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TECHNISCHES
GEBIET
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Die Erfindung bezieht sich auf eine
thermische Turbomaschine mit mindestens zwei Turbinenschaufeln,
welche an der Schaufelspitze ein sich senkrecht zur Schaufellängsachse
erstreckendes, partielles Deckbandelement aufweisen.
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STAND DER TECHNIK
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US-A-5,460,486 offenbart eine Turbinenschaufel
mit einem ganzen Deckband. Ein partielles Deckband ist aus EP-A2-1
013 884 bekannt. Die Verwendung eines partiellen Deckbands hat viele
Vorteile in Bezug auf die mechanische Integrität vor allem bei den in der
Gasturbine vorliegenden Temperaturen und bei den Anforderungen,
die insbesondere an die Dichtrippen, welche sich am Deckbandelement befinden
und welche sich in das gegenüberliegende Wärmeschutzschild
einarbeiten, gestellt werden. Das Problem bei der Verwendung dieses
partiellen Deckbandelements besteht allerdings darin, dass durch die
partielle Abdeckung des Schaufelkanals insbesondere im Bereich der
Hinterkante der Turbinenschaufel aerodynamische Verluste entstehen.
Das partielle Deckband verändert
den engsten Querschnitt und damit die Anströmwinkel der nächsten Schaufelreihe
und somit das Stufendruckverhältnis. Ausserdem
werden durch herkömmliche
partielle Deckbänder
Sekundärströmungen induziert
wodurch Leistung und Wirkungsgrad der Turbinenstufe reduziert werden.
Zudem erschwert die komplexe lokale Strömungsstruktur eine effiziente
Filmkühlung
von Deckband und Schaufelspitze.
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DARSTELLUNG
DER ERFINDUNG
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Ziel der Erfindung ist es, die genannten Nachteile
zu vermeiden. Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, eine thermische
Turbomaschine mit Turbinenschaufeln mit einem partiellen Deckband
zu schaffen, in welcher aerodynamische Verluste minimiert werden,
ohne auf die mechanischen Vorteile eines partiellen Deckbands zu
verzichten.
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Erfindungsgemäss wird die Aufgabe durch eine
thermische Turbomaschine gemäss
dem Oberbegriff des Anspruchs 1 dadurch gelöst, sich das Deckband im hinteren
Teil der Turbinenschaufeln bis zu einem Bereich von maximal +/– 3% axialer
Sehnenlänge
um den engsten Querschnitt erstreckt.
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Vorteilhaft wird durch diese Anordnung
der engste Querschnitt des Haupströmungskanals nicht verändert und
somit eine Anpassung des Anströmwinkels
der nächsten
Schaufelreihe und des Stufendruckverhältnisses ermöglicht.
Ausserdem werden zusätzliche
Leckage und die damit verbundene Entwicklung von verlustbehafteten
Sekundärströmungen vermindert
und somit die aerodynamischen Verluste gegenüber herkömmlichen partiellen Deckbändern reduziert.
Gleichzeitig werden die günstigen
Eigenschaften in bezug auf die mechanische Integrität des Deckbands
durch das geringere Gewicht gegenüber vollen Deckbändern erhalten.
Daher wird durch diese Anordnung eine Anwendung des Deckbandes in
thermisch und mechanisch hochbelasteten Stufen ermöglicht,
wo eine Verwendung voller Deckbänder nicht
möglich
ist. Der engste Querschnitt des Schaufelkanals ist auf diese Weise
voll abgedeckt, ohne dass die Turbinenschaufel den hohen mechanischen Spannungen
eines vollen Deckbandes ausgesetzt ist.
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In einer weiteren Ausführungsform
erstreckt sich das Deckband zusätzlich
im vorderen Teil lokal bis zur Schaufelspitze der Turbinenschaufeln.
Dabei kann sich der vordere Teil des Deckbands beispielsweise entweder
nur im Bereich der Saugseite der Turbinenschaufeln oder über den
ganzen Bereich der Vorderkante erstrecken.
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In einer weiteren, vorteilhaften
Ausführungsform
münden
erste Kühlkanäle derart
in weitere Kühlkanale,
dass die seitliche Kante des Deckbandelements durch Prallkühlung kühlbar ist.
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Ein Vorteil besteht darin, dass die
erhöhte, seitliche
Kante des Deckbandelementes durch Prallkühlung effizienter als bisher
gekühlt
werden kann. Es ist weiter vorteilhaft, wenn die weiteren Kühlkanale
an der der Hinterkante der Turbinenschaufel zugewandten Aussenkante
des Deckbandelements in den Aussenraum münden. Dies kann beispielsweise
hinter einer letzten Dichtrippe, welche sich auf dem Deckbandelement
befindet, sein. Daraus resultiert ein geringerer Gegendruck für die Kühlluftströmung im
Vergleich mit den aus dem Stand der Technik bekannten Ausführungsformen.
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Die ersten Kühlkanäle können vorteilhaft zumindest
annähernd
parallel zur Bewegungsrichtung der Turbinenschaufel verlaufen, während die
weiteren Kühlkanäle im wesentlichen
annähernd
parallel zu der die Turbinenschaufel umgebenden Heissgasströmung angeordnet
sein können.
Die weiteren Kühlkanäle können sich
in den seitlichen Kanten des Deckbandelements befinden, so dass
die seitliche Kanten neben der Prallkühlung auch durch Konvektion
kühlbar
sind. In diese Kavität
ist durch eine sich in der Gehäusewand
befindende Leitung ein Kühlmedium
einbringbar. Mindestens eine Dichtrippe kann vorteilhaft auch geneigt
sein.
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Vorteilhaft kann die Kühlluft,
welche durch das Deckbandelement strömt, in Richtung der Heissgasströmung in
den die Turbinenschaufel umgebenden Aussenraum eingeblasen werden.
Dadurch werden die Sekundärverluste
reduziert, da eine Beschleunigung und eine Umlenkung in Richtung
der Hauptströmung,
wie bei tangentialen Austritten bekannt, entfällt.
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Bei der Turbinenschaufel kann es
sich um eine Leit- oder um eine Laufschaufel einer Gasturbine handeln.
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KURZE BESCHREIBUNG
DER ZEICHNUNGEN
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Die Erfindung wird anhand der beigefügten Zeichnungen
illustriert, wobei
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1 eine
Turbinenschaufel mit einem partiellen Deckbandelement gemäss dem Schnitt
I-I in der 2b in einem
Gehäuse
zeigt, 2a eine Ansicht gemäss dem Schnitt
II-II der 1 auf eine
erste Ausführungsform
einer Turbinenschaufel mit einem erfindungsgemässen Deckband darstellt,
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2b eine
Ansicht gemäss
dem Schnitt II-II der 1 auf
eine zweite Ausführungsform
einer Turbinenschaufel mit einem erfindungsgemässen Deckband darstellt und
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3 eine
Ansicht gemäss
dem Schnitt III-III der 2b auf
eine Ausführungsform
eines Kühlsystems
innerhalb des erfindungsgemässen
Deckbandelements darstellt.
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Es werden nur die für die Erfindung
wesentlichen Elemente dargestellt. Gleiche Elemente werden in unterschiedlichen
Figuren mit gleichen Bezugszeichen versehen. Strömungsrichtungen werden mit
Pfeilen angegeben.
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WEG ZUR AUSFÜHRUNG DER
ERFINDUNG
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In der 1 ist
eine Turbinenschaufel 1, also eine Leit- oder Laufschaufel
einer Gas- oder Dampfturbine dargestellt. Die Turbinenschaufel 1 ist
an einem (nicht dargestellten) Rotor oder Stator angeordnet und
weist ein Schaufelblatt 2, mit einer Schaufelspitze 3,
einer Vorderkante 4, einer Hinterkante 5 und einer
Saug- und einer Druckseite 11, 12 auf. Diese Turbinenschaufel 1 ist
einer Gehäusewand 9 gegenüberliegend
angeordnet und ist an ihrer Schaufelspitze 3 mit einem
sich quer zur Schaufelspitze 3 erstreckenden, partiellen
Deckbandelement 6 ausgestattet. Sie wird von Heissgas 10 während des
Betriebes angeströmt.
Das Deckbandelement 6 bildet mit den anderen (nicht dargestellten)
Turbinenschaufeln 1 ein durchgehendes, mechanisch stabilisiertes
Deckband. Denkbar ist jedoch auch, das Deckband ohne Kopplung auszuführen. Die
Turbinenschaufel 1 weist im Inneren einen Hohlraum 15 auf,
der von einem oder mehreren Kühlluftkanälen durchzogen
ist. Kühlluft 14 wird
während
des Betriebs der Turbinenschaufel 1 vom (nicht in der 1 dargestellten) Schaufelfuss
bis in die Schaufelspitze 3 geleitet. Innerhalb des Deckbandelementes 6 befinden
sich Kühlkanale 13, durch
die die Kühlluft 14 weiter
strömt.
Die vorliegende Erfindung kann jedoch zur Verringerung von Leckagen
und Sekundärverlusten
auch bei ungekühlten Turbinenschaufeln 1 eingesetzt
werden. Das Deckbandelement 6 hat auf seiner Oberseite
mindestens zwei parallel in Bewegungsrichtung der Schaufelspitze 3 verlaufende
Dichtrippen 7, die zusammen mit der gegenüberliegenden
Gehäusewand 9 der
Gasturbine eine durch Spalte mit der Umgebung verbundene Kavität 8 bilden.
Wie in der 1 angedeutet, kann
es zur weiteren Kühlung
auch möglich
sein, dass durch die Gehäusewand 9 ein
Kühlmedium
eingeblasen wird. Die gegenüberliegende
Gehäusewand 9 ist üblicherweise
mit einem leicht abreibbaren Belag wie zum Beispiel Honigwaben ausgeführt. Entsprechend
dem jeweiligen Anwendungsfall sind jedoch auch eine, zwei oder mehrere
Dichtrippen 7 denkbar. Die axiale Position der Dichtrippen 7 ist
beliebig, d.h. die erste Dichtrippe 7 kann z. B. auch direkt
an der Vorderkante 4 stehen. Die Dichtrippen 7 können auch,
wie in der 1 angedeutet,
geneigt sein, so zum Beispiel entgegen der Strömungsrichtung.
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Wie aus der 2a, welche eine Ansicht einer ersten
Ausführungsform
der Turbinenschaufeln 11 , 12 gemäss dem Schnitt II-II in der 1 zeigt, ersichtlich, erstreckt
sich das Deckbandelement 6 zwischen den Dichtrippen 7 lediglich
partiell auf einen mittleren Bereich des Schaufelblattes 2.
Erfindungsgemäss
erstreckt sich das Deckband zusätzlich
im hinteren Teil der Turbinenschaufeln 1, 11 , 12 bis
zum engsten Querschnitt (engl. throat) zwischen der Hinterkante 5 und
Druckseite 12 der ersten Turbinenschaufel 11 und der zweiten, benachbarten Turbinenschaufel 12 . Vorteilhaft wie in der 2a schematisch angedeutet,
kann das Deckband im hinteren Teil der Turbinenschaufeln 1, 11 , 12 bis
zu einem Bereich y von maximal +/– 3% der axialer Sehnenlänge x vom engsten
Querschnitt parallel zum engsten Querschnitt angeordnet sein.
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Vorteilhaft wird durch diese Anordnung
der engste Querschnitt nicht verändert
und somit eine Anpassung des Anströmwinkel der nächsten Schaufelreihe
des Stufendruckverhältnisses
ermöglicht. Ausserdem
werden Leckage und die damit verbundene Entwicklung von verlustbehafteten
Sekundärströmungen vermindert
und somit die aerodynamischen Verluste gegenüber herkömmlichen partiellen Deckbändern reduziert.
Gleichzeitig werden die günstigen
Eigenschaften in Bezug auf die mechanische Integrität des Deckbands
durch das geringere Gewicht gegenüber vollen Deckbändern erhalten. Daher
wird durch diese Anordnung auch eine Anwendung des Deckbandes in
thermisch und mechanisch hochbelasteten Stufen ermöglicht,
wo eine Verwendung voller Deckbänder
nicht möglich
ist.
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Die 2b zeigt
die Ansicht einer zweiten Ausführungsform
einer Turbinenschaufel 1 gemäss dem Schnitt II-II in der 1. In dieser Ausführungsform
erstreckt sich das Deckband zusätzlich
zu dem hinteren Teil entsprechend dem Ausführungsbeispiel der 2a im vorderen Teil bis
zur Vorderkante 4 der Turbinenschaufeln 11 , 12 . Der vordere Teil des Deckbands kann
sich entweder nur lokal z.B. im Bereich der Saugseite (2b, oben) der Turbinenschaufeln 11 , 12 oder über den
ganzen Bereich (2b,
unten) der Vorderkante erstrecken. Dies ist insbesondere bei passiver
Kühlung
des Deckbandelementes von Vorteil, weil ein Abfliessen der Kühlluft über die
Saugseite der Schaufel verhindert werden soll. Wie aus der 2b ersichtlich, kann die
Hinterkante des Deckbandes zwischen dem Turbinenschaufeln 11 , 12 gemäss einer
vorteilhaften Ausführungsform
der Erfindung auch gekrümmt
verlaufen. Es ist nicht notwendig, dass sie parallel zum engsten
Querschnitt verläuft,
sondern im Rahmen der vorliegenden Erfindung kann die Hinterkante
einen beliebigen Verlauf innerhalb des skizzierten Bereiches y annehmen.
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Wie aus der 2b weiter ersichtlich, befindet sich
der Hohlraum 15 in Verbindung mit den ersten Kühlkanälen 13.
Diese ersten Kühlkanäle 13 sind in
Rotationsrichtung der Turbinenschaufel 1 vom Hohlraum 6 zur
einer seitlichen Kante 17 des Deckbandelements 6 hin
angeordnet, wie dies auch in der 3,
welche den Schnitt III-III in der 2b zeigt, sichtbar
ist. Zur Einstellung der Kühlluftmenge
befinden sich in den ersten Kühlkanälen 13 in
unmittelbarer Nähe
zum Hohlraum 15 Drosselstellen 19. Diese ersten
Kühlkanäle 13 münden derart
in den seitlichen Kanten 17 des Deckbandelements 6 in
weitere Kühlkanäle 16,
dass die üblicherweise
verstärkt
ausgeführten
Kanten 17 durch (Prall-)Kühlung effizienter als bisher
gekühlt
werden können.
Diese Aufdickung (engl. shroud rail, sichtbar in der 3) der seitlichen Kante 17 ist
aus mechanischen Gründen
besonders wichtig. Eine gute Kühlung
ist deshalb wichtig, da die mechanische Festigkeit mit zunehmender
Temperatur sinkt und so ein Versagen des ganzen Deckbandelements 6 auftreten
kann.
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Die weiteren Kühlkanäle 16 wiederum verlaufen
in annähernd
paralleler Richtung zu der die Turbinenschaufel 1 umgebenden
Strömung
des Heissgases 10 und münden
an der der Hinterkante 5 der Turbinenschaufel 1 zugewandten
Aussenkante 18 hinter der zweiten bzw. allgemein gesprochen
hinter der letzten Dichtrippe 7 (gesehen in Richtung der Hinterkante 5 der
Turbinenschaufel 1) in den Aussenraum. Dadurch steht der
Kühlluft
ein geringerer Gegendruck entgegen, wodurch eine Verringerung des Speisedrucks
ermöglicht
wird. Denkbar ist gemäss dieser
Ausführungsform
im Prinzip jeder beliebige Verlauf der weiteren Kühlluftkanäle 16,
sofern der Austritt der Kühlluftbohrungen
in den Aussenraum hinter der zweiten bzw. hinter der letzten Dichtrippe 7 angeordnet
ist und dem Zweck der Kühlung
dient. Die weiteren Kühlkanäle 16 können sich
beispielsweise in den seitlichen Kanten 17 des Deckbandelements 6 befinden,
so dass die seitliche Kanten 17 neben der Prallkühlung durch
Konvektion kühlbar
sind.
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Vorteilhaft kann weiter durch diese
Anordnung der weiteren Kühlkanälen 16 die
Kühlluft 14, welche
durch das Deckbandelement 6 strömt, in Richtung der Strömung des
Heissgases 10 in den die Turbinenschaufel 1 umgebenden
Aussenraum eingeblasen werden. Dadurch werden die Sekundärverluste
reduziert, da eine Beschleunigung und eine Umlenkung in Richtung
der Hauptströmung,
wie bei tangentialen Austritten bekannt, entfällt.
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Die Kühlkanäle 13, 16 sind
in der 2b nur an einer
Seite eines Deckbandelements 6 gezeigt. Dies geschieht
jedoch nur beispielhaft. Auch die anderen Teile des Deckbandelements
können
selbstverständlich
mit diesen Kühlkanäle 13, 16 durchzogen
sein.
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- 1,
11, 12
- Turbinenschaufel
- 2
- Schaufelblatt
- 3
- Schaufelspitze
- 4
- Vorderkante
- 5
- Hinterkante
- 6
- Deckbandelement
- 7
- Dichtrippe
- 8
- Kavität
- 9
- Gehäusewand
- 10
- Heissgas
- 11
- Saugseite
- 12
- Druckseite
- 13
- Kühlkanal
- 14
- Kühlluft
- 15
- Hohlraum
- 16
- Weiterer
Kühlkanal
- 17
- Kante
des Deckbandelements 6, seitlich
- 18
- Aussenkante
des Deckbandelements 6, hinten
- 19
- Drosselstelle
- x
- axiale
Sehnenlänge
der Turbinenschaufel 1
- y
- 3%
der axialer Sehnenlänge
x