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Die
Erfindung betrifft ein Sensor-Transistor-Element, eine Sensor-Einheit
und ein Sensor-Array.
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Das
Erfassen von biologischen Substanzen wie DNA, Proteinen, Oligonukleotiden,
etc. gewinnt in Wirtschaft und Wissenschaft zunehmend an Bedeutung.
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Gemäß einem
aus dem Stand der Technik bekannten Biosensor werden an einer Elektrode Fängermoleküle, zum
Beispiel DNA-Halbstränge, immobilisiert.
Nach Hinzugeben eines möglicherweise zu
erfassende Partikel enthaltenden Analyten zu einem solchen Biosensor
kann es zu Hybridisierungsereignissen zwischen Fängermolekülen und den zu erfassenden
Partikeln kommen, sofern die Fängermoleküle eine
zu den zu erfassenden Partikeln komplementäre Basensequenz aufweisen.
Ein solches Sensorereignis kann elektrisch oder optisch detektiert
werden.
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Bei
einem elektrischen Detektionsverfahren werden die veränderten
elektrischen Eigenschaften in einem Umgebungsbereich eines Biosensors
aufgrund des Hybridisierungsereignisses erfasst. Beispielsweise
kann ein veränderter
Wert des ohmschen Widerstands, ein veränderter Wert der Kapazität, etc.
gemessen werden. Auch können
Label an die zu erfassenden Partikel angehängt werden, welche die elektrischen
Eigenschaften des Systems verändern
können.
So ist es bei dem Redox-Cycling-Sensor möglich, geladene Moleküle unter
Verwendung eines Labels zu erzeugen, welche einen elektrischen Sensorstrom
generieren.
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Alternativ
werden Hybridisierungsereignisse bei Biosensoren unter Verwendung
optischer Prinzipien gemessen. Beispielsweise können veränderte optische Eigenschaften
von doppelsträngigen
Molekülen
gegenüber
einzelsträngigen
Molekülen
gemessen werden. Auch können
zu erfassende Partikel mit einem Fluoreszenzlabel versehen werden,
welches charakteristisch elektromagnetische Strahlung absorbiert
bzw. emittiert. Dies kann erfasst und als Sensorereignis weiterverarbeitet
werden.
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Allerdings
sind die optischen Techniken sehr aufwändig, da sie in der Regel eine
elektromagnetische Strahlungsquelle und eine elektromagnetische Detektionseinrichtung
erfordern.
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Aus
[1] bis [3] sind Label für
biologische Moleküle
bekannt, welche Label als Elektronenspeicher dienen können.
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Der
Erfindung liegt das Problem zugrunde, einen alternativen Sensor
bereitzustellen, mit dem biologische Makromoleküle mit ausreichender Nachweissensitivität erfasst
werden können.
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Das
Problem wird durch ein Sensor-Transistor-Element, durch eine Sensor-Einheit
und durch ein Sensor-Array mit den Merkmalen gemäß den unabhängigen Patentansprüchen gelöst.
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Das
erfindungsgemäße Sensor-Transistor-Element
enthält
ein Substrat und eine auf und/oder in dem Substrat gebildete Gate-Elektrode, an
welche ein elektrisches Aktiviersignal zum Aktivieren des Sensor-Transistor-Elements
anlegbar ist. Ferner ist eine Gate-isolierende Schicht auf der Gate-Elektrode und eine
erste Source-/Drain-Elektrode und eine zweite Source-/Drain-Elektrode
in dem Sensor-Transistor- Element
enthalten. Eine auf der Gate-isolierenden Schicht und über der Gate-Elektrode
gebildete Kanal-Schicht zwischen der ersten Source-/Drain-Elektrode
und der zweiten Source-/Drain-Elektrode,
welche Kanal-Schicht aus Fängermolekülen gebildet
ist, ist derart eingerichtet, dass sie mit in einem Analyten möglicherweise
enthaltenen zu erfassenden Partikeln hybridisiert.
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Die
erfindungsgemäße Sensor-Einheit
zum Erfassen von in einem Analyten möglicherweise enthaltenen Partikeln
enthält
ein Sensor-Transistor-Element mit den oben beschriebenen Merkmalen.
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Ferner
ist erfindungsgemäß ein Sensor-Array
mit einer Mehrzahl von auf und/oder in dem Substrat gebildeten Sensor-Einheiten mit den
oben beschriebenen Merkmalen geschaffen.
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Eine
Grundidee der Erfindung kann darin gesehen werden, dass ein elektronischer
Sensor insbesondere zum Erfassen von Biomolekülen geschaffen ist, welcher
auf der Ausnutzung des Feldeffekts basiert. Anschaulich bilden die
Fängermoleküle, welche ausreichend
dicht auf dem Sensor-Transistor-Element angeordnet sind, eine Kanal-Schicht
eines Feldeffekttransistor-ähnlichen
Bauelements. Im Falle eines Hybridisierungsereignisses zwischen
den Fängermolekülen und
in einem Analyten möglicherweise enthaltenen
Partikeln wird die Kanal-Schicht dahingehend modifiziert, dass die
Fängermoleküle zu doppelsträngigen Molekülen umgewandelt
werden. Doppelsträngige
Moleküle
weisen eine zu einzelsträngigen
Molekülen
unterschiedliche (insbesondere erhöhte) elektrische Leitfähigkeit
auf. Daher kann mittels Anlegens eines elektrischen Aktiviersignals
an die Gate-Elektrode
das Sensor-Transistor-Element aktiviert werden, und die infolge
eines Hybridisierungsereignisses veränderte elektrische Leitfähigkeit der
Kanal-Schicht kann durch Erfassen eines veränderten elektrischen Signals
detektiert werden.
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Es
ist anzumerken, dass im Rahmen dieser Beschreibung vorwiegend DNA-Sensoren
beschrieben werden, an welchen ein Hybridisierungsereignis zwischen
komplementären
DNA-Strängen
nachgewiesen werden. Die Erfindung ist allerdings auf alle Arten
von Molekülen
(insbesondere Biomolekülen) anwendbar,
bei denen ein Bindungsereignis spezifisch bindender Moleküle nachgewiesen
werden kann. Somit sind die Fängermoleküle nicht
auf DNA-Halbstränge
beschränkt,
sondern können
beispielsweise auch Enzyme, Oligonukleotide, Polyamide, Proteine,
etc. sein, sofern diese ihre (vertikale) Leitfähigkeit nach der Bindung ändern.
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Anschaulich
ist das Sensor-Transistor-Element gebildet aus einer elektrisch
ansteuerbaren Gate-Elektrode, welche mit einer dielektrischen Gate-isolierenden
Schicht bedeckt ist. Oberhalb des Dielektrikums sind Fängermoleküle, zum
Beispiel einzelsträngige
DNA-Moleküle,
mit Hilfe einer adäquaten
Kopplungschemie immobilisiert. Die Packungsdichte der Fängermoleküle sollte
ausreichend hoch sein, vorteilhaft ist diesbezüglich die Verwendung sogenannter
Self-Assembled-Monolayer (SAM).
Anschaulich bilden die Fängermoleküle, die rasenartig
auf der Gate-isolierenden Schicht angeordnet sind, den Kanal-Bereich
der FET-ähnlichen Anordnung.
Die Kanal-Schicht
ist zwischen den beiden Source-/Drain-Elektroden als elektrische
Kontakte vorgesehen, welche auch elektrisch ansteuerbar sind. Gemäß dem Feldeffekttransistor-Prinzip können die
Source-/Drain- Elektroden
die Gate-Elektrode in lateraler Richtung überlappen.
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Bei
einem Hybridisierungsereignis zwischen den Fängermolekülen und zu erfassenden Partikeln bilden
sich doppelsträngige
Moleküle
in der Kanal-Schicht aus, welche eine gegenüber einzelsträngigen Molekülen verbesserte
ohmsche Leitfähigkeit aufweisen.
Ferner können
derartige Doppelstränge selbst
oder mit den zu erfassenden Partikeln oder den Fängermolekülen gekoppelte Labels als Elektronenlieferanten
zum Bereitstellen elektrischer Ladungsträger zum Verbessern der elektrischen
Leitfähigkeit
des Kanal-Bereichs dienen.
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Bei
Anlegen einer elektrischen Spannung an den Gate-Bereich wird der
Wert eines elektrischen Stroms zwischen den Source-/Drain-Elektroden
davon abhängen,
ob ein Hybridisierungsereignis erfolgt ist oder nicht. Der Wert
eines erfassten elektrischen Signals an einem der Source-/Drain-Elektroden
oder zwischen den Source-/Drain-Elektroden kann somit als elektrisches
Detektionssignal verwendet werden, welches für erfolgte Hybridisierungsereignisse
qualitativ und/oder quantitativ charakteristisch ist.
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Bevorzugte
Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen.
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Die
Source-/Drain-Elektroden des Sensor-Transistor-Elements können auf
der Gate-isolierenden Schicht angeordnet sein. Mit anderen Worten können die
Source-/Drain-Elektroden gegenüber
der Gate-Elektrode und der Gate-isolierenden Schicht erhöht angeordnet
sein.
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Zumindest
ein Teil der Fängermoleküle kann mit
einem Label versehen sein, das derart eingereichtet ist, dass es
bei einem erfolgten Hybridisierungsereignis die elektrische Leitfähigkeit
der Kanal-Schicht mittels Bereitstellens elektrischer Ladungsträger erhöht. Label
mit derartigen Eigenschaften sind als solche aus [1] bis [3] bekannt.
Ein derartiges Labelmolekül
kann als Elektronenspeicher fungieren und kann bei einem Hybridisierungsereignis anschaulich
elektrische Ladungsträger über die
elektrisch gut leitfähige
doppelsträngige
Struktur an die Oberfläche
der Gate-isolierenden
Schicht leiten, wodurch die Leitfähigkeit des Kanal-Bereichs
verbessert wird. Es ist allerdings anzumerken, dass die Erfindung
nicht auf das Verwenden derartiger Moleküle beschränkt ist. Erfindungsgemäß kann auf
solche Label ganz verzichtet werden. In diesem Falle stammen die
zum Stromfluss beitragenden elektrischen Ladungsträger von
(z.B. aufgrund einer Polarisierung generierten) elektrischen Ladungsträgern eines
aufgrund der Hybridisierung entstehenden Fänger-Target-Molekülpaars.
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Da
in diesem Fall der Beitrag zu einer elektrischen Leitfähigkeit
häufig
gering ist und von zusätzlichen
Ladungsträgern
aus den Source-/Drain-Elektroden überlagert werden kann (welche
nicht zum Signal beitragen), kann bei einer solchen Ausführung eine
elektrische Isolierung (für
tiefe Frequenzen) der Source-/Drain-Elektroden zum Kanal, vorzugsweise erreicht
durch Bedeckung mit elektrisch isolierendem Material, vorteilhaft
sein.
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Zumindest
eine der beiden Source-/Drain-Elektroden kann ganz oder teilweise
mit einer elektrisch isolierenden Schicht bedeckt sein. In diesem
Fall ist das Sensor-Transistor-Element
mit Wechselspannungs- bzw. Stromsignalen an den Source-/Drain-Elektroden
zu betreiben, da Gleichstromflüsse
in die Source-/Drain-Elektroden hinein oder aus ihnen hinaus im
Falle einer Bedeckung der Source-/Drain-Elektroden mit einer dielektrischen Schicht
nicht möglich
sind. In diesem Fall ist die Leitfähigkeit/Impedanz des Gesamtsystems
Source-Kanal-Kapazität, Kanal,
Kanal-Drain-Kapazität
die zu messende Größe. Insbesondere
bewirkt diese Ausführung,
dass die zum Wechselstromsignal beitragenden Ladungsträger ausschließlich aus
den Labelmolekülen
bzw. aus den doppelsträngigen
Molekülen stammen
und keine Ladungsträger über die
Source -/Drain-Elektroden dem System entnommen oder hinzugefügt werden
können.
Daher ist eine solche Ausführung
für quantitative
Messungen aufgrund der besonders hohen Nachweissensitivität gut geeignet.
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Das
Sensor-Transistor-Element kann als monolithisch integriertes Sensor-Transistor-Element eingerichtet
sein. Somit kann das erfindungsgemäße Sensor-Transistor-Element
von den Vorzügen
der modernen Mikroelektronik profitieren. Insbesondere können Ansteuer-
oder Auswerte-Schaltkreise in dem Substrat integriert sein, so dass
eine On-Chip-Signalverarbeitung
ermöglicht
ist (beispielsweise Digitalisieren eines Messsignals On-Chip), wodurch
die Nachweissensitivität
verbessert ist und das Signal-Rausch-Verhältnis
erhöht
ist.
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Das
erfindungsgemäße Sensor-Transistor-Element
kann in Silizium-Technologie oder in Polymerelektronik-Technologie
hergestellt sein. Die Realisierung in Polymerelektronik-Technologie, das heißt insbesondere
das Bereitstellen eines Polymertransistors und/oder das Verwenden
von Polymermaterialen wie Pentacen für das Herstellen des Sensor- Transistor-Elements,
ermöglicht
eine besonders kostengünstige
Fertigung.
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Das
Sensor-Transistor-Element kann eine Schicht aus einem vollständig verarmten
Halbleitermaterial zwischen der Gate-isolierenden Schicht und der Kanal-Schicht
aufweisen. In diesem Falle bildet sich bei erfolgreicher Hybridisierung
nicht ein dünner Elektronenkanal
innerhalb des Elektrolyten direkt an der Grenzschicht zwischen Elektrolyt
und Dielektrikum aus, sondern die über die doppelsträngige DNA bereitgestellten
Elektronen befüllen
die dünne
Halbleiterschicht, so dass diese leitfähig wird. In diesem Fall kann
der Bedeckungsgrad der Sensorfläche
mit Rezeptoren deutlich geringer sein, da die halbleitende Schicht
eine leitfähige
Verbindung zwischen Source und Drain sicherstellen kann. Die Halbleiterschicht kann
zum Beispiel auch aus einem Halbleiter aus organischem Material
(zum Beispiel Pentacen) bzw. aus "Self-Assembled-Monolayer"-Material hergestellt sein.
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Das
erfindungsgemäße Sensor-Transistor-Element
kann mit einer monomolekularen Schicht mit einem ausreichend hohen
Dichtegrad (vorzugsweise mit einer Self-Assembled-Monolayer-Schicht) als Gate-isolierende
Schicht oder als Schicht zwischen der Gate-isolierenden Schicht
und der Kanal-Schicht realisiert sein. DNA-Sensoren gemäß der Erfindung
können
vorteilhaft auch unter Verwendung von zum Beispiel aus zwei Komponenten
bestehenden Self-Assembled-Monolayers (SAM) aufgebaut werden. Eines
dieser Materialien kommt vorzugsweise in einer deutlich höheren Konzentration
vor und enthält
oberhalb einer Ankergruppe (zum Binden an Siliziumoxid, Siliziumnitrid
oder Aluminiumoxid, etc.) eine senkrecht zu der Oberfläche halbleitende
Molekülstruktur.
Das zweite Material enthält
vorzugsweise zusätzlich
zu den Komponenten des ersten Materials Fängermoleküle (zum Beispiel eine DNA Sequenz). Mittels
SAMs kann sichergestellt werden, dass die Anzahl der Fängermoleküle pro Flächeneinheit
eine optimale Dichte für
die Ankopplung eines zu erfassendes Partikels (zum Beispiel Target-DNA)
hat. Eine vorteilhafte Dichte liegt im Bereich von ungefähr einem
Fängermolekül pro 400
nm2. Unter Verwendung einer SAM-Schicht
zwischen den eigentlichen Fängermolekülen und
der Gate-isolierenden Schicht kann eine ausreichend dichte Anordnung
von Fängermolekülen an dem
Sensor-Transistor-Element sichergestellt werden. Ein Self-Assembled-Monolayer ist
(quasi per Definition) in einer sehr hohen Dichte aufbringbar. Die
Self-Assembled-Monolayer-Schicht kann
aus den vielfältigen
zur Verfügung
stehenden SAM-Materialien frei gewählt werden, so können beispielsweise
elektrisch leitfähige
SAMs oder elektrisch isolierende SAMs verwendet werden.
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Im
Weiteren wird die erfindungsgemäße Sensor-Einheit,
die ein Sensor-Transistor-Element aufweist, näher beschrieben. Ausgestaltungen
der Sensor-Einheit gelten auch für
das Sensor-Transistor-Element und umgekehrt.
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Bei
der Sensor-Einheit kann eine mit zumindest einer der beiden Source-/Drain-Elektroden
gekoppelte Erfass-Einrichtung zum Erfassen eines elektrischen Sensorsignals
aufgrund einer infolge eines Hybridisierungsereignisses veränderten
elektrischen Leitfähigkeit
der Kanal-Schicht bereitgestellt sein. Eine solche Erfass-Einrichtung
kann beispielsweise eine Stromerfasseinheit (beispielsweise Amperemeter)
oder eine Spannungserfasseinheit (beispielsweise Voltmeter) sein.
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Die
Erfass-Einrichtung kann zum Anlegen einer elektrischen Spannung
zwischen die beiden Source-/Drain-Elektroden und zum Erfassen eines elektrischen
Stroms an zumindest einer der beiden Source-/Drain-Elektroden eingerichtet
sein.
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Die
Erfass-Einrichtung kann zum Anlegen eines elektrischen Stroms an
zumindest eine der beiden Source-/Drain-Elektroden und zum Erfassen
einer elektrischen Spannung zwischen den beiden Source-/Drain-Elektroden
eingerichtet sein.
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Die
angelegte elektrische Spannung bzw. der angelegte elektrische Strom
kann entweder ein Gleichsignal (beispielsweise ein Gleichspannungs- oder
Gleichstromsignal) oder ein Wechselsignal (beispielsweise ein Wechselspannungssignal
oder ein Wechselstromsignal) sein.
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Ferner
kann eine auf und/oder in dem Substrat gebildete Potentiostat-Einrichtung
zum Halten eines mit der Sensor-Einheit
in Wirkkontakt gebrachten Analyten auf einem vorgebbaren elektrischen
Potential bereitgestellt sein. Eine solche Potentiostat-Einrichtung
ist zum Beispiel dann vorteilhaft, wenn als Analyt ein elektrolytischer
Analyt verwendet wird. Dieser elektrolytische Analyt soll während des
Messvorgangs auf einem konstanten elektrischen Potential gehalten
werden. In diesem Fall ist ein einwandfreies Funktionieren der Sensor-Einheit
gewährleistet.
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Die
Potentiostat-Einrichtung kann eine Referenzelektrode zum Erfassen
des elektrischen Potentials des Analyten, eine Komparator-Einrichtung
zum Vergleichen des erfassten elektrischen Potentials des Analyten
mit einem vorgegebenen elektrischen Potential und eine Gegenelektrode
zum Bereitstellen elektrischer Ladungsträger an den Analyten basierend
auf dem Vergleich aufweisen. Mit anderen Worten erfasst die Referenzelektrode
das gegenwärtige elektrische
Potential des Analyten. Dieses erfasste Signal wird einem Eingang
einer Komparator-Einrichtung bereitgestellt, welche den Wert dieses
Potentials mit einem vorgegebenen Soll-Potential an einem anderen Eingang vergleicht
und an einem Ausgang ein entsprechendes Steuersignal der Gegenelektrode
bereitstellt, aufgrund welchen Steuersignals die Gegenelektrode
dem Analyten gegebenenfalls elektrische Ladungsträger nachliefert,
um das konstante elektrische Potential des Analyten aufrechtzuerhalten.
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Die
Sensor-Einheit kann als Biosensor-Einheit eingerichtet sein. Insbesondere
kann die Biosensor-Einheit zum Erfassen von DNA-Halbsträngen, Proteinen,
Polypeptiden, Oligonukleotiden, etc. eingerichtet sein.
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Im
Weiteren wird das erfindungsgemäße Sensor-Array,
das erfindungsgemäße Sensor-Einheiten
aufweist, näher
beschrieben. Ausgestaltungen der Sensor-Einheit gelten auch für das die
Sensor-Einheiten aufweisende Sensor-Array und umgekehrt.
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Das
Sensor-Array kann mindestens eine Aktivierleitung, mindestens eine
Ansteuerleitung und mindestens eine Detektionsleitung aufweisen,
welche Leitungen voneinander elektrisch isoliert sind. Die Gate-Elektrode
einer jeden Sensor-Einheit ist mit genau einer der mindestens einen
Aktivierleitung gekoppelt. Die erste Source-/Drain-Elektrode einer
jeden Sensor-Einheit ist mit genau einer der mindestens einen Ansteuerleitung
gekoppelt und die zweite Source-/Drain-Elektrode ist mit genau einer der mindestens
einen Detektionsleitung gekoppelt. Zumindest eine der mindestens einen
Ansteuerleitung und zumindest eine der mindestens einen Detektionsleitung
(bzw. zumindest eine der mindestens einen Aktivierleitung) ist mit
zumindest zwei der Sensor-Einheiten gekoppelt. Die Erfass-Einrichtung
weist bei der beschriebenen Ausgestaltung eine Ansteuereinheit zum
Bereitstellen eines elektrischen Ansteuersignals und eine Detektionseinheit
zum Erfassen eines aus dem elektrischen Ansteuersignal resultierenden elektrischen
Sensorsignals auf. Ferner ist eine Auswahleinheit bereitgestellt,
die derart eingerichtet ist, dass sie die Ansteuereinheit mit der
Ansteuerleitung einer auszuwählenden
Sensor-Einheit und die Detektions-Einheit mit der Detektionsleitung der
auszuwählenden
Sensor-Einheit koppelt,
womit die Sensor-Einheit ausgewählt
wird.
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Bei
der beschriebenen Architektur des Sensor-Arrays, bei der mehrere
Ansteuer- bzw. Detektionsleitungen bzw. Aktivierleitungen für eine Mehrzahl von
Sensor-Einheiten jeweils gemeinsam vorgesehen sind, ist die Gesamtzahl
von Signalleitungen gering gehalten. Im Falle einer matrixförmigen Anordnung
von Sensor-Einheiten mit n Zeilen und m Spalten von Sensor-Einheiten
beträgt
die Anzahl der erforderlichen Signalleitungen bei genau einer gemeinsamen
Aktivierleitung m + n + 1. Gegenüber
einer separaten Ansteuerung einer jeden Sensor-Einheit, wo größenordnungsmäßig m·n Signalleitungen
erforderlich wären,
ist dadurch eine erheblich platzsparendere Anordnung der Sensor-Einheiten
auf dem Sensor-Array ermöglicht,
so dass die Integrationsschicht erhöht ist.
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Vielfach
ist man daran interessiert, nicht nur einen Test auf einem Sensor
durchzuführen,
sondern viele Tests an einer gegebenen Probe, dem Analyten, zeitlich
parallel. Auf entsprechenden Chips realisierbare miniaturisierte
Bio-/ Chemosensor-Arrays dienen dem zeitlich parallelen Nachweis
unterschiedlicher zu erfassender Substanzen in einem zu untersuchenden
Analyten. Die entsprechenden elektrischen Sensoren können in
großer
Zahl auf Chips aus Glas, Kunststoff, Silizium oder anderen Substraten
realisiert werden. Für
derartige Sensor-Arrays einschließlich entsprechendem Auswertesystem
ergeben sich vielfältige
Anwendungen in der medizinischen Diagnosetechnik, in der Pharmaindustrie,
zum Beispiel für das
Pharmascreening ("High
Throughput Screening",
HTS), in der chemischen Industrie, in der Lebensmittelanalytik,
in der Umwelt- und Lebensmitteltechnik und -analytik, etc.
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Um
eine große
Anzahl von Tests an einem Analyten zeitlich parallel durchzuführen, wird
die Anordnung einer größeren Anzahl
solcher auf unterschiedliche Substanzen spezifizierter Sensor-Einheiten
eines Sensor-Arrays auf einem Chip realisiert. Bei der Realisierung
eines Sensor-Arrays mit Feldeffekt-basiertem Sensor-Transistor-Elementen
(zum Beispiel zum Erfassen von Biomolekülen) ergibt sich die Herausforderung,
dass alle Anschlüsse
aller Sensoren einem Auslesegerät
zuzuführen
sind. Sofern beispielsweise ein passiver Chip mit 8·12 = 96,
32·48 =
1536 oder allgemein n·m
Positionen vorliegt, liegen 3·96
= 288, 3·1536
= 4608 bzw. 3·m·n Einzelelektroden-Anschlüsse vor.
Es muss jeder Sensor separat auslesbar sein, wobei die Anzahl der
verwendeten Anschlüsse
("Pads") des Chips aus Gründen des Aufwands
(Chip und Lesegerät)
und vor allen Dingen aus Gründen
der Sicherheit bei der Kontaktierung nicht zu hoch sein soll. Ein
einfacher Ansatz, bei dem alle Elektroden-Anschlüsse separat mit dem Lesegerät gekoppelt
werden, liefert 3·m·n (im
Beispiel also 288 oder 4608) Pads und ist daher für praktische
Anwendungen ungeeignet. Ähnliches
gilt für
den Ansatz, eine Elektrode aller Sensoren gemeinsam zu betreiben
und alle verbleibenden Elektroden-Anschlüsse sowie die gemeinsame Elektrode
mit dem Lesegerät
zu koppeln. In diesem Fall ist die Zahl der Pads zwar geringer (2·m·n + 1,
in den Beispielen also 193 bzw. 3073), jedoch immer noch zu groß, um praktischen
Anforderungen gerecht zu werden.
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Bei
der Verwendung sogenannter aktiver Chips, bei denen abgesehen von
Transducer-Materialien aktive Schaltungen für eine Signalvorverarbeitung
und das Multiplexen von Signalen On-Chip sowie entsprechende Verdrahtungsebenen
erforderlich sind, ist das Problem einer großen Anzahl von Pads gelöst. Das
Herstellen aktiver Chips ist jedoch aufgrund der aufwändigeren
und komplexeren Technologie mit höheren Kosten verbunden.
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Erfindungsgemäß wird ein
Sensor-Array geschaffen, bei dem es ermöglicht ist, auch große Arrays
auch auf passiven Chips bei ausreichend geringer Anzahl von Pads
zu betreiben. Die Array-Architektur
der Erfindung ist allerdings auch für aktive Chips interessant,
da sie es erlaubt, den schaltungstechnischen Aufwand pro Sensor-Element
gering zu halten, was wiederum die Herstellung hochdichter Sensor-Arrays erlaubt.
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Bei
der beschriebenen Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Sensor-Arrays
werden mehrere Detektionsleitungen bzw. mehrere Ansteuerleitungen bzw.
mehrere Aktivierleitungen für
eine Mehrzahl von Sensor-Einheiten gemeinsam verwendet, so dass die
Anzahl der erforderlichen Signalleitungen insgesamt deutlich reduziert
ist. Bei einer matrixförmigen Anordnung
von Sensor-Einheiten mit n Zeilen und m Spalten sind bei Verwendung
genau einer gemeinsamen Aktivierleitung m + n + 1 Anschlüsse erforderlich,
so dass insbesondere bei einem Sensor-Array mit einer Vielzahl von
Sensor-Einheiten eine besonders platzsparende Realisierung geschaffen
ist.
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Das
erfindungsgemäße Sensor-Array
kann eine Auswerteeinheit aufweisen, die derart eingerichtet ist,
dass sie für
die mindestens eine ausgewählte Sensor-Einheit
basierend auf dem Ansteuersignal und dem Sensorsignal ermittelt,
ob an der mindestens einen ausgewählten Sensor-Einheit Hybridisierungsereignisse
erfolgt sind und/oder in welcher Quantität an der mindestens ausgewählten Sensor-Einheit
Hybridisierungsereignisse erfolgt sind. Bei der Verwendung einer
derartigen Auswerteeinheit sind wahlweise qualitative oder quantitative
Messungen möglich.
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Die
Sensor-Einheiten des Sensor-Arrays sind vorzugsweise zu einer Mehrzahl
von Sensor-Gruppen gruppiert derart, dass jede Sensor-Gruppe wahlweise
separat von den anderen Sensor-Gruppen
oder gemeinsam mit zumindest einem Teil der anderen Sensor-Gruppen
betreibbar ist. Wird beispielsweise für eine bestimmte Anwendung nur
ein Teil der Sensor-Einheiten des erfindungsgemäßen Sensor-Arrays verwendet,
so ist es möglich, nur
die Sensor-Einheiten einer entsprechenden Sensor-Gruppe zu verwenden.
Daher ist eine ressourcenschonende Verwendung des Sensor-Arrays
ermöglicht
und eine zeitsparende Messung und Auswertung der Signale realisiert.
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Bei
dem erfindungsgemäßen Sensor-Array kann
in dem Substrat ein Analog-Digital-Wandler-Schaltkreis integriert
sein, der derart eingerichtet ist, dass er ein analoges elektrisches
Signal in ein digitales Signal umwandeln und der Auswerteeinheit bereitstellen
kann. Ferner kann in dem Substrat eine elektrische Versorgungseinheit
integriert sein, die derart eingerichtet ist, dass sie der Ansteuereinheit und/oder
der Auswahleinheit elektrische Spannungssignale und/oder elektrische
Stromsignale bereitstellen kann. Darüber hinaus kann in dem Substrat
ein Digital-Analog-Wandler-Schaltkreis
integriert sein, der derart eingerichtet ist, dass er ein digitales
Spannungssignal und/oder Stromsignal der Versorgungseinheit in ein
analoges Signal umwandelt und der Ansteuereinheit und/oder der Auswahleinheit
bereitstellen kann. In dem Substrat kann eine Eingabe-/Ausgabe-Schnittstelle integriert
sein. Ferner kann in dem Substrat eine Verstärkereinheit integriert sein,
eingerichtet zum Verstärken
des elektrischen Sensorsignals.
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Das
Sensor-Array kann genau eine Aktivierleitung aufweisen, die für alle Sensor-Einheiten
gemeinsam vorgesehen ist. Mittels dieser Aktivierleitung kann allen
Gate-Anschlüssen
der Sensor-Einheiten ein gemeinsames Aktiviersignal bereitgestellt werden.
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Bei
dem Sensor-Array können
die mindestens eine Ansteuerleitung, die mindestens eine Detektionsleitung
und die mindestens eine Aktivierleitung zumindest teilweise in zwei
unterschiedlichen Leitungsebenen in und/oder auf und/oder unter
dem Substrat ausgebildet sein. Bei dem Ausbilden der genannten Leitungen
in zumindest zwei unterschiedlichen Leitungsebenen kann eine elektrische
Isolierung zwischen sich kreuzenden Leitungen realisiert werden.
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Die
Sensor-Einheiten können
in genau einer der Leitungsebenen ausgebildet sein.
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Ferner
kann bei dem Sensor-Array in einem ersten Leitungsabschnitt, in
dem zwei der Leitungen von einer gegenseitigen Kreuzung frei sind,
diese beiden Leitungen in derselben Ebene verlaufend ausgebildet
sein, und in einem zweiten Leitungsabschnitt, in dem diese beide
Leitungen sich gegeneinander kreuzen, diese beiden Leitungen in
unterschiedlichen Ebenen verlaufend ausgebildet sein. Der erste
Leitungsabschnitt kann mit dem zweiten Leitungsabschnitt einer jeweiligen
Leitung mittels mindestens eines im Wesentlichen vertikal zu dem Substrat
verlaufend angeordneten elektrischen Kontaktierungselements gekoppelt
sein. Anschaulich kann in Kreuzungsbereichen zwischen zwei Leitungen
eine elektrische Isolierung der beiden Leitungen aufrechterhalten
werden, indem eine der Leitungen brückenförmig oberhalb bzw. unterhalb
der anderen Leitung ausgeführt
wird.
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Mindestens
eine der Leitungen kann auf einer Unterseite des Substrats oder
unterhalb des Substrats verlaufend ausgebildet sein.
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Die
Ansteuereinheit kann eine für
alle Sensor-Einheiten gemeinsame Versorgungseinheit aufweisen, die
derart eingerichtet ist, dass mit ihr an die zumindest eine ausgewählte Sensor-Einheit
das elektrische Ansteuersignal anlegbar ist.
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Die
Ansteuer-Einheit und/oder die Detektionseinheit können derart
eingerichtet sein, dass an zumindest einem Teil der nicht ausgewählten Sensor-Einheiten
ein elektrisches Referenzsignal anlegbar ist. Beispielsweise kann
das elektrische Referenzsignal das elektrische Massepotential sein.
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Bei
dem erfindungsgemäßen Sensor-Array kann
die Ansteuereinheit für
jeweils eine Gruppe von Sensor-Einheiten eine der jeweiligen Gruppe
zugehörige
Versorgungseinheit aufweisen, die derart eingerichtet ist, dass
mit ihr an die Sensor-Einheiten der zugehörigen Gruppe das elektrische
Ansteuersignal anlegbar ist.
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Die
Detektionseinheit kann für
alle Sensor-Einheiten gemeinsam gebildet sein. Die Detektionseinheit
kann On-Chip, das heißt
in und/oder auf dem Substrat integriert, oder Off-Chip, das heißt von dem
Substrat separat, gebildet sein.
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Zusammenfassend
ist erfindungsgemäß ein Sensor-Transistor-Element geschaffen,
das bezogen auf den Nachweis von DNA-Molekülen als DNA-Feldeffekttransistor
bezeichnet werden kann. Anschaulich bildet eine ausreichend dichte
Schicht aus doppelsträngiger
DNA nach einem Hybridisierungsereignis eine halbleitende Schicht,
das heißt
den Kanal-Bereich des DNA-Feldeffekttransistors,
der mittels Anlegens einer Gate-Spannung
aktiviert wird. Es ist anzumerken, dass der möglicherweise zu erfassende
Partikel enthaltende elektrolytische Analyt keine zu gute elektrische
Leitfähigkeit
aufweisen sollte. Der Elektrolyt wird vorteilhafterweise so gewählt, dass
das bei einem Hybridisierungsereignis erfasste elektrische Signal
nicht zu stark von elektrischen Signalen, die auf dem Elektrolyt
beruhen, überlagert wird.
Beispielsweise kann als Analyt destilliertes Wasser verwendet werden,
in welchem die zu erfassenden Partikel eingebracht sind. Alternativ
kann als Elektrolyt ein organisches Lösungsmittel (zum Beispiel Alkohol,
etc.) verwendet werden. Auch kann ein Puffer mit ausreichend geringer
Ionenkonzentration (zum Beispiel Phosphatpuffer, Tris-Puffer, etc.)
verwendet werden. Es ist anzumerken, dass bei dem erfindungsgemäßen Sensorprinzip
eine ausreichend hohe elektrische Leitfähigkeit des Analyten nicht
so wichtig ist wie zum Beispiel beim Redox-Recycling.
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Ferner
ist zu beachten, dass mittels Einstellens der Frequenz eines anregenden
elektrischen Signals zwischen Leitfähigkeitsbeiträgen des
Elektrolyten und des Sensors diskriminiert werden kann, da die entsprechenden
Ladungsträger
(zum Beispiel Elektronen als Sensorsignal, Ionen als Störsignal
des Elektrolyten) eine unterschiedliche Beweglichkeit aufweisen.
Daher kann bei ausreichend hohen Frequenzen der eine Beitrag den
anregenden Frequenzen nicht mehr folgen und liefert somit keinen
Beitrag mehr zu dem detektierten Signal.
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Auch
ist es möglich,
lediglich die Kanal-Schicht aus den Fängermolekülen mit dem zu untersuchenden
Analyten zu befeuchten, wohingegen die Source-/Drain-Elektroden
von einer Befeuchtung frei bleiben.
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Ausführungsbeispiele
der Erfindung sind in den Figuren dargestellt und werden im Weiteren
näher erläutert.
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Es
zeigen:
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1 eine Sensor-Einheit gemäß einem ersten
Ausführungsbeispiel
der Erfindung,
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2 die in 1 gezeigte Sensor-Einheit in einem ersten
Betriebszustand,
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3 die in 1 gezeigte Sensor-Einheit in einem zweiten
Betriebszustand,
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4 eine Sensor-Einheit gemäß einem zweiten
Ausführungsbeispiel
der Erfindung,
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5 einen Teilbereich einer
Sensor-Einheit gemäß einem
dritten Ausführungsbeispiel
der Erfindung,
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6 einen Teilbereich einer
Sensor-Einheit gemäß einem
vierten Ausführungsbeispiel
der Erfindung,
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7 eine Sensor-Einheit gemäß einem fünften Ausführungsbeispiel
der Erfindung,
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8 eine Sensor-Einheit gemäß einem sechsten
Ausführungsbeispiel
der Erfindung,
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9 eine Sensor-Einheit gemäß einem siebten
Ausführungsbeispiel
der Erfindung,
-
10 eine Sensor-Einheit gemäß einem achten
Ausführungsbeispiel
der Erfindung,
-
11 ein schematisches schaltungstechnisches
Symbol einer erfindungsgemäßen Sensor-Einheit,
-
12 ein Sensor-Array gemäß einem
ersten Ausführungsbeispiel
der Erfindung,
-
13 ein Sensor-Array gemäß einem
zweiten Ausführungsbeispiel
der Erfindung,
-
14 ein Sensor-Array gemäß einem
dritten Ausführungsbeispiel
der Erfindung,
-
15 ein Sensor-Array gemäß einem
vierten Ausführungsbeispiel
der Erfindung,
-
16 ein Sensor-Array gemäß einem
fünften
Ausführungsbeispiel
der Erfindung,
-
17 ein Sensor-Array gemäß einem sechsten
Ausführungsbeispiel
der Erfindung,
-
18 ein Sensor-Array gemäß einem
siebten Ausführungsbeispiel
der Erfindung,
-
19 eine Darstellung eines
Kreuzungsbereichs unterschiedlicher Signalleitungen bei dem Sensor-Array aus 18.
-
Gleiche
oder ähnliche
Komponenten in unterschiedlichen Figuren sind mit gleichen Bezugsziffern
versehen.
-
Die
Darstellungen in den Figuren sind schematisch und nicht maßstäblich.
-
Im
Weiteren wird bezugnehmend auf 1 eine
Biosensor-Einheit 100 gemäß einem
ersten Ausführungsbeispiel
der Erfindung beschrieben.
-
Bei
der Biosensor-Einheit 100 ist eine in einem Silizium-Substrat 101 gebildete
Gate-Elektrode 102 vorgesehen, an welche mittels einer
Spannungsquelle 103 ein elektrisches Aktiviersignal zum
Aktivieren der Biosensor-Einheit 100 anlegbar ist. Auf
der Gate-Elektrode 102 ist eine Gate-isolierende Schicht 113 aus
Siliziumoxid gebildet. Auf einem ersten Randbereich der Gate-isolierenden
Schicht 113, teilweise überlappend
mit der Gate-Elektrode 103 ist eine erste Source-/Drain-Elektrode 104 gebildet.
Auf einem zweiten Randabschnitt der Gate-isolierenden Schicht 113,
teilweise überlappend
mit der Gate-Elektrode 102 ist eine zweite Source-/Drain-Elektrode 105 gebildet.
Ferner ist auf der Gate-isolierenden Schicht 113 zwischen
den beiden Source-/Drain-Elektroden 104, 105 eine
Kanal-Schicht 106 gebildet, welche Kanal-Schicht 106 aus
Fängermolekülen 107 gebildet
ist, die derart eingerichtet sind, dass sie mit in einem Analyten
möglicherweise
enthaltenen zu erfassenden Partikeln hybridisieren. Die Fängermoleküle 107 sind
DNA-Halbstränge
mit einer vorgegebenen Basensequenz, die an die Gate-isolierende Schicht 113 angekoppelt sind.
Ferner sind die Fängermoleküle 107 mit
einem Label 108 (die als solches aus [1] bis [3] bekannt sind)
gekoppelt, welches zum bedarfsweisen Bereitstellen von elektrischen
Ladungsträgern
dient. Auf den Source-/Drain-Elektroden 104, 105 ist
eine Siliziumnitrid-Passivierungsschicht 109 gebildet.
Die erste Source-/Drain-Elektrode 104 ist auf das elektrische Massepotential 110 gebracht.
Mittels einer Spannungsquelle 111 kann die zweite Source-/Drain-Elektrode 105 auf
ein von dem Massepotential 110 unterschiedliches elektrisches
Potential gebracht werden. Ein Stromfluss an der zweiten Source-/Drain-Elektrode 105 ist
mittels einer Stromerfasseinheit 112 erfassbar.
-
Die
immobilisierten Fängermoleküle 107 sind
mit den Labeln 108 versehen, welches als Elektronenspeicher
fungieren. Die Fängermoleküle 107 sind
als dichter Rasen unter Verwendung von Self-Assembled-Monolayers
aufgebracht, wodurch eine halbleitende Kanal-Schicht 106 geschaffen
ist.
-
1 zeigt die Biosensor-Einheit 100 vor
einem Hybridisierungsereignis. 2 und 3 zeigen zwei unterschiedliche
Betriebszustände
der Biosensor-Einheit 100, nachdem diese mit einem möglicherweise
zu erfassende Partikel 200 enthaltenden Analyten in Wirkkontakt
gebracht worden ist.
-
2 zeigt ein Szenario, bei
dem die zu erfassenden Partikel 200 zu den Fängermolekülen 107 komplementär sind ("Match"), so dass es zwischen den
Fängermolekülen 107 und
den zu erfassenden Partikeln 200 zu Hybridisierungsereignissen
kommt.
-
3 zeigt die Biosensor-Einheit 100 in
einem anderen Betriebszustand, in dem ein mit der Biosensor-Einheit 100 in
Wirkkontakt gebrachter Analyt andere Partikel 300 als zu
erfassenden Partikel 200 enthält, welche anderen Partikel 200 eine
Basensequenz haben, die zu der Basensequenz der Fängermoleküle 107 nicht
komplementär
ist. Daher kommt es nicht zu Hybridisierungsereignissen zwischen
den Fängermolekülen 107 und
den anderen Partikeln ("Mismatch"). Es bildet sich
somit in 3 keine doppelsträngige DNA
aus.
-
Bei
der erfindungsgemäßen Biosensor-Einheit 100 wird
das in 2 gezeigte Hybridisierungsereignis
nachgewiesen, indem unter Verwendung der Spannungsquelle 103 an
die Gate-Elektrode 102 eine
positive elektrische Spannung angelegt wird. Da doppelsträngige DNA 107, 200 eine
erheblich bessere elektrische Leitfähigkeit aufweist als einzelsträngige DNA 107,
bildet sich unmittelbar oberhalb der Gate-isolierenden Schicht 113 eine
dünne Schicht aus
Elektronen 202 aus, welche in 2 schematisch gezeigt sind. Diese entstammen
den Labeln 108 und werden durch die ausreichend gut elektrisch
leitfähige
doppelsträngige
DNA, gebildet aus den Fängermolekülen 107 und
den zu erfassenden Partikeln 200, an die Oberfläche der
Gate-isolierenden Schicht 113 geleitet.
-
Es
ist anzumerken, dass die Darstellung der Elektronen 202 in 2 stark schematisiert ist.
Eine andere Beschreibungsweise des Phänomens könnte darin gesehen werden,
dass aufgrund der verbesserten Leitfähigkeit der doppelsträngigen Moleküle verglichen
mit den einzelsträngigen
Molekülen
die elektrische Leitfähigkeit
der Kanal-Schicht 106 verbessert wird, wobei anschaulich
mit Hilfe der Gate-Elektrode quasi-gebundene in quasi-freie Ladungsträger überführt werden
können.
-
Wie
mit einem Pfeil 201 in 2 angedeutet, wirken
die doppelsträngigen
DNA-Moleküle
als Elektronenpumpe zum Befördern
der Elektronen 202 von dem Label 108 zu der Oberfläche der
Gate-isolierenden Schicht 113. Die Kanal-Schicht 106 mit
den verbesserten elektrischen Eigenschaften führt zu einer elektrisch leitfähigen Verbindung
zwischen den Kontakten 104, 105, die bei Anlegen
eines Potentialgefälles
dadurch charakterisiert werden kann, dass der Strom an einem oder
beiden Kontakten 104, 105 gemessen werden kann.
Die in den Figuren gewählte Verschaltung
der Biosensor-Einheit 100, bei der einer der beiden Kontakte 104 auf
Massepotential 110 liegt, stellt nur einen möglichen
Fall dar. Natürlich können auch
beide Kontakte 104, 105 mit separaten Spannungsquellen
individuell auf vorgebbare elektrische Potentiale gebracht werden.
-
Anschaulich ähnelt die
Biosensor-Einheit 100 hinsichtlich Struktur und Wirkungsweise
einer MOSFET-Anordnung, wobei die Eigenschaften des Substrat-Materials
bzw. des Materials, in dem sich in dem MOS-Transistor der Kanal
ausbildet, hier durch die erfolgreiche bzw. nicht erfolgreiche Hybridisierung
bestimmt wird.
-
Im
Weiteren wird bezugnehmend auf 4 eine
Biosensor-Einheit 400 gemäß einem
zweiten Ausführungsbeispiel
der Erfindung beschrieben.
-
Bei
der Biosensor-Einheit 400 ist ein Potentiostat 402 bereitgestellt.
Dies wird gebildet aus einem Komparator 402, einer Referenzelektrode 403 und einer
Gegenelektrode 404. Mittels des Potentiostats 401 wird
das elektrische Potential eines mit der Sensor-Einheit 400 in
Wirkkontakt gebrachten elektrolytischen Analyten 405 auf
einem konstanten Wert gehalten. Mittels der Referenzelektrode 403 wird
das gegenwärtige
elektrische Potential des elektrolytischen Analyten 405 erfasst
und einem invertierenden Eingang 402a des Komparators 402 bereitgestellt. An
einem nichtinvertierenden Eingang 402b des Komparators 402 ist
ein vorgegebenes Referenzpotential, nämlich das elektrische Massepotential 110 bereitgestellt.
Der Komparator 402 vergleicht die an den Eingängen 402a, 402b bereitgestellten
Signale miteinander und stellt basierend auf diesen Vergleich an
einem Ausgang 402c ein Regelsignal bereit, das an eine
Gegenelektrode 404 angelegt wird. Die Gegenelektrode 404 ist
ebenfalls in Wirkkontakt mit dem elektrolytischen Analyten 405 und
liefert basierend auf dem Regelsignal des Komparators 402 dem
elektrolytischen Analyten 405 bedarfsweise elektrische Ladungsträger nach,
um das Potential auf das Soll-Potential zurückzubringen.
-
Da
gemäß dem erfindungsgemäßen Prinzip der
Biosensor-Einheit 400 üblicherweise
keine elektrochemischen Umsetzungen vorgenommen werden, genügt an Stelle
des Potentiostaten auch ein einfacher Kontakt zum Elektrolyten 405,
der auf ein konstantes Potential gelegt wird, so dass die in 4 gezeigte Regelschleife
mit dem Potentiostaten 401 optional ist.
-
Die
erfindungsgemäße Biosensor-Einheit 100 bzw. 400 kann
beispielsweise auf Basis eines Silizium-CMOS-Prozesses aufgebaut
werden. Hierbei werden die Gate-Elektrode 102 und die Kontakte 104, 105 in 1 bis 3 im Backend des Prozesses gefertigt.
Für die
Kontakte 104, 105 kann ein edles Metall wie zum
Beispiel Gold verwendet werden. Oberhalb der Gate-Elektrode 102 ist
ein vorzugsweise relativ dünnes
Dielektrikum als Gate-isolierende Schicht 113 abzuscheiden.
Der Quotient aus der relativen Dielektrizitätskonstante der Gate-isolierenden Schicht 113 und
der Dicke derselben sollte möglichst groß sein,
so dass die Werte der an der Gate-Elektrode 102 anzulegenden
elektrischen Spannungen im Rahmen des Betriebsspannungsfensters
eines üblichen
CMOS-Prozesses liegen.
-
Es
können
für die
erfindungsgemäße Biosensor-Einheit
Standard-Technologien und Prozesse der Halbleiterfertigung eingesetzt
werden. Vorzugsweise werden Standard-CMOS-Prozesse verwendet werden.
Materialien für
die Gate-isolierende Schicht sind in [4] bis [6] beschrieben, auch
Siliziumnitrid und Aluminiumoxid sind mögliche Materialien für die Gate-isolierende Schicht.
Es ist auch möglich,
dass mittels ALD („Atomic
Layer Deposition")
dünne Schichten
geeigneter Materialien abgeschieden werden. Mit dem ALD-Verfahren
ist es grundsätzlich möglich, bis
auf die Genauigkeit einer Atomlage eine Dicke einer dielektrischen
Schicht einzustellen.
-
Ein Überlappen
von Source-/Drain-Elektroden und Gate-Elektrode ist zum Beispiel dadurch erreichbar,
dass entsprechende Prozessmodule wie oben zitiert mehrfach hintereinander
geschaltet werden.
-
Alternativ
zu einer Silizium- bzw. CMOS-basierten Lösung kann die erfindungsgemäße Biosensor-Einheit
auch mittels eines Halbleiterprozesses auf Polymerbasis hergestellt
werden. Mit anderen Worten kann der Feldeffekttransistor der erfindungsgemäßen Biosensor-Einheit
unter Verwendung eines Polymermaterials gefertigt werden. Hierfür können Standardprozesse
zum Herstellen eines Polymertransistors verwendet werden. Für ein Ausführungsbeispiel,
bei dem zwischen Gate-isolierender Schicht und Fängermolekülen eine (verarmte) halbleitende Schicht
vorgesehen ist, kann ein Polymermaterial wie beispielsweise Pentacen
verwendet werden.
-
Im
Weiteren wird bezugnehmend auf 5 ein
Teilbereich einer Biosensor-Einheit 500 gemäß einem
dritten Ausführungsbeispiel
der Erfindung beschrieben.
-
Abweichend
von der in 1 bis 3 gezeigten Biosensor-Einheit 100 ist
bei der Biosensor-Einheit 500 nicht nur die Gate-isolierende Schicht 113 mit Fängermolekülen 107 versehen,
sondern auch der freiliegende Oberflächenbereich der ersten Source-/Drain-Elektrode 104.
In 5 ist lediglich ein
Teilbereich einer Biosensor-Einheit gezeigt, nämlich der gemäß 1 linke obere Teilbereich.
-
Im
Weiteren wird bezugnehmend auf 6 ein
Teilbereich einer Biosensor-Einheit 600 gemäß einem
vierten Ausführungsbeispiel
der Erfindung beschrieben.
-
In 6 ist lediglich ein Teilbereich
einer Biosensor-Einheit
gezeigt, nämlich
der gemäß 1 linke obere Teilbereich
der Biosensor-Einheit. Im Unterschied zu der in 5 gezeigten Biosensor-Einheit 500 ist
bei der Biosensor- Einheit 600 nicht
nur ein sich gemäß 6 in vertikaler Richtung
erstreckender Oberflächenbereich
der ersten Source-/Drain-Elektrode 104 mit Fängermolekülen 107 versehen,
sondern auch ein gemäß 6 horizontal verlaufender
freiliegender Oberflächenbereich
der Source-/Drain-Elektrode 104. Mit anderen Worten kann
nicht nur, wie in 5 gezeigt,
ein vertikaler Oberflächenbereich
der ersten Source-/Drain-Elektrode 104 freigelegt
sein, sondern auch ein in 6 gezeigter
horizontaler Oberflächenbereich
der ersten Source-/Drain-Elektrode 104 freigelegt sein.
Abweichend zu 6 kann
die Passivierungsschicht 109 auch ganz entfallen.
-
Alternativ
zu den bezugnehmend auf 1 bis 6 gezeigten Ausführungsbeispielen
muss der Anstellwinkel der Source-/Drain-Elektroden 104, 105 nicht
senkrecht sein, sondern kann auch flacher verlaufen. Mit anderen
Worten muss die gemäß 1 bis 6 vertikal verlaufende Kante der Source-/Drain-Elektroden 104, 105 mit
der Gate-isolierenden Schicht 113 keinen rechten Winkel
einschließen, sondern
kann auch einen davon abweichenden Winkel einschließen. Ein
leicht schräger
Anstellwinkel kann bei Verwendung eines Lift-Off-Prozesses zum Herstellen
der Source-/Drain-Elektroden 104, 105 erzeugt
werden, vergleiche [7], [8].
-
Im
Weiteren werden einige Varianten für den elektrischen Betrieb
der erfindungsgemäßen Sensor-Einheit
beschrieben.
-
Um
unerwünschte
elektrochemische Effekte und daher das Messergebnis verfälschende
Strombeiträge
an den Source-/Drain-Elektroden der Biosensor-Einheit zu vermeiden,
sollte die angelegte Spannung gegenüber dem Elektrolytpotential
nicht zu hoch sein. Typische Werte können beispielsweise im Bereich
einiger 100 mV liegen. Darüber
hinaus kann es vorteilhaft sein, die Source-/Drain-Elektroden nicht
mit Gleichspannung zu betreiben, sondern mit Wechselspannung. In
diesem Fall ist auch das Messergebnis ein Wechselstrom. Es ist möglich, eine der
beiden Source-/Drain-Elektroden auf das elektrische Massepotential
bzw. auf das elektrische Potential des Elektrolyten zu bringen,
und an die andere Source-/Drain-Elektrode
ein zu dem Massepotential bzw. zu dem Elektrolytpotential vorzugsweise
symmetrisches Wechselspannungssignal anzulegen. Alternativ kann
an beide Source-/Drain-Elektroden ein gegenphasiges vorzugsweise
zu dem elektrischen Massepotential bzw, zu dem Elektrolytpotential
symmetrisches Wechselspannungssignal angelegt werden.
-
Sowohl
für eine
Betriebsweise mit Gleich- als auch mit Wechselsignalen kann auch
an eine der Source-/Drain-Elektroden
ein elektrischer Strom eingeprägt
werden und die sich einstellende Spannung gemessen werden, anstatt
des Anlegens einer Spannung und des Messens eines korrespondierenden elektrischen
Stroms.
-
Im
Weiteren wird bezugnehmend auf 7 eine
Biosensor-Einheit 700 gemäß einem
fünften Ausführungsbeispiel
der Erfindung beschrieben.
-
Die
Biosensor-Einheit 700 unterscheidet sich von der in 1 gezeigten Biosensor-Einheit 100 im Wesentlichen
dadurch, dass zwischen der Gate-isolierenden Schicht 113 und
den Fängermolekülen 107 eine
vollständig
verarmte Halbleiterschicht 701 aus einem Halbleitermaterial,
das an Ladungsträgern vollständig verarmt
ist, abgeschieden ist. In diesem Falle bildet sich bei einer erfolgreichen
Hybridisierung nicht ein dünner
Elektronenkanal innerhalb des Elektrolyten direkt an der Grenzschicht
zwischen Elektrolyt und Gate-isolierender Schicht aus, sondern die über die
doppelsträngige
DNA bereitgestellten Ladungsträger
befüllen
die dünne
Halbleiterschicht 701, so dass diese elektrisch leitfähig wird. Gemäß dem beschriebenen
Ausführungsbeispiel
ist die vollständig
verarmte Halbleiterschicht 701 aus halbleitendem organischen
Material, nämlich
Pentacen, hergestellt.
-
Bei
der Biosensor-Einheit 700 sind die Fängermoleküle 107 von den optionalen
Labels 108 frei.
-
Im
Weiteren wird bezugnehmend auf 8 eine
Biosensor-Einheit 800 gemäß einem
sechsten Ausführungsbeispiel
der Erfindung beschrieben.
-
Die
Biosensor-Einheit 800 unterscheidet sich von der in 7 gezeigten Biosensor-Einheit 700 dadurch,
dass die in 7 freiliegenden
Oberflächenbereiche
der ersten und zweiten Source-/Drain-Elektroden 104, 105 bei
der Biosensor-Einheit 800 mittels einer elektrisch isolierenden
Deckschicht 801 bedeckt sind. Somit ist ein unmittelbarer
elektrischer Kontakt zwischen den Source-/Drain-Elektroden 104, 105 einerseits
und dem Analyten andererseits gemäß 8 vermieden. Indem die Kontakte 104, 105 mit
einer dünnen
Dielektrikums-Schicht 801 überzogen sind, sind die Kontakte 104, 105 von
störenden elektrochemischen
Prozessen abgeschirmt und können
keine freien Ladungsträger
in den Kanal injizieren.
-
Die
Biosensor-Einheit 800 ist mit Wechselspannung- bzw. Wechselstromsignalen
an den Kontakten 104, 105 zu betreiben, da Gleichstromflüsse in die
Kontakte 104, 105 hinein oder aus ihnen hinaus aufgrund
der elektrisch isolierenden Deckschicht 801 nicht möglich sind.
Bei dem Ausführungsbeispiel
von 8 stammen die zu
dem Wechselstromsignal beitragenden elektrischen Ladungsträger ausschließlich von
Sensorereignissen, und es werden keine Ladungsträger über die Kontakte 104, 105 dem
System entnommen oder hinzugefügt.
Dieses Verfahren kann die relative Empfindlichkeit des Sensors erhöhen.
-
Im
Weiteren wird bezugnehmend auf 9 eine
Biosensor-Einheit 900 gemäß einem
siebten Ausführungsbeispiel
der Erfindung beschrieben.
-
Die
in 9 gezeigte Biosensor-Einheit 900 unterscheidet
sich von der in 1 gezeigten
Biosensor-Einheit 100 im Wesentlichen dadurch, dass zwischen
der Gate-isolierenden Schicht 113 und den Fängermolekülen 107 die
in 7 gezeigte vollständig verarmte
Halbleiterschicht 701 vorgesehen ist und dass die freiliegenden
Oberflächenbereiche
der Source-/Drain-Elektroden 104, 105 mit
der elektrisch isolierenden Deckschicht 801 aus 8 versehen sind. Ferner
wird bei dem Ausführungsbeispiel
von 9 an die zweite
Source-/Drain-Elektrode 105 mittels
einer Wechselspannungsquelle 901 ein elektrisches Wechselspannungssignal
angelegt. Auch bei der Biosensor-Einheit 900 sind die Fängermoleküle 107 von
einem Label 108 frei.
-
Im
Weiteren wird bezugnehmend auf 10 eine
Biosensor-Einheit 1000 gemäß einem
achten Ausführungsbeispiel
der Erfindung beschrieben.
-
Das
Szenario der in 10 gezeigten
Biosensor-Einheit 1000 entspricht im Wesentlichen dem in 2 gezeigten Betriebszustand
der Biosensor-Einheit 100 mit dem Unterschied, dass die
Fängermoleküle 107 in 10 von einem Label 108 frei sind.
Im Falle einer erfolgreichen Hybridisierung stammen bei der Biosensor-Einheit 1000 die
zum Stromfluss beitragenden Ladungsträger 202 von der Polarisierung
der nach der Hybridisierung entstehenden Paare aus Fängermolekülen und
zu erfassenden Partikeln von selbst. Da deren Beitrag zu einer potentiellen
elektrischen Leitfähigkeit
häufig
klein ist und manchmal von zusätzlichen
Ladungsträgern
aus den Source-/Drain-Elektroden 104, 105 überlagert
werden kann (welche nicht zum Nutzsignal beitragen) kann es abweichend
von dem in 10 gezeigten Ausführungsbeispiel
vorteilhaft sein, eine elektrisch isolierende Deckschicht 801 auf
die freiliegenden Seitenwandflächen
der Source-/Drain-Elektroden 104, 105 aufzubringen.
-
Es
ist anzumerken, dass die Einzelmerkmale der in 1 bis 10 beschriebenen
Biosensor-Einheiten beliebig untereinander kombinierbar sind.
-
Im
Weiteren werden Ausführungsbeispiele für Sensor-Arrays
mit erfindungsgemäßen Biosensor-Einheiten
beschrieben, die vorzugsweise matrixförmig angeordnet werden. Hierbei
können
beliebige schaltungstechnische Komponenten, die zum Beispiel signalverstärkende und
-verarbeitende Funktionen übernehmen,
auf den einzelnen Chips integriert werden, oder es können nur
die zur Realisierung des Sensors verwendeten stromleitfähigen Materialien
zur Verdrahtung und Verbindung mit einem externen Lesegerät benutzt
werden.
-
Für die Beschreibung
der Ausführungsbeispiele
des erfindungsgemäßen Sensor-Arrays
wird das in 11 gezeigte Symbol
für eine
Biosensor-Einheit 1100 zum Zwecke einer vereinfachten Darstellung
verwendet.
-
Im
Weiteren wird bezugnehmend auf 12 ein
Sensor-Array 1200 gemäß einem
ersten Ausführungsbeispiel
der Erfindung beschrieben.
-
Bei
dem Sensor-Array 1200 sind eine Vielzahl von Sensor-Einheiten 1100 als
im Wesentlichen rechteckförmige
Matrix angeordnet. Das Sensor-Array 1200 weist eine Aktivierleitung 1201,
m Ansteuerleitungen 1202 und n Detektionsleitungen 1203 auf, welche
Leitungen voneinander elektrisch isoliert sind. Die Gate-Elektroden
aller Sensor-Einheiten 1100 sind über die Aktivierleitung 1201 mit
der Spannungsquelle 103 gekoppelt. Jeweils erste Source-/Drain-Elektroden
der Sensor-Einheiten 1100 sind mit jeweils genau einer
der Ansteuerleitungen 1202 gekoppelt. Die jeweils zweite
Source-/Drain-Elektrode einer jeden Sensor-Einheit 1100 ist
mit jeweils genau einer der Detektionsleitungen 1203 gekoppelt. Jeweils
m Sensor-Einheiten 1100 einer
Zeile sind mit einer gemeinsamen Detektionsleitung 1203 gekoppelt.
Jeweils n Sensor-Einheiten 1100 einer jeweiligen Spalte
sind mit einer gemeinsamen Ansteuerleitung 1202 gekoppelt.
Ferner ist eine Ansteuer-Spannungsquelle 1204 zum
Anlegen einer elektrischen Spannung Vchar an eine jeweilige Spalte
von Sensor-Einheiten 1100 vorgesehen. Darüber hinaus
ist eine Detektions-Stromerfasseinheit 1205 bereitgestellt
und derart verschaltet, dass ein aus dem elektrischen Ansteuersignal
der Ansteuer-Spannungsquelle 1204 resultierendes elektrisches
Sensorsignal einer jeweiligen Zeile von Sensor-Einheiten 1100 mit der
Detektions-Stromerfasseinheit 1205 erfassbar ist. Ferner
ist eine Auswahleinheit in Form von ansteuerbaren Auswahlschaltern 1206 geschaffen,
welche derart eingerichtet sind, dass sie die Ansteuer-Spannungsquelle 1204 mit
einer Ansteuerleitung 1202 einer auszuwählenden Sensor-Einheit 1210 und
die Detektions-Stromerfasseinheit 1205 mit der Detektionsleitung 1203 der
auszuwählenden
Sensor-Einheit 1210 koppelt, womit die Sensor-Einheit 1210 ausgewählt wird.
Die Auswahlschalter 1206 sind jeweils in eine solche Schalterstellung
bringbar, dass genau eine Zeile von Sensor-Einheiten 1100 mit der Detektions-Stromerfasseinheit 1205 und
genau eine Spalte der Sensor-Einheiten 1100 mit der Ansteuer-Spannungsquelle 1204 gekoppelt
sind. Diejenige Sensor-Einheit,
die in dem Kreuzungsbereich der ausgewählten Zeile und der ausgewählten Spalte angeordnet
ist, ist die ausgewählte
Sensor-Einheit 1210.
-
Ferner
bilden ein Komparator 1207, eine Referenzelektrode 1208 und
eine Gegenelektrode 1209 eine Potentiostat-Einrichtung. Die
Referenzelektrode 1208 erfasst das elektrische Potential
eines auf das Biosensor-Array 1200 aufgebrachten Analyten
und stellt dieses elektrische Potential in Form eines Messsignals
einem invertierenden Eingang 1207a des Komparators 1207 bereit.
Ein nichtinvertierender Eingang 1207b des Komparators ist
auf das elektrische Massepotential 110 gebracht, welches
als Referenzsignal dient. Ein Ausgang 1207c des Komparators 1207 ist
mit der Gegenelektrode 1209 gekoppelt, wobei der Komparator 1207 der
Gegenelektrode 1209 ein derartiges Steuersignal bereitstellt,
dass die Gegenelektrode 1209 dem elektrolytischen Analyten bedarfsweise
elektrische Ladungsträger
bereitstellt, um dessen elektrisches Potential konstant zu halten. Gemeinsam
bilden die Komponenten 1207 bis 1209 einen Potentiostaten.
Obwohl bei der erfindungsgemäßen Sensor-Einheit
eher keine elektrochemischen Umsätze
an den Elektroden 104, 105 entstehen, kann die
Konfiguration aus
-
12 vorteilhaft genutzt werden,
um dem Analyten ein stabiles elektrochemisches Potential in ausreichend
niederohmiger Weise zuzuweisen.
-
Bei
dem Sensor-Array 1200 ist eine Architektur gewählt, bei
der die elektrisch isolierten Leitungskreuzungen unter Verwendung
zweier Leitungsebenen realisiert sind. Die stromführenden
Anschlüsse der
Sensor-Einheiten 1100 aller m Spalten können wahlweise mit der Anregungs-Spannungsquelle Vchar 1204 oder
mit dem elektrischen Massepotential 110 gekoppelt werden,
die stromführenden
Anschlüsse
der Sensor-Einheiten 1100 aller
n Zeilen können
wahlweise mit der Detektions-Stromerfasseinheit 1205 Ichar
oder mit dem elektrischen Massepotential 110 gekoppelt
werden.
-
Die
nicht stromführenden
Anschlüsse
aller Sensor-Einheiten 1100, das heißt deren Gate-Anschlüsse, sind
gemeinsam mit der Spannungsquelle 103 Vg zum Ansteuern
aller Gate-Elektroden gekoppelt.
-
Für einen
Lesebetrieb wird an genau eine Spalte die Spannung Vchar angelegt,
und das Messinstrument Ichar 1205 wird mit genau einer
Zeile gekoppelt. Von der Ansteuer-Spannungsquelle 1204 Vchar
fließt
daher elektrischer Strom in jede an die ausgewählte Spalte angeschlossene
Sensor-Einheit 1100. In der Messeinrichtung 1205 wird
allerdings nur der elektrische Strom gemessen, der in die ausgewählte Sensor-Einheit 1210 an
der ausgewählten Zeile
fließt.
-
Der
auf bzw. in dem Substrat 101 gebildete Bereich des Sensor-Arrays 1100 enthält somit
n + m + 1 Anschlüsse
(Pads). Das minimale mögliche
Verhältnis
aus der Zahl der Anschlüsse
bezogen auf die Anzahl der Sensorpositionen auf dem Chip ergibt sich
für n =
m, das heißt
für ein
Sensor-Array mit einer quadratischen matrixförmigen Architektur (Zeilenzahl
= Spaltenzahl). In diesem Fall erhält man 2n + 1 (= 2m + 1) Anschlüsse bei
n2 = m2 Sensor-Einheiten 1100.
-
Im
Weiteren wird bezugnehmend auf 13 ein
Sensor-Array 1300 gemäß einem
zweiten Ausführungsbeispiel
der Erfindung beschrieben.
-
Das
Sensor-Array 1300 unterschiedet sich von dem Sensor-Array 1200 aus 12 im Wesentlichen dadurch,
dass für
jede Zeile von Sensor-Einheiten 1100 eine separate Detektions-Stromerfasseinheit 1302 bereitgestellt
ist. Mit anderen Worten sind insgesamt n Detektions-Stromerfasseinheiten 1302 vorgesehen.
Entlang jeder Spalte von Sensor-Einheiten 1100 ist eine
gemeinsame Ansteuer-Spannungsquelle 1301 vorgesehen, so
dass insgesamt m Ansteuer-Spannungsquellen 1301 bereitgestellt
sind.
-
Mit
anderen Worten ist in 13 jede
Spalte von Sensor-Einheiten 1100 mit
einer anregenden Spannungsquelle 1301 und jede Zeile mit
einer Detektions-Stromerfasseinheit 1302 versehen. Für den korrekten
Betrieb liefern alle bis auf genau eine Spannungsquelle 1301 das
elektrische Massepotential 110, wohingegen die einzige
nicht auf dem elektrischen Massepotential 110 befindliche
Spannungsquelle 1301 als Stimulus für die entsprechende Spalte
fungiert. Da jede Zeile mit einer separaten Detektions-Stromerfasseinheit 1302 versehen
ist, können gemäß 13 die Zeilen zeitlich parallel
ausgelesen werden. Alternativ ist auch ein sequentieller Lesebetrieb
möglich.
-
Im
Weiteren wird bezugnehmend auf 14 ein
Sensor-Array 1400 gemäß einem
dritten Ausführungsbeispiel
der Erfindung beschrieben.
-
Das
Sensor-Array 1400 unterscheidet sich von dem Sensor-Array
1200 im Wesentlichen dadurch, dass eine Mehrzahl von Aktivierleitungen 1403 bereitgestellt
sind, wobei jeweils eine Zeile von Sensor-Einheiten 1100 mit
einer zugeordneten Aktivierleitung 1403 gekoppelt sind.
Dagegen sind bei dem Ausführungsbeispiel
in 14 alle Detektionsleitungen
zu einer gemeinsamen Detektionsleitung 1203 zusammengefasst.
Mit anderen Worten ist jeweils eine Source-/Drain-Elektrode von
jeder der Sensor-Einheiten 1100 mit der Detektions-Stromerfasseinheit 1205 gekoppelt.
Jeweils eine andere Source-/Drain-Elektrode einer Zeile von Sensor-Einheiten 1100 ist
mit einer Ansteuerleitung 1202 gekoppelt. Die Gate-Elektroden einer
Spalte von Sensor-Einheiten 1100 sind mit einer Aktivierleitung 1403 gekoppelt.
-
Mittels
der Auswahlschalter 1206 wird eine Spalte von Sensor-Einheiten 1100 dadurch
ausgewählt,
dass an jeweils eine der Source-/Drain-Elektroden der Sensor-Einheiten 1100 dieser
Spalte das elektrische Potential der Ansteuer-Spannungsquelle 1204 angelegt
wird. Ferner wird eine Zeile von Sensor-Einheiten 1100 dadurch ausgewählt, dass
das entsprechende Schaltelement 1206 derart geschaltet wird,
dass die Gate-Anschlüsse der
Sensor-Einheiten 1100 der ausgewählten Zeile mit der Auswahl-Gatespannungsquelle 1402 gekoppelt
werden. Die Gate-Anschlüsse
aller anderen Zeilen von Sensor-Einheiten 1100 werden mit
der Nichtauswahl-Gatespannungsquelle 1401 gekoppelt.
-
Wie
bei dem Ausführungsbeispiel
von 12 werden die stromführenden
Terminals der Sensor-Einheiten 1100 (in 14 die rechtsseitig angeordneten Terminals)
aller m Spalten selektiv mit der Ansteuer-Spannungsquelle 1204 (Vchar)
oder mit dem elektrischen Massepotential 110 gekoppelt. Die
linksseitig angeordneten stromführenden
Terminals der Sensor-Einheiten 1100 aller
n Zeilen sind alle fest mit der Detektions-Stromerfasseinheit 1205 Vchar
gekoppelt. Während
in 12 alle Gate-Anschlüsse der
Sensor-Einheiten 1100 parallel mit der Spannungsquelle 103 Vg
gekoppelt sind, sind bei 14 nur
die Gate-Anschlüsse
einer Zeile jeweils miteinander gekoppelt. Über die Schaltelemente 1206 an
den Zeilen-Gateleitungen können
diese mit der Auswahl-Gatespannungsquelle
Vg,on 1402 oder mit der Nichtauswahl-Gatespannungsquelle 1401 Vg,off
gekoppelt werden.
-
Für den Lesebetrieb
wird an genau eine Spalte die Spannung Vchar angelegt. Die Spannung Vg,on
wird genau an eine Zeile angelegt. Der von der Auswahl-Gatespannungsquelle 1402 bereitgestellte Wert
des elektrischen Potentials ist so gewählt, dass der Lesebetrieb der
mit dieser Spannung angesteuerten Sensor-Einheiten 1100, 1210 möglich ist.
In allen anderen Zeilen wird an die Gate-Anschlüsse die Spannung Vg,off angelegt.
Der Wert der Spannung der Nichtauswahl-Gatespannungsquelle 1401 ist
so gewählt,
dass eine Sensor-Einheit 1100,
an deren Gate-Anschluss diese Spannung anliegt, unabhängig von
dem sonstigen Zustand des Sensors bzw. unabhängig von dem Wert des Parameters,
der mittels dieses Sensors bewertet werden kann, keinen Stromfluss
aufweist.
-
Strom
kann somit nur in der ausgewählten Sensor-Einheit 1210 der
Spalte fließen,
an die eine von dem Massepotential 110 unterschiedliche
Spannung angelegt wird, und in der Zeile, an die eine Gatespannung
angelegt ist, bei der ein Stromfluss ermöglicht ist. Wiederum sind auch
bei dem Sensor-Array 1400 m + n + 1 Pads erforderlich.
-
Es
ist anzumerken, dass das Sensor-Array 1200 eine noch bessere
Messgenauigkeit als das Sensor-Array 1400 aufweist, da
bei dem Sensor-Array 1400 die Detektions-Stromerfasseinheit 1205 mit einem
Terminal aller Sensor-Einheiten 1100 gekoppelt
ist. In diesem Fall können
die ausgeschalteten Sensor-Einheiten 1100 an den jeweiligen
Terminals Leckströme
liefern. Sofern solche Leckströme
aus dem Analyten-Bad und nicht aus der anregenden Quelle Vchar stammen,
kann das Strommessinstrument 1205 alternativ zu der in 14 gezeigten Situation in
Reihe mit der Spannungsquelle Vchar 1204 geschaltet werden
(nicht gezeigt). In dieser Konfiguration tragen bei einer Reihenschaltung
von Vchar und Ichar nur n – 1
Sensoren (abgeschaltete) zu den Leckströmen bei, im anderen Fall sind
es m·n – 1 Sensoren.
-
Im
Weiteren wird bezugnehmend auf 15 ein
Sensor-Array 1500 gemäß einem
vierten Ausführungsbeispiel
der Erfindung beschrieben.
-
Abweichend
von dem Sensor-Array 1400 ist bei 15 für
jede Zeile von Sensor-Einheiten 1100 eine separate Gatespannungsquelle 1501 bereitgestellt,
an Stelle von einer Gatespannungsquelle 103 in 12, 13 oder zwei Gatespannungsquellen 1401, 1402 wie
bei den 14.
-
Alternativ
zu dem Sensor-Array 1400 ist somit bei dem Sensor-Array 1500 jede
Spalte von Sensor-Einheiten 1100 mit einer anregenden Spannungsquelle 1301 und
jede Zeile mit einer separaten Gatespannungsquelle 1501 versehen.
Für einen korrekten
Lesebetrieb werden alle bis auf genau eine Zeile mit der Spannung
angesteuert, der dem Wert der Spannung Vg, off aus 14 entspricht. Genau eine Zeile wird
mit der Spannung angesteuert, die dem Wert von Vg,on aus 14 entspricht. Ferner liefern
alle Spannungsquellen Vchar bis auf genau eine das elektrische Massepotential 110,
wohingegen die nicht das Massepotential 110 liefernde Spalten-Spannungsquelle 1301 als
Stimulus für
die entsprechende Spalte von Sensor-Einheiten 1100 fungiert.
-
Bezüglich der
Leckstrombeiträge
gilt das zu 14 Gesagte.
Werden abweichend von 15 Strommessinstrumente
Ichar 1205 jeweils in Reihe mit den Spannungsmessinstrumenten
Vchar 1301 geschaltet (nicht gezeigt), sind Probleme mit
Leckströmen
unterdrückt,
zum anderen können
alle Sensor-Einheiten 1100 einer Zeile parallel ausgelesen werden.
-
Im
Weiteren wird bezugnehmend auf 16 ein
Sensor-Array 1600 gemäß einem
fünften
Ausführungsbeispiel
der Erfindung beschrieben.
-
Das
Sensor-Array 1600 eignet sich besonders gut für aktive
Chips. Bei dem Sensor-Array 1600 sind in Randbereichen
des Silizium-Substrats 101 erste und zweite OnChip-Peripherieschaltkreise 1602, 1603 bereitgestellt.
Mittels einer I/O-Schnittstelleneinheit 1601 ist eine Ankopplung
des Sensor-Arrays 1600 an externe Elektronik ermöglicht.
-
Insbesondere
die Konfigurationen gemäß 13 und 15 sind auch für aktive Chips interessant.
In diesem Falle sind alle Komponenten wie die Stimuli liefernden
Spannungsquellen und Strommessquellen, gegebenenfalls der Potentiostat
und beliebige zusätzliche
Komponenten für
die Signal Vor- und Weiter-Verarbeitung On-Chip realisiert. Der Chip
weist eine definierte, nach den Bedürfnissen des Anwenders konfigurierte,
gegebenenfalls digitale Schnittstelle I/O 1601 auf. Die
Verwendung einer solche Architektur auf aktiven Chips kann beispielsweise
dann vorteilhaft sein, wenn eine große Anzahl relativ kleinflächiger Sensoren
verwendet wird, deren Fläche
es nicht mehr erlaubt, unterhalb eines jeden Sensors eine aktive
Schaltung zu realisieren. Ferner bietet diese Architektur Vorteile,
wenn die Anforderungen an die (mit deren Fläche in einigen wichtigen Parametern
wie zum Beispiel Rauschen ansteigende) Leistungsfähigkeit
der On-Chip realisierten Schaltungen sehr groß ist.
-
Im
Weiteren werden einige andere Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Sensor-Arrays beschrieben.
-
Die
in den beschriebenen Ausführungsbeispielen
erforderlichen zwei Metallebenen für die Leitungen müssen nicht
notwendigerweise so realisiert werden, dass alle Metallebenen oberhalb
des Bulk-Materials des Silizium-Substrats in Intermetalldielektrika
eingebettet sind. Möglich
ist auch hier, dass zum Beispiel eine Leitungsebene in der gleichen
Ebene und mit dem gleichen Material realisiert wird wie die stromführenden
Terminals des Sensor-Einheiten oder deren Gate-Anschlüsse.
-
Die
zweite Ebene von Leiterbahnen muss nicht notwendigerweise vergraben
sein. Es ist möglich,
diese Ebene aus dem gleichen Material zu realisieren, wie es für die stromführenden
Terminals verwendet wird. Gegebenenfalls kann dann in Leitungskreuzungsbereichen
ein elektrisch isolierendes Brückenmaterial
zwischen den Leitungen verwendet werden. In einer Architektur ähnlich 14 kann auch dieses vermieden werden,
wenn die Zuleitungen zu den stromführenden Terminals kammförmig ausgeführt werden.
-
In 17 ist ein Sensor-Array 1700 gemäß einem
sechsten Ausführungsbeispiel
der Erfindung beschrieben, bei dem die Detektionsleitungen 1203 im
Unterschied zu 14 kammförmig ausgeführt sind.
-
Die
Architektur der Anordnung der Sensor-Einheiten 1100 muss
nicht notwendigerweise unter Verwendung orthogonal zueinander verlaufender Zeilen-
und Spaltenleitungen ausgeführt
werden, wie in 12 bis 17 gezeigt. Möglich sind
beispielsweise auch hexagonale oder dreiecksartige Anordnungen.
-
Im
Weiteren wird bezugnehmend auf 18 ein
Sensor-Array 1800 gemäß einem
siebten Ausführungsbeispiel
der Erfindung beschrieben, bei dem Sensor-Einheiten 1100 in
einer Dreiecksmatrix mit drei Verdrahtungsrichtungen ausgeführt sind.
-
Das
Sensor-Array 1800 unterscheidet sich von dem Sensor-Array
1200 im Wesentlichen in der dreiecksartigen Anordnung der Sensor-Einheiten 1100,
gegenüber
der Rechteckmatrix von 12. Insbesondere
ist auch in 18 wiederum
genau eine Sensor-Einheit eine ausgewählte Sensor-Einheit 1210.
Bei dieser ausgewählten
Sensor-Einheit 1210 ist die eine Source-/Drain-Elektrode über eine Ansteuerleitung 1202 mit
der Ansteuer-Spannungsquelle 1204 gekoppelt. Die andere
Source-/Drain-Elektrode des ausgewählten Sensor-Einheit 1210 ist über eine
Detektionsleitung 1203 mit der Detektions-Stromerfasseinheit 1205 gekoppelt.
-
Die
Gate-Anschlüsse
aller Sensor-Einheiten 1100 sind in 18 zusammengefasst und werden mit der
Spannung Vg ähnlich
wie in 12 und 13 betrieben. Alle Leitungen,
die mit stromführenden
Terminals der Sensor-Einheiten 1100 gekoppelt sind, können wahlweise
auf dem elektrischen Massepotential 110, an den die Stimulus
liefernde Spannungsquelle Vchar 1204 wie auch an die Messquelle
Ichar 1205 gelegt werden. Die unabhängige Messung einer jeden Position
ist möglich.
-
Es
ist anzumerken, dass eine Matrix, wie die in 18 gezeigte, mit drei (oder mehr) Verdrahtungsrichtungen
nicht notwendigerweise mit drei (oder mehr) unabhängigen Verdrahtungsebenen
realisiert werden muss. Zwei Verdrahtungsebenen sind notwendig und
hinreichend.
-
In 19 ist ein Kreuzungsbereich 1801 aus einer
ersten Leitung 1802, einer zweiten Leitung 1803 und
einer dritten Leitung 1804 aus 18 in vergrößerter Darstellung gezeigt.
-
Die
dritte Leitung 1804 verläuft vollständig in einer ersten Verdrahtungsebene 1900.
Die zweite Leitung 1803 verläuft vollständig in einer zweiten Verdrahtungsebene 1901.
Die erste Leitung 1802 verläuft in einem ersten Teilbereich
in der zweiten Verdrahtungsebene 1901, in dem unmittelbaren
Kreuzungsbereich in der ersten Verdrahtungsebene 1900 und
in einem dritten Teilbereich wiederum in der zweiten Verdrahtungsebene 1901.
Die drei Teilbereiche der ersten Leitung 1802, die in den
beiden Verdrahtungsebenen 1900, 1901 liegen, sind
unter Verwendung von Vertikalkopplungselementen 1902 miteinander
gekoppelt.
-
Anschaulich
ist die erste Leitung 1802 in dem Kreuzungsbereich mit
den zweiten, dritten Leitungen 1803, 1804 als
Brückenstruktur
realisiert, so dass auch in dem Kreuzungsbereich der drei Leitungen 1802 bis 1804 eine
elektrische Isolation der Leitungen voneinander ermöglicht ist.
-
In
diesem Dokument sind folgende Veröffentlichungen zitiert:
- [1]
WO 00/42217
- [2] DE 199 01
761 A1
- [3] WO 99/36573
- [4] Eversmann, B et al. (2003) ISSCC 2003
- [5] TiO2-Patent
- [6] Patent D2P
- [7] Thewes, R et al. (2002) ISSCC 2002
- [8] Hofmann, F et al. (2002) IEDM 2002
-
- 100
- Biosensor-Einheit
- 101
- Silizium-Substrat
- 102
- Gate-Elektrode
- 103
- Spannungsquelle
- 104
- erste
Source-/Drain-Elektrode
- 105
- zweite
Source-/Drain-Elektrode
- 106
- Kanal-Schicht
- 107
- Fängermoleküle
- 108
- Label
- 109
- Siliziumnitrid-Passivierungsschicht
- 110
- Massepotential
- 111
- Spannungsquelle
- 112
- Stromerfasseinheit
- 113
- Gate-isolierende
Schicht
- 200
- zu
erfassende Partikel
- 201
- Pfeil
- 202
- Elektronen
- 300
- andere
Partikel
- 400
- Biosensor-Einheit
- 401
- Potentiostat
- 402
- Komparator
- 402a
- invertierender
Eingang
- 402b
- nichtinvertierender
Eingang
- 402c
- Ausgang
- 403
- Referenzelektrode
- 404
- Gegenelektrode
- 405
- elektrolytischer
Analyt
- 500
- Biosensor-Einheit
- 600
- Biosensor-Einheit
- 700
- Biosensor-Einheit
- 701
- vollständig verarmte
Halbleiterschicht
- 800
- Biosensor-Einheit
- 801
- elektrisch
isolierende Deckschicht
- 900
- Biosensor-Einheit
- 901
- Wechselspannungsquelle
- 1000
- Biosensor-Einheit
- 1100
- Sensor-Einheit
- 1200
- Sensor-Array
- 1201
- Aktivierleitung
- 1202
- Ansteuerleitung
- 1203
- Detektionsleitung
- 1204
- Ansteuer-Spannungsquelle
- 1205
- Detektions-Stromerfasseinheit
- 1206
- Auswahlschalter
- 1207
- Komparator
- 1207a
- invertierender
Eingang
- 1207b
- nichtinvertierender
Eingang
- 1207c
- Ausgang
- 1208
- Referenzelektrode
- 1209
- Gegenelektrode
- 1210
- ausgewählte Sensor-Einheit
- 1300
- Sensor-Array
- 1301
- Ansteuer-Spannungsquellen
- 1302
- Detektions-Stromerfasseinheiten
- 1400
- Sensor-Array
- 1401
- Nichtauswahl-Gatespannungsquelle
- 1402
- Auswahl-Gatespannungsquelle
- 1403
- Aktivierleitungen
- 1500
- Sensor-Array
- 1501
- Gatespannungsquellen
- 1600
- Sensor-Array
- 1601
- I/O-Schnittstelleneinheit
- 1602
- erster
OnChip-Peripherieschaltkreis
- 1603
- zweiter
OnChip-Peripherieschaltkreis
- 1700
- Sensor-Array
- 1800
- Sensor-Array
- 1801
- Kreuzungsbereich
- 1802
- erste
Leitung
- 1803
- zweite
Leitung
- 1804
- dritte
Leitung
- 1900
- erste
Verdrahtungsebene
- 1901
- zweite
Verdrahtungsebene
- 1902
- Vertikalkopplungselemente