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Die Erfindung betrifft ein Biosensor-Array und
ein Verfahren zum Betreiben eines Biosensor-Arrays.
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Aus dem Stand der Technik sind Biosensoren
bekannt, die gemäß dem Prinzip
des Redox-Recyclings arbeiten (vgl. [1] bis [4]).
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In l ist
ein Redox-Recycling Biosensor 100 gemäß dem Stand der Technik gezeigt.
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Für
einen solchen Redox-Recycling Sensor 100 wird ein Vier-Elektrodensystem
benötigt,
das auf einem Substrat 101 ausgebildet ist. Der Redox-Recycling
Biosensor 100 weist eine erste Interdigitalelektrode 102 und
eine mit dieser anschaulich fingerförmig verzahnte zweite Interdigitalelektrode 103 auf. Typische
Werte für
die Breite und den Abstand der Interdigitalelektroden 102, 103 liegen
im Bereich zwischen ungefähr
0.5 μm und
ungefähr
2 μm.
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Auf den Interdigitalelektroden 102, 103 sind Fängermoleküle (nicht
gezeigt) immobilisiert, die mit zu erfassenden Partikeln in einer
zu untersuchenden Lösung
hybridisieren können.
Gemäß dem Redox-Recycling-Prinzip
werden beim Betrieb des Redox-Recycling Biosensors 100 im
Falle eines Sensorereignisses an den Interdigitalelektroden 102, 103 Oxidations-
und Reduktionsprozesse elektrochemisch aktivierter Partikel bewirkt.
Mittels eines Labelmoleküls,
das chemisch an von mit Fängermolekülen hybridisierten
zu erfassenden Partikel eines Analyten gebunden ist, werden elektrochemisch
aktivierte Partikel erzeugt, wenn der Lösung eine spezielle Komponente
zugegeben wird.
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Die in 1 gezeigten
weiteren Elektroden, nämlich
eine Referenzelektrode 104 und eine Gegenelektrode 105,
bilden gemeinsam mit einem Differenzverstärker 106 einen Potentiostaten.
Ein nicht-invertierender Eingang 106a des Differenzverstärkers 106 ist
mit dem elektrischem Massepotential 107 gekoppelt, wohingegen
ein invertierender Eingang 106b des Differenzverstärkers 106 mit
der Referenzelektrode 104 gekoppelt ist. Ein Ausgang 106c des Differenzverstärkers 106 ist
mit der Gegenelektrode 105 gekoppelt. Mittels der Referenzelektrode 104 wird
das elektrochemische Potential eines in den Redox-Recycling-Biosensor 100 eingebrachten
Elektrolyten gemessen. Mittels der Gegenelektrode 105 wird der
Differenzverstärker 106 als
Regelverstärker
auf ein vorgegebenes elektrisches Potential geregelt. Es ist anzumerken,
dass anschaulich das vorgegebene Potential das elektrische Potential
an dem nicht-invertierenden
Eingang 106a des Differenzverstärkers 106 ist, gemäß dem gezeigten
Beispiel das elektrische Massepotential 107.
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Für
den Betrieb des Redox-Recycling-Biosensors 100 werden an
die Interdigitalelektroden 102, 103, die als Generator-
bzw. Kollektor-Elektroden betrieben werden, mittels einer ersten
Gleichspannungsquelle 108 und mittels einer zweiten Gleichspannungsquelle 109 elektrische
Spannungen unterschiedlichen Vorzeichens bezogen auf das Referenzpotential
(Massepotential 107) angelegt. Diese Spannungen sollen
bezüglich
ihres Betrags so hoch gewählt
werden, dass die Vorgänge
von Oxidation und Reduktion des Redox-Recycling-Stoffs sicher und
effizient funktionieren, sie sollen andererseits aber nicht zu hoch
gewählt
werden, um nicht beabsichtigte elektrochemische Vorgänge (z.B.
Elektrolyse) an den Elektroden 102, 103 zu vermeiden.
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Es ist anzumerken, dass keine sehr
scharfen Schwellwerte für
das Einsetzen von Oxidation und Reduktion bestimmter Stoffe existieren.
In der Praxis werden Werte gewählt,
deren Betrag jeweils ausreichend sicher (typischerweise einige 10
mV) oberhalb dieser Schwellenbereiche liegt. In der Praxis liegen die
angelegten Spannungen im Bereich weniger 100 mV (beispielsweise
+300 mV und –100
mV) für
die in [5] verwendeten Stoffe.
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Wie ferner in 1 gezeigt, ist ein mit der ersten Gleichspannungsquelle 108 gekoppeltes
erstes Amperemeter 110 und ein mit der zweiten Gleichspannungsquelle 109 gekoppeltes
zweites Amperemeter 111 vorgesehen. Mittels des ersten
Amperemeters 110 kann ein aus den angelegten Spannungen
und den Reduktions-/Oxidationsvorgängen resultierender elektrischer
Strom an der zweiten Interdigitalelektrode 103 erfasst
werden. Mittels des zweiten Amperemeters 111 kann ein aus
den angelegten Spannungen und den Reduktions-/Oxidationsvorgängen resultierender
elektrischer Strom an der ersten Interdigitalelektrode 102 erfasst
werden. Die Werte dieser Ströme
sind ein charakteristisches Maß für die an
den Elektroden 102, 103 erfolgten Sensorereignisse
und somit für
die Konzentration zu erfassender Partikel in einer zu untersuchenden
Lösung.
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Aus dem Stand der Technik bekannte
elektrochemische Sensoren, wie der Redox-Recycling Biosensor 100,
sind bisher nur als Einzelsensoren in kleinen "passiven" Arrays, anschaulich als Aneinanderreihung
von wenigen Einzelsensoren, oder in "aktiven" Arrays vorgestellt, welche abgesehen
von den eigentlichen Biosensoren weitere aktive Bauelemente enthalten,
auf denen entweder Schaltmatratzen, vgl. [4], oder aufwändige Schaltungstechnik,
vgl. [5], enthalten ist.
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Für
viele Anwendungen ist es wünschenswert,
nicht nur einen Test mit einem Biosensor durchzuführen, sondern
viele Tests in einer gegebenen Probe, dem Analyten, zeitlich parallel.
Auf entsprechenden Chips realisierbare, miniaturisierte Bio-/ Chemosensor-Arrays
dienen dem zeitlich parallelen Nachweis unterschiedlicher zu erfassender
Partikel in einem zu untersuchenden Analyten. Die entsprechenden
Sensoren sind in großer
Anzahl auf einem Substrat realisierbar, beispielsweise auf einem
Glas-, Plastik-, Silizium- oder anderen Substrat. Aufgrund des hohen
Grades an Parallelisierung ergeben sich für derartige Sensor-Anordnungen
einschließlich
entsprechendem Auswertesystem vielfältige Anwendungen in der medizinischen
Diagnosetechnik, in der Pharmaindustrie (z.B. für das Pharma-Screening, "high throughput screening", HTS), in der chemischen
Industrie, in der Lebensmittel-Analytik, in der Umwelt- und Lebensmitteltechnik
und -analytik.
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Bei der Realisierung von passiven
Arrays mit Sensoren gemäß dem Prinzip
des Redox-Recyclings (Redox-Zyklieren) stellt sich die Herausforderung, dass
die Signale aller Sensoren einem Auslesegerät zuzuführen sind. Sofern zum Beispiel
ein passives Substrat mit 8 × 12 = 96, 32 × 48
= 1536 oder allgemein bei einer matrixförmigen Anordnung mit m Zeilen
und n Spalten m × n Positionen vorliegt, sind 2 × 96
= 192, 2 × 1536 = 3072 bzw. allgemein 2m × n separate
Elektroden-Anschlüsse
der Sensoren sowie zwei weitere Anschlüsse für die Referenz- und Gegenelektroden
der Potentiostat-Anordnung erforderlich. Jedes Biosensor-Feld sollte
separat auslesbar sein, wobei die Anzahl der verwendeten Anschlüsse ("pads") des Chips aus Gründen des
Aufwands (für Chip-
und Auslesegerät)
und vor allen Dingen aus Gründen
der Sicherheit bei der Kontaktierung (Signalintegrität) nicht
zu hoch sein sollen.
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Ein einfacher Ansatz, beispielsweise
alle Elektroden-Anschlüsse mit
dem Auslesegerät
zu koppeln, liefert 2m × n + 2, im Beispiel also 194 oder 3074
Anschlüsse,
und ist daher nicht oder nicht befriedigend realisierbar. Ähnliches
gilt für
den Ansatz, eine Elektrode aller Sensor-Felder gemeinsam zu betreiben
und alle verbleibenden Elektroden-Anschlüsse sowie die gemeinsame Elektrode
mit dem Auslesegerät
zu koppeln. In diesem Falle ist die Anzahl der Anschlüsse zwar
geringer, nämlich
n × m + 1 + 2 (in dem Beispiel 99 bzw. 1539), jedoch immer noch
viel zu groß.
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Der Nachteil der in [4], [5] beschriebenen
Ansätze,
bei welchen aktive Arrays mit einer aufwändigen CMOS-Technik für die einzelnen
Sensor-Felder verwendet sind, besteht in den hohen Fertigungskosten
gegenüber
rein passiven Arrays, bei denen CMOS-Schaltkreise für die Sensorfelder
eingespart sind.
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Der Erfindung liegt das Problem zugrunde, ein
Biosensor-Array bereitzustellen, bei dem es mit vertretbarem Aufwand
ermöglicht
ist, Sensorsignale aus einer Anordnung von miniaturisierbaren Biosensor-Feldern
in ausreichender Genauigkeit auszulesen.
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Das Problem wird gelöst durch
ein Biosensor-Array und durch ein Verfahren zum Betreiben eines
Biosensor-Arrays mit den Merkmalen gemäß den unabhängigen Patentansprüchen.
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Das erfindungsgemäße Biosensor-Array weist ein
Substrat und eine Mehrzahl von auf dem Substrat angeordneten Biosensor-Felder auf, von denen
jedes einen ersten Anschluss und einen zweiten Anschluss aufweist.
Ferner enthält
das Biosensor-Array
mindestens eine erste Signalleitung und mindestens eine zweite Signalleitung,
wobei die mindestens eine erste Signalleitung von der mindestens einen
zweiten Signalleitung elektrisch isoliert ist. Jeweils der erste
Anschluss eines jeden Biosensor-Felds ist mit genau einer der mindestens
einen ersten Signalleitung gekoppelt, und der zweite Anschluss eines
jeden Biosensor-Felds ist mit genau einer der mindestens einen zweiten
Signalleitung gekoppelt. Zumindest eine der mindestens einen ersten Signalleitung
und zumindest eine der mindestens einen zweiten Signalleitung ist
mit zumindest zwei der Biosensor-Feldern gekoppelt. Ferner ist eine
erste Ansteuereinheit zum Bereitstellen eines ersten elektrischen
Ansteuersignals und eine zweite Ansteuereinheit zum Bereitstellen
eines zweiten elektrischen Ansteuersignals bereitgestellt. Darüber hinaus
enthält
das Biosensor-Array eine mit der ersten Ansteuereinheit gekoppelte
erste Detektionseinheit und/oder eine mit der zweiten Ansteuereinheit
gekoppelte zweite Detektionseinheit, die derart eingerichtet ist
oder sind, dass sie ein aus dem ersten und dem zweiten elektrischen
Ansteuersignal resultierendes erstes und/oder zweites elektrisches
Detektionssignal eines ausgewählten
Biosensor-Feldes erfasst oder erfassen. Eine Auswahleinheit ist
derart eingerichtet, dass sie die erste Ansteuereinheit mit der
ersten Signalleitung eines auszuwählenden Biosensor-Felds und
die zweite Ansteuereinheit mit der zweiten Signalleitung des auszuwählenden
Biosensor-Felds koppelt, womit das Biosensor-Feld ausgewählt wird.
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Ferner ist erfindungsgemäß ein Verfahren zum
Betreiben eines Biosensor-Arrays mit den oben beschriebenen Merkmalen
geschaffen. Gemäß dem Verfahren
wird die erste Ansteuereinheit mit der ersten Signalleitung eines
auszuwählenden
Biosensor-Felds und die zweite Ansteuereinheit mit der zweiten Signalleitung
des auszuwählenden
Biosensor-Felds
gekoppelt, womit das mindestens eine Biosensor-Feld ausgewählt wird.
Ferner wird der ersten Signalleitung des ausgewählten Biosensor-Felds ein erstes
elektrisches Ansteuersignal und der zweiten Signalleitung des ausgewählten Biosensor-Felds
ein zweites elektrisches Ansteuersignal bereitgestellt. Darüber hinaus
wird ein aus dem ersten oder dem zweiten elektrischen Ansteuersignal
resultierendes erstes Detektionssignal an der ersten Signalleitung des
ausgewählten
Biosensor-Felds und/oder ein aus dem ersten und dem zweiten elektrischen
Ansteuersignal resultierendes zweites Detektionssignal an der zweiten
Signalleitung des ausgewählten
Biosensor-Felds erfasst.
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Eine Grundidee der Erfindung besteht
darin, für
jeweils eine Mehrzahl von Biosensor-Feldern eines Biosensor-Arrays
gemeinsam vorgesehene erste Signalleitungen bzw. zweite Signalleitungen
bereitzustellen, wodurch die Anzahl der zum Betreiben des Biosensor-Arrays
erforderlichen Signalleitungen erheblich reduziert ist. Dadurch
ist es ermöglicht,
ein Biosensor-Array (insbesondere auf einem passiven Chip) bei einer
relativ geringen Anzahl von Signalleitungen bzw. einer geringen
Anzahl von mit den Signalleitungen gekoppelten Pads zu betreiben.
Dadurch ist Platz auf dem Biosensor-Array eingespart, was eine höhere Integrationsdichte
ermöglicht
und die Herstellungskosten verringert. Die erfindungsgemäße Array-Architektur
kann jedoch auch bei aktiven Chips eingesetzt werden, da sie es
erlaubt, den schaltungstechnischen Aufwand pro Biosensor-Feld gering
zu halten, was wiederum die Herstellung hochdichter Arrays ermöglicht.
Bei aktiven Biosensor-Arrays sind auf dem Substrat zusätzliche
Schaltkreis-Einrichtungen (beispielsweise Vorverstärker, AD-Wandler
etc.) bereitgestellt.
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Für
eine beispielsweise matrixförmige
Anordnung der Biosensor-Felder entlang von als Zeilenleitungen vorgesehenen
zweiten Signalleitungen und entlang von als Spaltenleitungen vorgesehenen
ersten Signalleitungen können
z.B. m Spalten wahlweise mit einer anregenden ersten Spannungsquelle
der ersten Ansteuereinheit oder mit elektrischem Massepotential
gekoppelt werden. Die n Zeilen können wahlweise
mit einer zweiten anregenden Spannungsquelle der zweiten Ansteuereinheit
oder mit elektrischem Massepotential gekoppelt werden. Das Auswählen der
Kopplung der Anschlüsse
der Biosensor-Felder mit den Spannungsquellen oder mit dem Massepotential
erfolgt mittels der Auswahleinheit.
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Beispielsweise kann an genau einer
Spaltenleitung eine positive elektrische Spannung als erstes elektrisches
Ansteuersignal angelegt werden und kann an genau eine Zeilenleitung
eine elektrische Spannung negativen Vorzeichens als zweites elektrisches
Ansteuersignal angelegt werden. Nur ein in dem Kreuzungsbereich
der ausgewählten
Zeile mit der ausgewählten
Spalte angeordnetes Biosensor-Feld hat zwischen seinen beiden Anschlüssen (d.h.
seinen beiden Elektroden) eine ausreichend große Potentialdifferenz, dass
Redox-Recycling-Prozesse
auf dem Biosensor-Feld erfolgen können. Alle anderen Biosensor-Felder
haben zwischen ihren Anschlüssen
eine Potentialdifferenz, die der ersten elektrischen Spannung oder
der zweiten elektrischen Spannung entspricht, da der jeweils andere
Anschluss auf Massepotential liegt. Dadurch sind an diesen Biosensor-Feldern Redox-Recycling-Prozesse
nicht bzw. nicht in aureichendem Maße möglich, um ein detektierbares
zeitlich ansteigendes Signal zu generieren.
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Tritt bei einem ausgewählten Biosensor-Feld ein
Sensorereignis, beispielsweise ein Hybridisierungsereignis, zwischen
auf dem Biosensor-Feld immobilisierten Fängermolekülen und zu erfassenden Partikeln
eines Analyten auf, können
unter Verwendung eines Labels an den zu erfassenden Partikeln, einer
in den Analyten eingebrachten chemischen Komponente und einer ausreichend
großen
elektrischen Potentialdifferenz zwischen den Sensor-Elektroden Redox-Recycling-Prozesse
auftreten. Als Folge davon fließt
auf der mit dem ausgewählten
Biosensor-Feld gekoppelten ersten Signalleitung und auf der mit
dem ausgewählten
Biosensor-Feld gekoppelten zweiten Signalleitung jeweils ein elektrischer
Strom als Detektionssignal. Mittels Erfassens eines Werts oder vorzugsweise
beider Werte der Ströme
kann auf das Auftreten von Hybridisierungsereignissen geschlossen
werden.
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Für
den Fall einer matrixförmigen
Anordnung der Biosensor-Felder
mit m Spalten und n Zeilen sind gemäß der Erfindung lediglich n
+ m + 2 Anschlüsse erforderlich,
nämlich
m erste Signalleitungen, n zweite Signalleitungen und (optional)
zwei weitere Anschlüsse
für Referenz-
und Gegenelektrode eines Potentiostaten. Für einen Chip mit beispielsweise
8 × 12 = 96 Positionen sind daher lediglich 22 Signalleitungen
erforderlich, für
einen Chip mit 32 × 48 = 1536 Positionen sind 82 Signalleitungen
erforderlich. Dies stellt gegenüber
dem Stand der Technik eine erhebliche Aufwandsverringerung dar.
Das optimal erreichbare Verhältnis
aus Zahl der Anschlüsse
normiert auf die Anzahl der Sensor-Positionen auf dem Chip ergibt
sich für
den Fall n = m, das heißt
für ein
Sensor-Array mit einer quadratischen Architektur (Zeilenzahl = Spaltenzahl).
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Anschaulich ist es erfindungsgemäß ermöglicht,
den herstellungstechnischen Aufwand für ein Biosensor-Array dadurch
wesentlich zu reduzieren, dass zumindest eine der mindestens einen
ersten Signalleitung und mindestens eine der mindestens einen zweiten
Signalleitung mit zumindest zwei der Biosensor-Felder gekoppelt
ist. Mit anderen Worten sind für
eine jeweilige Mehrzahl von Biosensor-Feldern gemeinsame Signalleitungen
zum Ansteuern und Detektieren bereitgestellt.
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Bevorzugte Weiterbildungen der Erfindung ergeben
sich aus den abhängigen
Ansprüchen.
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Das Biosensor-Array kann eine Auswerteeinheit
aufweisen, die derart eingerichtet ist, dass sie für das mindestens
eine ausgewählte
Biosensor-Feld basierend auf dem ersten und/oder dem zweiten Detektionssignal
ermittelt, ob an dem mindestens einen ausgewählten Biosensor-Feld Sensorereignisse
erfolgt sind und/oder in welcher Quantität an dem mindestens einen ausgewählten Biosensor-Feld
Sensorereignisse erfolgt sind.
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Mindestens eines der Biosensor-Felder
kann als elektrochemisches Biosensor-Feld eingerichtet sein. Insbesondere
kann zumindest eines der Biosensor-Felder ein Redox-Recycling-Biosensor-Feld sein.
Bei einem Redox-Recycling-Biosensor-Feld werden
zu erfassende Partikel vorzugsweise mit einem Label versehen, das
nach einem erfolgten Hybridisierungsereignis mit auf dem Sensor-Feld
immobilisierten Fängermolekülen dazu
verwendet wird, eine in die Anordnung einzubringende, bei den verwendeten
Potentialen elektrochemisch inaktive Substanz in zwei Teilmoleküle zu spalten,
von denen mindestens eines elektrochemisch aktiv ist. Dies führt zu einer
Veränderung
der elektrischen Eigenschaften der jeweiligen Sensor-Position des
Biosensor-Arrays.
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Das Biosensor-Feld kann eine erste
und eine zweite Elektrode aufweisen, wobei die erste Elektrode mit
dem ersten Anschluss und wobei die zweite Elektrode mit dem zweiten
Anschluss des Biosensor-Feldes gekoppelt ist. Die erste und die
zweite Elektrode ist vorzugsweise eine Interdigitalelektrode. Mit
anderen Worten kann die erste und/oder die zweite Elektrode wie
die in 1 gezeigte erste
oder zweite Interdigitalelektrode 102, 103 ausgestaltet und
betreibbar sein.
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Die Biosensor-Felder können zu
einer Mehrzahl von Biosensor-Gruppen
gruppiert sein, derart, dass jede Biosensor-Gruppe wahlweise separat
von den anderen Biosensor-Gruppen oder gemeinsam mit zumindest einem
Teil der anderen Biosensor-Gruppen
betreibbar ist. Anschaulich ist eine Kompartimentierung des Biosensor-Arrays
möglich. Ist
beispielsweise für
eine bestimmte Anwendung ein Teilbereich der Biosensor-Felder ausreichend
und werden die anderen Biosensor-Felder für diese Anwendung nicht benötigt, so
können
die Biosensor-Felder des Teilbereichs zu einer Gruppe gruppiert
werden und diese Gruppe separat von den übrigen Biosensor-Feldern betrieben
werden.
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Das Substrat kann ein Keramik-Substrat,
ein Halbleiter-Substrat
(insbesondere ein Silizium-Substrat, d.h. ein Silizium-Wafer oder
ein Silizium-Chip), ein Glas-Substrat oder ein Plastik-Substrat
sein.
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Das erste und das zweite elektrische
Ansteuersignal sind vorzugsweise elektrische Gleichspannungssignale
mit unterschiedlichen Vorzeichen bezogen auf ein Referenzpotential,
welches Referenzpotential an zumindest einem Anschluss eines nicht ausgewählten Biosensor-Feldes anliegen
kann, und das erste und/oder das zweite elektrische Detektionssignal
ist vorzugsweise ein elektrischer Strom.
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Es ist alternativ vorgesehen, dass
die ersten und zweiten elektrischen Ansteuersignale zueinander gegenphasige
Spannungssignale sind. Bedingung für das Auftreten von Redox-Recycling-Prozessen
an einem ausgewählten
Sensorfeld ist lediglich, dass die Potentialdifferenz zwischen dem
ersten und dem zweiten elektrischen Ansteuersignal einen gewissen
Schwellwert überschreitet.
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In der Regel wird an einen Anschluss
oder an beide Anschlüsse
eines nicht ausgewählten
Biosensor-Felds ein elektrisches Referenzpotential (z.B. das Massepotential)
angelegt. Es ist jedoch auch möglich,
dass zumindest ein nicht ausgewähltes
Biosensor-Feld "floatet", d.h. dass die Anschlüsse dieses
Biosensor-Felds nicht auf ein definiertes elektrisches Potential
gebracht werden.
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Die Amplituden und Vorzeichen des
ersten und des zweiten elektrischen Ansteuersignals sind vorzugsweise
derart gewählt,
dass infolge eines an einem Biosensor-Feld erfolgten Sensorereignisses im
Wesentlichen nur dann ein signifikantes erstes und/oder zweites
Detektionssignal generiert wird, wenn der erste Anschluss des Biosensor-Felds
mit der ersten Ansteuereinheit und simultan der zweite Anschluss
des Biosensor-Felds mit der zweiten Ansteuereinheit gekoppelt ist.
Mit anderen Worten sind die Werte der ersten und zweiten elektrischen
Ansteuersignale vorzugsweise derart gewählt, dass ein nicht auszuwählendes
Biosensor-Feld, an dessen ersten Anschluss das erste Ansteuersignal
angelegt ist und an dessen zweiten Anschluss das zweite Ansteuersignal
nicht angelegt ist, nicht fähig
ist, Redox-Recycling-Prozesse durchzuführen. Ferner sind die Werte
der ersten und zweiten elektrischen Ansteuersignale vorzugsweise
derart gewählt,
dass ein nicht auszuwählendes
Biosensor-Feld, an dessen ersten Anschluss das erste Ansteuersignal
nicht angelegt ist und an dessen zweiten Anschluss das zweite Ansteuersignal
angelegt ist, nicht fähig
ist, Redox-Recycling-Prozesse durchzuführen. Nur diejenigen Biosensor-Felder
sind ausgewählt,
an deren ersten Anschluss das erste Ansteuersignal und an deren zweiten
Anschluss das zweite Ansteuersignal anliegt.
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Vorteilhaft ist eine Ausgestaltung
des erfindungsgemäßen Biosensor-Arrays
als aktiver Sensor-Chip, in dem integrierte Schaltkreise mit beliebigen
Funktionen enthalten sein können.
In dem Substrat des Biosensor-Arrays kann ein Analog-Digital-Wandler-Schaltkreis
integriert sein, der derart eingerichtet ist, dass er ein analoges
elektrisches Signal in ein digitales Signal umwandelt und der Auswerteeinheit
bereitstellt. Ferner kann eine elektrische Versorgungseinheit in
dem Substrat integriert sein, die derart eingerichtet ist, dass
sie der ersten und/oder der zweiten Ansteuereinheit und/oder der
Auswahleinheit elektrische Spannungssignale und/oder elektrische
Stromsignale bereitstellen kann. Darüber hinaus kann in dem Substrat
ein Digital-Analog-Wandler-Schaltkreis
integriert sein, der derart eingerichtet ist, dass er ein digitales
Signal der Versorgungseinheit in ein analoges Signal umwandeln und
der Ansteuereinheit und/oder der Auswahleinheit bereitstellen kann.
Auch kann eine Eingabe-/Ausgabe-Schnittstelle zum Anschließen einer
externen Vorrichtung auf dem Biosensor-Array vorgesehen sein. Diese kann
beispielsweise als digitale I/O-Schnittstelle eingerichtet sein.
Ferner kann in dem Substrat eine Verstärkereinheit integriert sein,
eingerichtet zum Verstärken
des ersten und/oder des zweiten elektrischen Detektionssignals.
Aufgrund einer Verstärkung "On-Chip" ist vermieden, dass
ein störanfälliges,
analoges Signal entlang einer langen Signalleitung verläuft und
daher Störungen
ausgesetzt ist. Dadurch ist das Signal-Rausch-Verhältnis verbessert.
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Vorzugsweise ist die mindestens eine
erste Signalleitung einerseits und die mindestens eine zweite Signalleitung
andererseits zumindest teilweise in zwei unterschiedlichen Leiterebenen
(z.B. Metallisierungsebenen) in und/oder auf und/oder unter dem
Substrat ausgebildet. Die Verwendung zweier unterschiedlicher Leitungsebenen
ermöglicht
eine elektrisch isolierte Leitungskreuzung zwischen ersten und zweiten
Signalleitungen. Die zwei Leitungsebenen (insbesondere Metallebenen)
können
so realisiert sein, wie es von Prozessen der Mikroelektronik bekannt
ist. Dort sind häufig
die Metallebenen oberhalb des Bulk-Materials (des Substrats) in
Intermetall-Dielelektrika eingebettet. Alternativ ist jedoch auch
möglich,
dass eine der Leitungsebenen in der gleichen Ebene (und vorzugsweise
aus dem gleichen Material) realisiert ist wie die Transducer-Elemente selbst (z.B.
Goldmaterial von Interdigitalelektroden). Mit anderen Worten können die
Biosensor-Felder in genau einer der Leitungsebenen ausgebildet sein.
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Ferner können in einem ersten Leitungsabschnitt,
in dem die mindestens eine erste Signalleitung und die mindestens
eine zweite Signalleitung von einer gegenseitigen Kreuzung frei
sind, die mindestens eine erste Signalleitung und die mindestens eine
zweite Signalleitung in derselben Ebene verlaufend ausgebildet sein.
Ferner können
in einem zweiten Leitungsabschnitt, in dem die mindestens eine erste
Signalleitung und die mindestens eine zweite Signalleitung sich
gegenseitig kreuzen, die mindestens eine erste Signalleitung und
die mindestens eine zweite Signalleitung in unterschiedlichen Ebenen verlaufend
ausgebildet sein.
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Mit anderen Worten muss eine zweite
Leiterebene nicht notwendigerweise vergraben bezüglich einer ersten Leiterebene
vorgesehen sein. Es ist auch möglich,
beide Ebenen teilweise in derselben Ebene wie die Transducer zu
realisieren, und aus dem gleichen Material wie die Transducer herzustellen.
Dann ist nur in Kreuzungsbereichen zwischen ersten und zweiten Signalleitungen
eine Überbrückung des
Kreuzungsbereichs erforderlich, um eine elektrische Isolierung zwischen
Ansteuerleitungen und Detektionsleitungen zu gewährleisten. Zwischen den im Überbrückungsbereich
in unterschiedlichen Ebenen verlaufenden Leitungsabschnitten ist
vorzugsweise ein elektrisch isolierendes Material zwischen den Leitungen
zu verwenden.
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Vorzugsweise ist der erste Leitungsabschnitt der
mindestens einen ersten Signalleitung und/oder der mindestens einen
zweiten Signalleitung mit dem zweiten Leitungsabschnitt der mindestens
einen ersten Signalleitung und/oder der mindestens einen zweiten
Signalleitung mittels mindestens einem im Wesentlichen vertikal
zu dem Substrat verlaufend angeordneten elektrischen Kontaktierungselement
gekoppelt. Insbesondere sind Vias möglich, um Leitungsabschnitte
einer ersten Signalleitung (und/oder einer zweiten Signalleitung),
die in unterschiedlichen Ebenen verlaufen, jeweils miteinander zu
koppeln.
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Die mindestens eine erste Signalleitung und/oder
die mindestens eine zweite Signalleitung kann auf einer Unterseite
des Substrats oder unterhalb des Substrats verlaufend ausgebildet
sein.
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Mit anderen Worten kann eine Leitungsebene
zum Beispiel auch an der Unterseite eines Substrats (z.B. Leiterplatte)
realisiert sein. Hierfür
sind Durchkontaktierungen erforderlich. Ferner kann unterhalb des
Substrats eine dielektrische Schicht ausgebildet werden, in welche
elektrisch leitfähige
Strukturen eingebettet werden, um Signalleitungen auszubilden.
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Die Biosensor-Felder der erfindungsgemäßen Biosensor-Arrays
können
in einer im Wesentlichen rechteckigen, vorzugsweise quadratischen,
hexagonalen oder dreieckigen Matrix angeordnet sein. Bei einer matrixförmigen rechteckigen
Anordnung der Biosensor-Felder mit gleicher Zeilen- und Spaltenzahl
(quadratische Matrix) ist ein besonders günstiges Verhältnis der
Anzahl von erforderlichen Signalleitungen (bzw. Pads) zu der Anzahl
von Biosensor-Feldern ermöglicht.
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Die Ansteuereinheit kann eine für alle Biosensor-Felder
gemeinsame erste Versorgungseinheit und/oder die zweite Ansteuereinheit
kann eine für
alle Biosensor-Felder gemeinsame zweite Versorgungseinheit aufweisen,
wobei die erste Versorgungseinheit derart eingerichtet ist, dass
mit ihr an das zumindest eine ausgewählte Biosensor-Feld das erste
elektrische Ansteuersignal anlegbar ist, und/oder wobei die zweite
Versorgungseinheit derart eingerichtet ist, dass mit ihr an das
zumindest eine ausgewählte
Biosensor-Feld das zweite elektrische Ansteuersignal anlegbar ist.
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Mit anderen Worten kann beispielsweise eine
einzige gemeinsame Spannungsquelle als erste Versorgungseinheit
bzw. eine einzige gemeinsame Spannungsquelle als zweite Versorgungseinheit
vorgesehen sein, die unter Verwendung der Funktionalität der Auswahleinheit
mit jeweils einem Biosensor-Feld oder einem Teil der Biosensor-Felder
(beispielsweise einer Spalte oder Zeile von Biosensor-Feldern) gekoppelt
wird, um diesem Biosensor-Feld bzw. diesen Biosensor-Feldern das
entsprechende elektrische Ansteuersignal bereitzustellen. Die Verwendung
einer einzigen gemeinsamen ersten Versorgungseinheit bzw. einer
einzigen gemeinsamen zweiten Versorgungseinheit verringert die Herstellungskosten
des Biosensor-Arrays.
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Die erste und die zweite Ansteuereinheit können derart
eingerichtet sein, dass an zumindest einen Teil der nicht ausgewählten Biosensor-Felder ein
elektrisches Referenzsignal anlegbar ist, dessen Wert im Wesentlichen
der Mittelwert aus dem ersten und dem zweiten Ansteuersignal ist.
An einem ausgewählten
Biosensor-Feld können
nur dann Redox-Recycling- Vorgänge stattfinden,
wenn an dessen ersten Anschluss das erste Ansteuersignal und an
dessen zweiten Anschluss das zweite Ansteuersignal mit vorzugsweise
entgegengesetztem Vorzeichen angelegt wird, da das Auftreten von
Redox-Recycling-Prozessen
eine ausreichend große
Potentialdifferenz zwischen den Anschlüssen erfordert. Indem als Referenzpotential
für die
nicht auszuwählenden Biosensor-Felder der arithmetische
Mittelwert aus dem ersten und dem zweiten elektrischen Ansteuersignal
verwendet wird (oder eine Spannung nahe dem arithmetischen Mittelwert),
ist sichergestellt, dass an nicht ausgewählten Biosensor-Feldern unerwünschte Redox-Recycling-Prozesse
vermieden sind. Mit anderen Worten wird an einen Anschluss oder
an beide Anschlüsse
eines nicht ausgewählten Biosensor-Felds
häufig
ein elektrisches Referenzpotential (z.B. das Massepotential) angelegt.
Es ist jedoch auch möglich,
dass zumindest ein nicht ausgewähltes
Biosensor-Feld "floatet", d.h. dass die Anschlüsse dieses
Biosensor-Felds nicht auf ein definiertes elektrisches Potential
gebracht sind.
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Die erste Ansteuereinheit kann für jeweils eine
erste Gruppe von Biosensor-Feldern eine der jeweiligen Gruppe zugehörige erste
Versorgungseinheit aufweisen, welche erste Versorgungseinheit derart
eingerichtet ist, dass mit ihr an die Biosensor-Felder der zugehörigen ersten
Gruppe das erste elektrische Ansteuersignal anlegbar ist, und/oder
die zweite Ansteuereinheit kann für jeweils eine zweite Gruppe
von Biosensor-Feldern eine der jeweiligen Gruppe zugehörige zweite
Versorgungseinheit aufweisen, welche zweite Versorgungseinheit derart
eingerichtet ist, dass mit ihr an die Biosensor-Felder der zugehörigen zweiten
Gruppe das zweite elektrische Ansteuersignal anlegbar ist.
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Beispielsweise kann bei einer matrixförmigen Anordnung
der Biosensor-Felder für
jede Spalte von Sensor-Feldern eine gemeinsame Spannungsquelle als
den entlang einer Spalte angeordneten Biosensor-Feldern zugehörige Versorgungseinheit
vorgesehen sein. Ferner kann für
jede Zeile von Sensor- Feldern
eine andere gemeinsame Spannungsquelle als den entlang der Zeile
angeordneten Biosensor-Feldern zugehörige zweite Versorgungseinheit
vorgesehen sein.
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Die Ansteuereinheiten bzw. die Auswahleinheit
können
insbesondere derart eingerichtet sein, dass jeweils eine der Versorgungseinheiten
der zugehörigen
Gruppe von Biosensor-Feldern
ein elektrisches Ansteuersignal bereitstellt, wohingegen die anderen
Versorgungseinheiten den zugehörigen
Biosensor-Feldern ein Referenzpotential, beispielsweise das elektrische
Massepotential, bereitstellen.
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Die erste Detektionseinheit kann
eine für
alle Biosensor-Felder
gemeinsame erste Messeinheit (beispielsweise ein Amperemeter) aufweisen,
welche erste Messeinheit derart eingerichtet ist, dass mit ihr an
genau einem ausgewählten
Biosensor-Feld das elektrische erste Detektionssignal erfassbar
ist. Alternativ oder ergänzend
kann die zweite Detektionseinheit eine für alle Biosensor-Felder gemeinsame
zweite Messeinheit (beispielsweise ein Amperemeter) aufweisen, welche
zweite Messeinheit derart eingerichtet ist, dass mit ihr an genau
einem ausgewählten Biosensor-Feld
das elektrische zweite Detektionssignal erfassbar ist.
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Die erste Detektionseinheit kann
für jeweils eine
dritte Gruppe von Biosensor-Feldern eine der jeweiligen dritten
Gruppe zugehörige
erste Messeinheit aufweisen, wobei jede der ersten Messeinheiten derart
eingerichtet ist, dass mit ihr an genau einem ausgewählten Biosensor-Feld
der zugehörigen
dritten Gruppe das elektrische erste Detektionssignal erfassbar
ist.
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Ferner kann die zweite Detektionseinheit
für jeweils
eine vierte Gruppe von Biosensor-Feldern eine der jeweiligen vierten
Gruppe zugehörige
zweite Messeinheit aufweisen, wobei jede der zweiten Messeinheiten
derart eingerichtet ist, dass mit ihr an genau einem ausgewählten Biosensor-Feld
der zugehörigen
vierten Gruppe das elektrische zweite Detektionssignal erfassbar
ist.
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Ferner kann das erfindungsgemäße Biosensor-Array
eine Potentiostat-Einrichtung aufweisen, die derart eingerichtet
ist, dass mit ihr zumindest einem Teil der Biosensor-Felder ein
konstantes elektrisches Potential vorgebbar ist.
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Insbesondere kann die Potentiostat-Einrichtung
eine Referenzelektrode, eine Gegenelektrode und einen Operationsverstärker aufweisen,
wobei ein erster Eingang des Operationsverstärkers mit der Referenzelektrode,
ein zweiter Eingang des Operationsverstärkers mit einem Referenzpotential
(beispielsweise dem elektrischen Massepotential) und ein Ausgang
des Operationsverstärkers
mit der Gegenelektrode gekoppelt ist.
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Ferner kann für jede Zeile von Biosensor-Feldern
eine jeweils eigene erste Gleichspannungsquelle und kann für jede Spalte
von Biosensor-Feldern eine jeweils eigene zweite Gleichspannungsquelle
bereitgestellt sein. Darüber
hinaus kann für
jede Zeile von Biosensor-Feldern eine jeweils eigene erste Stromerfasseinheit
und kann für
jede Spalte von Biosensor-Feldern eine jeweils eigene zweite Stromerfasseinheit
bereitgestellt sein. Dann können
simultan für
alle Biosensor-Felder gemeinsam die Sensorereignisse erfasst werden,
indem in allen Zeilen und Spalten Summenströme erfasst werden. Unter Verwendung
einer geeigneten Korrelationsrechnung kann aus korrelierten Zeilen- und Spaltenströmen auf
die einzelnen Sensorsignale der einzelnen Biosensor-Felder rückgerechnet
werden. Dies funktioniert besonders gut, wenn in einem bestimmten
Betriebszustand nur sehr wenige oder gar nur ein einziges Biosensor-Feld
ein Sensorsignal aufweist. In letzterem Fall ist im Wesentlichen
nur in einer Zeilenleitung und in einer Spaltenleitung ein elektrischer
Strom erfassbar, so dass auf ein Sensorereignis in dem Biosensor-Feld
in dem Kreuzungsbereich der Zeilenleitung mit der Spaltenleitung
geschlossen werden kann.
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Im Weiteren wird das erfindungsgemäße Verfahren
zum Betreiben des erfindungsgemäßen Biosensor-Arrays
beschrieben. Ausgestaltungen des Biosensor-Arrays gelten auch für das Verfahren
zum Betreiben des erfindungsgemäßen Biosensor-Arrays.
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Vorzugsweise wird für das mindestens
eine ausgewählte
Biosensor-Feld basierend auf dem ersten und/oder dem zweiten Detektionssignal
ermittelt, ob an dem mindestens einen ausgewählten Biosensor-Feld Sensorereignisse
erfolgt sind und/oder in welcher Quantität an dem mindestens einen ausgewählten Biosensor-Feld
Sensorereignisse erfolgt sind.
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Sind beispielsweise die Biosensor-Felder
als Redox-Recycling-Biosensor-Felder
ausgestaltet, und ist als erstes Ansteuersignal eine erste Gleichspannung
und als zweites Ansteuersignal eine zweite Gleichspannung mit bezüglich der
ersten Gleichspannung inversem Vorzeichen gewählt, so kann ein an einem ausgewählten Redox-Recycling-Biosensor-Feld
erfolgtes Hybridisierungsereignis dadurch nachgewiesen werden, dass
Redox-Recycling-Prozesse an dem ausgewählten Redox-Recycling-Biosensor-Feld
aufgrund der zwischen den Elektroden dieses Biosensor-Feldes angelegten
ausreichend starken Spannung generiert werden. Dies wird mittels
Erfassens eines elektrischen Stroms auf einer der Signalleitungen
oder auf beiden Signalleitungen erfasst, wobei der Wert und die
Zeitabhängigkeit
des Stroms Information darüber
liefert, ob an dem ausgewählten
Biosensor-Feld ein Sensorereignis erfolgt ist bzw. in welcher Menge
dort Sensorereignisse erfolgt sind. Dadurch kann ermittelt werden,
ob in einem zu untersuchenden Analyten zu erfassende Partikel enthalten
sind, und ggf. in welcher Konzentration die zu erfassenden Partikel
in dem Analyten enthalten sind.
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Ausführungsbeispiele der Erfindung
sind in den Figuren dargestellt und werden im Weiteren näher erläutert.
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Es zeigen:
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1 eine
Interdigitalelektroden-Anordnung gemäß dem Stand der Technik,
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2 ein
Sensor-Array gemäß einem
ersten Ausführungsbeispiel
der Erfindung,
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3A bis 3C Querschnitts-Ansichten eines
Redox-Recycling-Biosensor-Felds
des in 2 gezeigten Biosensor-Arrays
in unterschiedlichen Betriebszuständen,
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4 ein
Biosensor-Array gemäß einem zweiten
Ausführungsbeispiel
der Erfindung,
-
5 ein
Biosensor-Array gemäß einem dritten
Ausführungsbeispiel
der Erfindung,
-
6 ein
Biosensor-Array gemäß einem vierten
Ausführungsbeispiel
der Erfindung,
-
7 ein
Biosensor-Array gemäß einem fünften Ausführungsbeispiel
der Erfindung,
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8 ein
Biosensor-Array gemäß einem sechsten
Ausführungsbeispiel
der Erfindung,
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9 ein
Biosensor-Array gemäß einem siebten
Ausführungsbeispiel
der Erfindung,
-
10 ein
Biosensor-Array gemäß einem achten
Ausführungsbeispiel
der Erfindung.
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11 eine
schematische Draufsicht eines Kreuzungsbereichs von drei Signalleitungen
gemäß dem in 10 gezeigten Biosensor-Array.
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In unterschiedlichen Ausführungsbeispielen sind
gleiche Komponenten mit gleichen Bezugsziffern versehen.
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Im Weiteren wird bezugnehmend auf 2 ein Redox-Recycling-Biosensor-Array 200 gemäß einem
ersten Ausführungsbeispiel
der Erfindung beschrieben.
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Das Redox-Recycling-Biosensor-Array 200 weist
ein Silizium-Substrat 201 und
vier matrixförmig auf
dem Silizium-Substrat 201 angeordnete Redox-Recycling-Biosensor-Felder 202 auf,
von denen jedes einen ersten Anschluss 203 und einen zweiten Anschluss 204 aufweist.
Ferner sind zwei erste Signalleitungen 205 und zwei zweite
Signalleitungen 206 vorgesehen, wobei die ersten Signalleitungen 205 von
den zweiten Signalleitungen 206 elektrisch isoliert sind.
Jeweils der erste Anschluss 203 eines jeden Redox-Recycling-Biosensor-Felds 202 ist
mit genau einer der mindestens einen ersten Signalleitung 205 gekoppelt
und der zweite Anschluss 204 eines jeden Redox-Recycling-Biosensor-Felds 202 ist mit
genau einer der mindestens einen zweiten Signalleitung 206 gekoppelt.
Wie in 2 gezeigt, ist jede
der ersten Signalleitungen 205 mit zwei der Redox-Recycling-Biosensor-Felder 202 gekoppelt,
und es ist jede zweite Signalleitung 206 mit ebenfalls
zwei der Redox-Recycling-Biosensor-Felder 202 gekoppelt.
Ferner ist eine erste Ansteuereinheit 207 zum Bereitstellen
eines ersten elektrischen Ansteuersignals und eine zweite Ansteuereinheit 208 zum
Bereitstellen eines zweiten elektrischen Ansteuersignals vorgesehen.
Darüber
hinaus ist eine mit der ersten Ansteuereinheit 207 gekoppelte
erste Detektionseinheit 209 und eine mit der zweiten Ansteuereinheit 208 gekoppelte
zweite Detektionseinheit 210 bereitgestellt, die derart
eingerichtet sind, dass sie ein aus dem ersten und dem zweiten Ansteuersignal
resultierendes erstes und zweites elektrisches Detektionssignal
eines ausgewählten
Biosensor-Felds erfassen. Ferner ist eine Auswahleinheit 211 bereitgestellt,
die derart eingerichtet ist, dass sie die erste Ansteuereinheit 207 mit
der ersten Signalleitung 205 eines auszuwählenden
Redox-Recycling-Biosensor-Felds 202a und
die zweite Ansteuereinheit 208 mit der zweiten Signalleitung 206 des
auszuwählenden
Redox-Recycling-Biosensor-Felds 202a koppelt,
womit das Redox-Recycling-Biosensor-Feld 202a ausgewählt wird.
Mittels der Auswahleinheit 211, die in 2 schematisch durch eine erste Schalteinrichtung 211a und
eine zweite Schalteinrichtung 211b symbolisiert ist, wird
gemäß dem beschriebenen Ausführungsbeispiel
jeweils genau eines der Redox-Recycling-Biosensor-Felder 202 ausgewählt. Hierfür wird mittels
der Auswahleinheit 211 das auszuwählende Biosensor-Feld, gemäß dem in 2 gezeigten Szenario das
Redox-Recycling-Biosensor-Felds 202a,
mit der ersten Ansteuereinheit 207 und mit der zweiten
Ansteuereinheit 208 derart gekoppelt, dass an das ausgewählte Redox-Recycling-Biosensor-Feld 202a mittels
der ersten Ansteuereinheit 207 ein erstes elektrisches
Ansteuersignal angelegt wird, und dass an das ausgewählte Redox-Recycling-Biosensor-Feld 202a mittels
der zweiten Ansteuereinheit ein zweites Ansteuersignal angelegt
wird. Die erste Schalteinrichtung 211a weist für jede erste
Signalleitung 205 einen zugehörigen Schalter auf, der zwischen
zwei Stellungen geschaltet werden kann, wobei gemäß einer
ersten Schalterstellung die zugehörige erste Signalleitung mit
der ersten Ansteuereinheit 209 gekoppelt ist, und wobei gemäß einer
zweiten Schalterstellung die jeweilige erste Signalleitung 205 auf
elektrischem Massepotential 212 liegt. Analog weist die
zweite Schalteinrichtung 211b für jede zweite Zeilenleitung 206 einen Schalter
auf, der in einer von zwei möglichen
Schalterstellungen vorliegen kann. Gemäß einer ersten Schalterstellung
ist die zugehörige
zweite Signalleitung 206 mit der zweiten Ansteuereinheit 208 gekoppelt,
gemäß einer zweiten
Schalterstellung liegt die jeweilige zweite Signalleitung 206 auf
elektrischem Massepotential 212. Gemäß dem in 2 gezeigten Szenario ist nur das gemäß 2 linke untere Redox-Recycling-Biosensor-Feld 202 ausgewählt, da gemäß den Schalterstellungen
von 2 nur dieses Sensor-Feld
an dem ersten Anschluss 203 mit der ersten Ansteuereinheit 207 und
an dem zweiten Anschluss 204 mit der zweiten Ansteuereinheit 208 gekoppelt
ist. Mittels der ersten Ansteuereinheit 207 wird an den
ersten Anschluss 203 des ausgewählten Redox-Recycling-Biosensor-Felds 202a eine
positive elektrische Spannung angelegt, und mittels der zweiten
Ansteuereinheit 208 wird an den zweiten Anschluss 204 des
ausgewählten
Redox-Recycling-Biosensor-Felds 202a eine negative elektrische
Spannung angelegt. Daher ist die Potentialdifferenz zwischen den
beiden Anschlüssen 203, 204 bei
dem ausgewählten
Redox-Recycling-Biosensor-Feld 202a größer als bei den drei nicht
ausgewählten
Redox-Recycling-Biosensor-Feldern 202.
Bei letzteren ist jeweils einer der Anschlüsse 203, 204 auf
elektrischem Massepotential 212, und der andere Anschluss 204, 203 ist
entweder auf dem von der ersten Ansteuereinheit 207 bereitgestellten
positiven elektrischen Potential oder auf dem von der zweiten Ansteuereinheit 208 bereitgestellten
negativen elektrischen Potential. Daher reicht nur bei dem ausgewählten Redox-Recycling-Biosensor-Feld 202a die Potentialdifferenz
zwischen den beiden Anschlüssen 203, 204 aus,
um im Falle eines Hybridisierungsereignisses an dem ausgewählten Redox-Recycling-Biosensor-Feld 202a elektrochemische
Redox-Recycling-Prozesse
in ausreichendem Maße
zu generieren.
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Im Weiteren wird bezugnehmend auf 3A bis 3C die Ausgestaltung eines der Redox-Recycling-Biosensor-Felder 202, 202a am
Beispiel des ausgewählten
Redox-Recycling-Biosensor-Felds 202a beschrieben.
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In 3A ist
das ausgewählte
Redox-Recycling-Biosensor-Feld 202a mit einer ersten Elektrode 300 und
einer zweiten Elektrode 301 gezeigt, die in dem Silizium-Substrat 201 integriert
sind. Auf der ersten Elektrode 300 ist ein Haltebereich 302 aus
Goldmaterial aufgebracht. Der Haltebereich 302 dient zum
Immobilisieren von DNA-Sondenmolekülen 303 als
Fängermoleküle auf der
ersten Elektrode 300. Auf der zweiten Elektrode 301 ist
ein solcher Haltebereich nicht vorgesehen.
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Sollen mittels des Redox-Recycling-Biosensor-Felds 202a DNA-Stränge 304 mit
einer Basensequenz, die komplementär ist zu der Sequenz der immobilisierten
DNA-Sondenmoleküle 303,
erfasst werden, so wird das Redox-Recycling-Biosensor-Feld 202a mit
einer zu untersuchenden Lösung,
nämlich einem
Elektrolyt 305, in Kontakt gebracht, derart, dass in der
zu untersuchenden Lösung 305 möglicherweise
enthaltene DNA-Stränge 304 mit
einer zu der Sequenz der DNA-Sondenmoleküle 303 komplementären Sequenz
mit den DNA-Sondenmolekülen 303 hybridisieren
können.
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In 3B ist
ein Szenario gezeigt, bei dem in der zu untersuchenden Lösung 305 zu
erfassende DNA-Stränge 304 enthalten
sind, von denen einer mit einem DNA-Sondenmolekül 303 hybridisiert
ist. Die DNA-Stränge 304 in
der zu untersuchenden Lösung sind
mit einem Enzym-Label 306 markiert, mit dem es möglich ist,
im Weiteren beschriebene Moleküle
in elektrochemisch aktivierte Teilmoleküle zu spalten. Üblicherweise
ist eine erheblich größere Anzahl
von DNA-Sondenmolekülen 303 bereitgestellt,
als zu erfassende DNA-Stränge 304 in
der zu untersuchenden Lösung 305 enthalten
sind.
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Nachdem die in der zu untersuchenden
Lösung 305 enthaltene
DNA-Stränge 304 samt
dem Enzym-Label 306 mit den immobilisierten DNA-Sondenmolekülen 303 hybridisiert
sind, erfolgt vorzugsweise eine spezielle Spülung des Redox-Recycling-Biosensor-Felds 202a.
Bei dem Spülen
können
mit Fängermolekülen nicht
hybridisierte DNA-Moleküle
entfernt werden. Der zum Spülen
verwendeten Spüllösung wird
eine elektrochemisch inaktive Substanz beigegeben, die Moleküle enthält, die
mittels des Enzyms 306 gespalten werden können in
zwei Teilmoleküle 308,
von denen mindestens eines elektrochemisch aktiv ist und üblicherweise
eine elektrische Ladung aufweist.
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Die gemäß dem beschriebenen Ausführungsbeispiel
negativ geladenen Teilmoleküle 308 werden,
wie in 3C gezeigt, zu
der positiv geladenen Elektrode 300 gezogen, was mittels
eines Pfeils 309 angedeutet ist. Die negativ geladenen
Teilmoleküle 308 werden
an der ersten Elektrode 300, an die über dem ersten Anschluss 203 mittels
der ersten Ansteuereinheit 207 ein positives elektrisches
Potential angelegt ist, oxidiert, und werden als oxidierte Teilmoleküle 310 an
die negativ geladene zweite Elektrode 301 gezogen, an die über dem
zweiten Anschluss 204 mittels der zweiten Ansteuereinheit 208 ein
negatives elektrisches Potential angelegt ist. Dort werden sie wiederum
reduziert. Die reduzierten Teilmoleküle 311 wandern wiederum
zu der positiv geladenen ersten Elektrode 300. Auf diese
Weise wird ein elektrischer Kreisstrom generiert, der proportional
ist zu der Anzahl der jeweils mittels der Enzyme 306 erzeugten
Ladungsträger.
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Für
die Funktionalität
des ausgewählten
Redox-Recycling-Biosensor-Felds 202a ist
essentiell, dass eine der Elektroden 300 ausreichend stark
positiv gegenüber
einer der anderen Elektrode 301 geladen ist, so dass die
Reduktions- und Oxidationsprozesse ablaufen können. Aus diesem Grund sind
die nicht ausgewählten
Redox-Recycling-Biosensor-Felder 202 aus 2 gemäß dem gezeigten
Betriebszustand nicht in der Lage, von den Detektionseinheiten 211, 209 detektierbare
ausreichend starke Ströme
zu generieren, selbst wenn an ihnen ein Sensorereignis erfolgt ist.
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Ein Beispiel für ein für das Redox-Recycling geeignetes
chemisches System ist die Verwendung einer Salzlösung als Pufferlösung, einer
alkalischen Phosphatase als Labelmolekül 306 und von Para-Aminophenolphosphat
als elektrochemisch inaktive Substanz 307. Die mittels
des Labels generierte, zu oxidierende Subspezies kann Para-Aminophenol sein,
die mittels des Labels generierte, zu reduzierende Subspezies kann
Chinonimin sein.
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Im Weiteren wird bezugnehmend auf 4 ein Biosensor-Array 400 gemäß einem
zweiten Ausführungsbeispiel
der Erfindung beschrieben.
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Bei dem Biosensor-Array 400 ist
eine Vielzahl von Redox-Recycling-Biosensor-Feldern 202 matrixförmig auf
einem Silizium-Substrat 201 angeordnet. Das Biosensor-Array 400 weist
n Zeilen und m Spalten von matrixförmig angeordneten Redox-Recycling-Biosensor-Feldern 202 auf.
Ferner sind, wie in 4 gezeigt,
m erste Signalleitungen 205 und n zweite Signalleitungen 206 vorgesehen, das
heißt
n + m Signalleitungen. Im Kreuzungsbereich jeweils einer ersten
Signalleitung 205 mit jeweils einer zweiten Signalleitung 206 ist
jeweils ein als Interdigitalelektroden-Anordnung ausgestaltetes Redox-Recycling-Biosensor-Feld 202 angeordnet. Dieses
enthält
zwei fingerförmig
ineinandergreifende Interdigitalelektroden 401, 402,
die ähnlich
ausgestaltet sind wie die in 1 gezeigten
Interdigitalelektroden 102, 103.
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Die erste Ansteuereinheit 207 weist
eine erste Gleichspannungsquelle Vg 403 und einen weiteren
Anschluss auf, an dem ein elektrisches Massepotential 212 bereitgestellt
ist. Die erste Schalteinrichtung 211a weist m erste Schalter 404 auf,
von denen jeder mit einer der ersten Signalleitungen 205 gekoppelt
ist. Eine Spalte von Redox-Recycling-Biosensor-Feldern
wird ausgewählt,
indem die Redox-Recycling-Biosensor-Felder
der Spalte mit der ersten Gleichspannungsquelle Vg 403 gekoppelt
werden. Alle anderen Spalten von den Redox-Recycling-Biosensor-Feldern 202 sind
aufgrund entsprechend gewählter
Schalterstellungen der ersten Schalter 404 mit dem elektrischen
Massepotential 212 gekoppelt, wie in 4 gezeigt. Gemäß dem in 4 gezeigten Szenario sind nur die Redox-Recycling-Biosensor-Felder 202 in
der zweiten Spalte von links mit der ersten Gleichspannungsquelle
Vg 403 gekoppelt.
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Eine Zeile von Redox-Recycling-Biosensor-Feldern 202 wird
ausgewählt,
indem die auszuwählende
Zeile, gemäß dem in 4 gezeigten Szenario die
zweite Zeile von oben, mit einer zweiten Gleichspannungsquelle Vc
405 der zweiten Ansteuereinheit 208 gekoppelt wird. Dies
erfolgt mittels geeigneter Wahl der Schalterstellungen von zweiten Schaltern 406 der
zweiten Schalteinrichtung 211b. Ferner enthält die zweite
Ansteuereinheit einen Anschluss, der das elektrische Massepotential 212 bereitstellt.
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Die erste Detektionseinheit ist als
eine erste Stromerfasseinheit Ig 407 zum Erfassen eines elektrischen
Stroms einer ausgewählten
Spaltenleitung 205 realisiert, und die zweite Detektionseinheit
ist als eine zweite Stromerfasseinheit Ic 408 realisiert, mittels
der ein auf einer ausgewählten
Zeile fließender elektrischer
Strom erfasst werden kann.
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Ferner weist das Biosensor-Array 400 eine Potentiostat-Einrichtung auf.
Dies ist aufgebaut aus einer Referenzelektrode 409 auf
dem Substrat 201, einer Gegenelektrode 410 auf
dem Substrat 201 und einem Operationsverstärker 411,
der außerhalb
des Chips ("Off-Chip") angeordnet ist.
Ein nicht invertierender Eingang 411a des Operationsverstärkers 411 ist
auf einem elektrischen Massepotential 212. Ein invertierender
Eingang 411b des Operationsverstärkers 411 ist mit
der Gegenelektrode 410 gekoppelt. Gemeinsam bilden diese
Komponenten eine Potentiostat-Schaltung. Diese kann vorteilhaft
genutzt werden, um einem Analyten, der in das Biosensor-Array 400 eingebracht
ist, ein stabiles elektrochemisches Potential niederohmig zuzuweisen.
Diese Konfiguration mit einer Potentiostat-Einrichtung ist insbesondere
dann vorteilhaft, wenn die Biosensor-Felder als Redox-Recycling-Biosensor-Felder eingerichtet
sind.
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Bei dem Biosensor-Array 400 sind
die ersten Ansteuerleitungen 205 und die zweiten Ansteuerleitungen 206 in
unterschiedlichen Ebenen ausgebildet, so dass elektrisch isolierte
Leitungskreuzungen ermöglicht
sind. Alle m Spalten können
wahlweise mit der ersten Gleichspannungsquelle Vg 403 oder
mit elektrischem Massepotential 212 gekoppelt werden. Alle
n Zeilen können
wahlweise mit der zweiten Gleichspannungsquelle Vc 405 oder
mit dem elektrischem Massepotential 212 gekoppelt werden.
Mittels der Stromerfassinstrumente Ig 407 und Ic 408 können die
elektrischen Ströme,
die durch die assoziierten Gleichspannungsquellen 403, 405 fließen, gemessen
werden. In der angegebenen Konfiguration können also Generator- und Kollektorstrom
charakterisiert werden. Da diese Ströme näherungsweise vom Betrag her
gleich groß sind,
kann optional auch nur einer der Ströme gemessen werden. Das Erfassen
eines Stroms ist ausreichend und stellt eine Realisierung mit einem
minimalen Aufwand dar. Das Erfassen beider Ströme ermöglicht ein redundantes Erfassen
eines Sensorereignisses und daher eine erhöhte Nachweisempfindlichkeit
und Fehlerrobustheit.
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Für
den Auslesebetrieb wird an genau eine Spalte die positive Spannung
Vg und an genau eine Zeile die negative Spannung Vc angelegt. An
allen anderen Zeilen und Spalten liegt das elektrische Massepotential 212.
Wie in 4 mit "+" und "–" Zeichen skizziert,
liegt nur an dem Redox-Recycling-Biosensor-Feld 202a,
der in dem Kreuzungsbereich der ausgewählten Zeile 206 und
der ausgewählten Spalte 205 liegt,
ein hinreichend großes
Potentialgefälle
an, um sowohl die Vorgänge
der Oxidation als auch der Reduktion zu erlauben. An allen anderen Redox-Recycling-Biosensor-Feldern 202 ist
die Spannung an mindestens einer der Anschlüsse 203, 204 betragsmäßig kleiner
als der Schwellwert, welcher überschritten
werden muss, um beide gewünschte
elektrochemische Vorgänge
in Gang zu setzen. Gegebenenfalls kann hier an einer der Elektroden 401 oder 402 bei
Anlegen der Spannungen ein einmaliger kurzer Stromstoss auftreten,
der jedoch rasch abklingt, und nicht wie bei dem ausgewählten Redox-Recycling-Biosensor-Feld 202a ein kontinuierlich
ansteigender Strom ist. An den meisten der Redox-Recycling-Biosensor-Felder 202 der
Matrix liegt an beiden Anschlüssen 203, 204 das
elektrische Massepotential 212.
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Im Weiteren wird bezugnehmend auf 5 ein Biosensor-Array 500 gemäß einem
dritten Ausführungsbeispiel
der Erfindung beschrieben.
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Generator- und Kollektorstrom, d.h.
Ig und Ic, sind bei Redox-Recycling-Biosensor-Feldern betragsmäßig häufig sehr ähnlich,
haben jedoch unterschiedliches Vorzeichen. Somit genügt es im
Prinzip, nur einen der beiden Ströme zu messen und auszuwerten.
Ein auf dieser Tatsache beruhendes Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Biosensor-Arrays
ist in 5 gezeigt.
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Bei dem Biosensor-Array 500 wird
an alle Spaltenleitungen 205 mittels der ersten Gleichspannungsquelle
Vg 403 die Spannung Vg angelegt. Ferner wird an alle bis
auf eine der Zeilenleitungen 206 die Spannung Vg der ersten
Gleichspannungsquelle Vg 403 gelegt. Nur an der gemäß 5 zweiten Zeile von oben
ist aufgrund der Schalterstellungen der zweiten Schalter 406 eine
Kopplung zwischen der zugehörigen
zweiten Signalleitung 206 und der zweiten Gleichspannungsquelle
Vc 405 hergestellt. Somit liegt an allen Redox-Recycling-Biosensor-Feldern 202 außer den
Redox-Recycling-Biosensor-Feldern 202 in
der ausgewählten
zweiten Zeile 501 die Potentialdifferenz Null. Für alle Redox-Recycling-Biosensor-Felder 202 der
ausgewählten
Zeile 501 ist die Anforderung an die angelegten Spannungen
für das Auftreten
von Oxidations- und Reduktions-Prozessen erfüllt. Das heißt, dass
alle Redox-Recycling-Biosensor-Felder der ausgewählten Zeile 501 elektrischen
Strom liefern können,
sofern an ihnen Sensorereignisse stattfinden. Da jedoch nur der
elektrische Strom der gemäß 2 zweiten Spalte von Redox-Recycling-Biosensor-Feldern 202 aufgrund
der Schalterstellungen der ersten Schalter 404 gemessen
wird, wird gemäß dem in 5 gezeigten Szenario nur
der elektrische Strom des ausgewählten
Redox-Recycling-Biosensor-Felds 202a erfasst.
Auf diese Weise kann selektiv mittels Einstellens geeigneter Schalterstellungen 404, 406 jedes
der Redox-Recycling-Biosensor-Felder 202 innerhalb der Matrix
separat ausgewählt
werden.
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Alternativ können die Funktionen von Zeilen und
Spalten vertauscht werden, ebenso die Rollen von Vg und Vc, das
heißt
dass dann anstatt des Werts Ig der Wert Ic erfasst wird.
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Im Weiteren wird bezugnehmend auf 6 ein Biosensor-Array 600 gemäß einem
vierten Ausführungsbeispiel
der Erfindung beschrieben.
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Bei dem Biosensor-Array 600 ist
für jede
erste Signalleitung 205, das heißt für jede Spalte von Redox-Recycling-Biosensor-Feldern 202,
eine separate erste Gleichspannungsquelle 601 Vy,i mit
i = 1, 2, ..., m sowie eine erste Stromerfasseinrichtung 603 Iy,i
mit i = 1, 2, ..., m vorgesehen. Ferner ist für jede zweite Signalleitung 206,
das heißt
für jede
Zeile von Redox-Recycling-Biosensor-Feldern 202, jeweils eine
separate zweite Gleichspannungsquelle 602 Vx,j mit j =
1, 2, ..., n und eine separate zweite Stromerfasseinrichtung 604 Ix,j
mit j = 1, 2, ..., n vorgesehen. Anschaulich ist jede Spalte und
jede Zeile mit einer separaten Spannungsquelle und mit einem separaten Strommessinstrument
versehen. Je nach Zuweisung von Spannungen an die gezeigten Spannungsquellen
kann mit dieser Konfiguration der Betrieb der Sensor-Anordnung aus 4 bzw. aus 5 erreicht werden. Ein Vorteil bei dem
Biosensor-Array 600 besteht
darin, dass zeilen- oder spaltenweises paralleles Auslesen möglich ist.
Anschaulich ist bei dem in 6 gezeigten
Ausführungsbeispiel
die Auswahleinheit in der Steuerung der Gleichspannungsquellen 601 bzw. 602 integriert,
da jede von den Spannungsquellen wahlweise zu- bzw. abgeschaltet
werden kann.
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Im Weiteren wird bezugnehmend auf 7 ein Biosensor-Array 700 gemäß einem
fünften
Ausführungsbeispiel
der Erfindung beschrieben.
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Bei dem Biosensor-Array 700 ist
jede Spalte von Redox-Recycling-Biosensor-Feldern 202,
das heißt
jede erste Signalleitung 205, mit einer separaten ersten
Gleichspannungsquelle 601 und mit einer separaten ersten
Stromerfasseinrichtung 603 gekoppelt. Dagegen ist für die unterschiedlichen
Zeilen von Redox-Recycling-Biosensor-Feldern 202 jeweils eine gemeinsame
dritte Gleichspannungsquelle Vg 701 und vierte Gleichspannungsquelle
Vc 702 bereitgestellt, wobei mittels der zweiten Schalter 406 genau eine
Zeile von Redox-Recycling-Biosensor-Feldern mit der vierten Gleichspannungsquelle
Vc 702 gekoppelt wird, wohingegen alle anderen Zeilen mit
der dritten Gleichspannungsquelle Vg 701 gekoppelt sind.
Gemäß dem in 7 gezeigten Ausführungsbeispiel
ist nur die ausgewählte
Zeile 501 mit der vierten Gleichspannungsquelle Vc 702 gekoppelt.
Gemäß dem gezeigten
Szenario liefern alle ersten Gleichspannungsquellen 601 das
elektrische Potential Vg, so dass nur an den Redox-Recycling-Biosensor-Feldern 202 der
ausgewählten
Zeile 501 eine ausreichend große Potentialdifferenz anliegt,
dass Redox-Recycling-Prozesse in hinreichendem Maße auftreten
können.
Diese Sensorsignale werden zeilenweise ausgelesen, indem jede der
ersten Stromerfasseinrichtungen 603 den elektrischen Strom von
genau einem zugeordneten Redox-Recycling-Biosensor-Feld der ausgewählten Zeile 501 detektiert.
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Gemäß einem ähnlichen Prinzip kann auch jeweils
spaltenweise ausgelesen werden.
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Im Weiteren wird bezugnehmend auf 8 ein Biosensor-Array 800 gemäß einem
sechsten Ausführungsbeispiel
der Erfindung beschrieben.
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Das Biosensor-Array 800 weist
einen ersten Schaltungsblock 801 und einen zweiten Schaltungsblock 802 auf,
sowie eine Eingabe-/Ausgabe-Schnittstelle 803, die mit
den beiden Schaltungsblöcken 801, 802 gekoppelt
ist. An der Eingabe-/Ausgabe-Schnittstelle 803 kann ein
Sensorsignal bereitgestellt sein, beispielsweise ein elektrisches
Ansteuersignal oder ein elektrisches Detektionssignal.
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Das Biosensor-Array 800 stellt
einen sogenannten "aktiven" Chip dar. Darunter
wird ein Halbleiter-Substrat verstanden, in dem monolithisch Schaltkreise
integriert sind, die unterschiedliche Funktionen aufweisen können. Insbesondere
sind die Komponenten Spannungsquellen 403 bzw. 601,
Stromerfasseinheiten 407 bzw. 603, Operationsverstärker 411 und
Teile der Auswahleinheit 211 in dem ersten Schaltungsblock 801 integriert,
und es sind andere Komponenten wie die zweiten Spannungsquellen 405 bzw. 602,
Stromerfasseinrichtungen 408 bzw. 604, andere
Teile der Auswahleinheit 211, etc. in dem zweiten Schaltungsblock 802 integriert.
Ferner sind weitere Komponenten für die Signalvorverarbeitung und
die Signalweiterverarbeitung in den Schaltungsblöcken 801, 802 "On-Chip" realisiert. Darüber hinaus
weist der Chip des Biosensor-Arrays 800 eine definierte,
gemäß den Bedürfnissen
der jeweiligen Anwendung konfigurierte (z.B. digitale) Schnittstelle 803 (I/O)
auf.
-
Die Verwendung der erfindungsgemäßen Architektur
auf aktiven Chips kann beispielsweise von Vorteil sein, wenn eine
große
Anzahl relativ kleinflächiger
Interdigitalstrukturen verwendet wird, deren Fläche es nicht mehr erlaubt,
unterhalb eines jeden Sensors eine aktive Schaltung zum Steuern
des jeweiligen Sensors zu realisieren. Ferner ergeben sich besondere
Vorteile, wenn die Anforderungen an die Leistungsfähigkeit
der "On-Chip" realisierten Schaltungen
sehr groß ist.
Letzteres gilt insbesondere dann, wenn die Fläche eines Sensor-Elements maßgeblichen
Einfluss auf die Leistungsfähigkeit
(beispielsweise das Rauschen) hat.
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Im Weiteren wird bezugnehmend auf 9 ein Biosensor-Array 900 gemäß einem
siebten Ausführungsbeispiel
der Erfindung beschrieben.
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Das Biosensor-Array 900 ist
eine Anordnung von Redox-Recycling-Biosensor-Feldern 202,
die als Dreiecks-Matrix mit drei Verdrahtungsrichtungen vorgesehen
sind. Ferner ist eine gemeinsame erste Gleichspannungsquelle 403 Vg
als erste Ansteuereinheit und eine gemeinsame erste Stromerfasseinrichtung 407 Ig
als erste Detektionseinheit vorgesehen. Darüber hinaus ist eine zweite
Gleichspannungsquelle 405 Vc und eine damit gekoppelte
zweite Stromerfasseinheit 408 Ic als zweite Detektionseinheit
vorgesehen. Die Auswahleinheit 211 ist mittels einer Vielzahl
von Schaltern 901 mit steuerbaren Schalterstellungen symbolisiert.
Die Schalterstellungen sind mittels der Auswahleinheit 211 steuerbar. Ferner
sind in 9 erste Leitungen 902,
zweite Leitungen 903 und dritte Leitungen 904 derart
verlaufend angeordnet, dass in (voneinander elektrisch isolierten)
Kreuzungsbereichen der Leitungen 902 bis 904 sich
diese in 60°-Winkeln überkreuzen.
Insbesondere ist in 9 ein
ausgewähltes
Redox-Recycling-Biosensor-Feld 202a gezeigt, das infolge
der in 9 gezeigten Schalterstellungen
der Schalter 901 ausgewählt
ist. Ein erster Schalter 901a ist in einer derartigen Schalterstellung,
dass der erste Anschluss
203 des ausgewählten Redox-Recycling-Biosensor-Feldes 202a mit
der ersten Gleichspannungsquelle 403 Vg und mit der ersten
Stromerfasseinrichtung 407 Ig gekoppelt ist. Ferner ist
ein zweiter Schalter 901b in einer derartigen Schalterstellung, dass
der zweite Anschluss 204 des ausgewählten Redox-Recycling-Biosensor-Felds 202a mit
der zweiten Gleichspannungsquelle Vc 405 und mit der zweiten
Stromerfasseinheit 408 Ic gekoppelt ist. Die Schalterstellungen
aller anderen Schalter 901 sind in einer derartigen Stellung,
dass die an diesen Schalter 901 angrenzenden ersten, zweiten
bzw. dritten Signalleitungen 902 bis 904 auf elektrischem
Massepotential 212 sind. Mit anderen Worten ist gemäß dem in 9 gezeigten Szenario das
ausgewählte
Redox-Recycling-Biosensor-Feld 202a das einzige der Redox-Recycling-Biosensor-Felder 202,
das sowohl mit der Gleichspannungsquelle 403 Vg, als auch
mit der Gleichspannungsquelle 405 Vc gekoppelt ist. Gemäß dem in 9 gezeigten Szenario fungiert
die an das ausgewählte
Redox-Recycling-Biosensor-Feld 202a angeschlossene erste
Leitung 902 als zweite Signalleitung 206, wohingegen
die an das ausgewählte
Redox-Recycling-Biosensor-Feld 202a angeschlossene zweite
Leitung 903 als erste Signalleitung 205 fungiert.
Jeder der Schalter 901 weist drei Schalterstellungen auf,
so dass die jeweils zugehörigen
Leitungen 902 bis 904 wahlweise mit dem elektrischen
Massepotential 212, der Gleichspannungsquelle Vg 403 oder
der Gleichspannungsquelle Vc 405 gekoppelt werden können. Dadurch
ist eine unabhängige
Messung auf jeder Position des Sensor-Arrays 900 möglich. Die
Konfiguration von 9 entspricht
der Konfiguration von 4,
jedoch in einer Architektur mit einer Dreiecksmatrix.
-
Im Weiteren wird bezugnehmend auf 10 ein Biosensor-Array 1000 gemäß einem
achten Ausführungsbeispiel
der Erfindung beschrieben.
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Das Biosensor-Array 1000 entspricht
der Konfiguration von 5,
ist jedoch in einer Architektur mit einer Dreiecks-Matrix-förmigen Anordnung der
Redox-Recycling-Biosensor-Felder 202 ausgeführt. Gemäß dem in 10 dargestellten Szenario ist
der erste Schalter 901a in einer derartigen Schalterstellung,
dass die zugehörige
zweite Leitung 903 mit der Stromerfasseinheit 407 Ig
gekoppelt ist. Ferner ist der zweite Schalter 901b in einer
derartigen Stellung, dass die zugehörige erste Leitung 902 als einzige
mit der zweiten Gleichspannungsquelle Vc 405 gekoppelt
ist. Alle anderen Schalter der Schalter 901 sind in einer
solchen Stellung, dass die zugehörigen
Leitungen 902 bis 904 mit der ersten Spannungsquelle 403 Vg
gekoppelt sind. Dadurch wird zwischen die Anschlüsse 203, 204 des
ausgewählten Redox-Recycling-Biosensor-Felds 202a die
Potentialdifferenz Vg – Vc
angelegt, und es wird der auf der ersten Signalleitung 205 fließende Strom
mittels der ersten Stromerfasseinheit 407 erfasst.
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Im Weiteren wird bezugnehmend auf 11 beschrieben, wie ein
Kreuzungsbereich 1001 zwischen einer der ersten Leitungen 902,
einer der zweiten Leitungen 903 und einer der dritten Leitungen 904 unter
Verwendung von nur zwei Verdrahtungsebenen realisiert sein kann.
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In 11 ist
eine erste Metallisierungsebene 1100 und ist eine zweite
Metallisierungsebene 1101 in Draufsicht gezeigt. Die erste
Metallisierungsebene 1100 ist in einer Richtung senkrecht
zu der Papierebene von 11 gegenüber der
zweiten Metallisierungsebene 1101 verschoben, das heißt, die
Papierebene von 11 ist
parallel zu der Oberfläche
des Biosensor-Arrays 900. In dem Kreuzungsbereich 1101 treffen
sich eine der ersten Leitungen 902, die vollständig in
der ersten Metallisierungsebene 1100 vorgesehen ist, eine
der zweiten Signalleitungen 903, die vollständig in
der zweiten Metallisierungsebene 1101 vorgesehen ist, und
eine der dritten Leitungen 904, die, wie in 11 gezeigt, zum Teil in
der ersten Metallisierungsebene 1100 und zu einem anderen Teil
in der zweiten Metallisierungsebene 1101 vorgesehen ist.
Um in dem Kreuzungsbereich 1001 eine elektrische Isolation
der Signalleitungen 902 bis 904 voneinander zu
ermöglichen,
ist die dritte Leitung 904 in 11 in einen ersten Abschnitt 904a,
in einem zweiten Abschnitt 904b und in einen dritten Abschnitt 904c aufgeteilt.
Der erste Abschnitt 904a und der dritte Abschnitt 904c verlaufen
in der zweiten Metallisierungsebene 1101, wohingegen der
zweite Abschnitt 904b in der ersten Metallisierungsebene 1100 verläuft. Mittels
vertikaler Kontaktierungselemente 1102, die senkrecht zu
der Papierebene von 11 verlaufend
angeordnet sind, ist der erste Abschnitt 904a mit dem zweiten
Abschnitt 904b bzw. der zweite Abschnitt 904b mit
dem dritten Abschnitt 904c der dritten Leitung 904 gekoppelt.
Dadurch ist es unter Verwendung von nur zwei Metallisierungsebenen
ermöglicht,
dass drei Leitungen 902 bis 904 einander überkreuzen,
ohne dass die elektrische Isolation unterbrochen wird.
-
In diesem Zusammenhang ist anzumerken, dass
eine matrixförmige
Anordnung mit drei (oder mehr) Verdrahtungsrichtungen nicht notwendigerweise
mit drei (oder mehr) unabhängigen
Verdrahtungsebenen realisiert sein muss. Zwei Verdrahtungsebenen
sind in jedem Fall hinreichend, wie in 11 schematisch gezeigt.
-
In diesem Dokument sind folgende
Veröffentlichungen
zitiert:
-
- [1] R. Hintsche et al, "Microelectrode
arrays and application to biosensing devices", Biosensors & Bioelectronics, p. 697–705, 1994
- [2] R. Hintsche et al., "Microbiosensors
using electrodes made in Si-technology" in "Frontiers
in Biosensorics I",
F. Scheller et al. ed., Birkhäuser,
Basel, Switzerland, 1997
- [3] M. Paeschke et al, "Highly
sensitive electrochemical microsensors using submicrometer electrode
arrays", Sensors
and Actuators B, p. 394–397,
1995
- [4] WO 00/62048
- [5] R. Thewes et al., "Sensor
Arrays for Fully Electronic DNA Detection on CMOS", Proc. Int. Solid-State Circuits
Conf. (ISSCC), p. 350, 2002
-
- 100
- Redox-Recycling-Biosensor
- 101
- Substrat
- 102
- erste
Interdigitalelektrode
- 103
- zweite
Interdigitalelektrode
- 104
- Referenzelektrode
- 105
- Gegenelektrode
- 106
- Differenzverstärker
- 106a
- nicht-invertierender
Eingang
- 106b
- invertierender
Eingang
- 106c
- Ausgang
- 107
- Massepotential
- 108
- erste
Gleichspannungsquelle
- 109
- zweite
Gleichspannungsquelle
- 110
- erstes
Amperemeter
- 111
- zweites
Amperemeter
- 200
- Redox-Recycling-Biosensor-Array
- 201
- Silizium-Substrat
- 202
- Redox-Recycling-Biosensor-Felder
- 202a
- ausgewähltes Redox-Recycling-Biosensor-Felder
- 203
- erster
Anschluss
- 204
- zweiter
Anschluss
- 205
- erste
Signalleitung
- 206
- zweite
Signalleitung
- 207
- erste
Ansteuereinheit
- 208
- zweite
Ansteuereinheit
- 209
- erste
Detektionseinheit
- 210
- zweite
Detektionseinheit
- 211
- Auswahleinheit
- 211a
- erste
Schalteinrichtung
- 211b
- zweite
Schalteinrichtung
- 212
- Massepotential
- 300
- erste
Elektrode
- 301
- zweite
Elektrode
- 302
- Haltebereich
- 303
- DNA-Sondenmoleküle
- 304
- DNA-Stränge
- 305
- Elektrolyt
- 306
- Enzym-Label
- 307
- Moleküle
- 308
- Teilmoleküle
- 309
- Pfeil
- 310
- oxidierte
Teilmoleküle
- 311
- reduzierte
Teilmoleküle
- 400
- Biosensor-Array
- 401
- erste
Interdigitalelektrode
- 402
- zweite
Interdigitalelektrode
- 403
- erste
Gleichspannungsquelle
- 404
- erste
Schalter
- 405
- zweite
Gleichspannungsquelle
- 406
- zweite
Schalter
- 407
- erste
Stromerfasseinheit
- 408
- zweite
Stromerfasseinheit
- 409
- Referenzelektrode
- 410
- Gegenelektrode
- 411
- Operationsverstärker
- 411a
- nicht-invertierender
Eingang
- 411b
- invertierender
Eingang
- 411c
- Ausgang
- 500
- Biosensor-Array
- 501
- ausgewählte Zeile
- 600
- Biosensor-Array
- 601
- erste
Gleichspannungsquellen
- 602
- zweite
Gleichspannungsquellen
- 603
- erste
Stromerfasseinrichtungen
- 604
- zweite
Stromerfasseinrichtungen
- 700
- Biosensor-Array
- 701
- dritte
Gleichspannungsquelle
- 702
- vierte
Gleichspannungsquelle
- 800
- Sensor-Array
- 801
- erster
Schaltungsblock
- 802
- zweiter
Schaltungsblock
- 803
- Eingabe-/Ausgabe-Schnittstelle
- 900
- Biosensor-Array
- 901
- Schalter
- 901a
- erster
Schalter
- 901b
- zweiter
Schalter
- 902
- erste
Leitungen
- 903
- zweite
Leitungen
- 904
- dritte
Leitungen
- 904a
- erster
Abschnitt
- 904b
- zweiter
Abschnitt
- 904c
- dritter
Abschnitt
- 1000
- Biosensor-Array
- 1001
- Kreuzungsbereich
- 1100
- erste
Metallisierungsebene
- 1101
- zweite
Metallisierungsebene
- 1102
- Kontaktierungselemente