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Die Erfindung betrifft ein Verfahren
für die Bestimmung
optimaler Bondparameter beim Bonden mit einem Wire Bonder der im
Oberbegriff des Anspruchs 1 genannten Art.
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Ein Wire Bonder ist eine Maschine,
mit der Halbleiterchips nach deren Montage auf einem Substrat verdrahtet
werden. Der Wire Bonder weist eine Kapillare auf, die an der Spitze
eines Horns eingespannt ist. Die Kapillare dient zum Befestigen
des Drahts auf einem Anschlusspunkt des Halbleiterchips und auf
einem Anschlusspunkt des Substrats sowie zur Drahtführung zwischen
den beiden Anschlusspunkten.
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Bei der Herstellung der Drahtverbindung
zwischen dem Anschlusspunkt des Halbleiterchips und dem Anschlusspunkt
des Substrats wird das aus der Kapillare ragende Drahtende zunächst zu
einer Kugel geschmolzen. Anschliessend wird die Drahtkugel auf dem
Anschlusspunkt des Halbleiterchips mittels Druck und Ultraschall
befestigt. Dabei wird das Horn von einem Ultraschallgeber mit Ultraschall
beaufschlagt. Diesen Prozess nennt man Ball-bonden. Dann wird der
Draht auf die benötigte
Drahtlänge durchgezogen,
zu einer Drahtbrücke
geformt und auf dem Anschlusspunkt des Substrats verschweisst. Diesen
letzten Prozessteil nennt man Wedge-bonden. Nach dem Befestigen
des Drahts auf dem Anschlusspunkt des Substrats wird der Draht abgerissen
und der nächste
Bondzyklus kann beginnen.
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Das Ball-bonden wie auch das Wedge-bonden
werden von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Um Bondverbindungen
von vorbestimmter Qualität zu
erzielen, müssen
für einen
bestimmten Prozess die passenden Werte mehrerer physikalischer und/oder
technischer Parameter eruiert werden. Beispiele solcher Parameter
sind:
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- – die
Bondkraft, das ist die Normalkraft, die die Kapillare während des
Bondvorgangs auf die Bondkugel bzw. den Anschlusspunkt des Halbleiterchips
ausübt,
- – ein
hierin als Ultraschallgrösse
P bezeichneter Parameter, der die Beaufschlagung des Ultraschallgebers
mit Ultraschall steuert. Die Ultraschallgrösse ist z.B. die Amplitude
des Wechselstroms, der durch den Ultraschallgeber des Horns fliesst,
oder die Amplitude der Wechselspannung, die an den Ultraschallgeber
angelegt wird, oder die Leistung oder eine andere Grösse,
- – eine
hierin als Ultraschallzeit T bezeichnete Zeitdauer, die angibt,
wie lange der Ultraschallgeber mit der Ultraschallgrösse P beaufschlagt
wird,
- – die
Auftreffgeschwindigkeit der Kapillare auf den Anschlusspunkt,
- – ein
binärer
Parameter, der angibt, ob der Ultraschallgeber bereits vor dem Auftreffen
der Kapillare auf dem Anschlusspunkt mit der Ultraschallgrösse beaufschlagt
wird.
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Für
die Bestimmung der Bondqualität
im Sinne einer Qualitätskontrolle
wie auch für
die Ermittlung optimaler Bondparameter werden heutzutage vor allem
zwei Methoden verwendet, nämlich
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- a) ein sogenannter Pull-Test, bei dem die Kraft
gemessen wird, bei der der Bond vom Halbleiterchip bzw. vom Substrat
abreisst, wenn der Bond in senkrechter Richtung zur Oberfläche des
Halbleiterchips bzw. Substrats gezogen wird, und
- b) ein sogenannter Shear-Test, bei dem die Kraft gemessen wird,
bei der der Bond vom Halbleiterchip bzw. vom Substrat abreisst,
wenn der Bond mittels eines Werkzeugs parallel zur Oberfläche des
Halbleiterchips bzw. Substrats weggedrückt wird.
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Die Anwender bevorzugen im allgemeinen für Ball Bonds
den Shear-Test, da seine Resultate zuverlässiger sind als die Resultate
des Pull-Tests.
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Diese Tests werden normalerweise
mit speziell für
diese Anwendung entwickelten Geräten durchgeführt. Aus
dem Patent
US 5 894 981 ist
jedoch ein Wire Bonder bekannt, der für die Durchführung eines
Pull-Tests eingerichtet
ist. Der Pull-Test lässt
sich bei diesem Wire Bonder allerdings nur für Wedge Bonds durchführen. Aus
dem Patent
US 5 591 920 ist
ein Wire Bonder bekannt, der für
die Durchführung
eines Pull-Tests eingerichtet ist, bei dem der maximale Strom gemessen
wird, der durch einen die Kapillare auf- und absenkenden Motor fliesst.
Dieser Test lässt
sich sowohl für
Ball Bonds als auch für
Wedge Bonds durchführen.
Wenn dieser Pull-Test bei einem Wedge Bond durchgeführt wird, dann
besteht ein wichtiger Nachteil darin, dass beim Testen nicht wie
beim etablierten Pull-Test die Drahtbrücke belastet wird, sondern
dass das im letzten Schritt des Bondzyklus abzureissende Drahtstück, der
sogenannte tail, belastet wird. Der Erfindung liegt die Aufgabe
zugrunde, ein Verfahren für
die einfache Bestimmung optimaler Bondparameter sowohl für das Ball-bonden
wie für
das Wedge-bonden zu entwickeln.
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Die Erfindung besteht in den in den
Ansprüchen
1 und 2 angegebenen Merkmalen.
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Optimale Bondparameter für eine Bondkraft FB und eine Ultraschallgrösse PB und,
fakultativ, mindestens einen weiteren Bondparameter GB eines Wire
Bonders für
das Ball-bonden lassen sich erfindungsgemäss ermitteln mittels eines
Verfahrens mit den folgenden Schritten:
Durchführen einer
Anzahl Bondzyklen von n = 1 bis k, wobei die Bondkraft FB und die Ultraschallgrösse PB und,
gegebenenfalls, der mindestens eine weitere Bondparameter GB in je einem vorbestimmten Bereich in diskreten
Schritten variiert werden, wobei bei jedem Bondzyklus eine Drahtverbindung
zwischen einem Anschlusspunkt eines Halbleiterchips und einem Anschlusspunkt
eines Substrats hergestellt wird, indem ein aus einer Kapillare
ragendes Drahtende zu einer Kugel geschmolzen und anschliessend
die Drahtkugel in einer ersten Bondposition auf dem Anschlusspunkt
des Halbleiterchips befestigt wird, dann der Draht auf die benötigte Drahtlänge durchgezogen,
zu einer Drahtbrücke
geformt und in einer zweiten Bondposition auf dem Anschlusspunkt des
Substrats befestigt wird, und wobei bei jedem Bondzyklus n nach
der Befestigung der Drahtkugel auf dem Anschlusspunkt des Halbleiterchips
folgende Schritte durchgeführt
werden:
- a) Anlegen einer vorbestimmten Bondkraft
FB1,
- b) Bewegen der Kapillare aus der Bondposition in eine vorbestimmte
horizontale Richtung, wobei der durch den die Kapillare bewegenden
Antrieb fliessende Strom IB,n überwacht
wird,
- c) Stoppen der Bewegung der Kapillare, sobald der Strom IB,n abnimmt,
- d) Bestimmen des Maximums des Stromes IB,n,max (FB,n, PB,n, GB,n) aus dem während der Schritte b) und c)
ermittelten Verlauf des Stromes IB,n (FB,n, PB,n, GB,n, t), wobei die Grössen FB,n,
PB,n und GB,n die
beim Bondzyklus n eingestellten Werte der Bondkraft FB,
der Ultraschallgrösse
PB und, gegebenenfalls, des mindestens einen
weiteren Bondparameters GB sind, und mit
dem Parameter t die Zeit bezeichnet ist,
- e) Bewegen der Kapillare an die Bondposition,
- f) Befestigen der Drahtkugel auf dem Anschlusspunkt des Halbleiterchips,
und
wobei aus den bei den n Bondzyklen ermittelten Werten IB,n,max (FB,n, Pn, Gn) diejenigen Werte der Bondkraft FB, der Ultraschallgrösse PB und
des gegebenenfalls mindestens einen weiteren Bondparameters GB als optimale Bondparameter bestimmt werden,
für die
der Strom IB,n,max (FB,n,
Pn, Gn) ein Maximum
erreicht. Bei dieser Bestimmung können allenfalls übliche Methoden
der Statistik wie beispielsweise Interpolation angewendet werden.
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Die Bondkraft FB1 ist
bei allen Schertests die gleiche. Sie wird in der Regel so klein
wie möglich eingestellt,
damit das Resultat des Schertests nicht durch Reibungskräfte verfälscht wird,
die zwischen der Unterseite des Balls und dem Anschlusspunkt wirken.
Typischerweise beträgt
die Bondkraft FB1 etwa 50mN.
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Die Schritte e und f können allenfalls
entfallen, da sie nur dazu dienen, eine Störung der nachfolgenden Bondzyklen
zu vermeiden.
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Optimale Bondparameter für die Bondkraft FW, die Ultraschallgrösse PW und,
fakultativ, den mindestens einen weiteren Bondparameter GW eines Wire Bonders für das Wedge-bonden lassen sich
ermitteln mittels eines analogen Verfahrens, das für jeden
Bondzyklus andere Werte der Parameter FW,
PW und, gegebenenfalls GW vorsieht
und bei dem bei jedem Bondzyklus n nach der Befestigung des Drahts auf
dem Anschlusspunkt des Substrats folgende Schritte durchgeführt werden:
- a) Anlegen einer vorbestimmten Bondkraft FW1,
- b) Bewegen der Kapillare aus der Bondposition in eine vorbestimmte
horizontale Richtung, wobei der durch den die Kapillare bewegenden
Antrieb fliessende Strom IW,n überwacht
wird,
- c) Stoppen der Bewegung der Kapillare, sobald der Strom IW,n abnimmt,
- d) Bestimmen des Maximums des Stromes IW,n,max (FW,n, PW,n, GW,n) aus dem während der Schritte b) und c)
ermittelten Verlauf des Stromes IW,n,max (FW,n, PW,n, GW,n, t), wobei die Grössen FW,n,
PW,n und GW,n die
beim Bondzyklus n eingestellten Werte der Bondkraft FW,
der Ultraschallgrösse
PW und, gegebenenfalls, des mindestens einen
weiteren Bondparameters GW sind,
- e) Bewegen der Kapillare an die Bondposition,
- f) Befestigen des Drahts auf dem Anschlusspunkt des Substrats,
und
bei dem aus den bei den n Bondzyklen ermittelten Werten IW,n,max (FW,n, PW,n, GW,n) diejenigen
Werte der Bondkraft FW, der Ultraschallgrösse PW und des gegebenenfalls mindestens einen
weiteren Bond parameters GW als optimale
Bondparameter bestimmt werden, für
die der Strom IW,n,max (FW,n,
PW,n, GW,n) ein Maximum
erreicht.
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Die Bondkraft FW1 ist
bei allen Schertests die gleiche und wird in der Regel so klein
wie möglich eingestellt.
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Bei diesem Verfahren wird mit dem
Strom IB,n,max bei jedem Bondzyklus ein
Wert ermittelt, der proportional zur Schubfliess-Spannung und somit
ein Mass für
die Scherfestigkeit des Ball-Bonds auf dem Halbleiterchip ist und
mit dem Strom IW,n,max ein Wert, der ein
Mass für
die Scherfestigkeit des Wedge-Bonds auf dem Substrat ist.
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Es sei hier angemerkt, dass die Zahl
der Bondparameter, die variiert werden, beim Ball-Bonden und beim
Wedge-Bonden verschieden sein können.
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Des Weiteren sei hier angemerkt,
dass sich das erfindungsgemässe
Verfahren für
die Implementierung auf Wire Bondern unterschiedlicher Konstruktion
eignet. Es gibt Wire Bonder, die einen Antrieb für die Bewegung des Horns mit
der Kapillare in einer x-Richtung und einen Antrieb für die Bewegung
in einer zur x-Richtung orthogonalen y-Richtung aufweisen. Aus der
europäischen
Patentanmeldung
EP 1098356 ist
ein Wire Bonder bekannt mit einem Antrieb für die Bewegung des Horns und
der Kapillare in einer vorbestimmten Richtung und einem zweiten Antrieb
für eine
Drehbewegung des Horns und der Kapillare um eine Drehachse.
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Die Erfindung lässt sich wie beschrieben für die Ermittlung
optimaler Bondparameter benutzen. Die optimalen Bondparameter F1, P1, G1 der
Bondkraft F, der Ultraschallgrösse
P und weiteren Bondparametern G werden ermittelt, bevor der Produktionsbetrieb
aufgenommen wird. (Da die Anzahl der weiteren Bondparameter G in
der Regel grösser
als 1 ist, steht die Bezeichnung G1 für eine entsprechende
Anzahl von Werten). Die Erfindung ermöglicht in modifizierter Form
aber zusätzlich
eine in situ Überwachung
der Bondqualität
im Produktionsbetrieb. Dabei werden ausgewählte Bondverbindungen unmittelbar nach
ihrer Herstellung bezüglich
ihrer Scherfestigkeit geprüft,
indem die Kapillare benutzt wird, um die Bondverbindung abzuscheren,
wobei das Maximum des durch den Antrieb der Kapillare fliessenden Stroms
ermittelt wird. Anschliessend wird ein zweiter Bondvorgang durchgeführt, um
den beim Test abgetrennten Ball bzw. Wedge wieder auf dem Anschlusspunkt
zu befestigen. Beim Bonden werden der geformte Ball bzw. Wedge verformt,
insbesondere flach gedrückt.
Wenn die Bondverbindung hergestellt, abgetrennt und nochmals hergestellt
wird, dann ist der resultierende Ball bzw. Wedge zu flach und es
besteht ein Risiko, dass diese getestete Bondverbindung die geforderte
Bondqualität
nicht mehr erreicht. Aus diesem Grund werden bei der Herstellung
der ersten Bondverbindung Bondparameter benutzt, die eine schwächere Bondverbindung
ergeben und die den Ball bzw. Wedge weniger stark verformen. Die Herstellung,
Abscherung und erneute Herstellung der Bondverbindung erfolgt daher
gemäss
den folgenden Verfahrensschritten:
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- – Herstellung
einer Bondverbindung auf einem Anschlusspunkt mit vorgegebenen Werten
F2, P2, G2 der Bondkraft F, der Ultraschallgrösse P und weiteren
Bondparametern G, wobei mindestens einer der Werte F2,
P2, G2 kleiner ist
als der entsprechende Wert F1, P1, G1.
- – Durchführung des
Tests zur Qualitätskontrolle gemäss den folgenden
Schritten:
a) Anlegen einer vorbestimmten Bondkraft F3,
b) Bewegen der Kapillare aus der
Bondposition in einer vorbestimmten Richtung, wobei der durch den
die Kapillare bewegenden Antrieb fliessende Strom In(t)
im Verlauf der Zeit t überwacht
wird,
c) Stoppen der Bewegung der Kapillare, sobald der Strom
I(t) abnimmt,
d) Bestimmen des Maximums des Stroms Imax aus dem während der Schritte b) und c)
ermittelten Verlauf des Stroms I(t); und
- – Herstellung
der Bondverbindung auf dem Anschlusspunkt mit den Werten F1, P1, G1.
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Die Erfindung macht davon Gebrauch,
dass das Maximum des Stroms Imax, das für eine mit
den Bondparametern F2, P2,
G2 hergestellte Bondverbindung ermittelt
wurde, stark korreliert ist mit dem Maximum des Stroms Imax, das für eine mit den Bondparametern
F1, P1 und G1 hergestellte Bondverbindung ermittelt wurde.
Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn F2 =
F1, G2 = G1 und P2 = α * P1, wobei der Parameter a < 1 ist. Der Parameter a liegt typischerweise
im Bereich 0.4 < α < 0.7. Die erste
Bondverbindung wird beispielsweise hergestellt mit den Parametern
F2 = F1, G2 = G1 und P2 = 0.5 * P1. Damit
die Beurteilung der Bondqualität
möglich
ist, muss natürlich vor
der Aufnahme des Produktionsbetriebs bestimmt werden, welchen Wert
der Strom Imax nicht unterschreiten darf.
Die Einrichtung eines neuen Prozesses erfolgt also so, dass zunächst sowohl
für die
Ballverbindung als auch für
die Wedgeverbindung optimale Bondparameter F1,
P1, G1 ermittelt
werden gemäss
dem oben beschriebenen Verfahren (wobei die Zahl der Bondparameter
G1 0 bis n sein kann), dass dann Bondparameter
F2, P2, G2 ausgewählt
werden und ein zugehöriger
minimaler Wert Imax,0 ermittelt wird, den
der Strom Imax für eine mit den Bondparametern
F2, P2, G2 hergestellte Bondverbindung nicht unterschreiten
soll.
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Im Produktionsbetrieb kann nun die
Bondqualität überwacht
werden, indem die Bondverbindungen in spezifierten Intervallen oder
beim Eintritt vorbestimmter Ereignisse gemäss dem erfindungsgemässen Verfahren
getestet werden. Die ermittelten Testwerte Imax werden
in einer Datenbank gespeichert, so dass sie jederzeit analysiert
werden können.
Vorteilhafterweise wird die Produktion gestoppt und ein Alarm ausgelöst, wenn
ein oder mehrere Testwerte Imax kleiner
sind als der minimaler Wert Ima
x,0.
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Die Prozesskontrolle kann auch dahingehend
erweitert werden, dass der Wire Bonder die Bondparameter F1, P1, G1 selbsttätig modifiziert, wenn
ein oder mehrere Testwerte Imax kleiner
sind als der minimale Wert Imax,0.
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Nachfolgend wird ein Ausführungsbeispiel der
Erfindung anhand der Zeichnung näher
erläutert.
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Es zeigen: 1A bis 1E verschiedene
Phasen eines einfachen Bondzyklus,
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2A bis 2D verschiedene Momentaufnahmen
während
der Bestimmung der Scherfestigkeit eines Ball-Bonds, und
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3A bis 3D verschiedene Momentaufnahmen
während
der Bestimmung der Scherfestigkeit eines Wedge-Bonds.
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Die 1A bis 1E zeigen die verschiedenen Phasen
eines einfachen Bondzyklus:
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- A) An der Spitze einer Kapillare 1 wird
ein aus der Kapillare 1 herausragendes Ende eines Drahts 2 zu
einer Drahtkugel 3 geformt (1A).
- B) Die Drahtkugel 3 wird auf einen ersten Anschlusspunkt 4 eines
Halbleiterchips 5 gebondet (Ball 6) (1 B).
- C) Die Kapillare 1 wird angehoben und der Draht 2 auf
die benötigte
Länge ausgezogen
(1C).
- D) Die Kapillare 1 fährt eine vorbestimmte Bahnkurve,
wobei der Draht 2 zu einer Drahtbrücke 7 geformt wird.
- E) Der Draht 2 wird auf einen Anschlusspunkt 8 eines
Substrats 9 gebondet (Wedge 10) (1D)
- F) Die Kapillare 1 wird angehoben, wobei der Draht 2 beim
Wedge-Bond 10 abreisst und ein kurzes Stück des Drahts 2 aus
der Kapillare 1 herausragt (1E),
so dass anschliessend der nächste
Bondzyklus durchgeführt
werden kann.
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Dieser Bondzyklus stellt nur eine
einfache Variante dar, die für
das Verständnis
der vorliegenden Erfindung ausreicht. Aus der Fach- und Patentliteratur
sind aber eine Vielzahl von Bondzyklen bekannt, bei denen die einzelnen
Schritte, insbesondere die Schritte c) und d) weiter verfeinert
worden sind. Das Substrat 9 kann selbst auch ein Halbleiterchip sein,
beispielsweise in einem Multichip Modul.
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Für
die Bestimmung optimaler Bondparameter für die Bondkraft F, eine Ultraschallgrösse P und, fakultativ,
mindestens einen weiteren Bondparameter G eines Wire Bonders für das Ball-bonden
wie für
das Wedge-Bonden werden eine Anzahl von n = 1 bis k Bondzyklen durchgeführt, wobei
die Bondkraft FB bzw. FW,
die Ultraschallgrösse
PB bzw. PW und,
gegebenenfalls, der mindestens eine weitere Bondparameter GB bzw. GW in je einem
vorbestimmten Bereich in diskreten Schritten variiert werden. Bei
jedem Bondzyklus n werden nach der Befestigung der Drahtkugel 3 auf
dem Anschlusspunkt 4 des Halbleiterchips 5, d.h.
nach dem Schritt B und vor dem Schritt C, folgende Schritte durchgeführt:
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- B.a) Anlegen einer vorbestimmten Bondkraft
FB1,
- B.b) Bewegen der Kapillare 1 aus der Bondposition in
eine vorbestimmte horizontale Richtung, wobei der durch den die
Kapillare 1 bewegenden Antrieb fliessende Strom IB,n(t) überwacht
wird (t bezeichnet die Zeit),
- B.c) Stoppen der Bewegung der Kapillare 1, sobald der
Strom IB,n(t) abnimmt,
- B.d) Bestimmen des Maximums des Stromes IB,n,max (FB,n, PB,n, GB,n) aus dem während der Schritte b) und c)
ermittelten zeitlichen Verlauf des Stromes IB,n(t),
wobei die Grössen
FB,n, PB,n und GB,n die beim Bondzyklus n eingestellten Werte der
Bondkraft FB, der Ultraschallgrösse PB und, gegebenenfalls, des mindestens einen
weiteren Bondparameters GB sind,
- B.e) Bewegen der Kapillare 1 an die Bondposition,
- B.f) Befestigen der Drahtkugel 3 auf dem Anschlusspunkt 4 des
Halbleiterchips 5.
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Diese Schritte werden nun anhand
der 2A bis 2D näher illustriert. Die Bondposition
ist mit einer gestrichelten Linie 11 dargestellt, damit
die Lage der Kapillare 1 zur Bondposition ersichtlich ist. Die 2A zeigt die Situation während des
Schrittes B, wenn die Drahtkugel 3 auf den Anschlusspunkt 4 des
Halbleiterchips 5 gebondet wird, wobei der Ball-Bond 6 entsteht.
Das Bonden der Drahtkugel 3 erfolgt mit den Parametern:
Bondkraft FB,n, Ultraschall PB,n und
gegebenenfalls, des mindestens einen weiteren Bondparameters GB,n. Die Kapillare 1 befindet sich
in der Bondposition über
dem Anschlusspunkt 4.
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Die 2B zeigt
die Situation während
des Schrittes B.b. Das nicht dargestellte Horn, an dessen Spitze
die Kapillare 1 eingespannt ist, wird in einer horizontalen
Richtung verschoben oder um eine vertikale Achse gedreht. Gleichzeitig
wird der Strom I überwacht,
der durch den Antrieb fliesst, der das Horn verschiebt bzw. dreht.
Die Spitze der Kapillare 1 drückt dabei gegen den auf dem
Anschlusspunkt 4 des Halbleiterchips 5 befestigten
Ball. Der Ball und der Anschlusspunkt 4 können dabei
leicht verformt werden, so dass die Kapillare 1 ein wenig
aus der Bondposition wegbewegt wird. Der am Anschlusspunkt 4 haftende
Ball hindert nun aber die Kapillare 1 und somit auch das
Horn an der Ausführung
der gewünschten
Bewegung. Die von der Kapillare 1 auf den Ball in horizontaler
Richtung ausgeübte
Kraft nimmt kontinuierlich zu, bis sich der Ball schliesslich vom
Anschlusspunkt 4 löst.
Die Kapillare 1 kann nun der Bewegung des Horns folgen,
so dass der durch den Antrieb fliessende Strom schnell abfällt, worauf die
Bewegung der Kapillare 1 im Schritt B.c sofort gestoppt wird. Diese
Situation ist in der 2C gezeigt. Die
Kapillare 1 wird später
im Schritt B.e in die Bondposition zurückgebracht und im Schritt B.f
wird der Ball nochmals auf dem Anschlusspunkt 4 des Halbleiterchips 5 befestigt.
Es werden nun zwei Methoden erläutert,
wie der Schritt B.b durchgeführt
werden kann:
Gemäss
der ersten Methode wird der Wire Bonder angewiesen, die Spitze der
Kapillare 1 aus ihrer Bondposition in eine neue Position
zu verschieben. Dies erfolgt mittels eines Reglers, der eine Positionsabweichung
in einen Befehl für
den durch den entsprechenden Antrieb fliessenden Strom 1 umsetzt. Da
die Kapillare 1 durch den Ball an der Ausführung der
Bewegung zunächst
gehindert wird, ändert
sich die Ist-Position der Kapillare 1 nicht, so dass die
Differenz zwischen der Soll-Position und der Ist-Position bestehen
bleibt. Dies führt
dazu, dass der Regler den Strom I kontinuierlich erhöht. Der
Strom I(t) wird laufend erfasst und als eine Reihe von m Stromwerten I1(t), I2(t+Δt),..., Im+3(t+m*Δt)
gespeichert, wobei die Grösse Δt eine vorbestimmte
Zeitdauer bezeichnet. Wenn der Stromwert Im+1 kleiner
als der vorangegangene Stromwert Im ist,
bedeutet dies, dass sich die Kapillare 1 bewegen kann,
weil sich der Ball nun vom Anschlusspunkt 4 des Halbleiterchips 5 löst, so dass die
Differenz zwischen der Soll-Position und der Ist-Position kleiner
wird. Es wird deshalb im Schritt B.d der Wert IB,n,max (FB,n, PB,n, GB,n) = Im gespeichert.
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Gemäss der zweiten Methode wird
der Wire Bonder angewiesen, den durch den Antrieb der Kapillare 1 fliessenden
Strom I kontinuierlich zu erhöhen und
gleichzeitig die Position des Horns bzw. der Kapillare 1 zu überwachen.
Der Strom I wird also in Schritten ΔI laufend erhöht: Im+1=Im+ΔI. Nach jeder Stromerhöhung wird
die Position des Horns bzw. der Kapillare 1 überprüft. Sobald
sich die Position um mehr als einen vorbestimmten Wert geändert hat,
bedeutet dies, dass sich der Ball nun vom Anschlusspunkt 4 des
Halbleiterchips 5 löst.
Es wird deshalb im Schritt B.d der Wert IB,n,max (FB,n, PB,n, GB,n) = Im gespeichert.
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Analog werden nach der Befestigung
des Drahts 2 auf dem Anschlusspunkt 8 des Substrats 9, d.h.
nach dem Schritt E und vor dem Schritt F, folgende Schritte durchgeführt:
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- E.a) Anlegen einer vorbestimmten Bondkraft
FW2,
- E.b) Bewegen der Kapillare 1 aus der Bondposition in
eine vorbestimmte horizontale Richtung, wobei der durch den die
Kapillare 1 bewegenden Antrieb fliessende Strom IW,n(t) überwacht
wird,
- E.c) Stoppen der Bewegung der Kapillare 1, sobald der
Strom IW,n(t) abnimmt,
- E.d) Bestimmen des Maximums des Stromes IW,n,max (FW,n, PW,n, GW,n) aus dem während der Schritte b) und c)
ermittelten Verlauf des Stromes IW,n(t),
wobei die Grössen
FW,n, PW,n und GW,n die beim Bondzyklus n eingestellten Werte
der Bondkraft FW, der Ultraschallgrösse PW und, gegebenenfalls, des mindestens einen
weiteren Bondparameters GW sind,
- E.e) Bewegen der Kapillare 1 an die Bondposition,
- E.f) Befestigen des Drahts 2 auf dem Anschlusspunkt 8 des
Substrats 9.
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Die 3A bis 3D zeigen vier Momentaufnahmen,
die das Wedge-Bonden betreffen. Die 3A zeigt
die Situation während
des Schrittes E, wenn der Draht 2 auf den Anschlusspunkt 8 des
Substrats 9 gebondet wird. Das Bonden des Drahts 2 erfolgt
mit den Parametern: Bondkraft FW,n, Ultraschall PW,n und gegebenenfalls, des mindestens einen
weiteren Bondparameters GW,n.
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Die 3B zeigt
die Situation während
des Schrittes E.b. Das nicht dargestellte Horn, an dessen Spitze
die Kapillare 1 eingespannt ist, wird in einer horizontalen
Richtung verschoben oder um eine vertikale Achse gedreht. Gleichzeitig
wird der Strom I überwacht,
der durch den Antrieb fliesst, der das Horn verschiebt bzw. dreht.
Die Spitze der Kapillare 1 drückt dabei gegen den auf dem
Anschlusspunkt 8 des Substrats 9 als Wedge 10 befestigten
Draht 2, der die Kapillare 1 und somit auch das
Horn an der Ausführung
der gewünschten
Bewegung hindert. Die von der Kapillare 1 auf den Wedge 10 in horizontaler Richtung
ausgeübte
Kraft nimmt kontinuierlich zu, bis sich der Wedge 10 schliesslich
vom Anschlusspunkt 8 löst.
Die Kapillare 1 kann nun der Bewegung des Horns folgen,
so dass der durch den Antrieb fliessende Strom schnell abfällt, worauf
die Bewegung der Kapillare 1 im Schritt E.c sofort gestoppt wird.
Diese Situation ist in der 3C gezeigt.
Die Kapillare 1 wird später
im Schritt E.e in die Bondposition zurückgebracht und im Schritt E.f
wird der Wedge 10 nochmals auf dem Anschlusspunkt 8 des
Substrats 9 befestigt.
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Nach der Durchführung der n Bondzyklen werden
aus den ermittelten Werten IB,n,max (FB,n, Pn, Gn) diejenigen Werte der Bondkraft FB, der Ultraschallgrösse PB und
des gegebenenfalls mindestens einen weiteren Bondparameters GB als optimale Bondparameter für das Ball-Bonden
bestimmt, für
die der Strom IB,n,max (FB,n,
Pn, Gn) ein Maximum
erreicht. Ebenso werden aus den ermittelten Werten IW,n,max (FW,n, PW,n, GW,n) diejenigen Werte der Bondkraft FW, der Ultraschallgrösse PW und
des gegebenenfalls mindestens einen weiteren Bondparameters GW als optimale Bondparameter für das Wedge-Bonden
bestimmt, für
die der Strom IW,n,max (FW,n,
PW,n, GW,n) ein Maximum
erreicht.
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Die Spitze der Kapillare 1 wird
während
der Schritte B.b bzw. E.b nur wenige Mikrometer, beispielsweise
5 bis 10 Mikrometer, bewegt. Diese Bewegung reicht aus, dass sich
der Ball bzw. Wedge löst.
Es ist deshalb vorzugsweise vorgesehen, den Schertest abzubrechen,
wenn sich die Spitze der Kapillare 1 um mehr als eine vorbestimmte
Distanz bewegt hat, ohne dass der durch den Antrieb fliessende Strom
abgenommen hat.
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Die Schritte B.e und B.f sowie E.e
und E.f dienen dazu, den losgelösten
Ball bzw. Wedge wieder am entsprechenden Anschlusspunkt zu befestigen,
damit die nachfolgenden Bondzyklen ohne Störung durchgeführt werden
können.
Die Schritte B.e und E.e können
allenfalls entfallen.