-
Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zur Trainingseinstellung im Sport, insbesondere im Laufsport, gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
-
Zur Erbringung einer muskulären Leistung benötigt ein insbesondere menschlicher Muskel Sauerstoff, der über den Organismus zugeführt werden muss. Je höher die Leistung, desto größer ist auch der Sauerstoffbedarf. Ab einer gewissen Leistungsgrenze gerät der Körper in die so genannte „Sauerstoffschuld”. Dies bedeutet, dass das Blut einen zu geringen Sauerstoffanteil aufweist, um den zur Erbringung der Leistung nötigen Sauerstoff nachliefern zu können. Der Stoffwechsel im Muskel geht dann in den durch Sauerstoffmangel geprägten anaeroben Bereich über. Demgegenüber wird der Stoffwechsel bei ausreichender Sauerstoffversorgung als aerob bezeichnet.
-
Im anaeroben Bereich findet im Muskel keine vollständige Verbrennung des vom Körper herangezogenen Energieträgers Glucose statt. Infolgedessen sammeln sich Verbrennungsrückstände” im Körper an, die infolge Sauerstoffmangels nicht mehr vollständig abgebaut werden können. Der derart belastete Muskel wird „sauer” und braucht eine längere Zeit, um sich nach der Belastung wieder zu regenerieren.
-
In Sportarten, die mit hoher Körperanstrengung verbunden sind, insbesondere im Laufsport, ist es deshalb wichtig, dass das Training zum überwiegenden Teil im aeroben Bereich, und nur zu einem kleinen Anteil im anaeroben Bereich durchgeführt wird. Bei einem Freizeitsportler sollte z. B. die aerobe Trainingsphase ca. 80% des Gesamttrainings ausmachen.
-
Zur Trainingseinstellung ist es in der Sportmedizin üblich, den so genannten Laktat-Balance-Punkt (LBP) zu bestimmen.
-
Laktat (Milchsäure) ist ein Abbauprodukt von Glucose, das wie vorstehend beschrieben – entsteht, wenn der Sauerstoff im Organismus für die Verbrennung nicht mehr ausreicht. Im anaeroben Bereich sammelt sich daher Laktat im Körper an, während sich im aeroben Bereich überschüssiges Laktat wieder abbaut. An der Schwelle zwischen aerobem Stoffwechsel und anaerobem Stoffwechsel bleibt der Laktatspiegel im Organismus in der Waage. Dies definiert den LBP. Ist der LBP und die zugehörige Herzfrequenz eines Sportlere bekannt, kann der Sportler danach sein Training optimieren.
-
Herkömmlicherweise wird der Lacktatwert mit einem Laktatmesegerät bestimmt, welches eine Blutanalyse von Blutproben vornimmt, die dem Sportler bei unterschiedlichen Belastungen entnommen werden. Physiologische Grundlagen und ein Verfahren zur Laktatmessung sind beispielsweise in der
DE 199 09 852 A1 beschrieben. Die bekannte Lösung ist nachteiligerweise eine invasive Methode, zumal dem Probanden, d. h. einem zu testenden Sportler, Blutproben entnommen werden müssen. Dies ist zum einen für den Sportler mitunter schmerzhaft. Zum anderen ist die Blutentnahme sowohl für den Probanden als auch für den Untersucher stets mit einem Infektionsrisiko, z. B. mit Hepatitis oder HIV, verbunden. Zur Reduzierung dieses infektionsrisikos sind wiederum hohe Hygieneanforderungen erforderlich, die das Verfahren aufwändig und kostspielig machen.
-
Ein üblicherweise als „Conconi-Test” bezeichnetes nicht-invasives Verfahren zur Bestimmung des LBP findet in der Sportmedizin zunehmend Verbreitung. Dabei läuft ein Proband auf einer 400 m-Leichtathletikbahn eine Strecke von 200 m mit einer vorgegebenen Anfangsgeschwindigkeit, z. B. 8 km/h. Nach jeweils 200 m erhöht der Proband schrittweise das Tempo, z. B. um jeweils 0,5 km/h. Bei jeder 200 m-Marke der Leichtathletikbahn merkt sich der Proband seine aktuelle Herzfrequenz und ruft sie jeweils nach Umrundung der Leichtathletikbahn einem Betreuer zu. Der Proband läuft so lange auf der Bahn, bis er seine Leistungsgrenze erreicht hat, d. h. die Geschwindigkeit nicht weiter steigern kann.
-
Zur Testauswertung wird in einem X/Y-Diagramm die Herzfrequenz gegen die zugehörige Laufgeschwindigkeit angetragen. Hierbei ergibt sich ein charakteristischer Befund: Im aeroben Bereich, also bei vergleichsweise niedriger Leistung, verläuft die Herzfrequenz linear mit der Laufgeschwindigkeit. Dies bedeutet, dass die Herzfrequenz im gleichen Verhältnis ansteigt wie die von dem Probanden erbrachte Leistung. Diese Regelmäßigkeit wird an der Schwelle zum anaeroben Stoffwechsel gebrochen. Im anaeroben Hochleistungsbereich steigt die Herzfrequenz mit weiterhin wachsender Leistung bzw. Laufgeschwindigkeit nur noch vergleichsweise wenig an. Die Funktion der Herzfrequenz in Abhängigkeit der Laufgeschwindigkeit zeigt also am Übergang vom aeroben Niederleistungsbereich zum anaeroben Hochleistungsbereich einen deutlichen, mehr oder weniger scharfen Knick, über welchen der LBP ermittelt wird. Die für den LBP charakteristische Herzfrequenz und die zugehörige Laufgeschwindigkeit können einfach aus dem X/Y-Diagramm abgelesen werden.
-
Der Conconi-Test ist jedoch vergleichsweise aufwändig und kann ohne geschulte Betreuung kaum ausgeführt werden. Der LBP kann zudem aufgrund der Witterungsabhängigkeit sowie der Fähigkeit des Probanden, exakt seine Geschwindigkeit zu steuern, mit dem Conconi-Test nur vergleichsweise ungenau bestimmt werden.
-
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zur Trainingseinstellung im Sport, insbesondere Laufsport, anzugeben, mit welcher eine einfache, nicht-invasive und automatische Bestimmung des Lektat-Balance-Punktes möglich ist.
-
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch die Merkmale des Anspruchs 1. Danach umfasst die Vorrichtung ein motorisch betriebenes Laufband für einen Probanden. Weiterhin ist eine Steuereinheit vorgesehen, mittels welcher dem Laufband eine Laufgeschwindigkeit vorgebbar ist. Die Steuereinheit ist mit einem Pulsmessgerät zur Messung der Herzfrequenz des Probanden verbunden. Die Steuereinheit umfasst dabei ein Modul zur Ermittlung des Laktat-Balance-Punktes (LBP), dem die Herzfrequenz des Probanden als Eingabewert zuführbar ist. Der genannte Modul ist dazu ausgebildet, im Trainingsverlauf sukzessive die Laufgeschwindigkeit des Laufbandes zu erhöhen und gleichzeitig den zeitlichen Verlauf der Herzfrequenz des Probanden zu erfassen. Der Modul ist weiterhin dazu ausgebildet, die funktionale Abhängigkeit der Herzfrequenz von der Laufgeschwindigkeit auszuwerten und daraus den LBP des Probanden zu ermitteln.
-
Mit der beschriebenen Vorrichtung ist vorteilhafterweise eine automatische, nicht-invasive Ermittlung des LBP möglich. Medizinische Kenntnisse oder eine geschulte Betreuung sind daher zur Durchführung nicht erforderlich. Der Proband kann also die Vorrichtung im Selbsttest benützen. Die Vorrichtung ist preisgünstig und vergleichsweise platzsparend zu realisieren. Sie erlaubt damit insbesondere auch die Bestimmung des LBP innerhalb geschlossener Räume, wie z. B. einer sportmedizinischen Praxis, einem Fitness-Studio oder einer sonstigen geschlossene Trainingsanlage. Schließlich steht das Testergebnis infolge der automatischen Auswertung ohne Zeitverzug zur Verfügung. Insbesondere ist keine manuelle Auswertung oder Nachbearbeitung der Testdaten erforderlich. Die Testdurchführung erfordert somit nur einen vergleichsweise geringen zeitlichen Aufwand. Dies erleichtert insbesondere auch eine häufige Wiederholung des Tests, wie sie für eine optimierte Langzeiteinstellung des Trainings insbesondere im Leistungssport wichtig ist.
-
Ein Vorteil der Vorrichtung liegt insbesondere darin, dass durch Ansteuerung des Laufbands die von dem Probanden zu erbringende Leistung in Form der einstellbaren Laufgeachwindigkeit exakt vorgebbar ist, wodurch der LBP mit besonders hoher Genauigkeit bestimmt wird.
-
Zweckmäßigerweise ist der Modul dazu ausgebildet, die Übergangs-Herzfrequenz zu erkennen, bei welcher die Herzfrequenz als Funktion der Laufgeschwindigkeit von dem linearen Niederleistungsverhalten im aeroben Bereich abweicht und in das für den anaeroben Bereich kennzeichnende Hochleistungsverhalten übergeht. Der Modul ermittelt diese, dem LBP zugeordnete Übergangs-Herzfrequenz durch Analyse der Herzfrequenzkurve mit gängigen mathematischen Methoden der Funktionsanalyse, z. B. der Differentialbildung und/oder mittels Methoden der linearen oder nicht-linearen Regression.
-
In einer Variante der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist vorgesehen, dass der Modul ähnlich wie bei dem herkömmlichen Conconi-Test die Laufgeschwindigkeit in regelmäßigen Intervallen des Laufweges, oder alternativ der Laufzeit, erhöht. Hierbei wird bevorzugt auch die Laufgeschwindigkeit in regelmäßigen Geschwindigkeitsschritten erhöht.
-
Die Verwendung eines motorisch betriebenen Laufbandes gewährt darüber hinaus jedoch auch Möglichkeiten, die beim herkömmlichen Conconi-Test nicht oder kaum gegeben sind. So ist in einer besonders vorteilhaften alternativen Ausführungsform vorgesehen, dass der Modul die Laufgeschwindigkeit nicht stufenweise, sondern als kontinuierlich mit der Laufzeit oder dem Laufweg zunehmende Funktion variiert. Eine solche kontinuierliche Änderung der Laufgeschwindigkeit wird zum einen von Probanden im Vergleich zu einer sprunghaften Geschwindigkeitsänderung häufig als angenehmer empfunden. Zum anderen führt eine kontinuierliche Variation der Laufgeschwindigkeit auch zu einer Steigerung der Messgenauigkeit bei der Bestimmung des LBP. Als „kontinuierlich” wird die Veränderung der Laufgeschwindigkeit auch dann verstanden, wenn die Laufgeschwindigkeit zwar faktisch schrittweise erhöht wird, die Geschwindigkeitsschritte aber so klein sind, z. B. 0,1 km/h oder weniger, dass der Proband die Änderung der Laufgeschwindigkeit als quasi kontinuierlich wahrnimmt.
-
Optional ist vorgesehen, dass dem Modul zusätzlich von einem nicht-invasiven Blutdruckmessgerät ein Messwert des Blutdrucks des Probanden zugeführt wird. Der Modul zeichnet den Verlauf des Blutdrucks auf, und zieht die Abhängigkeit des Blutdrucks von der Laufgeschwindigkeit unterstützend zur Ermittlung des LBP heran.
-
Vorteilhafterweise ist der Modul mit einer Ausgabeeinheit verbunden. Als Ausgabeeinheit sind alternativ oder gleichzeitig ein Bildschirm und/oder ein Drucker vorgesehen. Mittels der Ausgabeeinheit ist es vorteilhafterweise möglich, die Messkurve der Herzfrequenz und/oder das Testergebnis in Bild- oder Textform auszugeben. Dies geschieht bevorzugt schon während des Testverlaufs, um dem Probanden ein Mittel zur Selbstkontrolle an die Hand zu geben. Insbesondere bei häufiger Wiederholung des Tests kann so der Proband durch Beobachtung der Testkurve während des Testverlaufs ein Körpergefühl für die Erreichung des LBP aufbauen.
-
Dem Modul ist vorzugsweise über eine Eingabevorrichtung mindestens ein probandenspezifischer Parameter zuführbar. Als probandenspezifische Parameter werden insbesondere in beliebiger Kombination das Alter, das Gewicht, die Größe, die Leistungsklasse (z. B. Anfänger, Freiheitsportier oder Leistungssportler) und/oder mindestens ein gesundheitlicher Risikofaktor (z. B. Nikotinkonsum, Herzbeschwerden, Bluthochdruck, ...) herangezogen. Basierend auf diesen Daten stellt der Modul anhand von hinterlegten Kennlinien ein individuelles Testprogramm ein. Der oder die probandenspezifischen Parameter werden insbesondere bei der Wahl der Anfangsgeschwindigkeit und des zeitlichen Verlaufe der Laufgeschwindigkeit berücksichtigt.
-
Bevorzugt stellt der Modul anhand des ermittelten LBP und des oder der probandenspezifischen Parameter unter Rückgriff auf hinterlegte Kennwerte eine Trainingsempfehlung zusammen, die nach Testende an den Probanden ausgegeben wird.
-
Nachfolgend werden Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand einer Zeichnung näher erläutert. Darin zeigen:
-
1 in schematischer Darstellung eine Vorrichtung zur Trainingseinstellung im Sport, insbesondere im Laufsport, mit einem motorisch angetriebenen Laufband und einer Steuereinheit,
-
2 in einem schematischen Schaltbild die Steuereinheit gemäß 1 und die damit verbundenen Peripheriegeräte,
-
3 einen beispielhaften Testverlauf zur Ermittlung des Laktat-Balance-Punktes mit schrittweise erhöhter Laufgeschwindigkeit sowie beispielhaft den Verlauf der Herzfrequenz eines Probanden in Abhängigkeit der Laufgeschwindigkeit,
-
4 in einer Darstellung gemäß 3 einen alternativen Testverlauf, bei welchem die Laufgeschwindigkeit kontinuierlich erhöht wird und
-
5 beispielhaft eine von der Vorrichtung gemäß 1 ausgegebene Trainingsempfehlung.
-
Einander entsprechende Teile und Größen sind in den Figuren stets mit den gleichen Bezugszeichen versehen.
-
Die in 1 dargestellte Vorrichtung 1 umfasst ein durch einen Motor 2 angetriebenes Laufband 3. Der Motor 2 ist von einer Steuereinheit 4 ansteuerbar. Die Steuereinheit 4 ist insbesondere in der Lage, eine vorgegebene Bandgeschwindigkeit, nachfolgend als Laufgeschwindigkeit v bezeichnet, exakt einzustellen. Die Laufgeschwindigkeit v ist hierbei kontinuierlich oder stufenweise in engen Geschwindigkeitsschritten von ≤ 0,1 km/h veränderlich.
-
Die Steuereinheit 4 ist weiterhin verbunden mit einem Pulsmessgerät 5a. Das Pulsmessgerät 5a ist am Körper eines Probanden 6, d. h. eines zu testenden Sportlers, beispielsweise in Form eines Brustgurtes zu befestigen. Das Pulsmessgerät 5a kommuniziert mit der Steuereinheit 4 bevorzugt über eine Infrarot(IR)-Schnittstelle. Das Pulsmessgerät 5a umfasst hierzu einen IR-Sender 7, der über eine Lichtstrecke A mit einem an einem Gestell 9 des Laufbands 3 angeordneten IR-Emgfänger 10 verbunden ist. Der IR-Empfänger 10 ist wiederum mit der Steuereinheit 4 verbunden.
-
Im Testverlauf misst das Pulsmessgerät 5a kontinuierlich oder in kurzen Intervallen die Herzfrequenz HF des Probanden 6. Der Messwert der Herzfrequenz HF wird über die aus dem IR-Sender 7 und dem IR-Empfänger 10 gebildete IR-Schnittstelle der Steuereinheit 4 als Eingabewert zugeführt.
-
Anstelle der IR-Schnittstelle kann auch eine beliebige andere Art der schnurlosen Datenübermittlung zum Einsatz kommen. Des Weiteren kann das Pulsmessgerät 5a auch über eine gewöhnliche Kabelverbindung mit der Steuereinheit 4 verbunden sein.
-
Ein weiteres Pulsmessgerät 5b ist zusätzlich oder alternativ in einem Haltegriff 11 integriert, welcher an dem Gestell 9 des Laufbands 3 angebracht ist.
-
Auf ähnliche (nicht explizit dargestellte) Weise wird optional mittels eines nicht-invasiven Blutdruckmessgeräts der Blutdruck des Probanden 6 als zusätzliche Messgröße erhoben und der Steuereinheit 4 zugeführt.
-
Die Vorrichtung 1 umfasst darüber hinaus ein mit der Steuereinheit 4 verbundenes Bedienfeld 12. Über dieses Bedienfeld 12 können vom Probanden 6 Daten eingegeben werden, die der Steuereinheit 4 als Eingabewerte zugeführt werden. Das Bedienfeld 12 dient andererseits auch als Ausgabeeinheit der Steuereinheit 4, indem von letzterer Ausgabewerte an das Bedienfeld 12 gegeben werden und dort für den Probanden 6 in visueller oder audio-visueller Form angezeigt werden.
-
Die Steuereinheit 4 ist schließlich mit einem Drucker 13 als weiterem Ausgabegerät verbunden.
-
2 zeigt nochmals in einem schematischen Schaltplan die Steuereinheit 4 und die mit dieser verbundenen Peripheriegeräte, d. h. den Motor 2, die Pulsmessgeräte 5a und 5b, das Bedienfeld 12 sowie den Drucker 13. Aus dieser Darstellung wird insbesondere deutlich, dass das Bedienfeld 12 mit Ein- und Ausgabemitteln für Daten ausgestattet ist. Als Dateneingabemittel dient bevorzugt ein Tastenfeld 14. Als Datenausgabemittel ist ein Bildschirm 15 oder ersatzweise eine Leuchtdiodenanzeige vorgesehen.
-
Die Steuereinheit 4 ist mit einem Modul 16 zur Ermittlung des Laktat-Balance-Punktes (LBP) ausgestattet. Bei diesem Modul 16 handelt es sich bevorzugt um ein Software-Modul.
-
Die Vorrichtung 1 ermöglicht die Trainingseinstellung des Probanden 6, indem sie dessen LBP ermittelt, automatisch eine individuelle Trainingsanweisung generiert und an den Probanden 6 ausgibt. Hierzu steuert der Modul 16 ein Testprogramm, in dessen Verlauf er die Laufgeschwindigkeit v des Laufbands 3 sukzessive erhöht und simultan den Verlauf der Herzfrequenz HF des Probanden 6 erfasst.
-
Vor Testbeginn fordert der Modul 16 den Probanden 6 über das Bedienfeld 12 auf, mehrere probandenspezifische Parameter Px einzugeben. Diese Parameter Px umfassen das Alter, das Gewicht, die Große sowie die Leistungsklasse (z. B. abgestuft in Anfänger, fortgeschrittener Läufer, ..., Leistungssportler). Des Weiteren werden bevorzugt gesundheitliche Risikofaktoren, wie Bluthochdruck, Herzerkrankungen oder Nikotinkonsum abgefragt und als weitere probandenspezifische Parameter Px herangezogen. Zur Individualisierung des Ergebnisses können weitere personenbezogene Daten wir der Name des Probanden 6 oder eine Kennnummer eingegeben werden.
-
Danach berechnet bzw. bestimmt der Modul 16 anhand von hinterlegten Kenndaten ein Testprogramm. Insbesondere legt der Modul 16 anhand der Parameter Px die anfängliche Laufgeschwindigkeit und den zeitlichen Geschwindigkeitsverlauf fest.
-
Zu Beginn des Tests gibt der Modul 16 über das Bedienfeld 12 eine Startmeldung an den Probanden 6 aus und startet das Laufband 3 mit der vorgegebenen Anfangsgeschwindigkeit. Der Modul 16 erfasst während des Testverlaufs den zeitlichen Verlauf der Herzfrequenz HF zusammen mit der zugehörigen Laufgeschwindigkeit v. Weiterhin bestimmt der Modul 16 den zurückgelegten Laufweg s.
-
In 3a ist die während eines beispielhaften Testverlaufs erfasste Herzfrequenz HF zusammen mit der Laufgeschwindigkeit v und dem zurückgelegten Laufweg s in Abhängigkeit der Testdauer t dargestellt. Bei dieser Testvariante wird, ähnlich wie beim herkömmlichen Conconi-Test die Laufgeschwindigkeit v schrittweise in regelmäßigen Abständen des Laufweges s um einen regelmäßigen Geschwindigkeiteschritt Δv erhöht, bis der Proband 6 mit der vom Laufband 3 vorgegebenen Laufgeschwindigkeit v nicht mehr mithalten kann und den Testverlauf durch Tastendruck am Bedienfeld 12 abbricht. Der Modul 16 zeichnet die gemessene Herzfrequenz HF zusammen mit der zugehörigen Laufgeschwindigkeit v und dem zurückgelegten Laufweg s auf.
-
Zur Auswertung analysiert der Modul 16 die Herzfrequenz HF als Funktion der zugehörigen Laufgeschwindigkeit v. Die dem Testverlauf gemäß 3a zugehörige Abhängigkeit der Herzfrequenz HF von der Laufgeschwindigkeit v ist in 3b beispielhaft dargestellt. Der Modul 16 analysiert den in 3b dargestellten Kurvenverlauf mit gängigen mathematischen Methoden, z. B. Differentialbildung, lineare oder nicht-lineare Regression, iterative Anpassung an eine Modellfunktion, etc. und ermittelt so den in 3b durch den Pfeil 17 angezeigten Übergang zwischen dem linearen Verlauf der Herzfrequenz HF im aeroben Niederleistungsbereich 18 und dem davon abweichenden Verhalten der Herzfrequenz HF im anaeroben Hochleistungsbereich 19. Hieraus ermittelt der Modul 16 die für den LBP charakteristische Übergangs-Herzfrequenz HF0 und die zugehörige Übergangs-Laufgeschwindigkeit v0. Falls der Blutdruck erhoben wurde, zieht der Modul 16 unterstützend den Verlauf des Blutdrucks des Probanden 6 bei der Ermittlung des LBP heran.
-
In einem in 4 gezeigten alternativen Testverlauf erhöht die Steuereinheit 4 die Laufgeschwindigkeit v linear, d. h. insbesondere kontinuierlich mit der Laufzeit t. In 4a ist wiederum der zeitliche Verlauf der Laufgeschwindigkeit v, der zurückgelegte Laufweg s und die gemessene Herzfrequenz HF beispielhaft gezeigt.
-
Die sich hieraus ergebende Abhängigkeit der gemessen Herzfrequenz von der Laufgeschwindigkeit ist (analog zu 3) in 4b illustriert. Der Modul 16 ermittelt in der im Zusammenhang mit 3 beschriebenen weise den LBP mit der zugehörigen Übergangs-Herzfrequenz HF0 und der Übergangs-Laufgeschwindigkeit v0.
-
Die Messkurve gemäß 3b bzw. 4b wird bevorzugt schon während des Testverlaufs oder im Anschluss auf dem Bildschirm 15 des Bedienfelds 12 angezeigt.
-
Nach Testende produziert der Modul 16 anhand des ermittelten LBP, der erhobenen probandenspezifischen Parameter Px sowie hinterlegter, empirischer Kenndaten eine individuelle Trainingsempfehlung 20 für den Probanden 6. Der Modul 16 gibt diese über den Drucker 13 an den Probanden 6 aus. Eine solche Trainingsempfehlung 20 ist beispielhaft in 5 dargestellt.