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Unterrichtshilfsmittel in Form eines Blattes Die Erfindung betrifft
ein Unterrichtshilfsmittel in Form eines Blattes, welches durch einen Farbüberdruck
verborgene Schriftzüge von Antworten enthält, die durch Ausradieren od. dgl. freilegbar
sind.
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Es ist bekannt, bei Unterrichtshilfsmitteln in Form von Blättern die
Schriftzüge, Aufzeichnungen od. dgl., welche Examensantworten oder Aufgabenlösungen
wiedergeben, gegen Sicht verdeckt aufzubringen, wobei im allgemeinen die Schriftzüge
durch das Aufbringen einer abradier- oder abschabbaren undurchsichtigen Schicht
eines entsprechenden undurchsichtigen Farbaufdruckes verdeckt werden. Diese Art
der Abdeckung gegen Sicht hat aber verschiedene Nachteile. So müssen Beschichtungen
unter Anpassung an die jeweiligen Flächengrößen, die abzudecken sind, in Form dünner
Filme aufgebracht werden, und zwar gewöhnlich in einer Stärke von 4 bis 45
u, um nicht zu große Dickenunterschiede aufkommen zu lassen, die beim Stapeln
und Lagern der Bögen Nachteile mit sich bringen und die auch bei Herstellung der
Beschichtung verhältnismäßig große Trockenzeiten erfordern. Beim Aufbringen von
undurchsichtigen Farbüberdrucken in Form vollständig deckender Schichten ist trotz
der in der Druckfarbe enthaltenen undurchsichtigen Pigmente ein Durchschimmern oder
ein Erkennen der abgedeckten Aufzeichnungen bei durchscheinendem Licht oder infolge
von Reflexionserscheinungen nicht zu vermeiden. Aus diesem Grunde hat man mehrere
deckende Schichten im Bereich der Aufzeichnungen übereinander aufgebracht und unter
Umständen noch eine rückseitige Deckschicht vorgesehen, so daß zur Herstellung der
Abdeckungen mehrere Arbeitsgänge erforderlich sind. Außerdem muß der Nachteil einer
verhältnismäßig starken Gesamtbeschichtung in Kauf genommen werden, die die eingangs
genannten Schwierigkeiten beim Lagern und Stapeln der Blätter mit sich bringen.
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Zur Vermeidung der vorgenannten Nachteile sieht die Erfindung einen
Farbüberdruck zum Abdecken von Schriftzügen, Aufzeichnungen od. dgl. vor, der sich
durch besondere Einfachheit bei der Herstellung und durch besonders dünne Beschichtung
auszeichnet, wobei die abgedeckten Zeichen weder durchschimmern noch beim Durchleuchten
oder infolge von Reflexionserscheinungen sichtbar werden.
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Zur Lösung dieser Aufgabe kennzeichnet sich das eingangs genannte,
in Form eines Blattes ausgebildete Unterrichtsbilfsmittel erfindungsgemäß dadurch,
daß der Farbüberdruck im Bereich der zu verbergenden Schriftzüge aus optisch verwirrenden,
im Abstand voneinander angeordneten abdeckenden Bereichen in Form einer das Auge
ermüdenden regelmäßigen und/ oder unregelmäßigen Musterung besteht oder auf der
gesamten Fläche deckend in Verbindung mit einer optisch verwirrenden Deformation
seiner Oberffäche aufgebracht ist.
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Zwar sind zerstörbare unregelmäßige Musterungen als kennzeichnende
Aufdrucke und Mittel zur überwachung und zum Feststellen von unzulässigen mechanischen
Beanspruchungen. durch Radieren, Ab-
schaben usw. bekannt, jedoch sind diese
Musterungen nicht zur optischen Verwirrung vorgesehen und ausgebildet, sondern lediglich
als Aufdruck für Sicherheitspapiere bei Schecks od. dgl. zur Anwendung gekommen.
Diesen bekannten Einrichtungen gegenüber unterscheiden sich die erfindungsgemäß
ausgebildeten Unterrichtshilfsmittel insbesondere dadurch, daß die verdeckten Schriftzüge
od. dgl. auch bei durchscheinendem Licht und Reflexionserscheinungen nicht erkannt
werden können.
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Ein Nichterkennen der abgedeckten Schriftzüge bei durchscheinendem
Licht und infolge von Reflexionen wirj mittels des optisch verwirrenden Farbüberdruckes
dadurch erreicht, daß die im Abstand voneinander angeordneten abdeckenden Bereiche
des Farbüberdruckes die durch die Konturen der zu verdeckenden Schriftzüge erzeugten
Reflexion unterbrechen und modulieren, dabei aber gleichzeitig ein Erkennen mittels
durchscheinenden Lichtes dadurch
verhindern, daß das durchscheinende
Licht in den abdeckenden Bereichen stark gedämpft oder ein Durchscheinen vollständig
verhindert wird, während zwischen den abdeckenden Bereichen das Licht in stärkerem
Maße hindurchtreten kann. Es tritt somit eine ähnliche Wirkung auf, wie sie mittels
eingebrachter kleiner Löcher, beispielsweise in Form von Nadeleinstichen, oder Durchstichen
erreicht wird, durch die das durchscheinende Licht hindurchtreten kann und somit
zu einer gewissen Blendung des Auges fährt, die das Erkennen der Umrisse der zu
verdeckenden Schriftzüge verhindert.
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Die Ausbildung der neuartigen Unterrichtshilfsmittel kann sehr verschiedenartig
sein. Bei Anwendung eines deckenden überdruckes in Verbindung mit einer optisch
verwirrenden Deformation seiner Oberfläche kann die optisch verwirrende Deformation
der Oberfläche beispielsweise durch Hämmern oder durch Einkerben gebildet sein.
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In Weiterbildung der Erfindung ist bei Anordnung des optisch verwirrenden
Farbilberdruckes letzterer zweckmäßig auf einer Zwischenschicht aufgebracht -, die
zugleich zum Schutz der abzudeckenden Schriftzüge dient, wenn der Farbüberdruck
durch Radieren oder andere Maßnahmen entfernt werden soll.
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Der optisch verwirrende Farbüberdruck kann vorwiegend lichtabsorbierend
oder lichtreflektierend oder aber auch lichtzerstreuend ausgebildet sein.
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Wesentlich für vorliegende Erfindung ist es jedoch, daß die optisch
verwirrendeMusterung, wieErfahrungen gezeigt haben, zwischen dem Beobachter und
den Sähriftzügen angeordnet ist, da sie dann in ihrer Wirkung besonders günstig
ist.
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Weitere Einzelheiten der Erfindung werden im Zusammenhang mit den
in der Zeichnung wiedergegebenen Figuren beschrieben. Es zeigt Fig. 1 die
Draufsicht auf ein Papierblatt mit verschiedenartigen optisch verwirrenden Musterungen,
Fig. 2 a bis 2 d Querschnitte des Blattes gemäß Fig. 1, und zwar lediglich
die Bereiche mit optisch verwirrender Musterung, Fig. 3 und 4 praktische
Ausführungen von lichtzerstreuenden Musterungen gemäß Fig. 2d.
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In der Fig. 1 sind verschiedene Spalten wiedergegeben, wobei
die Spalte 11 untereinander geordnete Buchstaben und Zahlen zeigt, die mittels
eines optisch verwirrenden Farbüberdruckes entsprechend den Spalten 12 bis
16 abzudecken sind. Die in den Spalten 12 bis 16 wiedergegebenen,
für das Auge erfaßbaren Musterungen sind verschiedenartig ausgebildet. In Spalte
12 ist eine regelmäßige lichtabsorbierende Musterung in Form fünfeckiger Figuren
mit dazwischenhegenden unbedruckten Stellen oder Spalten als optisch verwirrende
Musterung wiedergegeben. Im Beispiel der Spalte 13 ist eine Musterung dargestellt,
die lichtabsorbierende Felder enthält mit einer Mehrzahl von kleinflächigen Unterbrechungen.
Spalte 14 zeigt eine lichtabsorbierende Musterung, die mit regelmäßigen Zwischenräumen
versehen ist. Die Spalten 15 und 16 zeigen die vorteilhaft anzuwendende
unregelmäßige Musterung.
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Die Anordnung der optisch verwirrenden Musterung innerhalb der Schichtung
geht aus den Fig.'2 a bis 2 d hervor. Die Anordnungen der Fig. 2 a bis 2
c sind Stand der Technik, die nur zwecks besseren Verständnisses genauer beschrieben
werden. Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung- ist in Fig. 2 d dargestellt.
Im Querschnitt ist ein Blatt 17 aus Papier od. dgl. dargestellt, das in einer
Schicht 18 Antworten auf Fragen enthält, die im Beispiel der Fig. 2a und
2 b gegen Sicht durch einen undurchsichtigen Farbüberdruck 19 abgedeckt
sind, der entfernbar und fest ist. Ein solches Blatt kann z. B. als Unterrichts-oder
Prüfungshilfsmittel verwendet werden. Die gedruckte Schicht 18 wird durch
Entfernung des Farbüberdruckes 19 sichtbar. Um die Sichtbarkeit der gedruckten
Schicht 18 beim Durchleuchten des Blattes zu verringern, ist es bekannt,
eine zweite undurchsichtige Schicht 20 auf der Rückseite des Blattes 17
vorzusehen
(Fig. 2 a). Außerdem wurde zu diesem Zweck eine Schicht 21 mit einer optisch verwirrenden
Musterung über der Schicht 20, also außen auf der Rückseite des Blattes
17, vorgesehen (Fig. 2 a). Es wurde festgestellt, daß die Abdeckung der Schrift
od. dgl. dadurch weiter verbessert werden kann, daß die Lage der undurchsichtigen
Schicht 20 und der Schicht 21 mit der optisch verwirrenden Musterung an der Rückseite
des Blattes 17 vertauscht werden kann, so daß die Schicht 21 unmittelbar
an dem Blatt 17 anliegt, wie in Fig. 2b dargestellt ist. Bei dieser
Ausführung wird die optisch verwirrende Musterung unmittelbar auf das Blatt
17 aufgedruckt und dahinter eine undurchsichtige Schicht 20 vorgesehen.
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Weiterhin wurde festgestellt, daß die Abdeckung noch weiter verbessert
werden kann, wenn eine Ausführungsforin gemäß Fig. 2 c gewählt wird. Bei dieser
Ausführungsform liegt die Schicht 21 mit der optisch verwirrenden Musterung unmittelbar
auf der gedruckten Schicht 18, und die undurchsichtige Schicht 20 ist auf
die Schicht mit der optisch verwirrenden Musterung aufgebracht.
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Eine weitere Vereinfachung und Verbesserung ergibt sich durch die
Ausführungsfonn nach der Erfindung, die in Fig. 2d dargestellt ist. Die Schicht
20 und die Schicht 21 mit der optisch verwirrenden Musterung sind so angeordnet,
daß die optisch verwirrende Musterung nach außen liegt. Dabei braucht an der Rückseite
des Blattes 17 überhaupt keine Schicht vorgesehen zu werden, wie es bei den
bisher bekannten Blättern dieser Art der Fall gewesen ist. Die optisch verwirrende
Musterung kann gemäß Fig. 1 ausgebildet sein.
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Die Fig. 3 und 4 zeigen ein weiteres Ausführungsbeispiel, bei
dem eine lichtzerstreuende Musterung, die auf mechanischem Wege erzeugt ist, verwendet
wird. Bisher wurde der Aufdruck lediglich durch eine entfembare, undurchsichtige
Schicht 22 überdruckt. Es wird hier der Ausdruck »undurchsichtig« verwendet. Dazu
ist festzustellen, daß derartige Fih-ne aus Druckfarbe nicht immer absolut undurchsichtig
sind. Insbesondere bei einer Durchleuchtung kann die gedruckte Schicht
18 unter Umständen gelesen werden. Beim Gebrauch als Unterrichtsmittel oder
für Prüfungszwecke macht eine Durchleuchtung die Ab-
deckung aber illusorisch.
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Es zeigt sich nun, daß weder mittels durchscheinenden noch reflektierten
Lichtes die gedruckte Schicht 18 lesbar ist, wenn die Oberfläche der Schicht
22 deformiert wird. Die deformierte Oberfläche 23 zerstreut das reflektierte
Licht wirksam, so daß die verdeckte Schrift verborgen bleibt. Sollen große Flächen
verdeckt werden, so wird eine Musterung angebracht, die das Licht in einer Vielzahl
von Richtungen zerstreut, indem verschiedene Einfalls- und Reflexionswinkel an verschiedenen
Stellen der großen Fläche angewendet werden. Die gleiche Wirkung kann auch
durch
Hämmern, Einkerben oder durch eine andere Axt der Deformation der Oberfläche der
undurchsichtigen Schicht 22 erreicht werden.