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Vorrichtung zum Stapeln noch zu härtender Formlinge Zusatz zur Patentanmeldung
A 20595 V / 80 a (Auslegeschrift 1109 584) Die Erfindung bezieht sich auf
eine Vorrichtung zum Stapeln empfindlicher Formlinge von Kalksandsteinen, die nach
dem Stapeln einem Erhärtungsprozeß unterworfen werden, nach der deutschen Auslegeschrift
1109 584. Nach der in der deutschen Auslegeschrift beschriebenen Ausführungsform
wird die Greifervorrichtung aus ihrer Ausgangsstellung durch einen Impuls, den die
zum Abstapeln zugeführten Formlinge selbst geben, in Bewegung gesetzt, faß die jeweils
zum Abstapeln bereitliegenden Formlinge und setzt sie auf ein Transportmittel ab.
Es läßt sich eine für das Greifen der empfindlichen Formlinge besonders zweckmäßige
Gestaltung dadurch erzielen, daß der zum gleichzeitigen Greifen mehrerer Formlinge
dienende Greifer mit Greifbacken ausgerüstet ist, die die Formlinge einzeln fassen,
wobei die Greifbacken alle hintereinanderliegen und erfindungsgemäß die eine Greifbacke
jedes Backenpaares durch Verschwenken eines Hebels und die andere Greifbacke durch
Verschiebung eines Keiles od. dgl. zu bewegen ist. Insbesondere der Bewegungsmechanismus
für die Greifplattenpaare erhält dadurch eine gedrungene und einfache Form. Dabei
werden vorzugsweise je zwei benachbarte Greifbacken durch einen gemeinsamen Keil
bewegt.
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Bei mit einer Vielzahl von Greifbackenpaaren versehenen Greifern ist
es bekannt, die Backen sämtlich durch Hebelarme zu betätigen. Durch die Kombination
eines Hebelarm- und eines Keilantriebes für die Klemmbacken wird eine besonders
einfache und gedrungene Bauweise erzielt.
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Die Erfindung sei an einem Ausführungsbeispiel veranschaulicht.
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Fig. 1 zeigt in Seitenansicht den Greifer einer Stapelvorrichtung
nach der Erfindung mit Teilschnitt nach der Linie 1-I der Fig. 2, Fig. 2 einen Querschnitt
nach der Linie II-11 der Fig. 1.
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Wie in der deutschen Auslegeschrift werden die von der Presse kommenden
ungehärteten Formlinge durch ein Transportband 11 der Stapelvorrichtung zugebracht.
Der wesentliche Teil der Stapelvorrichtung ist 'der Greifer. Dieser ist zum gleichzeitigen
Greifen von vier Formlingen 16 von Hohlblocksteinen oder einer entsprechenden Anzahl
kleinformatiger Steine eingerichtet. Diese vier Formlinge werden jedoch nicht durch
ein einziges Greifplattenpaar erfaßt, sondern es ist für jeden einzelnen Formling
ein getrenntes Greifplattenpaar vorgesehen. Sämtliche Greifplatten sind senkrecht
zur Greiffläche beweglich angeordnet. Zwei Greifbacken werden jeweils durch einen
zweiteiligen Körper 25 und 26 gebildet, dessen beide Teile 108 gelenkig aufgehängt
sind, so daß sie durch einen Keil 106
ein wenig gegeneinandergespreizt werden
können. Zwischen diesen beiden Platten 25 und 26 befindet sich ein Schlitz 107 zum
Eingriff des Keiles 106. Der Keil tritt in den Schlitz ein, sobald der Greifer gehoben
wird, nachdem er auf das Transportband 11 niedergelassen wurde. Der Keil 106 stellt
den mittleren Teil eines U-förmigen Körpers dar und ist mit einem oberen Joch 42
durch seine beiden Schenkel 109, in die Schenkel 109 eingreifende Bolzen 110 und
horizontalliegende gleichachsige Stifte 150 verbunden, die in Schlitze 111 der Kopfstücke
der Bolzen 110 eingreifen. Die einwärts gerichteten Enden der Stifte 150 sind mit
einem Ring 112 verbunden, der in einer Ringnut 113 einer Büchse 33 bzw. 34 eingreift.
Die Büchsen 33 und 34 sind fest mit dem Joch 42 verbunden. Durch diese Aufhängung
des Keiles 106 ergibt sich eine gewisse horizontale Beweglichkeit und damit Anpassungsfähigkeit
an Lageänderungen, die sich im Betrieb ergeben. Zwei der Greifplattenpaare 25 und
26 wirken mit vier Reihen von je zehn beweglichen Greifplatten 27, 28, 29 und 30
zusammen, die nach Art von elastisch beweglichen Zungen angeordnet und mit Hebeln
31 verbunden sind, die ihrerseits durch Hebel 32 mit den Hülsen 33 und 34
in Verbindung stehen. Die Hülsen 33 und 34 sind auf Bolzen 35 und 36 verschiebbar,
die am Greifplattenträger 41 befestigt sind. Die Hebel 31, welche die beweglichen
Greifplatten 27, 28, 29 und 30 tragen, sind durch Achsen 4 gelenkig mit den Greifplattenträgern
verbunden,
während die spreizbaren Greifplatten 25 und 26 an den
Achsen 108 des Greifplattenträgers 41 aufgehängt sind.
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Die beiden Balzen 35 und 36 stehen über Kugelgelenke 114 mit Stangen
43 und 44 in Verbindung. Diese Stangen 43 und 44 sind in den Hülsen 33 und 34 vertikal
verschiebbar. Die Stange 43 dient ferner zur Betätigung eines Endschalters zur Begrenzung
der Aufwärtsbewegung des Greifers. Der Greifer hängt an einem Rohr 48, dessen unteres
Ende selbst mit dem Joch 42 verbunden ist. Dieses Rohr ist vertikal verschiebbar
geführt. Es wird von einem Hubseil getragen, das in einer in der deutschen Auslegeschrift
näher beschriebenen Weise bewegt wird.
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Wird das Hubseil im Sinne der Aufwärtsbewegung bewegt, so nimmt es
das Rohr 48 und das Joch 42 mit den Hülsen 33 und 34 nach oben, so daß die Hülsen
33 und 34 auf den Bolzen 35 und 36 aufwärts gleiten, während der Greifplattenträger
41 zurückgelassen wird, sofern er nicht durch Riegel 37 mit den Hülsen 33 und 34
gekuppelt ist. Die Riegel 37 werden durch die Enden von Hebeln 57 gebildet, die
um eine Achse 76 an den Hülsen 33 und 34 schwenkbar gelagert sind. Während der Abwärtsbewegung
des Greifers auf das Transportband stehen die Riegel 37 im Eingriff mit Schlitzen
58 und 59, die etwa in gleicher Höhe in den Hülsen 33 und 34 und den Bolzen 35 und
36 angeordnet sind. Die Hebel 57 wirken mit Bolzen 60 zusammen, die an den Enden
von gewichtsbelasteten Hebeln 38 angeordnet sind und auf die Hebel 57 einwirken,
wenn der Greifer auf das Transportband 11 herabgesenkt wird. Während der Abwärtsbewegung
des Greifers werden die Gewichtshebel 38 zunächst von den Riegelhebeln 57
mitgenommen bzw. verschwenkt. Bei dieser Bewegung werden die Gewichte 61 der Hebel
38 angehoben, weil die Riegel 37 das Gewicht des Greifplattenträgers 41 zusammen
mit den Greifplatten tragen und infolgedessen durch Reibwiderstand im Eingriff gehalten
werden. Erst beim Aufsetzen des Greifers auf das Transportband 11 werden die Riegel
37 von dem Greifergewicht entlastet und können nunmehr durch die Gewichtshebel
38 außer Eingriff gebracht werden.
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Um Beschädigungen der empfindlichen Greifplatten beim Aufsetzen auf
das Transportband 11 zu vermeiden, sind am Greifplattenträger 41 rahmenförmige Stützen
116 angeordnet, mit denen sich der Greifer beim Herabgehen auf dem Transportband
11 abstützt. Diese Rahmen 116 sind gleichzeitig als Führungsschienen für
die Keile 106 und ihre Schenkel 109 ausgebildet.
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Erst wenn der Greifer mit seinem Stützrahmen 116 das Transportband
11 erreicht, werden die Riegel 37 durch die Gewichte 61 in Richtung des Pfeiles
115
verschwenkt und aus den Schlitzen 58 und 59 in die mit Strichlinien angegebene
Stellung gebracht. Während des ersten Teils der sich anschließenden Aufwärtsbewegung
des Greifers wird der Greifplattenträger 41 zusammen mit den Greifplatten nicht
mit nach oben genommen. Infolgedessen verschiebt sich das Joch 42 mit den Hülsen
33 und 34 relativ zum Greifplattenträger 41 nach oben, so daß die Keile 106, die
am Joch 42 befestigt sind, in die Schlitze 107 eintreten und die Hebel 32 um ihre
Gelenke 4 verschwenkt werden. Auf solche Weise werden die Greifplatten gegen die
zwischen ihnen auf dem Transportband 11 liegenden Formlinge bewegt. Nachdem die
Greifplatten die Formlinge erfaßt haben, wird ihre weitere Bewegung durch die Formlinge
blockiert und damit auch die Gleitbewegung der Hülsen 33 und 34 auf den Bolzen 35
und 36 beendet, so daß der Greifplattenträger 41 zusammen mit den Greifplatten und
den von ihnen erfaßten Formlingen nunmehr von dem Greiferschaft 48 und Joch 42 mitgenommen
wird.
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Am Greifplattenträger 41 sind Bolzen 140, 141
angebracht,
an deren oberen, durch das Joch 42 frei hindurchgreifenden Enden verstellbare Muttern
142, 143 angeordnet sind, die als Anschlag zur Begrenzung der Verschiebung der Hülsen
33, 34 auf den Bolzen 36 dienen, sofern durch eine Störung im normalen Ablauf des
Arbeitsprozesses die Greifplatten nach Ausschwenkung der Riegel 37 nicht durch Formlinge
blockiert werden sollten.
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Die Abwärtsbewegung der Stangen 43, 44 und des Greifplattenträgers
41 wird durch Betätigung eines Elektromagneten gestoppt, so daß zwischen dem Greifer
bzw. den in dem Greifer befindlichen Formlingen und den Formlingen auf dem Härtewagen
noch ein freier Abstand von etwa 1 oder 2 mm verbleibt. Bei der weiteren Absetzbewegung
des Greiferschaftes 48 mit dem Joch 42 und den Hülsen 33 und 34 gleiten diese Hülsen
auf den Bolzen 35 und 36 abwärts, und die Keile 106 treten aus den Schlitzen 107
aus, derart, daß die Greifplatten 25, 26 durch Federn 139 in die Freigabestellung
zurückgezogen werden: Gleichzeitig werden die Hebel 32 und 31 der Greifplatten 27
bis 30 zurückgeschwenkt, so daß die Formlinge von den Greifplatten freigegeben werden
und um 1 oder 2 mm aus dem Greifer auf die Fläche des Härtewagens oder die Oberfläche
der bereits auf dem Härtewagen gestapelten Formlinge abgleiten. Die Riegel 37 kommen
sodann wieder in Eingriff mit den Schlitzen 58 der Hülsen 33 und 34, und der Hubmotor
wird durch den Seilschalter von Abwärtsauf Hubbewegung umgeschaltet.