DE10337985B4 - Schweißpunktbohrer - Google Patents
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Abstract
Schweißpunktbohrer
bestehend aus einem Aufnahmeschaft und einem Bohrkopf mit Spannuten,
wobei der Bohrkopf (3) mindestens zwei konkav ausgebildete Hauptschneidkanten
(5) mit einer vorderen und hinteren Freifläche (6,7) und eine Zentrierspitze
(4) mit Querschneide aufweist, und dabei jede Querschneide aus einer
an die Hauptschneidkante (5) zum Zentrum hin angrenzenden Spitzenschneidkante
(8) mit einem Spanwinkel Null, einer Schneidkante (13) und einer
Spitzenschneide (9) besteht, wobei an die Schneidkante (13) und
die sich anschließende
Spitzenschneide (9) eine bikonkave Freifläche (10) mit negativen Ausspitzwinkel
angrenzt, und alle Schneiden (5, 8, 13, 9) im μm-Bereich kantenverrundet ausgebildet
sind.
Description
- Die Erfindung betrifft ein Bohrwerkzeug mit mindestens zwei Schneiden.
- Insbesondere in der Automobilindustrie kommen Karosseriebleche zum Einsatz, die durch eine immer höhere Festigkeit gekennzeichnet sind und die mittels Punktschweißen verbunden werden. Um bei anfallenden Reparaturarbeiten die entsprechenden Bleche wieder trennen zu können, müssen die Punktschweißstellen sauber aufgebohrt werden. Wie bereits im Stand der Technik der
DE 202 10 909 U1 ausgeführt, ist der Einsatz bekannter zweischneidiger Bohrwerkzeuge mit einer Reihe von Problemen, wie ein starkes Verkanten im Werkstück, was zu Beschädigungen führen kann, als auch das relativ schnelle Stumpfwerden, behaftet. Die hohe Belastung der Schneiden führt auch zu einer starken Erwärmung, was wiederum die Standzeit der Bohrwerkzeuge verkürzt. Dementsprechend wird in dieser Schrift ein dreischneidiges Bohrwerkzeug mit Zentrierkegel vorgeschlagen. Das Material des Bohrwerkzeuges soll möglichst hartes Material sein. Der Einsatz von Vollhartmetall-Werkzeugen ist jedoch problematisch, da Hartmetall sehr schnell an der Spitze oder an der Schneide bricht. Mit derDE 199 83 068 T1 wird ein Bohrer vorgestellt, der mit Spanentleerungsnuten, Fasen und mit einem im Wesentlichen spitzenförmigen Vorderende versehen ist. Der Bohrer ist zum Bohren in Vollmaterial für relativ große Bohrungstiefen geeignet. Durch seine Stirngeometrie ist er völlig ungeeignet zum Abbohren von Schweißpunkten. Mit derDE 197 57 242 A1 wird ein Bohrwerkzeug für Bohrungen in Vollmaterial, bestehend aus einem beschichteten Cermetschneidwerkstoff, bekannt gemacht. Durch die mechanische Bearbeitung der Freifläche und der Spanfläche kann eine Steigerung der Standfestigkeit der Cermetschneidplatte erreicht werden. Das vorgestellte Bohrwerkzeug ist jedoch ebenfalls ungeeignet zum Abbohren von Schweißpunkten. - Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein neues Bohrwerkzeug mit wesentlich höheren Standzeiten zu schaffen, mit dem hochfeste Bleche sowie Punktschweißstellen bearbeitet werden können.
- Erfindungsgemäß wird die Aufgabe mit einem Schweißpunktbohrer bestehend aus einem Aufnahmeschaft und einem Bohrkopf mit Spannuten, wobei der Bohrkopf mindestens zwei Hauptschneidkanten mit einer vorderen und hinteren Freifläche und eine Zentrierspitze mit Querschneide aufweist, dadurch gelöst, dass die Hauptschneidkanten konkav ausgebildet sind, dass jede Querschneide aus einer an die Hauptschneidkante zum Zentrum hin angrenzenden Spitzenschneidkante mit einem Spanwinkel Null bzw. nahe Null, einer Schneidkante und einer Spitzenschneide besteht, dass an die Schneidkante und die sich anschließende Spitzenschneide eine bikonkave Freifläche mit negativen Ausspitzwinkel angrenzt und dass sämtliche Schneiden des Schweißpunktbohrers im μm-Bereich kantenverrundet ausgebildet sind. Vorteilhafterweise sind die vorderen Freiflächen mit der Hauptschneidkante mit einem Stirnfreiwinkel nahe 10° und die sich daran anschließenden hinteren Freiflächen mit einem Hinterschliff nahe 12° versehen. Besonders geeignet ist der Bohrkopf, wenn er aus einem Hartmetall mit einem Kobaltgehalt von mindestens 12% hergestellt wird. Der wesentliche Vorteil der Erfindung besteht in der Kantenverrundung sämtlicher Schneiden, wodurch ein Ausbrechen besonders in der Anfangsphase der Benutzung des Schweißpunktbohrers weitestgehend vermieden wird und somit eine wesentliche Erhöhung der Standzeiten des Schweißpunktbohrers erzielt wird.
- Die Erfindung soll nachstehend anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert werden. Die Zeichnungen zeigen:
-
1 : eine schematische Seitenansicht des Schweißpunktbohrers und -
2 : eine Draufsicht auf die Bohrspitze. - Der Schweißpunktbohrer
1 besteht, wie aus1 ersichtlich, aus dem Aufnahmeschaft2 und dem Bohrkopf3 mit einer Zentrierspitze4 . Die zwei Hauptschneidkanten5 sind die Vorderkanten der vorderen Freiflächen6 und wie aus2 ersichtlich konkav ausgebildet. Die Hauptschneidkanten5 sind zunächst scharfkantig geschliffen und danach im μm-Bereich kantenverrundet erstellt worden. Die vordere Freifläche6 ist gegenüber der hinteren Freifläche7 schmaler mit einem Stirnfreiwinkel nahe 10° ausgebildet. Die hintere Freifläche7 hat einen Hinterschliff nahe 12°. Die vordere Freifläche6 ist im Randbereich durch die Rundschleifphase11 begrenzt. Der Kreisbogen ist Teil des Kreises, dessen Durchmesser dem des Schweißpunktbohrers1 entspricht. Um eine Verringerung des Reibkoeffizienten zu erreichen, ist die Rückenfreifläche12 gemäß2 gestaltet. Im Zentrum der Bohrspitze befindet sich die Zentrierspitze4 , mit der Spitzenschneidkante8 , die einen Spanwinkel von Null Grad (bzw. nahe Null Grad, d.h. im Intervall liegend zwischen +5° und –5°) aufweist. An die Spitzenschneidkante8 schließt sich die Schneidkante13 an, die ihrerseits in die Spitzenschneide9 übergeht und genau im Zentrum liegt. An die Schneidkante13 und die Spitzenschneide9 grenzen bikonkave Freiflächen10 an, die einen negativen Ausspitzwinkel aufweisen. Die Spitzenschneide9 und die Schneidkante13 wirken schabend. Der eigentliche Zerspanungsprozess beginnt mit der Wirkung der Spitzenschneidkante8 . Die Herstellung der erfindungsgemäßen Schweißpunktbohrer1 erfolgt durch Schleifen. Der Schweißpunktbohrer1 kann in verschiedenen Durchmessern erstellt werden, wobei die Geometrie der Schneiden und Freiflächen beibehalten bleiben und sämtliche als Schneiden ausgebildete Kanten homogen kantenverrundet ausgebildet sind. Eine weitere Erhöhung der Standzeit des Schweißpunktbohrers kann dadurch erfolgen, dass der Schweißpunktbohrer mit einer Hartstoffbeschichtung, nämlich Titan-Aluminiumnitrid- Beschichtung versehen wird. -
- 1
- Schweißpunktbohrer
- 2
- Aufnahmeschaft
- 3
- Bohrkopf
- 4
- Zentrierspitze
- 5
- Hauptschneidkante
- 6
- vordere Freifläche
- 7
- hintere Freifläche
- 8
- Spitzenschneidkante
- 9
- Spitzenschneide
- 10
- bikonkave Freifläche
- 11
- Rundschleifphase
- 12
- Rückenfreifläche
- 13
- Schneidkante
Claims (5)
- Schweißpunktbohrer bestehend aus einem Aufnahmeschaft und einem Bohrkopf mit Spannuten, wobei der Bohrkopf (
3 ) mindestens zwei konkav ausgebildete Hauptschneidkanten (5 ) mit einer vorderen und hinteren Freifläche (6 ,7 ) und eine Zentrierspitze (4 ) mit Querschneide aufweist, und dabei jede Querschneide aus einer an die Hauptschneidkante (5 ) zum Zentrum hin angrenzenden Spitzenschneidkante (8 ) mit einem Spanwinkel Null, einer Schneidkante (13 ) und einer Spitzenschneide (9 ) besteht, wobei an die Schneidkante (13 ) und die sich anschließende Spitzenschneide (9 ) eine bikonkave Freifläche (10 ) mit negativen Ausspitzwinkel angrenzt, und alle Schneiden (5 ,8 ,13 ,9 ) im μm-Bereich kantenverrundet ausgebildet sind. - Schweißpunktbohrer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die vorderen Freiflächen einen Stirnfreiwinkel nahe 10° und die hinteren Freiflächen einen Hinterschliff nahe 12° aufweisen.
- Schweißpunktbohrer nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Bohrkopf aus einem Hartmetall mit einem Kobaltgehalt von mindestens 12% besteht.
- Schweißpunktbohrer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Spanwinkel der Spitzenschneidkante im Intervall von +5° bis –5° liegt.
- Schweißpunktbohrer nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Schweißpunktbohrer mit einer Titan-Aluminiumnitrid-Beschichtung versehen ist.
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2003
- 2003-08-14 DE DE2003137985 patent/DE10337985B4/de not_active Expired - Fee Related
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