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Die
Erfindung betrifft eine Aufspulmaschine zum kontinuierlichen Aufwickeln
von Fäden
gemäß dem Oberbegriff
des Anspruchs 1.
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Bei
der Herstellung von schmelzgesponnen Fäden in einem Spinnprozeß werden
die Fäden
am Ende des Herstellungsprozesses zu Spulen aufgewickelt. Hierzu
werden Aufspulmaschinen eingesetzt, die eine Faden kontinuierlich
ohne Prozeßunterbrechung
zu Spulen wickeln. Derartige Aufspulmaschinen verfügen hierzu über mehrere
Spulspindeln, die an einem beweglichen Spindelträger gehalten sind und mittels
des Spindelträgers
abwechselnd in einen Wickelbereich zum Aufspulen der Fäden und
in einen Wechselbereich zum Abnehmen der fertiggestellten Spulen
und Aufstecken neuer Hülsen.
Der Fadenwechsel von einer ersten Spulspindel zu einer zweiten Spulspindel
erfolgt automatisch, so daß keine
Unterbrechung des Spinnprozesses erforderlich ist.
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Um
nach einer Abnahme einer fertiggewickelten Spule eine oder mehrere
Hülsen
auf die in dem Wechselbereich gehaltene Spulspindel aufzustecken,
sind für
derartige Aufspulmaschinen im Stand der Technik verschiedene Systeme
bekannt.
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In
der
DE 24 27 016 ist
eine Aufspulmaschine mit einem drehbaren Spindelträger, an
welchem zwei auskragend gelagerte Spulspindeln gehalten sind, offenbart.
Hierbei besitzt die Aufspulmaschine eine Bestückungseinrichtung zum Aufstecken
der Hülsen
auf eine leere Spulspindel im Wechselbereich. Die Bestückungseinrichtung
weist einen Greifarm auf, der schwenkbar an einer Achse gelagert
ist. Der Greifarm ist an der Achse axial verschiebbar. Zum Aufstecken
einer Hülse
auf die im Wechselbereich gehaltenen Spulspindel wird durch den
Greifarm eine Hülse
aus einem Hülsenmagazin
entnommen und durch Schwenken und axiales Verschieben auf die leere
Spulspindel aufgesteckt. Hierbei bleibt die Position der Spulspindel
in dem Wechselbereich unverändert.
Eine derartige Bestückungseinrichtung ist
jedoch für
Aufspulmaschinen nicht geeignet, bei welcher der Spin delträger eine
Ausweichbewegung ausführt,
um im Wickelbereich einen Spulenzuwachs an der im Wickelbereich
gehaltenen Spulspindel zu ermöglichen.
Insbesondere beim Aufwickeln von sogenannten spinntexturierten Fäden, bei
welcher Fäden
mit größeren Fadentitern
hergestellt werden und somit einen schnellen Spulenzuwachs zur Folge
haben, ist ein Anhalten des Spindelträgers zum Wechseln der Vollspulen
oder zum Aufstecken der Hülsen kaum
möglich.
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Bei
derartigen Aufspulmaschinen, bei welchen der Spindelträger eine
Ausweichbewegung zum Wickeln der Spulen ausführt, werden die fertig gewickelten
Spulen und die Hülsen
von den Spulspindeln mittels sogenannter Doffer automatisiert abgenommen
bzw. aufgesteckt. Aus der
EP
07 57 658 A1 ist beispielsweise eine derartige Aufspulmaschine bekannt,
bei welcher ein verfahrbarer Doffer mit einem Dorn ausgerüstet ist,
auf dem sich die Hülsen befinden.
Der Doffer fährt
eine bestimmte Spulspindelposition der Aufspulmaschine an und schiebt
die Hülsen
auf die leere Spulspindel. Hierbei ist es jedoch erforderlich, daß im Moment
der Bestückung der
Spulspindel mit Hülsen
keine Bewegung des Spindelträgers
stattfindet. Beim Aufwickeln von Fäden mit dicken Fadentitern
stehen jedoch nur sehr kurze Wechselzeiten zur Verfügung. Jegliche
Störung
bei einem derartigen zeitkritischen Vorgang des Hülsenbestückens, würde somit
zum Abbruch des Bestückens
führen
und ein neuer Vorgang bei veränderter
Position der Spulspindel müßte gestartet
werden.
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Es
ist nun Aufgabe der Erfindung eine Aufspulmaschine der gattungsgemäßen Art
derart weiterzubilden, daß das
Bestücken
der Hülsen
auch bei sehr kurzen Stillstandszeiten der Spulspindel auf einfache
Art und Weise ausführbar
ist.
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Diese
Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine
Aufspulmaschine mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
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Vorteilhafte
Weiterbildungen der Erfindung sind durch die Merkmale und Merkmalskombinationen
der Unteransprüche
definiert.
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Die
Erfindung zeichnet sich dadurch aus, daß eine Bewegung der Spulspindel
im Wechselbereich sich unkritisch auf das Bestücken der Spulspindel mit neuen
Hülsen
auswirkt. Hierzu ist das Führungsmittel
zum Aufstecken der Hülsen
zumindest für
eine kurze Zeitdauer synchron mit der durch den Spindelträger bewegten
Spulspindel führbar
ausgebildet. Damit vergrößert sich
das Zeitfenster, in dem die Bestückung
der Hülsen
auf die Spulspindel erfolgen kann. Das Führungsmittel folgt der Spulspindel für eine kurze
Zeitdauer, so daß die
Drehbewegung des Spindelträgers,
die für
das Aufwickeln der Fäden einer
zweiten Spulspindel erforderlich ist, nicht unterbrochen werden
muß.
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Eine
einfache Positionierung erfolgt dadurch, daß das Führungsmittel seitlich neben
dem Spindelträger
angeordnet ist und zwischen einer Wartestellung und einer Betriebsstellung
seitlich zu der Spulspindel führbar
ist und daß das
Führungsmittel
in der Betriebsstellung mit der Spulspindel mechanisch koppelbar
ist. Dadurch ist eine leichte Ausrichtung des Führungsmittels zur Spulspindel
möglich.
Selbst während
der Drehbewegung des Spindelträgers
treten keine wesentlichen Ausrichtungsfehler zwischen dem freien
Ende der Spulspindel und dem Führungsmittel
auf.
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Um
auch bei mechanischer Kopplung zwischen dem Führungsmittel und der Spulspindel
eine axiale Relativbewegung zwischen dem Führungsmittel und der Spulspindel
zu ermöglichen,
weist das Führungsmittel
vorteilhaft einen Gleitschuh auf, welcher in der Betriebsstellung
an der Spulspindel anliegt und für
die mechanische Kopplung sorgt. Um keine Differenzen in den Bewegungsabläufen zu
erhalten, wird in der Phase der mechanischen Kopplung die Bewegung
der Spulspindel und die Bewegung des Führungsmittels vorteilhaft durch
den Antrieb des Spindelträgers
ausgeführt.
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Es
ist jedoch auch möglich,
den Antrieb des Spindelträgers
und einen Antrieb des Führungsmittels
derart aufeinander abzustimmen, daß eine synchrone Bewegung für eine kurze
Zeitdauer gegeben ist. So läßt sich
die Kopplung auch durch elektronische Mittel ausführen.
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Zum
Aufstecken der Hülsen
auf die Spulspindel ist das Führungsmittel
vorteilhaft horizontal bewegbar ausgebildet. Damit läßt sich
sowohl die Positionierung der Hülsen
vor dem freien Ende der Spulspindel als auch das Aufschieben der
Hülsen
auf die Spulspindel durch das Führungsmittel
ausführen.
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In
einer besonders einfachen Ausführungsform
ist das Führungsmittel
durch ein wannenförmiges
Trägerblech
gebildet, das mit einem Ende an einer Schwenkachse gehalten ist
und welches am gegenüberliegenden
Ende eine Öffnung
zur Abgabe der in dem Trägerblech
hintereinander gehaltenen Hülsen
aufweist. Damit können
vorteilhaft mehrere Hülsen
gleichzeitig positioniert und aufgeschoben werden. Ein Einzelhandling
der Hülsen
ist nicht erforderlich.
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Die
Schwenkachse mit dem Trägerblech
ist hierbei vorzugsweise an einem Schlitten gehalten, welcher im
unteren Bereich des Maschinengestells parallel zu den Spulspindeln
im Wechselbereich geführt
ist. Damit lassen sich die Hülsen
auf einfache Art und Weise in dem positionierten Trägerblech
auf die Spulspindel aufschieben.
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Das
Trägerblech
weist vorzugsweise eine Breite auf, die der Gesamtlänge der
auf der Spulspindel gespannten Hülse
entspricht. Somit lassen sich alle an einer Spulspindel gehaltenen
Hülsen
in einem Arbeitsgang aufstecken. So können bis zu acht, zehn, zwölf oder
noch mehr Hülsen
gleichzeitig auf der Spulspindel aufgesteckt werden.
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Eine
weitere besonders vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung ermöglicht eine
Positionierung der Hülsen
an der Spulspindel. Insbesondere in den Fällen, in denen die Hülsen mit
Abstand zueinander an der Spulspindel gehalten werden, müßten die
als eine Hülsensäule aufgesteckten
Hülsen
anschließend
durch sepa rate Mittel an der Spulspindel positioniert werden. Durch
die Ausbildung des Trägerblechs,
welches in seiner Breite in mehrere separate Fächer aufgeteilt ist, läßt sich
jeder Wickelstelle ein Fach in dem Trägerblech zuordnen, so daß die in dem
Fach gehaltenen Hülsen
der bestimmten Wickelstelle zugeordnet sind. Die Abstände zwischen den
Fächern
sind dabei entsprechend den Abständen
zur Positionierung der Hülsen
an der Spulspindel ausgeführt.
Bei Aufschrieben der Hülsen
auf die Spulspindel lassen sich somit die Hülsen den Positionen der Wickelstellen
zuordnen.
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Um
bei manuellen Unterbrechungen aufgrund von Prozeßstörungen mehrere Hülsenbestückungen
kurz hintereinander ausführen
zu können, ist
die Weiterbildung der Erfindung vorteilhaft, bei welcher das Trägerblech
eine Tiefe zur Aufnahme von mehreren Hülsen pro Wickelstelle aufweist.
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Hierbei
läßt sich
die Nachführung
der Hülsen in
eine Abgabeposition an dem Trägerblech
auf einfache Art und Weise dadurch erreichen, daß das Trägerblech in der Wartestellung
mit dem Lagerende höher
liegt als mit dem gegenüberliegenden
Ende, so daß das
Trägerblech
eine Schräglage
aufweist.
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Bei
der Verwendung mehrerer Hülsen
pro Wickelstelle kann bei einer Teilfüllung des Trägerblechs
eine Fixierung der jeweils an dem Bestückungsende gehaltenen Hülsen dadurch
vermieden werden, daß das
Trägerblech
im Bereich des Bestückungsendes
eine Sperreinrichtung aufweist, durch welche die Hülsen an
dem Bestückungsende
des Trägerbleches
fixierbar sind.
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Zur
automatischen Nachführung
von Hülsen ist
die Weiterbildung der Erfindung besonders geeignet, bei welcher
die Bestückungseinrichtung
ein Hülsenmagazin
aufweist, welches mit dem Führungsmittel
verbunden ist.
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Um
die Bewegungsabläufe
zur Positionierung und zum Aufstecken der Hülsen möglichst schnell und präzise ausführen zu
können,
weist die Bestückungsein richtung
einen Vertikalantrieb und einen Horizontalantrieb auf, welcher zum
Bewegen des Führungsmittels
unabhängig
voneinander steuerbar sind.
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Weitere
Vorteile der Erfindung werden an einigen Ausführungsbeispielen unter Hinweis
auf die beigefügten
Figuren nachfolgend näher
erläutert.
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Es
stellen dar:
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1 schematisch ein erstes
Ausführungsbeispiel
der erfindungsgemäßen Aufspulmaschine
in einer Vorderansicht
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2 schematisch eine Seitenansicht
des Ausführungsbeispiels
aus 1
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3 schematisch eine Vorderansicht
eines weiteren Ausführungsbeispiels
der erfindungsgemäßen Aufspulmaschine
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In 1 und 2 ist ein erstes Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Aufspulmaschine
schematisch dargestellt. 1 zeigt
das Ausführungsbeispiel
in einer Vorderansicht und 2 zeigt
das Ausführungsbeispiel
in einer Seitenansicht. Hierbei stellen 1.1 und 1.2 sowie 2.1, 2.2, 2.3 und 2.4 unterschiedliche Betriebssituationen
der Aufspulmaschine dar. Die nachfolgende Beschreibung gilt für alle Figuren
insoweit kein ausdrücklicher Bezug
zu einer der Figuren gemacht ist.
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Die
Aufspulmaschine weist einen beweglichen Spindelträger 2 auf,
der in einem Maschinengestell 1 drehbar gelagert ist. Der
Spindelträger 2 ist
als Drehteller ausgebildet und wird durch einen Drehantrieb 19 gegen
Uhrzeigersinn angetrieben. An dem Spindelträger 2 sind zwei um
180° versetzt
zueinander auskragende Spulspindeln 3 und 5 angeordnet. Die
Spulspindeln 3 und 5 sind an dem Spindelträger 2 drehbar
gelagert. An dem Lagerende sind die Spulspindeln 3 und 5 jeweils
mit einem Spindelantrieb 21 und 22 gekoppelt.
Das gegenüberliegende
Ende der Spulspindeln 3 und 5 ist frei auskragend
gehalten.
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Oberhalb
des Spindelträgers 2 ist
an dem Maschinengestell 1 eine Andrückwalze 7 durch eine Schwinge 9 gehalten.
Die Andrückwalze 9 erstreckt sich
im wesentlichen über
die gesamte Länge
der Spulspindeln 2 und 5. Oberhalb der Andrückwalze 7 ist
eine Changiereinrichtung 10 an dem Maschinengestell 1 gehalten.
Die Changiereinrichtung 10 ist in diesem Ausführungsbeispiel
symbolisch als Flügelchangierung
dargestellt, bei welchem zwei gegensinnig angetriebene Rotoren mit
mehreren Flügeln einen
Faden in einer Wickelstelle zum Verlegen auf eine Spule hin- und
herführen.
Die Changiereinrichtung 10 kann jedoch auch durch andere
Systeme wie beispielsweise eine Kehrgewindewellenchangierung gebildet
sein.
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Wie
in 2 dargestellt, ist
das Ausführungsbeispiel
mit drei Wickelstellen ausgebildet, in welcher jeweils ein Faden 8 zu
einer Spule 5 gewickelt wird. Jeder Wickelstellen ist eine
Changiereinheit der Changiervorrichtung 10 und eine Hülse 4 an der
Spulspindel 3 zugeordnet. Die Hülsen 4 sind mit Abstand
zueinander an der Spulspindel 3 gehalten.
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Zum
Aufwickeln wird pro Wickelstelle ein Faden 8 über einen
Kopffadenführer
(hier nicht dargestellt) zugeführt.
Der Faden 8 durchläuft
in der Wickelstelle die Changiervorrichtung 10, durch welche der
Faden 8 innerhalb eines Changierhubes hin- und hergeführt wird.
Der Faden 8 wird sodann mit Teilumschlingung an der Andrückwalze 7 geführt und
auf der Spulenoberfläche
der Spule 6 abgelegt. Die Spule 6 wird in der
Wickelstelle durch die Spulspindel 3 und den Spindelantrieb 21 angetrieben.
Hierbei erfolgt der Antrieb der Spulspindel 3 derart, daß die Umfangsgeschwindigkeit
an der Spule 6 während des
Aufwickelns des Fadens 8 konstant bleibt. Um das Anwachsen
der Spule 6 zu ermöglichen,
wird der Spindelträger 2 durch
den Drehantrieb 19 gegen den Uhrzeigersinn langsam gedreht.
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An
der Spulspindel 3 werden drei Spulen 6 parallel
nebeneinander gewickelt. Sobald die Spulen 6 fertiggewickelt
sind, wird der Drehantrieb 19 des Spindelträgers 2 derart
aktiviert, daß ein
Austausch der Spulspindeln 3 und 5 und eine Faden übergabe stattfindet.
So wird die Spulspindel mit den fertiggewickelten Spulen in einen
Wechselbereich geführt und
die Spulspindel mit neuen Hülsen
in den Wickelbereich geschwenkt.
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Bei
der in 1 und 2 gezeigten Situationen befindet
sich die Spulspindel 3 in dem Wickelbereich und die Spulspindel 5 in
dem Wechselbereich. An der Spulspindel 5 sind die fertiggewickelten
Spulen bereits abgenommen. Hierzu weist die Aufspulmaschine eine
Abschiebevorrichtung (hier nicht dargestellt) auf, durch welche
die Hülsen
mit den fertiggewickelten Spulen axial von der Spulspindel 5 herabgeschoben
werden. Nachdem die fertiggewickelten Spulen von der Spulspindel 5 abgezogen
und abgeführt
sind, erfolgt eine Bestückung
der Spulspindel 5 mit neuen Hülsen 4.
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Zur
Bestückung
der neuen Hülsen 4 ist
im unteren Bereich des Maschinengestells 1 eine Bestückungseinrichtung 11 angeordnet.
Die Bestückungseinrichtung 11 besitzt
ein Führungsmittel 12 zum
Positionieren und Aufschieben der Hülsen 4 auf die Spulspindel 5.
Das Führungsmittel 12 ist
hierbei als ein wannenförmiges
Trägerblech 16 ausgebildet. Das
wannenförmige
Trägerblech 16 ist
mit einem Ende, dem Lagerende 18, an einer Schwenkachse 13 schwenkbar
gelagert. An dem gegenüberliegenden Ende,
dem sogenannten Bestückungsende 17 weist das
Trägerblech 16 eine Öffnung 23 auf.
Die Öffnung 23 ist
derart ausgebildet, daß sowohl
radial als auch axial eine Hülse 4 ein-
oder ausführbar
ist. An dem Trägerblech 16 greift
ein Vertikalantrieb 20 an, durch welches das Trägerblech 16 aus
einer Wartestellung unterhalb der Spulspindel 5 in eine
Betriebsstellung in Höhe
der Spulspindel 5 verschwenkbar ist. Der Vertikalantrieb 20 läßt sich
beispielsweise durch einen Pneumatikzylinder ausbilden.
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Das
Trägerblech 16 und
die Schwenkachse 13 sind an einem Schlitten 14 angebracht.
Der Schlitten 14 ist im unteren Bereich des Maschinengestells 1 in
einer Schlittenführung 15 geführt. Der
Antrieb des Schlittens 14 zur axialen Verschiebung parallel zur
Spulspindel 5 ist durch einen Horizontalantrieb 24 gegeben.
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Hierbei
läßt sich
der Schlitten 14 in der Schlittenführung 15 zwischen
einer äußeren und
einer inneren Position verfahren. In 2.1 ist
der Schlitten 14 in einer inneren Position und in 2.2 in einer äußeren Position
gezeigt.
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Das
Trägerblech 16 weist
eine Breite auf, die sich im wesentlichen über die gesamt Länge der Spulspindel 5 erstreckt,
wie aus 2.1 hervorgeht. Innerhalb
des wannenförmigen
Trägerbleches 16 sind
mehrere Fächer 25 hintereinander
ausgebildet, die durch Abstandhalter 26 voneinander getrennt sind.
In jedem der Fächer 25 ist
an dem Bestückungsende 17 jeweils
eine Hülse 4 bereitgehalten um
die Spulspindel 5 zu bestücken. Die Fächer 25 sind jeweils
einer der Wickelstellen zugeordnet, wobei die Abstandshalter 26 in
ihrer Größe den Abstand der
positionierten Hülsen 4 an
der Spulspindel 3 entsprechen. Die Hülsen 4 sind in den
Fächern 25 axial fixiert,
so daß beim
Aufstecken der Hülsen 4 auf
die Spulspindel 5 mittels des Trägerbleches 16 gleichzeitig
eine Positionierung der Hülsen 4 an
der Spulspindel 5 erfolgt.
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Wir
aus 1 hervorgeht, weist
das Trägerblech 16 eine
Tiefe auf, um mehrere Hülsen
pro Wickelstelle aufnehmen zu können.
Dabei ist in der Wartestellung das Trägerblech 16 in einer
Schräglage
gebracht, wobei das Lagerende 18 des Trägerbleches 16 höher positioniert
ist als das Bestückungsende 17.
Somit ist eine nach erfolgter Bestückung selbsttätige Nachfüllung der
Hülsen
an das Bestückungsende 17 gewährleistet.
Das Trägerblech 16 weist
vorzugsweise eine Teilabdeckung auf, die am Lagerende eine zum Nachfüllen der
Hülsen 4 ausgebildete
zweite Öffnung
(hier nicht dargestellt) aufweist.
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Nachfolgend
wird der Ablauf zum Bestücken der
Hülsen 4 an
der Spulspindel 5 unter Hinweis auf die einzeln dargestellten
Betriebsituationen in den 1 und 2 näher erläutert. Nachdem der Spindelträger 2 die
Spulspindel 5 mit fertiggewickelten Spulen in den Wechselbereich
verschwenkt hat, befindet sich das Trägerblech 16 in seiner
Wartestellung, wie in 1.1 dargestellt.
In dieser Position weist das Trägerblech 16 an
dem Bestückungsende 17 mehrere
hintereinander liegende Hülsen 4 auf.
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Nachdem
die fertiggewickelten Spulen von der Spulspindel 5 durch
eine Hilfeeinrichtung an der Aufspulmaschine abgezogen wurden, erfolgt
eine Aktivierung des Horizontalantriebes 24, so daß der Schlitten 14 aus
seiner inneren Position in eine äußere Position
geführt
wird. Diese Bewegung läßt sich beispielsweise
auch mit einer Abschiebeeinrichtung an der Aufwickeleinrichtung
kombinieren. In 2.2 ist
die Situation des ausgefahrenen Schlittens 14 dargestellt.
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Nun
wird der Vertikalantrieb 20 wie in 1.1 gezeigt aktiviert, um das Trägerblech 16 aus der
Wartestellung in eine Betriebsstellung zu führen. In der Betriebsstellung
liegt das Bestückungsende 17 des
Trägerbleches 16 unmittelbar
vor dem freien Ende der Spulspindel 5. Zur Positionierung
ist an der der Spulspindel 5 zugewandten Seite des Trägerbleches 16 ein
Gleitschuh 27 befestigt, der in Kontakt mit dem Umfang
der Spulspindel 5 gebracht wird. Bei Anlage des Gleitschuhs 27 am
Umfang der Spulspindel 5 ist eine gewünschte Positionierung des Trägerblechs 16 erreicht,
so daß die Öffnung 23 des
Trägerblechs 16 mit
den an den Bestückungsende 17 gehaltenen
Hülsen 4 fluchtend
zu der Spulspindel S gehalten sind. Diese Situation ist in 1.2 und 2.3 gezeigt.
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Der
weitere Ablauf zum Aufstecken der Hülsen 4 auf die Spulspindel 5 geht
aus der 1.1 hervor.
Zu Beginn des Aufsteckvorgangs sind die Spulspindeln 5 und
das Trägerblech 16 in
der Position A gehalten. Die Schwenkachse 13 und das Trägerblech 16 sind
so ausgebildet, daß sich
der Schwenkbahn 33 des Trägerblechs 16 und die
Führungsbahn 32 auf
dem die Spulspindel 5 durch den Spindelträger 2 geführt wird,
um einen bestimmten Betrag überdecken.
Dieser Betrag ist so gewählt,
daß er
etwas kleiner ist, als die zulässige
Lageabweichung der Hülse
zum Aufstecken auf die Spulspindel. Würde beispielsweise der Hülseninnendurchmesser
73 mm betragen und der Spulenaußendurchmesser
72 mm, so ergibt sich daraus eine zulässige Abweichung von ideal
geometrischen Ort von 0,5 mm im Durchmesser, darüberhinaus wäre ein Aufschieben der Hülsen nicht
mehr möglich.
Als Überdeckungsbetrag
könnte in
diesem Fall eine Überdeckung
von 0,3 mm gewählt werden,
um ein Aufstecken der Hülsen
zu ermöglichen.
Durch den Überdeckungsbetrag
ergibt sich somit zwei voneinander getrennte Positionen A und B, in
welcher ein Aufschieben der Hülse
noch möglich wäre. Die
Position A und B zeigen somit den zulässigen gemeinsamen Schwenkweg
auf, den das Trägerblech 16 synchron
mit der Spulspindel 5 durchläuft. Die Zeitdauer, die das
Trägerblech 16 und
die Spulspindel 5 synchron bewegt werden, wird durch den
Spulenzuwachs der in dem Wickelbereich gewickelten Spulen 6 an
der Spulspindel 3 bestimmt. So ergab sich unter Berücksichtigung
des zuvor genannten Überdeckungsbetrages
beim Aufwickeln eines Fadens mit dickem Titer eine Zeitdauer von
ca. 90 Sekunden. Dies entsprach einem Schwenkwinkel des Spindelträgers von
ca. 8°.
Der Überdeckungsbetrag
kann hierbei sowohl positiv als auch negativ vorliegen.
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Zum
Aufschieben der Hülsen 4 wird
während dieser
Phase das Trägerblech 16 mit
der Schwenkachse 13 durch den Schlitten 14 axial
verschoben. Dabei gleitet der Gleitschuh 27 am Umfang der
Spulspindel 5 entlang und das freie Ende der Spulspindel 5 greift
in die Öffnung 23 in
dem Trägerblech 16 ein und
durchdringt die in den einzelnen Fächern 25 gehaltenen
Hülsen 4.
Der Schlitten 14 wird durch den Horizontalantrieb 24 in
seine innere Position zurückversetzt.
Dabei erreichen die Hülsen 4 die
an der Spulspindel 5 vorgesehene Position. Nachdem der Schlitten 14 seine
innere Position erreicht hat, werden die Hülsen 4 an dem Umfang
der Spulspindel 5 gespannt. Diese Situation ist in 2.4 dargestellt. Nun läßt sich
das Trägerblech 16 durch
den Vertikalantrieb 20 aus der Betriebsstellung zurück in die
Wartestellung verschwenken. Dabei werden die am Umfang der Spulspindel 5 gespannten
Hülsen 4 über die Öffnung 23 aus
dem Trägerblech 16 freigegeben.
Sobald das Trägerblech 16 seine
Wartestellung erreicht hat, wird in jedem Fach 25 eine
Hülse 4 zu
dem Bestückungsende 17 nachgeführt. Die
Bestückungseinrichtung 11 ist
somit bereit die nächste
Spulspindel mit Hülsen
zu bestücken.
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Bei
dem in 1 und 2 gezeigten Ausführungsbeispiel
werden die Hülsen
manuell in dem Trägerblech 16 nachgefüllt. Grundsätzlich könnten die Hülsen jedoch
auch aus einem Hülsenmagazin
unmittelbar dem Trägerblech 16 zugeführt werden.
Ein derartiges Ausführungsbeispiel
ist in 3 gezeigt. Das
Ausführungsbeispiel
nach 3 ist im wesentlichen
identisch zu den vorhergehenden Ausführungsbeispielen, so daß auf die
vorhergehende Beschreibung Bezug genommen werden kann und nur die
Unterschiede erläutert
werden.
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Das
Führungsmittel 12 ist
ebenfalls als wannenförmiges
Trägerblech 16 ausgebildet.
Hierbei weist das Trägerblech 16 am
Lagerende 18 eine Nachfüllöffnung 28 auf.
Oberhalb der Nachfüllöffnung 28 des
Trägerblechs 16 ist
ein Hülsenmagazin 29 seitlich
an dem Maschinengestell 1 ausgebildet. Das Hülsenmagazin 29 erstreckt
sich über
die gesamte Breite des Trägerbleches 16 und
enthält
jeweils zu jeder Wickelstelle einen Vorrat an Hülsen 4. Am unteren
Ende des Hülsenmagazins 29 ist
eine Rückhalteeinrichtung 30 vorgesehen,
die zwischen einer Haltestellung wie in 3 gezeigt und einer geöffneten Stellung
führbar
ist. In der geöffneten
Stellung werden die in dem Hülsenmagazin
vorrätig
gehaltenen Hülsen 4 selbsttätig aus
dem Hülsemagazin 29 herausgeführt und über die
Nachfüllöffnung 28 in
das wannenförmige
Trägerblech 16 geleitet.
In dem wannenförmigen
Trägerblech 16 rollen
die Hülsen
selbsttätig
an das Bestückungsende 17.
Zur Fixierung der Hülsen 4 in
dem Bestückungsende 17 weist
das Trägerblech 16 eine
Sperreinrichtung 31 auf, die ein Rückrollen der am Bestückungsende 17 gehaltenen Hülsen 4 verhindert.
Das Trägerblech 16 ist
mit dem Lagerende schwenkbar an der Schwenkachse 13 gehalten,
die an dem Schlitten 4 angeordnet ist.
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Zur
weiteren Ausführung
und zur weiteren Funktion der in 3 gezeigten
Bestückungseinrichtung
wird zu der vorhergehenden Beschreibung Bezug genommen.
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Die
Ausgestaltung der Bestückeinrichtung
in den Ausführungsbeispielen
nach 1, 2 und 3 ist beispielhaft.
So könnte
das Führungsmittel
der Bestückungsein richtung
auch durch einen Greifer oder einen Dorn gebildet sein. Die Erfindung
erstreckt sich somit auf ähnliche
Ausführungen
der Aufspulmaschine und der Bestückungseinrichtung,
bei welcher die Bestückungseinrichtung
zum Bestücken
der Hülsen auf
einer Spulspindel ein Führungsmittel
aufweist, das sich zumindest über
kurze Zeitdauer zum Bestücken
der Hülsen
gemeinsam mit der durch einen Spindelträger bewegten Spulspindel synchron
bewegt. Es besteht auch die Möglichkeit
die Bestückungseinrichtung
mit einer Spulenabgabevorrichtung zu kombinieren. Somit könnten externe
Doffersysteme ersetzt werden. Desweiteren könnten die Hülsen in ihrer Aufnahme schwimmend
gelagert werden, d.h. die Aufnahme ist nicht starr mit dem Führungsmittel
verbunden, sondern kann sich unabhängig davon geringfügig bewegen.
Somit könne
evtl. Fluchtungsfehler ausgeglichen werden.
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- 1
- Maschinengestell
- 2
- Spindelträger
- 3
- Spulspindel
- 4
- Hülsen
- 5
- Spulspindel
- 6
- Spule
- 7
- Andrückwalze
- 8
- Faden
- 9
- Schwinge
- 10
- Changiereinrichtung
- 11
- Bestückungseinrichtung
- 12
- Führungsmittel
- 13
- Schwenkachse
- 14
- Schlitten
- 15
- Schlittenführung
- 16
- Trägerblech
- 17
- Bestückungsende
- 18
- Lagerende
- 19
- Drehantrieb
- 20
- Vertikalantrieb
- 21
- Spindelantrieb
- 22
- Spindelantrieb
- 23
- Öffnung
- 24
- Horizontalantrieb
- 25
- Fächer
- 26
- Abstandhalter
- 27
- Gleitschuh
- 28
- Nachfüllöffnung
- 29
- Hülsenmagazin
- 30
- Rückhalteeinrichtung
- 31
- Sperreinrichtung
- 32
- Führungsbahn
- 33
- Schwenkbahn