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DE10352819A1 - Verfahren und Spulvorrichtung zum Aufspulen von Garnen an Textilmaschinen - Google Patents

Verfahren und Spulvorrichtung zum Aufspulen von Garnen an Textilmaschinen Download PDF

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DE10352819A1
DE10352819A1 DE2003152819 DE10352819A DE10352819A1 DE 10352819 A1 DE10352819 A1 DE 10352819A1 DE 2003152819 DE2003152819 DE 2003152819 DE 10352819 A DE10352819 A DE 10352819A DE 10352819 A1 DE10352819 A1 DE 10352819A1
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Romeo Pohn
Adalbert Stephan
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Rieter Ingolstadt GmbH
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Rieter Ingolstadt Spinnereimaschinenbau AG
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Landscapes

  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Microelectronics & Electronic Packaging (AREA)
  • Winding Filamentary Materials (AREA)

Abstract

Es wird ein Verfahren zum Aufspulen von Garnen (3) an Textilmaschinen, die mit einer Spule (1) zur Aufnahme des Garnes (3) und einer Changiereinrichtung (10, 12) ausgestattet sind, beansprucht. Das Verfahren zeichnet sich dabei dadurch aus, daß die von der Changiereinrichtung (10, 12) ausgeführte Changiergeschwindigkeit proportional zu einer Garnliefergeschwindigkeit eines zugeführten Garnes (3) eingestellt wird und bei Bedarf die Changiergeschwindigkeit relativ zur jeweiligen proportionalen Changiergeschwindigkeit der Changiereinrichtung (10, 12) erhöht oder vermindert wird.

Description

  • Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Aufspulen von Garnen an Textilmaschinen, die mit einer Spule zur Aufnahme des Garnes und einer Changiereinrichtung ausgestattet sind. Ferner wird eine Spulvorrichtung für Textilmaschinen offenbart, die mit einer oder mehreren Spulen sowie wenigstens einer zugehörigen Changiereinrichtung ausgestattet sind.
  • Bei garnproduzierenden Textilmaschinen wird das produzierte Garn üblicherweise auf Spulen aufgewunden. Auf diese Weise werden besonders kompakte Einheiten geschaffen, die gut handzuhaben sind und aufgrund ihrer definierten Abmessungen und Garnlagen an weiterverarbeitenden Maschinen leicht einzusetzen sind. Das produzierte Garn wird dabei auf eine sich drehende Spule aufgewickelt. Zur Vergleichmäßigung der Aufwicklung ist es im Stand der Technik bekannt, Changiereinrichtungen zu verwenden, die durch variierende seitliche Auslenkungen des Garnes dafür Sorge tragen, daß eine gleichmäßige Aufwindung des Garnes auf der Spule erfolgt. Es hat sich in der Vergangenheit aber immer wieder gezeigt, daß Probleme bei der Aufwindung des Garnes entstehen, wenn Schwankungen bei der Garnliefergeschwindigkeit des produzierten Garnes in die Spulvorrichtung auftreten. Hierbei kommt es insbesondere bei besonders schnell eintretenden Schwankungen der Garnliefergeschwindigkeit zu Geschwindigkeitsunterschieden gegenüber der Spulenumfangsgeschwindigkeit. In Folge solcher Geschwindigkeitsunterschiede können vor allem zweierlei Probleme auftreten. Ist die Garnliefergeschwindigkeit größer als die Spulenumfangsgeschwindigkeit, so wird mehr Garn in die Spulvorrichtung geliefert als diese aufzunehmen ver mag und es kann zur Bildung von Garnschlaufen kommen, deren ordnungsgemäße Führung innerhalb der Spulvorrichtung nicht mehr gewährleistet ist.
  • Ein anderes Problem kann dann auftreten, wenn die Spulenumfangsgeschwindigkeit größer als die Garnliefergeschwindigkeit ist. In diesem Fall wird das produzierte Garn mit einer Kraft beaufschlagt, die über der normalen Garnabzugskraft liegt und es kann zu Garnbrüchen kommen. In beiden beschriebenen Problemfällen können Betriebsstörungen auftreten, deren Behebung zeitaufwendig ist und den Wirkungsgrad der Textilmaschine negativ beeinflußt.
  • Aufgabe der Erfindung ist es daher, ein Verfahren sowie eine Spulvorrichtung bereitzustellen, mit deren Hilfe das Aufwinden von produzierten Garnen mit einer verbesserten Zuverlässigkeit möglich ist.
  • Zur Lösung dieser Aufgabe ist das eingangs genannte Verfahren erfindungsgemäß dadurch gekennzeichnet, daß die von der Changiereinrichtung ausgeführte Geschwindigkeit proportional zu einer Garnliefergeschwindigkeit eines zugeführten Garnes eingestellt wird und bei Bedarf die Changiergeschwindigkeit relativ zur jeweiligen proportionalen Changiergeschwindigkeit der Changiereinrichtung erhöht oder vermindert wird. Die Erfindung hat nämlich erkannt, daß durch Variation der Changiergeschwindigkeit die Länge des pro Spulenumdrehung aufgewundenen Garnes variierbar ist. Die Geschwindigkeit, mit der das Garn auf der Spule aufgewunden wird, hängt neben der Spulenumfangsgeschwindigkeit nämlich auch von der Changiergeschwindigkeit ab. Insbesondere bei Spulen mit einem sehr hohen Befüllungsgrad, die ein dementsprechend hohes Trägheitsmoment aufweisen, hat es sich gezeigt, daß beispielsweise beim Beschleunigen der Spule nach einem Ansetzvorgang, diese in ihrer Spulenumfangsgeschwindigkeit deutlich hinter der sehr schnell ansteigenden Garnliefergeschwindigkeit zurückbleiben. Eine erfindungsgemäße Erhöhung der Changiergeschwindigkeit vermindert dabei die Bildung von Garnschlaufen oder das Entstehen solcher Schlaufen insge samt. Ähnlich gut funktioniert die Veränderung der Changiergeschwindigkeit auch in umgekehrter Richtung. Wird beispielsweise eine Spulvorrichtung verzögert, d. h. die Spulenumfangsgeschwindigkeit verringert, weil die Garnliefergeschwindigkeit abnimmt, kann es dazu kommen, daß die Spulenumfangsgeschwindigkeit in geringerem Maß abnimmt, als die Garnliefergeschwindigkeit. Ursache hierfür können zum einen Schlupf in bzw. an der Spulenantriebseinrichtung und zum anderen die Massenträgheit der Spule sein. Das Garn wird dann gedehnt und unter Umständen können auch Garnbrüche eintreten. Eine Verringerung der Changiergeschwindigkeit in diesem Zustand vermindert dagegen die auf der Spule aufgewundene Garnmenge und vermeidet damit übermäßige Zugkräfte auf das Garn.
  • In Weiterbildung der Erfindung wird vorgeschlagen, daß Changiergeschwindigkeiten vermieden werden, bei denen die Zeitdauer einer kompletten Changierbewegung einem ganzen Vielfachen der Zeitdauer einer Spulenumdrehung oder die Zeitdauer einer Spulenumdrehung einem ganzen Vielfachen der Zeitdauer einer kompletten Changierbewegung entspricht. Die beschriebene Vermeidung von ganzzahligen Vielfachen verhindert das Entstehen von Interferenzmustern durch sich periodisch wiederholende Überwicklungen auf der Spule. Eine solche Erscheinung wird in der Praxis auch Bildwicklung genannt und ist unerwünscht, da sich einerseits dadurch eine ungleichmäßige Materialverteilung eine wellige Außenkontur der Spule bildet und andererseits bei einer späteren Weiterverarbeitung einer so aufgewundenen Spule Probleme beim Garnabzug auftreten können.
  • Darüber hinaus ist es vorteilhaft, wenn als Steuerparameter für die Bestimmung der Changiergeschwindigkeit die Garnspannung verwendet wird. Hierzu ist vor allem die Garnspannung geeignet, die zwischen der Garneinspeisung in die Spulvorrichtung und der Spule selbst vorliegt. Über die Messung der Garnspannung kann auf indirekte Weise das Auftreten von Geschwindigkeitsdifferenzen zwischen der Garnliefergeschwindigkeit und der Spulenumfangsgeschwindigkeit bzw. der Aufwindegeschwindigkeit erkannt werden. Im Vergleich dazu wäre eine direkte Messung deutlich aufwendiger und aufgrund einer erhöhten Anzahl von Fehlerquellen auch noch ungenauer. Bei einer direkten Messung müßten sowohl die Spulenumfangsgeschwindigkeit, die Changiergeschwindigkeit als auch die Garnliefergeschwindigkeit separat gemessen und anschließend hieraus eine Differenz ermittelt werden. Neben dem einrichtungstechnischen Aufwand addieren sich bei einer solchen Anordnung aber auch die Fehlertoleranzen aller verwendeten Baugruppen. Die vorgeschlagene indirekte Messung hingegen, nimmt jegliche Entstehung von Geschwindigkeitsdifferenzen zwischen der Aufwindegeschwindigkeit und Garnliefergeschwindigkeit sofort über Änderungen in der Garnspannung wahr. Die so ermittelte Garnspannung kann dann als Steuerparameter für die Geschwindigkeitssteuerung der Changiereinrichtung mittels einer Steuereinrichtung verwendet werden.
  • Besonders vorteilhaft ist es, wenn das erfindungsgemäße Verfahren an Offenend-Spinnmaschinen eingesetzt wird. Offenend-Spinnmaschinen werden mit Garnliefergeschwindigkeiten von über 200 m/min. betrieben. Bedingt hierdurch treten ganz besondere Schwierigkeiten beim Beschleunigen bzw. Verzögern der Spule auf. Muß beispielsweise eine bereits stark befüllte Spule nach einem Ansetzvorgang aus dem Stillstand heraus auf diese Geschwindigkeit beschleunigt werden, so kann es vorkommen, daß die Spule bedingt durch Trägheit und Antriebsschlupf einen deutlich längeren Zeitraum bis zum Erreichen der Sollgeschwindigkeit benötigt als die Garnliefergeschwindigkeit. Je höher also die Sollgeschwindigkeit, d. h. die Garnliefergeschwindigkeit einer Textilmaschinen liegt, desto vorteilhafter wird der Einsatz der vorliegenden Erfindung.
  • Als ebenfalls vorteilhaft hat es sich erwiesen, daß bei Verwendung von Changiereinrichtungen an der Textilmaschine, die in ihrer Changiergeschwindigkeit unabhängig voneinander steuerbar sind, diese zur Einstellung der gewünschten Changiergeschwindigkeit verwendet werden. Garnerzeugende Textilmaschinen bestehen aus Produktivitätsgründen in der Regel aus einer Vielzahl von Arbeitsstellen. Derartige Arbeitsstellen sind beispielsweise bei Spinnmaschinen die einzelnen Spinnstellen. Jede dieser einzelnen Arbeitsstellen verfügt in der Regel über separate Spulvorrichtungen nebst Changiereinrichtung. Sind nun die einzelnen Changiereinrichtungen der jeweiligen Maschinenabschnitte frei, d. h. unabhängig voneinander steuerbar, so ist es zur Minimierung des vorrichtungstechnischen Aufwandes sinnvoll, die bereits an den betroffenen Abschnitt der Textilmaschine vorhandene Changiereinrichtung zu nutzen und diese nach Bedarf in ihrer Changiergeschwindigkeit zu verändern.
  • Bei einer anderen vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, daß bei Verwendung von nicht unabhängig voneinander steuerbaren Changiereinrichtungen wenigstens eine andere separate Changiereinrichtung verwendet wird. Bei sehr vielen bekannten Textilmaschinen und insbesondere auch Spinnmaschinen sind die Changiereinrichtungen über eine Vielzahl von Maschinenabschnitten bzw. Spinnstellen fest miteinander gekoppelt. Hierzu wird beispielsweise eine durchgehende Spulwelle mit einzelnen Spulwalzen benutzt, die mit konstanter Drehzahl läuft. Tritt nun eine Störung an einer einzelnen Spinnstelle auf, ist es aus wirtschaftlichen Gründen nicht geboten, die gesamte Einrichtung still zu setzen. In Folge dessen läuft die maschinenseitig vorhandene Changiereinrichtung mit einer konstanten Changiergeschwindigkeit weiter. Zur Erreichung der erfindungsgemäßen Vorteile schlägt die Erfindung nun vor, eine oder mehrere separate Changiereinrichtungen zu verwenden. Die separate Changiereinrichtung ist dabei so angeordnet, daß sie die an der Maschine angeordnete und nicht frei steuerbare Changiereinrichtung ersetzen kann. Dies kann beispielsweise in der Form erfolgen, daß das Garn vorübergehend aus der gekoppelten Changiereinrichtung ausgehoben und in die separate Changiereinrichtung eingesetzt wird. Das so umgesetzte Garn kann dann mit beliebiger, d. h. frei wählbarer Changiergeschwindigkeit auf der Spule aufgewunden werden. Insbesondere bei Textilmaschinen mit sehr vielen einzelnen Abschnitten kann es sinnvoll sein, zwei oder mehr separat einsetzbare Changiereinrichtungen entlang dieser Maschine einzusetzen. Nicht selten kommt es bei großen Maschinen nämlich zu gleichzeitigen Störungen an zwei oder mehreren Abschnitten. Mehrere separate Changiereinrichtungen können dann getrennt voneinander bei der Behebung der Störung eingesetzt werden.
  • Insbesondere ist es dabei vorteilhaft, daß die wenigstens eine separate Changiereinrichtung zusammen mit einer Wartungseinrichtung betrieben wird. Wartungseinrichtungen haben bei. modernen Textilmaschinen die Aufgabe, Störungen zu vermeiden bzw. zu beseitigen. Sie sind dazu ausgelegt, Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten an den Textilmaschinen selbsttätig durchzuführen. Es ist deswegen besonders günstig, die erfindungsgemäße Changiereinrichtung zusammen mit einer solchen Wartungseinrichtung zu verwenden bzw. darin zu integrieren, da variierbare Changiergeschwindigkeiten insbesondere dann erforderlich sind, wenn diese Wartungseinrichtungen ihrer Tätigkeit nachgehen. Zudem kann die zur Steuerung der Changiergeschwindigkeit erforderliche Steuereinrichtung Teil der Steuereinrichtung der Wartungseinrichtung sein bzw. die Steuereinrichtung der Wartungseinrichtung zur Steuerung der Changiergeschwindigkeit genutzt werden. Darüber hinaus sind im Regelfall an der Wartungseinrichtung auch Einrichtungen vorgesehen, um die Spule von der Spulwalze zu entkoppeln sowie ein Hilfsantrieb für den entkoppelten Zustand. Alle Einrichtungen können dann von einer einzigen Steuereinrichtung koordiniert werden.
  • Die ebenfalls beanspruchte Spulvorrichtung für Textilmaschinen ist dadurch gekennzeichnet, daß die wenigstens eine Changiereinrichtung in ihrer Changiergeschwindigkeit frei veränderbar ist. Wie bereits zuvor erläutert, wird hierunter die Einstellbarkeit der Changiergeschwindigkeit verstanden, die ohne Rücksichtnahme auf die Changiergeschwindigkeiten benachbarter Changierstellen beliebig einstellbar ist.
  • Weitere Vorteile und vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen. Darüber hinaus werden noch andere Vorteile der Erfindung im Zusammenhang mit den nachfolgenden Ausführungsbeispielen und den Zeichnungen beschrieben. Es zeigt:
  • 1 eine Seitenansicht einer Changiereinrichtung;
  • 2 eine Vorderansicht einer Changiereinrichtung;
  • 3 ein Geschwindigkeitsdiagramm, daß die Bereiche unterschiedlicher Changiergeschwindigkeiten angibt.
  • In 1 ist eine erfindungsgemäße Spulvorrichtung in einer Seitenansicht dargestellt. Dabei ist eine Spule 1 drehbar auf einem Spularm 2 gelagert. Von unten kommend wird ein Garn 3 über eine Antriebsvorrichtung 4 der Spulvorrichtung zugeführt. Im dargestellten Zustand wird die Spule 1 von einer Spulwalze 5 angetrieben und das zugeführte Garn 3 darauf aufgewunden. Rechts der Spule 1 befindet sich eine Wartungseinrichtung 6 mit einer Steuerungseinrichtung 7, die zur Durchführung von Wartungs- bzw.- Instandsetzungsarbeiten an die betroffene Spulvorrichtung, beispielsweise der Spinnstelle einer Spinnmaschine, verfahren wurde. Zum Stillsetzen oder zur Inbetriebnahme der Spinnstelle ist die Spule 1 jeweils von der Spulwalze 5 abzuheben bzw. wieder aufzusetzen. Dies geschieht, indem die Wartungseinrichtung 6 mittels eines Hebearms 8 den Spularm 2 anhebt bzw. absenkt. Im angehobenen Zustand übernimmt den Antrieb der Spule 1 der an der Oberseite der Wartungseinrichtung 6 befindliche Hilfsantrieb 9, der mit einer angetriebenen Walze ausgestattet ist. Zur sicheren Führung des Garnes 3 ist die Wartungseinrichtung 6 mit einer Changiereinrichtung 10 ausgestattet. In räumlich benachbarter Lage dazu befindet sich zusätzlich ein Spannungssensor 11. Das Garn 3 wird von der Antriebsvorrichtung 4 kommend über den Spannungssensor 11 umgelenkt, gelangt danach in die Changiereinrichtung 10, bevor es schließlich auf der Spule 1 aufgewunden wird. Im gezeigten Zustand hat die Wartungseinrichtung 6 die spinnstelleneigene Changiereinrichtung 12 bereits außer Funktion gesetzt. Dies ist erforderlich, da die Changiereinrichtungen mehrerer benachbarter Spinnstellen in der Regel über einer Schubstange miteinander gekoppelt sind. Das Stillsetzen einzelner Changiereinrichtungen 12 ist damit nicht möglich. Der Betrieb der übrigen Spinnstellen kann also nur dann gleichmäßig fortgesetzt werden, wenn die Changiereinrichtung 12 außer Funktion gesetzt und die Changiertätigkeit durch eine separate Changiereinrichtung 10 übernommen wird. Die während des Betriebes oder beim Beschleunigen bzw. Verzögern auftretenden Geschwindigkeitsdifferenzen zwischen der Umfangsgeschwindigkeit bzw. Aufwindgeschwindigkeit der Spule 1 und der Speisegeschwindigkeit der Antriebsvorrichtung 4 werden von der Steuerungseinrichtung 7 über den Spannungssensor 11 unverzüglich erkannt. Sinkt die Spannung des Garnes 3 unter einen empirisch ermittelten und vorgegebenen Wert, so kann die mittels der Changiereinrichtung 10 bewirkte Changierung mit erhöhter Changiergeschwindigkeit erfolgen. Dadurch wird pro Umdrehung der Spule 1 eine größere Länge an Garn 3 auf der Spule 1 aufgewunden. Im umgekehrten Fall, d. h. der Spannungsmesser 11 meldet der Steuerungseinrichtung 7 eine zu hohe Garnspannung, kann die Changiergeschwindigkeit der Changiereinrichtung 10 verringert werden, um die pro Umdrehung der Spule 1 aufgewundene Länge des Garnes 3 zu reduzieren. Wurde die Spule 1 von der Wartungseinrichtung 6 zur Durchführung von Wartungs- bzw. Instandsetzungsarbeiten schließlich still gesetzt und danach wieder ordnungsgemäß in Betrieb versetzt, so wird die Changiertätigkeit von Changiereinrichtung 10 wieder zurück auf die spinnstelleneigene Changiereinrichtung 12 übergeben. Dies wird dann der Fall sein, wenn die Spule 1 bei normaler Changiertätigkeit, d. h. einer Changiergeschwindigkeit, die einem vorgegebenen Sollwert entspricht, die gleiche Garnlänge pro Zeiteinheit aufnimmt, wie sie die Antriebsvorrichtung 4 liefert.
  • In 2 ist eine Vorderansicht auf eine Spule 1 gezeigt. Auf die Spule 1 wird ein Garn 3 aufgewunden, das mit einer mit u gekennzeichneten Changiergeschwindigkeit verarbeitet wird. An der Unterseite der Spule 1 befindet sich die auf einer Spulwelle 13 angeordnete Spulwalze 5. Die rechts und links des Garnes 3 dargestellten gestrichelten Linien stellen die maximalen Garnauslenkungszustände dar. Auf der Spule 1 ist mit einer ebenfalls gestrichelten Linie die Garnlage 14 des aufgewundenen Garnes 3 dargestellt. Deutlich zu erkennen ist dabei die durch die Changierung erzielte Wegverlängerung beim Aufwinden des Garnes 3. Damit wird deutlich, daß die Menge des pro Umdrehung der Spule 1 aufgewundenen Garnes 3 durch das erfindungsgemäße Verfahren und mittels der erfindungsgemäßen Vorrichtung in weiten Bereichen variierbar ist.
  • 3 zeigt hierzu ein Diagramm, bei dem auf der Abszisse die Garnliefergeschwindigkeit VG und auf der Ordinate die Aufwindegeschwindigkeit VA aufgetragen sind. Bei normaler Changiertätigkeit ist die Spulenumfangsgeschwindigkeit wegen der durch die Changierung verlängerten Garnlage geringfügig kleiner als die Garnliefergeschwindigkeit. Der Zustand gleich großer Aufwinde- und Garnliefergeschwindigkeiten entspricht der den Normalzustand kennzeichnenden Linie N. Kommt es nun wie beispielsweise am Punkt P1 zu einem Zustand, bei dem die Garnliefergeschwindigkeit VG1 kleiner ist als die Aufwindegeschwindigkeit VA1, so erfordert dies eine verringerte Changiergeschwindigkeit, um die von der Antriebsvorrichtung 4 bereitgestellte Garnlänge nicht zu überdehnen. Im umgekehrten Fall, wie er am Punkt P2 dargestellt ist, ist die Aufwindegeschwindigkeit VA2 kleiner als die Garnliefergeschwindigkeit VG2. In diesem Fall kann mittels einer erhöhten Changiergeschwindigkeit die eingespeiste Garnlänge mit ausreichender Geschwindigkeit auf die Spule 1 aufgewunden werden.
  • Die vorliegende Erfindung ist nicht auf die dargestellten Ausführungsbeispiele beschränkt. Es sind vielmehr zahlreiche Abwandlungen im Rahmen der Patentansprüche möglich. So wird es dem Fachmann deutlich, daß das beschriebene Verfahren bei sämtlichen Textilmaschinen einsetzbar ist, bei denen produzierte Garne auf Spulen aufgewunden werden. Weiterhin können Abwandlungen der Erfindung dahingehend vorgenommen werden, daß verschiedenartige Sensoren zur Ermittlung der Differenzgeschwindigkeiten zwischen Spule 1 und Garneinspeisung angeordnet werden. Ebenfalls kann die Art der Steuerung variiert werden. Denkbar hierbei wäre insbesondere eine separate Steuerung der Changiereinrichtung 10, welche dann mit den Steuerungen der Wartungseinrichtung 6 bzw. der Textilmaschine verknüpft ist.

Claims (15)

  1. Verfahren zum Aufspulen von Garnen (3) an Textilmaschinen, die mit einer Spule (1) zur Aufnahme des Garnes (3) und einer Changiereinrichtung (10, 12) ausgestattet sind, dadurch gekennzeichnet, daß die von der Changiereinrichtung (10, 12) ausgeführte Changiergeschwindigkeit proportional zu einer Garnliefergeschwindigkeit eines zugeführten Garnes (3) eingestellt wird und bei Bedarf die Changiergeschwindigkeit relativ zur jeweiligen proportionalen Changiergeschwindigkeit der Changiereinrichtung (10, 12) erhöht oder vermindert wird.
  2. Verfahren zum Aufspulen nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, daß Changiergeschwindigkeiten vermieden werden, bei denen die Zeitdauer einer kompletten Changierbewegung einem ganzen Vielfachen der Zeitdauer einer Spulenumdrehung oder die Zeitdauer einer Spulenumdrehung einem ganzen Vielfachen der Zeitdauer einer kompletten Changierbewegung entspricht.
  3. Verfahren zum Aufspulen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß als Steuerparameter für die Bestimmung der Changiergeschwindigkeit die Garnspannung verwendet wird.
  4. Verfahren zum Aufspulen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Verfahren an Offenend-Spinnmaschinen eingesetzt wird.
  5. Verfahren zum Aufspulen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß bei Verwendung von Changiereinrichtungen (10, 12) an der Textilmaschine, die in ihrer Changiergeschwindigkeit unabhängig voneinander steuerbar sind, diese zur Einstellung der gewünschten Changiergeschwindigkeit verwendet werden.
  6. Verfahren zum Aufspulen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß bei Verwendung von nicht unabhängig voneinander steuerbaren Changiereinrichtungen (12) wenigstens eine andere separate Changiereinrichtung (10) verwendet wird.
  7. Verfahren zum Aufspulen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die wenigstens eine separate Changiereinrichtung (10) zusammen mit einer Wartungseinrichtung (6) betrieben wird.
  8. Spulvorrichtung für Textilmaschinen mit einer oder mehreren Spulen (1) sowie wenigstens einer zugehörigen Changiereinrichtung (10, 12), dadurch gekennzeichnet, daß die wenigstens eine Changiereinrichtung (10, 12) in ihrer Changiergeschwindigkeit in Abhängigkeit der Differenz von Garnliefergeschwindigkeit und Spulenumfangsgeschwindigkeit frei veränderbar ist.
  9. Spulvorrichtung nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, daß die Veränderung der Changiergeschwindigkeit relativ zu einer zur Garnliefergeschwindigkeit proportionalen Changiergeschwindigkeit der Changiereinrichtung (10, 12) erfolgt.
  10. Spulvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß eine Steuerungseinrichtung (7) vorgesehen ist, die über einen oder mehrere Sensoren (11) die Garnliefergeschwindigkeit und die Garnaufnahmegeschwindigkeit der Spule (1) oder deren Diffe renzgeschwindigkeit erfaßt und bei Bedarf die Changiergeschwindigkeit erhöht oder vermindert.
  11. Spulvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Textilmaschine eine Offenend-Spinnmaschine ist.
  12. Spulvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen einer Garnlieferung in die Spulvorrichtung und der Spule (1) als Sensor (11) eine Vorrichtung zur Erfassung der Garnspannung angeordnet ist.
  13. Spulvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Changiereinrichtung (10) an einer Wartungseinrichtung (6) angeordnet oder darin integriert ist.
  14. Spulvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der wenigstens eine Sensor (11) an der Wartungseinrichtung (6) angeordnet ist.
  15. Spulvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuerung der Spulvorrichtung durch die Steuerungseinrichtung (7) der Wartungseinrichtung (6) erfolgt.
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