-
Die
vorliegende Erfindung betrifft allgemein die Verbesserung der Bedruckungs-
und Beschreibungs-Eigenschaften von Bedruckstoffen, insbesondere
von Sicherheitspapieren für
Wertdokumente, durch eine die Toneranhaftung verbessernde Beschichtung.
Die Erfindung betrifft insbesondere die Verbesserung der Bedruckungseigenschaften
in digitalen Druckverfahren, bevorzugt Laserdruckverfahren.
-
Sicherheitspapiere
für Wertdokumente
wie beispielsweise Banknoten, Aktien, Schecks, Urkunden, Pässe, Führerscheine
und andere Ausweisdokumente, werden mit einer Vielzahl unterschiedlicher Druckverfahren
bedruckt. Manche Wertdokumente, beispielsweise Schecks, werden zusätzlich vom
Verwender beschrieben. In zunehmenden Maße werden digitale Druckverfahren
(Non-Impact-Druckverfahren) eingesetzt, wie Elektrofotografie, Magnetografie, Ink-Jet-Drucken,
elektrostatisches und Wärmeübertragungs-Drucken. Besonders
bevorzugt ist Laserdrucken.
-
Zur
Erzeugung der Druckbilder werden druckbilderzeugende Mittel in Form
von trockenen oder flüssigen
Tonern, Tinten auf wässeriger
oder Lösungsmittel-Basis
oder aufschmelzbare Tinten verwendet. Das Verbinden der druckbilderzeugenden Mittel
mit dem zu bedruckenden Substrat erfolgt durch Wärme, Druck, eine Kombination
aus Wärme und
Druck, oder durch Solvatation. Die Qualität und Dauerhaftigkeit des Druckbilds
wird wesentlich von den Anhaftungseigenschaften der druckbilderzeugenden
Mittel an dem Substrat, d. h. dem Bedruckstoff, bestimmt.
-
Die
zu bedruckenden Substrate sind meist aus Papier, häufig aber
auch aus Kunststoff, aus mit Kunststoff beschichtetem Papier, aus
Kunstfasern oder aus Gemischen von natürlichen Fasern und Kunstfasern,
oder aus anderen Materialien. Die Hafteigenschaften des Toners hängen von
der Art des Substratmaterials ab, und selbst bei gleichartigen Substratmaterialien
variieren die Hafteigenschaften stark in Abhängigkeit von der Materialbeschaffenheit, beispielsweise
von der Sorte des verwendeten Papiers, seinem Füllstoffgehalt, seiner Glätte, seiner Leimung,
etc.
-
Es
ist wünschenswert,
die unterschiedlichsten Substrate mit guter Qualität zu bedrucken.
Die Druckbilder sollen klar und scharf sein, ohne Kleckse und Verschmierungen
der Druckfarbe und ohne Stellen mangelhafter Druckfarbenannahme.
Außerdem sollte
der Druck abriebfest sein und auch bei starker mechanischer Belastung
wie beispielsweise einem Knicken des Substrats nicht abplatzen.
-
Die
Bedruckung von Sicherheitspapieren für Wertdokumente stellt ein
besonderes Problem dar, da hier zum Teil sehr aufwändige Druckbilder
mit feinsten Linien aufgedruckt werden müssen und da die Druckbilder
aus Gründen
der Fälschungssicherheit
auch keinesfalls entfernbar oder veränderbar sein dürfen. Außerdem sind
Wertdokumente häufig überdurchschnittlichen
bis extremen mechanischen Beanspruchungen ausgesetzt. Ausweisdokumente beispielsweise
werden während
ihrer Gebrauchsdauer unzählige
Male angefasst, geknickt, eventuell auch versehentlich mit Kleidungsstücken mitgewaschen
oder zusammen mit scheuernden oder kratzenden Gegenständen aufbewahrt.
Dies kann zu ungewollten Druckfarbeverlusten führen. Ein weiterer zu berücksichtigender
Aspekt ist die gewollte Entfernung von Aufdrucken oder Aufschriften
von Wertdokumenten mit dem Ziel der Fälschung des Wertdokuments,
beispielsweise eines Ausweisdokuments oder einer Urkunde. Bei Sicherheitspapieren
für Wertdokumente
ist eine präzise
Bedruckbarkeit mit hervorragender Haftfähigkeit des Druckbildes daher von
größter Wichtigkeit.
-
Es
wurden zahlreiche Versuche unternommen, die Tonerhaftung an verschiedenen
Substraten, unter anderem an Sicherheitspapieren, zu verbessern.
-
Die
US-Patente Nr. 4 440 827, Nr. 4 269 891, Nr. 4 425 405 und Nr. 4
474 847 offenbaren im Tintenstrahldruckverfahren bedruckbare Papiere
mit einer Tintenabsorptionsbeschichtung, die Bindemittel, Pigmente
und/oder Füllstoffe
enthält.
Als Pigmente und Füllstoffe
werden unter anderem Silicium und Titanoxid verwendet. Eine spezielle
Eignung der beschichteten Papiere für Sicherheitspapiere oder eine Eignung
für andere
Druckverfahren als Tintenstrahldruckverfahren ist nicht offenbart.
-
EP 0 507 998 B1 offenbart
ein Verfahren zur Herstellung eines beschichteten Substrats, das
die Anhaftung von druckbilderzeugenden Mitteln, wie elektrografischen
Tonern, verbessert. Das Substrat wird mit einer Zubereitung aus
einer Dispersion von teilchenförmigem
Siliciumdioxid, teilhydrolysiertem Polyvinylalkohol und Wasser und
gegebenenfalls einem weiteren Lösungsmittel
beschichtet, beispielsweise durch Flexodruck, Tiefdruck oder Umkehrwalzenbeschichtung,
und getrocknet. Die Mengenverhältnisse
der Bestandteile und die Auftragsmengen werden so gewählt, dass
die Beschichtung nach dem Trocknen 50 bis 95 Gew% Siliciumdioxid
und 5 bis 50 Gew% Polyvinylalkohol-Bindemittel aufweist und das Auftraggewicht
unter 3,0 g/m
2 pro Substratseite beträgt. Das
beschichtete Substrat ist für
eine Bedruckung mit Digitaldruckverfahren geeignet und weist eine
gute Tonerhaftung auf. Es wird für
Wertdokumente empfohlen.
-
Die
mit
EP 0 507 998 B1 verwandten
US-Patente Nr. 5 437 925, Nr. 5 605 725, Nr. 5 622 781 und Nr. 5
656 369 offenbaren zusätzlich,
der die Tonerhaftung verbessernden Beschichtungszusammensetzung
Leimungsmittel, gegebe nenfalls in Kombination mit Füllstoffen,
wie beispielsweise Titandioxid, beizumischen. US-A-5 656 369 offenbart
Geschäftsformulare
mit integrierten Aufklebern, wobei die Aufkleber mit der die Tonerhaftung
verbessernden Beschichtung versehen sind.
-
Die
in
EP 0 507 998 B1 und
den verwandten US-Patenten offenbarte Beschichtung schafft eine gute
Bedruckbarkeit mit digitalen Druckverfahren sowie eine gute Tonerhaftung,
so dass die entsprechend beschichteten Substrate dem anspruchsvollen Anforderungsprofil
für Sicherheitspapiere
grundsätzlich
gerecht werden.
-
Es
besteht jedoch Bedarf an weiteren Bedruckstoffen, insbesondere im
Bereich der Sicherheitspapiere für
Wertdokumente, deren Annahmeverhalten für Aufdrucke und/oder Aufschriften
eine Manipulation der Aufdrucke oder Aufschriften erschwert bzw.
im besten Falle weitgehend verhindert. Daneben ist es wünschenswert,
die Stabilität
des Aufdruckes im Gebrauch zu verbessern, d.h. beispielsweise ein
Abplatzen des Toners an Knickstellen zu minimieren.
-
Aufgabe
der vorliegenden Erfindung ist es daher, Bedruckstoffe bereitzustellen,
die eine hervorragende Haftung von Aufdrucken und/oder Aufschriften
gewährleisten.
-
Aufgabe
der vorliegenden Erfindung ist es insbesondere, Sicherheitspapiere
für Wertdokumente
bereitzustellen, die eine hervorragende Haftung von Aufdrucken und/oder
Aufschriften und somit eine erschwerte Manipulierbarkeit aufweisen.
-
Aufgabe
der vorliegenden Erfindung ist es ferner, Bedruckstoffe bereitzustellen,
die mit Digitaldruckverfahren, insbesondere Laserdruckverfahren, bedruckbar
sind.
-
Aufgabe
der vorliegenden Erfindung ist es auch, Bedruckstoffe bereitzustellen,
die eine hervorragende Haftung von Trockentonern gewährleisten.
-
Aufgabe
der vorliegenden Erfindung ist es darüber hinaus, ein Verfahren zur
Herstellung derartiger Bedruckstoffe bereitzustellen.
-
Aufgabe
der vorliegenden Erfindung ist es weiterhin, Wertdokumente mit Aufdrucken
bereitzustellen, die im Wesentlichen nicht entfernbar sind oder
nicht in einem Ausmaß entfernbar
sind, das eine Manipulation des Wertdokuments erlaubt.
-
Die
vorstehenden Aufgaben werden gelöst durch
den Bedruckstoff gemäß Anspruch
1, vorzugsweise ein Sicherheitspapier zur Herstellung von Wertdokumenten,
mit einem flächigen
Substrat, das zumindest teilweise mit einer Beschichtung versehen ist,
die mindestens ein Bindemittel und pyrogenes Titandioxid enthält.
-
Die
Aufgaben werden auch gelöst
durch das Wertdokument gemäß Anspruch
14, das ein bedrucktes Sicherheitspapier mit den obigen Merkmalen
aufweist.
-
Die
Aufgaben werden ferner gelöst
durch das Verfahren zur Herstellung des Bedruckstoffs, vorzugsweise
des Sicherheitspapiers, gemäß Anspruch
23, bei dem ein Substrat mindestens bereichsweise mit einer Beschichtungszusam mensetzung
beschichtet wird, die pyrogenes Titandioxid, mindestens ein Bindemittel
und mindestens ein Lösungsmittel
enthält
und getrocknet wird.
-
Die
Aufgaben werden weiterhin gelöst
durch die Beschichtungszusammensetzung für einen Bedruckstoff, vorzugsweise
ein Sicherheitspapier, gemäß Anspruch
15, die pyrogenes Titandioxid, mindestens ein Bindemittel und mindestens
ein Lösungsmittel
enthält.
-
Die
Aufgaben werden darüber
hinaus gelöst durch
die Verwendung von pyrogenem Titandioxid zur Verbesserung der Tonerhaftung
an einem Bedruckstoff, vorzugsweise einem Sicherheitspapier, gemäß Anspruch
34.
-
Bevorzugte
Merkmale der vorliegenden Erfindung sind in den jeweiligen Unteransprüchen angegeben.
-
Im
Folgenden wird die Erfindung anhand von Sicherheitspapieren für Wertdokumente
erläutert. Die
Vorteile der vorliegenden Erfindung kommen insbesondere bei Sicherheitspapieren
für Wertdokumente,
bei denen es von größter Bedeutung
ist, dass aufgebrachte Druckbilder nicht bzw. nur sehr schwer manipuliert
werden können,
zum Tragen. Grundsätzlich
ist die Erfindung jedoch für
beliebige Bedruckstoffe geeignet, beispielsweise für Substrate
aus beliebigen Papieren, Pappen, Kunstfasern, Kunststoffen oder
Metall.
-
Unter
einem Wertdokument sind Banknoten, Aktien, Schecks, Urkunden, Pässe, Führerscheine und
andere Ausweisdokumente zu verstehen oder andere Dokumente und Schriftstücke, die
im weitesten Sinne von finanziellem Wert oder urkundlicher Bedeutung
sind.
-
Sicherheitspapiere
sind das Material, aus dem die Wertdokumente hergestellt werden,
also flächige
Substrate mit oder ohne Aufdrucke, Beschichtungen, spezielle Sicherheitselemente,
etc., d. h. es handelt sich um Zwischenprodukte bei der Herstellung
eines Wertdokuments. Im Unterschied zum Wertdokument ist das Sicherheitspapier
noch nicht im verkehrsfähigen
Zustand.
-
Unter
einem Toner werden hierin allgemein druckbilderzeugende Mittel verstanden,
d. h. Druckfarben und Tinten jeglicher Art, insbesondere Trockentoner.
Die Verbesserung der Toner-Hafteigenschaften ist bei der vorliegenden
Erfindung bei Trockentonern besonders ausgeprägt.
-
Erfindungsgemäß wird das
Sicherheitspapier mindestens an einer seiner Oberflächen zumindest
teilweise mit einer Beschichtungszusammensetzung beschichtet, die
pyrogenes Titandioxid, mindestens ein Bindemittel und vorzugsweise
mindestens ein Lösungsmittel
enthält.
Durch Trocknen des mit der Beschichtungszusammensetzung versehenen Sicherheitspapiers
wird das Lösungsmittel
entfernt und das Sicherheitspapier weist an den beschichteten Bereichen
eine Beschichtung auf, die pyrogenes Titandioxid und mindestens
ein Bindemittel enthält.
-
Die
Verwendung von pyrogenem Titandioxid ist ein wesentliches Merkmal
der vorliegenden Erfindung. Pyrogenes Titandioxid wird in der Flamme
aus Titantetrachlorid durch Umsetzung mit Sauerstoff hergestellt.
Es besitzt eine geringe innere Oberfläche und deutlich weniger Hydroxylgruppen
als durch Ausfällen
und Brennen hergestelltes Titandioxid. Vorzugsweise weist das pyrogene
Titandioxid eine Oberfläche
nach BET (nach DIN 66131) von weniger als 100, besonders bevorzugt
von etwa 50 auf. Der Teilchendurchmesser von pyrogenem Titandioxid
ist typischerweise kleiner als 0,5 μm. Überra schenderweise wurde festgestellt,
dass die Beschichtung von Substraten für Sicherheitspapiere mit einer
pyrogenes Titandioxid und Bindemittel enthaltenden Beschichtung
die Haftfähigkeit
der druckbilderzeugenden Mittel, insbesondere der Trockentoner,
wesentlich verbessert und damit die Manipulierbarkeit der aus den
beschichteten Sicherheitspapieren hergestellten Wertdokumente deutlich
erschwert oder verhindert. Zudem wird die Umlauffähigkeit
bzw. Beständigkeit
wesentlich verbessert.
-
Die
verbesserten Eigenschaften sind vermutlich darauf zurückzuführen, dass
durch die auf das Papier aufgebrachte erfindungsgemäße Beschichtungszusammensetzung
dem Toner eine vergrößerte Oberfläche geboten
wird, so dass daraus eine verbesserte „Verankerung" des Toners resultiert. Zusätzlich könnte auch
die besonders homogene Größenverteilung
der pyrogenen TiO2-Partikel positiven Einfluss
haben. Hierbei handelt es sich nur um den Versuch einer Erklärung und
nicht um eine wissenschaftlich bestätigte Theorie.
-
Die
Beschichtung muss mit den Erfordernissen des später durchzuführenden
Druckprozesses vereinbar sein. Bei Laserdruckprozessen bedeutet das,
dass der beschichtete Bedruckstoff gleichmäßig elektrostatisch beladbar
und gut elektrostatisch entladbar sein muss und eine hohe Oberflächenenergie haben
sollte.
-
Bei
Sicherheitspapieren darf durch die Beschichtung die Haptik des Sicherheitspapiers
nicht verändert
werden, d. h. Eigenschaften, wie Klang, Glätte und Biegesteifigkeit des
Papiers, sollten im Wesentlichen unverändert erhalten bleiben. Diese Erfordernisse
sollten bei der Wahl der Komponenten der Beschichtungszusammensetzung
berücksichtigt werden.
-
Die
Zusammensetzung zur Beschichtung der Sicherheitspapiere enthält neben
pyrogenem Titandioxid mindestens ein Bindemittel, vorzugsweise ein
Lösungsmittel
und gegebenenfalls weitere Zusatzstoffe.
-
Als
Bindemittel werden vorzugsweise Acrylate oder Bindemittelsysteme,
die einen hohen Prozentsatz Acrylate enthalten, Polyurethane, Polyvinylalkohole
(PVA), gegebenenfalls teilhydrolysierte Polyvinylalkohole und Polyamide
verwendet. Besonders bevorzugt sind Polyvinylalkohole sowie Bindemittelsysteme,
die Polyvinylalkohole als einen Hauptbestandteil, d. h. mehr als
50 Gew% Polyvinylalkohol, enthalten. Wenn nicht nur ein Bindemittel,
sondern ein Bindemittelsystem mit mehreren Polymerbestandteilen
verwendet wird, so können
diese als Mischung oder als Copolymere vorliegen. Besonders günstig sind
chemisch oder physikalisch vernetzbare Bindemittel-Zusammensetzungen.
-
Für die Zwecke
der vorliegenden Erfindung besonders bevorzugt sind Polyvinylalkohole
mit einem Hydrolysegrad von 87 bis 99 % und Polyvinylalkohole mit
einem Polymerisationsgrad Pn von 1000 bis
4000.
-
Die
Wahl des geeigneten Lösungsmittels hängt vor
allem von dem verwendeten Bindemittel bzw. Bindemittelgemisch ab.
Bevorzugte Lösungsmittel
sind Wasser und andere polare Lösungsmittel, wie
Alkohole, insbesondere Isopropylalkohol, Ethanol und Butanol. Das
am meisten bevorzugte Lösungsmittel
ist Wasser. Es können
reine Lösungsmittel
oder Lösungsmittelgemische
verwendet werden. Die Verwendung eines leichter flüchtigen
Lösungsmittels
oder die Mitverwendung eines leichter flüchtigen Lösungsmittels in einer wässerigen
Beschichtungszusammensetzung hat den Vorteil einer schnelleren Trocknung
der Beschichtung.
-
Die
Beschichtungszusammensetzung kann außerdem übliche Zusatzstoffe, wie Pigmente,
Füllstoffe,
Biocide, Fungicide, Gleitmittel, Entschäumungsmittel, Leimungsmittel,
etc., in üblichen
Mengen enthalten, soweit sie sich nicht störend auf die Tonerhafteigenschaften
der Beschichtung auswirken und die Haptik des Substrats nicht störend verändern. Durch
Beigabe geeigneter Zusatzstoffe lassen sich auch Farbe und Transparenz
der Beschichtung in der gewünschten
Weise einstellen. Als Gleitmittel wird vorzugsweise Wachs (z.B.
LUBA-PRINT 499 von Bowler GmbH, Rottweil), als Entschäumer vorzugsweise Öl, Tenside,
Polymere (z.B. Byk-012 von Byk-Chemie, Wesel), als Dispergieradditiv
vorzugsweise Polymere (z.B. Disperbyk-191 von Byk-Chemie, Wesel) eingesetzt.
Das Gleitmittel beträgt
vorzugsweise maximal 4 Gew%, der Entschäumer vorzugsweise maximal 1
Gew% und das Dispergiermittel vorzugsweise maximal 1 Gew% der Beschichtungszusammensetzung.
-
Der
Lösungsmittel-Anteil
der Beschichtungszusammensetzung liegt bevorzugt bei etwa 25 bis
45 %, besonders bevorzugt bei etwa 30 bis 40 %. Wenn nichts anderes
angegeben ist, bedeuten „%" hierin stets „Gew%". Der Anteil der übrigen Bestandteile der
Beschichtungszusammensetzung beträgt bevorzugt etwa 5 bis 45
% pyrogenes Titandioxid, etwa 10 bis 50 % Bindemittel oder Bindemittelgemisch
und gegebenenfalls eine kleine Menge der oben genannten Zusatzstoffe,
wobei die Zusatzstoffe bevorzugt nicht mehr als etwa 6 % der Beschichtungszusammensetzung
ausmachen. Es versteht sich, dass sich die prozentualen Anteile
der einzelnen Komponenten der Beschichtungszusammensetzung insgesamt
zu 100 % addieren.
-
Besonders
bevorzugt ist ein Anteil von etwa 0,5 bis 1,5 Teile pyrogenes Titandioxid
(Trockensubstanz) und etwa 0,5 bis 1,5 Teile Bindemittel (Trockensubstanz)
auf 100 Teile Flotte Beschichtungszusammensetzung.
-
Die
Beschichtungszusammensetzung ist eine Dispersion, in der bevorzugt
alle Komponenten in feindisperser bzw. gelöster Form vorliegen. Besonders
bevorzugt sind die mittleren Teilchengrößen von pyrogenem TiO2 kleiner als 100 nm, und ganz besonders
bevorzugt kleiner als 30 nm.
-
In
der fertigen Beschichtung, das heißt nach der Entfernung des
Lösungsmittels,
beträgt
der Gehalt an pyrogenem Titandioxid bevorzugt 50 bis 90 %, besonders
bevorzugt 60 bis 80 %. Der Gehalt an Bindemittel bzw. Bindemittelgemisch
beträgt
bevorzugt 10 bis 50 %, besonders bevorzugt 20 bis 40 %. Der Gehalt
an Zusatzstoffen, sofern vorhanden, beträgt insgesamt nicht mehr als
bis zu 6 %. Es versteht sich, dass sich die Anteile der Einzelkomponenten
insgesamt zu 100 % addieren.
-
Die
erfindungsgemäße Beschichtungszusammensetzung
wird mittels gängiger
Beschichtungsverfahren auf das zu beschichtende Substrat aufgebracht,
bevorzugt aufgestrichen oder aufgedruckt. Besonders bevorzugte Auftragungsverfahren sind
mittels Flexodruck, in der Leimpresse, Filmpresse, oder im Anschwemmverfahren
in der Lackiermaschine. Die Beschichtung kann sowohl offline, also nach
Fertigstellung des Papiers, oder inline, also sofort nach der Papierherstellung
in der Papiermaschine, aufgebracht werden. Besonders bevorzugt ist
die Aufbringung offline im Flexodruckverfahren.
-
Das
Substrat kann vollflächig
oder nur teilweise beschichtet werden. Sinnvollerweise werden zumindest
die Teilbereiche des Substrats beschichtet, die später bedruckt
werden sollen. Üblicherweise wird
mindestens eine Oberfläche
vollflächig
beschichtet, bei Sicherheitspapieren, die auf beiden Oberflächen bedruckt
werden, wie beispielsweise Schecks, empfiehlt es sich, beide Oberflächen zu
beschichten.
-
Die
Beschichtungszusammensetzung kann in einem Schritt oder in mehreren
Schritten aufgebracht werden, bevorzugt wird sie in einem Schritt aufgebracht.
Die Auftragsmenge wird so gewählt, dass
sich nach dem Trocknen des beschichteten Substrats ein Auftraggewicht
von weniger als 3,0 g/m2, besonders bevorzugt
weniger als 2,0 g/m2 Substratfläche, pro
Oberfläche
des Substrats ergibt. Diese Auftraggewichte beziehen sich auf den
vollflächigen
Auftrag. Werden nur Teilbereiche eines Substrats beschichtet, beträgt das Auftraggewicht
entsprechend weniger als 3,0 g/m2 bzw. weniger
als 2,0 g/m2 beschichteter Bereich. Besonders
bewährt
haben sich Auftraggewichte von 0,8 bis 1,6 g/m2,
insbesondere von 1,1 bis 1,2 g/m2 beschichteter
Bereich.
-
Höhere Beschichtungsgewichte
können
unter Umständen
zu Problemen bei der Zuführung
zu Hochgeschwindigkeitsdruckern führen oder die Haftung der Toner
nicht in der gewünschten
Weise verbessern. Sehr geringe Beschichtungsgewichte von weniger
als ca. 0,5 g/m2 beschichteter Bereich erzielen
manchmal ebenfalls nicht die gewünschte
Verbesserung der Tonerhaftung.
-
Nach
dem Aufbringen der Beschichtungszusammensetzung wird das beschichtete
Substrat getrocknet. Die Art und die Bedingungen des Trocknungsvorgangs
richten sich in erster Linie nach den verwendeten Lösungsmitteln.
Bevorzugt ist die Trocknung durch Luftkonvektion, besonders bevorzugt
bei einer Temperatur von etwa 80 bis etwa 150°C, durch Mikrowellen- oder Infrarot-Bestrahlung.
-
Nach
Beendigung des Trocknungsvorgangs kann das beschichtete Sicherheitspapier
bedruckt werden. Bevorzugt werden dafür digitale Druckverfahren (Non-Impact-Druckverfahren)
eingesetzt, wie Elektrofotografie, Magne tografie, Ink-Jet-Drucken, elektrostatisches
und Wärmeübertragungs-Drucken. Ein im Zusammenhang
mit der vorliegenden Erfindung besonders bevorzugtes Druckverfahren
ist der Laserdruck (Elektrofotografie).
-
Zum
Bedrucken der erfindungsgemäß beschichteten
Sicherheitspapiere werden bevorzugt Trockentoner eingesetzt, da
diese ganz besonders gut haften. Besonders bevorzugte Trockentoner
sind diejenigen, die ausschließlich
aus Pigment plus Bindemittel bestehen.
-
Als
Substrate für
die erfindungsgemäßen Sicherheitspapiere
können
grundsätzlich
alle gewünschten
Substrate verwendet werden. Übliche
Sicherheitspapiere bestehen aus Fasern von Einjahrespflanzen, insbesondere
aus Baumwollfasern, oder aus Zellstoff oder Gemischen von Baumwolle und
Zellstoff. Es gibt auch Sicherheitspapiere aus Kunstfasern und aus
Mischungen von natürlichen Fasern
und Kunstfasern, wobei als Kunstfaser insbesondere Polyamid und/
oder Polyester verwendet wird. Sicherheitspapiere im Sinne der vorliegenden Erfindung
sind auch Flachmaterialien aus Kunststoff, beispielsweise Folien
aus PET, oder Metallfolien. Die erfindungsgemäße Beschichtung bewirkt bei
allen Substraten eine Verbesserung der Tonerhaftung. Die erfindungsgemäße Beschichtung
hat neben der Verbesserung der Tonerhafteigenschaften auch Substratschutzeigenschaften.
-
Die
Substrate können
vor dem erfindungsgemäßen Beschichten
unbedruckt sein oder bereits irgendeine Art von Aufdruck tragen,
sie können
glatte oder strukturierte Oberflächen
aufweisen oder ganz oder teilweise mit verstärkenden, schützenden
oder anderen Beschichtungen ausgestattet sein oder in sonstiger
Weise vorbehandelt sein.
-
In
den Zeichnungen zeigen:
-
1 eine
Ausführungsform
eines erfindungsgemäßen Wertdokuments
in Draufsicht;
-
2 eine
andere Ausführungsform
eines erfindungsgemäßen Wertdokuments
im Schnitt.
-
1 zeigt
einen Ausweis 1 mit einem Substrat 2 aus Papier,
das an einer Oberfläche
halbseitig mit einer Beschichtung 3 gemäß der vorliegenden Erfindung
ausgestattet ist. Die andere Oberfläche (in 1 nicht
sichtbar), ist vollflächig
mit einer Beschichtung gemäß der vorliegenden
Erfindung ausgestattet. Die beschichteten Bereiche tragen einen Aufdruck 4,
in 1 als parallele Linien dargestellt. Auf dem nicht
beschichteten Oberflächenbereich
des Ausweises ist eine Fotografie 5 des Ausweisbesitzers
sowie eine Einstecktasche 6 für eine Wertmarke 7 befestigt.
-
Die
Wertmarke 7 ist in 2 dargestellt.
Die Wertmarke 7 weist ein Substrat 8 aus Papier
auf, das an einer Oberfläche
vollflächig
mit einer Beschichtung 9 gemäß der vorliegenden Erfindung
beschichtet ist. Das Substrat 8 mit der Beschichtung 9 ist
ein Sicherheitspapier im Sinne der vorliegenden Erfindung. Es wird
auf der beschichteten Oberfläche
mit einem Aufdruck 10 bedruckt. Erlangt das Sicherheitspapier
durch den Aufdruck 10 noch keine Gültigkeit, ist die Kombination
aus Substrat 8, Beschichtung 9 und Aufdruck 10 im
Sinne der vorliegenden Erfindung weiterhin ein Sicherheitspapier.
Ist der Aufdruck 10 von der Art, dass die Wertmarke durch
den Aufdruck fertiggestellt wird, ist die Kombination aus Substrat 8, Beschichtung 9 und
Aufdruck 10 im Sinne der vorliegenden Erfindung ein Wertdokument.
-
Die
Erfindung wird nun anhand von Ausführungsbeispielen zur Herstellung
und Bedruckung erfindungsgemäßer Sicherheitspapiere/Wertdokumente und
anhand von Versuchen zur Bestimmung der Tonerhaftung an erfindungsgemäßen Sicherheitspapieren/Wertdokumenten
beschrieben.
-
Wie
aus den obigen Beispielen ersichtlich ist, wird die Tonerhaftung
an Substraten, die mit pyrogenes Titandioxid und Bindemittel enthaltenden
Beschichtungen beschichtet sind, erheblich verbessert. Die Tonerhaftung
ist auch gegenüber
Beschichtungen mit Siliciumdioxid und Bindemittel verbessert, insbesondere
wenn der Bedruckstoff mit Trockentonern und/oder im Laserdruckverfahren
bedruckt wird.