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Die
Erfindung betrifft additionsvernetzende Silikon-Abformmaterialien auf der Basis von
Polyorganosiloxanen, die eine hohe Endhärte erreichen und sich besonders
als Dentalmaterialien eignen.
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Im
Dentalbereich, also in zahnärztlichen
und zahntechnischen Anwendungen, ist es oft wünschenswert, Materialien mit
hoher Endhärte
einzusetzen. Beispielsweise werden harte Materialien als provisorische und
permanente Füllungsmaterialien,
Kronen- und Brückenmaterialien,
Zemente und bevorzugt als Materialien für die Bissregistrierung eingesetzt.
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Die
als bevorzugt genannten Bissregistriermaterialien werden vom Zahnarzt/von
der Zahnärztin
zur Fixierung der korrekten Lage von Ober- zu Unterkiefer zueinander
eingesetzt. Diese Position von Ober- und Unterkiefer zueinander
ist dann im zahntechnischen Labor auf das Modell zu übertragen.
Dieses Modell ist die Arbeitsgrundlage für die weiteren Arbeiten im
zahntechnischen Labor, entsprechend hoch sind die Anforderungen
an die Präzision
dieses Modells.
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An
ein Bissregistriermaterial werden folgende Anforderungen gestellt:
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1) Hohe Endhärte und
geringe Elastizität
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Im
wesentlichen bestimmt die Endhärte
die Präzision
einer Bissregistrierung, denn durch diese hohe Endhärte werden
bei der Übertragung
auf das Modell im zahntechnischen Labor vertikale und horizontale
Verschiebungen verhindert. Auch die weitere Bearbeitung des Bissregistrats
mit der Fräse
und dem Skalpell ist durch die hohe Endhärte vereinfacht.
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2) Lange Verarbeitungszeit
bei insgesamt kurzer Verweildauer im Patientenmund
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Die
Verarbeitungszeit sollte ausreichend lang sein, um eine gesamte
Zahnreihe des Patienten mit dem Material belegen zu können und
dennoch eine gleichmäßige Bissregistrierung
zu erzielen (mindestens 30 Sekunden). Die Zeit der maximalen Interkuspidation
sollte ebenfalls möglichst
kurz sein, um eine Verschiebung der Kiefer während der Abbindephase zu vermeiden.
Die gesamte Verweildauer des Materials im Mund des Patienten vom
Mischbeginn an sollte 90 Sekunden nicht überschreiten.
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3) Bruchverhalten
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Schon
im Mund des Patienten sollte überschüssiges Material
gezielt abgebrochen werden können,
um die korrekte Bissregistrierung überprüfen zu können.
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4) Einfache Anwendbarkeit
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Das
Dosieren und Mischen sollte für
den Zahnarzt/die Zahnärztin
möglichst
einfach und ohne großen Kraftaufwand
möglich
sein. Insbesondere soll das Material zwar thixotrop eingestellt
sein, um ein Herunterfließen
von der Zahnreihe auszuschließen,
es sollte aber unter dem Förderdruck
leicht fließen
können.
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5) Dimensionsstabilität
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Das
Bissregistriermaterial sollte dimensionsstabil sein, also nicht
schrumpfen, um nach dem Transport von der zahnärztlichen Praxis ins zahntechnische
Labor die genaue Reposition von Ober- und Unterkiefer zu ermöglichen.
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6) Lagerstabilität
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Die
gewünschten
Eigenschaften eines Bissregistriermaterials sollten auch über einen
längeren
Zeitraum stabil bleiben.
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Aus
der
DE 4 122 310 EP 0 522 341 ist zum Beispiel
eine transparente Silikon- Abformmasse bekannt, die als Bissregistriermaterial
verwendet werden kann und eine Endhärte über 70 Shore A durch Verwendung von
kurzkettigen, vinyl-endgestoppten Polyorganosiloxanen der allgemeinen
Formel CH
2= CH-SiR
2O-
(SiR
2O)
n-SiR
2-CH=CH
2 mit n=10-20
und durch Zusatz eines neuartigen Compounds aus vinyl-engestopptem
Polyorganosiloxan und verstärkendem
Füllstoff
erreicht. Ein solches Material ist aber aufgrund seiner elastischen
Eigenschaften und zu geringer Endhärte für die Herstellung eines präzisen Bissregistrats
ungeeignet.
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In
der
EP 0 894 117 wird
die Herstellung von additionsvernetzenden Silikon-Abformmaterialien
mit sehr hoher Endhärte
im Shore D-Bereich und mit einem sehr hohen Elastizitätsmodul
beschrieben. Eingesetzt wird ein sehr kurzkettiges, vinyl-engestopptes
Polyorganosiloxan der allgemeinen Formel CH
2=
CH-SiR
2O- (SiR
2O)
n-SiR
2-CH=CH
2 mit n=21-69 in Kombination mit einem vinylreichen
QM-Harz und verstärkenden
Füllstoffen.
Neben der hohen Endhärte
ist die Gesamtverweildauer im Mund des Patienten mit 90 Sekunden
vorteilhaft.
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In
der WO 99/09934 werden härtbare
Massen für
dentale Anwendungen vorgestellt, die eine sehr hohe Endhärte mit
kurzen Abbindezeiten verbinden. Zum Einsatz kommt eine neuartige
Verbindungsklasse, die Silan-Dendrimere, die trotz des hohen Gehaltes
an funktionellen Gruppen die beiden genannten, für dentale Materialien positiven
Eigenschaften aufweisen sollen. Nachteilig ist, dass die Synthese
der Dendrimere sehr aufwändig
ist. Größere Mengen
dieser Verbindungen, die für
die Herstellung von dentalen Abformmaterialien, vor allem für sehr harte
Bissregistriermaterialien, benötigt
werden, müssen
sehr aufwändig
hergestellt werden.
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Zum
Erreichen der gewünschten
hohen Endhärten
werden in den oben angeführten
Patentschriften und damit nach dem Stand der Technik stets die folgenden
Lösungswege
beschritten:
- - Erhöhung des Füllstoffgehaltes der Massen
- – Einsatz
von verstärkenden
Füllstoffen
bzw. Compounds, die solche Füllstoffe
enthalten
- – Erhöhung des
Funktionalitätsgrades
der reaktiven Bestandteile der Massen
- – Erniedrigung
der Kettenlänge
der reaktiven Bestandteile der Massen
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Durch
die Erhöhung
des Füllstoffgehaltes
und durch den Einsatz von verstärkenden
Füllstoffen
sowie Compounds, die aus Polyorganosiloxanen und verstärkenden
Füllstoffen
hergestellt werden, werden die mechanischen Eigenschaften der ausgehärteten Silikon-Materialien
verbessert, vor allem wird die Elastizität des Materials erhöht. Dies
ist für
die bevorzugte Anwendung des Silikon-Abformmaterials für die Bissregistrierung wegen
dadurch möglicher
vertikaler und horizontaler Verschiebungen bei der Reposition im
zahntechnischen Labor von Nachteil. Zudem erhöhen derartige Rohstoffe bekanntermaßen die
Viskosität
von Silikon-Abformmaterialien, so dass der Kraftaufwand zum Fördern des
Materials aus den üblicherweise
eingesetzten Doppelkartuschen-Systemen mit statischem Mischer sehr
groß wird.
In der Wahl der geeigneten Mischkanüle zur Förderung des Materials ist der
Anwender daher auf die größeren Mischkanülen mit
größerem Volumen
festgelegt.
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Durch
den Einsatz von vinylhaltigen Polyorganosiloxanen, die nicht nur
endständige,
sondern auch seitenständige Funktionalitäten, also
Vinyl-Gruppen besitzen, kann zwar die Endhärte der Silikon-Abformmaterialien
erhöht
werden, sie haben aber den großen
Nachteil, dass sie auch vicinale, also benachbarte Vinyl-Gruppen
enthalten. Es ist aus dem Stand der Technik bekannt, dass vicinale
Vinyl-Gruppen inhibierend auf die Reaktionszeit der Hydrosilylierungsreaktion
unter Edelmetall-Katalyse wirken. Die Bissregistriermaterialien sollen
sich aber gerade durch eine maximale Verweildauer des Materials
im Mund des Patienten von 90 Sekunden auszeichnen. Dieses Ziel wird
so nicht erreicht.
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Sehr
kurzkettige vinyl-endgestoppte Polyorganosiloxane der allgemeinen
Formel CH
2= CH-SiR
2O- (SiR
2O)
n-SiR
2-CH=CH
2 mit n=0-6
und R= gleiche oder verschiedene einwertige, ungesättigte,
gegebenenfalls substituierte Kohlenwasserstoffe (meistens Methyl-Gruppen)
sind aus der
DE-A-2
646 726 als Inhibitoren zum Regeln der Vernetzungsgeschwindigkeit
bei der Reaktion von additionsvernetzenden Silikon-Materialien bekannt.
Auch mit sehr kurzkettigen funktionellen Polyorganosiloxanen kann
man zwar eine sehr hohe Endhärte erreichen,
man nimmt dafür
aber eine für
die Anwendung als Bissregistriermaterial unerwünschte Verlängerung der Abbindezeit und
damit der Gesamtverweildauer des Materials im Mund des Patienten
in Kauf.
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Seit
vielen Jahren sind dentale Abformmaterialien und auch Bissregistriermaterialien
auf der Basis von Polyorganosiloxanen bekannt (siehe hierzu z.B.
R.G.Craig: Restaurative Dental Materials, C.V. Moosbe-Comp., St.
Louis 1980). Die Zusammensetzung dieser Materialien besteht nach
dem Stand der Technik im Wesentlichen aus folgenden Rohstoffen:
- a) Organopolysiloxane mit zwei oder mehr Vinyl-Gruppen
im Molekül
(endständig
und/oder seitenständig) und
Viskositäten
im Bereich von 100–350.000
mPa·s
- b) Organopolysiloxane der allgemeinen Formel CH2=
CH-SiR2O-
(SiR2O) n-SiR2-CH=CH2 mit R= gleiche oder
verschiedene einwertige, ungesättigte,
gegebenenfalls substituierte Kohlenwasserstoffe (meistens Methyl-Gruppen) n= 10-69
- c) Niedermolekulare vinyl- und ethoxygruppenhaltige QM-Harze
- d) Katalysatoren zur Beschleunigung der Additionsvernetzung
(Hydrosilylierung)
- e) Organohydrogenpolysiloxane mit mindestens zwei SiH-Gruppen im Molekül
- f) Verstärkende
Füllstoffe
- g) Nicht verstärkende
Füllstoffe
- h) Farbstoffe
- i) Inhibitoren.
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Nach
dem Stand der Technik bestehen solche additionsvernetzenden Materialien
aus zwei Komponenten (A- und B- Komponente oder auch Katalysator-
und Basiskomponente genannt), die getrennt voneinander aufbewahrt
werden müssen
und nach dem homogenen Vermischen (Mischungsverhältnis in der Regel 1:1) in
einer edelmetallkatalysierenden Hydrosilylierungsreaktion vernetzen.
Die homogene Mischung der beiden Komponenten erfolgt entweder durch
Stranglängendosierung
und manuelles Mischen oder über
ein Doppelkartuschen-System mit statischem Mischer.
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Ein
solches Doppelkartuschen-System ist beispielsweise von der Firma
Mixpack erhältlich
und beinhaltet zwei getrennte Kammern von je 25 ml Volumen. Unterschiedlich
dimensionierte Mischkanülen
als statische Mischer sind für
die unterschiedlichen Viskositäten
und Konsistenzen der Silikon- Abformmaterialien erhältlich.
Die auf dem Markt erhältlichen
Bissregistriermaterialien sind -auch aus den oben beschriebenen
Gründen-
von so hoher Viskosität,
dass eine Förderung
nur durch eine große
Mischkanüle
ohne zu großen
Kraftaufwand in Frage kommt.
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Das
Ziel dieser Erfindung ist es daher, additionsvernetzende 2-Komponenten-Silikon-Abformmaterialien
für die
Anwendung im Dentalbereich, bevorzugt für die Anwendung als Bissregistriermaterialien,
bereitzustellen, die die folgenden vorteilhaften Eigenschaften in
sich vereinen:
- – Erreichen einer hohen Endhärte im Shore-D-Bereich
und eines hohen Elastizitätsmoduls
- – leichte
Verarbeitbarkeit für
den Anwender hinsichtlich Viskosität und Thixotropie
- – leichte
Förderbarkeit
und homogene Mischung des Materials aus den handelsüblichen
Doppelkartuschen-Systemen
auch durch kleinere Mischkanülen
als bisher marktüblich,
dadurch auch Materialersparnis
- – schnelleres
Abbindeverhalten, die Gesamtverweildauer des Materials im Mund des
Patienten sollte maximal 90 Sekunden, bevorzugt maximal 80 Sekunden
ab Mischbeginn betragen. Die Verarbeitungszeit sollte dennoch mindestens
30 Sekunden betragen
- – gute
Bearbeitbarkeit mit Fräse
und Skalpell, ein gezieltes Abbrechen des Materials schon im Mund
des Patienten sollte möglich
sein
- – gute
Lagerstabilität
in der üblichen
Handelsverpackung.
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Dieses
Ziel wird mit einem additionsvernetzenden 2-Komponenten-Silikon-Abformmaterial der
folgenden Zusammensetzung erreicht, wobei überraschenderweise auf den
Einsatz sehr kurzkettiger, terminal-funktionaler Polyorganosiloxane
und verstärkender
Füllstoffe
völlig
verzichtet werden kann. Alle Angaben sind in Gewichtsprozent bezogen
auf die Gesamtmasse des Materials (also Katalysator- und Basiskomponente)
zu verstehen.
- a) 1-90 Gew.% bevorzugt 5-20
Gew.% Organopolysiloxane mit zwei terminalen Vinyl-Gruppen
- b) 1-90 Gew.% bevorzugt 5-20 Gew.% niedermolekulares, Vinyl-
und Ethoxy-Gruppen enthaltendes QM-Harz
- c) 1-10 Gew.% Organohydrogenpolysiloxane mit mindestens zwei
SiH-Gruppen im Molekül
- d) 0,005-2 Gew.% bevorzugt 0,01-1 Gew.% Katalysatoren zur Beschleunigung
der Hydrosilylierungsreaktion
- e) 1-90 Gew.% bevorzugt 20-70 Gew.% nicht verstärkende Füllstoffe
- f) 0-10 Gew.% Feuchtigkeitsbinder
- g) 0-10 Gew.% weitere Additive und Hilfsmittel
- h) 0-2 Gew.% bevorzugt 0,5-1 Gew.% Farbstoffe
- i) 0-1 Gew.% bevorzugt 0-0,1 Gew.% Inhibitoren
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Bei
den Organopolysiloxane a) handelt es sich um bekannte vinyl-endgestoppte
Polydimethylsiloxane mit Viskositäten im Bereich von 100-165.000
mPa·s,
bevorzugt im Bereich von 200-10.000 mPa·s.
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Die
erfindungsgemäßen QM-Harze
b) werden in W.Noll, Chemie und Technik der Silikone, Verlag Chemie,
Weinheim, 2. Auflage 1968 beschrieben und enthalten als Q-Einheiten
das tetrafunktionelle SiO4/2 und als M-Bausteine
das monofunktionelle R3SiO1/2,
wobei R Vinyl-, Methyl-, Ethyl-, Phenyl- sein kann. Weiterhin können auch
als T-Einheiten trifunktionelle RSiO3/2 und
als D-Einheiten das difunktionelle R2SiO2/2 enthalten sein. Die verwendeten QM-Harze haben Viskositäten von
150-65.000 mPa·s,
bevorzugt von 150-3.000 mPa·s
und Vinyl-Gehalte von 0,2-8mmol/g, bevorzugt von 0,2-2mmol/g.
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Die
Verbindungen nach c) enthalten reaktive SiH-Gruppen, die in einer
Additionsreaktion unter Edelmetall-Katalyse mit den Verbindungen
a) und b) das Polymer aufbauen. Bei den verwendeten Verbindungen handelt
es sich um Polymethylhydrogensiloxane mit einem SiH-Gehalt im Bereich
von 0,5 bis 15 mmol/g, bevorzugt von 2-10 mmol/g. Der Edelmetallkatalysator
d) ist bevorzugt ein Platin-Komplex,
besonders gut geeignet sind Platin-Siloxan-Komplexe, wie sie bereits in
US-A-3,715,334 ,
US-A-3,775,352 und
US-A- 3,814,730 beschrieben
sind.
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Die
nicht verstärkenden
Füllstoffe
nach e) haben eine BET-Oberfläche
von bis zu 50m2/g, hierzu gehören Quarze,
Cristobalite, Diatomeenerden, Kieselgure, Calciumcarbonate, Talkum,
Zeolithe, Natriumaluminiumsilikate, Metalloxid- und Glaspulver.
Diese Füllstoffe
können
durch Oberflächenbehandlung
hydrophobiert sein.
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Nach
dem Stand der Technik können
als Feuchtigkeitsbinder f) Zeolithe, wasserfreies Aluminiumsulfat,
Molekularsiebe, Kieselgur und Blaugele eingesetzt werden.
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Bei
den weiteren Additiven und Hilfsmitteln g) handelt es sich um Tenside,
Emulgatoren, Stabilisatoren, Thixotropiermittel und Wasserstoff-Absorber.
Bei den Farbstoffen h) die gegebenenfalls zur Unterscheidung von
Basis- und Katalysatorkomponente und zur Kontrolle der Homogenität der Mischung
eingesetzt werden können,
handelt es sich um anorganische und/oder organische Farbpigmente,
die auch gelöst
in Polyorganosiloxanen oder anderen Lösungsmitteln einsetzbar sind.
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Zur
Steuerung der Reaktivität
kann es notwendig sein, Inhibitoren i) einzusetzen. Solche Inhibitoren sind
bekannt und z.B. in
US-A-
3,933,880 beschrieben. In der Regel handelt es sich hier
um acetylenisch ungesättigte
Alkohole oder vinylgruppenhaltige, aliphatische oder cyclische Poly-,
Oligo-, und Disiloxane.
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Die
Massen werden bevorzugt in zwei Komponenten formuliert, um Lagerstabilität zu gewährleisten. Der
gesamte Gehalt an Edelmetall-Katalysator d) ist in der Katalysatorkomponente,
der gesamte Gehalt an SiH-Verbindung
c) ist in der zweiten, räumlich
von der ersten Komponente getrennten Komponente, der Basiskomponente unterzubringen.
Durch Vermischen der beiden Komponenten härten die Massen in einer als Hydrosilylierung
bekannten Additionsreaktion aus.
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Die
Volumenverhältnisse
der beiden Komponenten können
10:1 bis 1:10 betragen. Besonders bevorzugt sind Volumen-Mischverhältnisse
von 1:1, 4:1 und 5:1 (Basis- zu Katalysatorkomponente).
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Die
nachfolgenden Beispiele erläutern
die Erfindung näher.
Alle angegebenen Teile sind als Gewichtsteile zu verstehen.
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Beispiel 1
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In
einem Mischbehälter
werden 113 Teile vinylendgestopptes Polydimethylsiloxan mit einer
Viskosität von
200 mPa·s,
85 Teile eines sowohl end- als auch seitenständige Vinyl-Gruppen enthaltenden
Polydimethylsiloxans, 113 Teile eines Compounds aus Polyorganosiloxan
und hydrophobierter pyrogener Kieselsäure, 11 Teile eines Platin-Katalysators
und 480 Teile eines oberflächenbehandelten
Cristobalits vorgelegt und 30 Minuten homogen gemischt. Die Mischung
wird anschließend
15 min im Vakuum entgast.
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Beispiel 2
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In
einem Mischbehälter
werden 77 Teile vinylendgestopptes Polydimethylsiloxan mit einer
Viskosität von
200 mPa·s,
49 Teile eines sowohl end- als auch seitenständige Vinyl-Gruppen enthaltenden Polyorganosiloxans,
100 Teile eines Compounds aus Polyorganosiloxan und hydrophobierter
pyrogener Kieselsäure,
94 Teile eines SiH-Vernetzers mit einem SiH-Gehalt von 9,3 mmol/g,
3 Teile Farbstoff und 480 Teile eines oberflächenbehandelten Cristobalits
vorgelegt und 30 Minuten homogen gemischt. Die Mischung wird anschließend 15
min im Vakuum entgast.
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Beispiel 3
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50
Teile der in Beispiel 1 beschriebenen Katalysatorkomponente und
50 Teile der in Beispiel 2 beschriebenen Basiskomponente werden
aus einer Doppelkartusche gefördert
und über
einen statischen Mischer homogen gemischt. Das Fördern aus der Doppelkartusche
erfordert einen hohen Kraftaufwand. Man erhält einen ausgehärteten Formkörper mit
einer Endhärte
von 88 Shore A. Der E-Modul wird in Anlehnung an die EN ISO 178
im Biegeversuch zu 16 MPa bestimmt (Maße der Prüfkörper 25mm, 5mm, 5mm, quaderförmig).
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Beispiel 4
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In
einem Mischbehälter
werden 77 Teile vinylendgestopptes Polydimethylsiloxan mit einer
Viskosität von
200 mPa·s,
26 Teile eines sowohl end- als auch seitenständige Vinyl-Gruppen enthaltenden Polydimethylsiloxans,
326 Teile eines Compounds aus Polyorganosiloxan und hydrophobierter
pyrogener Kieselsäure,
9 Teile eines Platin-Katalysators und 11 Teile einer oberflächenbehandelten
Kieselsäure
mit einer BET-Oberfläche
von 170-200m2/g vorgelegt und 30 Minuten
homogen gemischt. Die Mischung wird anschließend 15 min im Vakuum entgast.
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Beispiel 5
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In
einem Mischbehälter
werden 70 Teile vinylendgestopptes Polydimethylsiloxan mit einer
Viskosität von
200 mPa·s,
24 Teile eines sowohl end- als auch seitenständige Vinyl-Gruppen enthaltenden Polydimethylsiloxans,
300 Teile eines Compounds aus Polyorganosiloxan und hydrophobierter
pyrogener Kieselsäure,
39 Teile eines SiH-Vernetzers mit einem SiH-Gehalt von 7,3 mmol/g,
1 Teil Farbstoff und 19 Teile einer oberflächenbehandelten Kieselsäure mit
einer BET-Oberfläche
von 170-200m2/g vorgelegt und 30 Minuten
homogen gemischt. Die Mischung wird anschließend 15 min im Vakuum entgast.
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Beispiel 6
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50
Teile der in Beispiel 4 beschriebenen Katalysatorkomponente und
50 Teile der in Beispiel 5 beschriebenen Basiskomponente werden
aus einer Doppelkartusche gefördert
und über
einen statischen Mischer homogen gemischt. Das Fördern aus der Doppelkartusche
erfordert einen hohen Kraftaufwand. Man enthält einen ausgehärteten Formkörper mit
einer Endhärte
von 66 Shore A. Der E-Modul wird in Anlehnung an die EN ISO 178
im Biegeversuch zu ca. 5 MPa bestimmt (Maße der Prüfkörper 25mm, 5mm, 5mm, quaderförmig).
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Beispiel 7 (erfindungsgemäß)
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In
einem Mischbehälter
werden 75 Teile vinylendgestopptes Polydimethylsiloxan mit einer
Viskosität von
200 mPa·s,
64 Teile eines Vinyl- und Ethoxy-Gruppen enthaltenden QM-Quarzes mit einer
Viskosität
von 2.000 mPa·s
und einem Vinyl-Gehalt von 1,4mmol/g, 214 Teile eines oberflächenbehandelten
Cristobalits, 44 Teile Calciumcarbonat, 5 Teile eines Platin-Katalysators,
1 Teil eines Zeoliths und 1 Teil eines Polyethersiloxans als Thixotropiermittel
vorgelegt und 30 Minuten homogen gemischt. Die Mischung wird anschließend 15 min
im Vakuum entgast.
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Beispiel 8 (erfindungsgemäß)
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In
einem Mischbehälter
werden 26 Teile vinylendgestopptes Polydimethylsiloxan mit einer
Viskosität von
200 mPa·s,
51 Teile eines Vinyl- und Ethoxy-Gruppen enthaltenden QM-Quarzes mit einer
Viskosität
von 2.000 mPa·s
und einem Vinyl-Gehalt von 1,4 mmol/g, 198 Teile eines oberflächenbehandelten
Cristobalits, 70 Teile Calciumcarbonat, 59 Teile eines SiH-Vernetzer-Gemisches
mit einem mittleren SiH-Gehalt von 7,8 mmol/g, 7 Teile eines Farbstoffes,
1 Teil eines Zeoliths, 1 Teil eines Polyethersiloxans als Thixotropiermittel
und 0,1 Teile eines Inhibitor-Gemisches vorgelegt und 30 Minuten
homogen gemischt. Die Mischung wird anschließend 15 min im Vakuum entgast.
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Beispiel 9 (erfindungsgemäß)
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50
Teile der in Beispiel 7 beschriebenen erfindungsgemäßen Katalysatorkomponente
und 50 Teile der in Beispiel 8 beschriebenen erfindungsgemäßen Basiskomponente
werden aus einer Doppelkartusche gefördert und über einen statischen Mischer
homogen gemischt. Das Fördern
aus der Doppelkartusche erfordert nur einen geringen Kraftaufwand
und ist auch aus kleineren Mischkanülen möglich. Man erhält einen
ausgehärteten
Formkörper
mit einer Endhärte
von 51 Shore D. Der E-Modul wird in Anlehnung an die EN ISO 178 im
Biegeversuch zu 126 MPa bestimmt (Maße der Prüfkörper 25mm, 5mm, 5mm, quaderförmig).
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Beispiel 10 (Vergleichsbeispiel)
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Ein
handelsübliches
additionsvernetzendes Silikon-Material
für die
Bissregistrierung wird gemäß Anweisung
des Herstellers aus der Doppelkartusche über einen statischen Mischer
gemischt. Der benötigte Kraftaufwand
ist groß.
Man erhält
einen ausgehärteten
Formkörper
mit einer Endhärte
von 43 Shore D. Der E-Modul wird in Anlehnung an die EN ISO 178
im Biegeversuch zu 61 MPa bestimmt (Maße der Prüfkörper 25mm, 5mm, 5mm, quaderförmig).
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Beispiel 11 (Vergleichsbeispiel)
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Ein
zweites handelsübliches
additionsvernetzendes Silikon-Material für die Bissregistrierung wird
gemäß Anweisung
des Herstellers aus der Doppelkartusche über einen statischen Mischer
gemischt. Der benötigte
Kraftaufwand ist groß.
Man erhält
einen ausgehärteten
Formkörper
mit einer Endhärte
von 45 Shore D. Der E-Modul wird in Anlehnung an die EN ISO 178
im Biegeversuch zu 59 MPa bestimmt (Maße der Prüfkörper 25mm, 5mm, 5mm, quaderförmig).
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Aus
den obigen Beispielen geht klar hervor, dass das erfindungsgemäße additionsvernetzende
Silikon-Abformmaterial,
das bevorzugt zur Bissregistrierung einsetzbar ist, den handelsüblichen
Materialen in seiner für
die Anwendung als Bissregistrat wichtigen Eigenschaften -Endhärte, E-Modul
und Leichtigkeit der Förderung
aus Doppelkartuschen, deutlich überlegen
ist. In der Tabelle 1 sind die Ergebnisse noch einmal zusammengefasst. Tabelle
1