DE10326699B3 - Kompaktes Wägesystem - Google Patents
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Abstract
Description
- Die Erfindung bezieht sich auf ein Wägesystem für eine oberschalige Waage nach dem Prinzip der elektromagnetischen Kraftkompensation, mit einem geteilten oberen Lenker und einem geteilten unteren Lenker, die zusammen als Parallelführung einen Lastaufnehmer mit einem gehäusefesten Systemträger verbinden, mit einem Übersetzungshebel, der mittels zweier Biegegelenke am Systemträger drehbar gelagert ist, mit einem Koppelelement, das mittels Biegegelenken einerseits mit dem Lastaufnehmer und andererseits mit dem kurzen Hebelarm des Übersetzungshebels verbunden ist, wobei der Systemträger, der Lastaufnehmer, die Lenker, der Übersetzungshebel, die beiden Biegegelenke zur Lagerung des Übersetzungshebels sowie das Koppelelement einen einstückigen Grundkörper bilden, mit einem Magneten, der (in Aufsicht gesehen) im Freiraum zwischen den Teilen der Lenker eingebaut ist, und mit einer Spule, die am längeren Hebelarm des Übersetzungshebels befestigt ist und in den Luftspalt des Magneten hineinragt, wobei die der Masse des Wägegutes entsprechende Kraft vom Lastaufnehmer über das Koppelelement auf den kurzen Hebelarm des Übersetzungshebels übertragen wird und dort durch die Gegenkraft der stromdurchflossenen Spule am längeren Hebelarm kompensiert wird.
- Ein Wägesystem dieser Art ist aus der
DE 44 27 087 C2 bekannt. - Nachteilig an diesem bekannten Wägesystem ist die relativ große Bauform, einmal weil beim Einbau in eine Waage ein entsprechend großes Gehäuse erforderlich ist, zum anderen weil der einstückige Grundkörper viel Material und viel Zerspanungsaufwand bei der Herstellung erfordert.
- Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine kompakte und kostengünstig herstellbare Bauform für eine Waage der eingangs genannten Art anzugeben.
- Erfindungsgemäß wird dies dadurch erreicht, dass der Übersetzungshebel in zwei Teilhebel aufgeteilt ist, die mit je einem Biegegelenk am Systemträger drehbar gelagert sind, dass das Koppelelement ebenfalls in zwei Teilkoppelelemente aufgeteilt ist und dass die Biegegelenke, die die beiden Teilhebel des Übersetzungshebels am Systemträger lagern, neben dem Lastaufnehmer angeordnet sind und die durch sie definierte Drehachse durch den Lastaufnehmer hindurch verläuft.
- Durch die Teilung des Übersetzungshebels in zwei separate Teilhebel können die beiden Teilhebel seitlich neben dem Magneten entlang geführt werden; durch die Anordnung der Biegelager für den Übersetzungshebel in axialer Richtung neben dem Lastaufnehmer kann der Lastaufnehmer nahe am Magneten angeordnet sein, sodass alle mechanischen Teile des Wägesystems direkt um den Magneten herum platziert sind und ein sehr kompaktes Wägesystem bilden.
- Die teilweise Aufteilung von Übersetzungshebeln ist bereits aus der
DE 37 43 073 A1 und derDE 199 23 208 C1 bekannt. In beiden Schriften ist die Aufteilung jedoch nur teilweise, außerdem sind Lastaufnehmer, Übersetzungshebel und Magnet hintereinander angeordnet, sodass keine kompakte Bauweise entsteht und auch kein Hinweis darauf entnehmbar ist. - Vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
- Die Erfindung wird im Folgenden anhand der schematischen Figuren beschrieben. Dabei zeigt:
-
1 eine perspektivische Ansicht des Wägesystems von vorn/seitlich, -
2 eine perspektivische Ansicht des Wägesystems von hinten/seitlich und -
3 eine Seitenansicht des Wägesystems. - In den
1 bis3 ist der einstückige Grundkörper1 des Wägesystems dargestellt. Er besteht aus einem am – nicht gezeichneten – Gehäuse der Waage befestigten Systemträger2 , mit dem über einen geteilten oberen Lenker3a /3b und einen geteilten unteren Lenker4a /4b (der Teil4b ist in den Figuren verdeckt) ein Lastaufnehmer5 vertikal beweglich verbunden ist. Die Biegegelenke an den Enden der Teillenker sind jeweils mit23a ,23b bzw.24a bezeichnet. Der Lastaufnehmer5 weist eine Ausnehmung6 zur Befestigung der – nicht gezeichneten – Waagschale auf. Weiter ist am Systemträger2 über ein Biegegelenk7a ein erster Teilhebel8a drehbar gelagert und symmetrisch dazu über ein Biegegelenk7b ein zweiter Teilhebel8b , der nur in den1 und2 bruchstückhaft erkennbar ist. Die beiden Teilhebel8a und8b sind am Ende9a bzw.9b ihres längeren Hebelarms durch eine Quertraverse10 (2 ) miteinander verbunden. Diese Quertraverse10 trägt einen Spulenhalter11 zur Befestigung der Spule der elektromagnetischen Kraftkompensation und eine Schlitzblende12 als Lagensensor. Der Magnet, in dessen Luftspalt die Spule eintaucht, ist nicht eingezeichnet; er wird bei der Montage von unten her in den durch die Wandung13 gebildeten zylindrischen Freiraum eingeschoben und an den vorstehenden Anschlägen19 festgeschraubt. – Das Zusammenspiel von Lagensensor, Spule und Magnet bei der elektromagnetischen Kraftkompensation ist allgemein bekannt, sodass hier keine detaillierte Beschreibung erforderlich ist. - Die beiden Biegegelenke
7a und7b der beiden Teilhebel8a und8b befinden sich axial neben dem Lastaufnehmer5 , wobei der Ausdruck „axial neben dem Lastaufnehmer" meint, dass die Verbindungslinie der beiden Biegegelenke und damit die durch sie definierte Drehachse durch den Lastaufnehmer hindurch verläuft. Durch diese Anordnung der wesentlichen Bereiche des Lastaufnehmers zwischen den Biegegelenken7a und7b vergrößert der Lastaufnehmer die Länge – also die links/rechts-Ausdehnung in der Darstellungsweise der3 – des Wägesystem nicht. Durch die Aufteilung des Übersetzungshebels in zwei Teilhebel und die Anordnung des Magneten und des Lastaufnehmers dazwischen wird also eine sehr kompakte Bauform erreicht. - Die der Masse es Wägegutes entsprechende Kraft wird vom Lastaufnehmer
5 über ein Biegegelenk (Biegeelement)14 auf eine Zwischentraverse15 übertragen. An den beiden Enden der Zwischentraverse15 sind dann zwei Teilkoppelelemente16a und16b angelenkt, die die Kraft auf die kurzen Hebelarme der Teilhebel8a bzw.8b übertragen. Die Biegegelenke zwischen den Teilkoppelelementen16a und16b und den Teilhebeln8a und8b sind dabei mit17a und17b bezeichnet, die Biegegelenke zwischen den Teilkoppelelementen16a und16b und der Zwischentraverse15 sind mit18a und18b bezeichnet. – Das Biegegelenk14 zwischen Lastaufnehmer5 und Zwischentraverse15 befindet sich in der Symmetrieebene des Wägesystems, seine Drehachse liegt ebenfalls in der Symmetrieebene. Dieses Biegelager bewirkt, dass die Kippmomente, die auf den Lastaufnehmer wirken, von den Lenkern3a /3b und4a /4b aufgenommen und möglichst wenn auf die beiden Teilkoppelelemente16a und16b übertragen werden. - Die beiden Teilkoppelelemente
16a und16b befinden sich auf der – in der Darstellungsweise der3 – rechten Seite des Lastaufnehmers5 und damit auf der dem Magneten abgewandten Seite des Lastaufnehmers. Auf diese Weise steht fast die volle Länge des Wägesystems für die Länge der Teilhebel des Übersetzungshebels zur Verfügung. Dadurch lässt sich bei vorgegebenem kurzen Hebelarm – dem Abstand der Biegegelenke7a und17a – ein maximales Übersetzungsverhältnis erzielen. - Wie in
2 erkennbar, bildet der Systemträger einen geschlossenen Rahmen um den Magneten herum. Die Wandung13 ist mit den Bereichen2c und2d des Systemträgers2 verbunden und bildet mit der Querverbindung2e den umlaufenden Rahmen. Dadurch ergibt sich eine hohe Verwindungssteifigkeit des Systemträgers und damit eine sehr gute Stabilität gegenüber äußeren Kräften und Momenten. Auch die schräge Anordnung der Teilhebel des Übersetzungshebels trägt dazu bei: Da der kurze Hebelarm der Teilhebel8a und8b im oberen Bereich des Wägesystems verlaufen muss, um eine genügende Länge der Teilkoppelelemente16a und16b zu ermöglichen, würde ein horizontaler Verlauf der Teilhebel des Übersetzungshebels zu einem sehr schmalen und damit wenig stabilen Bereich2d des Systemträgers führen. Durch den schrägen Verlauf gewinnt man Stabilität für diesen Bereich2d . Der Bereich2c wird durch diese Maßnahme zwar geschwächt, dieser Bereich2e ist jedoch von Haus aus sehr stabil – besonders durch die Querverbindung2e – sodass dies nicht stört. - Die im Vorstehenden beschriebene erfindungsgemäße Anordnung der Teilhebel
8a und8b des Übersetzungshebels jeweils an der Seite des Grundkörpers1 hat zur Folge, dass auch die Biegegelenke7a und7b sowie die Biegegelenke17a ,17b ,18a ,18b der Teilkoppelelemente am seitlichen Rande des Grundkörpers angeordnet sind. Die Teillenker3a und3b und4a und4b mit ihren Biegegelenken an den Enden sind ebenfalls am seitlichen Rande des Grundkörpers angeordnet. Dadurch lassen sich alle diese Biegegelenke bei der Herstellung mit sehr kurzen Fräsern bearbeiten. Das bei langen Fräsern auftretende Verbiegen bei der Bearbeitung ist hier also minimal, sodass die Biegegelenke mit geringen Toleranzen fertigbar sind. Auch das Biegegelenk14 ist gut zugänglich und kann ebenfalls mit einem kurzen Fräser hergestellt werden. Bei kurzen Fräsern ist auch der Einsatz von dünneren Fräsern möglich. Dadurch kann z. B. der Abstand der Biegegelenke7a /7b und17a /b verkürzt werden; damit ist also eine Verkürzung des kurzen Hebelarmes der Teilhebel des Übersetzungshebels und damit eine Vergrößerung des Übersetzungsverhältnisses möglich. - Mit anderen Worten ausgedrückt, ist diese herstellungsfreundliche vorteilhafte Ausgestaltung dadurch gekennzeichnet, dass die Teillenker
3a und4a mit ihren Biegegelenken23a und24a , der eine Teilhebel8a mit seinem Biegegelenk7a und das ein Teilkoppelelement16a mit seinen Biegegelenken17a und18a in einer ersten vertikalen Ebene angeordnet sind, dass die Teillenker3b und4b mit ihren Biegegelenken23b und24b , der andere Teilhebel8b mit seinen Biegegelenk7b und das andere Teilkoppelelement16b mit seinem Biegegelenken17b und18b in einer zweiten vertikalen Ebene angeordnet sind und dass sich beide Ebenen parallel zur vertikalen Symmetrieachse des Wägesystems beabstandet voneinander neben dem Magneten erstrecken.
Claims (7)
- Wägesystem für eine oberschalige Waage nach dem Prinzip der elektromagnetischen Kraftkompensation, mit einem geteilten oberen Lenker und einem geteilten unteren Lenker, die zusammen als Parallelführung einen Lastaufnehmer mit einem gehäusefesten Systemträger verbinden, mit einem Übersetzungshebel, der mittels zweier Biegegelenke am Systemträger drehbar gelagert ist, mit einem Koppelelement, das mittels Biegegelenken einerseits mit dem Lastaufnehmer und andererseits mit dem kurzen Hebelarm des Übersetzungshebels verbunden ist, wobei der Systemträger, der Lastaufnehmer, die Lenker, der Übersetzungshebel, die beiden Biegegelenke zur Lagerung des Übersetzungshebels sowie das Koppelelement einen einstückigen Grundkörper bilden, mit einem Magneten, der (in Aufsicht gesehen) im Freiraum zwischen den Teilen der Lenker eingebaut ist, und mit einer Spule, die am längeren Hebelarm des Übersetzungshebels befestigt ist und in den Luftspalt des Magneten hineinragt, wobei die der Masse des Wägegutes entsprechende Kraft vom Lastaufnehmer über das Koppelelement auf den kurzen Hebelarm des Übersetzungshebels übertragen wird und dort durch die Gegenkraft der stromdurchflossenen Spule am längeren Hebelarm kompensiert wird, dadurch gekennzeichnet, dass der Übersetzungshebel in zwei Teilhebel (
8a ,8b ) aufgeteilt, die mit je einem Biegegelenk (7a ,7b ) am Systemträger (2 ) drehbar gelagert sind, dass das Koppelelement ebenfalls in zwei Teilkoppelelemente (16a ,16b ) aufgeteilt ist und dass die Biegegelenke (7a ,7b ), die die beiden Teilhebel (8a ,8b ) des Übersetzungshebels am Systemträger (2 ) lagern, neben dem Lastaufnehmer (5 ) angeordnet sind und die durch sie definierte Drehachse durch den Lastaufnehmer (5 ) hindurchverläuft. - Wägesystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Teillenker (
3a und4a ) mit ihren Biegegelenken (23a und24a ), der eine Teilhebel (8a ) mit seinem Biegegelenk (7a ) und das eine Teilkoppelelement (16a ) mit seinen Biegegelenken (17a ,18a ) in einer ersten vertikalen Ebene angeordnet sind, dass die Teillenker (3b und4b ) mit ihren Biegegelenken (23b und24b ), der andere Teilhebel (8b ) mit seinem Biegegelenk (76 ) und das andere Teilkoppelelement (16b ) mit seinen Biegegelenken (17b ,18b ) in einer zweiten vertikalen Ebene angeordnet sind und dass sich beide Ebenen parallel zur vertikalen Symmetrieebene des Wägesystems beabstandet voneinander neben dem Magneten erstrecken. - Wägesystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine Zwischentraverse (
15 ) die Kraft vom Lastaufnehmer (5 ) auf die beiden Teilkoppelelemente (16a ,16b ) überträgt und dass die Zwischentraverse (15 ) durch ein in der Symmetrieebene des Wägesystems angeordnetes Biegeelement (14 ), dessen Drehachse in der Symmetrieebene des Wägesystems liegt, mit dem Lastaufnehmer (5 ) verbunden ist. - Wägesystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Teilhebel (
8a ,8b ) des Übersetzungshebels auf der dem Lastaufnehmer (5 ) abgewandten Seite des Magneten durch eine Quertraverse (10 ) miteinander verbunden sind. - Wägesystem nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Spule über einen Spulenhalter (
11 ) an der Quertraverse (10 ) befestigt ist. - Wägesystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Systemträger (
2 ) einen geschlossenen Rahmen um den Magneten bildet. - Wägesystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Teilhebel (
8a ,8b ) des Übersetzungshebels (in Seitenansicht gesehen) schräg zur Horizontalen verlaufen.
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