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Die
Erfindung betrifft ein Hydraulikaggregat für eine schlupfgeregelte Bremsanlage,
nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
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Ein
Hydraulikaggregat der vorgenannten Art ist bereits aus der WO 91/16220
bekannt. Darin wird vorgeschlagen, die Geräuschdämpfungskammern parallel zu
den Niederdruckspeicherbohrungen anzuordnen, die somit gemeinsam
in einer Reihe seitlich zu einer Pumpenbohrung ausgerichtet sind.
Die Druckmittelkanäle
für die
Bremsdruckgeberanschlüsse
am blockförmigen
Aufnahmekörper
durchqueren die für
die Einlaßventile
vorgesehenen Ventilaufnahmebohrungen vertikal und verlaufen seitlich
an der Pumpenbohrung vorbei in den Bodenbereich der Geräuschdämpfungskammern.
Parallel zu jedem in die Geräuschdämpfungskammer
einmündenden
Druckmittelkanal verläuft
für jeden
Bremskreis ein weiterer, vertikaler Druckmittelkanal, der ausschließlich die Pumpenbohrung
mit der Geräuschdämpfungskammer
verbindet.
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Dies
führt zwangsläufig zu
einer aufwendigen Bauweise, um die notwendigen Geräuschdämpfungskammern
und die Niederdruckspeicherbohrungen realisieren zu können. Andererseits
muß ein
erhebliches Zerspanungsvolumen mittels einer Vielzahl unterschiedlicher
Bohroperationen aus verschiedenen Richtungen am Block abgetragen
werden. Folglich bedarf es aufwendiger Maßnahmen, insbesondere zur Herstellung
der Geräuschdämpfungskammern
und der erforderlichen Druckmittelkanäle. Ferner wird durch die gewählte Aufteilung
der Ventilreihen eine Aufteilung der Radbremsanschlüsse auf
beide Seitenflächen
des blockförmigen
Aufnahmekörper
erforderlich, so daß sich
ein auf drei Seitenflächen
des Aufnahmekörpers
verteiltes Anschlußbild
für das
Rohrleitungssystem (Bremsleitungen) ergibt. Dies erfordert wiederum
einen erhöhten Platzbedarf
und die notwendigen Montageschritte nehmen zu.
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Daher
ist es die Aufgabe der Erfindung, ein Hydraulikaggregat der angegebenen
Art möglichst kleinbauend
und kostengünstig
herzustellen.
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Insbesondere
der Herstellaufwand zum Anschluß der
Geräuschdämpfungskammern
an die Bremsdruckgeberanschlüsse
soll vereinfacht werden, wobei auch die hydraulische Verbindungen
der Pumpenbohrung mit den Geräuschdämpfungskammern
sowie die Verbindung der Niederdruckspeicherbohrungen über die
Pumpenbohrung zu den Geräuschdämpfungskammern
möglichst
einfach realisiert werden sollen.
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Diese
Aufgabe wird für
ein Hydraulikaggregat der angegebenen Art mit den kennzeichnenden Merkmalen
des Anspruchs 1 gelöst.
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Weitere
Merkmale, Vorteile und Anwendungsmöglichkeiten der Erfindung gehen
aus den Unteransprüchen
hervor und werden im nachfolgenden anhand der Beschreibung mehrerer
Ausführungsbeispiele
erläutert.
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Es
zeigen:
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1 eine erste Perspektivdarstellung
des blockförmigen
Hydraulikaggregats mit einer Draufsicht auf die mit der Motoraufnahmebohrung
versehenen Blockoberseite,
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2 eine zweite Perspektivdarstellung
des blockförmigen
Hydraulikaggregats mit einer Draufsicht auf die Blockunterseite,
in welche die Ventilaufnahmebohrungen einmünden,
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3 eine teilweise Darstellung
der in 1 gezeigten Blockverbohrung
im Bereich der die Einlassventile aufnehmenden ersten Ventilreihe
in hydraulischer Anbindung an die Geräuschdämpfungskammern und die Pumpenbohrung,
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4 ausgehend von 4 einen Querschnitt durch
das Hydraulikaggregat,
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5 in einer Perspektivansicht
auf die Oberseite des Hydraulikaggregats, auf die beiden Ventilreihen
mit den Ventilaufnahmebohrungen, die Radbremsanschlüsse und
die an den Ventilreihen angeschlossenen Druckmittelkanäle,
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6 ausgehend von 5 die von der zweiten Ventilreihe
zu den Niederdruckspeicherbohrungen führenden Druckmittelkanäle.
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Die 1 und 2 zeigen jeweils mit Blick auf die Ober- bzw. Unterseite
ein Hydraulikaggregat für eine
schlupfgeregelte Bremsanlage, mit einem blockförmigen Aufnahmekörper 1,
der in mehreren Ventilaufnahmebohrungen 2 einer ersten
und zweiten Ventilreihe X, Y Ein- und Auslaßventile aufnimmt. Außerhalb
zu den beiden Ventilreihen X, Y weist der Aufnahmekörper 1 eine
Pumpenbohrung 3 auf, die quer zur Einmündungsrichtung der Ventilaufnahmebohrungen 2 in
den Aufnahmekörper 1 gerichtet
ist. Die zweite Ventilreihe Y ist unmittelbar neben der Pumpenbohrung 3 angeordnet,
während
die erste Ventilreihe X entfernt von der Pumpenbohrung 3 unmittelbar
neben den in die Seitenfläche
des Aufnahmekörpers 1 einmündenden
Bremsdruckgeberanschlüssen THZ
angeordnet ist, die somit entgegengesetzt zu der die Niederdruckspeicherbohrungen 5 aufweisenden
Stirnfläche
in eine weitere Stirnfläche
einmünden.
Außerhalb
zu den beiden Ventilreihen X, Y ist in 1 eine Motoraufnahmebohrung 4 zu
erkennen, die senkrecht auf halber Pumpenbohrungslänge in die
Pumpenbohrung 3 einmündet.
Die Pumpenbohrung 3 trennt die beiden Ventilreihen X, Y
im Aufnahmekörper 1 von
den Niederdruckspeicherbohrungen 5, die senkrecht zu den
Symmetrieachsen der Ventilaufnahmebohrungen 2 und senkrecht
zu der Längsachse
der Pumpenbohrung 3 in den Aufnahmekörper 1 gerichtet sind.
Mehrere die Ventilaufnahmebohrungen 2, Pumpen- und Niederdruckspeicherbohrungen 3, 5 verbindende
Druckmittelkanäle 2', 3', 5' sorgen für eine hydraulische
Verbindung zwischen zwei in dem Aufnahmekörper 1 eingefügte Bremsdruckgeberanschlüsse THZ
und den vier Radbremsanschlüssen
HR, HL, VR, VL.
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Ferner
sind neben der Pumpenbohrung 3 zwei hohlzylinderförmige Geräuschdämpfungskammern 6 vorgesehen,
die unmittelbar über
die quer zur Pumpenachse verlaufenden Druckmittelkanäle 3' mit den zwei
in den Aufnahmekörper 1 einmündenden Bremsdruckgeberanschlüssen THZ
verbunden sind. Zwischen jeder Niederdruckspeicherbohrung 5 und der
Pumpenbohrung 3 ist ein rechtwinklig in die Pumpenbohrung 3 einmündender
Pumpensaugkanal 5' vorgesehen,
der vorzugsweise durch Umfangsfräsen innerhalb
der Pumpenbohrung hergestellt ist.
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Die
dem Motorengehäuse
gegenüberliegenden
Unterseite des Aufnahmekörpers
(siehe 2) nimmt ein
Ventilsteuergerät
auf, das gleichzeitig die Steuerelektronik zum Antrieb eines im
Motorengehäuse
integrierten Elektromotors für
die in der Pumpenbohrung 3 eingesetzte Radialkolbenpumpe
beinhaltet, wobei ein elektrischer Stecker des Elektromotors durch
eine zwischen den beiden Ventilreihe X, Y und den beiden Geräuschdämpfungskammern 6 gelegene
Durchgangsbohrung 8 ragt, um die elektrische Kontaktierung
des Elektromotors mit dem (das den Aufnahmekörper 1 kappenförmig abdeckenden) Ventilsteuergerät auf kürzestem
Weg zu ermöglichen.
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Erfindungsgemäß sind die
beiden Geräuschdämpfungskammern 6 achsparallel
zur Pumpenbohrung 3, und zwar gemäß 1 oberhalb den beiden Ventilreihen X,
Y und damit auf der Höhe
der Bremsdruckgeberanschlüsse
THZ angeordnet, wobei sich jeweils der als Sackbohrung ausgeführte Druckmittelkanal 3' von jeweils
einem quer zu den Ventilaufnahmebohrungen 2 in die Seitenfläche des
Aufnahmekörpers 1 einmündender
Bremsdruckgeberanschluß THZ
durch jeweils eine der beiden Geräuschdämpfungskammern 6 herstelltechnisch
besonders einfach bis in die Pumpenbohrung 3 erstreckt.
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Die 3 verdeutlicht die zuvor
erläuterten erfindungswesentlichen
Merkmale anhand einer Perspektivdarstellung eines Teilbereichs des
Aufnahmekörpers 1,
so daß die
kurzen, leicht herzustellenden beiden Druckmittelkanäle 3' zwischen der
Pumpenbohrung 3, den Geräuschdämpfungskammern, den Bremsdruckgeberanschlüssen THZ
und den Ventilaufnahmebohrungen 2 der ersten Ventilreihe
X gut zu erkennen sind.
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Die 4 zeigt eine Schnittdarstellung
des Aufnahmekörpers 1,
aus der die aus 3 bereits gesondert
hervorgehobene erfindungswesentliche Verbohrung des blockförmigen Aufnahmekörpers 1 als
Querschnitt durch einen der beiden Druckmittelkanäle 3' ersichtlich
ist. Zu erkennen ist ferner, daß quer
zur Sackbohrung jeweils ein von der Ventilaufnahmebohrung 2,
die das Einlassventil aufnimmt, kommender Druckmittelkanal 2' besonders kurzbauend
in den Druckmittelkanal 3' einmündet, wodurch das
Zerspanungsvolumen möglichst
gering gehalten wird. In jede Sackbohrung des Druckmittelkanal 3' ist vorteilhaft
zum Zwecke der Geräuschdämpfung für jeden
Bremskreis eine Blende 9 eingesetzt, die als Hülsen teil
zwischen der Geräuschdämpfungskammer 6 und
der Einmündungsstelle
des mit der Ventilaufnahmebohrung 2 verbundenen Druckmittelkanals 2' in die Sackbohrung
eingepreßt
ist. Der Durchmesser der Geräuschdämpfungskammer 6 ist
zweckmäßigerweise
derart groß gewählt ist,
daß die
Blende 9 durch die Geräuschdämpfungskammer 6 hindurch
in die Sackbohrung eingeführt
werden kann, wodurch der Herstellaufwand zur Anordnung der Blende 9 minimal
ist.
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Wie
aus den 3 und 4 gut zu erkennen ist, weist
die Pumpenbohrung 3 zur Minimierung des Verschleißes beiderseits
der Motoraufnahmebohrung 4 einen Achsenversatz zur Deachsierung
zweier Pumpkolben einer zweikreisigen Radialkolbenpumpe auf .
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Die 5 zeigt abweichend von den
vorangegangenen Figuren lediglich die beiden Ventilreihen X, Y und
die zugehörigen
Druckmittelkanäle 2', 2''', 2'''' in einer Perspektivansicht
von der Unterseite des Aufnahmekörpers 1 gesehen,
wobei die zweite Ventilreihe Y ausschließlich die Ventilaufnahmebohrungen 2 für die Auslaßventile
und die erste Ventilreihe ausschließlich die Ventilaufnahmebohrungen 2 für die Einlaßventile
aufnimmt. Dadurch, daß die
Pumpenbohrung außerhalb
den beiden Ventilreihen X, Y angeordnet ist, können die Druckmittelkanäle 2'''' , die jeweils
eine Ventilaufnahmebohrung 2 der ersten Ventilreihe X mit
einer Ventilaufnahmebohrung 2 der zweiten Ventilreihe Y
verbindet als Gerad- bzw. Sackbohrungen möglichst kurz gestaltet werden,
wobei auch die unmittelbar neben der ersten Ventilreihe X angeordneten
Radbremsanschlüsse
VR, VL, HR, HL auf kürzestem
Weg an die Ventilaufnahmebohrungen 2 der ersten Ventilreihe
X angeschlossen sind. Dies führt
zu einem geringem Herstellaufwand, unproblematischer Entlüftung und
Befüllung
mit Bremsflüssigkeit
als auch im Betrieb zu geringen Strömungswiderständen in
den Druckmittelkanälen 2', 2''', 2''''. Die Rad bremsanschlüsse sind
zur Montagevereinfachung für
die Radbremsleitungen teilweise parallel zur Motoraufnahmebohrung 4 angeordnet,
so daß zwei
von vier Radbremsanschlüssen
neben einem an der Oberseite des Aufnahmekörpers 1 aus der Motoraufnahmebohrung 4 hervorstehenden
Motorengehäuse
in den Aufnahmekörper 1 einmünden.
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Die 6 zeigt in baulicher Erweiterung
der 5 die von der zweiten
Ventilreihe Y zu den Niederdruckspeicherbohrungen 5 führenden
Rücklaufkanäle 5'' als auch die äußerst kurzen, zur Pumpenbohrung 3 führenden
Pumpensaugkanäle 5' für beide Brems-
bzw. Pumpenkreise. Die Pumpensaugkanäle 5' sind an den Niederdruckspeicherbohrungen 5 angeschlossen,
wobei in jeden Pumpensaugkanal 5' jeweils ein Pumpensaugventil 10 eingesetzt
ist. Durch die unmittelbare Nähe
der Pumpensaugkanäle 5' zur Pumpenbohrung 3 ergibt
sich ein kurzer, strömungsgünstiger
Strömungsweg,
so daß die
Pumpenansaugverluste sehr gering sind.
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- 1
- Aufnahmekörper
- 2
- Ventilaufnahmebohrung
- 2'
- Druckmittelkanal
- 2'''
- Druckmittelkanal
- 2''''
- Druckmittelkanal
- 3
- Pumpenbohrung
- 3'
- Druckmittelkanal
- 4
- Motoraufnahmebohrung
- 4'
-
- 5
- Niederdruckspeicherbohrung
- 5'
- Pumpensaugkanal
- 5''
- Rücklaufkanal
- 6
- Geräuschdämpfungskammer
- 7
-
- 8
- Durchgangsbohrung
- 9
- Blende
- 10
- Pumpensaugventil
- X
- Erste
Ventilreihe
- Y
- Zweite
Ventilreihe
- THZ
- Bremsdruckgeberanschluß
- R1,
R2, R3, R4
- Radbremsanschluß