehscheibe ausgebildete, entweder durch einen besonderen Steller
oder durch die Steller 4 und 5 für Behchtungszeit und Blende in ihrer Lage beeinflußbare
Abdeckfahne 21 zugeordnet sowie derart einstellbar ist, daß bei automatischer Belichtungseinstellung
der Kamera das eine Skalenfeld 18, bei manueller Belichtungseinstellung dagegen
das andere Skalenfeld 19 zur Sicht freigegeben wird.
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Nach dem in Fig. 1 bis 3 gezeigten Ausführungsbeispiel kann das mit
der Drehspulwelle 16 drehfest verbundene _-Anzeigeorgan 20 beispielsweise aus einem
segmentartigen, zweckmäßig aus transparentem Material hergestellten Plättchen gebildet
sein, dessen bogenförmige Randzone eine rechtwinklige Abkantung 20 a besitzt.
An Stelle der Abkantung 20 a könnte bei Verwendung eines metallischen Plättchens
auch ein besonderer Randstreifen aus transparentem Material angeordnet sein, der
in einem rechten Winkel zu dem Plättchen stehend mit diesem verbunden ist.
Dieses
aus einem Randstreifen oder einer Abkantung bestehende bogenförmige Flächengebilde
20a ist durch eine in Längsrichtung verlaufende Markierungslinie 20 b in zwei Skalenfelder
18 und 19 unterteilt. Beim Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 1 bis 3 ist das obere
Skalenfeld 19 erfindungsgemäß und in Übereinstimmung mit der Belichtungswertskala
4 d des Stellers 4 für die Belichtungszeit mit einer die gleichen Belichtungswerte
aufweisenden Skala 19a versehen, während das untere Skalenfeld 18 durch unterschiedliche
Färbung in zwei Teilabschnitte 18 a und 18 b unterteilt ist. Hierbei könnte z. B.
in Fig. 2 und 3 der linke Abschnitt 18a des Skalenfeldes 18 eine grüne Färbung,
der rechte, in der Zeichnung durch punktierte Linien gekennzeichnete Abschnitt 18b
eine rote Färbung erhalten.
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Mit dem Anzeigeorgan 20 arbeitet, wie bereits angedeutet, eine Abdeckfahne
21 zusammen. Diese ist beim Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 1 bis 3 schieberartig
ausgebildet und gegenüber den Skalenfeldern 18 und 19 so einstellbar, daß je nach
der Einstellung des Umschalters entweder das untere oder das obere Skalenfeld 18
bzw. 19 in den Bereich eines in der Abdeckfahne 21 vorgesehenen Fensters 21 a zu
liegen kommt. Zur Halterung und Verschiebung der Abdeckfahne 21 dient, wie insbesondere
aus Fig. 2 und 3 ersichtlich, ein Arm 22, der mit einer parallel zur vorderen Seitenwand
des Kameragehäuses 1 bewegbaren Schiebestange 23 fest verbunden ist. Die Schiebestange
23 ihrerseits kann mittels einer Kulissenführung 24, 25 an einem am Kameragehäuse
1 befestigten Haltebügel 26 verschiebbar gelagert sein. Eine sich einenends am Haltebügel
26, anderenends an einem Stift 23 a der Schiebestange 23 abstützende Feder 27 ist
dazu vorgesehen, die Schiebestange 23 in die Lage zu bringen, in der das obere Skalenfeld
19 im Bereich des Fensters 21a der Abdeckfahne 21 liegt. Zur Einstellung der Abdeckfahne
21 ist an der Schiebestange 23, zweckmäßig an ihrem unteren Ende, eine Schräge 28
angeordnet, die sich in der Bewegungsbahn eines am Umsteller bzw. an den Einstellern
4 und 5 für Belichtungszeit und Blende befestigten Mitnehmerstiftes 30 befindet.
Dabei ist die Anordnung so getroffen, daß der Mitnehmerstift 30, wie in Fig. GO
gezeigt, auf die Schräge 28 aufläuft und die Schiebestange 23 und damit die Abdeckfahne
21 entgegen der Wirkung der Feder 27 aus der oberen in die untere Lage bewegt, sobald
der oder die zur Herbeiführung der gewünschten Belichtungsart zu betätigenden Umsteller
mit ihrer durch die Bezeichnung »Auto« näher gekennzeichneten Marke 8, 9 mit der
ortsfesten Marke 1 b der Frontplatte 1 a in Deckung gebracht werden. Die Anzeige
der Beleuchtungsverhältnisse erfolgt somit bei automatischer Belichtungseinstellung
der Kamera durch das untere Skalenfeld 18, während das obere, mit der Belichtungswertskala
19 a versehene Skalenfeld 19 der Anzeige bei manueller Belichtungseinstellung der
Kamera dient.
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Zum Ablesen des zusammen mit dem Belichtungsmesser 14 bis 16 in das
Kameragehäuse 1 eingebauten Anzeigeorgans 20 ist beim Ausführungsbeispiel
gemäß Fig. 1 bis 3 an der Vorderseite des Kameragehäuses ein Lichteinfallfenster
31 angebracht, dem ein im Innern des Gehäuses befestigter Spiegel 32 zugeordnet
ist. Die Anordnung des Spiegels 32 ist hierbei so getroffen, daß die einfallenden
Lichtstrahlen zunächst umgelenkt werden, um im Bereich der Abdeckfahne 21 auf das
Anzeigeorgan 20 aufzutreffen. In Ergänzung dieser Einrichtung ist ein im Strahlengang
des Sucherobjektivs 33, 34 liegendes Umlenkprisma 35 vorgesehen, das die durch das
Fenster 21a der Abdeckfahne 21 hindurchtretenden Lichtstrahlen auffängt und unmittelbar
in das Bild des Sucherobjektivs einspiegelt. Je nach Einstellung der Kamera erscheint
dann, wie in Fig.4 und 5 gezeigt, ein Sucherbild, und zwar entweder über dem Leuchtrahmensucher
34a ein bestimmter Belichtungswert des Skalenfeldes 19 oder aber innerhalb des Leuchtrahmensuchers
34a eine bestimmte Färbung des Skalenfeldes 18, wobei beispielsweise die Farbe Grün
aufzeigt, daß eine Aufnahme bei den vorliegenden Belichtungsverhältnissen möglich
ist, während die Farbe Rot als ein Zeichen zu werten ist, das vor Durchführung einer
Aufnahme warnt.
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In anderer Ausführungsform könnte das der automatischen Belichtungseinstellung
zugeordnete Skalenfeld 18 des Anzeigeorgans 20 auch mit bestimmten Zeit-Blende-Wertepaaren
37 versehen sein, die, wie aus Fig. 7 ersichtlich, bei entsprechender Einstellung
des Umschalters, also der Abdeckfahne 21, im Sucherbild des Sucherobjektivs 33,
34 sichtbar sind. Für die Aufnahme zutreffend ist dabei das Zeit-Blende-Wertepaar,
das unterhalb einer ortsfesten Markierung 38 liegt. Die Zeit-Blende-Wertepaare sind
die Belichtungsfaktoren, die bei Kameras mit automatischer Belichtungsregelung durch
die Programmsteuerung jeweils für Zeit und Blende eingestellt werden. Zwecks Vermeidung
von Irrtümern ist es zweckmäßig, auch hierbei die Zahlenwerte der Belichtungswertskala
19a nicht zusammen mit den Zeit-Blende-Wertepaaren im Sucherbild zu zeigen, sondern
erst dann, wenn die Kamera und damit die Abdeckfahne 21, wie in Fig. 6 gezeigt,
auf manuelle Belichtungseinstellung umgestellt worden ist, wobei der zutreffende
Skalenwert oberhalb einer Markierung 39 ablesbar ist. Beim Ausführungsbeispiel gemäß
Fig. 10 und 11 sind die beiden dem Belichtungsmesser 12 bis 16 zugeordneten Skalenfelder
18' und 19' unmittelbar unterhalb der oberen Seitenwand des Kameragehäuses
1 angeordnet und durch entsprechende, an der Gehäusewand vorgesehene bogenförmige
Durchblickfenster 40 und 41 sichtbar. Auch hierbei dient das mit einer Belichtungswertskala
versehene Skalenfeld 19' der Anzeige der Beleuchtungsverhältnisse bei manueller
Belichtungseinstellung der Kamera, während das mit 18' bezeichnete Skalenfeld die
Beleuchtungsverhältnisse bei automatischer Belichtungseinstellung der Kamera zu
erkennen gibt. In gleicher Weise wie beim Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 1 bis 3
ist auch hier zum Zwecke der wechselseitigen Abdeckung der Skalenfelder 18' und
19' eine Fahne 21' vorgesehen, die mit Rücksicht auf die konzentrische Anordnung
der Skalenfelder 18' und 19' zum Belichtungsmesser 12 bis 16 als Drehscheibe ausgebildet
und auf der Drehspulwelle 16 des Belichtungsmessers drehbar gelagert ist. Die Abdeckfahne
21' weist ferner ein mit ihr fest verbundenes Ritze! 42 auf, das mit einem auf einer
ortsfesten Achse 43 im Kameragehäuse 1 gelagerten Zwischenrad 44 kämmt. Das Zwischenrad
44 wiederum steht im Eingriff mit einem am Umsteller bzw. an den Einstellern 4,
5 für Belichtungszeit oder Blende vorgesehenen Zahnsegment 45. Letzteres ist mit
Bezug auf den Einstellbereich des oder der Steller 4, 5 so an diesem angeordnet,
daß
bei Einstellung »Auto« das Skalenfeld 18' (Fig. 11) und bei manueller Belichtungseinstellung
(Fig. 10) das Skalenfeld 19' mit seiner Belichtungswertskala von der Abdeckfahne
21' zur Sicht freigegeben wird. Dem in Fig. 10 und 11 gezeigten Ausführungsbeispiel
zufolge werden die Beleuchtungsverhältnisse durch zwei mit dem Belichtungsmesser
gekuppelte Zeiger 46 und 47 angezeigt. Dabei kann die Anordnung derselben so getroffen
sein, daß bei automatischer Belichtungseinstellung der Kamera die Durchführung einer
Aufnahme dann noch möglich ist, wenn der Zeiger 46 des Belichtungsmessers 12 bis
16 über dem Skalenfeld 18' spielt, also noch im Durchbliekfenster 40 des Kameragehäuses
1 sichtbar ist. Bei manueller Belichtungseinstellung, bei der das Skalenfeld 18'
verdeckt ist, gibt die Belichtungswertskala des Skalenfeldes 19' Aufschluß über
die Beleuchtungsverhältnisse, wobei der zutreffende Belichtungswert durch den Zeiger
47 angezeigt wird.
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Um dem Photographierenden die Auswahl eines bestimmten, dem jeweiligen
Belichtungswert zugeordneten Zeit-Blenden-Paares zu erleichtern, ist in die Kamera
eine bei Umstellung von automatischer auf manuelle Belichtungseinstellung wirksam
werdende, zwischen den zwei Einstellern 4 und 5 für Belichtungszeit und Blende vorgesehene
lösbare Kupplung 51 eingebaut. Diese kann, wie in Fig. 9 gezeigt; beispielsweise
aus einer am Blendeneinsteller 4 mittels Schrauben oder Niete 50 befestigten federnden
Zunge bestehen, deren freies Ende einen parallel zur Verschlußachse gerichteten
Rastzahn 51a aufweist. Letzterer greift hierbei jeweils in eine Lücke zwischen
den an der Zylindermantelstirnfläche des Belichtungszeitstellers 4 ausgebildeten
Rastzähnen 4 e. Dabei ist die Zahl der Rastzähne 4 e so gewählt, daß sich bei manueller
Belichtungseinstellung der Kamera alle- den einzelnen Belichtungswerten der Belichtungswertskala
4 d entsprechenden Zeit-Blenden-Paare und Zwischenwerte derselben einstellen lassen.
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Die Betätigung der federnden Zunge der Kupplung 51 kann mittels eines
in einer Aussparung 51 b des Blendenstellringes 5 in radialer Richtung bewegbaren
Griffstückes 52 erfolgen. Dieses Griffstück, welches mit der federnden Zunge der
Kupplung 51 zweckmäßig fest verbunden ist, wird zum Lösen der Kupplung niedergedrückt,
wodurch sich der Rastzahn 51a der Kupplungszunge aus dem Bereich der äquidistanten
Rastzähne 4 e des Belichtungszeitstellers 4 herausbewegt.
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Damit die lösbare Kupplung 51 nur dann wirksam wird, wenn die Umstellung
der Kamera von automatischer auf manuelle Belichtungseinstellung erfolgt, kann an
der Zunge der Kupplung 51 beispielsweise ein als schiefe Ebene ausgebildeter Ansatz
oder ein abgebogener Lappen 51c vorgesehen sein, welcher, wie in Fig. 9 und 1.3
veranschaulicht, mit einem an der Frontplatte 1 a befestigten Stift 53 zusammenarbeitet,
wenn die Steller 4 und 5 für Belichtungszeit und Blende in Automatik-Stellung gebracht
werden. Zweckmäßig ist die Anordnung hierbei so getroffen, daß der Stift 53 den
Lappen 51 c abhebt, sobald der Blendenstellring 5, welcher beim vorliegenden Ausführungsbeispiel
gleichzeitig Träger der Kupplungszunge ist, die »Auto-Stellung« erreicht. Damit
ist die Verbindung zwischen den beiden Stellern 4 und 5 aufgehoben. Der Belichtungszeitstellring
4 kann dann, sofern er nicht schon ebenfalls die Automatik-Stellung einnimmt, in
diese nachgeführt werden. Die Nachführung des Belichtungszeitstellers 4 ist hierbei
möglich, ohne eigens die Kupplung 51 zu lösen, während diese Kupplung wieder selbsttätig
wirksam wird, sobald die Kamera durch Drehen der Steller 4, 5 von der automatischen
auf manuelle Belichtungseinstellung umgestellt wird.
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Zur Berücksichtigung der Empfindlichkeit des zur Anwendung kommenden
Filmes ist bei der Kamera des Ausführungsbeispiels eine an sich bekannte Vorrichtung
zur Änderung der Empfindlichkeit des Belichtungsmessers angeordnet, die auf dem
Prinzip der Abschattung des Wabenfensters 12, also des Photoelements, arbeitet.
Die Abschattungseinrichtung umfaßt zwei zu beiden Seiten des Wabenfensters 12 angeordnete,
um je eine Achse 55 und 56 schwenkbare Abdeckteile 57 und 58, an denen je eine Schubstange
59 bzw. 60 sowie eine Zugfeder 61 angreifen. Zwecks gemeinsamer Einstellung der
Abdeckteile 57 und 58 sind die beiden Schubstangen 59 und 60 mittels eines Stiftes
62 miteinander verbunden, der in einem am Kameragehäuse 1 ausgebildeten Schlitz
63 geführt ist. Zur Beeinflussung der beschriebenen Abschattungseinrichtung dient
eine im Kameragehäuse 1 drehbar gelagerte Steuerscheibe 64, welche eine auf den
Stift 62 einwirkende Steuerkurve 65, ferner eine auf diese Steuerkurve abgestimmte
Fihnempfindlichkeitsskala 66 aufweist. Da der Steuerteil 64 und die ihm zugeordneten
Kraftübertragungselemente 59 bis 62 der Abdeckteile 57 und 58 innerhalb des Kameragehäuses
1 angeordnet sind, ist an dessen oberer Seitenwand ein im Bereich der Fihnempfindlichkeitsskala
66 liegendes Fenster 67 angeordnet, das den eingestellten Filmempfindlichkeitswert
sichtbar macht.
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Die Wirkungs- und Bedienungsweise der beschriebenen Kamera ist wie
folgt: Soll die Kamera mit automatischer Belichtungseinstellung arbeiten, so sind
hierzu die Marken 8 und 9 der Einsteller 4 und 5 für Belichtungszeit und Blende
mit der Marke 1 b der Frontplatte 1 a in Deckung zu bringen, wonach die Bedienungsperson
beim Anvisieren des aufzunehmenden Objekts feststellen kann, welches Farbfeld oder
welches Zeit-Blenden-Paar im Sucherbild des Sucherobjektivs 33, 34 erscheint. Bei
Verwendung eines Anzeigeorgans gemäß Fig. 10 und 11 hat sich die Bedienungsperson
nur zu überzeugen, ob der Zeiger 46 des Belichtungsmessers 12 bis 16 im Bereich
des Skalenfeldes 18 spielt. Ist dies der Fall, so können die Voraussetzungen, die
bezüglich Filmempfindlichkeit und Beleuchtungsstärke zur Erzielung einer richtig
belichteten Aufnahme bestehen müssen, als gegeben angesehen und die Aufnahme nach
entsprechender Entfernungseinstellung der Kamera gemacht werden.
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Sollen mit der Kamera dagegen Aufnahmen bei manueller Belichtungseinstellung
gemacht werden, so müssen hierzu die beiden miteinander gekuppelten Einsteller 4
und 5 für Belichtungszeit und Blende so weit gedreht werden, bis die Belichtungszeit-
und Blendenskala 4 c und 5 c in den Bereich der ortsfesten Marke 1 b kommt. Durch
diese Drehbewegung der Einsteller 4, 5 ist beim Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 1
bis 3 erreicht, daß der Mitnehmerstift 30 von der Schräge 28 der Schiebestange 23
abläuft, wodurch diese sowie die Abdeckfahne 21 unter der Wirkung der Feder 27 nach
oben ausweichen. Bei gleichzeitiger Abdeckung des Skalenfeldes 18 gelangt das Fenster
4 a der Abdeckfahne 21 vor das mit der Belichtungswertskala 19a versehene Skalenfeld
1;9;
was zur Folge hat, daß nunmehr der vom Belichtungsmesser in
Abhängigkeit von der Beleuchtungsstärke und der eingestellten Filmempfindlichkeit
registrierte Belichtungswert in das Sucherobjektiv 33, 34 eingespiegelt wird und
im Sucherbild erscheint, wie dies in Fig. 4 gezeigt ist. An Hand dieses ablesbaren
Wertes kann dann die manuelle Belichtungseinstellung vorgenommen werden, wozu der
entsprechende Belichtungswert der Belichtungswertskala 4d, des Blendeneinstellringes
4 mit der ihr zugeordneten Marke 5 d in 'C7bereinstimmung gebracht wird.
Bei konstant bleibendem Belichtungswert kann auch eine andere Wahl von Zeit-Blenden-Paaren
getroffen werden, wozu sich der Photographierende der zwischen Belichtungszeiteinsteller
4 und Blendeneinsteller 5 vorgesehenen Kupplung 51 bedienen kann.
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In ähnlicher Weise wie bei der vorstehend erläuterten Anordnung wird
auch beim Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 10 und 11 gleichzeitig mit der Umstellung
der Kamera von automatischer auf manuelle Belichtungseinstellung durch Betätigen
der beiden Steller 4 und 5 für Belichtungszeit und Blende die Abdeckfahne
21' mittels des Zahnradtriebes 42 bis 46 um 180° geschwenkt,
und zwar derart, daß im Falle der manuellen Belichtungseinstellung bei gleichzeitiger
Freigabe des Skalenfeldes 19' nunmehr das Skalenfeld 18' abgedeckt
wird.