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Gerät zur elektrischen Untersuchung von Erdformationen in Bohrschäditen
Die Erfindung betrifft ein Gerät zur elektrischen Untersuchung von Erdformationen
in Bohrschächten, durch das Angaben über den spezifischen elektrischen Widerstand
der von einem mit elektrisch leitender Flüssigkeit gefüllten Bohrloch durchteuften
Erdtormationen erhalten werden.
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Auf der Messung des spezifischen elektrischen Widerstandes beruhende
Untersuchungsverfahren werden in großem Umfang sehr erfolgreich dazu benutzt, um
die von einem Bohrloch durchteuften Erdformationen mit den gleichen, von anderen
Bohrlöchern durchteuften Erdformationen in gegenseitige Wechselbeziehung zu bringen
und die tatsächlichen spezifischen Widerstände der ein Bohrloch umgebenden Erdformationen
aus den Anzeigen der spezifischen Widerstände herzuleiten.
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Es sind ferner Verfahren und Einrichtungen bekannt, die noch genauere
Aufschlüsse aus den gemessenen spezifischen elektrischen Widerständen erzielen lassen.
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Sie ermöglichen eine genauere Elfassung der tatsächlichen spezifischen
Widerstände, z. B. der wahren spezifischen Widerstände der Formationen oder des
spezifischen Widerstandes der von dem Filtrat der Bohrlochspülung durchdrungenen
Zonen in durchlässigen Formationen.
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Jedes dieser neueren Verfahren und Vorrichtungen begrenzt den von
einer durch ein Bohrloch geführten Hauptelektrode ausgesandten Strom auf eine bestimmte
Bahn durch die Formation, wodurch in der Nähe der Hauptelektrode durchgeführte Potentialmessungen
den spezifischen elektrischen Widerstand der in der bebestimmten Bahn liegenden
Erdformation anzeigen. Die Gestalt dieser Bahn ist vorbestimmt und wird während
einer Untersuchung dadurch nahezu konstant gehalten, daß ein Hilfsstrom in der Nähe
der Hauptstromelektrode ausgesandt und die Amplitude und Phase oder Polarität des
Hilfsstromes entsprechend den in der Bohrlochspülung durch den Fluß des Hauptstromes
erzeugten Potentialdifferenzen überwacht werden.
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Es ist die Aufgabe der Erfindung, ein Gerät zu schaffen, durch welches
Angaben der spezifischen Widerstände von Erdformationen in einer bestimmten Bahn
ohne Begrenzung des Stromes auf diese Bahn erzielt werden können.
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Das Gerät, das aus einem System von in dem Bohrloch entlang geführten
Elektroden sowie Einrichtungen besteht, um zwei dieser Elektroden elektrisch voneinander
unabhängige Ströme zuzuführen und die Potentialwerte an zumindest zwei Meßelektroden
zu messen, ist erfindungsgemäß mit einer Meßvorrichtung versehen und mit zwei in
das Bohrloch versenkten Meßelektroden so verhunden, daß die von jedem der beiden
Ströme an den Meßelektroden auftretenden Potentialdifferenzen gegen einen Bezugspunkt
sowie gegeneinander gesondert gemessen werden können, so daß zumindest vier gegenseitig
unabhängige Potentialwerte erhalten werden.
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Vorzugsweise sind die beiden Meßelektroden zwischen den beiden Stromelektroden
angeordnet, und es ist ein Anzeigegerät vorgesehen, in welchem die Potentiale differenzen
e1 und e2, die sich aus den beiden Strömen zwischen Erde und einer der beiden Meßelektroden
ergehen, sowie diejenigen el' und e2, zwischen den beiden Meßelektroden gemessen
werden, zn einer Anzeige proportional e1 + e2.' (,I ) vereinigt werden. e2 Es ist
zwar schon ein Meßsystem bekannt, bei dem Ströme verschiedener Frequenzen angewandt
werden, so daß gleichzeitig Messungen der Scheinwiderstände in verschiedenen Untersuchnngstiefen
durchgeführt werden können. Es ist aber neu, vier gegenseitig unabhängige Potentialwerte
so zu vereinigen, daß man daraus eine Anzeige über elektrische Eigenschaften einer
Bodenschicht in einer bestimmten Bahn gewinnen kann. Auch fehlte die Erkenntnis,
daß sich ein solches Ergebnis allein mit der in der vorliegenden Erfindung beschriebenen
ElektrodenanoIdnung erzielen läßt.
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Die Zeichnung soll einige Ausführungsbeispiele der Erfindung veranschaulichen:
Fig. 1 zeigt schematisch eine der Elektrcdenreihen ftir elektrische Untersuchungen
von Erdformationen in Verbindung mit einer Schaltanordnung zum Erhalt von Widerstandsanzeigen
gemäß der Erfindung; Fig. 1 A, 1 B und 1 C sind schematische Darstellungen von Elektrodenreihen
abweichender Anordnung, welche für das Untersuchungssystem nach der Erfindung verwendet
werden können;
Fig. 2 zeigt ein Schaltbild eines Rechengerätes zur
Erzielung äußerst aufschlußreicher Anzeigen über den spezifischen elektrischen Widerstand
gemäß der Erfindung; Fig. 3 zeigt ein Schaltbild einer abgeänderten Ausführungsform
des Untersuchungssystems der Fig. 2; Fig. 4 zeigt ein Schaltbild einer weiteren
abgeänderten Ausführungsform eines elektrischen Untersuchungssystems gemäß der Erfindung,
und Fig. 5 zeigt ein Schaltbild einer abgeänderten Ausführungsform eines Rechengerätes
zur Verwendung mit einer beliebigen Elektrodenreihe entsprechend Fig. 1, IA, 1B
oder 1C.
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Gemäß Fig. 1 durchquert ein Bohrloch 11, das mit elektrisch leitender
Bohrlochflüssigkeit 12 gefüllt ist, eine Mehrzahl von Erdformationen 13. Die Elektrodenreihe
14 üblicher Bauart setzt sich aus einer Mittelelektrode A,: dazwischenliegenden
Paaren von kurzgeschlossenen Elektroden M1 und M2 sowie M'i und M'2, und kurzgeschlossenen
Außenelektroden Al und A2 zusammen. Die Elektrodenreihe 14 kann mittels einer hier
nicht weiter dargestellten üblichen Kombination von Kabel und Winde durch das Bohrloch
geführt werden.
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Elektrischer Strom von einer außerhalb des Bohrlochs 11 angeordneten
Stromquelle 15 wird über einen isolierten Leiter 16 in das Bohrloch zu der Elektrode
Ao hinabgeleitet, aus welcher er austritt. Der Strom fließt durch die Formation
13 zu einer unter einer Bezugsspannung stehenden Elektrode B. Der Stromkreis ist
über einen Leiter 17 geschlossen, welcher die Verbindung zu der Klemme niederen
Potentials der Stromquelle 15 herstellt. Der von der Elektrode Ao zu der Elektrode
B fließende Strom hat vorzugsweise gleichbleibende Stärke, und die Stromquelle 15
kann beispielsweise aus einem Generator 18 konstanter Spannung bestehen, der mit
einer hohen Impedanz 19 in Reihe geschaltet ist.
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Von einer Stromquelle 21 erzeugter Hilfsstrom wird über ein isoliertes
Kabel 22 zu den Elektroden A1 und A2 geleitet. Der Hilfsstrom gelangt über die Erdformationen
undloder die leitende Bohrlochfiüssigkeit 12 zu einem unter einem Bezugspotential
stehenden Punkt 23 und wird über einen Leiter 24 zu der Klemme niederen Potentials
der Stromquelle 21 geführt.
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Die von den Elektroden Ao und A1, A2, ausgehenden Haupt- und Hilfsströme
erzeugen entsprechende Potentiale an den Elektroden Mi, M2 und M'1, M'2. Um die
von den Haupt- und Hilfsströmen erzeugten Potentiale zu unterscheiden, kann die
Stromquelle 15 einen Strom mit der Frequenz und die Stromquelle 21 einen Strom mit
einer unterschiedlichen Frequenz, liefern. Eine dieser Frequenzen kann auch Null
sein, d. h., einer der Ströme kann gleichgerichtet sein. Alternativ können die Stromquellen
15 und 21 entweder Wechselstrom gleicher Frequenz oder Gleichstrom, jedoch während
abwechselnder Intervalle, liefern, so daß die Ströme zeitlich getrennt sind.
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Bei der Vorrichtung nach Fig. 1 erzeugt der von der Elektrode Ao
mit der Frequenz ausgesandte Primärstrom zwischen den Elektroden Mi, M2 und einem
Punkt des Bezugspotentials, z. B. dem Erdpotential, eine Potentialdifferenz «1 mit
der Frequenzfl. Eine entsprechende Potentialdifferenz «2 mit der Frequenzf2 wird
durch den Hilfsstrom mit der Frequenzf2 erzeugt.
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Ferner treten Potentialdifferenzen e'l und e'2 mit den Frequenzenfl
und f2 entsprechend zwischen den Elektroden M,, M2 und M',, M'2 auf. Diese vier
Potentiale können durch irgendwelche Mittel getrennt und einem Registriergerät 37
zugeleitet werden. Zum Beispiel ist ein isoliertes Kabel 25 mit den Elektroden M1,
M2 verbunden und führt die dort auftretende Spannung zu einem
Filter 26, der die
Frequenz durchläßt und die Frequenzf2 zurückhält, sowie zu einem Filter 27, welcher
die Frequenz, durchläßt und die Frequenzf, sperrt.
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Hohe Impedanzen 28 und 29 sind zwischen die Ausgangsklemmen der Filter
26 und 27 sowie einen unter einem Bezugspotential stehenden Punkt 31 geschaltet.
Diese Schaltanordnung ermöglicht die Impedanz der Potentialdifferenzen el und e2
an den Impedanzen 28 und 29.
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Die an den Elektroden M'l, M'2 auftretenden Potentiale werden aus
dem Bohrloch 11 über ein isoliertes Kabel 32 fortgeleitet. Die dem Potentialgefälle
zwischen den Elektroden M1, M2 und M',, M'2 bei den Frequenzen f, und f2 entsprechenden
Potentialdifferenzen e'l und e2 werden durch Filter 33 und 34 getrennt, velche an
die Kabel 25 und 32 angeschlossen sind. Die Filter 33 und 34 sind ähnliche wie die
Filter 26 und 27; die Potentialdifferenzen e'l und e'2 treten an hohen Impedanzladungen
35 und 36 auf, welche an die Ausgangsklemmen der Filter 33 und 34 angeschlossen
sind.
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Die einzelnen Potentialdifferenzen el, e2, « und e'2 stellen für
sich je eine üblicne Anzeige des spezifischen elektrischen Widerstandes dar, d.
h., die Potentiale el und e2 sind »normale« Anzeigen für den von den Elektroden
Ao bzw. A,, A2 fließenden Strom, während die Potentiale e'l und et2 ?inverse« Anzeigen
derselben Ströme bedeuten. Es wurde nunmehr eine Beziehung zwischen diesen Spannungen
festgestellt, die ihre Kombination in einer Weise gestattet, welche die gleiche
Anzeige ergibt, als wenn der Strom von der Elektrode Ao tatsächlich in einer früher
vorgeschlagenen Weise auf einer vorbestimmten Bahn in die Formationen geleitet worden
wäre. Diese Beziehung ist folgende: R oo e, +- ( ( () I) (1) worin R einen Widerstandswert
bedeutet, welcher dem mit dem früher vorgeschlagenen Verfahren erhältlichen Wert
im wesentlichen proportional ist, und el, e'l, e2 und e'2 die Größe der vier gemessenen
Potentiale angeben.
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Nimmt man einen positiven Stromfluß von den ElektrodenA0undA,, A2
an, dann sind die Potentiale el, e2 und e'l positiv, und das Potential e'2 ist negativ.
Gemäß der Erfindung können die an den Impedanzen 28, 29, 35 und 36 auftretenden
Potentiale, gegebenenfalls rektifiziert, einem Elektronen- oder elektromechanischen
Registriergerät 37 zugeleitet werden, welches eine dem Widerstand R entsprechend
der Formel (1) proportionale Anzeige ergibt. Das Meßergebnis wird vorzugsweise in
üblicher Art mittels eines Instruments 38 als Funktion der Tiefe der Elektrodenreihe
14 in dem Bohrloch 11 registriert.
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Der elektrische Widerstand der Formation läßt sich unter gewissen
Umständen auf einem noch enger begrenzten Weg nach der Formel R vo e, f K (4) R
oo e, + K « (2) ermitteln, worin K eine Konstante bedeutet, die größer als Eins
ist. Die nach der Formel (2) erhaltene Widerstandsanzeige wird die gleiche sein
wie diejenige nach dem früher vorgeschlagenen Verfahren, wenn der von den Elektroden
A,, A2 ausgesandte Hilfsstrom über denjenigen Wert hinaus gesteigert wird, der notwendig
ist, um die Potentialdifferenz zwischen den Elektroden M,, M2 und M',, M'2 bis auf
Null zu vermindern. Bei der nachfolgenden Beschreibung eines geeigneten Registriergeräts
wird die Formel (1) erörtert. Es kann indessen
auch die Formel (2)
durch bloßes Einfügen des Faktors K beim Addieren der beiden Glieder der Formel
(1) verwendet werden.
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An Stelle der in Fig. 1 gezeigten Elektrodenreihe 14 kann eine beliebige
andere Elektrodenanordnung Verwendung finden, wie sie z. B. in den Fig. 1 A, 1 B
und t C dargestellt ist, wo die entsprechenden Elemente die gleichen Bezugszeichen
aufweisen.
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Eine vorzugsweise Ausführungsform eines Registrier-oder Rechengeräts
37 ist in Fig. 2 gezeigt, das z. B. mit einer beliebigen der in Verbindung mit Fig.
1 besprochenen Elektrodenreihen benutzt werden kann. In Fig. 2 ist das Rechengerät
mit der in Fig. 1 B gezeigten Elektrodenreihe verbunden. Das Rechengerät kann sich
an der Erdoberfläche befinden oder in einem druckfesten Gehäuse 39 untergebracht
sein, welches zusammen mit der Elektrodenreihe durch das Bohrloch bewegt wird.
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Ein Generator 41 mit gleichbleibender Frequenz liefert einen vorzugsweise
konstanten Strom von der Frequenz zu der Mittelelektrode Ao über eine hohe Impedanz
42 und einen isolierten Leiter 16'. Die eine niedrige Impedanz aufweisende Verbindung
des Generators 41 führt über einen Leiter 17' nach der Erdungselektrode B, die sich
z. B. außen an dem Gehäuse 39 befinden kann. Ein zweiter Generator 43 leitet Strom
mit der Frequenz f2 der Außenelektrode A1 über einen Leiter 22' zu. Dementsprechend
besteht zwischen den Elektroden M1 und M'1 eine Potentialdifferenz e'1 mit der Frequenz
und eine Potentialdifferenz eta mit der Frequenz f2. Zwischen der Elektrode M1 und
Erde besteht eine Potentialdifferenz el mit der Frequenz und eine Potentialdifferenz
ea mit der Frequenzf2. Nimmt man die Elektrode M1 als Bezugspunkt, dann ist die
Phase oder Polarität des Potentials e'2 entgegengesetzt oder negativ gegenüber dem
Potential e2, während das Potential e'l von gleicher Phase oder Polarität wie das
Potential el ist.
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Die Formel (1), welche die Potentialdifferenzen el, e, e'l und e'2
kombiniert, um ein Potential R zu erhalten, das dem spezifischen Widerstand der
Erdformationen noch größerer Annäherung proportional ist, wird mittels eines Verstärkers
44 von veränderlichem Verstärkungsgrad abgeleitet, dessen Gesamtverstärkung G entsprechend
der Differenz zwischen den an den Primärwicklungen 45 und 46 eines Transformators
47 auftretenden Spannungen mittels eines Rückkopplungskreises gesteuert wird, der
aus einem Velstärker 48, einem Filter 49, einem weiteren Verstärker 51 und einem
Detektor 52 in Reihenschaltung besteht. Die Potentialdifferenzen et und e'2 werden
über einen Isoliertransformator53 zu dem Eingang des Verstärkers mit veränderlichem
Verstärkungsgrad 44 geleitet. Die Primärwicklung45 des Transformators 47 ist in
den Ausgang des Verstärkers 44 eingeschaltet. Die Primärwicklung 46 des Transformators
47 ist mittels der Leiter 54 und 25' zwischen Erde und die Elektrode M1 gelegt mit
dem Ergebnis, daß die Potentiale el und e2 an der Wicklung 46 in algebraischer Addition
zu den der Wicklung 45 zugeführten Ausgangsmeßanzeigen Ge'l und Ge'2 des Verstärkers
mit veränderlichem Verstärkungsgrad erscheinen. Die Potentiale el und e2 können
gegebenenfalls ohne Änderung des nachfolgend errechneten Widerstandswertes von der
Elektrode M'1 erhalten werden.
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Soweit die Frequenz, in Betracht kommt, ist die dem Verstärker48
mittels einer Sekundärwicklung 50 des Transformators 47 zugeleitete kombinierte
Meßanzeige proportional «2 - G«'2, da e'2 negativ ist. Die Meßanzeige wird über
das Filter 49 geleitet, welches Anzeigen von der Frequenz aussiebt. Die gesiebte
Meßanzeige wird in dem Verstärker 51 verstärkt und in dem Detektor 52 gleichgerichtet,
der vorzugsweise durch Zuleitung eines
Bezugspotentials gleicher Frequenz von dem
Generator 43 über einen Leiter 55 phasenempfindlich gemacht wird.
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Ein direktes Potential proportional «2 - G«'2 wird den Ausgangssteuerkreisen
des Verstärkers 44 mit solcher Polarität zugeleitet, daß es auf die Unterdrückung
der dem Verstärker 48 zugeleiteten kombinierten Meßanzeige von der Frequenzf2 hinwirkt.
Hierdurch wird das Potential Geta wander Wicklung 45 gleich dem Potential e, an
der Wicklung 46. Demgemäß wird der Ausgang G des Verstärkers 44 mit veränderlichem
Verstärkungsgrad stets gleich e,2 sein. e 2 Der Verstärker 44 muß so gebaut sein,
daß er einen Verstärkungsgrad besitzt, der proportional dem Verstärkungsgrad mit
der Frequenzf2 ist. Insbesondere muß der Proportionalitätsfaktor K der Formel (2)
und der Formel (1) entsprechen. Mit dieser Verstärkung gleich e,2 wird nun die Wirkung
des Stromes von der Frequenz eS auf dem Kreis des Rechengerätes untersucht. Die
der Wicklung 46 zugeleitete Meßanzeige wird gleich el sein, und die Meßanzeige an
der Wicklung 45 gleich G'el. Somit wird die Anzeige am Eingang des Verstärkers 48
gleichbleibend proportional der algebraischen Summe beider «2 Anzeigen oder «i +
G«'1 sein. Da nun G = e,2 ist, wird die auf den Verstärker 48 geleitete Anzeige
gleichbleibend proportional el + ( e,2) e'l, was der vorerwähnten Forme] (t) entspricht.
Da ferner Meßanzeigen von der Frequenzf2 unterdrückt sind, ist die Ausgangsanzeige
des Verstärkers 48 ein Potential von der Frequenzfi, welches etwa das gleiche ist
wie das nach dem üblichen Verfahren gemessene Potential, und so proportional dem
spezifischen Widerstand der Erdformation in einer vorbestimmten Bahn, obwohl der
Strom weder von der Frequenz noch der Frequenzf2 auf diese Bahn beschränkt ist.
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Die Ausgangsanzeige des Verstärkers 48 kann auf einen linearen Detektor
56, gewünschtenfalls über ein nur die Frequenz durchlassendes Filter geleitet werden.
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Die festgestellte Spannung kann mittels isolierter Kabel 57 und 58
an die Erdoberfläche zu einem registrierenden Galvanometer 59 hoher Impedanz geleitet
werden, das vorzugsweise den spezifischen Widerstand R als Funktion der Tiefe der
Elektrodenreihe in dem Bohrloch aufzeichnet. Der Detektor 56 wird vorzugsweise durch
Zuleitung eines Bezugspotentials mit der Frequenz über einen Leiter 61 von dem Generator
41 aus phasenempfindlich gemacht.
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Falls erwünscht, können zugleich mit der Messung von R ein oder mehrere
Widerstandsmessungen für geringere Tiefen durchgeführt werden. Zu diesem Zweck kann
man die Elektrode M1 durch einen Leiter 62 mit einem Filter 63 verbinden, welches
nur Strom von der Frequenz durchläßt. Potentialdifferenzen von der Frequenz zwischen
der Elektrode M1 und der Erde werden auf einen an den Ausgang des Filters 63 angeschlossenen
Detektor 64 geleitet. Die ermittelte Meßanzeige kann über isolierte Leiter 65 und
66 zu der Erdoberfläche gesandt werden, wo die Widerstandswerte von einem Galvanometer
67 hoher Impedanz registriert werden können. Die gesamte für den Betrieb der Elektronengeräte
in dem Gehäuse 39 benötigte elektrische Energie kann z. B. von einem an der Erdoberfläche
be findlichen Wechselstromgenerator 68 mittels isolierter Leiter 69 und 71 einer
üblichen Kraftzuführstelle zugeleitet werden.
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Die in Fig. 2 dargestellte Ausführungsform arbeitet auf der Grundlage
der Frequenztrennung. Wie bereits
erwähnt, ist die Erfindung auch
bei Verfahren mit zeitlicher Trennung anwendbar, wofür das im Zusammenhang mit Fig.
2 gezeigte Rechengerät leicht anpaßbar ist. In Fig. 3 kann die Elektrodenreihe z.
B. dieselbe sein wie in Fig. 1. Diese Ausführungsform wird in Verbindung mit einer
bestimmtem Elektrodenreihe beschrieben, sie kann jedoch gegebenenfalls auch mit
einer anderen schon vorgeschlagenen Elektrodenreihe zusammenwirken.
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In Fig. 3 steuert ein von einem Antrieb 74 in Gestalt eines Elektromotors
betätigter umlaufender Schalter 73 die betriebsmäßige Arbeitsfolge des Widerstand
-Rechengerätes, um vier bestimmte Potentiale zu erzeugen und zu ermitteln, die zu
einer einzigen resultierenden Meßanzeige der gewünschten Widerstandsmessung vereinigt
werden. Der Schalter 73 setzt sich aus einer Mehrzahl von leitenden Kontaktscheiben
75 bis 81 zusammen, die in ständiger oder i, termittierender Gleitberührung mit
wischerartigen fedtrnden Kontaktarmen, z. B. einem Kontaktarm 82, stehen. Die Kontaktscheiben
sind isoliert auf einer gemeinsamen Welle befestigt, welche sie gleichzeitig in
Umlauf versetzt.
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Die Kontaktscheiben 75 und 76 liefern während abwechselnder Viertelperioden
des Schalters 73 von einer Gleichstromquelle 83 zwischen der Elektrode Ao und der
geerdeten Elektrode B Strom von wechselnder Polarität.
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Während der dazwischenliegenden Viertelperioden leiten die Kontaktscheiben
77 und 78 von einer Gleichstrom quelle 84 aus Strom wechselnder Polarität zwischen
die Elektroden A1, A2 und das Erdpotential.
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Die Leiter 25 und 32 von den Elektroden M1, M2 und M'1, MBS sind
mit e rlem Isoliertransformator 85 verbunden, dessen Sekundärwicklung vor dem Eingang
eines Verstärkers mit verändellichem Verstärkungsgrad 86, ähnlich dem Verstärker
44 in Fig. 2, liegt.
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Während wechselnder Viertelperioden werden Potentiale e'l und e'2
zu dem Verstärker 86 geleitet, und die verstärkte Meßanzeige wird einer Primärwicklung
87 eines Transformators 88 zugeführt. Der Transformator 88 entspricht dem Transformator
47 in Fig. 2 und besitzt eine weitere Primärwicklung 861, über welche Potentiale
e und e2 während wechselnder Viertelperioden zugeleitet werden. Während der geraden
Viertelperioden erscheint ein Potential proportional el + Je',, und während der
ungeraden Viertelperioden ein Potential proportional e2 G«'2 vor der Sekundärwicklung
91 des Transformators 88.
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Die Sekundärwicklung 91 ist sowohl mit dem Eingang eines Verstärkers
92 als auch mit der Kontaktscheibe 80 verbunden. Der Ausgangskreis des Verstärkers
92 ist gegen Erde ausgeglichen und besitzt zwei Ausgangsleiter 90 und 90', auf welchen
die Ausgangsmessungen mit entgegengesetzter Polarität erscheinen. Die Leiter 90
und 90' werden abwechselnd mit einer Kontaktscheibe 79 verbunden, welche ein gleichgerichtetes
Steuerpotential über eine Leitung 93 zu dem Verstärkungssteuerkreis des Verstärkers
86 nur während der ungeraden Viertel-Perioden leitet. Die Verstärkung G des Verstärkers
86 ist dementsprechend gleich e,2 und der Steuerkreis e2 besitzt eine ausreichende
Zeitverzögerung, um diese Verstärkung während der geraden Viertelperioden unverändert
aufrechtzuerhalten, wenn e'l an den Verstärker 86 angelegt wird.
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Die Kontaktscheiben 80 und 81 leiten eine gleichgerichtete Meßanzeige
auf ein Anzeigegerät 94 nuI während der geraden Viertelperioden. Somit kann ein
der vorerwähnten Gleichung (1) proportionales direktes Potential von dem Meßgerät
94 fortlaufend als Funktion der Tiefe der Elektrodenreihe in dem Bohrlocb registriert
werden.
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Die Erfindung kann demnach zur Erzielung einer Mehrzahl von Widerstandsmessungen
benutzt werden, von denen jede einen verschiedenen wirksamen Strcmpfad vorbestimmter
Form darstellt. Zu diesem Zweck kann eine Mehrzahl trennbarer Frequenzen verwendet
werden, und zwar je zwei für jede Messung des spezifischen Widerstandes längs einer
gegebenen vorbestimmten Bahn. Alternativ kann auch zeitliche Trennung verwendet
werden.
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Eine weitere Ausführungsform ist in Fig. 4 dargestellt, und zwar
zeigt diese ein Schaltschema entsprechend einer Abwandlung der Erfindung zur Erzielung
einer Mehrzahl von Widerstandsanzeigen, von denen jede den spezifischen Widerstand
längs verschiedener Bahnen durch die Formationen wiedergibt. Die Elektrodenreihe
95 besteht aus einer Mittelelektrode Mo und kurzgeschlossenen Elektrodenpaaren A3
und A4, As und A6, Ml und M2 sowie M3 und M4. Ein Strom von gleichbleibender Stärke
mit der Frequenz f1 wird von einem Oszillator 96 zwischen die Elektroden A3, A5,
A4, A, und Ei dpotential zugeleitet.
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Ein Strom von der Frequenz f2 wird von einem Cszillator 97 zwischen
die Elektroden A3 und A5 sowie A4 und A geleitet.
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Signale E1 und E2, welche den Potentialdifferenzen bei den Frequenzen
f1 und f2 zwischen der Elektrode M<> und einem Punkt 98 mit Erdpotential entsprechen,
werden vor eine Primärwicklung 99 eines Transformators 101 gelegt. Signale, welche
den Potentialen zwischen den Elektroden M1, M2 und dem Erdpotential entsprechen,
werden zu dem Eingang eines Verstärkers 102 mit veränderlichem Verstärkungsgrad
G geleitet. Diese Potentiale können mit E'l und E'2 bei den Frequenzen f1 und f2
bezeichnet werden. Nach der Verstärkung werden die Potentiale GE'1 und GE'2 zu einer
weiteren Primärwicklung 103 des Transformators 101 geleitet, welche in algebraischer
Addition zu der Wicklung 99 wirksam ist.
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Der Ausgang des Transformators 101 ist mit einem Verstärker 103 mit
festem Verstärkungsgrad verbunden. Der Verstärker 103 wirkt über ein Filter 104,
das die Frequenz fl unterdrückt, einen weiteren Verstärker 105 und einen Detektor
106, um die Verstärkung des Verstärkers 102 mit veränderlichem Verstärkungsgrad
in gleicher Weise zu steuern, wie der Verstärker 44 in der Einrichtung nach Fig.
2 gesteuert wird. Dementsprechend wird die Verstärkung G des Verstärkers 102 gleich
dem Verhältnis E2' E'2 gehalten. Ein Detektor 107 ist mit dem Ausgang des Verstärkers
103 verbunden und leitet ein Signal zu einem registrierenden Galvanometer 108, das
einem spezifischen Widerstand R' entspricht, dessen Bedeutung die gleiche ist wie
bei den Messungen nach schon vorgeschlagenen Verfahren.
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Gleichzeitig werden Signale, die dem Potential zwischen der Elektrode
M, und den Elektroden M3, M4 bei den Frequenzen f1 und f2 entsprechen, zu einer
Primärwicklung 109 eines Transformators 111 geleitet. Signale, welche den Potentialen
zwischen den Elektroden Ml, M2 und M3, M4 bei den Frequenzen f1 und f2 entsprechen,
werden zu dem Eingang eines weiteren Verstärkers 112 mit veränderlichem Verstärkungsgrad
geleitet, dessen Ausgang mit einer anderen Primärwicklung 113 des Transformators
111 verbunden ist, welche der Wicklung 109 entgegenwirkt. Ein Verstärker 114, ähnlich
dem Verstärker 103, ist mit dem Ausgang des Transformators 111 verbunden. Ein Filter
115, welches die Frequenz kl unter drückt, ein Verstärker 116 und ein Gleichrichter
117 koppeln den Ausgang des Verstärkers 114 mit dem Steuerkreis für den Verstärkungsgrad
des Verstärkers 112. Die Verstärkung des Verstärkers 112 wird demzufolge selbsttätig
in der vorher erörterten Weise gesteuert mit dem Ergebnis, daß die am Ausgang des
Verstärkers 114 auftretende
Meßanzeige proportional dem spezifischen
Widerstand R" ist. Dieses Signal kann mittels eines Gleichrichters 118 gleichgerichtet
werden und von einem Galvanometer 119 hoher Impedanz angezeigt werden.
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Wenn weder die Frequenz f1 noch die Frequenz f2 Null ist, kann zugleich
eine Messung des spontanen Potentials zwischen der Elektrode Mo und dem Erdpotential
mittels eines registrierenden Galvanometers 121 hoher Impedanz erhalten werden,
welches von den Wechselströmen durch eine Drosselspule 122 getrennt ist.
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In Fig. 5 ist ein Rechengerät 37 elektromechanischer Bauart dargestellt,
welches in der Meßvorrichtung nach Fig. 1 verwendet werden kann. Das Rechengerät
37 kann nach folgenden Grundsätzen aufgebaut sein. Die an den Widerständen 28, 29,
35 und 36 auftretenden Potentiale el, e2, e'l und e'2 können durch Gleichrichter
123, 124, 125 und 126 in Gleichspannungen umgesetzt werden.
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Dem Rechengerät 37 wird das gleichgerichtete Ausgangssignal von dem
Gleichrichter 125 über einen Spannungsteiler 127 mit dem Ergebnis zugleitet, daß
ein e'l proportionales Potential zwischen dem beweglichen Kontakt 128 und Erde auftritt.
Das Ausgangssignal aus dem Gleichrichter 126 wird einem Spannungsteiler 129 mit
einem beweglichen Kontakt 131 zugeleitet, der mechanisch mittels einer Welle 132
gesteuert wird, die ihrerseits von einem Servomotor 134 über ein Vorgelege 133 angetrieben
wird. Der Kontakt 131 ist elektrisch mit dem Eingang eines Servosteuerverstärkers
135 verbunden, an welchen auch der Kontakt 128 des Spannungsteilers 127 angeschlossen
ist.
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Das Potential an dem Kontaktarm 131 ist gleich be'2, wobei »B« den
veränderlichen Bruchteil des Gesamtwiderstandes des Spannungsteilers 129 zwischen
dem Arm 131 und Erde darstellt. Die algebraische Summe der beiden an dem Servokontrollvei
stärker 135 angelegten Potentiale ist proportional d,-be',, wobei zu beachten ist,
daß «2 negativ ist. Eine dieser Größe entsprechende Spannung dient als ein Fehlanzeigesignal,
um die Drehrichtung und -geschwindigkeit des Servomotors 134 zu überwachen.
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Wenn das Fehlanzeigesignal gleich Null wird, hat die Welle 132 den
Kontaktarm 131 in eine Lage bewegt, in welcher b proportional dem Verhältnis e;
ist.
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Ein weiterer Spannungsteiler 136 ist mit einem beweglichen Kontaktarm
137 ausgerüstet, der über Zahnräder mit der Welle 132 verbunden ist, mit dem Ergebnis,
daß der Kontaktarm 137 die Lage des Kontaktarmes 131 wiedergibt und ein dem Spannungsteiler
136 zugeleitetes Potential mit dem Bruchteils multipliziert wird. Das Ausgangssignal
von dem Gleichrichter 124 wird auf den Spannungsteiler 136 geleitet; dementsprechend
ist das an dem Kontaktarm 137 auftretende Potential proportional («2> («1>
be2 oder t (69t), Diese Spannung wird in einem Verstärker 138 verstärkt und in einer
Widerstandsanordnung 139 dem Ausgang des Gleichrichters 123 zugefügt, so daß über
einen Widerstand 141 eine Spannung auftritt, welche proportional R entsprechend
den oben erläuterten
Formeln (1) und (2) ist. Diese Spannung wird von dem Anzeigegerät
38 angezeigt.
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In der Praxis wird das Verhältnis e,l im allgemeinen «2 größer als
die Einheit sein. Wenn beispielsweise der von der Elektrode Ao ausgesandte Strom
1 Milliampere und der von den Elektroden Al und A2 ausgesandte Strom 100 Milliampere
beträgt, kann das Potentialverhältnis die Einheit unter gewissen Bedingungen übersteigen;
es wird jedoch niemals größer als ein gegebener Faktor, z. B. 10, sein. Um dieser
Bedingung zu genügen, kann der Kontakt 128 auf dem Spannungsteiler 127 so angeordnet
sein, daß das Potentiale'l durch einen FaktorlO vermindert und der Eingang zu dem
Verstärker 138 um diesen selben Faktor durch entsprechende Einstellung des Verstärkungsgrades
des Verstärkers 130 verstärkt wird.
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Selbstverständlich kann das Rechengerät zum Kombinieren der in dem
Bohrloch gemessenen Potentiale von beliebiger anderer Bauart sein, wie sie bei gleichartigen
Rechengeräten fachüblich ist. Auch können die Formeln (1) und (2) mathematisch umgewandelt
werden, so daß sich ihr Aussehen ändert, ohne daß ihre Gleichwertigkeit dadurch
berührt wird. Die daigestellten Einrichtungen zeigen nur Ausführungsbeispiele, ohne
daß die Erfindung auf diese beschränkt ist.
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PATENTANSPR8CHE: L. Gerät zur elektrischen Untersuchung von Erdformationen,
die von einem eine elektrisch leitende Flüssigkeit enthaltenden Bohrloch durchteuft
sind, bestehend aus einem System von in dem Bohrloch entlang geführten Elektroden
sowie Einrichtungen, um zwei dieser Elektroden elektrisch voneinander unabhängige
Ströme zuzuführen und die Potentialwerte an zumindest zwei Meßelektroden zu messen,
dadurch gekennzeichnet, daß eine Meßvorrichtung vorgesehen und mit zwei in das Bohrloch
versenkten Meßelektroden so verbunden ist, daß die von jedem der beiden Ströme an
den Meßelektroden auftretenden Potentialdifferenzen gegen einen Bezugspunkt sowie
gegeneinander gesondert gemessen werden können, so daß zumindest vier gegenseitig
unabhängige Potentialwerte erhalten werden.