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Ventil mit einem kolbenartigen Abschlußglied Die Erfindung betrifft
ein Ventil mit einem kolbenartigen Abschlußglied, das in einem in einer Bohrung
des Ventilgehäuses festgelegten Führungsbauteil koaxial zu dem an der Einlaufseite
des Ausflußkanals angeordneten Ventilsitz geführt und durch einen in dem Führungsbauteil
gelagerten, gegen den Durchflußraum abgedichteten Schwenkhebelantrieb axial bewegbar
ist.
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Die bisher bekannten Ventile mit Schwenkhebelantrieb und einem kolbenartigen
Abschlußglied, das in einem Führungsbauteil innerhalb des Ventilgehäuses koaxial
zu dem Ventilsitz geführt ist, werden oft als »Zapfhähne« für Flüssigkeiten verwendet;
die Bewegung des Abschlußgliedes durch einen Schwenkhebelantrieb erleichtert die
Bedienung des Ventils und die schnelle Änderung oder Regelung der Durchflußmenge.
Diese Ventile haben jedoch den Nachteil, daß ihre Reinigung meist schwierig und
insbesondere das für die Durchführung der Reinigung notwendige Auseinandernehmen
und das anschließende Wiederzusammensetzen der Bauteile des Ventils umständlich
ist. An den übergängen von den Zufluß- und Ausflußkanälen des Ventils zu der Bohrung
des Ventilgehäuses sind oft scharf abgesetzte Ecken vorhanden, oder zur Befestigung
der Bauteile des Ventilmechanismus in der Ventilgehäusebohrung werden Gewinde benutzt,
in die die abzuzapfende Flüssigkeit zumindest teilweise eindringen kann.
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Die Reinigung solcher scharfen Ecken und Gewindegänge erfordert sehr
große Sorgfalt und damit einen unerwünscht hohen Zeitaufwand.
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Bei anderen Ventilen ähnlicher Art sind Federn oder Gelenke des Betätigungsmechanismus
für das Abschlußglied innerhalb des für die Flüssigkeit zugänglichen Raumes des
Ventils derart angeordnet, daß die Flüssigkeit in Fugen oder Spalten zwischen den
Halterungen dieser Teile eindringen kann und daß ein Absetzen von Ausscheidungen
in diesen Fugen oder Spalten möglich. ist; die Reinigung erfordert auch bei diesen
Ventilen viel Zeit und: Sorgfalt.
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Der Erfindung liegt demgegenüber die Aufgabe zugrunde, ein Ventil
mit einem kolbenartigen Abschlußglied zu schaffen, das bei einer einfachen und gedrängten
Bauweise besonders günstig für das Abzapfen von Getränken, beispielsweise für Bier,
Limonade u. dgl. geeignet ist, vor allem dann, wenn diese Getränke kohlensäurehaltig
sind. Bei dem erfindungsgemäßen Ventil soll eine Berührung des Getränkes mit denjenigen
Teilen des Ventilmechanismus, die nicht unmittelbar durch das Abschlußglied und
die Durchflußleitung innerhalb des Ventils gebildet werden, vollständig unterbunden
werden; außerdem soll sich das Ventil leicht in seine Einzelteile auseinandernehmen
und bequem reinigen lassen, um so den Anforderungen der Hygiene hinsichtlich einwandfreier
Sauberkeit zu genügen.
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Das zur Lösung dieser Aufgaben neu entwickelte Ventil mit einem kolbenartigen
Abschlußglied, das in einem in einer Bohrung des Ventilgehäuses festgelegten Führungsbauteil
koaxial zu dem an der Einlaufseite des Ausflußkanals angeordneten Ventilsitz geführt
und durch einen in dem Führungsbauteil gelagerten, gegen den Durchflußraum abgedichteten
Schwenkhebelantrieb axial bewegbar ist, zeichnet sich dadurch von den bekannten
Ventilen ähnlicher Art aus, daß der Führungsbauteil eine in die becherartig gestaltete
glattwandige Bohrung des Ventilgehäuses, in die der Zuflußkanal radial mündet, dicht
und passend eingeschobene und in dieser durch ein leicht abnehmbares oder entriegelbares
Organ gehaltenen Führungsbuchse ist, in der das Abschlußglied kolbenartig dichtend
geführt ist.
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Die becherartig gestaltete glattwandige Bohrung des. Ventilgehäuses,
in der die Führungsbuchse und das in ihr dichtend- geführte Abschlußglied eine sichere
Abdichtung des Antriebsmechanismus gegenüber das Ventil durchfließenden Flüssigkeit
ergeben, ist ohne Ausbau des Ventils bequem zu säubern; die Einbauteile lassen sich
leicht und schnell ausbauen; ihre mit der Flüssigkeit in Berührung kommenden
Flächen
sind sehr leicht zu reinigen; die glattwandige Bohrung weist keine Schmutzecken
auf, und es sind auch keine einspringenden Ecken an den übergangsstellen der Zu-
und Abflußkanäle in die glattwandige Bohrung vorhanden.
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Weitere das erfindungsgemäße Ventil kennzeichnende Merkmale, die vor
allem für das leichte Auscinandernehmen, Reinigen und Wiederzusammensetzen wesentlich
sind, ergeben sich aus der folgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels, das
in der Zeichnung veranschaulicht ist; es zeigt Fig:1 ein erfindungsgemäßes Ventil
in einem Längsschnitt (in geschlossener Stellung), Fig.2 das Ventil gemäß Fig.1
in einem gleichen Längsschnitt, jedoch bei geöffneter Stellung, Fig.3 der aus dem
Gehäuse des Ventils herausgenommene, jedoch noch zusammengebaute Ventilmechanismus
in einer Seitenansicht, Fig. 4 das Gehäuse des Ventils in einer Ansicht in Richtung
des Pfeiles IV der Fig. 1, Fig. 5 einen zur Verriegelung des eingebauten Ventilmechanismus
dienenden Querstift in einer Seitenansicht, Fig. 6 eine Führungsbuchse des Ventilmechanismus
gemäß Fig. 3 in einer Seitenansicht, Fig. 7 das Abschlußglied des Ventilmechanismus
gemäß Fig. 3 in einer Seitenansicht; Fig. 8 das Abschlußglied gemäß Fig. 7 in einer
anderen Seitenansicht, Fig. 9 und 10 weitere Einzelteile des Ventils in Seitenansichten,
Fig. 11 und 12 den Schwenkhebel des Ventils jeweils in einer Seitenansicht und einer
stirnseitigen Teilansicht.
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Das als Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes in Fig.1 und
2 zusammenhängend dargestellte Ventil ist vor allem als »Zapfhahn« in einer Ausgabeleitung
für Bier geeignet und besteht im wesentlichen aus einem Gehäuse 1 mit einer einseitig
offenen, becherartig gestalteten und glattwandigen Bohrung 1 a, in die radial ein
Zuflußkanal2 mündet und in deren Boden eine Austrittsöffnung 3 liegt, sowie einem
im Gehäuse angeordneten Ventilmechanismus 10.
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Der gerade Zuflußkanal2 liegt koaxial in einem beispielsweise zugleich
zur Halterung des Hahnes dienendem Einlaßstutzen 4, während von der Austrittsöffnung
3 eine Ausflußtülle 5 gerade nach unten führt. Ein die Ausflußtülle 5 durchsetzender
zylindrischer Ausflußkanal 6 ist an seiner Einlaufseitc, d. h. der Austrittsöffnung
3, mit einem kegelförmigen Ventilsitz 7 für ein im Gehäuse 1 axial zur Ausflußbohrung
6 verschiebbar gelagertes kolbenartiges Abschlußglied 9 versehen: Das Abschlußglied
9 bildet einen Bestandteil des genannten Ventilmechanismus 10 des Hahnes, der außer
dem Abschlußglied 9 auch noch einen mit einem Griff versehenen Betätigungshebel
11 und eine das kolbenartige Abschlußglied 9 umgebende Führungsbuchse 12
umfaßt, die in der becherartig gestalteten, glattwandigen Bohrung 1a des Gehäuses
1 axial zum Ausflußkanal6 mit Schiebesitz flüssigkeitsdicht geführt ist. Entsprechend
den praktischen Bedürfnissen kann das Gehäuse 1 im vorliegenden Fall z. B. als Aluminiumgußstück
ausgeführt und an seiner glatten Innenwandung gegenüber einer Korrosion durch Bier
od. dgl: in irgendeiner üblichen Weise geschützt sein, etwa durch einen überzug
aus Epoxyharz, z. B. dem unter der Handelsbezeichnung » Epikote « bekanntgewordenen
Material: Die Führungsbuchse 12 kann aus einem geeigneten Kunststoff, z.
B. einem Polyäthylen, hergestellt sein, wobei deren dichter Sitz im Gehäuse 1 noch
durch einen die Buchse umgebenden Dichtring 13 gesichert werden kann.
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Die Führungsbüchse 12 weist in ihrem unteren Teil eine äußere Ringnut
14 auf, die sich bei in das Gehäuse 1 eingesetztem Ventilmechanismus gerade an der
Stelle der seitlichen Eintrittsöffnung des Zuflußkanals 2 befindet; während
der unterhalb dieser Ringnut anschließende Teil bis auf einige entlang dem Umfang
gleichmäßig verteilte Längsrippen 15 auf dem Innendurchmesser der Ringnut
14 abgesetzt ist. An ihrem unteren Ende läßt die Führungsbuchse
12 bei eingebautem Ventilmechanismus gegenüber dem Ventilsitz 7 noch einen
in seiner Höhe etwa der Tiefe der Ringnut 14 entsprechenden Raum frei, in
den bei geschlossenem Hahn jedoch das sich auf den Ventilsitz 7 aufsetzende kolbenartige
Abschlußglied 9 hineinragt. Befindet sich das Abschlußghed 9 jedoch in seiner angehobenen
Stellung (vgl. Fig. 2), dann ist der Flüssigkeitsdurchtritt vom Einlaßstutzen
4 durch die Eintrittsöffnung 2 entlang den Längsrippen 15 der Führungsbuchse
2, durch den Ventilsitz 7 und die Austrittsöffnung 3 in die
Austrittsbohrung 6 hinein frei; wobei die Längsrippen 15 jeglicher Wirbelbildung
der in. die Ringnut 14 eingetretenen Flüssigkeit entgegenwirken und aus dem Hahn
infolgedessen ein gleichmäßig in axialer Richtung der Austrittsbohrung 6 strömender
Strahl austritt. Wie aus Fig.1 hervorgeht, liegen die Längsrippen 15 mit
ihren Außenkanten zugleich an der Gehäuseinnenwandung l a an und tragen damit zur
genauen Führung der Führungsbuchse 12
im Gehäuse 1 bei.
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Das Abschlußglied 9 ist vorzugsweise in der dargestellten Form als
zylindrischer Kolben ausgeführt, der axial in der Bohrung 16 der Führungsbuchse
12 verschiebbar ist und in dieser Bohrung 16 zugleich dicht geführt ist. Zur Betätigung
des Abschlußgliedes 9 dient der Betätigungshebel 11, der auf das Abschlußglied
durch eine Nocken- oder Hebelanordnung einwirkt, wie sie vor allem aus Fig. 7, 8
und 11, 12 hervorgeht. An seinem unteren Ende trägt das Abschlußglied 9 einen scheibenförmigen
Abschlußkärper 17 mit einer Sackloch-Gewindebohrung, der auf einen axialen Gewindebolzen
des Abschlußgliedes 9 aufgeschraubt ist.
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Damit der Abschlußkörper 17 bei geschlossenem Hahn sicher auf dem
Ventilsitz 7 anliegt, ist das Abschlußglied 9 gemäß dem Ausführungsbeispiel aus
zwei Hauptteilen zusammengesetzt, nämlich aus dem unteren Kolbenteil 19, der den
Abschlußkörper 17 trägt, und dem oberen Kopfteil 20, mit dem der untere Kolbenteil
19 derart verbunden ist, daß eine gewisse relative axiale Bewegung der beiden
Teile zueinander möglich ist. Zwischen den Kolbenteil 19 und den Kopfteil
20 ist eine Schraubendruckfeder 21 eingefügt, während ein am unteren
Ende des Kopfteiles 20 befestigter Querstift 22 beiderseits in je
einen verhältnismäßig kurzen Längsschlitz 23 des Kolbenteiles 19 eingreift
und damit die relative axiale Bewegungsmöglichkeit der beiden Teile begrenzt.
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Wie aus Fig.1 weiterhin hervorgeht, befindet sich der Querstift
22 am unteren Ende eines aus dem Kopfteil 20 herausragenden axialen
Zapfens 24, der in eine entsprechende Sackbohrung 25 des Kolbenteiles
19 eingreift, wobei ein um diesen Zapfen 24
herum frei gelassener Ringraum
zur Aufnahme der
Schraubendruckfeder 21 dient, die sich somit oben
am Kopfteil 20 und unten am Kolbenteil 19 abstützt.
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Wird das ganze Abschlußglied 9 vom Betätigungshebel 11 her nach unten
gegen den Ventilsitz 7 bewegt, so läßt die beschriebene relative Bewegungsmöglichkeit
der beiden Teile des Abschlußgliedes auch nach dem Aufsitzen des Kolbenteiles bzw.
dessen Abschlußkörper 17 auf dem Ventilsitz 7 noch eine geringfügige weitere axiale
Bewegung des Kopfteiles 20 zu, während der Schließdruck auf den Kolbenteil
19 dabei durch die Schraubendruckfeder 21 ausgeübt wird. Die gegenseitige Bewegungsmöglichkeit
der beiden Teile 19, 20 des Abschlußgliedes 9 ist dabei so groß gewählt,
daß selbst bei extremer Ausnutzung der Herstellungstoleranzen einerseits in der
geschlossenen Stellung des Hahnes ein einwandfreier Abschluß des Ventilsitzes 7
erreicht und anderseits in der voll geöffneten Stellung des Hahnes noch ein genügend
großer Durchflußquerschnitt gesichert ist.
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Der Kolbenteil 19 ist, wie dargestellt, an seinem unteren Ende
zweckmäßig noch durch einen Dichtring 26 gegenüber der Bohrung
16 der Führungsbuchse 12 abgedichtet, wodurch jegliches Eindringen
von Flüssigkeit in den oberhalb des Kolbenteiles 19 befindlichen Teil des Ventilmechanismus
10 praktisch ausgeschlossen ist. Der Abschlußkörper 17 und der Kolbenteil 19 des
Abschlußgliedes 9 sind vorzugsweise aus einem geeigneten Kunststoff, z. B. Polyäthylen,
hergestellt, während der Kopfteil 20 zweckmäßig aus einem härteren Kunststoff oder
auch aus Aluminium oder einem sonstigen Metall als. Form- bzw. Gußstück hergestellt
ist, damit er ohne die Gefahr einer Abnutzung mit dem Betätigungshebel
11 in der nachstehend noch näher beschriebenen Weise zusammenwirken kann.
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Der Betätigungsschwenkhebel 11 ist gegenüber dem Gehäuse 1
und der Führungsbuchse 12 schwenkbar gelagert und als doppelarmiger Hebel ausgebildet,
dessen zweiter, verhältnismäßig kurzer Hebelarm 29 mit dem Kopfteil 20 des Abschlußgliedes
9 nach Art eines Nockens zusammenwirkt und das Abschlußglied 9 durch den Hebelarm
29 in beiden axialen Richtungen im Sinne einer öffnungs- oder Schließbewegung des
Abschlußkörpers 17 positiv bewegt werden kann.
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Gemäß dem Ausführungsbeispiel ist der Kopfteil 20 an seinem oberen
Ende gegabelt; die beiden Gabelschenkel 30 weisen an ihren einander zugekehrten
Flächen je eine Quernut 31 auf (vgl. Fig. 8) und sind außerdem noch durch einen
quer zur Schlitzebene der Gabelschenkel verlaufenden Querschlitz 32 (vgl. Fig. 7)
in je zwei Teile unterteilt. Der Querschlitz 32 dient zur Aufnahme einer in Richtung
dieses Schlitzes verlaufenden Querbuchse, 33, die zugleich zur Lagerung des
doppelarmigen Schwenkhebels 11 dient.
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Der Schwenkhebel 11 ist auf der Querbuchse 33 derart gelagert, daß
sein Hebelarm 29 in den Gabelschlitz zwischen den beiden Gabelschenkeln 30 hineinragt
und sich so bei den Schwenkbewegungen des Hebels innerhalb dieser Schlitzebene bewegt.
Wie vor allem aus Fig. 12 hervorgeht, ist der Hebelarm 29 in der Nähe seines freien
Endes beiderseits mit je einem zapfenförmigen Vorsprung 34 versehen. Die
Vorsprünge 34 greifen bei einer Schwenkbewegung des Hebels 11 im Sinne einer
Öffnung des Hahnes in die vorgenannten Quernuten 31 ein und heben bei ihrer weiteren
kreisförmigen Schwenkbewegung um die Achse der Querbuchse 33 das Abschlußglied 9
über die oberhalb der Quernut 31 befindlichen Vorsprünge 35 nach oben an. Beim Rückwärtsschwenken
des Hebels 11 legen sich die beiden Vorsprünge 34 an je eine Führungsfläche
36 (vgl. Fig. 1) des Kopfteiles 20 an und drücken diese in axialer
Richtung im Sinne eines Aufsitzens des Abschlußkörpers 17 auf dem Ventilsitz 7 nach
unten.
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Bei dieser Schwenkung des Hebels 11 bleibt das freie Ende des Hebelarmes
29 in einer entsprechenden mittleren Vertiefung 37 des Gabelschlitzes frei beweglich,
und die beiden gegenüberliegenden Vorsprünge 34 des Hebelarmes
29 wirken beim Betätigen des Hebels 11 mit dem Kopfteil
20 des Ventilkörpers 9
nach Art eines Nockens und zugleich nach Art
eines Hebelarmes zusammen, wodurch der Kopfteil 20 beim Schwenken des Hebels in
einer Richtung durch den Hebelarm 29 angehoben und beim Schwenken in der anderen
Richtung durch die nockenförmigen Ansätze 34 nach unten gegen den Ventilsitz
7 bewegt werden kann. Bei diesen axialen Bewegungen erlaubt schließlich auch
der genannte Querschlitz 32 die relative Verschiebung des Kopfteiles 20 gegenüber
der fest gelagerten Querbuchse 33.
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Die Bewegungen des Schwenkhebels 11 entsprechen etwa den Bewegungen
des Griffes eines bekannten Ausschankhahnes, wobei das Zusammenwirken zwischen dem
Hebelarm 29 und dem Kopfteil 20 derart ist, daß am Ende jeder Abschlußbewegung -
und gleichzeitig am Anfang jeder Öffnungsbewegung -des Abschlußgliedes 9 (d. h.
nahe der Abschlußstellung desselben) die einer bestimmten Winkelbewegung des Schwenkhebels
11 zugeordnete axiale Verschiebung des Abschlußgliedes 9 nur klein ist, wodurch
sich der Durchflußquerschnitt des Hahnes in der Nähe seiner Abschlußstellung sehr
genau einstellen läßt. Bei der weiteren Öffnungsbewegung des Schwenkhebels 11 -
und insbesondere in der Nähe der öffnungsendstellung des Abschlußgliedes 9 - ist
die einer bestimmten Schwenkbewegung des Hebels 11 zugeordnete axiale Verschiebung
des Abschlußgliedes 9 wesentlich größer, wodurch eine gegebenenfalls gewünschte
größte Öffnung des Hahnes schnell herbeigeführt werden kann.
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Es leuchtet ein, daß der beschriebene Hahn sich besonders gut zum
Einfüllen von kohlensäurehaltigem Bier in Gläser, Krüge od. dgl. eignet, da beim
ersten Füllen des Glases durch eine bequeme volle Öffnung des Hahnes (d. h. Schwenkbewegung
des Hebels 11 in seine öffnungsendstellung) unverzüglich ein schneller Bierabfluß
unter Bildung einer Schaumkrone erreicht werden kann; umgekehrt läßt sich das Glas
bzw. der Krug auch bequem - ohne die Gefahr eines Überlaufens - fertig füllen, da
man mit dem Schwenkhebel vor seiner Abschlußstellung eine sehr kleine Durchflußmenge
einfach einregulieren kann, um eine Beeinträchtigung der vorher erzeugten Schaumkrone
zu verhindern.
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Wird der Schwenkhebelll in seine Abschlußendstellung gebracht, wie
sie in Fig.1 dargestellt ist, dann gelangt der mit den beiden zapfenförmigen Vorsprüngen
34 versehene Hebelarm 29 gegenüber der Längsachse der Führungsbuchse
12 etwas über seine Strecklage hinaus; wodurch der Schwenkhebel 11 selbstsperrend
in seiner Abschlußstellung gehalten wird. Ein einwandfreier Abschluß des Ventilsitzes
7 bleibt trotzdem gewährleistet, weil die Schraubendruckfeder 21
in Verbindung
mit der gegenseitigen Verschiebbarkeit der beiden Teile 19, 20 des Abschlußgliedes
9 für ein stets einwandfreies Anpressen des Abschlußkörpers
17 auf
den Ventilsitz 7 sorgt, wenn sich der Schwenkhebel 11 in seiner Abschlußstellung
befindet.
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Beim praktischen Gebrauch eines beschriebenen Hahnes hat sich gezeigt,
daß die dargestellte Konstruktion des Ventilmechanismus 10 beim Füllen der
Gläser auch jegliches Nachtropfen vermeidet. Durch den über die Sehraubendruekfeder
21 erreichten schnellen und sicheren Abschluß der Austrittsöffnung 3 des Hahnes
wird die nach dem Abschluß in der Ausflußbohrung 6 befindliche Flüssigkeit in der
Ausflußtülle 5 vollkommen zurückgehalten.
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Der ganze mit der Führungsbuchse 12 zusammenhängende und auch. den
Schwenkhebel 11 umfassende Ventilmechanismus 10 wird im Gehäuse 1 durch einen einzigen
Querstift 39 gehalten (vgl. Fig. 5), der- die zur Lagerung des. Schwenkhebels 11
dienende Querbuchse 33 axial durchsetzt. Wie aus Fig.3, 4 und 5 hervorgeht, kann
nach dem Herausziehen des Querstiftes 39 aus dem Hahn der ganze Ventilmechanismus
10 z. B. vom Schwenkhebel 11 her - aus dem Gehäuse 1 herausgezogen werden.
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Um den Hahn an der oberen öffnung seines Gehäuses 1 ein gefälliges
Aussehen zu verleihen, kann der obere Teil des Ventilmechanismus 10 noch durch eine
Abdeckkappe 40 verdeckt werden, die mit ihrem zylindrischen Mantelteil das
obere Ende der Führungsbuchse 12 umgreift und in ihrer auf die Buchse
12
aufgebrachten Lage beispielsweise durch die beiden äußeren Enden der Querbuchse
33 gehalten werden kann, die in einander gegenüberliegende kreisförmige Ausnehmungen
in der Seitenwandung der Abdeckkappe eingreifen können (vgl. Fig: 3). An ihrer Oberseite
ist die Abdeckkappe 40 mit einem Schlitz 41 versehen, durch den der
Schwenkhebel 11 nach außen ragt und der zugleich die Schwenkbewegungen des
Hebels 11 begrenzt. Wie aus Fig: 10 hervorgeht, kann die zylindrische Seitenwandung
der Kappe 40 an ihrem freien Ende auch noch mit einem inneren Ringwulst
42 versehen sein, der in der aufgesetzten Lage der Kappe in eine entsprechende
Ringnut 43 (vgl. Fig. 6) am äußeren Umfang der Führungsbuchse 12 elastisch
einschnappen kann.
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Hat man den Ventilmechanismus nach dem Herausziehen des Querstiftes
39 aus dem Gehäuse 1 des Hahnes nach oben herausgehoben, so läßt er sich nach dem
weiteren seitlichen Herausziehen der Querbuchse 33 leicht zum Zweck einer Reinigung
in seine in Fig. 6 bis 12 dargestellte Einzelteile auseinandernehmen. Das einfache
Zerlegen und das einfache Zusammenbauen werden noch dadurch erleichtert, daß die
Querbuchse 33 und der Querstift mit ihrer gemeinsamen Achse etwas seitlich der Längsachse
des Ventihnechanismus 10 angeordnet sind'. Abgesehen davon, daß die exzentrische
Anordnung der Querbuchse 33 eine günstige Raumausnutzung für die Schwenkbewegengen
des Hebelarmes 29 in der Bohrung 16 der Ventilbuchse 12 ergibt, verhindert sie nämlich
in Verbindung mit dem Querstift 39 auch jegliches falsche Wiederzusammensetzen des
Ventilmechanismus und des ganzer Hahnes.. Auch ist es vorteilhaft, wenn i der obere
Teil der Bohrung 16 der Führungsbuchse 12 in seinem Querschnitt dem Querschnitt
des Kopfteiles 20 des Abschlußgliedes 9 angepaßt ist.
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Abgesehen davon; daß sich der Hahn in der beschriebenen Weise ohne
jegliche Werkzeuge in seine i Einzelteile zerlegen läßt, weisen auch die unmittelbar
mit dem Bier oder der sonstigen Flüssigkeit in Berührung kommenden Teile des Hahnes,
also der Zuflußkanal2, die am Boden gut ausgerundete becherartige Bohrung 1a des
Gehäuses 1 und der Ausflußkanal6, keine Schmutzecken. auf, die schwer zu
reinigen sind und zu einer Verunreinigung des Bieres oder der sonstigen Flüssigkeit
führen könnten, während schließlich auch die einwandfreie Abdichtung des unteren
Kolbenteiles 19 des Abschlußgliedes 9 in der Führungsbuchse 12 jegliche Berührung
des Bieres oder der sonstigen Flüssigkeit mit den weiteren Einzelteilen des Ventilmechanismus
10 verhindert.
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Die Erfindung ist nicht an die Einzelheiten des beschriebenen Ausführungsbeispiels
gebunden. So könnten z. B.. die becherartige Bohrung des Gehäuses 1 und zugleich
die Außenfläche der Führungsbuchse 12 gleichartig konisch gestaltet sein, wenn dieses
- beispielsweise zur Erleichterung des Ein- und Ausbaues des Ventilmechanismus 10
- erwünscht sein sollte. Auch könnten über die Längsrippen 15 der Führungsbuchse
12 hinaus auch in dem Ausflußkanal 6 der Ausflußtülle 5 noch weitere Längsrippen
vorgesehen sein, wenn dies zur Erlangung eines besonders geradlinigen, wirbelfreien
Ausflusses zweckmäßig sein sollte.
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Eine ausreichende selbstsperrende Wirkung würde sich schließlich für
den Schwenkhebel 11 auch schon dann ergeben, wenn der Hebelarm 29 bei der Abschlußendstellung
des Schwenkhebels 11 mit seiner Längsachse genau parallel zur Achsrichtung des Ventilmechanismus
liegen würde. Selbstverständlich ließen sich die Einzelheiten des Ausführungsbeispiels
auch noch in anderer Weise abwandeln und ausgestalten,. ohne daß dadurch der in
den nachstehenden Ansprüchen niedergelegte Schutzumfang der Erfindung verlassen
wird.