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Die
Erfindung betrifft ein Schaltungsanordnung zum Reduzieren von Schallemissionen
und hochfrequenten Schwingungen eines piezoelektrischen Aktors,
insbesondere eines piezoelektrisch angetriebenen Stellglieds, wie
es beispielsweise bei Bremsen, Dosiereinrichtung, optischen Spiegeln
und Linsengeräten,
Einspritzanlagen oder Ventilverstellungen eingesetzt wird.
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Ein
piezoelektrischer Aktor findet beispielsweise auch in einem Kraftstoffinjektor
Verwendung. In diesem Fall wird ein Steuerventil mittelbar oder auch
unmittelbar durch den Aktor betätigt.
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Bei
piezoelektrischen Aktoren treten aufgrund hoher Schaltgeschwindigkeiten
und hoher innerer Kräfte
bei deren Betrieb starke Vibrationen auf. Diese Vibrationen sind
spektral sehr breitbandig und erzeugen ein hohes Maß an Körperschall.
Dieser Körperschall
wird bei einer Anwendung in einem Kraftstoffinjektor vom gesamten
Motorblock verstärkt und
vom Benutzer des Kraftfahrzeugs als metallisches, störendes rhythmisches
Geräusch
wahrgenommen.
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Das
Frequenzspektrum eines dem piezoelektrischen Aktor ansteuernden
Stroms (vgl. 5, Steuerstrom
IST) weist in einem Frequenzbereich zwischen 7 und 13 kHz ein Maximum
auf. Dieses Maximum des Steuerstroms führt dazu, dass der piezoelektrische
Aktor im hörbaren
Bereich durch den Steuerstrom angeregt wird.
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Bei
der Ansteuerung eines Piezoaktors der als Antrieb in einem Kraftstoffinjektor
Verwendung findet, werden Ströme
im Bereich von 30 A und Anstiegszeiten von weniger als 50 μs ge fordert.
Die starken Steigungsänderungen
im Stromverlauf des Ansteuerstroms regen mechanische Schwingungen an.
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Da
Verbrennungsmotoren, insbesondere Dieselmotoren, aufgrund von so
genannten weichen Brennverfahren, die durch Mehrfacheinspritzung und/oder
Aufladung erreicht werden, immer leiser werden, wird es als störend empfunden,
dass das Geräusch
der piezoelektrischen Stellglieder aus dem Gesamtgeräusch des
Verbrennungsmotors herauszuhören
ist.
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Aus
der Offenlegungsschrift
DE
199 46 965 A1 ist ein geräuschgedämpfter piezoelektrischer Antrieb
bekannt. Bei diesem piezoelektrischen Antrieb ist das Piezoelement
von einem Gehäuse
umgeben, das wenigstens teilweise mit einer äußeren Schicht aus einem Werkstoff
mit schwingungsdämpfenden Eigenschaften
gefertigt ist. Bei diesem bekannten Antrieb wird der Körperschall
dadurch reduziert, dass er durch eine geeignete mechanische Entkopplung und
Isolation an einer Weiterleitung und Ausbreitung gehindert wird.
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Weiter
existieren Verfahren, die über
Sensoren die Vibrationen des Gesamtsystems erfassen und durch eine
adaptive Regelung der Vibration entgegenwirken. Auch existieren
Ansätze,
die durch geeignete gegenphasige Anregung nach der eigentlichen
ersten Ansteuerung des piezoelektrischen Antriebs den Vibrationen
entgegenwirken.
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Aufgabe
der Erfindung ist es, eine Schaltungsanordnung zum Reduzieren von
Schallemissionen und hochfrequenten Schwingungen eines piezoelektrischen
Aktors zu schaffen.
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Diese
Aufgabe wird durch eine Schaltungsanordnung gemäß Anspruch 1 gelöst.
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Zwischen
einer den piezoelektrischen Aktor ansteuernden Einheit und dem Aktor
selbst ist ein elektronisches Filter angeordnet. Dieses Filter filtert aus
einem den piezoelektrischen Aktor ansteuernden Signal die Frequenzanteile
heraus, die die Ursache für
die als störend
empfundenen Schallemissionen und die hochfrequenten Schwingungen
des piezoelektrischen Aktors sind.
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Vorteil
der erfindungsgemäßen Schaltungsanordnung
ist es, dass das aus der Ansteuereinheit, dem piezoelektrischen
Aktor und der von dem Aktor betriebenen Einheit bestehende System
nur durch zumindest ein Filter ergänzt werden muss und keine konstruktiven
Veränderungen
am System vorgenommen werden müssen.
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Bei Änderungen
an diesem System kann das Filter so auf einfache Weise an einen
veränderten Systemfrequenzgang
angepasst werden.
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Vorteilhafte
Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen beschrieben.
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In
einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung kann das Filter
dem piezoelektrischen Aktor in Serie geschaltet sein. Das Filter
ist hier so ausgelegt, dass seine Resonanzfrequenz in dem Bereich der
störenden
Komponenten liegt und der Scheinwiderstand des Filters in diesem
Bereich hochohmig ist und so die störenden Komponenten aus dem
Ansteuerstrom des piezoelektrischen Aktors gefiltert werden.
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In
einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung wird das
Filter parallel zum piezoelektrischen Aktor angeordnet. Die Eigenschaften
des Filters werden hier ebenfalls so gewählt, dass die Resonanzfrequenz
im Bereich der störenden
Komponenten liegt und so die störenden
Komponenten vom piezoelektrischen Aktor „weggesaugt" werden (sogenannte
Saugkreis).
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Wird
der piezoelektrische Aktor zum Betreiben eines Kraftstoffinjektors
einer Brennkraftmaschine verwendet, so können auf einfache Weise die
bei diesem Anwendungsfall störenden
Komponenten des Ansteuersignals gefiltert werden. Treten aufgrund
von Änderungen
am Kraftstoffinjektor oder an der Brennkraftmaschine geänderte akustische
Anforderungen an dem Aktor auf, so kann das Filter auf einfache
Weise angepasst werden.
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Anhand
der schematischen Zeichnungen werden mehrere Ausführungsbeispiele
der erfindungsgemäßen Schaltungsanordnung
beispielhaft erläutert.
Es zeigen:
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1 ein Blockschaltbild eines
ersten Ausführungsbeispiels
einer erfindungsgemäßen Schaltungsanordnung,
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2 ein Blockschaltbild eines
zweiten Ausführungsbeispiels
einer erfindungsgemäßen Schaltungsanordnung,
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3 ein Blockschaltbild eines
dritten Ausführungsbeispiels
einer erfindungsgemäßen Schaltungsanordnung,
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4 ein Blockschaltbild eines
vierten Ausführungsbeispiels
einer erfindungsgemäßen Schaltungsanordnung,
und
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5 den Amplitudengang von
mehreren den Piezoaktor ansteuernden Strömen.
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1 zeigt ein erstes Ausführungsbeispiel einer
erfindungsgemäßen Schaltungsanordnung. Diese
weist eine Ansteuereinheit V mit einem Spannungsverstärker, einer
ohmschen Endstufe, einem Strom- oder einem Ladungsverstärker auf.
Die Ansteuereinheit V steuert zumindest einen piezoelektrischen
Aktor P mit einem Steuerstrom IST an. Ein Filter F1 ist einerseits
mit der Ansteuereinheit V und andererseits mit dem piezoelektrischen
Aktor P elektrisch verbunden. Der piezoelektrische Aktor P ist über seinen
zweiten Anschluss mit einem zweiten Anschluss der Ansteuereinheit
V elektrisch verbunden.
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Das
Frequenzspektrum eines Ansteuerstroms IST, wie er beispielsweise
in 5 dargestellt ist,
weist in einem Frequenzbereich zwischen 7 und 13 kHz Signalanteile
auf, die sich beim Betrieb des piezoelektrischen Aktors P wegen
der von diesen Frequenzanteilen erzeugten mechanischen Schwingungen
als störend
erweisen.
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Das
Filter F1 ist hier dem piezoelektrischen Aktor P in Serie geschaltet.
Bei dem Filter F1 handelt es sich vorzugsweise um einen Parallelschwingkreis, der
einen Kondensator C und eine Spule L aufweist, die zueinander parallel
angeordnet sind. Dieser Parallelschwingkreis wird vom Steuerstrom
IST, der den piezoelektrischen Aktor ansteuert, durchflossen. Das Filter
F1 stellt einen so genannten „Sperrkreis" dar, dessen Scheinwiderstand
für den
Bereich um die Resonanzfrequenz fR mit entsprechender
Bandbreite groß ist
und die in diesem Bereich liegenden Frequenzanteile des Steuerstroms
IST dämpft.
Durch geeignete Wahl der Resonanzfrequenz fR und
der Bandbreite des Parallelschwingkreises, d.h. durch geeignete
Wahl des Kondensators C und der Spule L, können somit störende Frequenzkomponenten des
Steuerstroms IST vom piezoelektrischen Aktor P ferngehalten werden,
wodurch sich das akustische Verhalten des piezoelektrischen Aktors
P verbessert.
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2 zeigt ein Blockschaltbild
eines zweiten Ausführungsbeispiels
einer erfindungsgemäßen Schaltungsanordnung.
Hierbei tragen funktionell identische Komponenten die gleichen Bezugszeichen
wie in 1.
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Im
Unterschied zu dem Ausführungsbeispiel aus 1 ist hier ein Filter F2
parallel zum piezoelektrischen Aktor P angeordnet. Bei diesem Filter
F2 handelt es sich vorzugsweise um einen Serienschwingkreis – eine Serienschaltung
eines Kondensators C und einer Spule L –, der bei seiner Resonanzfrequenz
fR einen kleinen Scheinwiderstand aufweist
und somit wenn das Filter F2 im Bereich der Resonanzfrequenz fR angeregt wird praktisch einen elektrischen
Kurzschluss darstellt. Dieses Filter F2 wird auch als „Saugkreis" bezeichnet. Es „saugt" die Frequenzanteile
des Steuerstroms IST in dem Frequenzbereich um die Resonanzfrequenz
fR ab.
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3 zeigt eine Kombination
der Ausführungsbeispiele
der 1 und 2. Hier ist ein erstes Filter F13, vorzugsweise
ein Parallelschwingkreis, in Serie zum piezoelektrischen Aktor angeordnet.
Ein zweites Filter F23, vorzugsweise ein Serienschwingkreis, ist
parallel zu der Reihenschaltung aus Filter F13 und piezoelektrischem
Aktor P angeordnet.
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Wird
für die
Filter F13 und F23 dieselbe Resonanzfrequenz fR gewählt, so
erhöht
sich die Dämpfung
im Bereich um die Resonanzfrequenz fR. Alternativ
kann durch eine geeignete Abstimmung der Filter F13 und F23 auf
zwei leicht versetzte Resonanzfrequenzen fR13 und
fR23 die Bandbreite des aus F13 und F23
bestehenden Filters und somit der Bereich, in dem der Steuerstrom
IST gedämpft
wird vergrößert werden.
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4 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel einer
erfindungsgemäßen Schaltungsanordnung. Hier
ist ein Filter F24 dem piezoelektrischen Aktor P in Serie geschaltet.
Bei diesem Filter F24 handelt es sich vorzugsweise um einen Serienschwingkreis. Dieser
sogenannte „Leitkreis" lässt nur
die Frequenzanteile des Steuerstroms IST durch, die im Bereich der
Bandbreite des Filters F24 liegen. Die Bandbreite des Filters F24
ist so abgestimmt, dass nur die Frequenzanteile des Steuerstroms
IST durchgelassen werden, die im Betrieb des piezoelektrischen Aktors P
als nicht störend
empfunden werden.
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Die
Bandbreite der Filter F ist von der Güte des jeweiligen Filters F
abhängig
und bezeichnet den Bereich in dem der Scheinwidertand des Filters
oder der Signalpegel größer gleich
70,7% (–3dB)
des Maximalwerts – der
bei der Resonanzfrequenz fR auftritt – ist.
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5 zeigt den Amplitudengang
des Steuerstroms IST für
einen ungefilterten Steuerstrom IST1, einen mit einer Schaltungsanordnung
gemäß 2 gefilterten Steuerstrom
IST2 und einen mit einer Schaltungsanordnung gemäß 3 gefilterten
Steuerstrom IST3.
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Der
gefilterte Steuerstrom IST2 weist bei einer Frequenz von 10kHz ein
Minimum auf. Im Vergleich zu dem Verlauf des ungefilterten Steuerstroms IST
sind die Amplituden des Steuerstroms IST2 in dem Frequenzbereich
um 10KHz kleiner.
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Kommt
eine Filteranordnung mit einem parallel und einem in Serie angeordneten
Filter F23, F13 – wie
sie in 3 gezeigt ist – zum Einsatz,
so können
die Amplituden in dem Frequenzbereich zwischen 7 und 13 kHz noch
weiter reduziert werden und die akustischen Eigenschaften des piezoelektrischen
Aktors P noch weiter verbessert werden.
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Die
hier verwendeten Filter F1, F2, F12, F23 und/oder F24 sind vorzugsweise
zusammen mit der Ansteuereinheit V in einem Gehäuse untergebracht. Die Filter
F1, F2, F12, F23 und/oder F24 können
jedoch auch zusammen mit dem piezoelektrischen Aktor P in einem
Gehäuse
angeordnet sein.
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Bei
den Filtern F1, F2, F12, F23 und F24 kann es sich sowohl um analoge,
als auch um digitale Filter handeln.