DE1037129B - Verfahren zur Herstellung von wasserloeslichen Mischpolymerisaten - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von wasserloeslichen MischpolymerisatenInfo
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Description
DEUTSCHES
Wasserlösliche Polymerisate und Mischpolymerisate der Acrylsäure sind bekannt und werden in der
Technik entweder in Form der freien makromolekularen Säuren oder ihrer wasserlöslichen Salze als
Verdickungsmittel, Schutzkolloide u. dgl. verwendet. Für manche Anwendungsgebiete ist es aber nachteilig,
daß diese hydrophilen Polymerisationsprodukte nur eine geringe Affinität zu zahlreichen organischen Stoffen,
insbesondere zu solchen, die hydrophob sind, besitzen.
Gegenstand dieser Erfindung ist deshalb ein Verfahren zur Herstellung von Mischpolymerisaten der
Acrylsäure, die zwar wasserlöslich sind, aber trotzdem eine hohe Affinität zu organischen Verbindungen
haben.
Es wurde gefunden, daß man derartige Mischpolymerisate erhält, wenn man überwiegende Mengen von
Acrylsäure mit Acrylsäurenitril und einem Acrylsäureester eines kurzkettigen, gesättigten aliphatischen
Monoalkohols in wäßriger Lösung mischpolymerisiert. Neben den drei genannten monomeren Verbindungen
kann man zur Herstellung der Mischpolymerisate auch noch Acrylsäureamid und/oder Methacrylsäureamid
verwenden..
Geeignete kurzkettige, aliphatisebe Monoalkahole
sind insbesondere Methanol und Äthanol, ferner Propanol,
Isopropanol und die verschiedenen Butanole.
Obwohl die Konzentration der Monomeren innerhalb weiter Grenzen geändert werden kann, ist es bei der
Herstellung von Dreierpolymerisaten vorteilhaft, eine Monomeirenmischung zu benutzen, die 50' bis 90%
Acrylsäure, 2,5 bis 25% Acrylsäurenitril und 2,5 bis 15% eines Acrylsäureesters enthält. Brauchbare
Monomierenmischungen für die Herstellung von Vierer- oder Fünfer-Mischpolymerisaten bestehen
zweckmäßig aus 50 bis 86% Acrylsäure, 2 bis 10% Acrylsäurenitril, 2 bis 10% eines Acrylsäureesters und 2 bis 30'%. Acrylsäureamid und/oder Methacrylsäureamid.
Von besonderem Interesse sind Mischungen aus 65 bis 75% Acrylsäure, 3 bis 7%
Acrylsäurenitril, 3 bis 7% eines Acrylsäureesters und 10 bis 25% Acrylsäureamid und/oder Methacrylsäureamid.
Die Mischpolymerisation wird in wäßriger Lösung, zweckmäßig bei Temperaturen zwischen 15 und 50° C,
durchgeführt. Als Polymerisationsinitiatoren haben sich wasserlösliche Perverbindungen, wie Persulfate
oder Wasserstoffperoxyd, und als Polymerisationsaktivatoren
reduzierende Verbindungen, wie Formaldehydsulfoxylat oder Natriumthiosulfat, bewährt.
Hydroxylamin ist ein guter Regler bei diesem Polymerisationsverfahren.Die
gesamte Konzentration der Monomeren in dem Reaktionsmedium soll zweckmäßig
zwischen 5 und. 40%, vorzugsweise zwischen
Verfahren zur Herstellung
von wasserlöslichen Mischpolymerisaten
von wasserlöslichen Mischpolymerisaten
Anmelder:
Badische Anilin- & Soda-Fabrik
Aktiengesellschaft,
Ludwigshafen/Rhein
Dr. Hans-Joachim Krause und Dr. Franz Drexler,
Ludwigshafen/Rhein,
sind als Erfinder genannt worden
sind als Erfinder genannt worden
10 und 30%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Reaktionsmischung, liegen.
Die Mischpolymerisate können ohne vorherige Neutralisation oder nach der Neutralisation mit Basen,
z. B. Ammoniak, als Verdickungsmittel, Klebstoff, Binde-, Appretur- und Schlichtemittel verwendet werden.
Sie sind besonders als Sedimentierhilfsmittel zur
Klärung von Trüben, wie sie im Bergbau vorkommen, oder von Industrieabwässern geeignet.
Die in den nachstehenden Beispielen angegebenen Teile sind Gewichtsteile.
570 Teile Wasser, 70 Teile Acrylsäure, 20 Teile Acrylsäureamid, 5 Teile Acrylsäurenitril und 5 Teile
Acrylsäureäthylester werden in einem Rührgefäß bei Raumtemperatur gemischt, mit 0,038 Teilen. Hydroxylamin
versetzt und nach gleichmäßigem Einbringen von 0,4 Teilen Kaliumpersulfat und 0,04 Teilen Forrnaldehydsulfoxylat
sich selbst überlassen. Nach etwa 12 Stunden wird kräftig durchmischt und nach weiteren etwa 4 Stunden durch Zugabe von 90 Teilen
konzentriertem Ammoniak auf pH 8,5 gestellt.
Aus 70 Teilen Acrylsäure, 20 Teilen Acrylsäureamid, 5 Teilen Acrylsäurenitril und 5 Teilen Acrylsäuremethylester
wird eine 25%ige wäßrige Lösung hergestellt, diese mit 0,045 Teilen Hydroxylamin und
0,15 Teilen Kaliumpersulfat vermischt und bei 50° C
mit 0,015 Teilen Formaldehydsulfoxylat versetzt. Das
System wird sich selbst überlassen und nach 12 Stunden unter kräftigem Durchmischen mit konzentriertem
Ammoniak auf den gewünschten pH-Wert gebracht.
809 596/583
Durch Zugabe von 90 Teilen konzentriertem Ammoniak wird ein pH-Wert von etwa 8,5 erreicht. Der
K-Wert der l°/oigen wäßrigen Lösung beträgt etwa 35.
Aus 70 Teilen Acrylsäure, 20 Teilen Acrylsäureamid, 5 Teilen Acrylsäurenitril und 5 Teilen Acrylsäuremethylester
wird eine 25°/oige wäßrige Lösung hergestellt, mit 0,06 Teilen Hydroxylamin, 0,3 Teilen
Kaliumpersulfat und bei 35° C mit 0,015 Teilen Formaldehydsulfoxylat versetzt und weiter wie im
Beispiel 1 verfahren. Das erhaltene Mischpolymerisat hat einen K-Wert etwa 76.
Beispiel 4 „
Aus der gleichen Monomerenmischung wie im Beispiel 3 wird eine 30%>ige wäßrige Lösung hergestellt,
mit 0,06 Teilen Hydroxylamin, 0,45 Teilen Kaliumpersulfat und bei 40° C mit 0,045 Teilen Formaldehydsulfoxylat
versetzt und wie im Beispiel 1 beschrieben behandelt. Es entsteht ein Mischpolymerisat vom
K-Wert etwa 95.
70 Teile Acrylsäure, 20 Teile Acrylsäureamid, 5 Teile Acrylsäurenitril und 5 Teile Acrylsäureäthylester
werden in 3O°/oiger wäßriger Lösung mit
0,1 Teilen Hydroxylamin, 0,3 Teilen Kaliumpersulfat und bei 40° C mit 0,06 Teilen Formaldehydsulfoxylat
versetzt und wie im Beispiel 1 behandelt. Der K-Wert beträgt etwa 100.
Die gleiche Monomerenmischung wie im Beispiel 2 wird in 30%iger wäßriger Lösung mit 0,06 Teilen
Hydroxylamin, 0,3 Teilen Kaliumpersulfat und bei 25° C mit 0,03 Teilen Formaldehydsulfoxylat versetzt
und polymerisiert. Das Mischpolymerisat hat einen K-Wert etwa 120.
Die gleiche Monomerenmischung wie im Beispiel 5 wird in 15°/oiger wäßriger Lösung mit 0,03 Teilen
Hydroxylamin, 0,3 Teilen Kaliumpersulfat und bei 20° C mit 0,06 Teilen Formaldehydsulfoxylat versetzt
und polymerisiert. Der K-Wert des Mischpolymerisats liegt bei 135.
Die gleiche Monomerenmischung wie im Beispiel 5 wird in 3O°/oiger wäßriger Lösung mit 0,1 Teilen
Hydroxylamin, 0,3 Teilen Kaliumpersulfat und bei 30° C mit 0,06 Teilen Formaldehydsulfoxylat versetzt
und polymerisiert. Der K-Wert des Mischpolymerisats liegt bei 160.
Eine 15°/oige wäßrige Lösung aus 60 Teilen Acrylsäure,
35 Teilen Acrylsäureamid, 2,5 Teilen Acrylsäurenitril und 2,5 Teilen Acrylsäureäthylester wird
mit 0,03 Teilen Hydroxylamin, 0,3 Teilen Kaliumpersulfat und bei 18° C mit 0,03 Teilen Formaldehydsulfoxylat
versetzt und polymerisiert. Es entsteht ein Polymerisat vom K-Wert etwa 195.
Eine 15°/oige wäßrige Lösung aus 90 Teilen Acrylsäure, 5 Teilen Acrylsäureamid, 2,5 Teilen Acrylsäurenitril
und 2,5 Teilen Acrylsäureäthylester wird mit 0,03 Teilen Hydroxylamin, 0,3 Teilen Kaliumpersulfat
und bei 20° C mit 0,03 Teilen Formaldehydsulfoxylat versetzt und polymerisiert. Der K-Wert des entstandenen
Mischpolymerisats liegt bei 140.
Eine 15°/oige wäßrige Lösung aus 50 Teilen Acrylsäure, 25 Teilen Acrylsäurenitril, 15 Teilen Methacrylsäureamid
und 10 Teilen Acrylsäuremethylester wird mit konzentriertem Ammoniak unter Kühlung auf pH 8
gestellt und unter Rühren mit 0,3 Teilen Kaliumpersulfat und bei 20° C mit 0,1 Teilen Formaldehydsulfoxylat
versetzt. Nach beendeter Polymerisation liegt der K-Wert des Mischpolymerisats bei 60.
Eine 15%ige wäßrige Lösung aus 50 Teilen Acrylsäure, 25 Teilen Acrylsäurenitril, 15 Teilen Acrylsäureamid
und 10 Teilen Acrylsäuremethylester wird wie im Beispiel 11 bei pH 8 mit 0,3 Teilen Kaliumpersulfat
und 0,1 Teilen Formaldehydsulfoxylat polymerisiert. Der K-Wert liegt bei 90'.
Eine 15%ige wäßrige Lösung aus 60 Teilen Acrylsäure, 25 Teilen Acrylsäureniitril, 10 Teilen Acrylsäureamid
und 5 Teilen Acrylsäuremethylester wird mit konzentriertem Ammoniak auf pH 5,5 eingestellt
und bei 20° C mit 0,3 Teilen Kaliumpersulfat und 0,1 Teilen Formaldehydsulfoxylat versetzt. Nach
12 Stunden wird mit Ammoniak der gewünschte pH-Wert eingestellt. Der K-Wert des Mischpolymerisats
liegt bei 100.
Eine 15°/oige wäßrige Lösung aus 70 Teilen Acrylsäure,
10 Teilen Acrylsäurenitril, 10 Teilen Acrylsäureamid und 10 Teilen Acrylsäuremethylester wird
bei 25° C mit 0,6 Teilen Kaliumpersulfat und 0,1 Teilen Formaldehydsulfoxylat versetzt und sich selbst
überlassen, Nach 12 Stunden wird mit konzentriertem Ammoniak neutralisiert. Der K-Wert des Mischpolymerisats
liegt bei 160.
Eine 15°/oige wäßrige Lösung aus 70 Teilen Acrylsäure, 15 Teilen Acrylsäureamid, 10 Teilen Acrylsäuremethylester
und 5 Teilen Acrylsäurenitril wird bei 25° C mit 0,6 Teilen Kaliumpersulfat und 0,1 Teilen
Formaldehydsulfoxylat versetzt und wie im Beispiel 14 behandelt. Der K-Wert des Mischpolymerisats
liegt bei 195.
Eine 15°/oige wäßrige Lösung aus 50 Teilen Acrylsäure, 25 Teilen Acrylsäurenitril, 15 Teilen Acrylsäureamid
und 10 Teilen Acrylsäuremethylester wird bei 20° C mit 0,3 Teilen Kaliumpersulfat und 0,1 Teilen
Formaldehydsulfoxylat versetzt. Nach 12stündigem Stehen wird mit konzentriertem Ammoniak auf
pH 8 gestellt. Der K-Wert des Mischpolymerisats liegt bei 235.
Eine 15 °/oige wäßrige Lösung aus 80 Teilen Acrylsäure,
10 Teilen Acrylsäurenitril und 10 Teilen Acryl-
säureäthylester wird mit 0,015 Teilen Hydroxylamin, 0.3 Teilen Kaliumpersulfat und bei 20° C mit 0,03
Teilen Formaldehydsulfoxylat versetzt und polymerisiert. Der K-Wert des Mischpolymerisats liegt bei 110.
Eine 15%ige wäßrige Lösung aus 80 Teilen Acrylsäure, 5 Teilen Acrylsäurenitril und 15 Teilen Acrylsäuremethylester
wird mit 0,015 Teilen Hydroxylamin, 0,3 Teilen Kaliumpersulfat und bei 35° C mit
0.03 Teilen Formaldehydsulfoxylat versetzt und polymerisiert. Der K-Wert des Mischpolymerisats liegt
bei 100.
Eine 25%ige wäßrige Lösung aus 86,5 Teilen Acrylsäure, 6,75 Teilen Acrylsäurenitril und 6,75 Teilen
Acrylsäureäthylester wird mit 0,06 Teilen Hydroxylamin, 0,5 Teilen Kaliumpersulfat und bei
25° C mit 0,08 Teilen Formaldehydsulfoxylat versetzt. Nach der Polymerisation und der Neutralisation mit
Ammoniak erhält man ein Produkt vom K-Wert etwa 140.
Claims (2)
1. Verfahren zur Herstellung von wasserlöslichen Mischpolymerisaten, dadurch gekennzeichnet,
daß man überwiegende Mengen von Acrylsäure mit Acrylsäurenitril und einem Acrylsäureester
eines kurzkettigen, gesättigten aliphatischen Monoalkohols in wäßriger Lösung mischpolymerisiert.
2. Verfahren zur Herstellung von wasserlöslichen Mischpolymerisaten nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß man eine monomere Mischung aus 50 bis 86% Acrylsäure, 2 bis 10%
Acrylsäurenitril, 2 bis 10% eines Acrylsäureester und 10 bis 30% Acrylsäureamid und/oder Methacrylsäureamid
verwendet.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschrift Nr. 654 989;
deutsche Auslegeschrift C 5608 IVb/39c (bekanntgemacht am 15. 3. 1956).
Deutsche Patentschrift Nr. 654 989;
deutsche Auslegeschrift C 5608 IVb/39c (bekanntgemacht am 15. 3. 1956).
© 809 5W/583 8.58.
Priority Applications (7)
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|---|---|---|---|
| BE559010D BE559010A (de) | 1956-07-07 | ||
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Applications Claiming Priority (1)
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Publications (1)
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Family Applications (1)
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| DE1254592B (de) * | 1961-09-05 | 1967-11-23 | Dow Chemical Co | Verfahren zur Verbesserung der Filtrierbarkeit waessriger organischer Schlaemme |
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- 1956-07-07 DE DEB40953A patent/DE1037129B/de active Pending
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- 1957-07-05 GB GB2130057A patent/GB831832A/en not_active Expired
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