-
Die
Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Objekterkennung für eine Kraftfahrzeug-Sicherheitseinrichtung
nach Anspruch 1 und ein entsprechendes Verfahren nach Anspruch 10.
-
Um
die Sicherheit im Straßenverkehr
zu verbessern, werden verstärkt
Hindernswarnsysteme in Fahrzeuge eingebaut. Derartige Systeme sollen
einen Kraftfahrzeugführer
vor allem darin unterstützen,
die unmittelbare Umgebung vor seinem Fahrzeug zu erfassen, und um
ihn auf Gefahrenquellen aufmerksam zu machen, wie beispielsweise
auf stehende oder sich bewegende Hindernisse auf der Fahrbahn. Einige
Systeme können
im Gefahrenfall das Fahrzeug automatisch abbremsen oder Auslöseschwellen
von im Fahrzeug eingebauten Insassenschutzeinrichtungen beeinflussen.
-
Zur Überwachung
der Umgebung vor einem Fahrzeug sind Hinderniswarnsysteme auf Laser-
oder Radar-Basis in Erprobung und teilweise bereits im Einsatz.
Mit diesen Systemen wird über
die Laufzeit von ausgesendeten und reflektierten elektromagnetischen
Wellen die Entfernung zu Hindernissen gemessen. Systeme auf Laser-
und Radar-Basis weisen jedoch den Nachteil auf, dass außer der
Entfernung und – bei
Berücksichtigung
der Eigengeschwindigkeit – der
Relativgeschwindigkeit eines Hindernisses keine weiteren Informationen
zur Identifizierung des Hindernisses erzeugt werden können.
-
Aus
der
DE 101 32 681
C1 ist ein Verfahren zur Klassifizierung eines Hindernisses
anhand von Precrash-Sensorsignalen bekannt, bei dem aus der Hindernisgeschwindigkeit
eine Beschleunigung und eine Beschleunigungsänderung bestimmt wird und anhand
dieser Parameter das Hindernis klassifiziert wird. In Abhängigkeit
von der Klassifizierung werden Kriterien zum Auslösen einer
Insassenschutzeinrichtung verschärft oder
es werden Rückhaltemittel
frühzeitig
ausgelöst
und gegebenenfalls ein automatischer Brems- und/oder Lenkeingriff
vorgenommen. Dieses bekannte Verfahren beruht auf der Erkenntnis,
dass in den meisten Fällen die
Geschwindigkeit eines Hindernisses die Unfallschwere eines Aufpralls
bestimmt. Beispielsweise klassifiziert dieses Verfahren ein langsames
Hindernis mit einer geringen Beschleunigung als Fußgänger und
leitet entsprechende Maßnahmen
wie ein Lenkmanöver
zum Ausweichen ein oder zündet
bei nur noch geringer Entfernung zum Hindernis Fußgänger-Airbags.
Problematisch wird allerdings die Klassifizierung insbesondere bei einem
sehr langsamen oder stehenden Hindernis. Eine sichere Klassifikation
kann dann nicht mehr gewährleistet
werden, da es sich um ein anderes Fahrzeug, einen Fußgänger, eine
Mauer oder auch einen Baum handeln kann. Derartig unterschiedliche
Hindernisse erfordern jedoch vollkommen unterschiedliche Maßnahmen zum
Insassen- oder Personenschutz.
Eine genauere Klassifizierung wäre
demnach in manchen Fällen
wünschenswert.
-
Aufgabe
der vorliegenden Erfindung ist es daher, eine Vorrichtung und ein
Verfahren zur Objekterkennung für
eine Kraftfahrzeug-Sicherheitseinrichtung vorzuschlagen, welche
zumindest eine weitere Information zusätzlich zur Relativgeschwindigkeit
erzeugen, die eine genauere Klassifizierung als eingangs erläutert ermöglicht.
-
Diese
Aufgabe wird durch eine Vorrichtung und ein Verfahren zur Objekterkennung
für eine
Kraftfahrzeug-Sicherheitseinrichtung
mit den Merkmalen nach Anspruch 1 bzw. 10 gelöst. Weitergehende Ausgestaltungen
der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen.
-
Ein
wesentlicher Gedanke der Erfindung basiert darauf, dass eine Analyse
und/oder Vorherbestimmung der Masse eines potentiellen Hindernisses
im Straßenverkehr
eine genauere Klassifikation des Hindernisses ermöglicht.
Insbesondere kann mittels der analysierten "Masseninformation" des Hindernisses bzw. Unfallgegners
eine Steuerung und/oder Unterstützung
einer Insassenschutzeinrichtung erfolgen, wodurch diese im Bedarfsfall
möglichst
effizient zum Einsatz gebracht werden kann. Erfindungsgemäß wird nun
die Masse eines Hindernisses im Straßenverkehr dadurch bestimmt,
dass eine Objektidentifikation des Hindernisses vorgenommen und
daraus die Masse abgeleitet wird.
-
Die
Erfindung betrifft nun eine Vorrichtung zur Objekterkennung für ein Kraftfahrzeug-Insassenschutzsystem
mit mindestens einem optischen Erfassungssystem zum Erfassen mindestens
eines Umgebungsbereichs eines Kraftfahrzeugs, und einer Auswerteeinheit,
die zum Analysieren mindestens eines Objekts im mindestens einen
erfassten Umgebungsbereich anhand von Signalen des mindestens einen
optischen Erfassungssystems und zum Ermitteln einer dem mindestens
einen Objekt zugeordneten Masse und zum Erzeugen mindestens eines
von der ermittelten Masse abhängigen
Steuersignals für
das Kraftfahrzeug-Insassenschutzsystem ausgebildet ist.
-
Insbesondere
ist die Auswerteeinheit ausgebildet, um Konturen des mindestens
einen Objekts im mindestens einen erfassten Umgebungsbereich zu
analysieren und anhand der analysierten Konturen Abmessungen des
Objekts wie Breite und Höhe
zu ermitteln.
-
Die
Auswerteeinheit kann hierzu ausgebildet sein, um anhand der ermittelten
Abmessungen die Masse des mindestens einen Objekts zu schätzen.
-
Insbesondere
kann die Auswerteeinheit ausgebildet sein, um die Masse anhand einer
Entscheidungstabelle zu schätzen.
Dadurch kann eine schnelle Abschätzung
der Masse erfolgen, wenn z.B. nur noch wenig Zeit für Entscheidungen
wie dem Auslösen
einer Insassenschutzeinrichtung zur Verfügung steht.
-
In
einer bevorzugten Ausführungsform
ist die Auswerteeinheit derart ausgebildet, dass sie aufgrund der
ermittelten Abmessungen einen passenden Datensatz aus einer Datenbank
mit Kraftfahrzeugtypen lädt, der
eine den ermittelten Abmessungen zugeordnete Masse aufweist. Hierdurch
kann eine sehr genaue Feststellung der Masse des potentiellen Unfallgegners
erfolgen.
-
Alternativ
oder auch zusätzlich
kann die Auswerteeinheit ausgebildet sein, um Identifikationsdaten
des mindestens einen Objekts zu ermitteln, die beispielsweise ein
Kennzeichen- und/oder
ein Typenschild eines Kraftfahrzeugs umfassen. Anhand derartiger
Identifikationsdaten kann die Ermittlung der Masse des Objekts unter
Umständen
erleichtert werden. Insbesondere wenn das Objekt ein amtlich registriertes
Kraftfahrzeug ist, kann diese Ausführungsform vorteilhaft zum
Ermitteln der Masse eingesetzt werden.
-
Die
Auswerteeinheit ist in einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
derart ausgebildet ist, dass sie zu ermittelten Identifikationsdaten
mindestens einen Datensatz aus einer Datenbank lädt, der eine den ermittelten
Identifikationsdaten zugeordnete Masse des mindestens einen Objekts
aufweist.
-
Die
Auswerteeinheit kann auch mit einer Funkeinheit verbunden und derart
ausgebildet sein, dass sie einen Zugriff auf die Datenbank erhalten
und aus dieser mindestens einen Datensatz laden kann. Damit wird der
Zugriff auf eine globale Datenbank beispielsweise einer Behörde ermöglicht,
welche die amtlichen Kennzeichendaten und zugeordneten Fahrzeugtypen
umfasst.
-
Die
Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zur Objekterkennung für ein Kraftfahrzeug-Insassenschutzsystem,
bei dem mindestens ein Umgebungsbereich eines Kraftfahrzeugs optisch
erfasst, mindestens ein Objekt im mindestens einen erfassten Umgebungsbereich
analysiert, eine dem mindestens einen Objekt zugeordnete Masse ermittelt
und mindestens ein von der ermittelten Masse abhängiges Steuersignal für das Kraftfahrzeug-Insassenschutzsystem
erzeugt wird.
-
Insbesondere
werden Konturen des mindestens einen Objekts im mindestens einen
erfassten Umgebungsbereich analysiert und anhand der analysierten
Konturen Abmessungen des Objekts wie Breite und Höhe ermittelt.
-
Vorzugsweise
wird anhand der ermittelten Abmessungen die Masse des mindestens
einen Objekts geschätzt,
insbesondere anhand einer Entscheidungstabelle.
-
Alternativ
oder auch zusätzlich
kann aufgrund der ermittelten Abmessungen ein passender Datensatz aus
einer Datenbank mit Kraftfahrzeugtypen geladen werden, der eine
den ermittelten Abmessungen zugeordnete Masse aufweist.
-
Ferner
können
Identifikationsdaten des mindestens einen Objekts ermittelt werden,
die beispielsweise ein Kennzeichen- und/oder ein Typenschild eines Kraftfahrzeugs
umfassen.
-
Vorzugsweise
wird zu ermittelten Identifikationsdaten mindestens ein Datensatz
aus einer Datenbank geladen, der eine den ermittelten Identifikationsdaten
zugeordnete Masse des mindestens einen Objekts aufweist.
-
Weitere
Vorteile und Anwendungsmöglichkeiten
der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
in Verbindung mit dem in der einzigen Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiel.
-
In
der Beschreibung, in den Ansprüchen,
in der Zusammenfassung und in den Zeichnungen werden die in der
hinten angeführten
Liste der Bezugszeichen verwendeten Begriffe und zugeordneten Bezugszeichen verwendet.
Im folgenden können
gleiche und/oder funktional gleiche Elemente mit den gleichen Bezugszeichen
versehen sein.
-
Die
einzige Fig. zeigt eine typische Fahrsituation im Straßenverkehr,
bei der ein erster Personenkraftwagen (PKW) 18 hinter einem
zweiten PKW 22 fährt.
Der erste PKW 18 weist zwei optische Erfassungssysteme
zum Erfassen von zwei unterschiedlichen Umgebungsbereichen in Fahrtrichtung
auf. Diese Erfassungssysteme dienen zur vorrausschauenden Analyse
und Vorherbestimmung der Masse des zweiten Pkws 22 auf Basis
einer Objektidentifikation des potentiellen Hindernisses mittels
einer Konturenerfassung, wie im Folgenden noch ausführlich erläutert wird.
-
Ein
erstes optisches Erfassungssystem weist eine Kamera 10 auf,
die im Bereich des Rückspiegels an
der Frontscheibe des PKW 18 angebracht ist. Die Kamera 10 erfasst
einen ersten Umgebungsbereich 14, der etwa dem Sichtbereich
eines Kraftfahrzeugführers
des ersten Pkws 18 entspricht.
-
Das
zweite optische Erfassungssystem weist ein Photomischdetektor (PMD)-Systems 12 auf
(3D-Kamerasystem), das im Frontbereich des Kraftzeugs, genauer gesagt
im vorderen Bereich der Motorhaube, beispielsweise im Kühlergrill,
in der Nähe
des Kennzeichenschilds des ersten Pkws 18 oder im Bereich
der Frontscheinwerfer angeordnet sein kann. Das PMD-System 12 erfasst
einen zweiten Umgebungsbereich 16, der insbesondere den
Heckbereich von vor dem ersten PKW 18 vorausfahrenden Pkws
enthält,
um so Typen- und Kennzeichenschilder vorausfahrender Pkws optimal
zu erfassen. Die optische Erfassung der Umgebung erfolgt durch Laserstrahlen,
die von einem Laser des PMD-Systems 12 ausgesendet
werden. Am Hindernis, also am PKW 22 reflektierte Laserstrahlen
werden von einem PMD-Sensor des PMD-Systems 12 erfasst
und in elektronische Signale zur weiteren Verarbeitung durch ein
Bildverarbeitungssystem umgewandelt.
-
Die
optischen Erfassungssysteme 10 und 12 tasten das
potentielle Hindernis, hier den PKW 22 ab, um die Konturen
des PKW 22 zu erhalten. Mit Hilfe der Konturen wird der
PKW 22 dann vermessen. Genauer gesagt werden aus den Konturen
die Breite und die Höhe
sowie weitere Erkennungsmerkmale des PKW 22 extrahiert.
Anhand der so extrahierten Informationen wird eine Klassifikation
des Hindernisses vorgenommen, im vorliegenden Fall eine Zuordnung
des Fahrzeugtyps anhand einer Datenbank mit Kraftfahrzeugen und
deren Breite und Höhe
sowie Erkennungsmerkmale.
-
Die
eindeutige Fahrzeugzuordnung oder Typzuordnung erfolgt durch einen
Vergleich der erfassten Konturen, also der Breite und Höhe des potentiellen
Hindernisses mit einer Vielzahl von bekannten gespeicherten Konturen
bzw. Abmessungen, die in der Datenbank abgelegt sind. Aufgrund einer
derartigen Fahrzeugzuordnung oder Typenzuordnung kann eine ungefähre Massenermittlung
des potentiellen Hindernisses erfolgen. Die Massenermittlung (Gewichtsermittlung)
kann nur annähernd
erfolgen, da beispielsweise die Anzahl und das Gewicht der Fahrzeuginsassen,
der Füllstand
des Kraftstofftankes oder dergleichen das Gewicht beeinflussende
Parameter nicht exakt berücksichtigt
werden können.
Für die
Praxis hat sich allerdings die „grobe" Massenbestimmung gemäss der Erfindung
als vollkommen ausreichend erwiesen.
-
Wenn
die erfassten Konturen keinem in der Datenbank gespeicherten Fahrzeug
zugeordnet werden können,
kann auch direkt anhand der aus den erfassten Konturen extrahierten
Abmessungen eine Gewichtsabschätzung
und Massenbestimmung durchgeführt
werden.
-
Anhand
der oben erwähnten
Klassifizierung kann beispielsweise die Auslöseschwelle einer Insassenschutzeinrichtung
angepasst werden, insbesondere abhängig von der ermittelten Masse
eingestellt werden. Bei einem Hindernis mit einer großen Masse
kann beispielsweise die Auslöseschwelle
abgesenkt werden. Die Auslöseschwelle
kann aufgrund der ermittelten Masse des potentiellen Hindernisses
derart gewählt
werden, dass aufgrund der vorherrschenden Masseverhältnisse
bei einem möglichen
Unfall oder einer Kollision ein optimaler Schutz für die Fahrzeuginsassen
sichergestellt ist oder damit die Insassenschutzeinrichtung im Bedarfsfall
möglichst
effizient zum Einsatz gebracht wird. Insbesondere beeinflusst die
erfindungsgemäße Massenbestimmung
die Wahl des richtigen Triggerzeitpunkts (Zündzeitpunkt der Insassenschutzeinrichtung),
der wiederum aufgrund der Anpassung der Auslöseschwelle gesteuert wird.
-
Im
Folgenden wird nun eine typische technische Realisierung der Erfindung
genauer erläutert.
-
Ein
Ausgangssignal 28 der Kamera 10 und ein Ausgangssignal 26 des
PMD-Systems 12 werden einer Auswerteeinheit 20 im
ersten PKW 18 zugeführt.
Die Auswerteeinheit 20 umfasst einen Mikrocomputer, der zur
Verarbeitung der optischen Informationen ausgebildet ist, die von
der Kamera 10 und dem PMD-System 12 erzeugt werden.
Hierzu führt
der Mikrocomputer der Auswerteeinheit 20 Bildverarbeitungsalgorithmen
aus, die zum Extrahieren von charakteristischen Eigenschaften aus
den erfassten optischen Informationen ausgebildet sind.
-
Aus
den Bildinformationen der Kamera 10 extrahiert einer der
Bildverarbeitungsalgorithmen Konturen von Objekten im erfassten
Umgebungsbereich 14, im vorliegenden Fall die Konturen
des zweiten Pkws 22. Aus diesen so extrahierten Konturen
ermittelt dieser Bildverarbeitungsalgorithmus ferner charakteristische
Maße,
wie die Breite und die Höhe
des zweiten Pkws 22. In die Berechnung der Breite und Höhe kann
insbesondere der Abstand zwischen ersten und zweiten PKW 18 bzw. 22 einfließen, der
beispielsweise mittels eines Abstandssensors gemessen wird.
-
Nach
Berechnung der Höhe
und Breite des zweiten Pkws
22 im ersten erfassten Umgebungsbereich
14 vergleicht
die Auswerteeinheit diese Daten mit Daten aus einer lokalen Datenbank
34,
die Kraftfahrzeugtypen sowie deren charakteristische Abmessungen
wie Breite und Höhe
sowie das zugeordnete Gewicht der Kraftfahrzeuge aufweist. Die folgende
Tabelle ist ein Beispiel für
eine derartige Tabelle der Datenbank
34:
-
Anhand
den von der Auswerteeinheit 20 ermittelten typischen Kenngrößen wie
Fahrzeugbreite, Fahrzeughöhe
sowie sonstigen fahrzeugspezifischen Merkmalen, verglichen mit einer
Vielzahl von unterschiedlichen gespeicherten Fahrzeugkonturen, kann
anhand der obigen Tabelle auf eine bestimmte Fahrzeugmarke oder
noch genauer einen bestimmten Fahrzeugtyp als potentielles Hindernis
rückgeschlossen
werden. Dies ermöglicht
eine relativ präzise
Massenbestimmung. Diese Art der Massenbestimmung wird anhand der
Spalte „120–180 cm" vorgenommen.
-
Sofern
anhand der von der Auswerteeinheit 20 ermittelten Konturen,
beispielsweise aufgrund nicht übereinstimmender
Konturendaten keine eindeutige Fahrzeugzuordnung oder Typzuordnung
getroffen werden kann, kann auch direkt anhand der erfassten Abmessungen
eine Massenbestimmung, genauer gesagt eine Gewichtabschätzung durchgeführt werden,
wie dies in den Spalten „< 120 cm" und „> 180 cm" der obigen Tabelle
dargestellt ist.
-
Die
derart ermittelte Masse kann nun zusammen mit weiteren Mess- und
Berechnungsergebnissen wie beispielsweise dem Abstand zum vorausfahrenden
PKW 22, der Geschwindigkeit des ersten Pkws 18 oder dergleichen
sicherheitsrelevanten Parameter in ein Sicherheitskonzept des ersten
Pkws 18 einfließen.
Genauer gesagt können
diese Informationen Auslöseschwellen
für Insassenschutzeinrichtungen
wie beispielsweise für
einen Airbag oder ein Gurtstraffersystem des ersten Pkws 18 beeinflussen.
-
Dementsprechend überträgt die Auswerteeinheit 20 ein
Steuersignal 30 an ein Steuergerät 32, eines Kraftfahrzeug-Schutzsystems des
ersten PKW'S 18.
Im Steuergerät 32 sind
eine oder mehrere Auslöseschwellen
zum Auslösen
der erwähnten
Insassenschutzeinrichtungen eingestellt. Das Steuergerät 32 weist
einen Mikrocomputer auf, der speziell angepasste Algorithmen zur
Bearbeitung von Sensorsignalen und zum Erzeugen von Steuersignalen
ausführt,
insbesondere von Zündsignalen
zum Zünden
von pyrotechnischen Aktuatoren der Insassenschutzeinrichtung wie
z.B. von Rückhaltemitteln.
Diese Algorithmen implementieren in der Regel auch die erwähnten Auslöseschwellen.
-
Die
Auswerteeinheit 20 verarbeitet nicht nur Signale der Kamera 10,
sondern auch wie bereits erwähnt ein
Ausgangssignal 26 des PMD-Systems 12, das ebenfalls
zum Ermitteln von Informationen über
Objekte im zweiten erfassten Umgebungsbereich 16 dient.
Wie in der einzigen Fig. dargestellt, wird durch das PMD-System 12 der
Heckbereich des vorausfahrenden Pkws 22 erfasst, genauer
gesagt dessen Kennzeichenschild 24 und Typenschild 25.
-
Die
vom PMD-System 12 erzeugten Bildinformationen werden von
der Auswerteeinheit 20 dahingehend verarbeitet, dass nicht
nur Konturen von Objekten im erfassten Umgebungsbereich 16,
sondern speziell Schriftinformationen extrahiert werden, wie die
auf dem Kennzeichenschild 24 enthaltene amtliche Zulassungsnummer
des vorausfahrenden Pkws 22 und den im Typenschild 25 enthaltenen
Fahrzeugtypen. Die extrahierten Schriftinformationen werden mit
Datenbeständen
abgeglichen. Um einen schnellen Zugriff auf die erforderlichen Daten
zu gewährleisten,
kann zumindest ein bestimmter Datenbestand direkt in der lokalen
Datenbank 34 gespeichert werden. Der Datenbestand der lokalen
Datenbank 34 kann auch über
selbstaktualisierende Eigenschaften verfügen, d.h. die Auswerteinheit 20 kann
von Zeit zu Zeit automatisch Daten einer globalen Datenbank abfragen,
um die Daten der lokalen Datenbank 34 zu aktualisieren.
Beispielsweise können
von einer globalen Datenbank der Datenbestand einer Region in die
lokale Datenbank 34 geladen werden, in der sich der PKW 18 befindet.
Eine Aktualisierung kann beispielsweise per Fernabfrage bei einer übergeordneten
Datenbank auch immer dann erfolgen, wenn ein bislang unbekanntes
Kennzeichen beispielsweise öfter
als zweimal innerhalb eines bestimmten Zeitraumes erkannt wurde.
-
Im
Detail kann die Ermittlung der Masse des Pkws 22 beispielsweise
wie folgt erfolgen: Die Auswerteeinheit 20 weist speziell
ausgebildete Bildverarbeitungsalgorithmen auf, die aus den durch
das PMD-System 12 erfassten Bildinformationen die entsprechenden
Daten extrahieren. Die derart extrahierten Daten werden anschließend von
der Auswerteeinheit 20 mit einer globalen Datenbank mit
Identifikationsdaten für
Kraftfahrzeuge abgeglichen. Die Auswerteeinheit 20 steuert
hierzu eine Funkeinheit 36 im ersten PKW 18 an,
die beispielsweise ein Mobilfunk-Modul zum Aufbauen einer Kommunikationsverbindung über ein
herkömmliches Mobilfunknetz
aufweisen kann.
-
Über die
Funkeinheit 36 wird eine Funkverbindung mit einer Funkeinheit 38 einer
zentralen Datenstelle 42 aufgebaut, die beispielsweise
eine amtliche Datenbank mit Zulassungsnummern von Kraftfahrzeugen
sein kann. In der zentralen Datenstelle 42 befindet sich
die globale Datenbank 40 mit Identifikationsdaten der Kraftfahrzeuge,
beispielsweise den erwähnten
Zulassungsdaten. Die Auswerteeinheit 20 übermittelt über die
Funkstrecke an die zentrale Datenstelle 42 das amtliche
Kennzeichen des zweiten Pkws 22. In der zentralen Datenstelle 42 wird
automatisch aus der Datenbank 40 – sofern vorhanden – ein dazu
passender Datensatz geladen und wiederum über die Funkstrecke und die
Funkeinheit 36 im ersten PKW 18 zurück an die
Auswerteeinheit 20 übertagen.
-
Weiterhin
kann die Auswerteeinheit 20 auf die lokale Datenbank 34 mit
Kraftfahrzeugtypenidentifikationsdaten zugreifen, um aus dieser
einen Datensatz zu laden, der zu den aus dem Typenschild 25 extrahierten Informationen
passt. Hierzu sind in der Datenbank 34 eine Vielzahl von
Kraftfahrzeugtypen verschiedenster Hersteller und deren relevanten
Informationen, wie insbesondere das Leergewicht, abgelegt.
-
Die über das
PMD-System 12 ermittelten Informationen kann die Auswerteeinheit 20 genauso
wie die über
die Kamera 10 ermittelten Informationen in die Sicherheitsstrategie
des ersten PKW'S 18 einfließen lassen,
genauer gesagt das Steuersignal 30 beeinflussen, das dem
Steuergerät 32 zugeführt wird,
welches zum Auslösen
von Insassenschutzeinrichtungen dient.
-
Wie
oben erläutert
dient die erfindungsgemäße Vorrichtung
und das entsprechende Verfahren vorzugsweise zum Ermitteln von Informationen über Kraftfahrzeuge,
insbesondere deren Gewicht, da derartige Informationen im Falle
eines Zusammenstoßes
eine wesentliche Rolle spielen. An dieser Stelle sei erwähnt, dass
mit den optischen Erfassungssystemen gemäß der Erfindung eine Vielzahl
von für
Insassenschutzeinrichtungen relevanten Informationen über Objekte
ermittelt werden können,
die sich als potentielle Hindernisse bzw. Unfallgegner herausstellen.
-
- 10
- Kamera
- 12
- Photomischdetektor-System
- 14
- erster
erfasster Umgebungsbereich
- 16
- zweiter
erfasster Umgebungsbereich
- 18
- erster
PKW
- 20
- Auswerteeinheit
- 22
- zweiter
PKW
- 24
- Kennzeichenschild
- 25
- Typenschild
- 26
- Ausgangssignal
des PMD-Systems 12
- 28
- Ausgangssignal
der Kamera 10
- 30
- Steuersignal
der Auswerteeinheit 20
- 32
- Steuergerät eines
Kraftfahrzeug-
-
- Insassenschutzsystems
- 34
- lokale
Datenbank mit Kraftfahrzeugtypen und
-
- Identifikationsdaten
- 36
- Funkeinheit
im ersten PKW 18
- 38
- Funkeinheit
der zentralen Datenstelle 42
- 40
- globale
Datenbank mit Identifikationsdaten
- 42
- zentrale
Datenstelle