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DE1034863B - Verfahren zur Herstellung wasserloeslicher Sulfonate von Polymerisaten der vinyl-aromatischen Reihe - Google Patents

Verfahren zur Herstellung wasserloeslicher Sulfonate von Polymerisaten der vinyl-aromatischen Reihe

Info

Publication number
DE1034863B
DE1034863B DED21754A DED0021754A DE1034863B DE 1034863 B DE1034863 B DE 1034863B DE D21754 A DED21754 A DE D21754A DE D0021754 A DED0021754 A DE D0021754A DE 1034863 B DE1034863 B DE 1034863B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
polymer
liquid
polymeric
sulfur trioxide
solid
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DED21754A
Other languages
English (en)
Inventor
William Carrel Bauman
Harold Herman Roth
Hugh Bud Smith
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Dow Chemical Co
Original Assignee
Dow Chemical Co
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Dow Chemical Co filed Critical Dow Chemical Co
Publication of DE1034863B publication Critical patent/DE1034863B/de
Pending legal-status Critical Current

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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08FMACROMOLECULAR COMPOUNDS OBTAINED BY REACTIONS ONLY INVOLVING CARBON-TO-CARBON UNSATURATED BONDS
    • C08F8/00Chemical modification by after-treatment
    • C08F8/34Introducing sulfur atoms or sulfur-containing groups
    • C08F8/36Sulfonation; Sulfation
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08FMACROMOLECULAR COMPOUNDS OBTAINED BY REACTIONS ONLY INVOLVING CARBON-TO-CARBON UNSATURATED BONDS
    • C08F2800/00Copolymer characterised by the proportions of the comonomers expressed
    • C08F2800/20Copolymer characterised by the proportions of the comonomers expressed as weight or mass percentages

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  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • Medicinal Chemistry (AREA)
  • Polymers & Plastics (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Addition Polymer Or Copolymer, Post-Treatments, Or Chemical Modifications (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung wasserlöslicher Sulfonate von Polymerisaten der vinylaromatischen Reihe Die Erfindung betrifft die Herstellung wasserlöslicher Sulfonate von polymeren ar-Vinyltoluolen. Sie betrifft hauptsächlich ein verbessertes Verfahren zur Herstellung wasserlöslicher Harzsulfonate durch Umsetzung von Schwefeltrioxyd als Sulfonierungsmittel mit polymerisierten ar-Vinyltoluolen, wobei das Reaktionsgemisch heterogen ist und das polymere ar-Vinyltoluol in einem sehr fein verteilten Zustand vorliegt.
  • Es sind schon früher Verfahren zur Sulfonierung von Polystyrol und verwandten polymeren und mischpolymeren Harzen beschrieben worden, wobei Harzsulfonate erhalten wurden, die sich von wasserlöslichen bis zu wasserunlöslichen Produkten erstreckten. Es wurde beobachtet, daß wasserlösliche Produkte einen beträchtlichen Einfluß auf die Eigenschaften wäßriger Lösungen, die diese enthalten, ausüben, so z. B. auf den Verdickungsgrad der Lösung. Es hat sich gezeigt, daß es schwierig ist, nach einigen der vorgeschlagenen Sulfonierungsverfahren wasserlösliche, sulfonierte Produkte zu erhalten. Nach anderen Verfahren können bisweilen wasserlösliche Sulfonate erhalten werden, jedoch wurde gefunden, daß die Wirksamkeit solcher Produkte auf die Eigenschaften ihrer wäßrigen Lösungen, z. B. auf die Viskosität, zufällig und unvorhersehbar von Ansatz zu Ansatz schwankt, selbst wenn Versuche unter genauer Einhaltung der Sulfonierungsbedingungen gemacht wurden.
  • Es wird jetzt allgemein angenommen, daß die obenerwähnten, zufälligen Ergebnisse der Sulfonierung von Harzen des Styroltyps zum Teil auf die Bildung chemischer Vernetzungen, wie z. B. Sulfonvernetzungen, zwischen polymeren 'Molekülen während der Sulfonierungsreaktion zurückzuführen sind. Es hat sich gezeigt, daß die Erscheinung der Vernetzungsnebenreaktionen durch Auflösen des Harzausgangsmaterials in einem inerten Lösungsmittel und durch Sulfonieren mit Schwefeltrioxyd in einem sehr verdünnten Reaktionsgemisch hintangehalten werden kann, wo z. B. das Harzsulfonsäureprodukt nicht mehr als 5 und gewöhnlich nicht mehr als 3 Gewichtsprozent des gesamten Reaktionsgemisches ausmacht. Ein typisches bekanntes Verfahren zur Sulfonierung in dieser Weise wird wie folgt durchgeführt: 0,8 bis 3 Äquivalente Schwefeltrioxyd werden mit einem Äquivalent Polystyrolharz vermischt, wobei letzteres in Tetrachlorkohlenstoff gelöst ist und das Gemisch auf einer Reaktionstemperatur zwischen -20 und -h35° C gehalten wird und wobei das Gesamtgewicht von Schwefeltrioxyd und Polystyrolausgangsmaterial 1 bis 5 Gewichtsprozent des gesamten Reaktionsgemisches entspricht. Andere geeignete Lösungsmittel für Polystyrol sind Methylenchlorid, Tetrachloräthylen, Äthylendichlorid und 1,1,1-Trichloräthan; das Schwefeltrioxyd kann in Form einer komplexen Verbindung mit einem geeigneten Äther, beispielsweise Dioxan oder Bis-(ß-chloräthyl)-äther, verwendet werden.
  • Dieses und andere frühere Verfahren, nach denen wasserlösliche Polystyrolharzsulfonate hergestellt worden sind, sind durch die folgenden Erfordernisse gekennzeichnet: 1. Das Polystyrolausgangsmaterial wird zur Bildung einer Lösung in einem geeigneten Lösungsmittel gelöst.
  • 2. Das Reaktionsgemisch enthält solche 'Mengen Verdünnungsmittel, daß das Harzsulfonsäureprodukt nicht mehr als 5, bevorzugt nicht mehr als 3 Gewichtsprozent des gesamten Reaktionsgemisches ausmacht: Verfahren wie die eben beschriebenen sind jedoch nicht völlig zufriedenstellend, zum Teil wegen der beiden soeben zitierten Erfordernisse. Solche Verfahren erfordern Zeit und Arbeit zur Herstellung geeigneter Lösungen von polymeren Harzen, erfordern die Verwendung großer Mengen Lösungsmittel, erfordern die Handhabung verdünnter Reaktionsgemische, bewirken eine verhältnismäßig geringe Wirtschaftlichkeit der Anlage, in der die Sulfonierungsreaktion durchgeführt wird, und erfordern die Zurückgewinnung großer Lösungsmittelmengen zur Wiederverwendung, wenn diese Verfahren überhaupt rentabel arbeiten sollen.
  • Gegenstand dieser Erfindung ist ein Verfahren zur Sulfonierung eines polymeren Harzes, bei dem wasserlösliche polymere Harzsulfonate ohne die Notwendigkeit der Herstellung einer Lösung des polymeren Harzausgangsmaterials erhalten werden können.
  • Der Mengenanteil an polymerer Harzsulfonsäure in dem Sulfonierungsgemisch kann erheblich mehr als 5%, z. B. bis zu 20 oder mehr Gewichtsprozent des gesamten Reaktionsgemisches ausmachen.
  • Ein festes polymeres feinteiliges ar-Vinyltoluol-Ausgangsmaterial wird mit einem Schwefeltrioxydsulfonierungsmittel in Gegenwart eines gegen Sulfonierung inerten flüssigen Verdünnungsmittels zu einem Reaktionsgemisch umgesetzt, das vorteilhaft 1 bis 20, besonders 5 bis 200% seines Gewichtes an dem polymeren ar - Vinyltoluolsulfonsäure - Reaktionsprodukt enthalten soll.
  • Geeignete feinteilige polymere ar-Vinyltoluole zur Durchführung dieser Erfindung bestehen aus polymeren Teilchen, deren durchschnittliche Durchmesser nicht mehr als 10 [, bevorzugt etwa 0,05 bis S [t, betragen, und aus lose verbundenen Aggregaten solcher Teilchen, deren durchschnittlicher Durchmesser nicht mehr als etwa 15 [t" z. B. zwischen 1 und 15 [, beträgt. Die erwähnten polymeren Teilchen können gewöhnlich abgerundete Teilchen sein, die durch Emulsionspolymerisation charakteristisch geformt sind und eine nahezu kugelige Gestalt haben. Für diese Teilchen hat der Ausdruck »Durchmesser« seine übliche Bedeutung. Die Zusammenballungen dieser Teilchen ähneln Weintrauben und haben oft unregelmäßige Gestalt. Für solche Zusammenballungen bedeutet der Ausdruck »Durchmesser«, daß die gesamte Größe der zusammengeballten Traube durch den Durchmesser einer Kugel mit annähernd dem gleichen Volumen wie die Traube ausgedrückt wird. Geeignete polymere Teilchen können gemahlene oder zerquetschte Teilchen mit unregelmäßiger Gestalt sein. Für solche Teilchen soll der Ausdruck »Durchmesser« die angenäherte durchschnittliche gerade Entfernung durch den Mittelpunkt des Teilchens bedeuten.
  • Solche feinteiligen polymeren ar-Vinyltoluole können nach bekannten Verfahren, z. B. durch Zermahlen oder Zerquetschen größerer Massen des festen Polymerisats, durch feines Verteilen flüssiger Lösungen des Polymerisats oder durch feines Verteilen des geschmolzenen Polymerisats hergestellt werden. Ein besonders befriedigendes Verfahren zur Herstellung des erforderlichen feinteiligen, festen Polymerisats für die vorliegende Sulfonierung ist die Polymerisation einer polymerisierbaren Masse, die aus monomerem ar-Vinyltoluol besteht, das in einem wäßrigen Medium unter Bildung einer stabilen kolloidalen Dispersion des polymeren Harzes dispergiert ist, und anschließende Abtrennung einer trockenen, zusammengeballten, festen, polymeren Substanz in Form außerordentlich kleiner Teilchen, wie sie hier beschrieben worden sind, von der Dispersion.
  • GeeigneteVerfahren zur Polymerisation monomerer ar-Vinyltoluole in wäßriger Emulsion unter Bildung stabiler Suspensionen kolloiddisperser Polymerisatteilchen, die einen durchschnittlichen Durchmesser von weniger als 1,0 u, beispielsweise von 0,05 bis 0,5 [, haben, sind bereits bekannt. Ferner sind bereits geeignete Verfahren zur Behandlung solcher kolloidaler Dispersionen bekannt, wie z. B. Herstellung von trokkenen, zusammengeballten polymeren Festsubstanzen, die aus polymeren Teilchen einer soeben als Aggregat beschriebenen Form bestehen, deren mittlerer Durchmesser nicht mehr als 15 [, beispielsweise 1 bis 15 w, beträgt. Eine solche trockene, zusammengeballte polymere Festsubstanz kann aus einer geeigneten Dispersion in üblicher Weise durch Koagulation der dispergierten Teilchen, z. B. durch Ausfrieren oder durch Elektrolytzusatz, Abtrennung der Zusammenballung von der wäßrigen Flüssigkeit und Trocknen der Zusammenballung, erhalten werden. Vorzugsweise wird eine trockene, zusammengeballte polymere Festsubstanz, die für die Zwecke des Verfahrens dieser Erfindung geeignet ist, durch Sprühtrocknung einer geeigneten wäßrigen Dispersion nach bereits bekannten Verfahren erhalten.
  • Feste polymere Teilchen und Zusammenballungen von Teilchen innerhalb der gerade beschriebenen Größenordnung können leicht nach dem hier beschriebenen Verfahren unter Bildung wasserlöslicher polymerer Sulfonate sulfoniert werden. Versuche, polymere Teilchen und Zusammenballungen von Teilchen zu verwenden, die größer waren als die hier beschriebenen, ergaben die Bildung polymerer Sulfonate, die zumindest teilweise unlöslich oder nur in Wasser aufgequollen waren, wahrscheinlich wegen der unvollständigen Sulfonierung des Inneren größerer Massen des Polymerisats oder wegen eines größeren Umfanges der Vernetzungsreaktion.
  • Die polymerisierten ar-Vinyltoluole, für die diese Erfindung bevorzugt angewendet werden, sind polymere Harze, die in chemisch gebundener Form einen vorher bestimmten Mengenanteil, nämlich 60 oder mehr Gewichtsprozent von mindestens einem ar-Vinyltoluol, d. h. einem kernsubstituierten Methylstyrol, wie z. B. o-Vinyltoluol, m-Vinyltoluol und p-Vinyltoluol, enthalten. Das Polymerisat kann hauptsächlich aus einem solchen ar-Vinyltoluol oder aus einem Polymerisat von zwei oder mehreren isomeren Vinyltoluolen bestehen. Die polymerisierten ar-Vinyltoluole können auch in chemisch gebundener Form einen kleineren Mengenanteil, z. B. bis zu 40 Gewichtsprozent, einer oder mehrerer anderer polymerisierbarer Verbindung, wie z. B. Styrol, a-Methylstyrol, und andere alkenylaromatischeVerbindungen, Methylmethacrylat, Äthylacrylat und andere Ester von Acryl-und Methacrylsäure, Maleinsäureanhydrid, Acrylsäurenitril, Methacrylsäurenitril, Vinylester, Vinylhalogenide, Vinylidenhalogenide, Vinyläther Vinylketone und Olefine, wie z. B. Äthylen und Isobutylen, enthalten. Die Polymerisate müssen in den gewöhnlichen Lösungsmitteln für Polymerisate, wie Toluol, Dioxan oder Methyläthylketon, löslich sein und dürfen praktisch keine chemische Vernetzung aufweisen.
  • Das verwendete Schwefeltrioxydsulfonierungsmittel kann Schwefeltrioxyd selbst, eine Lösung desselben in einem geeigneten inerten Lösungsmittel oder ein Komplex von Schwefeltrioxyd, z. B. mit Dioxan, Thioxan oder Bis-(ß-chloräthyl)-äther sein und muß geeignet sein, Schwefeltrioxyd an Ort und Stelle zu entwickeln und eine Sulfonierung der Benzolringe des polymeren ar-Vinyltoluols zu bewirken.
  • Geeignete Verdünnungsmittel, die als Medien für die Sulfonierung verwendet werden können, sind die bereits bekannten organischen und anorganischen Flüssigkeiten, die praktisch inert gegenüber chemischen Reaktionen mit Schwefeltrioxyd unter den Sulfonierüngsbedingungen für das Polymerisat sind und die befähigt sind, die polymeren Teilchen zumindest aufzuquellen. Mit dieser letzten Forderung ist gemeint, daß die polymeren Teilchen in der Lage sein sollen, das flüssige Verdünnungsmittel aufzusaugen, wobei die polymeren Teilchen zumindest aufquellen und gewöhnlich eine homogene flüssige Mischung mit dem Verdünnungsmittel bilden. Das soll nicht bedeuten, daß die polymeren Teilchen wirklich durch solch ein geeignetes flüssiges Medium während der Sulfonierungsreaktion bei der Durchführung dieser Erfindung aufgelöst werden. Die Sulfonierung der außerordentlich feinen Teilchen von festem Polymerisat, bei der ein sulfoniertes Harz, das in dem Sulfonierungsgemisch unlöslich ist, entsteht, erfolgt so rasch, daß die polymeren Teilchen an der Auflösung in dem flüssigen Reaktionsgemisch gehindert werden, selbst wenn das polymere Ausgangsmaterial normalerweise in dem flüssigen Verdünnungsmittel allein in Abwesenheit des Sulfonierungsmittels löslich ist. Flüssigkeiten, die nicht von dem Polymerisat unter Aufquellen oderAuflösen desselben aufgesaugt werden, sind allein nicht als Medien für die Sulfonierung nach dem vorliegenden Verfahren geeignet, obwohl die Gemische solcher nicht quellender Flüssigkeiten mit Flüssigkeiten, die von dem Polymerisat aufgesaugt werden, verwendet werden können, vorausgesetzt, daß das Gemisch solcher Flüssigkeiten befähigt ist, von dem Polymerisat aufgesaugt zu werden, um dasselbe aufzuquellen oder aufzulösen. Eine geeignete Probe zur Bestimmung der Brauchbarkeit eines als Sulfonierungsmedium vorgeschlagenen Verdünnungsmittels besteht in der Suspendierung einer Menge des feinteiligen polymeren Ausgangsmaterials in dem Neun-oder Mehrfachen seines Gewichtes an der zu prüfenden Flüssigkeit, vorzugsweise bei der Temperatur, bei der die Sulfonierungsreaktion durchgeführt werden soll, und Umschütteln oder Umrühren der entstehenden Suspension. Eine Flüssigkeit, die ein merkliches Aufquellen der polymeren Teilchen, die Bildung eines Gels oder einer homogenen, flüssigen Schicht des Polymerisats oder eine echte oder kolloidale Lösung desselben bewirkt, ist ein geeignetes Medium für die Sulfonierung dieses Polymerisats nach dem vorliegenden Verfahren, vorausgesetzt, daß die Flüssigkeit außerdem praktisch inert gegenüber chemischer Reaktion mit Schwefeltrioxyd unter Sulfonierungsbedingungen für das Polymerisat, wie sie hier beschrieben worden sind, ist.
  • Beispiele für Flüssigkeiten, die den soeben beschriebenen Prüfungen genügen und gewöhnlich als Medien für die Sulfonierung von Polymerisaten von ar-Vinyltoluolen nach dem vorliegenden Verfahren verwendet werden, sind flüssiges Schwefeldioxyd, flüssige chlorierte aliphatische Kohlenwasserstoffe, wie verflüssigtes Methy lchlorid, Methylenchlorid, Tetrachlorkohlenstoff, Äthylenchlorid, Tetrachloräthylen, Gemische von zwei oder mehreren solchen chlorierten aliphatischen Kohlenwasserstoffen und Gemische von flüssigem Schwefeldioxyd mit einem oder mehreren solchen chlorierten aliphatischen Kohlenwasserstoffen. Flüssiges Schwefeldioxyd und Gemische, die einen überwiegenden Anteil an Schwefeldioxyd enthalten, werden gewöhnlich bevorzugt, weil Sulfonierungen, die in solchen Medien durchgeführt werden, am leichtesten zu reproduzieren sind und weil von einem gegebenen polymeren Ausgangsmaterial von Ansatz zu Ansatz praktisch gleichmäßige Produkte erhalten werden. Flüssigkeiten, wie 1,2,3,4-Tetrachlor-1,1,2,3,4, 4-hexafluorbutan, die gegenüber Schwefeltrioxyd chemisch beständig sind, die aber polymeres ar-Vinyltoluol nicht aufzuquellen vermögen, können dennoch als Teil des Verdünnungsmediums für die Sulfonierungsflüssigkeit im Gemisch mit einem der soeben beschriebenen bevorzugten flüssigen Verdünnungsmittel in solchem Verhältnis verwendet werden, daß das entstehende Gemisch der Quellprobe für das polymere Ausgangsmaterial genügt.
  • Bei der Durchführung dieser Erfindung wird ein geeignetes feinteiliges, trockenes polymeres ar-Vinyltoluol der oben beschriebenen Art mit einer flüssigen Lösung eines der obenerwähnten Schwefeltrioxydsulfonierungsmittel in einem der gegen Sulfonierung inerten flüssigen Verdünnungsmittel bei einer Reaktionstemperatur zwischen etwa - 20 und -h 40° C unter kräftigem Rühren vermischt. Gewöhnlich wird das feinteilige, feste Polymerisat langsam in das Reaktionsgemisch, das das Schwefeltrioxydsulfonierungsmittel enthält, eingetragen, oder das feinteilige Polymerisat und das Schwefeltrioxydsulfonierungsmittel werden gleichzeitig dem Reaktionsgefäß zugeführt. Bei dem letzteren Verfahren wird das Schwefeltrioxydsulfonierungsmittel bevorzugt mit mindestens einem Teil des inerten flüssigen Verdünnungsmittels verdünnt, und die Reaktionsteilnehmer, d. h. das feinteilige polymere Ausgangsmaterial und das Sulfonierungsmittel, werden einem Reaktionsgefäß zugeführt, das einen Teil des inerten flüssigen Verdünnungsmittels oder einen Teil des Reaktionsgemisches enthält. Das Verfahren kann durch Abziehen eines Teils des Reaktionsgemisches unter Fortsetzung der Zuführung des polymeren Ausgangsmaterials und des Sulfonierungsmittels zu dem Reaktionsgefäß kontinuierlich gestaltet werden.
  • Das trockene, feinteilige, feste polymere Ausgangsmaterial kann langsam auf die Oberfläche des flüssigen Reaktionsgemisches aufgestreut oder in einem chemisch inerten Gas, das es nicht auflöst, z. B. trockener Luft oder Stickstoff, verteilt und in das Reaktionsgemisch eingeblasen werden. Das trockene, feinteilige, feste Polymerisat kann ferner in einer chemisch inerten Flüssigkeit, z. B. einer der oben als geeignet zur Verwendung als Sulfonierungsmedium angeführten flüssigen Verdünnungsmittel, suspendiert und die entstehende Suspension dem Sulfonierungsgemisch zugegeben werden. Wenn solche Suspendierungsflüssigkeit ein Quell- oder Lösungsmittel für das Polymerisat ist, muß die Suspension unter solchen Bedingungen hergestellt und so rasch nach der Herstellung verwendet werden, daß keine merkliche Aufquellung oder Lösung des Polymerisats erfolgen kann, ehe das Polymerisat der Sulfonierung unterworfen wird. Wenn die Suspendierungsflüssigkeit kein Quell-oder Lösungsmittel für das polymere Ausgangsmaterial ist, ist keine besondere Eile zur Durchführung der Sulfonierungsreaktion notwendig, es ist aber in solchen Fällen notwendig, daß das Sulfonierungsgemisch außerdem ein flüssiges Quell- oder Lösungsmittel für das polymere Ausgangsmaterial enthält. So kann z. B. ein wasserlösliches Harzsulfonat durch Zugabe einer Aufschlämmung von feinteiligem polymerem ar-Vinyltoluol in flüssigem 1,2,3,4-Tetrachlor-1,1,2,3,4,4-hexafluorbutan zu einer flüssigen Lösung von flüssigem Schwefeltrioxyd in flüssigem Schwefeldioxyd unter Sulfonierungsbedingungen erhalten werden.
  • Bei Verwendung von flüssigem Schwefeldioxyd als Reaktionsmedium ist es üblich, die Umsetzung bei einer Temperatur von etwa - 10° C, d. h. bei dem Siedepunkt des Schwefeldioxyds unter Atmosphärendruck, am Rückfluß durchzuführen. Bei Verwendung eines polychlorierten aliphatischen Kohlenwasserstoffmediums für die Reaktion oder bei Verwendung von Schwefeldioxvd unter Druck kann die Reaktion bei Temperaturen bis zu etwa 40° C durchgeführt werden, obwohl man vorteilhafterweise bei oder unter Zimmertemperatur, z. B. zwischen -20 und -1-25° C, arbeitet, um ein sulfoniertes Polymerisat zu erhalten, das einen möglichst geringen Vernetzungsgrad, z. B. durch Sulfonbindungen, aufweist. Die Reaktion wird üblicherweise bei Atmosphärendruck, kann aber auch bei höheren Drücken in geschlossenen Systemen durchgeführt werden.
  • Das Schwefeltrioxydsulfonierungsmittel und das polymere ar-Vinyltoluol werden in solchen Mengen angewandt, die mindestens 0,7, gewöhnlich von 0,7 bis 2 Mol Schwefeltrioxyd je Mol chemisch gebundener monomerer Verbindung in dem Polymerisat entsprechen; das Molverhältnis von Schwefeltrioxyd zu monomerer Verbindung in dem Polymerisat läßt sich jedoch beliebig groß, z. B. auf 10 oder mehr, einstellen. Hierbei wird eine polymere ar-Vinyltoluolsulfonsäure gebildet, in der durchschnittlich etwa 0,7 bis 2 Sulfonsäuregruppen je Benzolkern enthalten sind.
  • Die Menge an inertem flüssigem Verdünnungsmittel, z. B. Schwefeldioxyd, chloriertem aliphatischem Kohlenwasserstoff oder Mischungen davon, entspricht üblicherweise 70 bis 99, vorzugsweise 80 bis 99 Gewichtsprozent der gesamten Reaktionsmischung, d. h., das Gesamtgewicht an polymerem ar-Vinyltoluol und Schwefeltrioxyd beträgt 1 bis 30, bevorzugt 1 bis 20% der gesamten Reaktionsmischung.
  • Das polymere ar-Vinyltoluol kann dem Reaktionsgemisch beliebig schnell zugesetzt werden, vorausgesetzt, daß das Polymerisat gut in dem flüssigen Medium dispergiert ist. Gewöhnlich wird man das polymere Ausgangsmaterial langsam, z. B. innerhalb einer halben bis zu mehreren Stunden, zugeben, um die Bildung großer Klumpen von fester Substanz in dem Reaktionsgemisch zu vermeiden. Wie oben erwähnt, erfolgt die Sulfonierung der außerordentlich feinen Teilchen des festen Polymerisats unter Bildung eines sulfonierten Harzproduktes, das in dem Reaktionsgemisch unlöslich ist, so rasch, daß die polymeren Teilchen an der Auflösung in dem flüssigen Reaktionsgemisch gehindert werden, selbst wenn das polymere Ausgangsmaterial normalerweise in dem flüssigen Verdünnungsmittel allein bei Abwesenheit des Sulfonierungsmittels löslich ist. Ist die ganze Menge des polymeren Ausgangsmaterials dem Sulfonierungsmittel zugesetzt, so kann man das entstehende Gemisch unter fortgesetztem Rühren i/2 bis 1 Stunde oder länger bis zur Abtrennung des polymeren Sulfonats stehenlassen.
  • Diese Sulfonierung von polymerem ar-Vinyltoluol ergibt eine Suspension von kleinen Körnchen an festem polymerem Harzsulfonat in einem flüssigen Medium. Diese Suspension kann in üblicher Weise, z. B. durch Filtrieren oder Zentrifugieren, getrennt und der Rückstand mit einer neuen Menge des bei der Reaktion verwendeten inerten flüssigen Verdünnungsmittels oder mit einer anderen inerten Flüssigkeit, z. B. Äther, gewaschen und - vorzugsweise im Vakuum - getrocknet werden.
  • Die sulfonierten ar-Vinyltoluol-Harzprodukte sind wasserlösliche Säuren, die als solche oder nach Umwandlung in wasserlösliche Salze durch Umsetzung mit Alkalien, z. B. Ammoniak, Aminen und Alkalibasen, wie Natriumhydroxyd oder Kaliumhydroxyd, verwendet werden können. Verwendungszwecke für solche polymeren Sulfonate sind bekannt; sie dienen z. B. zur Behandlung von Textilien, zur Herstellung von Dispersionen und Emulsionen und zur Konditionierung von Ackerböden.
  • In den folgenden Beispielen bedeuten Teile und Prozentgehalte Gewichtseinheiten, wenn nichts anderes vermerkt ist. Das in den Beispielen verwendete ar-Vinyltoluol war ein Gemisch aus angenähert 60% m-Vinyltoluol und 400io p-Vinyltoluol.
  • Beispiel 1 In eine flüssige Lösung, die aus 400 ccm flüssigem Schwefeldioxyd und 56 ccm flüssigem Schwefeltrioxyd bestand, wurden bei -10° C unter Rückfluß langsam 75 g feinteiliges, trockenes, festes polymeres ar-Vinyltoluol unter kräftigem Rühren eingestreut. Dieses polymere Ausgangsmaterial war durch Sprühtrocknen einer wäßrigen Dispersion von polymersiertem ar-Vinyltoluol bei etwa 90° C erhalten worden. Die feinteilige feste Substanz zeigte bei der Prüfung unter dem Elektronenmikroskop, daß sie aus außerordentlich kleinen kugelförmigen Körnchen mit einem durchschnittlichen Durchmesser von etwa 0,41 i bestand, wobei die Körnchen gewöhnlich zu Trauben oder Zusammenballungen mit durchschnittlichen Durchmessern von 4 bis 12 R vereinigt waren. Ein Teil des trockenen, festen, polymerisierten ar-Vinyltoluols wurde in dem neunfachen Gewicht an Toluol unter Bildung einer Lösung der Viskosität von 24,2 Centipoise bei 25° C aufgelöst.
  • Nach vollendeter Zugabe des festen polymeren Ausgangsmaterials, die 35 Minuten erforderte, wurde die Reaktionsmischung noch 1 Stunde lang gerührt. Das feste Sulfonat wurde auf einem Filter gesammelt, mit Äther gewaschen und unter Vakuum getrocknet. Eine Probe (1 g) der trockenen polymeren Sulfonsäure wurde in Wasser gelöst und bis zum Neutralpunkt mit 4,6 ccm 1,Onormaler Natriumhydroxydlösung titriert. Eine Probe der neutralen Salzlösung, die bis zu einer Konzentration von 0,5% an polymerem Natriumsulfonat verdünnt worden war, hatte eine Viskosität von 26 Centipoise bei 25° C. Beispiel 2 In eine flüssige Lösung, die aus 300 ccm Nilethylenchlorid (vorher durch Behandlung mit konzentrierter Schwefelsäure gereinigt und destilliert) und 10 ccm gelöstem flüssigem Schwefeltrioxyd bestand, wurden bei Zimmertemperatur unter kräftigem Rühren weitere 14 g des sprühgetrockneten, emulsionspolymerisierten polymeren, im Beispiel 1 beschriebenen ar-Vinyltoluols langsam eingestreut. Die Zugabe des festen polymeren Ausgangsmaterials erforderte 5 Minuten; es wurde noch 30 Minuten nachgerührt. Das Reaktionsgemisch wurde filtriert, das feste polymere Sulfonat mit Äther gewaschen und unter Vakuum getrocknet. Die Viskosität einer 0,5%igen Lösung des neutralen Natriumsalzes der polymeren Sulfonsäure in Wasser betrug 140 Centipoise bei 25° C. Beispiel 3 In eine Lösung von 28 ccm Bis-(ß-chloräthyl)-äther in 400 ccm flüssigem Schwefeldioxyd wurden bei -10° C unter Rückfluß und unter Rühren langsam 10 ccm flüssiges Schwefeltrioxyd eingetragen, wobei sich in der Lösung eine Komplexverbindung von Schwefeltrioxyd und Bis-(ß-chloräthyl)-äther bildete. In diese Lösung wurden langsam 20 g feinteiliges, trockenes, festes polymeres ar-Vinyltoluol eingetragen. Das Polyvinyltoluol war durch Sprühtrocknen einer wäßrigen Dispersion von polymerisiertem ar-Vinyltoluol bei etwa 90° C erhalten worden. Die trockene feste Substanz bestand aus polymeren Kügelchen mit einem durchschnittlichen Durchmesser von etwa 0,4 #L, die zu Trauben mit durchschnittlichen Durchmessern von 1 bis 5 g, zusammengeballt waren. Eine Probe des trockenen festen polymerisierten ar-Vinyltoluols wurde in dem neunfachen Gewicht an Toluol unter Bildung einer Lösung der Viskosität voll 17,09 Centipoise bei 25° C gelöst.
  • Die Zugabe des festen polymerisierten ar-Vinyltoluols zu dem Sulfonierungsgemisch erforderte 7 Minuten; es wurde noch 1 Stunde nachgerührt. Die entstandene Reaktionsmischung, eine Aufschlämmung von festen Körnchen in einem flüssigen Medium, wurde filtriert und die feste polymere Sulfonsäure mit Äther gewaschen und unter Vakuum getrocknet. Eine Probe (1 g) der trockenen polymeren Sulfonsäure wurde in Wasser gelöst und mit 4,6 ccm 1,Onormaler Natriumhydroxydlösung neutralisiert. Eine Probe der neutralen Salzlösung, die auf eine Konzentration von 0,5 % an polymerem Natriumsulfonatverdünnt worden war, hatte eine Viskosität von 8 Centipoise bei 2J° C. Beispiel 4 In eine flüssige Lösung, die aus 400 ccm flüssigem Schwefeldioxyd und 3,6 ccm flüssigem Schwefeltrioxyd bestand, wurden bei -10° C unter Rückfluß langsam 5 g trockenes polymerisiertes ar-Vinyltoluol unter Rühren gegeben. Das feste Polymerisat war ein feinteiliges Material, das durch Koagulieren beim Ausfrieren einer wäßrigen Dispersion von polymerisiertem ar-Vinyltoluol, Auftauen des gefrorenen Materials, Filtrieren. Waschen und Trocknen des Rückstands in ül>l-i-her Weise erhalten worden war. Eine Probe des festen, trockenen, polymerisierten ar-Vinyltoluols, gelöst in dem neunfachen Gewicht Toluol, bildete eine Lösung mit einer Viskosität voll 150 Centipoise bei 25c, C.
  • Die Zugabe von festem, polymerisiertem ar-Vinyltoluol zu dem Sulfonierungsmittel erforderte 10 NLIinuten; dann wurde noch 65 Minuten nachgerührt. Der Rückstand wurde von der Aufschlämmung abfiltriert, mit Diäthyläther gewaschen und unter Vakuum getrocknet. Eine Probe (1 g) der gereinigten, trockenen Harzsulfonsäure wurde in Wasser gelöst und erforderte 5 ccm 1,Onormaler Natriumhydroxydlösung zur Neutralisation. Die neutrale Salzlösulig, auf eine Konzentration von 0,5% Natrium-Harzsulfonat gebracht, hatte eine Viskosität von 620 Centipoise bei 25° C. Beispiel 5 In eine flüssige Lösung aus 300 ccm flüssigem Schwefeldioxyd und 5,1 ccm Schwefeltrioxyd wurden bei einer Temperatur von -10° C unter Rückfluß und unter Rühren langsam 7,1 g trockenes, polymerisiertes ar-Vinyltoluol eingetragen. Das feste Polymerisat war ein. feinteiliges Material, das durch Koagulieren einer wäßrigen, stabilen Dispersion von polymerisiertem ar-Vinyltoluol durch Zusatz einer wäßrigen Natriumchloridlösung unter kräftigem Rühren erhalten worden war. Das Koagulat wurde durch Filtration abgetrennt, mit Wasser gewaschen und getrocknet. Eine Probe des festen, trockenen Polymerisats, in dem neunfachen Gewicht Toluol gelöst. bildete eine Lösung, deren Viskosität bei 25° C 1192 Celitipoise betrug.
  • i\Tach der Zugabe des festen, polymerisierten ar-Vinyltoluols zu dem Sulfonierungsmittel, die 10 Minuten erforderte, wurde noch 65 Minuten nachgerührt. Die erhaltene Aufschlämmung wurde filtriert und der Rückstand mit Diäthyläther gewaschen und im Vakuum getrocknet. Eine Probe (1 g) der getrocklieten, festen Sulfonsäure in wäßriger Lösung erforderte 4.5 ccm 1,0normaler Natriumhydroxydlösung zur Neutralisation. Die Viskosität einer Lösung von 0,5% des neutralen Natrium-Harzsulfonats in Wasser betrug 8900 Centipoise bei 25° C.
  • Beispiel 6 Ein Mischpolymerisat aus 96% ar-Vinyltoluol und 4% Acrylsäurenitril wurde durch Polymerisation der Monomeren in wäßriger Emulsion hergestellt und die entstandene stabile Dispersion unter Bildung einer feinteiligen, festen Substanz sprühgetrocknet. Eine Probe dieser festen Substanz, in dem neunfachen Gewicht Toluol gelöst, bildete eine Lösung mit einer Viskosität von 80 Centipoise bei 25° C.
  • 50 g des soeben beschriebenen feinteiligen, festen Mischpolymerisats wurden langsam in 15 Minuten unter Rühren zu einer flüssigen Lösung aus 500 ccm flüssigem Schwefeldioxyd und 30 ccm flüssigem Schwefeltrioxyd bei -10° C unter Rückfluß zugegeben. Das Rühren wurde 2 Stunden lang fortgesetzt, wonach die Aufschlämmung filtriert und das feste Su.lfoliat mit Diäthvläther gewaschen und unter Vakuum getrocknet wurde. 1 g der trockenen Harzsulfonsäure in wäßriger Lösung erforderte 4,8 ccm LOnormale Natriumhvdroxydlösung zur Neutralisation. Eine wäßrige Lösung von 0,5 % des neutralen Natrium-Harzsulfonats hatte eine Viskosität von 37 Centipoise bei 25° C. Beispiel 7 Ein feinteiliges. festes polymeres Harz wurde durch Sprühtrocknen einer wäßrigen Dispersion eines Mischpolymerisats voll 90% ar-Vinyltoluol und 10% Methylmethacrylat erhalten. Die 10%ige Lösung dieses mischpolymeren Ausgangsmaterials in Toluol hatte eine Viskosität voll 358.2 Centipoise bei 25° C.
  • 12 g der feinteiligen, sprühgetrockneten, mischpoly-Ineren, festen Substanz wurden in 3 Minuten unter Rühren einer flüssigen Lösung von 260 ccm Schwefeldioxyd und 7.2 ccm Schwefeltrioxyd bei -10° C unter Rückfluß zugegeben. Das Reaktionsgemisch wurde noch 30 Minuten gerührt. wonach die Aufschlämmung filtriert und die feste Subtanz mit Diäthyläther gewaschen und unter Vakuum getrocknet wurde. 1 g der trockenen Harzsulfonsäure in wäßriger Lösung erforderte 4.4 ccm 1,Otiormale Natriumhydroxydlösung zur Neutralisation. Die Viskosität einer 0,5%igen Lösung des neutralen \ atrium-Harzsulfonats in Wasser betrug 15 Centipoise bei 25° C. Beispiel 8 Ein feinteiliges, festes polymeres Harz wurde durch Sprühtrocknen einer wäßrigen Dispersion von polymerem ar-''inyltoluol erhalten, wobei das getrocknete Produkt kleinste Teilchen von 0,3 bis 0,4w Durchmesser und Aggregate voll 1 bis 5 w durchschnittlichem Durchmesser hatte. Eine Lösung von 1 Teil des Harzausgangsmaterials in 9 Teilen Toluol hatte eine Viskosität von 17 Centipoise bei 25° C.
  • Aus 15 g des feinteiligen, festen, soeben beschriebenen Polymerisats von ar-Vinyltoluol und 25 ccm 1.2.3,4-Teti-achlor-1,1,1,3,4,4-hexafluorbutan wurde eine Aufschlämmung hergestellt und diese während einer Zeit von mehreren @-linuten zu einer flüssigen Lösung von 8.1 ccm flüssigem Schwefeltrioxyd und -100 ccni flüssigem Schwefeldioxyd bei etwa -10° C unter sehr intensivem Rühren gegeben.
  • Das sulfonierte Harz wurde gesammelt, mit Äther gewaschen und im Vakuum getrocknet. Die Harzsulfonsäure war wasserlöslich; 1 g der gereinigten Harzsulfonsäure in wäßriger Lösung erforderte 4,6 ccm 1,Onormale Natriumhv droxvdlösung zur Neutralisation. Eine wäßrige Lösung von 0,511/o des neutralen Natrium-Harzsulfonats hatte eine Viskosität von 9 Centipoise bei 25° C.
  • 1n allen vorhergehenden Beispielen waren die inerten flüssigen Medien, in denen die Sulfonierungen durchgeführt wurden, zum Aufquellen oder Auflösen des festen polymeren Ausgangsmaterials befähigt, obwohl die Sulfonierungsreaktionen so rasch durchgeführt wurden, daß die festen Polymerisate tatsächlich nicht in den Reaktionsmedien gelöst wurden. Im Beispiel 8 wurde eine Fluorverbindung, die kein Quellmittel für das polymere Ausgangsmaterial war, zur Herstellung einer Aufschlämmung dieses Polymerisats verwendet, es wurde aber in dem Sulfonierungsgemisch genügend flüssiges Schwefeldioxyd verwendet, daß ein gemischtes Verdünnungsmittel solcher Zusammensetzung sich bildete, das zum Aufquellen des polymeren Ausgangsmaterials befähigt war.
  • Im Gegensatz zu diesen Beispielen wurde eine Probe gemacht, bei der eine Aufschlämmung von 25 g feinteiligem, festem Polymerisat von ar-Vinyltoluol in 100 ccm 1,2,3,4-Tetrachlor-1,1,2,3,4,4-hexafluorbutan bei Zimmertemperatur zu einer Lösung von 16 ccm flüssigem Schwefeltrioxyd in 400 ccm 1,2,3,4-Tetrachlor-1,1,2,3,4,4-hexafluorbutan gegeben wurde. Das feinteilige polymere Ausgangsmaterial war ein weiterer Teil des gleichen Ausgangsmaterials wie im Beispiel B. Bei diesem Versuch war das gesamte flüssige Sulfonierungsmedium ein Nichtqueller für das Polymerisat. Das sulfonierte Harzprodukt wurde gesammelt und in üblicher Weise gewaschen und getrocknet. Das sulfonierte Harz war in Wasser unlöslich. Obwohl 1 g der Harzsulfonsäure, in Wasser suspendiert, 4,1 ccm 1.Onormale Natriumhydroxydlösung zur Neutralisation erforderte und dadurch einen beträchtlichen Sulfonierungsgrad an den Tag legte, war das neutrale Natrium-Harzsulfonat in Wasser so wenig löslich. daß keine merkliche Zunahme der Viskosität des Wassers beobachtet wurde. Das Harzsulfonat schien sehr stark vernetzt zu sein.

Claims (9)

  1. PATENTANSPRÜCHE: 1. Verfahren zur Herstellung wasserlöslicher Sulfonate von Polvmerisaten der vinvlaromatischen Reihe. dadurch ygekennzeichnet, daß bei einer Sulfonierungs-Reaktionstemperatur zwischen -20 und +40° C und unter Rühren in Gegenwart eines inerten flüssigen Verdünnungsmittels ein Schwefeltrioxydsulfonierungsmittel und ein trockenes, festes Polymerisat in feinteiliger Form aus Teilchen mit einem mittleren Durchmesser von nicht mehr als etwa 10 w und Aggregaten solcher Teilchen mit einem mittleren Durchmesser von nicht mehr als 15 g in '.Mengen vermischt werden, die mindestens 0,7 Mol Schwefeltrioxyd je Mol der in dem Polymerisat chemisch gebundenen monomeren Verbindung entsprechen, wobei das Polymerisat praktisch frei von Vernetzungen ist und mindestens 60 Gewichtsprozent von wenigstens einem chemisch darin gebundenen ar-Vinyltoluol enthält und wobei das inerte, flüssige Verdünnungsmittel mindestens zum Aufquellen der Teilchen des festen polymeren Ausgangsmaterials befähigt ist, und daß die festen Polymerteilchen sulfoniert werden, ohne daß sie in dem Sulfonierungsgemisch aufgelöst werden.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das trockene, feste Polymerisat in feinteiliger Form aus einer stabilen wäßrigen Dispersion des Polymerisats erhalten wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das trockene, feste Polvmerisat durch Sprühtrocknung einer stabilen wäßrigen Dispersion des Polymerisats in feinteiliger Form erhalten wird.
  4. 4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das inerte flüssige Verdünnungsmittel flüssiges Schwefeldioxyd ist.
  5. 5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Gesamtgewicht des Schwefeltrioxyds in dem Sulfonierungsmittel und des festen Polymerisats zwischen 5 und 20 Gewichtsprozent des Reaktionsgemisches liegt.
  6. 6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das feste Polymerisat in feinteiliger Form einer flüssigen Lösung, die das Schwefeltrioxydsulfonierungsmittel und das inerte flüssige Verdünnungsmittel enthält, zugegeben wird.
  7. 7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das feste Polymerisat in feinteiliger Form gleichzeitig mit einer flüssigen Lösung, die das Sdhwefeltrioxydsulfonierungsmittel und das inerte flüssige Verdünnungsmittel enthält, in die Reaktionszone, die anfänglich einen Teil des inerten flüssigen Verdünnungsmittels enthält, eingebracht wird. B.
  8. Kontinuierliches Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß ein Teil des entstehenden Reaktionsgemisches kontinuierlich aus der Reaktionszone abgenommen wird, während festes Polymerisat und flüssige Lösung, die das Sdhwefeltrioxydsulfonierungsmittel und das inerte flüssige Verdünnungsmittel enthält, laufend in die Reaktionszone gegeben werden.
  9. 9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Polymerisat hauptsächlich aus polymerisiertem ar-Vinyltoluol besteht. In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Patentschriften Nr. 832 886, 915 267; USA.-Patentschriften Nr. 2 533 210, 2 533 211; deutsche Patentanmeldung H 11721 IVb/39c.
DED21754A 1954-11-24 1955-11-22 Verfahren zur Herstellung wasserloeslicher Sulfonate von Polymerisaten der vinyl-aromatischen Reihe Pending DE1034863B (de)

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