-
Die
Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Einrichtung zum Steuern
eines 4-Takt Verbrennungsmotors, der im Kompressionsselbstzündungs-Modus mit
homogener Charge betrieben wird.
-
Konventionelle,
benzinbetriebene Verbrennungsmotoren verwenden Zündfunkenzündung, wobei Treibstoff und
Luft vorgemischt werden und der Funken eine Flamme initiiert, die
durch die Luft/Treibstoffmischung in der Brennkammer propagiert.
Der andere Verbrennungsmotortyp verwendet Kompressionsselbstzündung, wobei
Luft und Treibstoff bis kurz vor dem oberen Totpunkt im Motor, wo
die Temperatur der Luft in der Brennkammer aufgrund der Kompression
hoch ist, absichtlich von einander getrennt gehalten werden. Der
Treibstoff wird sodann schnell in die Brennkammer als sehr feiner
Nebel injiziert, der sich teilweise mit Luft mischt und in der Brennkammer
selbst entzündet.
Die Steuerung des Treibstoffeinspritzens steuert somit den Zeitpunkt
der Selbstzündung.
Typisch für
diese Art Kompressionsselbstzündungs-Motoren
sind Dieselmotoren.
-
Verbrennungsmotoren
mit Kompressionsselbstzündung
bei homogenen Chargen (HCCI) sind bekannt und bieten ein Potential,
Treibstoffverbrauch und NOx Emissionen zu verringern. Ein HCCI Motor verwendet
eine vorgemischte Luft/Treibstoff-charge zur Brennkammer wie in
einem zündfunkengezündeten Motor,
wobei die Charge durch Kompressionszündung gezündet wird, wie in einem Dieselmotor, wo
die Temperatur der Luft/Treibstoffcharge die Selbstentzündungs-Temperatur
in der Brennkammer erreicht. HCCI Motoren werden typischerweise
mit konventionellen Zündkerzen
für jeden
Zylinder ausgerüstet
und relativ geringen Kompressionsver-hältnissen, die typisch für gezündete Motoren
(SI-Motoren) sind, wodurch der Motor vom HCCI-Betriebszustand bei niedrigeren Motorlasten
in den SI-Betriebszustand bei höheren
Motorlasten ohne Klopfen des Motors umgeschaltet werden kann.
-
Die
zeitliche Steuerung der Selbstzündung eines
HCCI Motors ist schwieriger als in einem Diesel Motor, der den Treibstoff-Injektionszeitpunkt
zur Steuerung des Selbstzündezeitpunktes
steuert. Bei einem HCCI Motors muss die Zusammensetzung und Temperatur
der Treibstoff/Gas Mischung in der Brennkammer zur Steuerung des
Selbstzündezeitpunkts
gesteuert werden.
-
Es
ist vorgeschlagen worden, den HCCI Selbstzündezeitpunkt zu steuern in
dem eine als negative Ventilüberlappungsstrategie
bezeichnete Methode verwendet wird, die Abgasrückführung in die Brennkammer umfasst.
Eine negative Ventilüberlappungssteuerungsstrategie
umfasst das Rückhalten heisser
verbrannter Restgase im Zylinder, um diese später mit in die Brennkammer
eingeführter
Frischluft zu mischen. Die zurückgehaltenen
verbrannten Gase erhöhen
die Temperatur der Luft/verbrannte Gase Mischung und fördern die
Selbstzündung.
Der Selbstzündungszeitpunkt
(Verzögerung)
wird durch die Gleichung: t = A exp (E/RT) repräsentiert, wobei t die Zeit
ist, die die Mischung in der Brennkammer zur Selbstzündung benötigt, die
auch häufig
als Zündverzögerung bezeichnet
wird, A eine empirische Konstante, E die Aktivierungsenergie und
eine Funktion der Zusammensetzung der Mischung, wie des Treibstofftyps,
der Treibstoff/Luft Mischung, Menge Reststoff usw., und R die universelle
Gaskonstante. Da die Gleichung eine exponentielle Beziehung ausdrückt, spielt
offensichtlich die Temperatur der Mischung eine Schlüsselrolle
bei der Bestimmung, falls und insbesondere wann die Selbstzündung auftreten wird.
-
Nach
der negativen Ventilüberlappungssteuerungsstrategie
schliesst das Abgasventil vor dem oberen Totpunkt (TDC) und das
Ansaugventil öffnet nach
dem oberen Totpunkt, sodass beide Ventile am oberen Totpunkt des
Abgashubs geschlossen sind. Eine derartige Steuerungsstrategie steuert
das Rückhalten
heisser verbrannter Restgase in der Brennkammer, um wiederum den
Selbstzündezeitpunkt
zu steuern. 5 zeigt mehrere Ansaug- und
Abgasventilhubkurven, aufgetragen gegen den Kurbelwellenwinkel für einen
HCCI Motor, um die negative Ventilüberlappungsstrategie zu illustrieren,
bei der verschiedene negative Ventilüberlappungen zum Einsatz bei
verschiedenen Motordrehmomenten gezeigt werden. Insbesondere werden
für verschiedene
Motordrehmomente verschiedene Paare Ansaug- und Abgasventilhubkurven
(beispielsweise Kurven 1I, 1E; 2I, 2E; 3I, 3E; usw.) verwendet,
die miteinander koordiniert sind, um die erwünschte negative Überlappung
für ein
spezielles Motordrehmoment zu schaffen. Dies bedeutet, dass Ansaug-
und Abgasventilhubkurven 1I, 1E koordiniert für ein bestimmtes Motordrehmoment
verwendet werden, andere Ansaug- und
Abgasventilhubkurven 2I, 2E koordiniert für ein anderes spezifisches
Motordrehmoment usw.. Die negative Ventilüberlappungssteuerungsstrategie wird
durch Willard et al in "Das
Klopfsyndrom – Abhilfen
und sein Potential",
SAE 982483, 1998, beschrieben. Die Verwendung der negativen Ventilüberlappung
als einzige variable Steuerung bei einer HCCI Motorsteuerungs-strategie,
um sowohl den Selbstzündezeitpunkt
als auch das Luft/Treibstoff Verhält-nis bei verschiedenen Betriebsbe dingungen
zu ändern,
ist sofern problematisch, als die Verwendung einer einzigen negativen
Ventilüberlappung
als variable Steuer-strategie unzureichende Freiheitsgrade zur Steuerung
des Luft/Treibstoff Verhält-nisses,
der Gastemperatur im Zylinder und des Restanteils verbrannter Gase
im Zylinder bietet, um günstige
Werte für
alle dieser Parameter unter verschiedenen Betriebsbedingungen zu
schaffen.
-
Die
EP 0724 067 B1 beschreibt
ein Steuersystem für
Verbrennungsmotoren, das aber nur für herkömmliche Verbrennungsmotoren
mit Zündkerzen
geeignet ist. Demgegenüber
bezieht sich die Erfindung auf HCCI-Motoren, welche ein anderes
Verhalten haben, da bei höheren
Kompressionen keine durch Zündkerzen
gesteuerte Zündung
erfolgt. Demzufolge sind klassische Motorsteuerungen, die von über Zündkerzen
gesteuerte Zündzeitpunkte
verfügen,
nicht einsetzbar. Das
EP
1052391 A2 offenbart wiederum eine selbstzündenden
Motor, der eine vorreagierte Kraftstoffmischung erhält, aber – im Gegensatz
zu HCCI-Motoren, keine Möglichkeit
der Umschaltung von Zündung über Zündkerzen
bei niedriger Last auf Selbstzündung über Kompression
bei hoher Last, wie bei HCCI-Motoren.
-
Es
ist daher Aufgabe der Erfindung, eine Motorsteuerung für HCCI-Motoren
anzugeben, welche verminderte Emissionen liefert. Die Aufgabe wird
erfindungsgemäß durch
Verfahren mit den Merkmalen des Patentanspruches 1 und 6 sowie Einrichtungen mit
den Merkmalen des Patentanspruches 11 und 15 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen
ergeben sich aus den abhängigen
Ansprüchen.
-
Die
Erfindung schafft also ein Verfahren und eine Einrichtung, die eine
spezielle Ventilzeitgeberstrategie einsetzen, um den Selbstzündezeitpunkt
eines im HCCI Modus betriebenen Viertakt-Verbrennungsmotors bei
verschiedenen Motornbetriebszuständen
zu steuern, wie sie den unterschiedlichen, vom Betreiber (Fahrer)
angeforderten Motordrehmomenten entsprechen. Eine spezifische Ventilsteuerstrategie
verändert
zeitlich den Hub des Ansaugventils relativ zum Abgasventil oder
umgekehrt und relativ zum oberen Totpunkt entsprechend einer Änderung
des vom Betreiber angeforderten Drehmoments bspw., um die Menge
zurückgehaltener
verbrannter Restgase in der Brennkammer, die zu einer Ansaug- oder
Abgasöffnung
fliesst, in und zurück
die Brennkammer, wodurch das Restgas thermische Energie verliert
und abgekühlt
wird, zu ändern.
Eine derartige Steuerung des Flusses von Resten verbrannten Gases
zwischen der Brennkammer und dem Ansaug- oder Abgasöffnung und
demzufolge der Temperatur durch die Ventilsteuerstrategie wird eingesetzt,
um die Temperatur der Mischung Frischluft/verbrannte Restgase in
der Brennkammer, in die Treibstoff eingemischt wird und demzufolge
den Selbstzündezeitpunkt,
um einer vorgegebenen Drehmomentanforderung an den Motor zu genügen, zu
steuern. Wenn sich die Motorgeschwindigkeit oder das Drehmoment ändert, neigt
der Zündzeitpunkt
des HCCI Motors dazu, sich zu ändern.
Beispielsweise verschiebt sich bei höheren Drehmoment der Zündpunkt
nach vorne, was zur erhöhten
Wärmeübergangsverlusten,
NOx Emissionen und Verbrennungsgeräuschen führt. Das erfindungsgemäße Motorsteuersystem
stellt so ein, dass sich der Zündzeitpunkt
zum opti-malen Kurbelwellenwinkel zurückbewegt. Bei niedrigerem Motordrehmoment
neigt der Zündzeitpunkt
dazu, verzögert zu
werden, was zu einer Erhöhung
der CO-Emissionen und niedrigerer Verbrennungseffizienz führt. Das Motorsteuersystem
stellt nun so ein, dass der Selbstzündezeitpunkt sich zum optimalen
Kurbelwellenwinkel zurück
bewegt.
-
So
kann der Motor mit einem stöchiometrischen
Luft/Treibstoffmischungsverhältnis
und einem konventionellen Drei-Wege-Katalysator für die Nachbehandlung
der Abgase betrieben werden.. Die Steuerung der im Zylinder zurückgehaltenen
heissen Restbrenngasmasse bewirkt eine Steuerung des Zündzeitpunkts
während
des HCCI Motorbetriebszustandes, wobei das Luft/Treibstoff Verhältnis so
gesteuert wird, dass ein stöchiometrisches
Mischungsverhältnis
für den
Motorbetriebszustand über
einen grossen Bereich klimatischer und Wetterbedingungen geschaffen
wird, ohne den Selbstzündezeitpunkt zu ändern.
-
Bei
einer Ausführungsform
der Erfindung ist die Abgasventilbestätigungszeit vor dem oberen
Totpunkt im wesentlichen über
aufeinanderfolgende Motorzyklen im wesentlichen fest, um das Luft/Treibstoff Verhältnis in
der Brennkammer zu steuern. Die Öffnungszeit
des Ansaugventils wird relativ zum oberen Totpunkt (d.h. in Richtung
oberer Totpunkt verschoben) über
mehrere Ansaugzyklen so variiert, dass die Temperaturänderungen
der Frischluft/verbrannte Restgase Mischung in der Brennkammer,
in der der Treibstoff vermischt wird, und demzufolge der Selbstzündezeitpunkt
verändert
wird. Der Abgasventilbetätigungszeitpunkt
und/oder Treibstoffeinspritzpulsbreite kann leicht eingestellt werden,
um den Effekt der Temperaturänderung
der Mischung auf die in die Brennkammer eingebrachte Frischluftmasse
zu kompensieren. Ferner wird für
jedes Ansaugereignis bevorzugt ein Anfangsansaugventilöffnungsereignis unmittelbar
nach dem Schliessen des Abgasventils und vor Erreichen des oberen
Totpunkts vorgesehen, gefolgt durch einen nach dem oberen Totpunkt
auftretendes Hauptansaugventilereignis, um die Motorpumpverluste
zu reduzieren oder zu minimieren.
-
Bei
einer anderen bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung ist der Ansaugventilhubzeitpunkt im wesentlichen nach
dem TDC über
aufeinanderfolgende Motornzyklen fest, um das Luft/Treibstoff Verhältnis in
der Brennkammer zu steuern. Die Schliessdauer des Abgasventils verändert sich
relativ zum TDC (beispielsweise gegenüber TDC verzögert) über aufeinanderfolgende
Abgaszyklen, so dass die Temperatur der Frischluft/verbrannte Restgase
Mischung in der Brennkammer, in die Treibstoff eingemischt wird,
und demzufolge der Selbstzündezeitpunkt
verändert
wird. Die Ansaugventilbestätigungszeit und/oder
Treibstoffeinspritz – Pulsbreite
kann je nach Bedarf eingestellt werden, um die Effekte der Temperaturänderung
der Mischung auf die in die Brennkammer eingebrachte Frischluftmasse
zu kompensieren. Für
jedes Abgasereignis wird bevorzugt ein erstes Hauptabgasventilöffnungsereignis
vor dem TDC vorgesehen, gefolgt durch ein nachfolgendes Sekundärabgasventilereignis,
das nach dem TDC, sofort vor Öffnen
des Ansaugventils so erfolgt, dass die Energiepumpverluste reduziert
oder minimiert werden. Diese und weitere Vorteile der Erfindung
ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung sowie anhand der
Zeichnung. Darin zeigt:
-
1 eine
schematische Ansicht eines Verbrennungsmotors und einer elektronischen
Motorsteuerung zur Durchführung
einer Ausführung
der Erfindung.
-
2 ein
Diagramm der Ansaugventil- und Abgasventilhubkurven aufgetragen
gegenüber
dem Kurbelwellenwinkel (wobei BDC der untere Totpunkt und TDC der
obere Totpunkt ist) bei vorgegebener Motorgeschwindigkeit und Drehmoment
für eine
erfindungsgemässe
Ausführungsform.
-
3 ein
Diagramm, das Ansaug- und Abgasventilhubkurven gegen den Kurbelwellenwinkel bei
vorgegebener Motorgeschwindigkeit und Drehmoment für eine weitere
Ausführungsform
der Erfindung mit doppelten Ansaugventilereignissen zeigt.
-
5,
ein Diagramm konventioneller koordinierter Ansaug- und Abgasventilhubkurven
gegen den Kurbelwellenwinkel (wobei BDC der untere Totpunkt und
TDC der obere Totpunkt ist) für
einen HCCI-Motor bei unterschiedlichen Motordrehmomenten, um unterschiedliche
negative Ventilüberlappungen zu
schaffen, wobei die Ansaug- und Abgasventilhubkurven 1I, 1E bei
einem vorgegebenen Drehmoment, die Kurven 2I, 2E bei einem anderen
Drehmoment verwendet werden, usw.
-
In 1 ist
ein Vier-Takt-Verbrennungsmotor 10 dargestellt, der eine
durch einen konventionellen Zylinderkopf 13, Zylinder 14 und
Kolben 15 gebildete Brennkammer 12 aufweist. Die
Brennkammer 12 wird durch den im Motorzylinder 14 hin
und her gehenden Kolben 15 vergrössert und verkleinert. Eine
Ansaugöffnung 16 und
eine Abgasöffnung 18 des
Motors 10 sind mit der Brennkammer 12 in konventioneller
Weise verbunden. In der Ansaugöffnung 16 ist
ein Ansaugventil 20 vorgesehen. Eine Ansaugpassage 22 des
Motors ist mit der Ansaugöffnung 16 verbunden.
Luft wird von der Ansaugpassage 22 durch die Ansaugöffnung 16 in
die Brennkammer 12 gesaugt, wenn das Ansaugventil 20 aufgrund
des im Zylinder herabgehenden Kolbens offen ist. Eine Drossel 23 ist
in der Ansaugpassage 22 vorgesehen, um die Luftansauggeschwindigkeit
im gezündeten (SI)
Modus einzustellen. Im HCCI-Modus ist die Drossel 23 bevorzugt
vollständig
offen, wie in 1 gezeigt. Ein konventioneller
Treibstoffeinspritzer 24 und eine Zündkerze 26 sind auf
dem Zylinderkopf vorgesehen und mit der Brennkammer 12 verbunden.
In die Brennkammer 12 durch den Einspritzer 24 eingespritzter
Treibstoff wird mit der von der Ansaugöffnung 16 angesaugten
Frischluft sowie einem Teil des im SI-Modus des Motorbetriebs erhaltenen
verbrannten Restgases vermischt. Im HCCI-Modus wird der in die Brennkammer 12 ingespritzte
Treibstoff mit einer Frischluft/Reste verbrannter Gase Mischung mit
einem viel höheren
Anteil von Restbrenngasen gemischt, und danach in der Brennkammer 12 durch den
Kolben 15 komprimiert. Alternativ kann der Einspritzer 24 auf
die gleiche Weise wie bei einem Einspritzmotor in der Ansaugöffnung angebracht
werden.
-
Ein
Abgasventil 28 ist in der Abgasöffnung 18 vorgesehen.
Verbranntes Gas wird aus der Abgasöffnung 18 durch eine
Abgaspassage 30 abgelassen, wenn das Abgasventil 28 während des
Abgashubs offen ist.
-
Variable
Ventil-Zeitgeber-Mechanismen
32,
34 sind auf dem
Motor vorgesehen, um die Öffnungs-/Schliesszeiten
des Ansaugventils
20 und des Abgasventils
28 zu ändern. Der
variable Ventilzeitsteuerungsmechanismus
32,
34 kann
jeweils einen Mehr-Nockenmechanismus aufweisen, einen Solenoid betätigten Mechanismus
oder andere Ventilbetätigungsmechanismen,
wie sie aus dem Stand der Technik zur Einstellung der Öffnungs-/Schliesszeiten von
Ansaug- und Abgasventilen von Verbrennungsmotoren bekannt sind.
Das
US-Patent 6 295 964 beschreibt
einen geeigneten speziellen variablen Ventilzeitgebermechanismus
für einen
Verbrennungsmotor. Obwohl nur eine Brennkammer
12 und Zylinder
14 mit
Kolben
15 in
1 gezeigt sind, ist dem Fachmann
offensichtlich, dass der Motor
10 typischer weise weitere ähnliche
Brennkammern/Zylinder/Kolben und dazugehörige Ansaugventile, Abgasventile, Treibstoffeinspritzer
und Zündkerzen,
wie in
1 gezeigt, umfassen wird. Ferner kann mehr als
ein Ansaugventil
20 und mehr als ein Abgasventil
28 pro Brennkammer
12 vorgesehen
werden. Zusätzlich wird,
obwohl der Einspritzer
24 so dargestellt ist, dass er den
Treibstoff direkt in den Zylinder
15 einspritzt, die Erfindung
alternativ auch mit Treibstoffeinspritzung in die Ansaugöffnung
16 durchgeführt werden.
Eine elektronische Steuereinheit (ECU)
40 ist vorgesehen,
um die eingespritzten Treibstoffmenge, den Einspritzzeitpunkt, die
Zündauslösung der
Zündkerze
26,
die Öffnung
der Drossel
23, die Öffnungs-/Schliesszeitsteu-erung
des Ansaugventils
20 und Abgasventils
28 durch
variable Ventilsteuerme-chanismen
32,
34 zu steuern.
Die ECU
40 umfasst einen Mikrocomputer, der eine Zentralrechnereinheit,
ein Read-Only-Memory (ROM), ein RAM (random access memory), ein
KAV (keep-alive Memory) aufweist, die Informationen bei Ausschalten des
Motorzündschlüssels speichert,
um sie beim Wiederstart des Motors einzu-setzen, und eine Eingabe-/Ausgabeschnittstelle.
Die ECU
40 kann ein elektronisch programmierbarer Prozessor,
eine Mikrosteuerung, einen anwendungsspezifischen integrierten Schaltkreis
oder eine ähnliche
Einrichtung, um die vorbestimmte Motor-steuerlogik zu schaffen, sein.
-
ECU 40 empfängt mehrere
Signale vom Motor 10 über
die Eingabe-Ausgabeschnittstelle. Derartige Signale können, sind
aber nicht begrenzt auf Signale von einem Luftflussmesser 42,
der die Ansaugluft-Flussgeschwindigkeit in der Ansaugpassage 22 detektiert,
einen Kurbelwellenwinkel-Sensor 44, der den Kurbelwellenwinkel
des Motors detektiert, einen Beschleunigungs-Pedal-Positionssensor 45,
der den Grad des Herabdrückens
eines Beschleunigungspedals dedektiert und einen Startschalter 56,
der das Starten des Motors 10 detektiert.
-
Die
ECU 40 verarbeitet diese von den Motorsensoren empfangenen
Signale und liefert entsprechende Signale, wie ein wellenförmiges Treibstoffeinspritzpulssignal,
das jedem Treibstoffeinspritzer 24 jedem Zylinders 15 über eine
Signalleitung übermittelt
wird, um Menge und Zeitpunkt des durch jeden Treibstoffeinspritzer 24 in
die Brennkammer 12 abgegebenen Treibstoffes zu steuern.
Die ECU 40 liefert entsprechende Signale, um die Zündfunkenabgabe jeder
Zündkerze 26,
die Öffnung
der Drossel 23, und der Öffnungs/Schliesszeit jedes
Ansaugventils 20 und Abgasventils 28, jeweils
durch variable Ventilsteuermechanismen 32, 34 zu
steuern.
-
In 1 umfasst
die ECU 40 eine Auswahlabteilung 50 für Verbrennungsmuster,
die durch ein Softwareprogramm oder Programme zur Auswahl einer
speziellen Verbrennungsart ausgeführt werden, nämlich einen
zündfunkengezündeten Modus 52 oder
einen HCCI (Kompressions-Selbstzünde)-Modus 54,
abhängig
von den Motorbetriebsbedingungen. Beispielsweise kann die ECU 40 einen
Verbrennungsmodus abhängig
vom Motorgeschwindigkeitssignal des Kurbelwellensensors 44 und
dem Beschleunigungs-Pedalpositionssignal (entsprechend der Anforderung
am Drehmoment vom Betreiber) vom Pedalstellungssensor 45 auswählen. Die
ECU 40 wählt
typischer weise den Kompressions-Selbstzünde-Motorbetriebszustand 54 in
einem bevorzugten Motorbetriebsbereich, der durch eine relativ geringe
Motorgeschwindigkeit und ein mittleres bis niedriges Motorndrehmoment
charakterisiert ist und wählt
den Zündfunkenzündmodus
in einem sehr niedrigen Drehmomentbereich und einem Bereich hoher
Motorgeschwindigkeit und/oder hohen Motordrehmoments. Wenn der Kompressions-Selbstzündemodus 54 ausgewählt wird,
kann die ECU 40 die Zündkerzen 26 deaktivieren
oder alternativ die Zündfunkenabgabe
der Zündkerze 26 fortsetzen.
-
Die
Erfindung schafft ein Verfahren und eine Einrichtung, die eine spezielle
Ventilhubzeitsteuerungsstrategie einsetzen, um den Selbstzündezeitpunkt
und das Luft/Treibstoff Verhältnis
während
des Motorbetriebs im HCCI-Modus 54 zu steuern. Eine spezielle
erfindungsgemässe
Ventilzeitgeberstrategie steuert den Hub eines der Ansaugventile
relativ zum Abgasventil oder umgekehrt, und relativ zum oberen Totpunkt,
um den Selbstzündezeitpunkt
bei einer vorgegebenen Motorgeschwindigkeit und einem vom Betreiber
angeforderten Drehmoment zu steuern. Das Luft/Treibstoff Verhältnis wird
ebenso bei der vorgegebener fester Motorgeschwindigkeit und Drehmoment
gesteuert. Wie bekannt, generiert der Kolben 15 maximale
Kompression der Gase in der Brennkammer 12 beim TDC, dem
Maximums seines Hubs. Vor dem TDC bewegt sich der Kolben 15 in
Richtung der Brennkammer 12 und nach dem TDC bewegt sich
der Kolben 15 von der Brennkammer 12 hinweg.
-
2 zeigt
eine Ausführungsform
der Erfindung, wobei das Luft/Treibstoff Verhältnis durch Steuerung der Masse
des in der Brennkammer 12 zurückgehaltenen verbrannten Restgases,
die sich mit der eingeführten
Frischluft zeitlich vor dem Kompressionshub des Motors 10 mischt,
falls der Motor mit einem festen geometrischen Kompressionsverhältnis (beispielsweise
beim Verhältnis
10:1 oder 15:1) betrieben wird, gesteuert wird. In 2 ist
der Abgasventilhub (repräsentiert
durch die Kurve EV) vom Öffnungszeitpunkt
EVO zum Schliesszeitpunkt EVC gegen den Kurbelwellenwinkel des Motors 10 aufgetragen.
Wie gezeigt, sind die Abgasventilöffnungs- und Schlusszeiten
unter festen Betriebsbedingungen von Motorgeschwindigkeit und Drehmoment
im wesentlichen fest oder konstant relativ zum TDC für jeden
Abgashub. Bei fester Abgasventilöffnungs-
und Schliesszeit ist die Menge verbrannten Restgases, die nicht
in die Abgasöffnung 18 fliesst, wiederum
unabhängig
vom Ansaugventilöffnungszeitpunkt
fest. Dies bedeutet, dass bei einem festen Ansaug-(in den Zylinder)druck
die in die Brennkammer 12 gesaugte Frischluftmasse im wesentlichen fest
ist, so dass das Luft/Treibstoff Verhältnis gesteuert werden kann.
Bei einer vorgegebenen Motorgeschwindigkeit wird die Abgasventilsteuerung
dazu verwendet, das Luft/Treibstoff Verhältniss in der Brennkammer 12 zu
steuern, das wiederum den Betreiber (Fahrer) mit dem erwünschtem
Motordrehmoment versorgt. Hier bedeutet im wesentlichen feste Frischluftmasse,
dass höchstens
eine geringfügige Änderung
der Frischluftmasse, die in die Brennkammer 12 gesaugt
wird, als Resultat der Temperaturänderung des verbrannten Gases,
mit dem die Luft in der Brennkammer 12, wie oben beschrieben,
gemischt wird, auftritt. Diese geringfügige Änderung in der Frischluftmasse
kann, wie weiter unten beschrieben, berücksichtigt werden.
-
2 illustriert
eine variierende (beispielsweise steigende) Ansaugventilöffnung (IVO)
des Ansaugventils 20 nach Schliessen des Abgasventils 28, wie
durch die Ventilhubkurven 1, 2, 3, 4, 5 und 6 für aufeinanderfolgende Ansaugereinisse
angegeben. Eine derartige variierende (beispielsweise steigende) Ansaugventil-Öffnungszeit ändert graduell
(beispielsweise reduziert) die Temperatur der Frischluft/verbrannte
Restgas Mischung, in die der Treibstoff in der Brennkammer 12 eingemischt
wird und demzufolge den Selbstzündezeitpunkt
vor Kompression. Der Selbstzündezeitpunkt
kann entsprechend Änderungen
in vom Betreiber angeforderten Motorndrehmoment geändert werden,
in dem eine derartige Ventilsteuerung eingesetzt wird. Die Ansaugventilhubkurven
IV, mit 1–6
durchnumeriert, illustrieren Ansaugventilhübe vom IVO zur Ansaugventilschliess IVC-Zeit
dieser Ausführungsform
der Erfindung. Die Kurve EV repräsentiert
gemeinsam mit der Kurve 0 einen negative Ventilüberlappungszustand, wobei keinerlei
zurückgehaltenes
verbranntes Restgas aus der Brennkammer 12 ausfliesst,
so dass die Luft/verbrannte Restgase Mischung die höchste Mischungstemperatur
vor der Kompression hat.
-
Tatsächlich erhöht eine
Veränderung
(beispielsweise Vorwärtsverschiebung)
der Öffnungszeit des
Ansaugventils 20, wie durch die Ventilhubkurven 1, 2, 3,
4, 5 und 6 aufeinanderfolgender Ansaugereignisse angegeben, graduell
die Ansaugdauer, um mehr und mehr zurückgehaltenes verbranntes Restgas
aus der Brennkammer 12 in die Ansaugöffnung 16 nach Schluss
des Abgasventils stossen zu lassen, und dann in die Brennkammer
zurückzufliessen,
falls sich das Ansaugventil öffnet
und der Kolben heruntergeht. Dies bedeutet, dass immer mehr heißes ursprünglich zurückgehaltenes
verbranntes Restgas dazu veranlasst wird, in die Ansaugöffnung 16 (durch höheren Zylinderdruck
durch Kompression im Abgashub nach Schluss des Abgasventils), wie
durch die nach vorne verschobene Öffnung des Ansaugventils 20 ermöglicht,
um dann durch den Ansaughub von der Ansaugöffnung 16 in die Brennkammer 12 zurück zufließen. Eine
derartige Übermittlung
verbrannten Restgases zwischen der Brennkammer und der Ansaugöffnung reduziert
die thermische Energie des verbrannten Restgases durch Wärmeübergang auf
anliegende Ansaugöffnungswände, ohne
die Menge des verbrannten Restgases in der Brennkammer 12 zu
reduzieren. Eine derartige Übertragung bewirkt,
dass das Massenverhältnis
des ursprünglichen
Teils an zurückgehaltenen
Restgases zum kühleren
rückgeführten verbrannten
Gas gesteuert wird, um schrittweise die Temperatur der Frischluft/verbrannte
Restgase Mischung zu verringern (oder zu steigern), in die Treibstoff
in der Brennkammer vor Kompression eingemischt wird. Die Selbstzündezeitsteuerung
kann dadurch durch graduelle Änderung der
Ansaugventilöffnungszeit über aufeinanderfolgende
Motorzyklen (ein Motorzyklus entspricht vier Hüben oder zwei Umdrehungen)
relativ zur Abgasventilöffnungszeit
entsprechend Änderungen
in dem vom Betreiber angeforderten Motorndrehmoment verändert werden.
Typischer weise wird die Selbstzündezeit
gesteuert, dass sie nahe des TDC auftritt, so dass beispielsweise
eine 50%ige Verbrennung im Bereich von 5–10° nach TDC auftritt.
-
Falls
die Temperatur des verbrannten Restgases in der Brennkammer 12 verändert wird, ändert sich
demzufolge auch die angesaugte Frischluftmasse, die in die Brennkammer
eingesaugt und mit der Mischung verbrannter Restgase vermischt wird,
geringfügig,
obwohl Ansaug (zum Zylinder) druck und das geometrische Kompressionsverhältnis des
Motors unverändert
bleibt. Die Erfindung betrachtet die ECU 40 als etwas,
das die Abgasventilschlusszeit und/oder die Treibstoffeinspritzpulsbreite
einstellt, während
des Zeitraums, in dem die Ansaugventilöffnungszeit geändert wird,
wie es für
die Kompensation dieser Wirkung der Temperaturänderung der Masse verbrannter
Restgase auf die in die Brennkammer 12 eingeführte Frischluft
notwendig sein kann. Bespielsweise kann die ECU 40 die
Abgasventilschliesszeit näher
zum TDC in dem Zeitraum, in dem die Ansaugventilöffnungszeit so geändert wird,
dass Masse von der Brennkammer 12 ausgestossenen heissen
zurückgehaltenen
verbrannten Restgases und demzufolge die eingesaugte Frischluftmasse
erhöht
wird, verschieben.
-
Gemäss dieser
Ausführungsform
der Erfindung kann bei jeder festen Motorgeschwindigkeit das Treibstoffverhältnis der
Brennkammer 12 auf stöchiometrisches
Verhältnis
durch die ECU 40 gesteuert werden, indem das Motordrehmoment
und die Abgasventilöffnungsdauer
und Schliessdauer wie oben beschrieben, entsprechend dem erwünschtem
Motordrehmoment gesteuert wird. Der Selbstzündezeitpunkt wird durch die
ECU 40 eingestellt, indem graduell die Ansaugventilöffnungszeit,
wie beispielsweise in 2 durch die Kurven 1–6 über aufeinanderfolgende
Ansaugereignisse dargestellt verändert wird.
-
Die 3 zeigt
eine andere ähnliche
Ventilzeitgeberstrategie, die Motorpumpverluste unter Steuerung
des Selbstzündens
oder des Luft/Treibstoff Verhältnisses
minimiert oder eliminiert.
-
Die
Ventilzeitsteuerstrategie der 3 ähnelt der
in 2, mit unter Einschluss eines zusätzlichen
Anfangsansaugereignisses IV2 vor dem TDC. Ähnlich der 2 kann
das Luft/Treibstoffverhältnis in
der Brennkammer 12 auf stöchiometrisches Verhältnis durch
die ECU 40 gesteuert werden, indem das Motordrehmoment
bestimmt und die Abgasventilzeit, wie oben entsprechend dem geforderten
Motordrehmoment, gesteuert wird. Die Steuerung der Selbstzündung wird
durch Verlängerung
der Ansaugventilöffnungszeit
IVO, wie durch die Kurven 1, 2, 3 in 3 relativ
zum TDC illustriert, erzielt. Um Motorpumpverluste zu vermeiden,
wird ein zusätzliches Ansaugereignis
IV2 sofort nach Schliessen des Abgasventils 28 im Abgashub,
wie in 3 gezeigt, vorgesehen, um etwas Restgas in die
Ansaugöffnung 16 aufgrund
einer fortgesetzten nach oben Bewegung des Kolbens 14 im
Abgashub drücken
zu können.
Die Ansaugventilschliesszeit IVC des Ansaugereignisses IV2, vor
dem TDC, variiert entsprechend dem Betrag der Vergrösserung
der Ansaugventilöffnungszeit
des Hauptansaugereinisses IV nach dem TDC. Dies bedeutet, dass die
Kurve 1' für das zusätzlichen
Ansaugereignis verwendet wird, falls die Kurve 1 das Hauptansaugereignis,
das nach dem TDC auftritt, repräsentiert,
Kurve 2' des zusätzlichen
Ansaugereignisses würde
eingesetzt, wenn Kurve 2 des Hauptansaugereinis, nach dem TDC, repräsentiert
usw. Wie aus 3 ersichtlich, sollte der Kurbelwellenwinkel vom
Ende des zusätzlichen
Anfangs- Ansaugereignisses IV2 (Kurve 1', 2' oder
3') zum TDC und
der Kurbelwellenwinkel vom TDC bis zum Beginn des darauffolgenden
Hauptansaugereignisses (Kurve 1, 2 oder 3) im wesentlichen gleich
sein, um Motorpumpverluste zu minimieren.
-
In
den Ausführungsformen
der 2 und 3 ist die Kraftstoffeinspritzer-Zeitabstimmung durch
die ECU 40 so gesteuert, dass sie typischerweise nach dem
TDC auftritt, da die Gase nach dem TDC in die Brennkammer aufgrund
der nach unten gerichteten Bewegung des Kolbens fliessen. Falls ein
Motor eine direkte Einspritzung in den Zylinder verwendet, kann
die Treibstoffeinspritzzeitsteuerung, durch ECU 40, eine
Rolle in der Steuerung der Mischungstemperatur spielen und somit
des Selbstzündezeitpunktes
aufgrund des Chargen Abkühlungseffekts
der Treibstoffverdampfung. Allgemein resultiert spätere Treibstoffinjektion
in niedrigerer Mischungstemperatur vor Kompression. Das bedeutet,
dass die Charge vor der Treibstoffeinspritzung (d. h. ohne Chargenkühlung durch
Treibstoffverdampfung) heisser ist, wodurch der Wärmeübergang
von den heissen Verbrennungsgasen auf die Öffnungswände gesteigert wird. Die zeitliche
Steuerung der Treibstoffeinspritzung ist durch die Erfordernisse
der Treibstoff/Luftmischung begrenzt. Treibstofftröpfchen benötigen Zeit,
um zu verdampfen und mit Luft zu mischen.
-
4 zeigt
eine weitere Ausführungsform der
Erfindung, wobei die Ansaugventilöffnungszeit IVO so gesteuert
wird, dass das Luft/Treibstoffmischungsverhältnis in der Brennkammer 12 gesteuert und
die Schliesszeit EVC des Abgasventils 28 relativ zum TDC
(nämlich
in Richtung TDC verzögert), über aufeinander
folgende Abgaszyklen derart variiert wird, dass Änderungen der Temperatur und
der Luft/verbrannte Restgase Mischung, in die der Treibstoff in
der Brennkammer 12 eingemischt wird und demzufolge der
Zeitpunkt der Selbstzündung
verändert
wird, auftreten.
-
Beispielsweise
erläutert 4 eine
Ausführungsform
der Erfindung, wobei die angesaugte Luftmasse so lange durch die
Ansaugventilöffnungs-
und Schliesszeit gesteuert wird, als der Zylinderdruck zum Zeitpunkt
der Ansaugventilöffnung
fest ist. Wie gezeigt, sind die Ansaugsventilöffnungs- und -schliesszeiten
IVO, IVC unter festen Betriebsbedingungen der Motorgeschwindigkeit
und des Drehmomentes im wesentlichen fest oder konstant relativ zum
TDC für
jeden Ansaughub. Bei einer vorgegebenen Motorgeschwindigkeit kann
das Luft/Treibstoff Verhältnis
in der Brennkammer 12 auf das stöchiometrische Verhältnis durch
die ECU 40 gesteuert werden, in dem das Motordrehmoment
bestimmt und die Ansaugventilöffnungsdauer
entsprechend dem bestimmten Motordrehmoment gesteuert wird. Die zeitliche
Steuerung des Ventilhubs wird dazu verwendet, die Temperatur der
Frischluft/verbrannte Restgase-Mischung in der Brennkammer 12 zu
steuern und demzufolge die Selbstzündetemperatur von der Kompression.
Wenn die Abgasventilschlusszeit über
aufeinanderfolgende Abgashübe
relativ zum TDC verzögert
ist, wie durch die Kurven 1, 2 und 3 des Anfangsabgasereignisses
EV der 4 repräsentiert
ist, kann immer mehr heisses zurückgehaltenes
verbranntes Restgas aus der Brennkammer 12 in die Abgasöffnung 18 und
dann zurück
in die Brennkammer während
des nachfolgenden zweiten Abgasereignisses EV2, nach dem TDC, repräsentiert durch
die Kurven 1, 2',
3', zurückfliessen,
um die thermische Energie durch Wärmeübergang zu verringern und so
die Temperatur der Mischung verbrannter Gase im Zylinder zu steuern.
Die Masse des restlichen verbrannten Gases, die sich mit in die
Brennkammer 12 eingeführter
Frischluft mischt, bleibt im wesentlichen unverändert, trotz der Änderung
der Abgasventilschliesszeit. Das zweite Abgasereignis EV2 endet
dann, wenn sich das Ansaugventil 20 öffnet, um den Druck im Zylinder
zum Zeitpunkt des Ansaugventilöffnens
zu steuern. Dies ermöglicht
eine Steuerung der angesaugten Luftmasse durch zeitliche Steuerung
der Ansaugventilöffnung,
wie oben für Luft/Treibstoff
Verhältnis-Steuerung
beschrieben.
-
Bei
der Ausführungsform
der 4 wird die Treibstoffeinspritzzeitgebung durch
die ECU 40 gesteuert, so dass sie typischerweise nach dem
TDC auftritt, da nach dem TDC die Gase aufgrund der nach unten gerichteten
Bewegung des Kolbens in die Brennkammer fliessen. Demzufolge wird
der eingespritzte Treibstoff nach dem TDC nicht aus der Brennkammer
zur Abgasöffnung
fliessen, obwohl die Abgasöffnung
offen ist. Die Einspritzabstimmung kann durch die ECU 40 eingestellt
werden, um so die Mischungstemperatur, wie oben für eine direkte
Einspritzung in einen Zylinder beschrieben, zu beeinflussen.
-
Falls
sich die Temperatur der verbrannten Restgase in der Brennkammer 12 ändert, wird
sich die angesaugte Frischluftmasse, die in die Brennkammer eingeführt und
mit der Mischung verbrannter Gase vermischt wird auch geringfügig ändern, obwohl
der Ansaug-(in den Zylinder)-druck und das effektive Kompressionsverhältnis des
Motors unverändert
bleiben. Die Erfindung betrachtet, die ECU 40 als etwas,
das die Ansaugventilöffnungszeit
und/oder die Treibstoffeinspritzpulsbreite während des Zeitraums, in dem
die Abgasventilschlusszeit nach Anforderung verändert, etwas einstellt, um
diese Auswirkung der Temperaturänderung
durch die Mischung verbrannter Gase auf die in die Brennkammer 12 eingeführte Frischluftmasse
zu kompensieren. Beispielsweise kann die ECU 40 die Ansaugventilöffnungszeit
näher zum
TDC während
des Zeitraums der Änderung
der Abgasventilschliesszeit, um die in die Brennkammer 12 eingeführte Masse Frischluftmasse
zu erhöhen,
verschieben.
-
Um
Motorpumpverluste zu vermeiden, wird das zusätzliche Abgasereignis EV2 sofort,
nach Schluss des Abgasventils 28 im Abgashub und nach dem
TDC, wie in 4 gezeigt vorgesehen, um es etwas
verbranntem Restgas zu ermöglichen,
aus der Abgasöffnung 18 durch
die Kolbenbewegung herausgezogen zu werden.
-
Die
Abgasventilöffnungszeit
EVO des zweiten Abgasereignisses IV2, nach dem TDC, wird entsprechend
des Fortschritts der Abgasventilschliesszeit EVC des Hauptansaugereignisses
EV, vor dem TDC, variiert. Dies bedeutet, dass die Kurve 1' des zusätzlichen
Abgasereignisses eingesetzt wird, wenn die Kurve 1 das Hauptansaugereignis,
nach dem TDC, repräsentiert,
die Kurve 2' eines
zusätzlichen
Ansaugereignisses wird eingesetzt, wenn die Kurve 2 das Hauptansaugereignis
nach dem TDC repräsentiert
etc. Wie aus 4 ersichtlich, sollten der Kurbelwellenwinkel
vom Ende des Anfangs-Hauptabgasereignisses EV (Kurven 1, 2, 3) zum
TDC und der Kurbelwellenwinkel vom TDC bis zum Beginn des nachfolgenden
Abgasereignisses EV2 (Kurven 1',
2', 3') im wesentlichen
gleich sein, um Motorpumpverluste zu minimieren.
-
Gemäß dieser
Ausführungsform
der Erfindung kann bei jeglicher festen Motorgeschwindigkeit das
Luft/Treibstoff Verhältnis
in der Brennkammer 12 auf das stöchiometrische Verhältnis durch
die ECU gesteuert werden, indem das Motordrehmoment bestimmt wird
und die Ansaugventilöffnungs-Schliesszeit,
wie oben beschrieben, zeitlich entsprechend dem angeforderten Motordrehmoment
gesteuert wird. Die Selbstzündung
wird durch die ECU 40 eingestellt, indem die Abgasventilschlusssteuerung,
wie beschrieben, geändert
wird, bspw. in 4 durch die Kurven 1–3 über aufeinanderfolgende
Abgasereignisse.
-
Obwohl
die Erfindung unter Bezugnahme auf 1 hinsichtlich
der Steuerung des Ansaugventils 20 und Abgasventils 28 beschrieben
wurde, ist dem Fachmann offensichtlich, dass mehr als ein Ansaugventil
(bspw. zwei Ansaugventile) und mehr als ein Abgasventil (bspw. 2
Abgasventile) so gesteuert werden können, dass die Vorteile der
Erfindung erzielt werden. Bspw. kann bei einem Motor mit mehr als zwei
Ventilen pro Zylinder die Öffnungs-Schließzeit der
Ansaugventile oder Abgasventile eines Zylinders entweder einheitlich
oder unterschiedlich gesteuert werden. Bspw. zeigt die 3 zwei
Ansaugereignisse pro Zyklus. Für
einen Motor mit vier Ventilen pro Zylinder können die beiden Ansaugventile
zu unterschiedlichen Zeiten öffnen
und schliessen, sodass das Anfangsansaugereignis IV2 durch ein Ansaugventil
und das Hauptansaugereignis IV durch das andere Ansaugventil realisiert
wird. In ähnlicher
Weise können
die beiden Abgasventile gesteuert werden, sich zu unterschiedlichen
Zeiten zu öffnen
und zu schliessen, falls dort zwei Abgasereignisse, wie in 4 dargestellt,
vorliegen, so dass das Hauptabgasereignis EV durch das eine Abgasventil
und das nachfolgende Abgasereignis EV2 durch das andere Abgasventil
realisiert wird.
-
- 10
- Vier-Takt-Verbrennungsmotor
- 12
- Brennkammer
- 13
- Zylinderkopf
- 14
- Zylinder
- 15
- Kolben
- 16
- Ansaugöffnung
- 18
- Abgasöffnung
- 20
- Ansaugventil
- 22
- Ansaugpassage
- 23
- Drossel
- 24
- Treibstoffeinspritzer
- 26
- Zündkerze
- 28
- Abgasventil
- 30
- Abgaspassage
- 32
- Ventil-Zeitgeber-Mechanismus
- 34
- Ventil-Zeitgeber-Mechanismus
- 40
- ECU
- 42
- Luftflußmesser
- 44
- Kurbelwellewinkel-Sensor
- 45
- Beschleunigungs-Pedal-Positionssensor
- 50
- Verbrennungsmuster-Auswahlabteilung
- 52
- Modus
- 54
- (Kompressions-Selbstzündungs)-Modus