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Die
Erfindung betrifft ein temperatursensitives Anstrichmittel zur Verwendung
bei niedriger Temperatur, um die Oberflächentemperaturen von Gegenständen oder
die Oberflächentemperaturfelder,
wie die Verteilung solcher Oberflächentemperaturen zu messen,
in Fällen,
in denen die Temperaturen solcher Gegenstände oder Fluide, die solche
Gegenstände
umgeben, niedrige Temperaturen sind.
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Verfahren,
bei denen die Oberflächentemperaturen
von Gegenständen
durch Beschichtung der Oberflächen
der Gegenstände
mit einem temperatursensitiven Anstrichmittel gemessen werden, und
anschließend die
Intensität
des Lichts bestimmt wird, das von dem temperatursensitiven Anstrichmittel
emittiert worden ist, sind in der Vergangenheit als Verfahren zum
Messen der Oberflächentemperaturen
von Gegenständen
bekannt gewesen. Temperatursensitive Anstrichmittel werden üblicherweise
aus einem temperatursensitiven Luminophor, dessen Lichtemissionsintensität sich entsprechend
der Temperatur ändert
sowie einem Bindemittel hergestellt, durch welches der temperatursensitive
Luminophor in dem Anstrichmittel gestützt wird.
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Im
allgemeinen werden Verfahren, bei denen die Menge (Konzentration)
des temperatursensitiven Luminophors, der in dem temperatursensitiven
Anstrichmittel enthalten ist, erhöht wird oder Verfahren, bei
denen die Dicke des Films aus dem Anstrichmittelüberzug erhöht wird, dazu verwendet, um
die Lichtemissionsintensität
der temperatursensitiven Anstrichmittel zu erhöhen. Da jedoch solche Luminophore
je nach Typ des verwendeten Bindemittels fast unlöslich sein
können,
gibt es Grenzen hinsichtlich einer Erhöhung der Lichtemissionsintensität.
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Beispiele
für Bindemittel,
die in temperatursensitiven Anstrichmitteln in der Vergangenheit
eingesetzt worden sind, sind Dimethylsiloxane-Polymere. Wie jedoch
durch die Lagerbeständigkeit
bei niedriger Temperatur wie in Tabelle 1 angegeben, angezeigt ist,
leiden solche Polymere an dem Problem der Erzeugung von Mikrorissen
bei niedrigen Temperaturen, wenn die Filmdicke groß ist.
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Tabelle
1 Lagerbeständigkeit
bei niedriger Temperatur von Dimethylsiloxane-Polymeren
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Als
eine Gegenmaßnahme
gegen eine solche Bildung von feinen Rissen bei niedrigen Temperaturen ist
es notwendig, die Oberfläche
des Gegenstands mit dem temperatursensitiven Anstrichmittel zu beschichten,
wobei die Filmdicke begrenzt ist. Ein derartiges Vorgehen beim Anstreichen
ist jedoch im allgemeinen schwierig. Dazu kommt noch, dass im Falle
einer begrenzten Filmdicke keine ausreichende Menge des Luminophors
(in dem Überzugsfilm)
enthalten sein kann; folglich kann die Lichtemissionsintensität, die für eine Messung
erforderlich ist, nicht erhalten werden.
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Bei
Durchführen
von Experimenten in großdimensionierten
kryogenen Windkanälen,
in denen Windkanal-Modelle, deren Oberflächen mit einem temperatursensitiven
Anstrichmittel beschichtet sind, in dem Testabschnitt des Windkanals
platziert werden, und die Oberflächentemperaturfelder
auf den Windkanal-Modellen gemessen
werden, wird der Messabstand zwischen dem Modell und dem Messinstrument
als Ergebnis einer Zunahme in der Größe des Testabschnitts vergrößert, in
dem das Modell angeordnet ist. Somit ergibt sich das folgende Problem:
Ein
glänzendes
temperatursensitives Anstrichmittel mit einer großen Lichtemissionsintensität ist erforderlich, um
die Menge an Licht zu erhöhen
die auf das Messinstrument auftrifft. Folglich ist er schwierig,
in kryogenen Windkanälen
herkömmliche
temperatursensitive Anstrichmittel einzusetzen.
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Es
ist vorgeschlagen worden, Ruthenium-Komplexe als temperatursensitive
Luminophore in temperatursensitiven Anstrichmitteln zu verwenden.
Es wurden drei temperatursensitive Anstrichmittel, Luminophore, d.h.
Tris(2,2'-bipyridyl)Ruthenium(II),
Di(tripyridyl)Ruthenium(II) und Ruthenium(VH127) im absoluten Temperaturbereich
von 100 bis 298 Kelvin unter Verwendung eines durch flüssigen Stickstoff
gekühlten
Kryostaten und eines Spektrofluorometers untersucht. Die Sichtbarmachung
von Grenzschichtübergängen in
einem kryogenen Windkanal unter Verwendung von temperatursensitiven
Anstrichmitteln ist bereits beschrieben worden (Siehe Yoshimi Iijima
und zwei weitere Autoren, "Visualization
of Baundary Layer Transitions in an Cryogenic Wind Tunnel by Means
of Temperature Sensitive Paints",
Collection of Papers präsentiert
auf dem 29-ten Symposium on Visualization, Juli 2001, Vol. 21, No.
1, S. 329–331).
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Unter
diesen Materialien zeigte ein temperatursensitives Anstrichmittel,
in dem Di(tripyridyl)Ruthenium(II) als eine Sensorsonde und GP197
als Bindemittel verwendet worden sind, die höchste Empfindlichkeit. Weiterhin
wurde ein Anstrichmittel, in dem ein Epoxyharz als Bindemittel verwendet
worden ist, als hitzeisolierendes Material für die Probekörper verwendet.
In dieser Literaturstelle wird beschrieben, dass selbst bei niedrigen
Temperaturen keine Risse beobachtet wurden, solange die Dicke insgesamt
weniger als 80 μm
(10 μm von
GP197 und 70 μm
der darunter liegenden Schicht (Epoxyharz)) betrug. Das Material
GP197 ist ein Dimethylsiloxane-Polymeres,
das von der Firma Genesee Polymers Corporation (USA) vertrieben
wird. Das Lösungsmittel
hat die in Tabelle 2 aufgeführten
Komponenten (Zitierung: MSDS (MATERIAL SAFETY DATA SHEET))
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Tabelle
2 Tabelle
von Komponenten des Lösungsmittels
von GP197 (zitiert von MSDS)
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Es
ist auch schon eine Optimierung eines Verfahrens zum Herstellen
von Di(tripyridyl)Ruthenium(II)/GP197 beschrieben worden (Siehe
Yoshimi Iijima und zwei weitere Autoren, "Optimization of Temparature Sensitive
Paint Used in Cyrogenic Wind Tunnels", Collection of Papers, präsentiert
auf dem 30-ten Symposium
on Visualization, Juli 2002, Vol. 22, No. 1, S. 321–324).
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Gemäß diesem
Bericht zeigt die Emissionsintensität des Fluoreszenzlichts des
Anstrichmittels einen maximalen Wert bei einer Luminophor-Konzentration
von 1,2 bis 1,4 mg/ml. Es ist berichtet worden, dass Mikrorisse
bei ultraniedrigen Temperaturen hervorgerufen wurden, wenn die Dicke
des Überzugsfilms
aus dem temperatursensitiven Anstrichmittel über ungefähr 6 μm hinausging. Daher ist, da
die Filmdicke begrenzt ist, das Aufbringung eines gleichförmigen Films
schwierig. Es ist bekannt, dass die Rauhigkeit der Oberfläche des Models
die Messung in dem kryogenen Windkanal deutlich beeinträchtigt ist,
so dass die RMS-Oberflächenrauhigkeit
durch einen Oberflächen-Polierprozess
auf einen Wert von 0,15 μm
verringert werden kann. Dieses Verfahren ist aber in Fällen, in
denen die Filmdecke Beschränkungen
unterworfen, ist schwierig durchzuführen.
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Folglich
besteht bei temperatursensitiven Anstrichmitteln zur Verwendung
bei niedrigen Temperaturen ein Bedarf dahingehend, eine Kombination
aus temperatursensitivem Luminophor, einem Bindemittel und einem
Lösungsmittel
zu erhalten, die bei niedriger Temperatur eine gute Lagerbeständigkeit
bzw. Dauerhaftigkeit zeigen, die Erzeugung von Rissen oder dergleichen
in einer Umgebung mit niedriger Temperatur selbst im Falle einer
großen
Filmdicke zu verhindern, wodurch es ermöglicht wurde, den temperatursensitiven
Luminophor mit hoher Löslichkeit
aufzulösen,
und wodurch es ferner ermöglicht
wurde die Lichtemissionsintensität
durch Einschluss des temperatursensitiven Luminophors in dem Film
in großen
Mengen und in hoher Konzentration zu erhöhen, wenn diese Kombination
durch Be schichten oder dergl. auf die Oberfläche eines Gegenstands aufgetragen
wird.
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Aufgabe
der vorliegenden Erfindung ist es, ein temperatursensitives Anstrichmittel
für die
Verwendung bei niedriger Temperatur zur Verfügung zu stellen, das eine verbesserte
Lagerbeständigkeit
zeigt und bei dem das Bilden von Rissen in dem Film bei niedrigen
Temperaturen selbst dann verhindert wird, wenn das Anstrichmittel
in einer großen
Schichtdicke im Niedertemperaturbereich von (zum Beispiel) 0°C oder niedriger
aufgebracht wird. Dies würde
folglich ein Einstellen der Lichtemissionsintensität, wie ein
Erhöhen
der Lichtemissionsintensität
durch Erhöhen
der Menge an temperatursensitivem Luminophor in dem Film ermöglichen,
wenn das Anstrichmittel auf die Oberfläche eines Gegenstands durch
Beschichten oder dergleichen aufgebracht wird und wenn eine Oberflächenbehandlung,
wie ein Polieren der Filmoberfläche
oder dergleichen, durchgeführt
wird. Auch sollen präzise
Temperaturmessungen selbst in Fällen
durchgeführt
werden können,
in denen der Messabstand beispielsweise in einem großen kryogenen
Windkanal oder dergleichen groß ist.
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Um
diese Aufgabe zu lösen,
enthält
gemäß der Erfindung
das Anstrichmittel zur Verwendung bei niedriger Temperatur einen
Ruthenium-Komplex als einen temperatursensitiven Luminophor, ein
Polymer vom Urethan-Typ als Bindemittel und ein organisches Alkohol-Lösungsmittel
als Lösungsmittel.
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Da
in dem erfindungsgemäßen temperatursensitiven
Anstrichmittel zur Verwendung bei niedrigen Temperaturen ein Ruthenium-Komplex als temperatursensitiver
Luminophor verwendet wird, manifestiert sich die hohe Intensität der Lichtemission,
die den Ruthenium-Komplexen eigen ist, dahingehend, dass Tempera turmessungen
mit hoher Präzision
durchgeführt
werden können.
Da weiterhin ein Urethan-Polymer als Bindemittel verwendet wird,
zeigt sich die Lagerbeständigkeit
bei niedriger Temperatur, die den Urethan-Polymer eigen ist, auch
bei dem erfindungsgemäßen temperatursensitiven
Anstrichmittel. Weiterhin wurde festgestellt, dass die Verwendung
eines organischen Alkohol-Lösungsmittels
es ermöglicht,
Ruthenium-Komplexe, die die temperatursensitiven Luminophore ausmachen,
mit hoher Löslichkeit
aufzulösen.
Demgemäß kann ein
temperatursensitives Anstrichmittel zur Verwendung bei niedrigen
Temperaturen, in welchen der temperatursensitive Luminophor mit
hoher Konzentration gelöst
ist, auf die Oberflächen
der Gegenstände
in Form eines dicken Films aufgebracht werden, was mittels Beschichtungsverfahren
oder dergleichen erfolgen kann. Daher kann emittiertes Licht mit
einer großen
Variierung in der Lichtemissionsintensität in Abhängigkeit von einer Temperaturänderung
aus einem temperatursensitiven Anstrichmittel, das große Mengen
des temperatursensitiven Luminophors enthält, selbst in Umgebungen mit
niedriger Temperatur oder selbst dann, wenn der Messabstand groß ist, gemessen
werden.
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Der
vorstehend erwähnte
temperatursensitive Luminophor, der in dem erfindungsgemäßen temperatursensitiven
Anstrichmittel zur Verwendung bei niedrigen Temperaturen eingesetzt
wird, kann ein Ruthenium-Komplex sein, der aus der Gruppe bestehend
aus Di(tripyridyl)Ruthenium(II), Tris(2,2'-bipyridyl)Ruthenium(II), Ruthenium(VH127)
[Ru(VH127)], Ruthenium bis(2,2'-bipyridin)(2,2':6'2''-terpyridin)
und Ruthenium bis(4,4',
5,5'-tetramethyl-2,2'bipyridin)(2,2':6'2''-terpyridin)
ausgewählt
ist. Nachstehend werden das Di(tripyridyl)Ruthenium(II) als "Ru(trpy)2 2+",
abgekürzt.
Das Tris(2,2'-bipyridyl)Ruthenium(II)
wird als "Ru(bpy)3 2+" abgekürzt. Das
Ruthenium(VH127) wird als "Ru(VH127)2+" abgekürzt. Das
Ruthenium bis(2,2'- bipyridin)(2,2':6'2''-terpyridin)
wird als "Ru(bpy)2(trpy)2+" abgekürzt und
das Ruthenium bis(4,4',5,5'-tetramethyl-2,2'-bipyridin)(2,2':6'2''-terpyridin) wird als "Ru(Mebpy) 2 (trpy)2+ abgekürzt.
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Weiterhin
können
in dem erfindungsgemäßen temperatursensitiven
Anstrichmittel zur Verwendung bei niedrigen Temperaturen primäre gesättigte einwertige
Alkohole als organische Alkohol-Lösungsmittel eingesetzt werden.
Beispiele für
solche primären
gesättigten
einwertigen Alkohole enthalten Ethanol, Methanol, Propanol und Isobutanol.
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Wie
oben beschrieben wurde, wird in dem erfindungsgemäß bereitgestellten
temperatursensitiven Anstrichmittel zur Verwendung bei niedrigen
Temperaturen ein Ruthenium-Komplex als temperatursensitiver Luminophor
verwendet. Demgemäß manifestiert
sich eine hohe Lichtemissionsintensität, die den Ruthenium-Komplexen
eigen bzw. inhärent
ist, dahin gehend, dass Temperaturmessungen mit hoher Präzision durchgeführt werden
können.
Da ein Urethan-Polymeres als Bindemittel verwendet wird, manifestiert
sich die Lagerbeständigkeit
der Urethan-Polymeren
bei niedriger Temperatur auch in dem temperatursensitiven Anstrichmittel.
Ferner kann, da ein organisches Alkohol-Lösungsmittel als Lösungsmittel
verwendet wird, der temperatursensitive Luminophor mit hoher Löslichkeit
aufgelöst
werden. Demgemäß kann ein
temperatursensitives Anstrichmittel zur Verwendung bei niedriger
Temperatur, in welchem ein temperatursensitiver Luminophor mit hoher
Konzentration aufgelöst
ist, auf die Oberflächen
der Gegenstände
in Form eines dicken Films durch Beschichten oder dergleichen aufgebracht
werden, so dass das emittierte Licht mit einer großen Variierung
der Lichtemissionsintensität
aus einem temperatursensitiven Anstrichmittel, das selbst in Umgebungen
mit niedriger Temperatur oder selbst dann, wenn der Messabstand
groß ist,
gemessen werden kann.
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Mit
dem erfindungsgemäßen temperatursensitiven
Anstrichmittel zur Verwendung bei niedrigen Temperaturen wird folgende
Verbesserung hinsichtlich der Lagerbeständigkeit bei niedrigen Temperaturen
erzielt: Selbst wenn die Dicke des Überzugsfilms erhöht wird,
kann es bei niedrigen Temperaturen nicht zu einer Rissbildung kommen.
Demgemäß besteht
keine Notwendigkeit im Falle von ultradünnen Filmen beim Beschichten spezielle
Kontrollmaßnahmen
durchzuführen;
der Grenzwert der Filmdicke kann stark gelockert werden, so dass
das Aufbringen von Schichten auf die Oberflächen von Gegenständen erleichtert
wird. Da weiterhin die Dicke des Films erhöht werden kann, kann die Gesamtmenge
des in dem temperatursensitiven Anstrichmittelfilms enthaltenen
temperatursensitiven Luminophors so eingestellt werden, dass (zum
Beispiel) Einstellungen der Lichtemissionsintensität, ein Erhöhen der
emittierten Lichtmenge, ein weiteres Erhöhen der Lichtemissionsintensität pro Flächeneinheit
und dergleichen erfolgen können.
Wenn die Filmdicke groß ist,
kann eine ausreichende Dicke des Films gewährleistet werden, selbst wenn
die Oberfläche
poliert wird. Demgemäß ist eine Oberflächenbehandlung,
die ein Schichten auf eine extrem glatte Oberfläche(nrauhigkeit) in dem Maß einschließt, dass
keine durch Effekte der Oberflächenrauhigkeit
hervorgerufene Grenzschichtübergänge stattfinden,
im Falle von Tests möglich,
die in Windkanälen
mit hoher Reynoldszahl durchgeführt
werden. Daher ist das temperatursensitive Anstrichmittel gemäß der Erfindung
ein einsetzbares temperatursensitives Anstrichmittel zur Verwendung
bei niedrigen Temperaturen, das in Tests angewendet werden kann,
die in großen
kryogenen Windkanälen
durchgeführt
werden.
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Nunmehr
wird die Erfindung anhand der beigefügten Zeichnungen näher erläutert. Es
zeigen:
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1 ein Diagramm, das ein
Beispiel der Strukturformeln von Ruthenium-Komplexen wiedergibt,
die in dem erfindungsgemäßen temperatursensitiven
Anstrichmittel zur Verwendung bei niedriger Temperatur verwendet
werden;
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2 ein Diagramm, das die
Temperaturabhängigkeit
der Lichtemission der Luminophors im Falle der Verwendung von Ru(trpy)2 2+ als einem temperaturempfindlichen
Luminophor in dem erfindungsgemäßen temperatursensitiven
Anstrichmittel zur Verwendung bei niedrigen Temperaturen zeigt,
und
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3 eine Fotographie, die
ein typisches Beispiel der Sichtbarmachung von Grenzschichtübergängen in
einem transsonischen kryogenen Windkanal für einen Flügel zeigt, dessen Oberflächen mit
dem erfindungsgemäßen temperatursensitiven
Anstrichmittel zur Verwendung bei niedriger Temperatur beschichtet
war.
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Ausführungsformen
des erfindungsgemäßen temperatursensitiven
Anstrichmittels zur Verwendung bei niedriger Temperatur, werden
nachstehend anhand der beigefügten
Figuren erläutert.
Ein Beispiel der Strukturformeln der in den erfindungsgemäßen temperatursensitiven
Anstrichmittel verwendeten Rutheniumkomplexe ist in 1 gezeigt. Hierbei zeigen 1(a) die Strukturformel
von Ru(bpy)3 2+,1b die Strukturformel von
Ru(trpy)2 2+, 1(c) die Strukturformel
von Ru(VH127)2+, 1(d) die Strukturformel von Ru(bpy)2(trpy)2+, und 1(e) die Strukturformel
von Ru(Mebpy) 2 (trpy)2+.
Die durch die jeweiligen Strukturformeln angegebenen Verbindungen
sind Metallkomplexe, die ein Rutheniumion im Zentrum und organische
Verbindungen haben, die dieses Ion als Liganden umgeben.
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Das
erfindungsgemäße temperatursensitive
Anstrichmittel wird unter Verwendung von Ruthenium-Komplexen mit
den oben angegebenen Strukturformeln als temperatursensitiver Luminophor,
unter Verwendung eines Urethan-Polymeren als Bindemittel und unter
Verwendung eines Alkohols als Lösungsmittel hergestellt.
Die Luminophorlöslichkeit
des temperaturempfindlichen Luminophors [Ru(trpy)2]Cl2 wurde unter Verwendung von verschiedenen
Typen von Lösungsmitteln,
wie zum Beispiel niederen Alkoholen, wie Methanol, gemessen. Es
wurde festgestellt, dass dieser temperaturempfindliche Luminophor
in reinen alkoholischen Lösungsmitteln
eine höhere
Löslichkeit
hatte.
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Das
vorgenannte Material mit der Abkürzung
GP197 ist ein Bindemittel, das ein Dimethylsiloxan-Polymeres und
ein Lösungsmittel
enthält
(vergleiche Tabelle 2). Der oben genannte temperatursensitive Luminophor
kann in diesem Bindemittel zu einer Konzentration von 0.2 mg/ml
aufgelöst
werden. Weiterhin kann das klare Verdünnungsmittel für Anstrichmittel
vom Urethantyp mit der Bezeichnung C25/90S, das von der Firma Akzo
Noble Co. hergestellt wird, den vorgenannten temperatursensitiven
Luminophor in einer Konzentration von 0.2 mg/ml aufzulösen. Es
wurde weiterhin gefunden, dass, wenn Methanol als organisches Alkohol-Lösungsmittel
mit dem oben genannten Verdünnungsmittel
C25/90S im Volumenverhältnis
von 1:1 vermischt wird, dieses Mischlösungsmittel dazu im Stande
ist, den oben genannten temperatursensitiven Luminophor zu einer
Konzentration von 4 mg/ml oder mehr aufzulösen.
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Die
Messergebnisse, die hinsichtlich der Löslichkeit des Ru(trpy)2 2+ in Lösungsmitteln
erhalten wurden, sind in Tabelle 3 zusammengestellt. Im Falle von
Ru(trpy)2 2+ wurde
[Ru(trpy)2]Cl2 mit
einem Chlorid-Gegenion verwendet. Die Testtemperatur wurde auf Raumtemperatur
(26°C) eingestellt.
Im Falle von anderen Lösungsmitteln,
außer
organischen Alkohol-Lösungsmitteln,
war die Löslichkeit
extrem schlecht. So wurde beispielsweise herausgefunden, dass der
temperatursensitive Luminophor durch Toluol nicht aufgelöst werden
kann. Die jeweiligen Komponenten einer Lackverdünnungslösung, die von Kanpe Hapio Co.
vertrieben wird, und von AK-15 und JAB-05N, die von DuPont Co. vertrieben werden,
sind in Tabelle 4 aufgeführt.
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Weiterhin
scheint es so zu sein, dass der Grund für die guten Löslichkeitsergebnisse,
die mit dem oben genannten Verdünner
C25/90S der Firma Akzo Nobel Co. erzielt werden, darin liegt, dass
dieser Verdünner Propanol
als eine Komponente des Verdünnungsmittels
enthält,
wie in Tabelle 4 angezeigt wird (Zitierung: MSDS). Im Falle der
Verwendung von Methanol, Ethanol, Propanol oder Isobutanol als organisches
Alkohol-Lösungsmittel
wurden gute Ergebnisse der Löslichkeit
erhalten, was eine extrem gute Auflösung des temperatursensitiven
Luminophors Ru(trpy)2 2+ zeigt.
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Tabelle
3 Löslichkeit
von [Ru(trpy)
2]Cl
2 [Luminophor-Konzentration
0,5 mg/ml, Raumtemperatur 26°C]
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Tabelle
4 Tabelle
von Komponenten verschiedener Typen von Verdünnungsmittel (Die Verdünnungsmittel
werden alle anhand der Produktbezeichnungen von MSDS angegeben)
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Die
Lagerbeständigkeit
bzw. Dauerhaftigkeit bei Niedertemperaturbedingungen der Urethan-Polymeren
ist in den Tabellen 5 und 6 angegeben. Wie aus Tabelle 5 ersichtlich,
wurde bestätigt,
dass bei einem Polymeren, bei dem ein 1,6-Diisocyanathomopolymeres
und Hexamethylen 1,6-Diisocyanat als Rohmaterialien für das Polyurethan
verwendet worden waren, keine Rissbildung bei einer absoluten Temperatur
von 77 K, selbst bei einer Dicke des Überzugsfilms von 125 μm erfolgte.
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Tabelle
5 Lagerbeständigkeit
bei niedriger Temperatur des Urethan-Polymeren
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Tabelle
6 bestätigt,
dass bei Verwendung eines Polymeren, bei dem ein aliphatisches Polyisocyanat und
ein Hexamethylen-Diisocyanat-Polymeres
(HDI Polymeres als Rohmaterialien des Polyurethan verwendet worden
waren, sich keine Rissbildung bei einer absoluten Temperatur von
77 K bis zu einer Dicke des Überzugsfilms
von 40 μm
zeigte.
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Tabelle
6 Lagerbeständigkeit
bei niedriger Temperatur des Urethan-Polymeren
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2 zeigt die Temperaturabhängigkeit
des temperatursensitiven Luminophors im Falle der Verwendung von
Ru(trpy)2 2+ als
temperatursensitivem Luminophor. In 2 sind
auf der horizontalen Achse die absolute Temperatur und auf der vertikalen
Achse das Verhältnis
von Lichtemissionsintensität
zu Emissionsintensität
eines Referenzlichts aufgetragen. Wie ersichtlich, hat dieser Luminophor
eine im wesentlichen lineare Sensitivität bei absoluten Temperaturen
von 200 K bis 100 K hat. Weiterhin wird beim Vergleich der Referenzlichtemissionsintensität eines
Dimethylsiloxanpolymeren (Filmdicke von 6 μm) mit der Referenzlichtemissionsintensität eines
Urethan-Polymeren
(Filmdicke von 20 μm)
ersichtlich, dass die Lichtemissionsintensität der Urethan-Polymeren größer ist
als diejenige des Dimethylsiloxan-Polymeren, und zwar um einen Betrag,
der der Zunahme der Dicke entspricht. Im vorliegenden Beispiel erreicht
die Zunahme der Lichtemissionsintensität ungefähr den 2,8-fachen Wert.
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Ein
Verifizierungstest des erfindungsgemäßen temperatursensitiven Anstrichmittels
zur Verwendung bei niedrigen Temperaturen wurde mittels eines Test
im Windkanal unter Verwendung eines transsonischen kryogenen Windkanals
durchgeführt.
Ein Flügel,
dessen Oberflächen
mit dem erfindungsgemäßen, temperatursensitiven
Anstrichmittel beschichtet waren, wurde in den Testabschnitt des
transsonischen kryogenen Windkanals eingebracht und die Temperaturverteilung
in den Grenzschichtübergängen auf
den Oberflächen des
Flügels
wurde in einem Windkanaltest gemessen, der in dem kryogenen, transsonischen
Windkanal durchgeführt
wurde. Ein typisches Beispiel der Visualisierung der in diesem Fall
erhaltenen Temperaturverteilung ist in der Photographie in 3 wiedergegeben.
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In 3 zeigt der Hell-Dunkel-Grenzbereich 3 auf
der Flügeloberfläche 2,
der in der einer Position lokalisiert ist, die annähernd 60%
in Richtung der Profilsehne des Flügels 1 liegt, eine
Position wo sich die Temperatur plötzlich ändert; der Grenzbereich 3 entspricht
der Position eines natürlichen Übergangs
der Grenzschicht.
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Als
Ergebnis der Verwendung eines Ruthenium-Komplexes als ein temperatursensitiver
Luminophor bei dieser Ausführungsform
des temperatursensitiven Anstrichmittels zur Verwendung bei niedriger
Temperatur, wird die Eigenschaft einer hohen Lichtemissionsintensität manifestiert,
die Ruthenium-Komplexen eigen ist. Weiterhin wird erfindungsgemäß die Löslichkeit
durch Verwenden eines Alkohol-Lösungsmittels
zum Auflösen
des temperatursensitiven Luminophors verbessert, so dass ein temperatursensitives
Anstrichmittel mit einer hohen Lichtemissionsintensität erhalten
werden kann. Weiterhin wird auch als Ergebnis der Verwendung eines
Urethan-Polymeren als Bindemittel die Eigenschaft manifestiert,
dass sich eine Dauerhaftigkeit bei niedriger Temperatur selbst im
Falle einer großen
Filmdicke zeigt, die Urethan-Polymere eigen ist. Es wird daher ein
temperatursensitives Anstrichmittel für die Verwendung bei niedrigen
Temperaturen mit großer
Lichtemissionsintensität,
wie in 2 dargestellt,
erhalten. Auch besteht Spielraum hinsichtlich der Filmdicke für die Einstellung
der Lichtemissionsintensität
und der Oberflächenkontrolle,
wie einem Polieren der Oberfläche
und dergleichen, entsprechend den Testbedingungen und dergleichen.