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Die
Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Schutz von Personen
bei einem Frontalaufprall auf ein Kraftfahrzeug nach dem Oberbegriff
des Anspruchs 1.
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Jährlich ereignen
sich zahlreiche Unfälle,
bei denen Fußgänger, seien
es Kinder oder Erwachsene, bzw. Zweiradfahrer oder Skater, von einem
Kraftfahrzeug angefahren, auf die Front- oder Motorhaube sowie gegen
die Windschutzscheibe geschleudert werden, und dabei zumindest schwere
Verletzungen erfahren. Dabei ist insbesondere der Kopf sowie der Oberkörper eines
erwachsenen Fußgängers bzw. Zweiradfahrers
gefährdet,
da dieser bei einem Zusammenprall mit einem Kraftfahrzeug – wie Crash-Versuche
und auch die Erfahrungen gezeigt haben –, etwa im hinteren, relativ
hartem Bereich an der Fronthaube am Übergang zur Windschutzscheibe
aufschlägt
und dabei erheblich verletzt wird.
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Aufgrund
von entsprechenden Forderungen arbeitet die Fahrzeugindustrie intensiv
an dem Problem, den Personenschutz insoweit zu verbessern.
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Es
sind eine Reihe von Möglichkeiten
zur Lösung
dieses Problems bekannt geworden. Ein Lösungsprinzip besteht darin,
den vorgenannten harten Übergangsbereich
zur Windschutzscheibe zu entschärfen,
d. h. nachgiebiger zu gestalten, z. B. durch einen sensorgesteuert
aufblasbaren Luftsack oder gemäß
DE 28 14 107 A in
Verbindung mit der
DE 28 41 315 durch
eine mittels eines Aufprall-Sensors betätigte Vorrichtung zur Verstellung
der Fronthaube aus einer Ruheposition in eine demgegenüber angehobene,
nachgiebige Aufprallposition, d. h. eine sogenannte „aktive
Fronthaube". Dadurch,
dass die Fronthaube bei der von dem Aufprall-Sensor erfassten Kollision
mit einem Fußgänger in
eine gegenüber ihrer
Ruhe – d.
h. Normalfallstellung angehobene Aufprallstellung nachgiebig verstellt
wird, wird ein beim Brust- oder Kopfaufprall des Fußgängers im Sinne
eines günstigeren
Energieabbaues zur Wirkung kommender Deformationsweg der Fahrzeugkarosserie
geschaffen, der für
verringerte Kopf- und Brustverzögerungen
und damit für
geringere Verletzungsrisiken sorgt.
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Die
DE 197 12 961 A1 zeigt
ebenfalls einen Aufprallschutz nach dem Prinzip der aktiven Fronthaube,
deren windschutzscheibenseitige Scharnieranordnung über einen
schwenkbar oder verschiebbar gelagerten Scharnierträger so an
der Karosserie des Vorderwagens befestigt ist, dass im Falle einer
Kollision des Fahrzeuges mit einer Person die Fronthaube samt der
Scharnieranordnung mittels einer an dem Scharnierträger angreifenden
energiespeichernder Einrichtung, z. B. einem Feder-Kraftspeicher,
nach oben verschwenkt bzw. verschoben, d. h. angehoben werden kann.
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Neben
diesen Lösungen
zur aktiven Fronthaube mit windschutzscheibenseitiger Anhebung der Fronthaube über den
Scharnierdrehanschlag, bei denen das vordere Haubenschloss im geschlossenen Zustand
verbleibt, wodurch der Frontbereich der Fronthaube relativ steif
und hart ist, was für
den direkten ersten Kontakt zwischen dem Fahrzeug und der Unfallperson
zu direkten Verletzungen führen kann,
insbesondere im unteren Rumpfbereich der Unfallperson (Oberschenkel
und Bauchbereich), sind gemäß der
DE 197 21 565 A1 und
DE 101 08 880 A1 auch
Konstruktionen für
das sensorgesteuerte Aufstellen der Fronthaube im vorderen, d.h.
frontseitigen Hauben-Schlossbereich
bekannt geworden.
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Die
letztgenannte Schrift offenbart dabei auch den Gedanken, im Falle
eines drohenden Unfalles die Fronthaube sowohl im Scharnierbereich
als auch im Haubenschlossbereich aufzustellen.
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Zum
aktiven Aufstellen der Fronthaube dienen Aufstellelemente, die ein
karosseriefest angebrachtes Unterteil und ein darin aufstellbar
geführtes Hubelement
in Verbindung mit einem Energiespeicher besitzen, der durch einen
sensorgesteuerten Aktuator im Fall eines drohenden Unfalles auslösbar, ist
und dabei das Hubelement mit der Fronthaube um einen vorgegebenen
Arbeitshub aufstellt. Der Stand der Technik und Gegenstände von
zahlreichen, noch nicht veröffentlichten älteren Anmeldungen
der Patentanmelderin, zeigen eine Reihe von Konstruktionen für diese
Aufstellelemente, die typischerweise als Energiespeicher einen Federspeicher
in Form einer vorspannbaren Schraubenfeder-Anordnung besitzen.
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Da
es vorkommen kann, daß die
Aufstellelemente ausgelöst
werden, ohne daß es
zu einem Aufprall einer Person kommt, sei es durch eine Fehlauslösung oder
ein leichtes Anstoßen
beim Parkieren an Gegenstände,
z. B. Mülltonnen,
und um dann nicht, wenn auch mit nur leicht aufgestellter Fronthaube (ca.
55 mm), weiterfahren zu müssen,
muß es
möglich
sein, das Aufstellelement zu reversieren, d.h. in den Grundzustand
mit vorgespannter Federanordnung zu bringen.
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Zur
Begrenzung des Aufwandes soll dieses Reversieren manuell, insbesondere
durch einen Fahrzeuginsassen erfolgen können. Die hierbei direkt manuell
ausübbaren
Rückstellkräfte reichen
jedoch nicht aus, um das aufgestellte Hubelement gegen die starke
Federkraft der Schraubenfederanordnung direkt in den Ausgangszustand
zurückzudrücken oder
zurückzuziehen.
Es ist daher bekannt bzw. vorgeschlagen worden, Hilfswerkzeuge für das Reversieren
als Bordwerkzeuge im PKW mitzuführen. Um
diese gesonderten Hilfswerkzeuge zu vermeiden, ist es gemäß der
DE 101 11 096 A1 (=
EP 1.238 893 A1 )
auch bekannt, die Fronthaube in Verbindung mit einer auf Zug beanspruchten
Gasdruckfeder als Hebelarm für
das Reversieren der im Scharnierbereich aufgestellten Fronthaube
zu benutzen. Das Reversieren der im Haubenschlossbereich aufgestellten Fronthaube
ohne Bord-Hilfswerkzeuge ist allerdings noch in keiner Schrift offenbart.
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Der
Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die eingangs bezeichnete,
nach dem Prinzip der aktiven Motorhaube arbeitende Personenschutz-Vorrichtung hinsichtlich
der Reversierung des aufgestellten Hubelementes so auszubilden,
daß mit
einfachen Mitteln ohne lose Bord-Hilfswerkzeuge eine manuelle Reversierung
des aufgestellten Hubelementes, insbesondere auch von Aufstellelementen
im Haubenschlossbereich, möglich
ist.
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Die
Lösung
dieser Aufgabe gelingt bei einer Vorrichtung zum Schutz von Personen
bei einem Frontalaufprall auf ein Kraftfahrzeug durch aktives Aufstellen
dessen Fronthaube, mit mindestens einem Aufstellelement, das ein
in einem fahrzeugfesten Gehäuse
aufstellbar geführtes
mit der Fronthaube in Wirkverbindung stehendes Hubelement besitzt,
das im Grundzustand mittels einer lösbaren Hafte-Vorrichtung gegen
die Vorspannkraft eines Federspeichers niedergehalten ist, und das
im Fall eines drohenden Aufpralles durch sensorgesteuertes Lösen der
Halte-Vorrichtung mittels eines Aktuators um einen vorgegebenen
Arbeitshub aufstellbar ist, und mit einer Reversiereinrichtung zum
Reversieren des aufgestellten Hubelementes in den Grundzustand,
gemäß der Erfindung
dadurch, daß die
Reversiereinrichtung einen Bowdenzug mit einem in einem Schlauch
geführten
Zugseil aufweist, dessen Schlauch von dem fahrzeugfesten Gehäuse des
Aufstellelementes zu einem fahrzeugfesten Anschluß eines
als Reversier-Hebel nutzbaren beweglichen Fahrzeugteiles verlegt
ist, und dessen Zugseil, das an den Enden jeweils ein Zugglied (Nippel)
aufweist, mit einem ersten Nippel am beweglichen Fahrzeugteil befestigt
ist und mit dem zweiten Nippel an einem mit dem beweglichen Hubelement
verbundenen Mitnehmer ankoppelbar ist.
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Mit
dem fahrzeugfest verlegten Bowdenzug in Verbindung mit dem als Hebel
nutzbaren, ohnehin vorhandenem beweglichen Fahrzeugteil wie Fronthaube
oder Fahrzeugtür,
ist eine einfache Reversiereinrichtung ohne zusätzliche Bord- oder Hilfswerkzeuge
gegeben.
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Weiterbildungen
und Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet
sowie ergeben sich aus der nachfolgenden Figurenbeschreibung.
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Anhand
von in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispielen wird die Erfindung
näher erläutert.
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Es
zeigen:
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1 in
einer schematisierten Übersichtsdarstellung
die Komponenten für
die Reversierung eines im Haubenschlossbereich einer aktiven Fronthaube
eines PKW angebrachten Aufstellelementes mittels eines Bowdenzuges
unter Zuhilfenahme der Fronthaube als Zug-Hebel bei deren Öffnung,
im Grundzustand,
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2 eine
Darstellung entsprechend 1, jedoch mit aufgestellter
Fronthaube,
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3 eine
Darstellung entsprechend 1 nach Reversierung der nach 2 aufgestellten Fronthaube,
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4 in
einer Längsschnitt-Darstellung
den inneren Aufbau des Aufstellelementes nach den 1–3,
im Grundzustand,
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5 in
einer Darstellung entsprechend 4 den Zustand
des Aufstellelementes nach einer Reversierung in den gespannten
Grundzustand bei noch nicht freigegebenem Zugseil des Bowdenzuges,
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6 eine
Querschnitt-Ansicht des Aufstellelementes nach den 4 und 5,
genommen entlang der Schnittlinie B-B,
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7 in
einer vergrößerten Schnittansicht den
inneren Aufbau eines in den Bowdenzug nach den 1–3 zwischengeschalteten
Sicherungs- und Rückstellelementes,
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8 bis 12 Schnittdarstellungen
des Aufstellelementes in verschiedenen Betriebszuständen einer
Variante der Bowdenzug-Reversierung nach den 1 bis 7 mit
Durchführung
des Reversierhubes durch Schließen
der Fronthaube, mit
– dem
gespannten Zustand des Aufstellelementes in 8
– dem aufgestellten
Zustand in 9
– dem aufgestellten Zustand
nach 9 mit der Position des Bowdenzuges nach Öffnen der
Fronthaube in 10
– dem aufgestellten Zustand
nach 9 mit der Position des Bowdenzuges unmittelbar
vor Beginn der Reversierung durch Schließen der Fronthaube in 11
– den reversierten
Zustand des Aufstellelementes unmittelbar vor der Verklinkung der
Halterung in 12,
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13 eine
isometrische Darstellung der in den 8–12 enthaltenen
Drehfalle in Verbindung mit dem Ende des Zugseiles des Bowdenzuges,
an dem in üblicher
Weise ein Nippel angebracht ist,
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14 in
vier Figurenteilen A–D
zwei weitere Varianten der Bowdenzug-Reversierung unter Verwendung
der Fahrzeugtür
als Hebel, und
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15 in
einer Ausschnitt-Darstellung die scharnierseitige Anbringung des
Bowdenzuges für die
Variante nach den 8 bis 12.
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Die 1 bis 3 zeigen
jeweils in einer schematisierten Übersichtsdarstellung in drei
verschiedenen Zuständen
ein Ausführungsbeispiel
einer Schutzvorrichtung zum aktiven Aufstellen einer Fronthaube 1 eines
PKW mit der erfindungsgemäßen Reversierung
der aufgestellten Fronthaube über einen
Bowdenzug 2. Der Bowdenzug besteht typischerweise aus einem
Zugseil 2a, an dessen beiden Enden jeweils ein Zugglied,
im folgenden jeweils als Nippel 2b bezeichnet, angebracht
ist, und einem das Zugseil 2a aufnehmenden Schlauch 2c.
Das Zugseil wird bestimmungsgemäß zwischen
zwei beweglichen Teilen „unter
Zug" angeordnet,
während
der Schlauch zwischen zwei karosseriefesten Teilen „unter
Druck" angebracht
ist.
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Im
dargestellten Beispiel ist die Aufstellung der Fronthaube über ein
Aufstellelement 3 im Haubenschlossbereich und die Reversierung
durch Öffnen
der Fronthaube dargestellt. Das Aufstellelement 3 besitzt
in diesem Beispiel ein sensorgesteuert mittels einer Druckfeder 3a in
einem karossiefesten Gehäuse 3e aufstellbares
Hubelement 3b, auf welchem das Haubenschloß 1a sitzt.
Am Aufstellelement 3 greift dabei das eine Ende des Bowdenzuges
an, während
das andere, zugseitige Ende des Bowdenzuges am hinteren Hauben-Scharnier 4 befestigt
ist.
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Der
Bowdenzug-Schlauch 2c ist dabei einmal am karosserieseitigen
Scharnierflügel 4c über eine
Winkellasche 4d und zum anderen am Gehäuse 3e fahrzeugfest
angebracht. Das Zugseil 2a ist einmal über einen Scharnierhebel 4b an
einem Gelenkarm 4a des Scharniers eingehängt und
steht mit seinem anderen Ende mit dem beweglichen Hubelement 3b in
Wirkverbindung.
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In
dem Bowdenzug 2 ist ferner ein Rückstell- und Sicherheitselement 5 zwischengeschaltet,
dessen Funktion später
noch erläutert
wird. Über
Befestigungslaschen 4a am Rückstell- und Sicherheitselement 5 und
eine Halterung 6 ist der Bowdenzug 2 mit seiner
Hülle dauerhaft
an der Karosserie des Vorderwagens fahrzeugfest befestigt, d.h.
es ist kein zusätzliches
Bord- oder Hilfswerkzeug zum Reversieren notwendig.
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Die 1 zeigt
den Grundzustand des Systems. Die Fronthaube 1 ist geschlossen
und das Aufstellelement 3 ist gespannt.
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Die 2 zeigt
das System nach einer Crash-Aufstellung. Das Hubelement 3b ist
samt dem Haubenschloß 1a um
den Arbeitshub „H" aufgestellt und
stellt damit auch die Fronthaube 1 um diesen Hub aktiv
auf.
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Die 3 zeigt
im Prinzip die Reversierung des Aufstellelementes 3 in
den Grundzustand entsprechend 1. Durch
eine übliche
Aufstellung der Fronthaube 1 in die sogenannte Servicestellung übt der Gelenkarm 4a einen
Zug auf das Zugseil 2a des Bowdenzuges aus, welcher das
Hubelement 3b, wie noch näher zu erläutern sein wird, in die gespannte Grundstellung
zurückzieht.
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Durch
die erfindungsgemäße Maßnahme erfolgt
daher die Reversierung auf einfache Weise durch Öffnung der Fronthaube über den
dauerhaft angeschlossenen Bowdenzug, ohne daß irgendwelche zusätzlichen
Handhabungsgriffe durch den Nutzer erforderlich wären.
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In
den 1–3 ist
das Prinzip der Erfindung anhand eines speziellen Aufstellelementes
für den
Haubenschloß-Bereich
dargestellt; dieses Aufstellelement ist Gegenstand der älteren deutschen Patentanmeldung
103 26 404 vom 12.6.2003, deren Offenbarung durch Bezugnahme mit
zum Offenbarungsinhalt der vorliegenden Anmeldung gemacht wird.
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Es
versteht sich, daß die
Erfindung auch bei anderen Aufstellelementen mit aufstellbaren Hubelementen
für den
Hauben-Schloßbereich,
aber auch für
Scharnieraufsteller anwendbar ist.
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Gemäß den 4–6 weist
das Aufstellelement 3 neben dem hohlkolbenartigen Hubelement 3b und
der darin aufgenommenen Druckfeder 3a einen sensoraktivierbaren
Aktuator 3c, z. B. einen Auslösemagneten mit einem ausstoßbaren Auslösestift 3d,
auf, der achsenparallel neben dem Hubelement 3b kompakt
in einem karosseriefest anbringbaren Gehäuse 3e untergebracht
ist.
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Am
Hubelement 3b ist ferner ein Haltebolzen 3f vorgesehen,
der im Wirkeingriff mit einem Halte- und Auslösesystem, bestehend aus zwei
federvorgespannten Doppelhebeln 3g in Form von Drehklinken, steht.
In den 4–6 ist
dabei der Grundzustand dargestellt, in welchem der Haltebolzen 3f von dem
Doppelhebel-System 3g gegen die Vorspannkraft der Aufstellfeder 3a niedergehalten
ist. Ein gehäusefester
Anschlag 3h und eine Schulter 3i am Hubelement 3b begrenzen
den Aufstellhub „H".
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Das
Gehäuse 3e weist
ferner eine Kammer 7 und einen Anschluß 3j für den Schlauch 2c des
Bowdenzuges 2 auf, dessen Zugseil 2a in die Kammer 7 hineinragt.
Am Ende trägt
dieses Zugseil 2a einen aufgepressten Nippel 2b.
In der Kammer ist ferner ein Führungs-
und Mitnehmerstück 7a,
das am Hubelement 3b fest angebracht ist, aufgenommen,
und in dem seinerseits das Ende des Zugseiles 2a axial
geführt
ist. Im gehaltenen Grundzustand nach 1 ragt das
Zugseil 2a mit Nippel 2b mindestens um den Arbeitshub „H" oberhalb des Führungs-
und Mitnehmerstückes 7a aus
diesem hinaus. Erfolgt nun eine Aktivierung, indem der Aktuator 3c aktiviert
und der Auslösestift 3d ausgestoßen wird,
welcher die Doppelhebel-Mechanik 3g außer Wirkeingriff mit dem Haltebolzen 3f bringt,
wodurch die Druckfeder 3a das Hubelement 3b aufstellen
kann, ohne Behinderung durch den Seilzug des Bowdenzuges.
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Zur
Reversierung des aufgestellten Hubelementes wird dieses durch den
Wirkeingriff des Nippels 2b mit dem Führungs- und Mitnehmerstück 7a durch
das Zugseil 2a des Bowdenzuges zurück in die Ausgangslage gezogen,
und wird dort durch das sich selbst spannende Doppelhebel-System 3g wieder gehalten.
Dieser Zustand des reversierten Hubelementes 3b nach erfolgter
Reversierung in den gespannten Grundzustand, jedoch mit einem noch
nicht freigegebenen Zugseil 2a, ist in 5 dargestellt.
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Der
Vorgang des Reversierens mittels des Bowdenzuges 2 läuft dabei
wie folgt ab (siehe 2 und 3):
Am
Gelenkarm 4a des Haubenscharniers 4 ist der Scharnierhebel 4b drehbar
angelenkt, an dem der Seilzug des Bowdenzuges 2 angreift.
Bei geschlossener Haube 2 wird der Seilzug 2a durch
den Scharnierhebel 4b so weit in den Schlauch 2c eingeschoben,
daß dieser
im Aufstellelement vorne frei ist, d.h. daß das Seilende 2a mit
dem Nippel 2b, wie beschrieben, so weit oberhalb des Mitnehmerstückes 7a vorsteht,
daß der
Aufstellhub ohne Behinderung gefahren werden kann.
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Zur
Reversierung der durch eine Crashauslösung vorne aufgestellten Fronthaube
wird durch die weitere manuelle Öffnung
der Haube vom Scharnierhebel 4b eine Zugbelastung auf das
Zugseil 2a des Bowdenzuges gebracht. Damit werden der Mitnehmer 7a und
der obere ausgefahrene Teil des Aufstellelementes 3 zurückgezogen,
so daß das
System reversiert und in der Halteposition neu gespannt wird.
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Beim
Schließen
der Fronthaube aus der Position nach 3 in die
Position nach 1 wird das Zugseil 2a des
Bowdenzuges vom Scharnierteil 4a so weit zurückgeschoben,
daß der
Nippel 2b wieder frei ist (4).
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Die
dargestellte Reversiereinrichtung enthält weiterhin das bereits erwähnte Rückstell-
und Sicherheitselement 5, das in 7 näher dargestellt
ist. Es enthält
eine Rückstellfeder 5b,
welche als Druckfeder dafür
sorgt, daß das
Zugseil 2a mit seinem Nippelende 2b immer außerhalb
des Mitnehmers 7a steht.
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Die
Druckfeder ist in eine Hälfte
eines Gehäuses 5c eingebaut
und stützt
sich einerseits am Gehäuseboden
und andererseits auf einer Scheibe 5d, die axial fest auf
dem Zugseil befestigt ist, ab. In der anderen Hälfte des Gehäuses 5c ist
eine Sicherheitseinrichtung 5e eingebaut. Diese beinhaltet
eine Überlastsicherung,
um Toleranzen auszugleichen und um überhöhte Spannungen im gesamten
Reversierungssystem zu verhindern.
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Dies
erfolgt z. B. durch eine Zugfeder mit innerer Vorspannung, die so
ausgelegt ist, daß sie
bei einer definierten Kraft bzw. Beanspruchung von z. B. 200–1000 N,
insbesondere im Bereich von 600–800 N,
einen Toleranzausgleich durch Ausdehnung bewirkt. Bis zur Vorspannungskraft
wirkt die Feder als starres Element, erst bei einer höheren Belastung
erfolgt eine Verlängerung
der Feder. Einen Überlastschutz
für diese
Feder erfolgt durch den Einbau der Feder in ein Gehäuse, welches
die Längung
der Feder axial begrenzt.
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Alternativ
ist auch eine Gummifeder denkbar, die auf Zug beansprucht wird.
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Anhand
der 1 bis 7 wurden bislang Ausführungsformen
der Erfindung beschrieben, bei denen das Reversieren der Fronthaube
bei deren Schließung
erfolgt, weil dann auf das Zugseil 2a des Bowdenzuges der
Reversierzug ausgeübt
wird. Anhand der folgenden 8 bis 13 wird
eine andere Ausführungsform
beschrieben, bei der das Zurückziehen
des aufgestellten Hubelementes und damit das Reversieren der Fronthaube
beim Schließen der
Haube erfolgt.
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Wesentliches
Merkmal ist dabei eine Drehfalle 8 am Hubelement 3b,
welche nach einem aufgestellten Hubelement ein automatisches Einkoppeln des
Zugseiles des Bowdenzuges bei der Haubenöffnung sowie ein automatisches
Auskoppeln nach der Reversierung, ermöglicht.
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Bei
der üblichen
betrieblichen Nutzung der Fronthaube, z. B. für die übliche Öffnung im Servicefall, ist
die Drehfalle bei der Haubenöffnung
bzw. -schließung
nicht aktiv, d.h. der Seilzug des Bowdenzuges beeinträchtigt nicht
die normale betriebliche Betätigung
der Fronthaube.
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Dieses
Prinzip wird nunmehr anhand der nachfolgenden 8 bis 13,
die verschiedene Betriebzustände
der Aufstellvorrichtung zeigen, näher erläutert, wobei die Darstellung
des Aufstellelementes gegenüber
den 4–7 stärker schematisiert
ist.
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Die 8 zeigt
das Aufstellelement 3 im Grundzustand. Das Hubelement 3b mit
seinem oberen Schlossträger,
dem im dargestellten Beispiel zwei Aufstell-Druckfedern 3a zugeordnet
sind, wird von der Doppelhebelmechanik 3g über den
Haltebolzen 3f gegen die Vorspannkraft der beiden Druckfedern 3a niedergehalten,
wie es bereits entsprechend zur 4 erläutert wurde.
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Am
Hubelement 3b ist die Drehfalle 8 drehbar und
federvorgespannt angelenkt, deren konkrete Ausbildung sich insbesondere
aus der 13 näher ergibt. Sie besitzt eine
Haltefläche 8a zum
Feststellen der Drehfalle.
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Im
Hubelement ist ferner eine Seilführung 3k für den Nippel 2b des
Zugseiles 2a ausgebildet. Die Drehfalle 8 ist
dabei auf einer Höhe
des Hubelementes 3b angelenkt, daß ihre Haltefläche 8a unterhalb der
Unterkante eines inneren Gehäuseteiles 3l positioniert
ist, die als Abstützfläche für die Haltefläche 8a dienen
kann.
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Im
Normalfall, d.h. im Grundzustand nach 8 mit gespanntem
Hubelement, befindet sich der Nippel 2b unterhalb der Drehfalle 8.
Wird nun das Aufstellelement ausgelöst und das Hubelement 3b in die
aufgestellte Position nach 9 gebracht,
kommt die Drehfalle durch den Wirkkontakt ihrer Haltefläche 8a mit
dem inneren Gehäuseteil 3l in
eine waagrechte, gehaltene Position. Das Zugseil mit dem Nippel 2b bleibt
daher in seiner bisherigen Position.
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Die
Aufstellung des Systems wird daher durch den Bowdenzug nicht beeinträchtigt.
Bei der in der geschlossenen Position gehaltenen Fronthaube gibt
es keine Verbindung zwischen Seilzug 2a und dem Hubelement 3b.
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Nach
einer ungewollten Auslösung
wird von dem Fahrzeugführer
zur Reversierung die Fronthaube 1 aufgestellt. Der Bowdenzug-Schlauch 2c ist
am am scharnierseitigen Ende bei der vorliegenden Alternative gemäß 15 über die
als Stützpunkt
dienende Winkellasche 4d so am Scharnier 4 angebracht,
daß beim
Aufstellen der Haube das Zugseil 2a in den Bowdenzug-Schlauch 2c hineingedrückt wird.
Dadurch fährt,
wie in 10 dargestellt, das hubelementseitige
Ende des Seilzuges 2a mit dem Nippel 2b in Pfeilrichtung
nach oben, verschwenkt die federbelastete Drehfalle 8 im
Uhrzeigersinn und fährt an
ihr vorbei weiter nach oben. Nachdem der Nippel 2b die
Drehfalle 8 passiert hat, schließt sich diese federbelastet
wieder und liegt mit ihrer Haltefläche 8a abgestützt an der
inneren Gehäusewand 3l an (11).
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Beim
Schließen
der Fronthaube wird durch die gemäß den 1–3 versetzte
Anbringung des Bowdenzuges am Scharnier das Zugseil 2a durch
die Bewegung des Gelenkarmes 4a gezogen, wodurch das hubelementseitige
Ende des Zugseiles 2a in der Seilführung 3k in Pfeilrichtung
nach unten gezogen wird (11). Dabei
hakt sich der Nippel 2b in der Drehfalle 8, die
gemäß der Einzelteilzeichnung nach 13 zwei
beabstandete gebogene Klauen 8b, zwischen denen das Zugseil 2a durchläuft, besitzt,
ein. Wegen des Formschlusses der Wirkfläche 8a an dem Wandteil 3l ist
die Drehfalle 8 gehindert, sich unter Zug nach unten zu öffnen, so
daß beim weiteren
Schließen
der Fronthaube das Hubelement 3b über die daran angebrachte Drehfalle 8 mittels des
Seilzuges 2a in die Grundstellung unter Verklinkung des
Haltebolzens 3f mit der Doppelgelenk-Halterung 3g gezogen
wird. Der Zustand kurz vor Ende des Reversierhubes ist dabei in 12 dargestellt. Nach
Erreichen der Halteposition kommt die Wirkfläche 8a der Drehfalle 8 außer Wirkeingriff
mit der inneren Gehäusewand 3l.
Dadurch wird die Drehfalle 8 freigegeben, sich gegen den
Uhrzeigersinn drehend zu öffnen.
Das Zugseil 2a mit dem Nippel 2b rutscht von der
Drehfalle 8 ab und ist wieder frei. Damit ist wieder der Grundzustand
nach 8 erreicht. Diese Drehfalle 8 hat daher
folgende Funktion: Sie stellt bei Bedarf eine Verbindung zwischen
Zugseil und Hubelement her, bzw. hebt diese Verbindung gesteuert wieder
auf.
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Bei
den bisher beschriebenen Ausführungsformen
wird als Reversierhilfe die Fronthaube im Sinne eines Hebels verwendet.
Es ist auch denkbar, statt der Fronthaube die Fahrzeugtüren als
Reversierhebel zu verwenden. Dieses erfolgt dann vorzugsweise so,
daß beim Öffnen einer
Tür, vorzugsweise
der Fahrertür,
da im Fall einer Sicherheitsauslösung
davon auszugehen ist, daß der
Fahrer immer aussteigt, die Reversierbewegung stattfindet. Die Anordnung kann
aber auch so getroffen sein, daß beim
Schließen
der Tür
die Reversierbewegung stattfindet. Alternativ oder zusätzlich dazu
könnte
der Reversier-Bowdenzug 2 auch an der Beifahrertür angekoppelt
sein. Die Ankopplung des Bowdenzuges erfolgt dabei zweckmäßig im Scharnier
oder direkt an der Tür.
Auch andere bewegliche Fahrzeugteile, wie z. B. die Heckklappe,
können
als Reversierhebel benutzt werden, wobei allerdings, um die Länge des
Bowdenzuges in Grenzen zu halten, aufstellelementnahe Fahrzeugteile
bevorzugt sind.
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Anhand
der 14 mit vier Figurenteilen A bis D wird die Verwendung
der Fahrzeugtür
als Reversierhebel für
eine Bowdenzug-Reversierung näher
dargestellt.
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Die
Figurenteile A, C und D zeigen in einer stark schematisierten Darstellung
die Fahrzeugtür 9, die über ein
Scharnier 10 an der sogenannten A-Säule 11, an die sich
der Kotflügel 12 anschließt, angeschlagen
ist. Im Figurenteil A ist dabei die Fahrzeugtür 9 geschlossen, wogegen
sie im Figurenteil C und D jeweils geöffnet ist.
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Das
Scharnier 10 besteht, wie insbesondere auch die Schnittansicht
nach Figurenteil B, wobei der Schnitt entlang der Linie I–I im Figurenteil
A genommen ist, verdeutlicht, aus einem Scharnierteil-Tür 10a und
einem Scharnierteil-Rahmen 10b, die an der Scharnierachse 10c drehgelenkig
in Wirkverbindung stehen. Am Scharnierteil-Tür 10a ist der Nippel 2b des
Zugseiles 2a des Bowdenzuges eingehängt. Dieses Zugseil wird über eine
am Scharnierteil-Rahmen 10b drehbar befestigte erste Umlenkrolle 13 an
der Karosse entlang zu der Befestigung 14 des Bowdenzug-Schlauches 2c geführt und
von dort aus zu dem jeweiligen zu reversierenden Aufstellelement 3.
Wird die Tür
gemäß dem Figurenteil
C geöffnet,
wird das Zugseil um den Hub „Hub" ausgezogen unter
Reversieren des um den entsprechenden Hub aufgestellten Hubelementes 3b des
Aufstellelementes 3, entsprechend den vorstehenden Ausführungen
zu den beiden Ausführungsformen.
Der Figurenteil 14D zeigt eine Alternative zu der Variante
nach den Figurenteilen A–C,
bei der durch Schließen
der Tür 9 eine Zugkraft
auf das Zugseil 2a ausgeübt und damit das Hubelement
mit der Fronthaube reversiert wird. Dazu ist das Zugseil 2a über eine
weitere Umlenkrolle 15 auf der Scharnierachse 10c geführt, so
daß beim Schließen der
Tür 9 das
Zugseil aus dem Schlauch 2c des Bowdenzuges herausgezogen
wird.
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Im übrigen gilt
für die
beiden Varianten nach den 8–14 das
zur ersten Variante nach den 1–7 gesagte
entsprechend.
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- 1
- Fronthaube
- 1a
- Haubenschloß
- 2
- Bowdenzug
- 2a
- Zugseil
- 2b
- Nippel
- 2c
- Schlauch
- 3
- Aufstellelement
- 3a
- Druckfeder
- 3b
- Hubelement
- 3c
- Aktuator
- 3d
- Auslösestift
- 3e
- Gehäuse
- 3f
- Haltebolzen
- 3g
- Doppel-Hebel
- 3h
- Anschlag
- 3i
- Schulter
- 3j
- Anschluß
- 3k
- Seilführung
- 3l
- inneres
Gehäuseteil
mit Abstützfläche
- 4
- Hauben-Scharnier
- 4a
- Gelenkarm
- 4b
- Scharnierhebel
- 4c
- karosserieseitiger
Scharnierflügel
- 4d
- Winkellasche
- 5
- Rückstell-
und Sicherheitselement
- 5a
- Befestigungslaschen
- 5b
- Rückstellfeder
- 5c
- Gehäuse
- 5d
- Scheibe
- 5e
- Sicherheitseinrichtung
- 6
- Halterung
(für Bowdenzug)
- 7
- Kammer
- 7a
- Mitnehmerstück
- 8
- Haltefläche
- 8a
- Haltefläche
- 8b
- Klaue
- 9
- Tür
- 10
- Tür-Scharnier
- 10a
- Scharnierflügel-Tür
- 10b
- Scharnierflügel-Rahmen
- 10c
- Scharnierachse
- 11
- A-Säule
- 12
- Kotflügel
- 13
- erste
Umlenkrolle
- 14
- Bowdenzug-Befestigung
- 15
- weitere
Umlenkrolle