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Die Erfindung betrifft eine Bogen
verarbeitende Rotationsdruckmaschine mit einer Bogenbremse, welche
die verarbeiteten Bogen von einer Verarbeitungsgeschwindigkeit auf
eine Ablagegeschwindigkeit verzögert
und mit einem Förderer,
der die verarbeiteten Bogen in einer Förderrichtung schleppend transportiert
und zu deren Verzögerung seitens
der Bogenbremse freigibt.
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Eine derartige Maschine ist insbesondere aus
der Druckschrift
EP
1 074 499 A2 bekannt. Diese bietet eine Lösung für die Problematik,
dass sich über einen
auf eine Ablagegeschwindigkeit abgebremsten Bogen eine nachfolgende
Greiferbrücke
eines Auslegers hinwegbewegt und diese Greiferbrücke oder auch der mittels dieser
transportierte nachfolgende Bogen beispielsweise insofern nachteiligen
Einfluss auf den vorausgehenden Bogen nimmt, als dessen nachlaufender
Bereich umschlägt.
Die zur Lösung vorgeschlagenen,
einem Bogenfallbereich für
die seitens der Bogenbremse freigegebenen Bogen zugeordneten motorisch
angetriebenen Strömungsmaschinen
mit dem Bogenfallbereich zugewandten Saugseiten bewirken zwar auch
die vorteilhaften Nebeneffekte, dass der unterhalb der Bogenbremse herrschende
Sog den jeweils abzubremsenden Bogen frühzeitig an die Bogenbremse
anlegt und dass der Neigung des Umschlagens des nachlaufenden Endes
des abzubremsenden Bogens in Richtung auf den nachfolgenden Bogen
entgegengewirkt wird. Jedoch müssen
diese Vorteile einerseits mit relativ großen Leistungen zum Betrieb
der Strömungsmaschinen
und andererseits mit der Folge erkauft werden, dass sich ohne zusätzlichen
Aufwand – insbesondere
zur Kanalisierung der von den Strömungsmaschinen geförderten
Luftströme – im Ausleger
unerwünschte
und unkontrollierte Strömungen
einstellen.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde
die eingangs genannte Maschine so auszubilden, dass ein jeweiliger
Bogen sicher von der Bogenbremse erfasst und von dem die Bogen transportierenden
Förderer
bzw. von einem nachfolgenden Bogen weitestgehend unbeeinflusst bleibt.
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Zur Lösung dieser Aufgabe ist eine
der Bogenbremse zugeordnete, periodisch zwischen einer ersten und
einer zweiten Position verstellbare Fängeranordnung vorgesehen, welche
bei deren Verstellung von der ersten in die zweite Position eine
Sogwirkung auf einen jeweiligen der Bogen ausübt und damit in der zweiten
Position einen Kontakt zwischen dem jeweiligen Bogen und der Bogenbremse
herstellt.
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Hiermit wird zwei sich gegenseitig
ausschließenden
Anforderungen Rechnung getragen, wonach die Bogenbremse einerseits
möglichst
nahe am Förderer
platziert sein soll, um zu gewährleisten,
dass die Bogen von der Bogenbremse sicher erfasst werden, und andererseits
die Bogenbremse möglichst weit
unterhalb des Förderers
platziert sein soll, um zu gewährleisten
dass ein nachfolgender Bogen oder der diesen transportierende Förderer den
vorauseilenden abzubremsenden Bogen unbeeinflusst lässt.
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Die Merkmale des Erfindungsgegenstandes und
von dessen Ausgestaltungen sind den beigefügten Zeichnungen und den darauf
Bezug nehmenden nachfolgenden Erläuterungen entnehmbar.
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In den Zeichnungen zeigt
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1 eine
schematische Darstellung einer Bogen verarbeitenden Rotationsdruckmaschine
mit einer Bogenbremse und einer dieser zugeordneten Fängeranordnung
gemäß einer
ersten Ausgestaltung derselben,
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2 eine
Detailansicht in Richtung des Pfeils II in 1 in schematischer Darstellung,
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3 in
vereinfachter Darstellung einen Verstellmechanismus für die erste
Ausgestaltung der Fängeranordnung,
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4a bis 4c in schematischer Darstellung Momentanbilder
der zwischen einer ersten und einer zweiten Position verstellbaren
Fängeranordnung
gemäß deren
erster Ausgestaltung unter Weglassung des Verstellmechanismussees,
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5a bis 5c in schematischer Darstellung Momentanbilder
der zwischen einer ersten und einer zweiten Position verstellbaren
Fängeranordnung
in einer zweiten Ausgestaltung derselben und ein Beispiel für einen
Verstellmechanismus hierzu.
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Die in 1 schematisch
dargestellte Bogen verarbeitende Rotationsdruckmaschine umfasst
einen Maschinenabschnitt 1 mit beispielhaft zwei Verarbeitungsstationen
in Form von Druckwerken 1.1 und 1.2, die im vorliegenden
Fall jeweils eine Farbe verdrucken, so dass damit zwei Farben gedruckt
werden können.
Für jede
weitere Farbe ist ein weiteres Druckwerk vorzusehen. Für weitere
Prozessschritte, wie beispielsweise Lackieren, Zwischentrocknen, Perforieren
usw. ist jeweils eine weitere Verarbeitungsstation vorzusehen. Im
beispielhaft dargestellten Falle arbeiten die Druckwerke 1.1 und 1.2 nach dem
Nassoffsetverfahren und umfassen demzufolge jeweils ein Farbwerk 1.3 und
ein Feuchtwerk 1.4, einen damit in Verbindung stehenden
Plattenzylinder 1.5, einen an diesem betriebsmäßig abrollenden Gummituchzylinder 1.6 sowie
einen einen jeweiligen Bogen 2.2 führenden Druckzylinder 1.7.
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Zur Beschickung der Druckwerke 1.1 und 1.2 mit
den Bogen 2.2 ist ein Anleger 2 vorgesehen, der mittels
einer Vereinzelungsvorrichtung 2.1 einen jeweils obersten
Bogen 2.2 von einem Stapel 2.3 abgreift und an
eine Transport- und Ausrichtvorrichtung 2.4 übergibt,
welche einen jeweils in Verarbeitungsrichtung vorauseilenden der
zu einer Schuppenformation vereinzelten Bogen nach dessen insbesondere
mittels eines Saugbändertisches
erfolgtem Transport in Richtung auf Vorderkantenanschläge an diesen
und an wenigstens einem Seitenanschlag ausrichtet.
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Ein der ersten Verarbeitungsstation,
hier dem Druckwerk 1.1, zugeordneter schwingender Vorgreifer 1.8 übernimmt
den jeweils ausgerichteten Bogen 2.2 und übergibt
diesen an eine Anlegetrommel 1.9, welche ihn ihrerseits
an den Druckzylinder 1.7 des Druckwerkes 1.1 übergibt.
Nach Durchlaufen des Druckspaltes dieses Druckwerkes 1.1 übergibt dessen
Druckzylinder 1.7 den Bogen 2.2 an eine zwischen
die Druckzylinder 1.7 der beiden Druckwerke 1.1 und 1.2 geschaltete
Transfervorrichtung in Form einer Bogenführungstrommel 1.10.
Im Falle einer für Schön- und Widerdruck
ausgebildeten Maschine ist stattdessen eine zwischen Schöndruckbetrieb
und Schön-
und Widerdruckbetrieb umschaltbare Wendeeinrichtung vorgesehen.
Der Druckzylinder 1.7 des Druckwerkes 1.2 übernimmt
den Bogen 2.2 von der Bogenführungstrommel 1.10,
führt ihn
durch den weiteren Druckspalt und übergibt ihn sodann an einen
in einem Ausleger 3 angeordneten Förderer 3.5 welcher
die Bogen 2.2 mit einer Verarbeitungsgeschwindigkeit in
einer Förderrichtung
entlang einer Förderstrecke
schleppt und nach Durchlaufen der Förderstrecke an eine Bremsstation 3.1 übergibt,
in welcher die Bogen 2.2 auf eine Ablagegeschwindigkeit
verzögert
und schließlich
zur Bildung eines Auslegestapels 3.2 freigegeben werden.
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Der Förderer 3.5 ist mit
Greiferbrücken 3.6 ausgestattet,
an denen Greifer angeordnet sind, die unter Federkraft normal geschlossen
sind und unter Drehung einer die Greifer tragenden Greiferwelle
mittels einer daran angeordneten Kurvenfolgeranordnung und einer
diese entsprechend auslenkenden Greiferöffnungskurve bei Passieren
derselben vorübergehend
geöffnet
werden – nicht
dargestellt -.
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Im Fortdruck werden am Stapel 2.3 im
Anleger 2 das Produktionsniveau, d. h. die Höhenlage
des jeweils obersten Bogens 2.2, und im Ausleger 3 die Fallhöhe der die
Bremsstation 3.1 verlassenden Bogen 2.2 durch
entsprechendes Nachführen
jeweiliger den Stapel 2.3 bzw. den Auslegestapel 3.2 tragender Plattformen 2.5 bzw.
3.3 mittels jeweiliger Hubwerke beibehalten, von welchen lediglich
die Plattformen 2.5 und 3.3 tragende Hubketten 2.6 und 3.4 angedeutet
sind.
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In der genannten Bremsstation 3.1 ist
eine Bogenbremse 3.7 angeordnet, die – wie die schematische Darstellung
in 1 andeutet – beispielhaft ein
Bremselement in Form eines endlosen umlaufenden, mit Saugöffnungen
versehenen Saugbandes aufweist, welches ein Bremstrum 3.8 bildet,
das betriebsmäßig eine
mit Saugöffnungen
versehene, eine Stützfläche für das Bremstrum
bildende obere Wand eines Saugkastens 3.9 bestreicht, der
an einen Unterdruckerzeuger angeschlossen ist – nicht dargestellt -. Als Bremselemente
kommen in anderer Ausgestaltung auch betriebsmäßig rotierende Saugringe oder
Saugwalzen in Betracht.
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Die Verzögerung eines seitens des Förderers 3.5 freigegebenen,
an das Bremselement übergebenen
und von diesem angesaugten Bogens 2.2 erfolgt insbesondere
im Falle der Ausbildung des Bremselementes in Form des genannten
Saugbandes je nach Betriebsweise der Bogenbremse 3.7 unter
einem zwischen dem Bremselement und dem Bogen 2.2 auftretenden
Schlupf oder schlupffrei. Im ersten Falle wird das Bremselement
mit einer konstanten Geschwindigkeit angetrieben, deren Betrag höchstens
demjenigen der Ablagegeschwindigkeit entspricht. Bei einem für den zweiten
Fall vorgesehenen Ausführungsbeispiel
wird das Bremselement bis zum erfolgten Kontakt mit einem jeweiligen
der Bogen 2.2 derart angetrieben, dass die Bahngeschwindigkeit
des Bremselementes der Verarbeitungsgeschwindigkeit entspricht und
anschließend
auf eine demgegenüber
kleinere Geschwindigkeit heruntergefahren, deren Betrag wiederum
höchstens
demjenigen der Ablagegeschwindigkeit entspricht.
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Den nach welchem Konzept auch immer ausgebildeten
und betriebenen Bogenbremsen – hier der
beispielhaft als Saugbandbremse ausgebildeten und mit gleichförmiger Bahngeschwindigkeit
betriebenen Bogenbremse 3.7 – ist eine Fängeranordnung 3.10
zugeordnet. Diese hat die Aufgabe, einen jeweiligen der Bogen 2.2 in
Kontakt mit der Bogenbremse 3.7 zu bringen, und ist hierzu
periodisch zwischen einer ersten und einer zweiten Position verstellbar.
Sie übt
bei deren Verstellung von der ersten in die zweite Position auf
einen jeweiligen der Bogen 2.2 eine Sogwirkung aus und
führt den
Bogen damit bei der Verstellbewegung von der ersten in die zweite
Position derart nach, dass sie in der zweiten Position einen Kontakt
des Bogens 2.2 mit der Bogenbremse 3.7 herstellt.
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Hierzu befindet sich die Fängeranordnung 3.10 in
ihrer ersten Position auf einem derartigen Niveau, dass sich die
genannte Sogwirkung unmittelbar am jeweiligen der Bogen 2.2 auswirkt.
Demgegenüber
befindet sich die Bogenbremse 3.7 unterhalb dieses Niveaus,
und zwar bevorzugt soweit unterhalb dieses Niveaus, dass der jeweilige
Bogen 2.2 nach dessen seitens der Fängeranordnung 3.10
erfolgter Übergabe
an die Bogenbremse 3.7, d.h. nach erfolgter Herstellung
des Kontaktes des jeweiligen Bogens 2.2 mit der Bogenbremse 3.7 seitens
der Fängeranordnung 3.10
einen derart hinlänglichen Abstand
von einem seitens des Förderers 3.5 herangeführten nächsten der
Bogen 2.2 aufweist, dass dieser und die diesen führende Greiferbrücke 3.6 den
an die Bogenbremse 3.7 übergebenen
der Bogen 2.2 nicht beeinflusst.
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Dank der Fängeranordnung 3.10
kann die Bogenbremse 3.7 auf einem derart tiefen Niveau
angeordnet werden, dass insbesondere das nachlaufende Ende eines
jeweiligen zur Bildung des Auslegestapels 3.2 seitens der
Bogenbremse 3.7 freigegebenen Bogens 2.2 bis zum
Auftreffen auf dem Auslegestapel 3.2 nur noch eine sehr
geringe Fallhöhe
zurücklegen
muss.
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Wie in den 2 und 3 schematisch
wiedergegeben umfasst die Fängeranordnung 3.10
in einer ersten Ausgestaltung höhenverstellbar
angeordnete Saugbandmodule 3.11 mit betriebsmäßig umlaufenden
endlosen Saugbändern 3.12,
die in die Förderrichtung
gemäß Richtungspfeil 3.13 (siehe
auch 1) bewegte Saugtrumme 3.12" aufweisen. Ein jeweiliges
Saugband 3.12 umschlingt eine Umlenkrolle 3.14 und
eine Antriebsrolle 3.15, die in Antriebsverbindung mit
einem Motor 3.16 steht. Das Saugtrumm 3.12' des mit nicht
dargestellten Saugöffnungen
versehenen Saugbandes 3.12 bestreicht eine ebenfalls mit
nicht dargestellten Saugöffnungen
versehene Stützfläche eines
Saugkastens 3.17, der an einen Unterdruckerzeuger 3.18 angeschlossen
ist. Die Fängeranordnung 3.10 ist
insoweit dazu ausgebildet, auf einen in deren Nähe befindlichen Bogen 2.2 eine
Sogwirkung auszuüben.
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Im vorliegenden Ausführungsbeispiel
werden die Saugbandmodule 3.11 von einer Traverse 3.19 getragen
und sie sind entlang dieser verschiebbar und an dieser arretierbar.
Die Traverse 3.19 ist an ihren Enden entlang einer jeweiligen
vertikalen Führung
höhenverstellbar
aufgenommen. Zur Verstellung der Höhe der Fängeranordnung 3.10 ist
an die Traverse 3.19 eine Kurbel 3.21 eines Kurbeltriebes 3.22 angelenkt.
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In den 4a bis 4c ist das Zusammenwirken
der hier mittels der genannten Saugbandmodule 3.11 gebildeten
und nur schematisch angedeuteten Fängeranordnung 3.10 mit
der bezüglich
dieser in Förderrichtung
gemäß Richtungspfeil 3.13 stromabwärts zugeordneten
Bogenbremse 3.7 anhand von Momentanbildern veranschaulicht.
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In 4a befindet
sich die Fängeranordnung 3.10 in
einer ersten Position, die so gewählt ist, dass ein jeweiliges
der Saugbandmodule 3.11 einen diese passierenden, seitens
der Greiferbrücken 3.6 über die
Fängeranordnung 3.10 hinweggeschleppten Bogen 2.2 unter
der Sogwirkung der Fängeranordnung 3.10 an
diese ansaugt. In dieser ersten Position befindet sich die Fängeranordnung 3.10 auf
deren höchstem
Niveau.
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Das Saugband 3.12 (siehe 3) eines jeweiligen Saugbandmoduls 3.11 der
Fängeranordnung 3.10 läuft – angetrieben
durch den Motor 3.16 (siehe 3) – mit einer
Bahngeschwindigkeit um, deren Betrag zwischen jenem der Verarbeitungsgeschwindigkeit
und jenem der Ablagegeschwindigkeit liegt, sodass der angesaugte,
seitens der Greiferbrücke 3.6 geschleppte
Bogen 2.2 in einem sich zunehmend verlängernden Abschnitt zwischen
der Greiferbrücke 3.6 und
der Fängeranordnung 3.10 gestrafft wird.
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Bei einer bevorzugten Ausgestaltung
ist die genannte Bahngeschwindigkeit des Saugbandes 3.12 nur
geringfügig
kleiner als die Verarbeitungsgeschwindigkeit, d. h. ihr Betrag liegt
näher bei
jenem der Verarbeitungsgeschwindigkeit als bei jenem der Ablagegeschwindigkeit.
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In 4b ist
ein Zustand wiedergegeben, in dem die Fängeranordnung 3.10
auf deren Weg vom genannten höchsten
Niveau in Richtung auf ein tiefstes Niveau gerade ein Zwischenniveau
erreicht hat, auf welchem die Bogenbremse 3.7 wirksam ist,
d.h. das Saugtrumm 3.12" eines
jeweiligen Saugbandmoduls 3.11 der Fängeranordnung 3.10 befindet
sich auf gleicher Höhe
mit einem jeweiligen Bremstrum der hier ebenfalls mittels Saugbandmodulen
gebildeten Bogenbremse 3.7. Gemeinsam mit dem Saugtrumm 312". hat dabei
auch der seitens diesem angesaugte Abschnitt des Bogens 2.2 – genauer
gesagt die Unterseite dieses Abschnittes das genannte Zwischenniveau
erreicht. Dabei ist der seitens der Fängeranordnung 3.10 erfasste
Bogen 2.2 noch immer mittels der Greiferbrücke 3.6 gehalten.
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Bei einer bevorzugten Ausgestaltung
durchfährt
die Fängeranordnung 3.10 unter
weiterer Absenkung derselben das genannte Zwischenniveau und erreicht
schließlich
ihr tiefstes Niveau in ihrer zweiten Position.
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In 4c ist
der letztgenannte Zustand dargestellt, in welchem sich das Saugtrumm 3.12 der Fängeranordnung 3.10 unterhalb
des Zwischenniveaus befindet, auf welchem die Bogenbremse 3.7 insofern
wirksam ist als sich deren Bremstrum auf diesem Zwischenniveau befindet.
Auf dem Weg der Fängeranordnung 3.10 in
Richtung auf deren tiefstes Niveau führt diese den jeweils angesaugten
Abschnitt des Bogens 2.2 mit. Dabei ist für die Verstellung
der Fängeranordnung 3.10 zwischen
deren erster und deren zweiter Position ein mit der Verarbeitungsgeschwindigkeit
bevorzugt derart korreliertes Bewegungsgesetz vorgesehen, dass beim
Absenken der Fängeranordnung 3.10 ein
seitens dieser angesaugter Endabschnitt des Bogens 2.2 jedenfalls
bis unter das genannte Zwischenniveau mitgeführt wird. Damit wird eine sichere Übergabe
der Bogen 2.2 an die Bogenbremse 3.7 auch dann
gewährleistet,
wenn in bevorzugter Ausgestaltung die Bogenbremse 3.7 in
einem relativ kleinem Abstand stromabwärts von der Fängeranordnung 3.10 positioniert
ist, und es ist sichergestellt, dass auch Bogen 2.2 mit
kleinem Format sicher in Kontakt mit den Bremstraumen der Bogenbremse 3.7 treten.
Mit dem Absenken des genannten Endabschnittes unter das genannte
Zwischenniveau wird insbesondere dem Umstand Rechnung getragen,
dass der Bogen 2.2 zwischen der ihn schleppenden Greiferbrücke 3.6 und
der Fängeranordndung 3.10 gestraft
ist und somit der von der Fängeranordnung 3.10 ablaufende
Abschnitt des Bogens 2.2 zur Greiferbrücke 3.6 hin ansteigt,
so dass ein sicherer Kontakt zwischen dem Bogen 2.2 und den
Bremstrumen der Bogenbremse 3.7 so lange nicht gewährleistet
ist, wie sich der seitens der Fängeranordnung 3.10 angesaugte
Abschnitt des Bogens 2.2 auf demselben Niveau befindet
wie die genannten Bremstrume.
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Ein entsprechender Kontakt würde sich
zwar einstellen wenn der Bogen 2.2 die Fängeranordnung 3.6 verlassen
hat, mit dem bevorzugt vorgesehenen Absenken der seitens der Fängeranordnung 3.10 angesaugten
Abschnittes des Bogens 2.2 unter das besagte Zwischenniveau
wird jedoch in vorteilhafter Weise eine aktive Übergabe des Bogens 2.2 an
die Bogenbremse 3.7 vorgenommen.
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In alternativer Ausgestaltung ist
eine Fängeranordnung
vorgesehen, welche die genannte Sogwirkung nach einem anderen, von
einem Blasebalg bekannten Prinzip erzeugt.
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In den 5a bis 5c sind schematisch Momentanbilder
einer derartigen Fängeranordnung 3.10" wiedergegeben.
Sie schließt
sich in Bogenlaufrichtung gemäß Richtungspfeil 3.13 an
einen ortsfesten Leitvorrichtungsabschnitt 3.23 an und
umfasst einen zur Anpassung an unterschiedliche Formate der verarbeiteten
Bogen 2.2 verschieblich angeordneten Leitvorrichtungsabschnitt 3.24 einer
Bogenleitvorrichtung 3.25, die am verschieblich angeordneten Leitvorrichtungsabschnitt 3.24 eine
den verarbeiteten Bogen 2.2 zugewandte Leitfläche 3.24' ausbildet. Der
verschieblich angeordnete Leitvorrichtungsabschnitt 3.24 ist
mittels eines flexiblen Leitelementes 3.26 gebildet, dessen
Erstreckung quer zur Verarbeitungsrichtung im Wesentlichen der entsprechenden Erstreckung
der verarbeiteten Bogen 2.2 mit Maximalformat entspricht.
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In einem in 5a festgehaltenen Moment befindet sich
die Fängeranordnung 3.10', genauer gesagt,
ein dieser zugehöriger,
an den ortsfesten Leitvorrichtungsabschnitt 3.23 anschließender Abschnitt
des Leitelementes 3.26 und somit die Leitfläche 3.24" in ihrer ersten
Position. In dieser verläuft die
Leitfläche 3.24' zumindest im
Wesentlichen parallel zu einer Bahn welche die Greiferbrücken 3.6 beim Passieren
der Fängeranordnung 3.10' durchfahren.
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Ein bei der Verarbeitung von Bogen
mit maximalem Format nicht zur Ausbildung der Leitfläche 3.24" benötigter Abschnitt
des flexiblen Leitelementes 3.26 ist durch eine Führung 3.23" am stromabwärts gelegenen
Ende des ortsfesten Leitvorrichtungsabschnittes 3.23 hindurch
geschoben und unter diesem bereitgestellt. Die Führung 3.23" stellt gleichzeitig
eine Abstützung
für das
flexible Leitelement 3.26 dar.
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In einem bezüglich der Förderrichtung gemäß Richtungspfeil 3.13 stromabwärts gelegenen Bereich
der Leitfläche 3.24" ist diese unter
Erzeugung einer Sogwirkung auf einen über die Leitfläche 3.24" hinweg geführten Bogen 2.2 von
der genannten, in 5a wiedergegebenen
ersten Position in die ebenfalls bereits genannte, in 5b wiedergegebene zweite
Position verstellbar. Diese Verstellung erfolgt mit einer derartigen
Geschwindigkeit, dass sich die genannte Sogwirkung ergibt.
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Bei der beispielhaften Ausgestaltung
der Fängeranordnung 3.10" gemäß den 5a bis 5c ist für diese Verstellung eine Kurvenfolgeranordnung vorgesehen.
Diese umfasst einen ersten Kurvenfolger 3.27 und einen
zweiten Kurvenfolger 3.28. Diese sind jeweils auf nicht
näher dargestellte
Weise an dem flexiblen Leitelement 3.26 befestigt und zwar
im Bereich derselben, in dem dieses den verschieblichen Leitvorrichtungsabschnitt 3.24 ausbildet.
Sie sind jeweils vertikal geführt
und mittels Rückstellfedern 3.27" und 3.28" und betriebsmäßig derart
rotierender Kurvenscheiben 3.27' und 3.28' vertikal verstellbar, dass der
verschiebliche Leitvorrichtungsabschnitt 3.24 und damit
die Leitfläche 3.24" nach Verlassen
der in 5a wiedergegebenen
ersten Position diese wieder erreicht hat, wenn sich ein nachfolgender
Bogen 2.2 über
der Leitfläche 3.24' befindet, spätestens
jedoch dann, wenn sich ein nachlaufender Endabschnitt eines nachfolgenden
Bogens über der
Leitfläche 3.24" befindet.
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In der genannten ersten Position
befindet sich die Leitfläche 3.24' auf dem Niveau
einer vom ortsfesten Leitvorrichtungsabschnitt 2.23 ausgebildeten
Leitfläche 3.23". Unter der
Wirkung der rotierenden Kurvenscheiben 3.27" und
3.28" wird die Leitfläche 3.24" aus dieser
ersten Position in ihre zweite Position verstellt.
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In einem in 5b festgehaltenen Moment hat die Fängeranordnung 3.10" ihre zweite
Position erreicht. In dieser befindet sich insbesondere ein stromabwärts gelegener
Endabschnitt der Leitfläche 3.24' nach erfolgter
Absenkung derselben auf einem Niveau, welches bevorzugt unter jenem
Niveau liegt, auf welchem die Bogenbremse 3.7 wirksam ist,
im vorliegenden Beispiel also unterhalb der Außenseite des Bremstrumes der
als Saughandbremse ausgebildeten Bogenbremse 3.7
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Durch entsprechende Ausgestaltung
der Kurvenscheiben 3.27" und 3.28" erfolgt die
Verstellung der Fängeranordnung 3.10' von deren erster
in deren zweite Position mit einer derartigen Geschwindigkeit, dass
während
der genannten Absenkung eine derartige Sogwirkung auf die Unterseite
des über
der Leitfläche 3.26" befindlichen
Bogens 2.2 ausgeübt
wird, dass der Bogen 2.2 der Verstellbewegung der Leitfläche 3.24" folgt und somit
gegen Ende dieser Verstellbewegung an die Bogenbremse 3.7 – hier an
deren Bremstrum – angelegt
wird (siehe 5b).
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Der Bogen 2.2 wird während der
genannten Verstellbewegung bevorzugt noch mittels der Greiferbrücke 3.6 geführt und
erst freigegeben, wenn ein nachlaufender Endabschnitt des Bogens 2.2 auf
die Bogenbremse 3.7 aufgelaufen ist.
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Die 5c macht
einen Vorteil deutlich, der mit dem bevorzugten Einsatz zweier in
Verarbeitungsrichtung aufeinanderfolgender Kurvenfolger – hier der
Kurvenfolger 3.27 und 3.28 – erzielbar ist. Der Vorteil
besteht darin, dass ein stromaufwärts gelegener Bereich der Leitfläche 3.24' zeitlich vor
einem stromabwärts
darauf folgenden Endbereich der Leitfläche 3.24" wieder auf
das Niveau angehoben werden kann, auf welchem sich die Leitfläche 3.26" in ihrer ersten
Position befindet. Damit steht für
einen vorauseilenden Abschnitt eines auf einen momentan unter dem
Einfluss der Bogenbremse stehenden Bogen folgenden Bogens trotz
der teilweise abgesenkten Leitfläche 3.24" ein Leitflächenabschnitt
derselben zum Leiten dieses nachfolgenden Bogens auf einem dafür vorgesehenen
Niveau zur Verfügung.
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Sobald der vorausgehende Bogen den
Bereich über
der Leitfläche 3.24" verlassen hat
wird auch der genannte stromabwärts
gelegene Endbereich der Leitfläche 3.24" wieder auf
das Niveau gemäß 5a zurückverstellt, welches die Leitfläche 3.24" insgesamt in
der ersten Position der Fängeranordnung 3.10" einnimmt.
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Die insoweit dargelegten Verstellvorgänge laufen
periodisch ab, und zwar im Takt der Abfolge der Bogen 2.2.
Das Bewegungsgesetz der Verstellung der Fängeranordnung 3.10", genauer gesagt des
flexiblen Leitelementes 3.26 wird durch eine entsprechende
Formgebung der Kurvenscheiben 3.27' und 3.28" realisiert, die im vorliegenden
Falle gleichmäßig umlaufen,
und zwar mit einer mit der Abfolge der Bogen 2.2 korrelierten
Drehzahl.
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Das flexible Leitelement 3.36,
die Kurvenfolger 3.27 und 3.28, die Kurvenscheiben 3.27" und 3.28", ein diese
antreibender, hier nicht dargestellter Antrieb und die Rückstellfedern 3.27'' und 3.28" werden bevorzugt von einem hier
nur schematisch angedeuteten Schlitten 3.29 getragen, der
bevorzugt auch die Bogenbremse 3.7 trägt. Dieser Schlitten 3.29 ist auf
nicht näher
dargestellte Weise unter horizontaler Verschiebung auf Positionen
einstellbar, die an das jeweilige Format der verarbeiteten Bogen 2.2 angepasst
sind.
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Anstelle des genannten Blasebalg-Prinzips ist
in anderer Ausgestaltung zur Erzeugung einer seitens eines dem verschieblich
angeordneten Leitvorrichtungsabschnitt 3.24 entsprechenden
Leitvorrichtungsabschnittes auf die Bogen 2.2 ausgeübten Sogwirkung
das aerodynamische Paradoxon herangezogen.
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Hierzu ist sodann dieser Leitvorrichtungsabschnitt
in Form einer pneumatischen Schwebeführung ausgestaltet. Bei einer
hiermit ausgebildeten Fängeranordnung
ist dann die Geschwindigkeit nicht mehr entscheidend, mit welcher
die Verstellung von der ersten in die zweite Position erfolgt.
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- 1
- Maschinenabschnitt
- 1.1
- Druckwerk
- 1.2
- Druckwerk
- 1.3
- Farbwerk
- 1.4
- Feuchtwerk
- 1.5
- Plattenzylinder
- 1.6
- Gummituchzylinder
- 1.7
- Druckzylinder
- 1.8
- schwingender
Vorgreifer
- 1.9
- Anlegetrommel
- 1.10
- Bogenführungstrommel
- 2
- Anleger
- 2.1
- Vereinzelungsvorrichtung
- 2.2
- Bogen
- 2.3
- Stapel
- 2.4
- Transport-
und Ausrichtvorrichtung
- 2.5
- Plattform
- 2.6
- Hubkette
- 2.7
- Traverse
- 3
- Ausleger
- 3.1
- Bremsstation
- 3.2
- Auslegestapel
- 3.3
- Plattform
- 3.4
- Hubkette
- 3.5
- Förderer
- 3.6
- Greiferbrücke
- 3.7
- Bogenbremse
- 3.8
- Bremstrum
- 3.9
- Saugkasten
- 3.10;
3.10"
- Fängeranordnung
- 3.11
- Saugbandmodul
- 3.12
- Saugband
- 3.12"
- Saugtrum
- 3.13
- Richtungspfeil
- 3.14
- Umlenkrolle
- 3.15
- Antriebsrolle
- 3.16
- Motor
- 3.17
- Saugkasten
- 3.18
- Unterdruckerzeuger
- 3.19
- Traverse
- 3.20
- Führung
- 3.21
- Kurbel
- 3.22
- Kurbeltrieb
- 3.23
- ortsfester
Leitvorrichtungsabschnitt
- 3.23"
- Leitfläche
- 3.23"
- Führung
- 3.24
- verschieblicher
Leitvorrichtungsabschnitt
- 3.24"
- Leitfläche
- 3.25
- Bogenleitvorrichtung
- 3.26
- flexibles
Leitelement
- 3.27
- erster
Kurvenfolger
- 3.27"
- Kurvenscheibe
- 3.27""
- Rückstellfeder
- 3.28
- zweiter
Kurvenfolger
- 3.28'
- Kurvenscheibe
- 3.28"
- Rückstellfeder
- 3.29
- Schlitten