Der
Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Blindstichnähvorrichtung
der eingangs genannten Art anzugeben, die sowohl hinsichtlich des
Platzbedarfes für
die Werkzeuge zur Bildung einer Kettenstichnaht als auch hinsichtlich
der Zuverlässigkeit
der Nahtbildung weiter verbessert ist und bei der die Stichlänge und
die Einstichtiefe frei wählbar
sind.
Diese
Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch
gelöst,
daß der
Schlingenfänger
von einem Umlaufgreifer gebildet ist, der um eine zur Achse der Nadelwelle
parallele Greiferachse drehbar ist und der relativ zur Nadel derart
angeordnet und gesteuert ist, daß er die Fadenschlinge mit
einer Greiferspitze aufnimmt, für
den Durchtritt der Nadel beim folgenden Nadelhub offenhält und nach
einer Umdrehung wieder abwirft, und daß dem Umlaufgreifer ein Fadenspreitzer
zugeordnet ist, der parallel zur Greiferachse hin- und herbewegbar
und so gesteuert ist, daß er
die sich bildende Fadenschlinge nach dem Durchtritt der Nadel durch
die von dem Umlaufgreifer offengehaltene vorhergehende Fadenschlinge
unter Straffung des Fadens für
den Eintritt der Greiferspitze öffnet.
Bei
der erfindungsgemäßen Lösung bewegt sich
der Greifer also ebenfalls in der Ebene der Nadelbewegung oder in
einer dazu parallelen Ebene und führt keine seitlich aus dieser
Ebene herausführende
Bewegung aus. Mit dem Umlaufgreifer ist es möglich, auch bei relativ großen Stichweiten
die sich dann bildende große
Fadenschlinge sicher zu führen und
offenzuhalten, so daß die
Nadel beim nachfolgenden Stich zur Bildung eines Kettenstiches durch die
vorhergehende offene Schlinge treten kann. Der Spreitzer wiederum
bewirkt, daß die
Fadenabschnitte der sich beim Zurückziehen der Nadel neu bildenden
Fadenschlinge keine unkontrollierten Bewegungen machen, sondern
gestrafft so ver laufen, daß der Greifer
mit seiner Spitze zuverlässig
und sicher in die neu gebildete Fadenschlinge eingreifen kann.
Der
Umlaufgreifer kann beispielsweise die Form eines länglichen,
mit seiner Längsrichtung
quer zur Greiferwelle gerichteten Körpers haben, an dessen einem
Ende die Greiferspitze ausgebildet ist. Vorzugsweise hat dieser
Körper
eine längliche Durchbrechung
zur Aufnahme der Bogennadelspitze. Dadurch kann die Nadelspitze
unabhängig
von dem Greifer weit aus dem Nähgut
heraustreten, um eine große
Fadenschlinge zu bilden. Der Fadenspreitzer kann in der Weise ausgebildet
sein, daß an einem
stabförmigen
axial hin- und herbeweglichen Schaft eine quer zu diesem gerichtete
und zum Erfassen des Fadens bestimmte Spreitznadel angeordnet ist.
Um sicherzustellen, daß die
Fadenschlinge beim Zurückziehen
der Nadel so liegt, daß der
Umlaufgreifer in die von dem Spreitzer geöffnete Fadenschlinge bequem
eintauchen kann, ist es zweckmäßig, wenn
die Bogennadel nahe ihrer Spitze ein die Nadel parallel zur Nadelwelle
durchsetzendes Öhr
hat.
Vorzugsweise
ist an dem Träger
ein Nähgutniederhalter
angeordnet, der einen der Bewegungsbahn der Nadel entsprechenden
Schlitz hat, um zu verhindern, daß Nähgut beim Herausziehen der
Nadel mitgezogen wird. Um die Einstichtiefe regulieren zu können, ist
der Nähguthalter
zweckmäßigerweise an
dem Träger
höhenverstellbar
angeordnet.
Der
Nadelantrieb kann in der gleichen Weise ausgebildet sein, wie dies
in der
DE 100 40 807
A1 beschrieben ist.
Die
Vorzüge
der erfindungsgemäßen Nähvorrichtung
treten besonders zutage, wenn der Nähkopf an einem Roboter angeordnet
ist, der den Nähkopf
auch über
sehr große
Werkstückflächen hinweg entsprechend
einem vorgegebenen Programm bewegen kann. Ein solcher Roboter muß relativ
massiv gebaut sein, damit er den Nähkopf präzise bewegen kann. Da es schwierig
ist, bei hohen Nähgeschwindigkeiten
den Roboter bei jedem Stich anzuhalten und wieder in Bewegung zu
setzen, der Nähkopf
aber relativ zum Werkstück
zumindest so lange nicht bewegt werden darf, solange die Nadel vollständig im Werkstück steckt,
ist es zweckmäßig den
Roboter kontinuierlich zu bewegen und den Träger in einem Rahmen des Nähkopfes
translatorisch so verstellbar zu lagern, daß er parallel zur Relativbewegung
von Nähkopf
und Nähgut
hin- und herverstellbar ist. Ähnlich
wie bei dem an sich bekannten Nadeltransport einer Nähmaschine,
bei dem die Nadel sich zusammen mit dem Nähgut bewegt, solange sie in
dem Nähgut steckt,
bleibt hier der Träger
gegenüber
dem Werkstück
unbeweglich, solange sich die Nadel im Werkstück befindet, während der
Rahmen von dem Roboter kontinuierlich in Nahtrichtung fortbewegt
wird. Aufgrund der Tatsache, daß die
Bewegungsrichtung des Nähkopfes
parallel zur Bewegungsbahn der Nadel ist, kann sich der Träger auch
bereits relativ zum Werkstück
bewegen, wenn die Nadelspitze beim Herausziehen der Nadel aus dem
Nähgut
den tiefsten Bahnpunkt innerhalb des Nähgutes hinter sich hat. Dies
gilt zumindest dann, wenn das Nähgut
selbst hinreichend flexibel ist.
Da
die kreisbogenförmig
gekrümmte
Nadel nur an ihrem der Nadelspitze entgegengesetzten Ende eingespannt
ist, besteht die Gefahr, daß die Nadel
beim Durchtritt durch das zu nähende
Material seitlich abgelenkt wird. Um dennoch sicherzustellen, daß die Nadel
durch die von dem Umlaufgreifer offengehaltene vorhergehende Fadenschlinge
hindurchtritt, ist es zweckmäßig, wenn
oberhalb des Nähgutniederhalters
für den
der Nadelspitze benachbarten Bereich der Nadel eine Führung vorgesehen ist,
die den nach dem Einstechen der Nadel in das Nähgut aus diesem wieder austretenden
vorderen Nadelbereich gegen eine Auslenkung quer zur Nadel sichert.
Diese Führung
kann von einer Ringnut in einer Rolle gebildet sein, wobei die Nutwände die
Nadel gegen eine seitliche Auslenkung sichern. Es genügt aber
unter Umständen
auch ein quer zur Ebene der Nadelbewegung gerichteter Stab, um den
herum die Nadel bei ihrer Bewegung in Richtung auf ihren oberen
Totpunkt herumgeführt
wird.
Ein
weiteres Problem kann bei sehr festem oder hartem Nähgut auftreten.
Trifft die Nadelspitze auf ein solches hartes oder zähes Material
auf, so besteht die Gefahr, daß die
Nadel durch den hohen Widerstand an der Spitze zwischen der Spitze
und dem der Spitze entgegengesetzten Ende stärker gekrümmt wird, d.h. von ihrer kreisbogenförmigen Krümmung nach
außen
ausgelenkt wird. Diese Beanspruchung erhöht die Gefahr eines Nadelbruches. Aus
diesem Grunde wird erfindungsgemäß vorgeschlagen,
daß der
bogenförmig
gekrümmten
Nadel eine Nadelstütze
zugeordnet ist, welche die Nadel an ihrer konvexen Außenseite
auf mindestens einem Teil des Nadelweges abstützt. Damit wird ein Ausbiegen
der Nadel und die damit verbundene Materialermüdung vermieden. Die Nadelstütze kann
auf einfache Weise von einer Rolle gebildet sein, die um eine zur
Krümmungsachse
der Nadel parallele Achse drehbar gelagert ist und eine Umfangsnut
zur Aufnahme der Nadel hat, so daß die Nadel nahezu reibungsfrei
an der Rolle geführt,
gegen eine seitliche Auslenkung gesichert und gleichzeitig durch
die Rolle abgestützt
wird.
Um
die Nadel einerseits in einem mittleren Bereich zwischen der Nadelspitze
und ihrem in dem Nadelhalter eingespannten Ende abstützen zu
können,
andererseits aber die Schwenkbewegung der Nadel nicht zu behindern,
ist es zweckmäßig, wenn die
Rolle zwischen einer Stützstellung,
in der sie an der Nadel anliegt, und einer Ausweichstellung verstellbar
ist, in der sie einen Abstand von der Nadel hat und die Schwenkbewegung
des Nadelhalters nicht behindert. Die Verstellung der Rolle kann
auf einfache Weise dadurch erfolgen, daß sie an einem Schwenkhebel
angeordnet ist, der mit dem Nähmaschinenantrieb
derart gekoppelt ist, daß er
in zeitlicher Koordination mit der Nadelbewegung zwischen einer
der Stützstellung
und einer der Ausweichstellung der Rolle entsprechenden Stellung
verschwenkbar ist.
Wann
immer ein Nahtabschnitt beendet ist und der Nähkopf für den Beginn einer neuen Naht
relativ zum Nähgut
verstellt werden soll, müssen
der oder die Fäden
abgeschnitten werden. Hierzu sind die verschiedensten Fadenabschneider
bekannt. Vorzugsweise ist ein solcher Fadenabschneider in der gleichen
Weise ausgebildet, wie dies in der
DE 100 40 807 A1 beschrieben ist.
Weitere
Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der folgenden
Beschreibung, welche in Verbindung mit den beigefügten Zeichnungen die
Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen
erläutert.
Es zeigen:
1 eine
teilweise schematische isometrische Ansicht eines erfindungsgemäßen Nähkopfes,
2 eine
isometrische Ansicht des Nähekopfes
schräg
von oben mit geöffnetem
Gehäuse,
3 eine
vergrößerte isometrische
Teildarstellung des unteren Endes des Nähkopfes mit den stichbildenden
Werkzeugen,
4 bis 9 eine
isometrische Darstellung der stichbildenden Werkzeuge in verschiedenen Phasen
eines Nähzyklus,
10 eine
schematische Darstellung einer mit der erfindungsgemäßen Nähvorrichtung
erzeugten Naht in einem Werkstück
und
11 einen schematischen Querschnitt durch
ein genähtes
Werkstück.
1 zeigt
einen allgemein mit
10 bezeichneten Nähkopf, der über einen Flansch
12 an
einem nicht dargestellten Roboteram angeflanscht werden kann, wie
dies z.B. aus der
DE
100 40 807 A1 an sich bekannt ist. Der Nähkopf
10 umfaßt ein quaderförmiges Gehäuse
14,
in dem die für
den Antrieb der stichbildenden Werkzeuge erforderlichen Getriebeteile untergebracht
sind, wie dies
2 zeigt. In dem Gehäuse
14 ist
ferner auf Führungsstangen
16 ein
Rahmen
18 in Richtung des Doppelpfeiles A in
2 hin- und
herverschiebbar gelagert. Der Rahmen umfaßt zwei senkrecht zu den Führungsstangen
16 gerichtete
Querwände
20 und
zwei parallel zu den Führungsstangen
16 gerichtete,
sich zwischen den Querwänden
20 erstreckende
Platten
22, die einen von dem Gehäuse
14 nach unten
ragenden Träger
24 für die stichbildenden
Werkzeuge bilden.
Nahe
dem unteren Ende des Trägers 24 ist
in den Wänden 22 eine
Nadelwelle 26 drehbar gelagert. An ihrem über eine
der Wände 22 hinausragenden Ende
ist sie mit einem radial nach außen abstehenden Nadelhalter 28 verbunden,
der eine kreisbogenförmig
um die Achse 30 der Nadelwelle 26 gekrümmte Bogennadel 32 hält.
Beim
Nähen von
sehr festem und zähem
Material, beispielsweise Kohlefasermatten, erfährt die Nadel beim Einstechen
in das Material einen hohen Widerstand. Da die Nadel 32 bogenförmig ist
und der Nadelhalter an dem der Nadelspitze entgegengesetzten Ende
beim Einstechen der Nadel schiebt, wird die Nadel aufgrund des Widerstandes
an ihrer Spitze zusammengedrückt
und verformt sich in Richtung auf eine Ellipse. Bei hoher Nähgeschwindigkeit wird
die Nadel durch die ständige
Verformung sehr schnell zerstört.
Auch besteht die Gefahr, daß die
Nadel seitlich ausgelenkt wird, was zu einer Kollision zwischen
Nadel und Greifer führen
könnte.
Um dies zu verhindern, liegt an der konvexen Außenseite der Bogennadel 32 eine
Stützrolle 34 an,
die eine Umfangsnut 36 hat, in welche die Bogennadel 32 teilweise
eintauchen kann. Die Stützrolle 34 ist
an einem zweiarmigen Schwenkhebel 38 gelagert, der um eine Achse 40 schwenkbar
ist und über
einen nicht dargestellten Nockenantrieb verschwenkt wird. Die Steuerung
durch den Nockenantrieb erfolgt so, daß die Stützrolle 34 sich gerade
dann von der Bahn der Bogennadel 32 entfernt, wenn der
Nadelhalter 28 an der Stützrolle 34 vorbeiläuft (4 und 5).
In diesem Augenblick wird die Stützrolle
nicht benötigt,
da die Nadel 32 bereits weitgehend in dem Nähgut steckt und
somit ein Ausbiegen der Nadel nicht mehr erfolgen kann. Durch diese
Anordnung kann die Bahntreue und die Lebensdauer der Bogennadel 32 wesentlich
gesteigert werden.
Ein
weiteres Führungselement
für die
Bogennadel 32 ist von einem stationären Stab 42 gebildet,
der parallel zur Achse 30 der Nadelwelle 26 an dem
Träger 24 derart
angeordnet ist, daß der
aus dem Nähgut
austretende vordere Abschnitt der Bogennadel 32 um den
Stab 42 herumgreift, d.h. mit der konkaven Innenseite der
Bogennadel 32 auf der Oberfläche des Stabes 42 gleitet,
wodurch ebenfalls verhindert wird, daß die gekrümmte Nadel 32 gestaucht
und dadurch die Nadelspitze von der vorgesehenen Bahn abgelenkt
wird. Anstelle des Stabes 42 könnte auch eine Rolle ähnlich der
Rolle 34 vorgesehen sein. Der Stab 42 ist aber
platzsparender.
In
der 1 rechts von der Nadelwelle 26 erkennt
man einen Umlaufgreifer 44, der an einer parallel zur Nadelwelle 26 gerichteten
Greiferwelle 46 befestigt ist, die ebenfalls nahe dem unteren
Ende des Trägers 24 drehbar
gelagert ist. Die Gestalt des Greifers 44 ist in den 3 bis 9 besser
zu erkennen. Der Greifer 44 hat einen länglichen Körper 47 mit einer
hakenförmigen
Greiferspitze 48, mit der er eine sich beim Zurückziehen
der Bogennadel 32 bildende Fadenschlinge erfassen soll
und diese offenhält,
bis die Nadel beim nächsten
Stich wieder durch die offengehaltene Schlinge zur Bildung eines Kettenstichs
hindurchtritt, wie dies später
anhand der 4 bis 9 näher erläutert wird.
Ferner hat der Um laufgreifer in dem Körper 47 einen parallel
zur Bewegungsbahn der Nadel 32 verlaufenden Schlitz 50, durch
den die nach dem Einstechen der Bogennadel 32 in das Nähgut aus
diesem wieder austretende Nadelspitze hindurchtreten kann, wie dies
beispielsweise 4 erkennen läßt. So kann die Nadelspitze
weit aus dem Nähgut
austreten, ohne mit dem Greifer zu kollidieren.
Zu
den stichbildenden Werkzeugen des erfindungsgemäßen Nähkopfes gehört ferner ein Fadenspreitzer 52,
der ein parallel zur Nadelwelle 26 und zur Greiferwelle 46 gerichtetes
Rohr oder einen Stab 54 sowie eine senkrecht zu diesem
gerichtete Greifernadel 56 umfaßt. Der Fadenspreitzer 52 ist
in einem auch die Greiferwelle 46 tragenden Bügel 58 in
Richtung der Achse des Rohres oder Stabes 54 verstellbar
gelagert. Die Funktion des Fadenspreitzers wird später anhand
der 4 bis 9 näher erläutert.
Unterhalb
der Nadelwelle 26 ist ein Nähgutniederhalter 60 angeordnet,
der die Form einer länglichen
Platte hat, in der ein Schlitz 62 ausgebildet ist (3).
Durch diesen Schlitz 62 hindurch kann die Bogennadel 32 in
das Nähgut
eintauchen, auf dem der Nähgutniederhalter 60 während des
Nähvorganges
aufliegt. Die Platte des Nähgutniederhalters 60 ist
mit einer Stange 64 verbunden, die in Böcken 66 verschiebbar
gelagert ist, die an der Außenseite
einer der Wände 22 befestigt
sind.
Der
Antrieb der stichbildenden Werkzeuge erfolgt von einem Motor 68 her,
der an der Außenseite
des Gehäuses 14 angeflanscht
ist. Das Ausgangsritzel 70 des Motors 68 treibt über einen
nicht dargestellten Zahnriemen und ein mit diesem in Eingriff stehendes
Zahnrad 72 eine Eingangswelle 74 an, von der über verschiedene
Antriebselemente die verschiedenen Antriebsfunktionen des Nähkopfes 10 abgeleitet
werden. Von einer auf der Eingangswelle 74 sitzenden Kurvenscheibe 76 wird
beispielsweise die Hin- und Herbewegung des Rahmens 18 auf
dem Führungsstangen 16 abgeleitet.
Ferner treibt die Eingangs welle 74 über ein Kegelradgetriebe 78 eine
zur Eingangswelle 74 senkrecht gerichtete Welle 80 an. Diese
wiederum treibt über
weitere Kegelräder 82 einen
in 2 nicht erkennbaren Exzenter an, der über einen
Kurbeltrieb 84 eine in den Wänden 22 gelagerte
Welle 86 hin- und herbewegt. Diese ist drehfest mit einem
Zahnrad 88 verbunden, das über einen nicht dargestellten
Zahnriemen ein auf der Nadelwelle 26 sitzendes Ritzel antreibt,
um die Hin- und Herbewegung der Nadel 32 zu bewirken. In 3 erkennt man,
daß die
Greiferwelle 46 mit einem Ritzel 90 verbunden
ist, über
welches der Umlaufgreifer 44 durch einen nicht dargestellten
Zahnriemen angetrieben werden kann.
Die
Hin- und Herbewegung des Fadenspreitzers 52 parallel zur
Längsrichtung
des Stabes 54 kann beispielsweise durch eine geeignete,
hier nicht dargestellte Nockensteuerung erfolgen, wie dies in der
hier einschlägigen
Technik an sich bekannt ist.
Die
Arbeitsweise der soweit beschriebenen Vorrichtung soll nun anhand
der 4 bis 9 näher erläutert werden. Der erfindungsgemäße Nähkopf dient
beispielsweise dazu, Kohlefasermatten, wie sie in kohlefaserverstärkten Verbundwerkstoffen verwendet
werden, miteinander zu vernähen.
Ein solches Werkstück
ist in 11 schematisch dargestellt.
Man erkennt eine Matte 92 bestehend aus drei aufeinandergelegten
Kohlefaserschichten 92a bis 92c sowie einen im
Querschnitt T-förmigen
Steg 94, der mit seinem T-Querbalken auf der Matte 92 aufliegt
und mit dieser durch Nähte 96 verbunden
werden soll.
Die
Nadelspitze möge
sich nach dem Einstechen in das Nähgut in ihrer oberen Totpunktlage
befinden, wie sie in 4 dargestellt ist. Zu diesem Zeitpunkt
hat der Umlaufgreifer 44 eine Stellung, in welcher die
Nadel mit ihrer Spitze durch den Schlitz 50 hindurchtauchen
kann, wie dies 4 zeigt. Die Nadel 32 ragt
dabei ferner durch eine Fadenschlinge 98, die über dem
die Greiferspitze 48 tragenden Ende des Umlaufgreifers 44 hängt. Der
von der Bogennadel 32 mit genommene Faden 100 ist
noch gestrafft. Er durchsetzt die Nadel in einem parallel zur Achse 30 der
Nadelwelle 26 verlaufenden Öhr. Schließlich befindet sich in der
in der 4 dargestellten Stellung der Fadenspreitzer 52 in
seiner äußersten
Stellung, d.h. in der Stellung, in der die Spreitzernadel 56 den
größten Abstand
von dem Bügel 58 hat.
5 zeigt
die stichbildenden Werkzeuge zu einem Zeitpunkt, in dem die Bogennadel 32 die
in 4 dargestellte obere Totpunktlage verlassen hat und – auf die
Darstellung in 5 bezogen – im Uhrzeigersinn durch das
Nähgut
zurückgezogen
wird. Dabei bildet der von der Nadel 32 mitgenommene Faden 100 eine
neue Schlinge 102, die nun von dem Fadenspreitzer 52,
der mit seiner Spreitzernadel 56 einen der Fadenschenkel
der neuen Schlinge 102 erfaßt, aufgezogen wird, wobei
der Faden 100 straft gehalten wird, wie dies S schematisch zeigt. Der Fadenspreitzer 52 bewegt
sich dabei in Richtung auf den Bügel 58.
Der Umlaufgreifer 44 hat sich entgegen dem Uhrzeigersinn
weitergedreht, so daß die alte
Fadenschlinge 98 kurz davor ist, von dem Greifer 44 abzurutschen.
Gleichzeitig taucht die Greiferspitze 48 in die von dem
Fadenspreitzer 52 aufgehaltene neue Fadenschlinge 102 ein.
In 6 hat
der Umlaufgreifer 44 die neue Fadenschlinge 102 erfaßt und die
alte Fadenschlinge 98 abgeworfen, so daß die Verkettung der Fadenschlingen 98, 102 erfolgt
ist. Die Bogennadel 32 ist soweit zurückgezogen, daß die Nadelspitze
kurz vor dem Wiedereintritt in das Nähgut steht.
7 zeigt
die Stellung der stichbildenden Werkzeuge kurz vor dem Austritt
der Nadel aus dem Nähgut
und den Vorschub des Nähkopfes
in Nahtrichtung relativ zum Nähgut.
8 zeigt
die Nadel zu Beginn eines neuen Stiches, d.h. die Bewegung der Nadel
erfolgt entgegen dem Uhrzeigersinn. 9 zeigt
die Nadel beim Durchtreten durch die von dem Umlaufgreifer 44 gehaltene
Fadenschlinge 102 und damit kurz vor Erreichen der in 4 dargestellten
oberen Totpunktlage.
Zwischen
der Lage des Umlaufgreifers gemäß 7 und
der Lage des Umlaufgreifers gemäß 8 wird
durch die besondere Geometrie des Greiferkörpers 47 sichergestellt,
daß die
Fadenschlinge nicht an der Greiferwelle 46 hängenbleibt,
sondern der in 7 der Greiferwelle 46 benachbarte
Schenkel der Fadenschlinge über
die der Greiferwelle 46 ferne freie Schulter des Greiferkörpers 47 abrutscht und
dann in 8 auf der der Greiferwelle 46 fernen Seite
des Greiferkörpers 47 liegt.
Die Fadenschlinge 102 ist somit bei dieser Bewegung einmal
um 180° gedreht
worden.
10 zeigt
in schematischer Weise den Fadenverlauf innerhalb des Nähgutes und
die entstehende Naht. In der 10 steht
die Bogennadel 32 oberhalb des Nähgutes 92. Wenn sie
in das Nähgut 92 eindringt,
bewegt sie sich entlang der gestrichelt angedeuteten Bahn, bis die
Nadelspitze wieder aus der Oberseite des Nähgutes 92 heraustritt.
Eintritt und Austritt der Nadel sind jeweils mit 104 bzw. 106 bezeichnet.
Beim Zurückziehen
der Nadel 32 bildet sich im Bereich der Nadelspitze die
neue Fadenschlinge 102, in die der Greifer 44 eingreift.
Wenn die Bogennadel 32 auf ihrem Rückweg vollständig aus
dem Nähgut 92 herausgezogen
ist, wird der gesamte Träger 24 um
die einer Stichlänge
entsprechende Strecke in Richtung des gewünschten Nahtverlaufes bewegt.
Der Greifer 44 hält
dabei die Schlinge so lange offen, bis die Bogennadel 32 beim nächsten Stich
durch die offengehaltene Schlinge fährt. Dann wird die über dem
Greifer 44 hängende Schlinge
von diesem abgeworfen. Auf diese Weise wird ein Einfadenkettenstich
gebildet. Der Faden verläuft
innerhalb des Nähgutes 92 entlang
der gestrichelt gezeichneten Linien. Auf der Oberseite des Nähgutes 92 werden
zwei Nahtlinien gebildet, von denen die eine die Einstiche 104 mitein ander
verbindet, während
sich die aus den Schlingen bestehende Nahtlinie entlang der Ausstiche 106 erstreckt.
Wie
die vorstehende Beschreibung zeigt, wird durch die Führungselemente 34 und 42 sichergestellt,
daß die
Nadel auch bei harten und zähen Materialien
sich entlang der vorgesehenen Kreisbahn bewegt, so daß die Nadelspitze
die über
dem Umlaufgreifer hängende
Fadenschlinge durchsetzen kann. Durch den Fadenspreitzer 52 wird
sichergestellt, daß die
sich beim Rückzug
der Nadel bildende Fadenschlinge 102 keine unkontrollierte
Bewegung macht, sondern unter Straffung des Fadens 100 geöffnet wird,
so daß die
Spitze 48 des Umlaufgreifers 44 zuverlässig in
die neu gebildete Fadenschlinge 102 eintauchen kann und
dabei die auf ihm hängende
vorhergehende Fadenschlinge 98 über die neue Schlinge 102 wirft.
Damit wird eine zuverlässige
Verkettung der Fadenschlingen erreicht.
Die
Beschreibung zeigt ferner deutlich, daß sich die Stichbildenden Werkzeuge
nicht über
den dem Betrachter zugewandten Rand – bezogen auf die Darstellung
in den 4 bis 9 – des Nähgutniederhalters 60 hinausbewegen.
Damit kann mit dem erfindungsgemäßen Nähkopf auch
eine Naht relativ nahe an dem Steg 94 verlegt werden oder
ganz allgemein eine Naht in einem relativ engen Hohlraum erzeugt
werden.