DE1035746B - Einrichtung zur Verhinderung der Selbsterregung von kapazitiv belasteten Synchronmaschinen - Google Patents
Einrichtung zur Verhinderung der Selbsterregung von kapazitiv belasteten SynchronmaschinenInfo
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- H02—GENERATION; CONVERSION OR DISTRIBUTION OF ELECTRIC POWER
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- H02P—CONTROL OR REGULATION OF ELECTRIC MOTORS, ELECTRIC GENERATORS OR DYNAMO-ELECTRIC CONVERTERS; CONTROLLING TRANSFORMERS, REACTORS OR CHOKE COILS
- H02P9/00—Arrangements for controlling electric generators for the purpose of obtaining a desired output
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Description
Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zur Verhinderung der Selbsterregung von kapazitiv belasteten
Synchronmaschinen unter Verwendung von Relais.
Um die bei einer kapazitiv belasteten Synchronmaschine bestehenden Verhältnisse darlegen zu können,
sei zunächst der Begriff der synchronen Reaktanz an Hand der Fig. 1 erläutert. Dort ist das Polrad
mit 1, eine Phasenwicklung des Stators mit 2, die Längsachse des Rotors mit d, die Querachse mit q
und der Winkel zwischen der Wicklungsachse und der Läuferlängsachse mit δ bezeichnet. Wenn die
Ständerphase 2 von einem Wechselstrom erregt wird, lassen sich die für verschiedene Stellungen des Polrades
geltenden Reaktanzen leicht bestimmen. In Fig. 2 ist der kurvenmäßige Verlauf dieser Reaktanz
als Funktion des Winkels δ dargestellt. Man erkennt, daß für 0 = 0 der Maximalwert xd vorhanden ist.
Dies ist erklärlich, da der magnetische Leitwert dann am größten ist, wenn die Längsachse d mit der
Wicklungsachse zusammenfällt. Der kleinste Leitwert und damit die kleinste Reaktanz xq treten bei δ = 90°
auf. Für Maschinen mit ausgeprägten Polen gilt als Anhaltswert, daß xq ungefähr-0,6 xd ist, und für Vollpolmaschinen
gilt, daß xq ungefähr 0,9 xd ist (vgl. die
Kurven 3 und 4 von Fig. 2). Wenn nun eine Synchronmaschine auf ein Kabelnetz oder eine lange, leer
laufende Leitung arbeitet, ist die kapazitive Belastung erheblich. Zur Erzielung einer konstanten Spannung
wird dann erforderlich, die Erregung gegenüber der Leerlauferregung zu verkleinern. Solange die kapazitive
Belastungsreaktanz xc größer ist als die Längsreaktanz
xd der Synchronmaschine, beispielsweise also
gleich xc j (Fig. 2), ist ein stabiler Betrieb bei positiver
Erregung möglich. Für xc2 = xd ist die Erregung
gleich 0, und sie wird für noch kleinere Werte von xc, das heißt für solche, die zwischen xd und xq
liegen (z. B. Jtrc3), negativ. Auch in diesem Fall ist es
noch möglich, mit Hilfe von Zusatzeinrichtungen zum normalen Spannungsregler einen stabilen Betrieb aufrechtzuhalten.
Sobald jedoch xc etwa den Wert von xq
erreicht, ist die Spannung instabil, und es tritt eine Selbsterregung auf, die eine gefährliche Spannungserhöhung verursacht. Um dies zu vermeiden, kann in
bekannter Weise die Maschine mit Hilfe von Überspannungsrelais vom Netz getrennt werden und eine
Schnellentregung erfolgen. Der Nachteil besteht hierbei darin, daß die Spannung bis zum Ansprechwert
des Relais steigt und die Abschaltung infolge der Spannungserhöhung relativ schwierig ist. Weiterhin
ist schon vorgeschlagen worden, die abgegebene kapazitive Blindleistung zu messen und beim Überschreiten
des zulässigen Grenzwertes dieser Leistung die Belastung abzuschalten. Mit dei genannten
Einrichtung zur Verhinderung
der Selbsterregung von kapazitiv
belasteten Synchronmaschinen
Anmelder:
ίο Maschinenfabrik Oerlikon,
Zürich-Oerlikon (Schweiz)
Vertreter: Ph. Frhr. v. Habermann, Rechtsanwalt,
München 22, Widenmayerstr. 34
München 22, Widenmayerstr. 34
Beanspruchte Priorität:
Schweiz vom 12. Dezember 1956
Schweiz vom 12. Dezember 1956
Paul Lauper, Zürich (Schweiz),
ist als Erfinder genannt worden
ist als Erfinder genannt worden
Methode kann die Selbsterregung jedoch nicht zuverlässig
verhütet werden. Steigt nämlich beispiels-* weise infolge eines Lastabwurfes die Frequenz, so
steigen die synchronen Reaktanzen xd und xq des
Generators ebenfalls. Damit wächst aber auch der zuj lässige Wert von xc,- so daß die zulässige Blindleistung
bei konstanter Spannung sinkt. Es kann demnach bereits die Selbsterregung einsetzen, ehe
der festgelegte Grenzwert der abgegebenen Blindleistung erreicht ist. s
Die Mängel des Bekannten lassen sich dadurch vermeiden, daß erfindungsgemäß Strom- und Spannungswandler
vorgesehen sind, welche ein Relais derart er* regen, daß dessen Schaltstellung vom Wert des Verhältnisses
zwischen der kapazitiven Reaktanz der Belastung und der Nachbildung der induktiven Reaktanz
: der Maschinen bestimmt ist, wobei das Relais Schaltmaßnahmen auslöst, wenn der Verhältniswert der
Reaktanzen einen vorbestimmten Betrag unter-schreitet. Der Vorteil der Erfindung besteht darin,
daß die Einrichtung auch bei veränderter Frequenz und Spannung fehlerfrei arbeitet und gefährliche
Spannungserhöhungen nicht auftreten können. Ferner besteht die Möglichkeit, Verbraucher, die zur Selbsterregung
nicht beitragen, ohne Unterbrechung weiter zu speisen, da eine Entregung der Maschine nicht er-
\ folgt. . . >
809 580/415
Während die Fig. 1 und 2 zum Stand der Technik gehören, beziehen sich die Fig. 3 bis 5 auf Ausführungsbeispiele
des Erfindungsgegenstandes. Hierbei stellt die Fig. 3 eine Schutzeinrichtung zur Verhinderung
der Selbsterregung einer Synchronmaschine schematisch dar, die Fig. 4 gibt ein Vektordiagramm
wieder, und die Fig. 5 zeigt eine weitere Einrichtung zum Schutz gegen die Selbsterregung.
Nach Fig. 3 liegt an den Phasen R und 5* einer
Synchronmaschine 5 die Primärwicklung eines Spannungswandlers 6 und an den Phasen S und T die
Primärwicklung eines weiteren Spannungswandlers 6'. Die Sekundärwicklungen dieser beiden Wandler sind
in Reihe geschaltet und speisen über einen Widerstand 7 die Spannungsspule 8 eines wattmetrischen
Relais 9. An die Sekundärwicklung des Spannungswandlers 6 ist ferner eine Drosselspule 10 und in
Reihe hierzu die Primärwicklung 11 eines Zwischenstromwandlers 12 angeschlossen, der eine zweite
Primärwicklung 13 aufweist, die von einem in der Phase S liegenden Stromwandler 14 erregt wird. Die
Sekundärwicklung 15 des Zwischenstromwandlers 12 ist mit der Stromspule 16 des Relais 9 verbunden.
Dieses Relais weist einen Leerkontakt 17 und einen Betätigungskontakt 18 auf, der im Stromkreis der
Schaltspule 19 des Schalters 20 angeordnet ist.
Zur Erläuterung der Wirkungsweise der erfindungsgemäßen
Einrichtung dient Fig. 4. Dort sind die um 120° gegeneinander phasenverschobenen Strangspannungen
mit UR, Us und UT bezeichnet. ULv UL2 und
UL& stellen die verketteten Spannungen dar. Wie der
Fig. 3 zu entnehmen ist, entspricht die Sekundärspannung des Wandlers 6 der Leiterspannung UL v
und der Strom IL muß dieser Spannung um 90° nacheilen,
da die Belastung praktisch induktiv ist. Ferner ist zu ersehen, daß bei kapazitiver Belastung der
Synchronmaschine der Strom Ic gegenüber der Spannung
Ug eine Phasenverschiebung von 90° im voreilenden
Sinn aufweisen muß. Aus den in Fig. 4 eingezeichneten Winkeln folgt weiterhin, daß Ic parallel
zu ULst verläuft. Unter Berücksichtigung der für den
Zwischenstromwandler 12 geltenden Durchflutungsbeziehung ergibt sich der Strom I2 als geometrische
Summe der Ströme IL und I0. Betrachtet man vereinfachend
die Drehmomentverhältnisse des Relais bezüglich der Spannung ULs und des Stromes Iz, so
folgt auf Grund des Energiegesetzes, daß die Stromkomponente I2" kein Moment entwickeln kann. Hierfür
ist lediglich die Wirkkomponente I2 maßgebend. Solange nun I2' in Gegenphase zu ULs liegt, solange
also 1c kleiner ist als IL · cos 30°, bleibt das Relais 9
auf den Leerkontakt 17 geschaltet. Sobald aber I2
die gleiche Phasenlage wie UL 3 besitzt, schaltet das
Relais auf den Kontakt 18, so daß der Schalter 20 ausgelöst und die kapazitive Last abgeschaltet wird.
Statt dieser Abschaltung könnte eine Verhinderung der Selbsterregung auch durch Zuschalten von Kompensationsdrosselspulen
erfolgen. Aus dem Vorstehenden ergibt sich, daß das Relais nur dann anspricht, wenn zwischen den Strömen Iq und Ii ein ganz bestimmtes
Verhältnis besteht. Da Iq von der kapazitiven
Reaktanz xc und IL vom induktiven Blindwiderstand
xL abhängt, sind die durch das Relais bedingten Schaltvorgänge eindeutig vom Verhältnis
zwischen xc und xL bestimmt. xL bildet gewissermaßen
die Reaktanzen der Synchronmaschine ab, und deshalb arbeitet die erfindungsgemäße Einrichtung
auch bei veränderter Frequenz und Spannung einwandfrei. Schließlich ist durch entsprechende Wahl
der Größe von xL die Möglichkeit gegeben, die Verhältniswerte
der Reaktanzen den jeweiligen Erfordernissen anzupassen.
Die Fig. 5 zeigt drei parallel geschaltete Synchronmaschinen 5, 5' und 5", welche mit der erfindungsgemäßen
Einrichtung, die aber nur zum Teil dargestellt ist, gegen Selbsterregung geschützt werden.
Gleiche Teile sind in Fig. 5 wieder mit denselben Bezugszeichen versehen wie in Fig. 3. Da beim Parallelschalten
mehrerer Maschinen die zulässige kapazitive Reaktanz abnimmt, muß der Ansprechwert des Relais
automatisch den Betriebsverhältnissen angepaßt sein. Dies geschieht mit Hilfe der Kontakte 21,21' und 21",
die entsprechende Drosselspulen 10, 10' und 10" zu- bzw. abschalten. Falls vor dem Stromwandler 14 noch
Transformatoren liegen, können diese in analoger Weise abgebildet werden.
Bei kapazitiver Belastung sind die Synchronmaschinen normalerweise nicht gesättigt. Liegt jedoch
ihre Spannung höher als der Nennwert, so könnte unter Umständen auch eine Berücksichtigung der
Sättigung erforderlich werden. Dies ist leicht durch entsprechende Bemessung der Abbildspulen zu erreichen.
Die Nachbildung erfolgt beispielsweise durch zwei in Reihe geschaltete Drosseln, wobei die eine
Drossel ungesättigt ist und der Streureaktanz der Maschine entspricht, während die andere eine Sättigungscharakteristik
aufweist. Durch entsprechenden Abgleich lassen sich die beim gewünschten Ansprechwert
bestehenden Verhältnisse richtig erfassen.
Claims (6)
1. Einrichtung zur Verhinderung der Selbsterregung von kapazitiv belasteten Synchronmaschinen
unter Verwendung von Relais, dadurch gekennzeichnet, daß Strom- und Spannungswandler
vorgesehen sind, welche ein Relais derart erregen, daß dessen Schaltstellung vom Wert des
Verhältnisses zwischen der kapazitiven Reaktanz der Belastung und der Nachbildung der induktiven
Reaktanz der Maschinen bestimmt ist, wobei das Relais Schaltmaßnahmen auslöst, wenn der Verhältniswert
der Reaktanzen einen vorbestimmten Betrag unterschreitet.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Primärwicklungen zweier
Spannungswandler (6, 6') in Reihe geschaltet und die drei Klemmen dieser Reihenschaltung mit den
drei Leitungen eines Drehstromsystems verbunden sind, daß ferner auch die Sekundärwicklungen der
Spannungswandler in Reihe liegen, wobei an deren Summenspannung über einen Widerstand
(7) die Spannungsspule (8) eines wattmetrischen Relais (9) angeschlossen ist, während die Sekundärwicklung
des einen Spannungswandlers (6) zusätzlich mit einer die induktive Reaktanz der Maschine nachbildenden Drossel (10) und der
■hierzu in Reihe liegenden Primärwicklung (11) eines Zwischenstromwandlers (12) in Verbindung
steht, der eine weitere Wicklung (13) aufweist, die an den Sekundärkreis eines Stromwandlers
(14) angeschlossen ist, dessen Primärwicklung in einer Leitung des Drehstromsystems liegt, und daß
die Sekundärwicklung (15) des Zwischenstromwandlers (12) mit der Stromspule (16) des Relais
(9) verbunden ist.
3. Einrichtung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Abbilddrossel aus mehreren
Teilspulen (10, 10', 10") besteht, die automatisch mittels Hilfskontakte (21, 21', 21") der-
art schaltbar sind, daß stets die gesamte Reaktanz der in Betrieb befindlichen Maschinen nachgebildet
ist.
4. Einrichtung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Abbilddrossel aus zwei in
Reihe liegenden Spulen besteht, wobei die eine Spule ungesättigt ist und die andere eine Sättigungscharakteristik
aufweist.
5. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Verhinderung der Selbsterregung
durch das Abschalten von kapazitiver Last erfolgt.
6. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Verhinderung der Selbsterregung
durch das Zuschalten von Kompensationsdrosseln erfolgt.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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1957
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Also Published As
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