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Vorrichtung und Verfahren zum Halten und Vereinzeln von ineinandergestapelten
Behältern aus Papier, Karton od. dgl.
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Zusatz zum Patent 945551 Die Erfindung hezieht sich auf einen Entnahmestapel
zum Vereinzeln von ineinandergestapelten konischen Behältern aus Papier, Karton
od. dgl. sowie auf ein Arl)eitsverfahren zum Vereinzeln der Behälter.
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Den Gegenstand des Hauptpatentes 945 551 bildet ein Entuahmestapel
für ineinandergestapelte konische Behälter, bei denen der den Behälterstrang aufnehmelde
Stapelschacht an seinem unteren Ende eine Querschnittsverengung aufweist, so daß
der Querschnitt des Stapelschachtes in diesem Bereich etwas kleiner ist als der
größte Querschnitt des Behälters.
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I)iese die Entnahme jeweils nur eines Behälters gestattende Querschnittsverengung
wird durch rippenartige, nach dem Innern des Stapelschachtes vorsprillgende Verdickungen
der unteren Kante von zwei sich gegenül,erliegenden Stapelwänden gebildet.
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Es hat sich nun bei der Verarbeitung insbesondere größerer Behälter
gezeigt, daß die beim Vereinzeln der Behälter zu üI,erwindende Reibung zwischen
der Innellseite des ahzuziellellden Behälters und der Außenseite des folgenden Behälters
größer ist als die durch die Verdickungen erzeugte Reibung, so daß die Entnahme
jeweils nur eiiies Behälters nicht immer gewährleistet ist. Zur Behel>ung dieses
Mangels ist hereits vorgeschlagen worden. die Querschnittsverengung des Stapelschachtes
durch ein oder mehrere nachgiebige Lippen zu hilden, die den Behälter allseitig
umfassend, sich mit elastischem Druck gegen die Behälterwandung anlegen. Bei dieser
ileliannten Ausführungsform ist die Anordnung so getroffen, daß die Lippen des den
Behälter allseitig umfassenden Rahmens in einer gemeinsamen Eehelle liegen, d. h.
in der gleichen Höhenlage an den Behälter angreifen. Diese Ausführungsform hereitet
jedoch Schwierigkeiten hei der Verarbeitung Voll Behältern, deren obere Begrenzungskanten
nicht in einer gemeinsamen Ebene liegen. also beispielsweise bei Behältern, deren
eine Wand eine als Verschlußklappe dienende Verlängerung trägt. Um nun eine gleichmäßige
Klemmwirkung auf dem oberen Behälterrand auszuüben und damit ein gleicHzeitiges
Freigelwen des oberen Behälterrandes beim Abziehen des Behälters vom Strang zu gewährleisten,
ist nun die Anordnung der Lippen so getroffen, daß sie in Anpassung an die Höhenlage
der zugeordneten Begrenzungskanten des Behälters zueinander versetzt sind.
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Eine weitere Voraussetzung für die störungsfreie Entnahme jeweils
eines Behälters bildet die lichte Weite des Stapelschachtes, die so bemessen ist,
daß auch der aus den größten Behältern gebildete Strang eine begrenzte Seitenhewegung
in dem Stapelschacht durchführen kann. Bei der Entnahme des Behälters wird nun so
verfahren, daß durch Schwenken des Be-
hälterstranges um die Querschnittsverengung
des rtapelschachtes eine der oberen Kanten des zu vereinzelnden Behälters sich unter
die Kante der zugeordneten Lippe setzt, so daß bei der in entgegengesetzter Richtung
erfolgenden Schwenkung des Behälterstranges sich diese Kante an der Lippe abstützt
und bei der Rückschwenkung des Stapels das zwangläufige Lösen des zu vereinzelnden
Behälters bewirkt.
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Zur Durchführung dieses Verfahrens findet eine Vorrichtung Verwendung,
die im wesentlichen aus einem den zu vereinzelnden Behälter erfassenden und von
dem Behälterstrang abziehenden Organ in Form eines Greifers oder einer Zange gebildet
wird, das nel)elì seiner in Längsrichtung des Behälterstranges vor sich gehenden
Bewegung eine quer zur Längsrichtung des Behälterstranges gerichtete Hin- und Herbewegung
durchführt.
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Im folgenden wird der Gegenstand der Erfindung an Hand eines Ausführungsbeispiels
beschrieben.
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Fig. 1 zeigt eine Vorderansicht des Entnahmestapels; Fig. 2 zeigt
eine Seitenansicht des Entnahmestapels mit der Vorrichtung zur Entnahme des untersten
Behälters; Fig. 3, 4 und 5 veranschaulichen die Lage des Behälters hzw. des Behälterstranges
in den einzelnen Phasen des Entnahmevorganges; Fig. 6 zeigt einen Schnitt durch
den Entnahmestapel in Höhe der Linie 6-6 der Fig. 1; Fig. 7 zeigt den Klemmrahmen
mit Gummilippen in perspektivischer Darstellung.
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Wie insbesondere aus der Querschnittszeichnung Fig. 6 in Verhindung
mit Fig. 1 und 2 hervorgeht,
besteht der Entnahmestapel aus der
an der Haltevorrichtung 1 befestigten Grundplatte 2, die zur Bildung der Seitenwand
3 rechtwinklig abgebogen ist. Gegenüber der Seitenwand 3 ist mittels Schrauben 4
die andere Seitenwand 5 in Form eines Winkels auf der Grundplatte 2 befestigt. Die
vierte Wand der Stapelschachtes wird durch eine vorzugsweise aus durch sichtigem
Werkstoff gefertigte Klappe 6 gebildet, die mittels eines Scharniers 7 an der Seitenwand
3 befestigt ist.
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Im Bereich des unteren Endes des Stapelschachtes sind an den Innenseiten
der Seitenwände 3 und 5 Führungsleisten 8 zur Aufnahme des insbesondere mit Fig.
7 verallschaulichtell Kleiuiurahmens 9 angeordnet. Dieser I<lemmrahmen 9 besteht
im wesentlichen aus einem oberen und einem unteren Deckblech 10 und 11, die durch
Schrauben 12 miteinander verbunden sind. Zwischen den Deckblechen 10 und 11 ist
die Gummi lippe 13 eingeklemmmt, die sich mit nachgiebigem Druck gegen drei Seiten
des Behälters 14 anlegt. Gegen die vierte, die Verschlußklappe 15 tragende Behälterwand
legt sich die Gummilippe 16 an, die auf einer Erhöhung 17 des Rahmens 9 mittels
einer Klemmleiste 18 befestigt ist.
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Für die mechanische Entnahme des untersten zu vereinzelnden Behälters
ist, wie insbesondere Fig. 2 zeigt, eine Vorrichtung vorgesehen, die im wesentlichen
aus einem den Behälter erfassenden Greiforgan 19 und einem das Greiforgan tragenden
Hebel 20 gebildet wird. Dieser Hebel 20 ist um den Bolzen 21 in der Vertikalen und
um den Bolzen 22 in der Horizontalen schwenkbar gelagert. Eine mit einem nicht dargestellten
Antrieb verbundene Zugstange 23 greift an dem Hebel 20 an und bewirkt dessen Auf-und
Abwärtsbewegung. Das im Takt des Arbeitsganges vor sich gehende Öffnen und Schließen
des Greifers 19 wird in bekannter Weise durch nicht dargestellte Mittel bewirkt.
Das vordere Ende des Hebels 20 ist in einer feststehenden Kurvenbahn 24 geführt,
durch deren Formgebung dem Hebel 20 bei seiner Auf- und Abwärtsbewegung eine seitliche
Hin- und Herbewegung erteilt wird.
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Der Vereinzelungsvorgang ist mit den Fig. 3, 4 und 5 veranschaulicht.
Nachdem der Hebel 20 seine oberste Stellung erreicht und mit dem Greifer 19 den
unteren Behälterrand erfaßt hat, führt er, wie aus Fig. 3 hervorgeht, gesteuert
durch die Kurvenbahn 24, bei Beginn seiner Abwärtsbewegung eine begrenzte, nach
links gerichtete Schwenkbewegung durch, wodurch die rechte obere Begrenzungskante
des Behälters aus dem Wirkungsbereich der zugeordneten Lippe 13 herausbewegt wird.
Die anschließend einsetzende nach rechts gerichtete Bewegung bewirkt, wie Fig. 4
zeigt, eine Freigabe der linken oberen Begrenzungskante des Behälters von der ihr
zugeordneten Lippe 13. Mit der weiteren Rechtsbewegung des Greifers 19 stützt sich
die rechte obere Begrenzungskante des Behälters gegen die zugeordnete Lippe 13 ab.
wodurch, wie Fig.S zeigt, mit der weiteren nach unten gerichteten Bewegung des
Greifers
19 das völlige Abziehen des unteren Behälters von dem Behälterstrang bewirkt wird.
Am Ende der Abwärtsbewegung des Hebels 20 wird der Behälter unter gleichzeitiger
Öffnung des Greifers 19 auf eine Unterlage 25, die einen Teil einer Fördervorrichtung
bilden kann. abgesetzt.
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Die Anwendung des vorbeschriebenen Arbeitsverfahrens ist nicht auf
die vorbeschriebene Ausführungsform der Vereinzelungsvorrichtung beschränkt; vielmehr
können zur Erzielung der gewünschten Wirkung andere geeignete Einrichtungen Verwendung
finden, die den zu vereinzelnden Behälter erfassen und von dem Behälterstrang abziehen
und dabei neben einer in Längsrichtung des Behälterstranges vor sich gehenden Bewegung
eine quer zur Längsrichtung des Behälterstranges gerichtete Hin- und Herbewegung
durchführen. Weiter kann das Arbeitsverfahren unter Verwendung des in vorstehend
beschriebener Weise ausgebildeten Stapelscbadites auch von Hand durch geführt werden.
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PATENTAXSPRSCEIE 1. Vorrichtung zum Halten und Vereinzeln von ineinandergestapelten
konischen Behältern aus Papier, Karton od. dgl. mit einem Stapelschacht, dessen
Ouerschnitt im Bereich der Entnahmeöffnung enger ist als der größte Behälterquerschnitt,
nach Patent 945 551, wobei die Querschnittsverengung durch einen den jeweils untersten
Behälterrand allseitig umfassenden lippenartigen Rahmen aus Gummi od. dgl. gebildet
ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Lippen (13, 16) des den Behälter (14) allseitig
umfassenden Rahmens unter Anpassung an die Höhenlage der oberen Begrenzungskanten
des Behälters versetzt zueinander angeordnet sind.